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KAIPA/ Angling Feelings
  • Band: Kaipa
  • Albumtitel: Angeling Feelings
  • Spielzeit: 64:24 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Neal Morse, frühe Spock’s Beard, Marillion
  • Veröffentlichung: 18.05.2007
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Schon mal einen angelnden Käfer in einem Ruderboot gesehen? Nicht? Dann nix wie ran an das Cover von KAIPAs neustem Output. Das was auf den ersten Blick wie eine Kinder-CD aussieht, ist in Wahrheit ein weiteres gutes Stück Musik im Katalog von KAIPA. Diese Band  existiert mit einigen Pausen seit 1975 und hatte mal einen gewissen Mr. Roine Stolte in ihren Reihen. Von diesem hat sich Bandkopf, Keyboarder und Sänger Hans Lundin getrennt und macht mit seinen Mannen alleine weiter. Da ich keinen Vergleich zu den Zeiten mit Roine Stolte habe und die Band erst mit dieser Veröffentlichung kennen gelernt habe, spare ich mir die Kommentare ob das nun besser früher klang oder nicht. Was erwartet einen nun in der zu hörenden Stunde? Ein ausgereiftes, angenehm zu hörendes, nicht zu frickeliges Scheibchen ProgRock gefüllt mit ansprechenden Instrumentalarrangements über denen schöne Gesangsmelodien liegen (auch wenn sich Sängerin Aleena Gibson teilweise sehr quält). So scheinbar schwerelos wie der angelnde Käfer, schieben sich die Lieder durch die Gehörgänge und laufen Gefahr, dort nicht hängen zu bleiben. Es fehlt an den Melodien, die in Erinnerung bleiben, an den entsprechenden „aha“-Momenten. Ich mag es aber trotzdem deswegen, weil es als Grundaussage zu verstehen gibt, sich für die kleinen Dingen Zeit zu nehmen und nicht permanent hektisch durch die Gegend zu rasen. Das entspricht dann wieder meinem Naturel. Für Freunde entspannter, proggiger Musik auf alle Fälle ein Ohr wert.

Friedemann

Trackliste: 01. Angling feelings - 02. The glorious silence within - 03. The fleeting existence of time - 04. Pulsation - 05. Liquid holes in the sky - 06. Solitary pathway - 07. Broken chords - 08. Path of humbleness - 09. Where’s the captain? - 10. This ship of life

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

weitere Reviews über KAIPA:
KAIPA/ Mindrevolutions


BEARFISH/ Sleeping In Traffic: Part One
  • Band: Beardfish
  • Albumtitel: Sleeping In Traffic: Part One
  • Spielzeit: 65:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: alte Genesis, Pink Floyd zu „Dark Side“, Supertramp, Beatles, Zappa (?)
  • Veröffentlichung: 18.05.2007
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Hoppla, hat da der Rezensent nicht ein wenig viele Bands als Referenzen aufgeführt? Das mag sein, aber BEARDFISH lässt nicht so einfach in eine Schublade packen, auf der „klingt wie Band XY“ steht und damit gut. Die einzige Schublade in die man den bärtigen Fisch packen kann ist „RetroProg“ (womit mal wieder ein neues Prog-Genre geschaffen wäre!/ Naja, ganz so neu ist das Genre wohl nicht mehr/ Anmerk. Sonny) Etwas gleich vorweg: Dieser Rundling zündet nicht gleich beim ersten Mal! Ich habe ein paar Anläufe gebraucht um damit warm zu werden. Dabei fängt alles ganz locker an. Mit "... On The Verge Of Sanity" schickt man den Hörer verwirrender Weise in französische Regionen, nur um direkt danach mit "Sunrise" in die RetroRock-Schiene abzudrehen. Mit "Afternoon Conversation" verbeugt man sich auf die eigene Art und Weise vor den BEATLES, während man bei dem Instrumental „The Ungodly Slob" eine DEEP PUPRLE meets PINK FLOYD-Version entwickelt. Leider befindet sich das ganze Album aber immer im Midtempobereich. Und genau da liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer. Letzteres fehlt dem Scheibchen nämlich gewaltig. Der Pfeffer, der mal nach vorne losrocken lässt. Stattdessen hält man sich meist in bluesig-melancholischen Ebenen auf. Da wo man meint, könnte jetzt mal richtig Gas gegeben werden, bleiben die Gitarrenverstärker im Schrank und die Stimme von Multiinstrumentalist Rikard Sjöblom hat ganz wenig eruptive Momente. Wie gesagt: Um mit diesem Teil warm zu werden, braucht es einige Anläufe, dann werden die Einschränkungen zwar nicht weniger, aber man entdeckt immer wieder Neues. Für Fans der alten Progrock-Garde, die gerne auch leicht folkige Elemente in der Musik lieben, auf alle Fälle ein Kaufempfehlung wert, alle anderen sollten vorher dem Teil mal drei Runden spendieren, um zu hören ob’s zündet.

Friedemann

Trackliste: 01. On The Verge Of Sanity... - 02. Sunrise - 03. Afternoon Conversation - 04. And Never Know - 05. Roulette - 06. Dark Poet - 07. Harmony - 08. The Ungodly Slob - 09. Year Of The Knife - 10. Without You - 11. Same Old Song

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


SAGA/ Worlds Apart Revisited
  • Band: Saga
  • Albumtitel: Worlds Apart Revisited
  • Spielzeit: 54:57 min/ 60:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Saga
  • Veröffentlichung: 20.04.2007
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Die Zeiten, in denen SAGA die großen Hallen füllte, gehören schon länger der Vergangenheit an. So nistete man sich für diese Live-Aufnahme Dezember 2005 im gemütlichen Z 7 in Pratteln bei den Eidgenossen ein. Mittelpunkt des Konzertes war das komplett gespielte "Worlds Apart"-Album von 1981 (daher auch Titel und Cover der Livescheibe). "Worlds Apart" war das einzig richtig kommerziell erfolgreiche Werk von SAGA und verschaffte ihnen damit den Durchbruch. Immerhin enthält es die beiden – auch heute im Airplay oft zu hörenden – Singleauskopplungen "Wind Him Up" und "On The Loose". Weitere große Worte über SAGA verlieren, würde heißen, sich einen Bruch an den vielen Eulen zu heben, die man nach Athen schleppt. Diese Band steht und stand bisher für symphonischen, meist sehr hymnenhaften Rock, mit durchaus frickeligen und sperrigen Passagen. So auch an diesem Abend. Eine glänzend aufgelegte Band spielt sich hier durch ein toughes Set (neben "Worlds Apart" werden die typischen Live-Hymnen "Ice Nice" oder "Don’t Be Late" gespielt), das Publikum geht begeistert mit und der damalige Neuzugang Brian Doerner an den Drums liefert eine überzeugende Arbeit – eigentlich beste Voraussetzungen für einen gelungenen Abend. Und trotzdem kann mich das Album nicht wirklich überzeugen. Scheinbar zu stark sehnen sich Gründer und Sänger Michael Sandler (der dieses Jahr seinen Ausstieg bei SAGA verkündet hat) und seine Besatzung nach den 80er-Jahren zurück oder wie sonst ist der absolut veralterte E-Drum-Sound zu erklären. Um die Originalzeit zu zitieren, absolut angemessen, um einem Meilenstein der Bandgeschichte neues, aktuelles Leben einzuhauchen und damit auch neue Hörerschaften anzusprechen, absolut daneben. So wird dieser Doppeldecker (der nebenher noch als Doppel-DVD und Limited Edition mit beiden CDs und DVDs im hochwertigen Coverpack mit Schuber erscheint) eher etwas für Fans denn für Neuentdecker werden.

Friedemann

Trackliste: 01. The Pitchman - 02. Give ‘Em The Money - 03. You‘re Not Alone - 04. See Them Smile - 05. The Runaway - 06. Ice Nice - 07. On The Loose - 08. Wind Him Up - 09. Amnesia - 10. Framed

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

weitere Reviews über SAGA:
SAGA/ Trust
SAGA/
Marathon

more Reviews for May 2007 (release date 01.05. - 10.05.2007)

Last Update: Wednesday, 21. October 2007
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