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Review:
Hier kommt was
gewagtes, aber gelungenes! Das ist mit Sicherheit eine meiner schlechtesten
Einleitungen zu einer Rezi, aber sie trifft den Nagel voll auf die 12! PRYMARY
kommen aus Kalifornien und sind seit 6 Jahren musikalisch aktiv. Ihr
selbstbetiteltes Debüt erblickte 2003 das Licht der Welt. Danach ging es daran,
sich einen Namen zu erspielen. Dann setzten die 5 Californian Boys sich zusammen
um die Musik und Texte für den nun erschienenen Longplayer aufs Papier zu
bringen. Soweit die Vorgeschichte. Warum ist das jetzt aber gewagt? Schnell
beantwortet: PRYMARY sind unbekannt und legen als erstes Album „unter
Vertrag“ gleich ein selbstproduziertes Konzeptalbum vor. Dazu noch eins, das
die Messlatte für die folgenden sehr hoch legt. (Man muss sich das ungefähr so
vorstellen, als hätten DREAM THEATER als zweites Album „Scenes From A Memory“
veröffentlicht!) Dazu kommt, dass man sich textlich mit der Thematik des
Kindesmissbrauchs befasst. Das alles in einen passenden Kontext zu packen ist
schon mehr als mutig. Nun hat man mit der Thematik nicht irgendeine
Phantasiegeschichte niedergeschrieben, sondern das Selbsterlebte der Frau des
Schlagzeugers. Diese wurde im Alter von 5 Jahren von ihrem Vater missbraucht und
hat viele Jahre gebraucht, um davon loszukommen. Sie selbst kommt auch des Öfteren
zwischen den Stücken zu Wort und macht so noch zusätzlich auf ihre erlebte Not
aufmerksam. Das alles ist manchmal schwere Kost, aber genial umgesetzt.
Definitiv ist dies keine Scheibe, die man mal so nebenbei hören kann. Hier
sollte man sich mit seinen Kopfhörern und dem Booklet in den Sessel setzen und
das Ganze auf sich wirken lassen sowie sich mit der Thematik mal näher
auseinandersetzen. Leider hat gerade das letzte Jahr gezeigt, dass dieses Thema
mehr als akut in unserer Welt ist. Wäre noch zu erwähnen, dass man hier trotz
des Prog nicht nur rumfrickelt, sondern die Songstrukturen durchaus überschaubar
behält. Trotzdem blitzen die Vorbilder des Öfteren mehr als deutlich durch,
was der Sache aber nicht schadet. Bleibt abschließend nur zu wünschen, dass
PRYMARY mit diesem Output bekannt wird, nicht von den Vorreitern der Szene in
Schach gehalten wird und der zweite Silberling nicht zu lange auf sich warten lässt.
Thanks to Moritz @ Gordeon Music
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Review:
Fran Cosmo, der der Melodic Rock begeisterten Fangemeinde u. a. als Sänger
von BOSTON bekannt sein dürfte, hat nun mit seinem Sohnemann Anthony seine
bereits 1990 gegründete, aber wegen der BOSTON-Verplichtungen auf Eis gelegte
Band COSMO wieder reaktiviert. Bedingt durch den naturgemäßen
Generationenunterschied von Vater und Sohn, dürfte es wahrscheinlich niemanden
überraschen, dass auf "Alien" hier Classic Rock- mit Modern
Rock-Elemente Hand in Hand gehen. Obwohl die Zusammenführung dieser beiden
Musikstile ziemlich gut gelungen ist, wird dem Zuhörer während der zwölf
Nummern etwas Geduld und musikalische Offenheit abverlangt, denn nicht alle
Nummern gehen gleich so ins Ohr wie die deftig-modern rockende Eröffnung mit "Communication"
oder das wunderbar sentimentale "Don’t Tell Me Your Lies" und das
traumhaft melancholische "Helicopter" (einfach
zum Abheben schön/ Anmerk. d. Verf.). So kristallisieren sich nach ein paar
Durchläufen noch das stimmungsvolle Instrumental "Remdemption" und
das von Acoustic-Klängen aufgelockerte "When I Close My Eyes" als
weitere Höhepunkte heraus. Das übrige Material besitzt zwar nicht ganz die
Durchschlagskraft wie die genannten Nummern, aber letzen Endes ist "Alien"
ein gut produziertes Album, das sowohl Classic Rock-Fans als auch Modern
Rock-Freaks ruhigen Gewissens mal antesten sollten!
| Trackliste: |
1. Communication - 2. Don’t tell me your lies - 3. No surprise - 4. Gravity - 5. Redemption - 6. Helicopter - 7. Alien - 8. When I close my eyes - 9. Woman - 10. Can’t run away -11. Creep - 12. Don’t tell me your lies (Acoustic) |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Nach jahrelangen Versprechungen meldet sich Sänger Freddy Curci (ex-SHERIFF/
ALIAS) nun endlich unter dem Namen ZION mit einer neuen Band zurück.
Musikalisch bewegt sich der Ausnahmesänger, der wegen einer Virusinfektion
gesangtechnisch 1½ Jahre außer Gefecht gesetzt war, dabei (wem wundert’s) im
Fahrwasser von seinen früheren Bands SHERIFF und ALIAS. Obwohl unter den 11
Songs, die verhältnismäßig dunkel ausgefallen sind, mit dem röhrenden Rocker
"One Man Alone", der knackigen Hymne "How Much Longer Is Forever"
und das zeitgemäß groovende "No Surprise" ein paar richtige gute
Nummern am Start sind, kommt das Material bei weitem nicht an die Qualität
seiner früheren Betätigungsfelder heran. Mitverantwortlich für diese unumstößliche
Tatsache ist die über alle Maßen enttäuschende – ja fast deletantische –
Produktion. Sorry, aber nur ganz selten ist mir ein Album untergekommen, das
soundtechnisch so derart neben der Spur liegt, wie die hier vorliegende Scheibe.
Man kann nur hoffen, dass man sich im Falle einer ALIAS-Reunion beim Abmischen
des Albums viel mehr Mühe gibt oder sich ausstehende Leute ins Boot holt, die
ihr Handwerk verstehen.
| Trackliste: |
1. All
It Takes is a Minute - 2. How Much Longer Is Forever
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Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Große Fragezeichen tun sich über meinem Haupt auf. Ich stelle fest: nicht überall
wo ProgRock Records draufsteht ist auch Prog Rock drin. Schon die eigenartige
Besetzung des Trios mit Keyboard, Bass und Schlagzeug ließ mich gedanklich eher
an Jazz denken und daran, dass die dort bessere Rezensionen bekommen werden.
Wenn man Jordan Rudess als Lehrer an den Tasten angibt, heißt das noch lange
nicht, dass DREAM THEATER dabei rauskommt. Und so werkeln die 3 Musikanten –
teilweise mit Hilfe eines Geigers – sich durch 8 für mich nicht wirklich
nachhallende Songs, machen ihre Sache dabei gut, werden aber bei den Rock- und
Metalheads wahrscheinlich keine wehenden Haare hervorzaubern. In jedem Song wünscht
man sich die Gitarre herbei, die das ganze noch zusätzlich veredelt. Hier und
da mal eine Stimme hätte manches verbessert. Nein, ich bin nicht begeistert und
gebe die halbe Punktzahl, weil die Jungs nicht wirklich schlecht sind, auf Dauer
mich halt nur
einschläfern.
| Trackliste: |
01.
Liberty |
Thanks to Moritz @ Gordeon Music
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Review:
Es ist gerade erst mal 8 Monate her, dass SOLAR PLEXUS mit "Strafe Muss
Sein" ihr Debüt in die Umlaufbahn geschossen haben, da stehen sie nun
schon mit dem Nachfolger "Niemandsland" in den Startlöchern. Im Laufe
der 13 Nummern dürfte für die Kenner des Erstlings nicht zu überhören sein,
dass sich die Thüringer etwas verändert haben. Sie gehen härter und
kompromissloser zuwerke, was sich weniger auf die musikalische Ausrichtung,
sondern mehr auf die hass- und ironieerfüllten Texte bezieht. Aber irgendwie
scheint sich diese textliche Aggressivität etwas negativ auf den Eingängigkeits-
und Tanzbarkeitsfaktor ausgewirkt zu haben, der mir im direkten Vergleich zu
"Strafe Muss Sein" hier etwas zu kurz kommt. Zugegeben,
"Niemandsland" ist kein schlechtes Album, denn "Spieglein,
Spieglein" hat das Zeug die heimischen Düstertempel zum Beben zu bringen,
und "Krank" kristallisiert sich als geschickte Verflechtung von NDH
und NDW-Elementen heraus. Außerdem bringt die atmosphärische
"Himmelfahrt", bei der man gänzlich auf böse Riffs verzichtet und
stattdessen auf hauchzarte Refrains setzt, die nötige Abwechslung ins Spiel.
Trotzdem kommt das neue nicht ganz an die musikalische Gewieftheit und den
heimlichen Hitcharakter des Debüts heran.
| Trackliste: | 1. Der Sturm - 2. Niemandsland - 3. Spieglein, Spieglein - 4. Fleisch - 5. Krank - 6. Der Fischer - 7. Adrenalin - 8. Feuer - 9. Amok - 10. TV-Brutal - 11. Mädchen - 12. Himmelfahrt - 13. Mama |
Thanks to Gaby @ STF-Records
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SOLAR PLEXUS/ Strafe Muss Sein
(Deutsch Rock-Tipp)
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Reviews for December 2006 (December-Highlights)
Last Update: Sunday, 04. February 2007
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