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Review:
„Big Brother is watching you!“, war mein erster Gedanke, als ich das
Cover dieser amerikanische Newcomerband in den Händen hielt. Dieses große
Auge, das da auf die spärlich bekleidete Dame herunterblickt bzw. –glotzt
verbunden mit dem Bandnamen kann dazu durchaus schon verleiten. Das der
musikalische große Bruder durchaus DREAM THEATER heißt ist spätestens nach
Ende des Openers geklärt. Und damit kommen wir zum großen Problem dieses
Newcomers: das klingt gut, aber nicht neu und schon gar nicht eigenständig. Während
DT es immer noch verstehen interessante Songstrukturen und abwechslungsreiche
Ideen mit ihren Highspeedfrickeleien zu verbinden, wird hier meiner Meinung nach
leider zu wenig auf Seele, dafür mehr auf „ich-bin-schneller-und-komplizierte-als-du-beim-hohen-C“-Gefrickel
geachtet. Zusätzlich hat man den Eindruck, dass die Soli bunt zusammengewürfelt
wurden um dem Song die proggige Länge zu geben. Hier wäre manchmal weniger
mehr gewesen. Würde nicht zwischendurch die geniale Stimme des
ENCHANT-Frontmannes Ted Leonard erklingen, die 55 Minuten wären sehr
anstrengend. Für ein Debüt ist es eine durchaus gelungene Referenz, die sich
auch in einer fetten Produktion niederschlägt. Bleibt der Band zu wünschen,
dass sie beim nächsten Output eigenständiger und homogener in die Schlacht
ziehen um zu zeigen, dass sie mehr sind als gute Klone.
| Trackliste: | 01. Premonition - 02. Sacred Treasure - 03. A Legend‘s Avalon - 04. Balance Of One - 05. Nr. Qwinkle‘s Therapy - 06. Transmigration Of Souls - 07. God Of Oblique - 08. Silent Shore - 09. Accidently On Purpose - 10. A Mind Beyond |
Thanks
to Detlev @ InsideOut Music
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Review:
Angesichts der Tatsache, dass PRIVATEER als Band noch nicht einmal seit zwei
Jahren auf den Buckel haben und sich anfangs nur auf das Spielen von
Coverversionen beschränkte, klingt das Debüt der Polen überraschend
durchdacht. Freilich sind songwriter- und produktionstechnisch noch einige Unwägbarkeiten
aus dem Weg zu räumen, um ernsthaft mit solchen Größen wie STRATOVARIUS oder
SONATA ARCTICA in Wettstreit treten zu können, aber um sich von der inflationären
Veröffentlichungsflut auf dem melodischen bzw. neoklassischen Power
Metal-Sektor positiv hervorzuheben reichen die Fähigkeiten allemal aus. Die
besten Anlagen unter den 10 Nummern (inkl. Intro) bieten sowohl die prickelnde
Speedhymne "Children Of The Dog Star" als auch das virtuose
"Night Escape" und die romantische Ballade "Closure", die
stellenweise ähnlich zerbrechlich wie NO BROS.’ "Be My Friend"
klingt. Meine persönliche Lieblingsnummer ist der bombastische Titeltrack, der
sogar Vergleiche zu BLIND GUARDIAN zulässt, was nicht zuletzt am Organ von Sänger
Szymon „Pudel“ Kostro liegt. Kein Zweifel, in dieser Form PRIVATEER sind
eine Bereicherung für die polnische Hartwurst-Szene, aber um sich international
etablieren zu können braucht das Sextett noch etwas Zeit. Man darf gespannt
sein, wie sich die Band in den nächsten Jahren weiterentwickelt.
| Trackliste: | 1. Soul sister - 2. Punky day - 3. Oversexed and underfucked - 4. Nightmare express - 5. Tough girl - 6. Stop pushin' me around - 7. Birth death - 8. Bad girl - 9. City@night - 10. Resistant against wisdom - 11. Me |
Thanks to Gaby @ STF-Records
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Review:
Passend zum trüben Regentag hole ich aus einem grauen Cover eine graue CD
und lege diese in den Player. Gespannt bin ich auf das, was mich von dieser
Newcomer-Band aus Kanada erwartet. Schwerfällig schleppen sich die ersten
Keyboardsounds in die Ohren, umgarnt von sanften Akustikgitarrenklängen. Eine
unaufdringliche Stimme legt die ersten Wörter auf die Töne, nur um kurz darauf
wieder der Musik den Vortritt zu lassen. Und so geht es die nächste Stunde
munter weiter. Sonnenaufgangs- und Wolkenvertreibenmusik klingt anders. Im
Info-Flyer werden das Ehepaar Esther & Derek Barber erweitert um Gitarristen
Richard Shukin als Progressive „Rock“ Band angekündigt. Dafür hatte ich
mehr erwartet. Sie musikalisch einzuordnen fällt schwer, da sie für PINK FLOYD
zu ruhig sind, obwohl mancher Sound an die Legende erinnert und mir andere Bands
beim besten Willen nicht einfallen wollen. Diese Musik eignet sich bestens als
Hintergrundmusik, um seiner Angebetenen die schönsten Stunden zu schenken, zum
Chillen oder um den Abend gemütlich bei einem Glas Rotwein ausklingen zu
lassen. Zum Abfeiern bevorzuge ich definitiv was anderes.
| Trackliste: |
1.
Sojourn |
Thanks to Moritz @ Gordeon Music
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Review:
Mit SCELERATA hat MTM Music eine Band, die sich vornehmlich im Melodischen
Power Metal bewegt, unter Vertrag genommen. Das brasilianische Quintett scheint
auf seinem Debüt die richtige Mischung zwischen Härte, Melodie und einem
Schuss Progressivität gefunden zu haben, was unweigerlich zu Vergleichen mit
den (früheren) HELLOWEEN und GAMMA RAY führt. Zwar zeigt sich die Band um den
ausdruckstarken Sänger Karl Casagrande, dem es sogar manchmal gelingt in die
Sphären eines jungen Michael Kiskes vorzudringen, von diesen beiden Größen
beeinflusst, besitzt aber durchaus genug Eier um eigene Akzente zu setzen. Dies
gelingt der Band am eindruckvollsten mit dem im Midtempo beginnenden
Nackenbrecher "Endless", bei dem sie geschickt heimatliche Tango-Klänge
einflechten, und mit der barocken Hymne "The Spell Of Time", zu der
unverkennbar Edu Falaschi (ANGRA) seine Stimmbänder schwingen lässt. Außerdem
kristallisieren sich das pfeilschnelle "Wings To Fly" und der
monumentale Titeltrack (Melodie pur!) als Highlights heraus.
Ich bin schon gespannt wie sich SCELERATA weiterentwickelt, denn ich glaube,
dass hier eine große Band heranwächst.
| Trackliste: |
Thanks
to Sebastian @ MTM Music
&
Oliver @ ArtistWorxx
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Meistens sind Schweizer Rockbands für markigen und traditionell
orientierten Hard Rock/ Heavy Metal bekannt, aber NEVERLAND schlagen auf ihrem
Debüt "Schizophrenia" einen ganz anderen Weg ein. Der Sechszylinder
um den stimmgewaltigen Sänger Jean-Marc Viller demonstriert auf ziemlich
erfrischende Weise, dass man es in unserem Nachbarland durchaus auch versteht
klassischen Power Metal der progressiven Machart zu kreieren. Stilistisch
bewegen sich NEVERLAND dabei irgendwo zwischen SYMPHONY X, STYGMA IV und DREAM
THEATER. Selbstredend erreichen Eidgenossen dabei noch nicht den Kreativitäts-
und Qualitätslevel der genannten Vergleichsband, aber man zeigt u. a. mit der
gemäßigten Nummer "Anguish", dem brillant-virtuosen "Take My
Advise" (MALMSTEEN lässt grüßen!) oder der eingängigen und
tempovariablen Doublebass-Hymne "Brave Warrior" zu welchen Großtaten
man in der Lage ist. Auch die Produktionsseite gibt "Schizophrenia"
kaum Anlass zu meckern, denn mit Tommy Vetterli (CORONER, KREATOR) hatten
NEVERLAND einen äußerst kompetenten Knöpfchendreher zur Seite, der ihnen
einen wirklich druckvollen Sound gezaubert hat.
| Trackliste: | 1. Schizophrenia - 2. When Darkness Falls - 3. Mysteria - 4. Anger - 5. Anguish - 6. Take My Advise - 7. Buy Your Dream - 8. Neverland - 9. Brave Warrior |
Thanks to Birgitt @ GerMusica
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Review:
Obwohl ich ein ausgesprochener Fan von „female fronted“ AOR/ Melodic
Rock bin, muss ich gestehen, dass ich schon mit den beiden ersten Scheiben
("Under Suspicion"/ 1996, "The Fire Within"/ 1999) von DANTE
FOX nicht sonderlich viel anfangen konnte, daran vermag die Comeback-Scheibe
"Under The Seven Skies" nur ansatzweise etwas zu verändern. Zwar kann
man bei Frontfrau Sue Willetts durchaus ruhigen Gewissens Vergleiche zu Ann
Wilson ziehen, aber von den kompositorischen Qualitäten a la HEART sind DANTE
FOX immer noch einen Schritt entfernt. Irgendwie wirkt gut die Hälfte der 10
Nummern einfach zu nett und glattgebügelt. Für meinen Geschmack zeigen die
Briten mit "Walking The Line", dem knackigen Rocker "Save Me"
und dem 9minütigen Titeltrack, etwas zu selten, dass sie auch Ecken und Kanten
haben. Da sich diese Nummern erst im hinteren Drittel des Albums tummeln ist
Durchhaltevermögen angesagt. Im Großen und Ganzen tröstet die stärkere
zweite Hälfte von "Under The Seven Skies" über den doch recht braven
Beginn hinweg. Somit bleibt unterm Strich eine solide Scheibe. – Nicht mehr
und nicht weniger...
| Trackliste: |
1. The last goodbye - 2. Firing guns - 3. Hold out your hand - 4. Breaking me down - 5. Goodbye to yesterday - 6. Walking the line - 7. Love tried to find you - 8. Save me - 9. Lucky one's (Born tonight in the setting sun) - 10. Under the seven skies |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Mit "Some Kind Of Hate" stellt sich ein neuer Vierer aus Schweden
vor, der Anfang 2004 gegründet wurde. Für den kurzen Zeitraum, die die Band um
Sänger Mats Nilsson erst zusammen spielt, klingen die 12 Songs auf ihrem Debüt
– sowohl spiel- als auch songwriter- und produktionstechnisch – erfreulich
ausgereift. Musikalisch lässt sich die Band wohl am besten irgendwo zwischen
SOUNDGARDEN und KING’S X (in Groovebelangen) einordnen, wobei der moderne
Anstrich bei MARYS CREEK etwas ausgeprägter erscheint. Klar, dass die
Herrschaften trotz ihres Potenzials noch nicht ganz in der Lage sind, das hohe
Level, welches sie mit dem ohrwurmtauglichen Opener "Little Bit Of
Everything" oder dem Stampfer "Things That You Do", das anfangs
gelegentlich einen Hauch ZAPPAdesken Charme verbreitet, offenkundig anschlagen,
noch nicht über ein komplettes Album halten können. Des Weiteren sollte man
eventuell den grimmigen Groover "There Is No God" oder das treibende
"Hold On", das mit interessanten Tempowechseln aufwartet, antesten.
| Trackliste: |
Thanks
to Sebastian @ MTM Music
&
Oliver @ ArtistWorxx
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Review:
Dass Musiker von Bands gerne Soloalben aufnehmen, ist nichts Neues. Das dies
Keyboarder sehr gerne tun, weil sie mitunter im Gesamtkonzept einer Band etwas
untergehen und ihre Fertigkeit gar nicht recht beweisen können, ist erst recht
nicht neu. Nun gibt es dazu mehrere Möglichkeiten: entweder baut man sich eine
ausgewogene Band mit anderen Musiker zusammen und schafft so eine harmonische
Scheibe weg vom Hauptarbeitgeber (z. B. Jordan Rudess von DREAM THEATER), man
nimmt mit anderen Musikern eine neue Scheibe auf, die fast genau so klingt wie
die Originalband (z. B. Ryo Okumoto von SPOCK’S BEARD) oder man zeigt, wie
tollkühn man über die schwarzen und weißen Tasten flitzen kann und stellt
sich dabei andere Musiker zur Seite. Letzteres vollführt JIM GILMOUR,
normalerweise Tastemann bei SAGA, bis zum Abwinken. Sicherlich gibt es hier und
da richtig gute und schöne Momente auf der Scheibe, aber im Gesamten wirkt das
alles etwas zu hektisch. Dabei hat er mit "The
Great Escape"
ein sehr schönes Thema gewählt und widmet diesen Exkurs der kanadischen
Wildnis. Da hätte ich mir mitunter ruhigere Töne gewünscht. – Normalerweise
kann ich mir derartige Soloscheiben gut anhören, dieser Silberling allerdings
ist mir eine Spur zu fricklig, zu jazzig und dadurch zu anstrengend. Hinzu kommt
noch eine etwas schwache Produktion, die den Songs den Wumms nimmt.
| Trackliste: |
1.
No Sign |
Thanks to Moritz @ Gordeon Music
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Review:
Die fünf finnischen Jungspunde kombinieren aggressiven Death/ Thrash Metal
mit ziemlich modernen Anleihen in der Spielart von FEAR FACTORY und viel
Melodie. Zwar geht das Ganze in simpler und typisch finnischer Humtata-Rhythmik
nicht sonderlich innovativ vonstatten, aber trotzdem entwickeln die Songs –
bedingt durch die hypnotisch-melodischen und überraschenden klaren Gesangparts
von Ville Hovi – ansatzweise so etwas wie Widererkennungswert. So schaffen es
nach ein paar Durchläufen lediglich die thrashy-melodische Hymne
"Prey", die Abrissbirne "Ghost White Coma" und das abschließende
"Dark Filth Water", das stellenweise balladesk-harmonische Formen
annimmt, etwas länger im Gedächtnis zu verweilen. Fazit: Ansprechend, aber
nicht wirklich essenziell.
| Trackliste: |
01. I’m Alive - 02. Prey - 03. Ghost White Coma - 04. Inner Cell - 05. Trespasser - 06. Friend - 07. Pulse Of Negative - 08. Breath - 09. Worldwide Destruction - 10. My Sweetest Enemy - 11. Dark Filth Water |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
more
Reviews for March 2007 (release date
11.03. - 20.03.2007)
Last Update: Sunday, 02. September 2007
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