
Gut
1 ½ Jahre haben sich DOMAIN nun Zeit gelassen, um ihr neuestes
Mach(t)werk "Last
Days Of Utopia" auf ihre ständig wachsende Fangemeinde
herabzulassen. Wie bereits mit den verschiedenen Vorgänger-Alben, hat
es die Band auch diesmal wieder geschafft sich weiterzuentwickeln,
ohne dabei Verrat an den eigenen Wurzeln zu begehen. Das neue Album
ist das erste Konzeptalbum in der Geschichte von DOMAIN und beruht auf
einer von Sänger Carsten Schulz ersonnen Story. Deshalb haben wir
nicht nur Gitarrist Axel Ritt, den musikalischen Kopf der Band,
sondern auch den vielbeschäftigten Sänger zu einem "Track by
Track - Own Words" gebeten. 1. Harbour Of Hope AR: Unser Protagonist macht sich auf den Weg sein Glück zu finden, daher wollte ich zunächst die Atmosphäre eines Hafens widerspiegeln. Zudem bedurfte es großer epische Vokal-Arrangements im Stil der QUEEN-Chöre bei "Highlander" oder "Flash Gordon", daher haben wir extrem viele Vokal-Spuren bei diesem Intro-Track aufgenommen. CS: Kurzes, aber breites sehr Musical-haftes Intro, was eigentlich bereits ziemlich wegweisend für die Scheibe ist. Unser Held geht an Board eines Schiffes. 2. A New Beginning AR: Dieser Titel soll die Erwartungshaltung unseres Helden zeigen, welche er erfährt, nachdem er sich auf den Weg macht. Alle Akkord-Bewegungen im Song führen nach oben, um nach der Kehrtwende wieder erneut von unten anzufangen. Aggressive Trompeten, Posaunen und Flügelhörner am Anfang des Titels um seine Anspannung zu zeigen, warme und gefühlvolle Streicher im Chorus, um seine Entspannung zu verdeutlichen, sich manifestierend in der Tatsache dass die Reise endlich begonnen hat. Ich habe eine Menge Interaktion zwischen die Rhythmus-Gitarre und den Bassdrums in die Strophen gepackt um sie angespannter klingen zu lassen. CS: Ziemlich rasante und schnelle Nummer mit obergeilem Axel-Solo. Wir wollten einen Opener, der den Leuten gleich zeigt, wo's langgeht. Unser Held macht klar, was er sucht und zu finden hofft. 3. On Stormy Seas AR: Normalerweise ist es recht einfach einen Sturm in einer Metal-Band Gestalt annehmen zu lassen. Man sagt dem Drummer, er möge die Double-Bass bei 120 bpm+ durch laufen lassen und fertig ist die Kachelmann-Grundausstattung bei Windstärke 10+. Wenn man aber einen aufkeimenden Sturm, angefangen mit einer leichten Brise über eine kräftige Böe, hinauf zu einem energetischen Sturm und sich erfüllenden in einem alles zerstörenden Orkan vertonen möchte, muss man alle Register in Sachen Arrangements ziehen. Selbige wurden die Anspruchsvollsten, welche ich je geschrieben habe, zudem ist es auch der längste Song, den DOMAIN je gespielt haben. Ein wirklich episches „Geholze“, mit Riterdandi inmitten des Songs und allem Anderen was dazu gehört ;-) CS: Sicherlich die ungewöhnlichste Nummer der ganzen Scheibe. Über neun Minuten und Prog Metal pur! Meines Erachtens eine kompositorische Meisterleistung von Axel. Das Schiff kommt und einen großen Sturm und sinkt. 4. The Shores Of Utopia AR: Unser Sänger Carsten wollte gerne ein typisches GARY MOORE-Instrumental in diesem Chapter seiner Story haben. Mehr muss man, glaube ich, dazu nicht sagen... ;-) CS: Ich hatte Axel gesagt, er solle kleine Instrumentals komponieren, die zwischen einzelnen Teilen der Platte überleiten. Stranden an den Ufern Utopias – die Stimmung wird nun wieder deutlich freundlicher. 5. Ocean Paradise AR: Dieser Song wurde von unserem Keyboarder Erdmann Lange und mir zusammen geschrieben. Er beinhaltet eine der Trademarks, welche seit nunmehr knapp 20 Jahren mit dem typischen DOMAIN-Sound verbunden werden, dem „Synth-Brass“. Witzigerweise wurde die Bläsersätze von mir zuerst mit richtigen Bläsern arrangiert, aber es funktionierte einfach nicht. Schon merkwürdig, man simuliert in einem Synthesizer eine Bläsersektion und es klingt besser als das Original... CS: Typische DOMAIN-Nummer, wenn man von den Orchesterparts absieht. Herrlicher Mitsing-Chorus, wie er eben sein muss. Unser Held glaubt sein Paradies gefunden zu haben. 6.
The Beauty Of LoveAR: Das Trauma eines Gitarristen ;-). Es ist seit Jahren immer wieder das Gleiche, wann immer du in deiner Funktion als Gitarrist glaubst, eine ergreifende Ballade geschrieben zu haben, kommt ein Pianist und zeigt Dir wie eine „echte Ballade“ harmonisch klingen muss. Ich habe aufgegeben, es ist einfach Fakt, du kannst als Gitarrist balladentechnisch gegen einen Pianisten nicht im Entferntesten anstinken ;-). Was ein versierter Pianist mit seinen 10 Fingern an harmonischen und rhythmischen Möglichkeiten aus seinem Instrument zaubert, lässt selbst die schönste Gitarren-Ballade als „Übungsstunde Vol.1“ erscheinen. Daher entstand auch diese Ballade wieder in ihrem Grundgerüst am Klavier. Und natürlich Streicher, viele Streicher, versunken im tiefen Raumhall der Algorithmen. Altmodisch, aber ich liebe es! CS: Bei DOMAIN ist unser Keyboarder Erdmann für die Balladen zuständig, und kein DOMAIN-Album ohne eine Herz-Schmerz-Schmalz-Ballade! So etwas ist was für den Sänger... Auf der Insel Utopia gibt's natürlich auch noch die Frau für's Leben. 7. The Great Rebellion AR: Um eine Rebellion klanglich zu erschaffen, brauchst Du vor allem harmonischen „Aufruhr“, daher packten wir an den Anfang ein paar „Richard-Wagner-Triller“ mit leicht bedrohlich wirkenden Chören. Ein schöner DoubleBass-Knaller, sehr traditionell, abgesehen von den rhythmischen Variationen zu Beginn des Titels und während des Solos. CS: Jetzt wird's wieder härter. Auch hier wieder ein geiles Solo von Axel. Durch die neuen Ideen, die auf die Insel mitgebracht werden, entfacht unser Held sozusagen einen Bürgerkrieg 8. Endless Rain AR: Unsere Video-Auskopplung und ein guter Querschnitt von allem, was DOMAIN anno 2005 ausmacht. Episch, druckvoll, virtuos und natürlich der typische DOMAIN 12/8tel Beat. CS: Meine Lieblingsnummer auf der Scheibe und wirklich super-typisch DOMAIN. Die Götter sind von der Revolte erzürnt und schicken Sturm und Regen über Utopia. Für diese Nummer haben wir auch unser erstes Video gedreht seit ich dabei bin, welches auf der limitierten Doppel-CD zu finden ist. 9. Last Days Of Utopia AR: Das Intro hat Nerven gekostet! Da übt man wochenlang um ein virtuoses Intro an der Gitarre zu zaubern, ist super-stolz es endlich hin zu bekommen und dann kommt der Sänger und meint „kannst Du das auch zweistimmig?...“. Also setzt man sich wieder wochenlang hin, übt auch noch die zweite Stimme und verteilt sie dann rechts und links im Stereobild damit man bei den High-Speeds der einzelnen Läufe die jeweiligen Töne wenigstens noch etwas auseinander halten kann ;-) CS: Die Insel stirbt und versinkt im Meer. Harte Nummer, bei der man Axel Einflüsse und Hinwendungen zu Bands zu RHAPSODY oder BLIND GUARDIAN schnell merkt. Bombast ohne Gnade! Geil! Ich liebe diese Nummer. 10. Underneath The Blue AR: Eine erzähltechnische Besonderheit. Es ist das gleiche Thema wie bei "The Shores Of Utopia", diesmal aber in Moll gehalten und statt der vor Kraft strotzenden Lead-Gitarre eine „verschüchterte“ unverzerrte Gitarre, der man das Traurige geradezu anhört. CS: Wunderschönes Gitarreninstrumental von Axel 11.
Left AloneAR: Wer bisher nicht weiß in welcher Zeitphase die Bandmitglieder geboren und unter welchen musikalischen Einflüssen sie aufgewachsen sind, hier hört man es. Das große Finale in einem schleppenden Shuffle-Beat mit allem was die Achtziger groß gemacht hat. Man kann seine Herkunft nicht verleugnen... CS: Einmal Hard Rock zum Abschluss. Unser Held hat als einziger überlebt und treibt im Meer. Die Nummer hat bei den Aufnahmen riesigen Spaß gemacht. Ein wunderbarer Abschluss für diese Scheibe. Bonus Track 1: Head Above The Water CS: Tja, da werden sich sicher viele ärgern, denn die mit Abstand typischste DOMAIN-Nummer ist ein Bonus-Track, der nur auf der Limited Edition drauf ist. Wir hatten die Grundidee für diese Nummer schon einige Zeit auf Halde, und haben sie eigentlich nur als sozusagen Notlösung herausgezogen. Am Ende herausgekommen ist aber einer der geilsten DOMAIN-Songs, meiner Meinung nach, überhaupt! Wir waren alle so begeistert, dass es der Song nun tatsächlich in unseren Live Set geschafft hat. Bonus Track 2: Caught In The Flame CS: Es war schon lange mein besonderer Wunsch, einen DOMAIN-Klassiker aus früheren Jahren nochmals neu aufzunehmen, und ihm vor allem meinen eigenen Stempel aufzudrücken. "Caught In The Flame" haben wir von Anfang an fest im Live-Set, und die Nummer rockt einfach – ganz ehrlich, ich finde unsere Neuaufnahme sogar besser als das Original... Naja, muss ich ja wohl sagen... ;-) Axel „Ironfinger“
Ritt & Carsten „Lizard“ Schulz
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Update: Sunday, 20. February 2005
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