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CRYSTALLION/ A Dark Enchanted Cyrstal Night
  • Band: Crystallion
  • Album: A Dark Enchanted Crystal Night
  • Spielzeit: 58:49 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF-Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Stratovarius, Helloween, Gamma Ray, Freedom Call, Edguy
  • Veröffentlichung: 04.12.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Wahnsinn!!! Nur ganz selten ist mir bisher ein Debüt-Album untergekommen, das mich auf Anhieb so fasziniert und überzeugt hat wie jenes von CRYSTALLION. Auf "A Dark Enchanted Crystal Night" zelebriert der Siegsdorfer Sechszylinder äußerst edlen und epischen Power Metal, dessen tragenden Säulen ausdrucksstarker und überragender Gesang (Thomas Strübler), virtuos-flitzige und kompromisslos-knackige Gitarren (Patrick Juhász, Manfred G. Stief), neoklassisch/ baroquesk-quirlige Keyboards (Manuel Schallinger), unaufdringliche Bassläufe (Stefan Gimpl) und druckvolle Doublebass-Salven (Martin Herzinger) darstellen. Neben der instrumentalen Kompetenz jedes Bandmitglieds sind abwechslungsreiches und anspruchsvolles Songwriting, ein schier untrügliches Gespür für eingängige Melodien und eine imposante Produktion (Gary Nagy) weitere Garanten für ein wirklich überwältigendes und überraschend ausgereiftes Erstlingswerk. Wer’s nicht glaubt, der wird sich durch solch klassikerverdächtige Hymnen wie "Guardians Of The Sunrise", "Crystal Clear" oder "Burning Bridges" vom Gegenteil überzeugen lassen müssen. Mein absoluter Favorit ist das 9½minütige Meisterwerk "The Final Revelation", bei dem u. a. D.C. Crow von den Labelkollegen MEDUSA’S CHILD den Part des Luzifers auf beängstigend leibhaftige Weise interpretiert. Fazit: Endlich mal eine aufstrebende junge Combo, die den hohen Ansprüchen des leider von zweit- und drittklassigen Bands überschwemmten Genres gerecht wird. Nur aufgrund der festen Überzeugung, dass CRYSTALLION in der Lage sind, beim nächsten Album noch eine Schippe draufzulegen, habe ich es mir verkniffen schon für "A Dark Enchanted Crystal Night" die Bewertungsskala komplett auszureizen. Somit gehen also fette 9 Punkte von Rosenheim nach Siegsdorf.

Sonny

Trackliste: 1. A Dark Enchanted Crystal Night - 2. Guardians Of The Sunrise - 3. Visions - 4. Eternia - 5. Crystal Clear - 6. Tears In The Rain - 7. Dragonheart - 8. Burning Bridges - 9. The Final Revelation

Thanks to Gaby @ STF-Records


THESSERA/ Fooled Eyes
  • Band: Thessera
  • Albumtitel: Fooled Eyes
  • Spielzeit: 64:52 Minuten
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ H'art
  • Vergleichbare Bands: Dream Theater, Spock’s Beard, Ayreon
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Wenn das mal nicht der Newcomer des Monats im Prog-Bereich wird. Ich denke die sichere Bank auf der die o. g. Bands sitzen wird langsam mit neuen Leuten besetzt. Da werden sich Portnoy und Co. warm anziehen müssen. THESSERA kochen dabei aber nicht nur das altbekannte Prog-Gebräu, sondern mixen den Zaubertrank noch mit Stilmitteln aus Jazz, Blues, Klassik und brasilianischen Musikeinflüssen. Dass sie dazu noch ihre Instrumente beherrschen ist eine weitere gute Zutat. Schon der Opener haut einem in einer Geschwindigkeit um die Ohren, dass es eine wahre Wonne ist. Trotzdem müssen sie niemanden durch Endlosgefrickel beweisen wie toll sie sind. Und sie bleiben auf diesem Level, was durch die unterschiedlichen Einflüsse noch abwechslungsreich gestaltet wird. Genau wie PRYMARY, die an anderer Stelle rezensiert werden, beweist dieses brasilianische Sixpack Mut, wenn sie als Erstlingswerk gleich ein Konzeptalbum auf die Ladentheke rollen. Sicherlich ist die Story hinter den Tönen nicht wirklich neu, aber durchaus interessant umgesetzt. Da wird in Zukunft noch mehr zu erwarten sein.  Und zu dem Ganzen, was den Ohren schmeichelt gibt es noch ein sehr schön gestaltetes Booklet. Progmetaller-Herz was willst Du mehr. In Sachen Mixing und Producing kann man mit den Großen noch nicht ganz mithalten und hier und da nervt der Sound des Keyboards schon, aber der Abstand ist nicht unüberbrückbar. Ich bin gespannt, wie es mit dieser Band (die übrigens erst seit 2003 besteht) weitergeht. Mehr davon!

Friedemann

Trackliste:

01. Le Chef D'oeuvre - 02. The Gallery - 03. Broken Psyches - 04. Candlefire - 05. The Leading Roles - 06. Party's On - 07. Inverse - 08. Conflagration - 09. Heaven's Gate  

Thanks to Moritz @ Gordeon Music


LUSTFINGER/ Achtung Heilig
  • Band: LustfingeR
  • Album: Achtung Heilig
  • Spielzeit: 41:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Rotz + Wasser/ BSC Music/ Rough Trade
  • Vergleichbare Bands: vielleicht die Toten Hosen und die Ärzte zu ihren Anfangstagen
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Während die TOTEN HOSEN oder die ÄRZTE durch die Kommerzialisierung längst ihre Ecken und Kanten eingebüsst haben, zeigt die Punkrock-Institution vom Münchener Hasenbergl auch nach 25 Jahren und 8 Studioalben keinerlei Verschleißerscheinungen. Laut und rau wie in den Anfangstagen rotzt sich die Band um Urgestein Thomas Fock (Gesang, Gitarre) mit räudigen Witz und bissiger Ironie durch 13 schnörkellose Nummern. Dabei haben LUSTFINGER stets das Ohr am Puls der Zeit und legen dabei nicht selten den Finger ganz ungeniert in offene Wunden – sei’s nun religionsbezogen ("Heilig"), sozialkritisch ("Märchenland") oder gesellschaftspolitisch ("Helden"). Trotz aller Bissigkeit der Texte lässt sich musiktechnisch mit "Achtung Heilig" auch richtig gut abfeiern; wie z. B. im Falle vom "Geburtstags-Song" oder von "Kotzen", bei denen es sich prächtig mitgrölen lässt. Auf der anderen Seite zeugen solche Songs wie "Herr der sieben Meere" und "Soviele Träume" von Thomas Focks Kämpfermentalität, ohne die es LUSTFINGER wahrscheinlich nicht über die letzten 25 Jahre geschafft hätte. Außerdem ist auf einem Album der Münchener Kult-Band eine erdig-selbstbewusste Löwen-Hymne ("Mia kumma wieda"), die diesmal in fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Dialekt-Rockern von ZWECKINGER entstanden ist und aufmerksamen Besuchern von deren letzten Album "Metzgerei Königswieser" bereits bekannt sein dürfte, zur guten Tradition. Fazit: Vergesst die TOTEN HOSEN oder die ÄRTZE, denn es gibt keine andere deutschsprachige Band, die den echten Punk Rock von Beginn der wilden 80er – trotz aller Unwägbarkeiten – bis heute so authentisch gelebt hat wie LUSTFINGER. Glückwunsch, auf die nächsten 25 Jahre!

Sonny

Trackliste: 1. Heilig 2:48 - 2. Kotzen 2:41 - 3. Helden 2:39 - 4. Wenn das kein Traum ist 2:34 - 5. Märchenland 3:31 - 6. Herr der 7 Meere 3:26 - 7. Sterne auf Maria 2:26 - 8. Geburtstags-Song 2:51 - 9. Millionär 2:34 - 10. Sabine Christiansen 2:43 - 11. So Süss 3:13 - 12. Soviele Träume 3:13 - 13. Mia kumma wieda 3:22

Thanks to BSC Music

weitere Reviews über LUSTFINGER:
LUSTFINGER/ Eiszeit


RICHIE KOTZEN/ Into The Black

  • Band: Richie Kotzen

  • Album: Into The Black

  • Spielzeit: 44:41 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood

  • Vergleichbare Bands: Jimi Hendrix, Lenny Kravitz

  • Veröffentlichung: 08.12.2006

  • Wertung: 9/ 10

    Sonny



- Review:
Bei dem guten Mann denkt man unwillkürlich an die beiden großen Bands MR. BIG und POISON, bei denen er mitwirbelte. Allerdings hatten da schon beide Combos ihren Erfolgszenit überschritten. Wer also die Zeit danach bei beiden Bands beobachtet hat, wird feststellen – bei MR. BIG am auffallendsten – dass nach dem Weggang des Erstguitareros auch der Hardrock immer mehr aus dem Schaffen verschwand und der Bluesrock Einzug hielt. Das ist u. a. auch Mr. KOTZEN zu verdanken. Entsprechend verhalten muss man an diesen Silberling herantreten, da hier einen nicht die großen Frickel- und Abfeierorgien erwarten, sondern relaxtes Rocken. Das klingt gut, ist aber auf Dauer leider recht eintönig. Fängt das Scheibchen noch relativ schwungvoll an, tut sich dann die nächsten 6 Stücke leider nichts aufregendes – rein ins Ohr und wieder raus. Mit Song 8 allerdings wird exquisit dem Rock des guten alten Jimi gefrönt, während man im nachfolgenden Track schon wieder ein bisschen was von MR. BIGs ruhigere Seite entdecken kann – glücklicherweise kein zweites "To be with you". Das RICHIE KOTZEN das Dingen im Alleingang eingespielt und produziert hat ist einerseits beachtenswert, andererseits hätten mehr Musiker hier vielleicht dem ein oder anderen Stück noch mehr entlocken können.

Friedemann

+ Review:
Es ist schon sehr merkwürdig, viele Musikfans kennen RICHIE KOTZEN nur als ehemaligen Gitarristen von MR. BIG oder POISON, von seiner Solo-Karriere hat man hierzulande hingegen noch nicht wirklich Notiz genommen. Wie lässt es sich sonst erklären, dass das Multi-Talent – trotz regelmäßig qualitativ hochwertiger Veröffentlichungen – in unseren Breiten nur in Insider-Kreisen als Solo-Künstler ein Begriff ist? Dabei gehört Mr. KOTZEN zweifelsohne zu den wenigen Top-Gitarristen, die nicht nur einen begnadeten Songwriter, sondern auch einen verdammt guten Sänger abgeben. Dies muss man sich auch nach dem Genuss seines neuesten Solo-Streichs "Into The Black", den er erneut im Alleingang geschrieben, eingespielt, arrangiert und produziert hat, einmal mehr neidlos eingestehen. Zwar ist meines Erachtens der Grundtenor im Vergleich zu den Vorgängern etwas melancholischer ausgefallen, aber diese Stimmung passt perfekt zu seiner Gesangart und der wahrlich beseelten und rauen Mischung aus Rock, Blues und Soul. Wer wenig mit stromlinienförmigen und aalglattgebügelten Produktionen anfangen kann, wird mit diesem Silberling allerbestens bedient. Als Anspieltipps empfehle ich den düsteren Opener "You Can’t Save Me" und das bedrohlich stampfende, aber enorm eingängige "Scared Ground" oder das relaxt-einfühlsame "Livin’ In Bliss" und die hitverdächtige Ballade "Angel", für die sich ein LENNY KRAVITZ oder ein PRINCE wahrscheinlich alle zehn Finger ablecken würde. Übrigens: Obwohl die Scheibe absolut „down to earth“ ist, eignet sich "Into The Black" nicht unbedingt zum Nebenbeihören! So kann es gut möglich sein, dass einige Songs nicht sofort, sondern erst nach ein paar Durchläufen ihren unwiderstehlichen Charme verbreiten. Also durchaus öfter anhören, denn das Album besitzt unbestreitbar „Earcatcher“-Qualitäten.
Für mich ist es jedenfalls ohne jeden Zweifel das bis dato beste Album von RICHIE KOTZEN. Punktum!

Sonny

Trackliste:

1. You Can't Save Me - 2. Misunderstood - 3. Fear - 4. The Shadow - 5. Doin' What The Devil Says To Do - 6. Till You Put Me Down - 7. Sacred Ground - 8. Your Lies - 9. Living In Bliss - 10. My Angel

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über RICHIE KOTZEN:
FORTY DEUCE/ Nothing To Lose
RICHIE KOTZEN/
Acoustic Cuts (Album Of The Month/ December 2004)
RICHIE KOTZEN/
Get Up
RICHIE KOTZEN/
Change


DENNSENSEIN/ Not So Laut (EP)
  • Band: Dennsensein
  • Album: Not So Laut
  • Spielzeit: 25:15 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Art Of Noise, John Lennon, Streetmark
  • Veröffentlichung: ??.12.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Während meiner exzessiven MySpace-Ausflüge zur Weihnachtszeit hat es mich auf das Profil eines gewissen DENNSENSEINs verschlagen. Die Musik hat zwar nicht unbedingt etwas mit Hard Rock oder Heavy Metal zu tun, aber die Art und Weise wie dieser Musiker Folk-, Experimental- und Trance-Klänge miteinander in Kongruenz bringt ist aller Ehren wert, um an dieser Stelle als „Underground-Tipp“ gewürdigt zu werden. Unter den sieben Titeln auf seiner in Eigenregie geschriebenen und produzierten EP "Not So Laut" sind einige richtig prickelnde Nummern wie der Opener "My Life", der etwas Flair von JOHN LENNONs Hippie-Phase in sich trägt, und das sphärisch-orchestral anrangierte "People" oder "Aquedukt", das stellenweise Erinnerungen an ART OF NOISE hervorruft, enthalten. Einzig das doch ziemlich seichte und monotone "Line Of Line" und das schräge "Ahh" hinterlassen einen weniger spritzigen Eindruck. Meine persönlichen Lieblingsnummern sind hingegen "Show Me", das durch klare Gesangslinien und Sufi-ähnliche (meditative) Rhythmik zu überzeugen weiß, und "Teflonpfanne", das durchaus Querverweise zu den Holländern von STREETMARK ziehen lässt. Fazit: "Not So Laut" lässt sich nicht nur abwechslungsreich und stilistisch schwer einordnen, sondern ist für eine Eigenproduktion erstaunlich gut durcharrangiert. Wer also an ganz speziell experimentell angelegten Klängen interessiert ist, sollte mal auf www.myspace.com/dennsensein vorbeischauen und die dort zum freien Download angebotenen Songs auschecken.

Sonny

Trackliste: 1. My live - 2. People - 3. Line of live - 4. Aquedukt - 5. Show me - 6. Ahhhh (Akustisch) - 7. Teflonpfanne (Akustisch)

Thanks to Denny @ Dennsensein

more Reviews for December 2006 (release date 21.12. - 31.12.2006)

Last Update: Sunday, 25. February 2007
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Sonny