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PRYMARY/ The Tragedy Of Innocence
  • Band: Prymary
  • Albumtitel: The Tragedy Of Innocence
  • Spielzeit: 72:46 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ H’art
  • Vergleichbare Bands: Dream Theater, Spock’s Beard
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Hier kommt was gewagtes, aber gelungenes! Das ist mit Sicherheit eine meiner schlechtesten Einleitungen zu einer Rezi, aber sie trifft den Nagel voll auf die 12! PRYMARY kommen aus Kalifornien und sind seit 6 Jahren musikalisch aktiv. Ihr selbstbetiteltes Debüt erblickte 2003 das Licht der Welt. Danach ging es daran, sich einen Namen zu erspielen. Dann setzten die 5 Californian Boys sich zusammen um die Musik und Texte für den nun erschienenen Longplayer aufs Papier zu bringen. Soweit die Vorgeschichte. Warum ist das jetzt aber gewagt? Schnell beantwortet: PRYMARY sind unbekannt und legen als erstes Album „unter Vertrag“ gleich ein selbstproduziertes Konzeptalbum vor. Dazu noch eins, das die Messlatte für die folgenden sehr hoch legt. (Man muss sich das ungefähr so vorstellen, als hätten DREAM THEATER als zweites Album „Scenes From A Memory“ veröffentlicht!) Dazu kommt, dass man sich textlich mit der Thematik des Kindesmissbrauchs befasst. Das alles in einen passenden Kontext zu packen ist schon mehr als mutig. Nun hat man mit der Thematik nicht irgendeine Phantasiegeschichte niedergeschrieben, sondern das Selbsterlebte der Frau des Schlagzeugers. Diese wurde im Alter von 5 Jahren von ihrem Vater missbraucht und hat viele Jahre gebraucht, um davon loszukommen. Sie selbst kommt auch des Öfteren zwischen den Stücken zu Wort und macht so noch zusätzlich auf ihre erlebte Not aufmerksam. Das alles ist manchmal schwere Kost, aber genial umgesetzt. Definitiv ist dies keine Scheibe, die man mal so nebenbei hören kann. Hier sollte man sich mit seinen Kopfhörern und dem Booklet in den Sessel setzen und das Ganze auf sich wirken lassen sowie sich mit der Thematik mal näher auseinandersetzen. Leider hat gerade das letzte Jahr gezeigt, dass dieses Thema mehr als akut in unserer Welt ist. Wäre noch zu erwähnen, dass man hier trotz des Prog nicht nur rumfrickelt, sondern die Songstrukturen durchaus überschaubar behält. Trotzdem blitzen die Vorbilder des Öfteren mehr als deutlich durch, was der Sache aber nicht schadet. Bleibt abschließend nur zu wünschen, dass PRYMARY mit diesem Output bekannt wird, nicht von den Vorreitern der Szene in Schach gehalten wird und der zweite Silberling nicht zu lange auf sich warten lässt.

Friedemann

Trackliste:

01. Dirty Room Part I - 02. In My Shell - 03. Soul Deceiver - 04. Oceans of Insolence - 05. Miracle - 06. Born Again - 07. Only Love - 08. What Little Girls Are For - 09. Running Away - 10. Dirty Room Part II - 11. Ask The Angels - 12. Choices  

Thanks to Moritz @ Gordeon Music


COSMO/ Alien
  • Band: Cosmo
  • Album: Alien
  • Spielzeit: 45:38 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Boston on Modern Rock
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Fran Cosmo, der der Melodic Rock begeisterten Fangemeinde u. a. als Sänger von BOSTON bekannt sein dürfte, hat nun mit seinem Sohnemann Anthony seine bereits 1990 gegründete, aber wegen der BOSTON-Verplichtungen auf Eis gelegte Band COSMO wieder reaktiviert. Bedingt durch den naturgemäßen Generationenunterschied von Vater und Sohn, dürfte es wahrscheinlich niemanden überraschen, dass auf "Alien" hier Classic Rock- mit Modern Rock-Elemente Hand in Hand gehen. Obwohl die Zusammenführung dieser beiden Musikstile ziemlich gut gelungen ist, wird dem Zuhörer während der zwölf Nummern etwas Geduld und musikalische Offenheit abverlangt, denn nicht alle Nummern gehen gleich so ins Ohr wie die deftig-modern rockende Eröffnung mit  "Communication" oder das wunderbar sentimentale "Don’t Tell Me Your Lies" und das traumhaft melancholische "Helicopter" (einfach zum Abheben schön/ Anmerk. d. Verf.). So kristallisieren sich nach ein paar Durchläufen noch das stimmungsvolle Instrumental "Remdemption" und das von Acoustic-Klängen aufgelockerte "When I Close My Eyes" als weitere Höhepunkte heraus. Das übrige Material besitzt zwar nicht ganz die Durchschlagskraft wie die genannten Nummern, aber letzen Endes ist "Alien" ein gut produziertes Album, das sowohl Classic Rock-Fans als auch Modern Rock-Freaks ruhigen Gewissens mal antesten sollten!

Sonny

Trackliste:

1. Communication - 2. Don’t tell me your lies - 3. No surprise - 4. Gravity - 5. Redemption - 6. Helicopter - 7. Alien - 8. When I close my eyes - 9. Woman - 10. Can’t run away -11. Creep - 12. Don’t tell me your lies (Acoustic)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


ZION/ Zion
  • Band: Zion
  • Album: Zion
  • Spielzeit: 49:30 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Sheriff, Alias
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 5,5/ 10

Review:
Nach jahrelangen Versprechungen meldet sich Sänger Freddy Curci (ex-SHERIFF/ ALIAS) nun endlich unter dem Namen ZION mit einer neuen Band zurück. Musikalisch bewegt sich der Ausnahmesänger, der wegen einer Virusinfektion gesangtechnisch 1½ Jahre außer Gefecht gesetzt war, dabei (wem wundert’s) im Fahrwasser von seinen früheren Bands SHERIFF und ALIAS. Obwohl unter den 11 Songs, die verhältnismäßig dunkel ausgefallen sind, mit dem röhrenden Rocker "One Man Alone", der knackigen Hymne "How Much Longer Is Forever" und das zeitgemäß groovende "No Surprise" ein paar richtige gute Nummern am Start sind, kommt das Material bei weitem nicht an die Qualität seiner früheren Betätigungsfelder heran. Mitverantwortlich für diese unumstößliche Tatsache ist die über alle Maßen enttäuschende – ja fast deletantische – Produktion. Sorry, aber nur ganz selten ist mir ein Album untergekommen, das soundtechnisch so derart neben der Spur liegt, wie die hier vorliegende Scheibe. Man kann nur hoffen, dass man sich im Falle einer ALIAS-Reunion beim Abmischen des Albums viel mehr Mühe gibt oder sich ausstehende Leute ins Boot holt, die ihr Handwerk verstehen.

Sonny

Trackliste:

1. All It Takes is a Minute - 2. How Much Longer Is Forever - 3. One Man Alone - 4. Dangerous - 5. I’m Running Home - 6. Everybody’s Watching - 7. No Surprise - 8. The Sky Is Falling - 9. The Devil’s Dance - 10. Who Do You Think You Are - 11. Crash The Mirror

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


LUCAS, WHITE & EDSEY/ LWE
  • Band: Lukas, White & Edsey
  • Albumtitel: LWE
  • Spielzeit: 53:42 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ H’art
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 08.12.2006
  • Wertung: 5/ 10

Review:
Große Fragezeichen tun sich über meinem Haupt auf. Ich stelle fest: nicht überall wo ProgRock Records draufsteht ist auch Prog Rock drin. Schon die eigenartige Besetzung des Trios mit Keyboard, Bass und Schlagzeug ließ mich gedanklich eher an Jazz denken und daran, dass die dort bessere Rezensionen bekommen werden. Wenn man Jordan Rudess als Lehrer an den Tasten angibt, heißt das noch lange nicht, dass DREAM THEATER dabei rauskommt. Und so werkeln die 3 Musikanten – teilweise mit Hilfe eines Geigers – sich durch 8 für mich nicht wirklich nachhallende Songs, machen ihre Sache dabei gut, werden aber bei den Rock- und Metalheads wahrscheinlich keine wehenden Haare hervorzaubern. In jedem Song wünscht man sich die Gitarre herbei, die das ganze noch zusätzlich veredelt. Hier und da mal eine Stimme hätte manches verbessert. Nein, ich bin nicht begeistert und gebe die halbe Punktzahl, weil die Jungs nicht wirklich schlecht sind, auf Dauer mich halt nur
einschläfern.

Friedemann

Trackliste:

01. Liberty - 02. Sleight of Hand and Foot - 03. A Note to Jordan - 04. Hasta Manana - 05. Waiting for Bela - 06. The Nightcap - 07. A Dog and His Boy - 08. The Good Life

Thanks to Moritz @ Gordeon Music


SOLAR PLEXUS/ Niemandsland
  • Band: Solar Plexus
  • Album: Niemandsland
  • Spielzeit: 54:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF-Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Rammstein, Kraftwerk, Megaherz, In Extremo
  • Veröffentlichung: 04.12.2006
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Es ist gerade erst mal 8 Monate her, dass SOLAR PLEXUS mit "Strafe Muss Sein" ihr Debüt in die Umlaufbahn geschossen haben, da stehen sie nun schon mit dem Nachfolger "Niemandsland" in den Startlöchern. Im Laufe der 13 Nummern dürfte für die Kenner des Erstlings nicht zu überhören sein, dass sich die Thüringer etwas verändert haben. Sie gehen härter und kompromissloser zuwerke, was sich weniger auf die musikalische Ausrichtung, sondern mehr auf die hass- und ironieerfüllten Texte bezieht. Aber irgendwie scheint sich diese textliche Aggressivität etwas negativ auf den Eingängigkeits- und Tanzbarkeitsfaktor ausgewirkt zu haben, der mir im direkten Vergleich zu "Strafe Muss Sein" hier etwas zu kurz kommt. Zugegeben, "Niemandsland" ist kein schlechtes Album, denn "Spieglein, Spieglein" hat das Zeug die heimischen Düstertempel zum Beben zu bringen, und "Krank" kristallisiert sich als geschickte Verflechtung von NDH und NDW-Elementen heraus. Außerdem bringt die atmosphärische "Himmelfahrt", bei der man gänzlich auf böse Riffs verzichtet und stattdessen auf hauchzarte Refrains setzt, die nötige Abwechslung ins Spiel. Trotzdem kommt das neue nicht ganz an die musikalische Gewieftheit und den heimlichen Hitcharakter des Debüts heran.

Sonny

Trackliste: 1. Der Sturm - 2. Niemandsland - 3. Spieglein, Spieglein - 4. Fleisch - 5. Krank - 6. Der Fischer - 7. Adrenalin - 8. Feuer - 9. Amok - 10. TV-Brutal - 11. Mädchen - 12. Himmelfahrt - 13. Mama

Thanks to Gaby @ STF-Records

weitere Reviews über SOLAR PLEXUS:
SOLAR PLEXUS/ Strafe Muss Sein (Deutsch Rock-Tipp)

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Last Update: Sunday, 04. February 2007
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