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RAIN/ Stronger
  • Band: Rain
  • Album: Stronger
  • Spielzeit: 47:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: (Jon) Bon Jovi, Bryan Adams, Def Leppard
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 9,5/ 10


Review:
Michael Bormann zum Dritten innerhalb von nur 1½ Monaten. Nach seinem fantastischen Solo-Album und der großartigen ZENO-Scheibe, kommt er nun endlich mit dem sehnsüchtig erwarteten und nicht minder genialen RAIN-Zweitling um die Ecke. Wie sich bereits am packenden und abwechslungsreichen Opener-Trio mit "Do You Like It" (ein Hammergroover, der gelegentlich an KINGDOM COME erinnert), der antreibenden Hymne "Insobriety" und dem gänsehauterregenden "Get Over It" feststellen lässt, ist "Stronger" im Vergleich zum Debüt "House Of Dreams" um ein paar Ecken moderner, kantiger und stellenweise sogar etwas „düsterer“ bzw. melancholischer ausgefallen. Trotz dieser Weiterentwicklung bietet die norwegisch-deutsche Connection mit dem hitverdächtigen Ohrwurm "Crazy" und der göttlichen Ballade "Die For You", von deren Klasse ein BRYAN ADAMS oder DEF LEPPARD in der momentanen Verfassung nur träumen können, oder dem lässigen Stampfer "Flesh & Blood", in dem der deutsche Ausnahmesänger stellenweise wie JEAN BEAUVOIR klingt, ausreichend Stoff für die Fans des eher traditionell ausgerichteten Debüts. Meine persönlichen Favoriten sind hingegen die exzellent arrangierte Killer-Ballade "Get Over It", der verträumte Pop Rock-Song "Deserve" und die flotte Acoustic-Nummer "Love Is By Your Side". Ebenfalls nicht zu verachten ist der abschließende "Lovesong", bei dem die Band ihrer Vorliebe zu balladesken Klängen a la BON JOVI ungeniert frönt. Kurzum, "Stronger" wird seinem Titel sowohl in kompositorischen und musikalischen, als auch in produktionstechnischen Belangen vollends gerecht. Einfach herrlich! – Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass Michael Bormann, Lars Forseth (Gitarren), Peppa Bruvoll (Drums) und Tore Moren (Leadgitarre) hierzulande auch live-technisch in Erscheinung treten und uns nicht wieder 4½ Jahre auf einen Nachfolger warten lassen.

Sonny

Trackliste: 01. Do You Like It - 02. Insobriety - 03. Get Over It - 04. Crazy - 05. Die For You - 06. Flesh And Blood - 07. Let Me Be Your Favorite - 08. The Other Side - 09. Deserve - 10. Right By Your Side - 11. Lovesong

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Oliver @ ArtistWorxx

weitere Reviews über RAIN:
RAIN/ House Of Dreams


AXXIS/ Best Of  Ballads & Acoustic Specials
  • Band: Axxis
  • Album: Best Of Ballads & Acoustic Specials
  • Spielzeit: CD1: 69:18 min/ CD2: 39:17 min + 2 Videoclips
  • Plattenfirma/ Vertrieb: EMI
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 24.11.2006
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Best Of-Zusammenstellungen, die kurz vor oder zur Weihnachtszeit veröffentlicht werden, verbreiten ja nicht selten den bitteren Nachgeschmack von Geldschneiderei, aber im Falle des vorliegenden AXXIS-Doppelalbums muss man von dieser These gewaltigen Abstand nehmen, denn auf "Best Of Ballads & Acoustic Specials" werden wirklich echte Leckerbissen für den Fan geboten. So befinden sich auf der ersten CD neben 7 bekannten Album-Versionen auch ein paar taufrische Remixe ("Only God Knows", "Waterdrops", "Brandnew World"), seltene Live-Aufnahmen ("Face To Face", "Heaven Seventh Train") und interessante Demo-Aufnahmen ("Fire And Ice", "Tears Of The Trees") ihrer besten Balladen. Außerdem enthält diese Scheibe noch die rare Long-Version von "Touch The Rainbow". Aber das absolute Schmankerl stellt für mich persönlich der zweite Silberling dar, denn solche Perlen wie "Living In A World", "Kingdom Of The Night", "Little War" oder "Ships Are Sailing" im frisch-flotten Acoustic-Gewand kredenzt zu bekommen, verbreitet unglaublich gute Laune. Mit dem Tango-Arrangement von "C’est La Vie", der folkigen Darbietung von "Heaven In Black" und der brilliant-schmissigen Variante von "Touch The Rainbow" sind der Mannschaft um das Gründungsduo Bernhard Weiß (Gesang) und Harry Oellers (Keyboards) wahre Geniestreiche geglückt. Zudem dürften beiden enthaltenen Videoclips von "Touch The Rainbow" und "Idolator" dem eh schon hohen Kaufanreiz den letzten Kick verpassen. Kurzum, eine Zusammenstellung, die dem Titel „Best Of“ in allen Belangen vollkommen gerecht wird. Ein unabdingliches Schmankerl für Fans!!!

Sonny

Trackliste: CD1: 1. Only God knows (Remix 2006) - 2. Stay don’t leave me - 3. Waterdrop (Classic Mix 2006) - 4. Touch the rainbow (Long Version) - 5. Fire and ice (Preproduction 1988) - 6. Brandnew world (Remix 2006) - 7. Hold you - 8. Face to face (Live) - 9. Tears of the trees (Orginal Demo Version 1988) - 10. Love doesn’t know any distance - 11. Sarajevo - 12. On my own - 13. Heaven 7th train (Live 1992) - 14. Hide away - 15. World of mystery

CD2: 1. Living in a world (2006) - 2. Kingdom of the night (2006) - 3. Little war (2006) - 4. Ships are sailing (2006) - 5. Touch the rainbow - 6. Heaven in black - 7. C’est la vie (Tango Version) - 8. Fire and ice - 9. Another day - 10. Kings made of steel - 11. Julia

Thanks to Björn @ cmm.w-rott

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AXXIS/ Paradise In Flames (Earcatcher/ January 2006)
AXXIS/
Eyes Of The Darkness 


BISS/ X-tension
  • Band: Biss
  • Album: X-tension
  • Spielzeit: 42:13 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Sinner, U.D.O.
  • Veröffentlichung: 17.11.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Endlich war es Gitarrist Ralf „Doc“ Heyne vergönnt zwei aufeinander folgende Alben mit dem ein und selben Sänger einzuspielen. Sprich auf dem vierten BISS-Album ist erneut Mark Storace mit von der Partie! Selbiger tritt einmal mehr den Beweis an, dass sich sein facettenreiches Organ nicht nur auf den typischen KROKUS-Stil reduzieren lässt. Schon der orchestral beginnende und düster treibende Opener "Run For Your Life" lässt den Verdacht aufkeimen, dass "X-tension" einen Zacken heftiger und aggressiver ausfällt als sein eh schon verdammt knackiger Vorgänger "Face Off". Dieser anfänglichen Mutmaßung dürfte allerspätestens durch den quirligen Stampfer "Always" oder den frischen Mitsing-Kracher "Shout It Out" endgültige Gewissheit widerfahren. Dass man bei aller Aggressivität die Melodie nicht aus den Augen verloren hat, dafür steht die mit einem Hammer-Chorus versehene Hymne "V Card", bei der sich der Einfluss von Produzent Michael Voss (MAD MAX, CASANOVA) ganz besonders bemerkbar macht. Ein weiterer kleiner Geniestreich ist BISS auch mit der äußerst geradlinigen Interpretation des HEART-Klassikers "Barracuda" gelungen, die nahtlos in das eigene Material einfließt und somit nicht im Geringsten aus dem Rahmen fällt. Erst mit dem folgendem "Eagle", das modern ausgerichtet lässig um die Ecke schlendert, wird die etwas ruhigere Phase (abgesehen vom Doublebass-Klopfer "Born To Ride") der Scheibe eingeläutet. Unterm Strich ist ein sehr vielfältiges Album herausgekommen, das sich hinter dem Vorgänger kaum zu verstecken braucht.

Sonny

Trackliste: 1. Run For Your Life - 2. V Card - 3. Always - 4. Shout It Out - 5. Barracuda - 6.  Eagle - 7. Born To Ride - 8. Blood On Dand - 9. Train Of Thoughts - 10. Catch 22

Thanks to Birgitt @ GerMusica

weitere Reviews über BISS:
BISS/ Face Off (Album Of The Month/ May 2005)


NATACHA/ Greatest Hits
  • Band: Natacha
  • Album: Greatest Hits – Los La
  • Spielzeit: 77:31 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Sony BMG Switzerland
  • Vergleichbare Bands: siehe Text
  • Veröffentlichung: 03.11.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Nachdem abgesehen vom bayrischen Slang auch schon der Kölsche Dialekt auf diesen Seiten mit „Mundart-Tipp“-Ehren ausgezeichnet wurde, ist es mir ein ganz besonderes Blumepflücken, dass mit der vorliegenden „Greatest Hits“-Compilation auch die Schweizer Mundart auf ROCK & METAL HEAVEN Einzug hält. Es handelt sich dabei um NATACHA, die mit ihren bisher acht veröffentlichten Studioalben in ihrer Heimat bereits 2 Platin- und 7 Goldauszeichnungen einheimsen konnte. "Los La" wartet neben einem repräsentativen Querschnitt (teils mit Neuaufnahmen) über das bisherige Schaffen der charmanten Bernerin (lediglich das Debüt "Natacha`92" wurde nicht bedacht) mit den zwei neuen Songs "Los La" und "Stell Dir Vor" auf. Während der Titeltrack in der Form einer harmonisch-kernigen Power Pop-Nummer die Zusammenstellung fulminant eröffnet, stellt die zweite neue Nummer eine ergreifend-druckvolle Ballade dar, die besonders zu Beginn stark an JOHN WAITEs "Missing You" erinnert. Obwohl eigentlich jeder einzelne Song für sich den Anspruch an ein „Greatest Hits“-Album gerecht wird, muss ich zugeben, dass mir Songs wie "Sölli, Sölli Nid", das gegen Ende mit rassigen Latino-Gitarren überrascht, und die mit seichter Rap-Rhythmik durchzogene bzw. von dezenten Sprechgesang (Maurizio Pozzi) untermalte Hymne "Sorry" oder "Nadisna", bei dem unverkennbar Tony Carey (PLANET P. PROJECT) sein Hände im Spiel hat, und "Gränzelos", das sich als perfektes Zusammenspiel aus schweren Grooves, dezenten Loops und harmonischen Parts herauskristallisiert, seit Wochen nicht mehr aus dem Ohr gehen wollen. Weitere Glanzlichter sind "Banderas", das NATACHA mit Tony Carey auf atemberaubende Weise in einem englisch/ schweizer-deutschen Duett zum Besten gibt, und das zielstrebig stampfende "Ig Vermisse Di" sowie die bodenständige Rocknummer "Job Und E Mission". Stilvoll abgerundet wird die Scheibe mit "Schwäfuhölzli", das irgendwie ein GOISERisches Flair in sich trägt. Kurzum: 18 starke, perfekt produzierte Songs, vorgetragen von einer Frau mit einer Wahnsinnsstimme!

Sonny

Trackliste: 1. LosIa - 2. Sorry (AIbum Version) - 3. SöIIi, söIIi nid - 4. SteIl dir vor - 5. Bärner gieIe (Bern Mix) - 6. Nadisna - 7. ViIIich - 8. Red mit mir - 9. Orlando (New Version) - 10. Summernacht (Radio Version) - 11. Liebi chunnt u Liebe geit (New Version) - 12. GränzeIos - 13. Banderas - 14. I vermisse di - 15. Öpper z vieI im Zimmer (New Version) - 16. Niemmer weis (Radio Version) - 17. Job u e mission - 18. Schwäfuhölzi

Thanks to Q-Lab Recordings & Productions


THUNDER/ Robert Johnson's Tombstone
  • Band: Thunder
  • Albumtitel: Robert Johnson’s Tombstone
  • Spielzeit: 52:44 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: alle Hardrockrecken
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 10/ 10

Review:
„Stillstand ist der Tod“, besang einst uns „Hörbi“. Dass das nicht immer so ist, beweist der vorliegende Silberling. Nach dem die „Donner“-Jungs im Funklager mit Rockanleihen (oder umgekehrt) gewildert hatten und damit eher mittelmäßig erfolgreich waren, hatten sie sich auf ihrem letzten Opus "The Magnificient Seventh" schon wieder Richtung ihrer Roots bewegt. Dieser Weg wird mit dem neusten Scheibchen beständig wie der „Fünf-Uhr-Tee“ weiterverfolgt. Und das ist gut so!!! "Robert Johnson´s Tombstone" riecht wieder nach Schweiß, Rauch und hochgekrempelten Ärmeln. Entspannter Blues- und Southern-Rock, gefühlvolle Balladen, die von Danny Bowes’
Stimme leben, treibende Hardrocker, die den thundertypischen Charme des kantigen Gitarrenspiels von Luke Morley besitzen – alle Trademarks sind da. Auch textlich bleibt hier alles beim Alten – es geht um schmutzige Träume, Liebe, den Irakkrieg, um Liebe und ihre Folgen, ... Also keine Spur von Depression oder ähnlichem, wie man aus dem Albumtitel folgern könnte. Immerhin ranken sich um die Person des Robert Johnson – ein viel zu früh verstorbener Bluesgitarrist, der u. a. Eric Clapton auf den Pfad der 6-saitigen gebracht haben soll – diverse traurige Geschichten. Und so richtig weiß keiner, wann, warum und wo er gestorben ist. Zumindest setzt das Quintett aus England nicht nur mit dem Eröffnungstrack diesem Mann ein gebührendes Denkmal. Meiner Meinung nach darf das Scheibchen in keiner guten Hardrocksammlung fehlen.

Friedemann

Trackliste:

1. Robert Johnson’s Tombstone - 2. Dirty Dream - 3. A Million Faces - 4. Don’t Wanna Talk About Love - 5. The Devil Made Me Do It - 6. Last Man Standing - 7. My Hour of Darkness - 8. Andy Warhol Said - 9. What a Beautiful Day - 10. It’s All About You - 11. Stubborn Kinda Love

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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THUNDER/ The Magnificent Seventh
THUNDER/ Shooting At The Sun


PRETTY MAIDS/ Wake Up To The Real World
  • Band: Pretty Maids
  • Album: Wake Up To The Real World
  • Spielzeit: 45:15 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Wow, mit so einem Hammer hätte ich nach vierjähriger Zwangspause von Danish Dynamite in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Zwar ist es nicht die von vielen Fans erhoffte Rückkehr zu "Future World"-Pfaden, aber irgendwo zwischen besagten Album und "Spooked" lassen sich die 11 Nummern auf "Wake Up To The Real World" schon einordnen. In nahezu atemberaubender Manier verbinden die Herrschaften um den wiedergenesenen Gitarrist Ken Hammer und Sänger Ronnie Atkins flockig-eingängige – stellenweise fast popige – Melodien ("Such A Rush") mit vehement treibender Rhythmik ("Why Die For A Lie") und heftigen Riffs ("I’m The End"). Darunter tummeln sich solch klassikerverdächtige Nummern wie die großartige Eröffnungshymne in Form des Titeltracks, das bühnengerechte Semi-Acoustic-Stück "As Guilty As You" und die erstklassige Stadionrock-Nummer "Another Shot Of Your Love". Außerdem haben die Dänen dem DEEP PURPLE-Klassiker "Perfect Stranger" äußerst raffiniert ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Nach dem ziemlich verunglückten Vorgänger "Planet Panic" haben sich die „feschen Mädels“ auf "Wake Up To The Real World" überraschend wieder ihrer wahren Stärken besonnen!

Sonny

Trackliste:

1. Wake Up To The Real World - 2. All In The Name of Love - 3. I Am The End - 4. As Guilty As You - 5. Why Die For A Lie - 6. Such A Rush - 7. Where True Beauty Lies - 8. Brave Young New Breed - 9. Terminal Violence - 10. Perfect Strangers - 11. Another Shot Of You Love

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


WETO/ Das Zweite Ich
  • Band: Weto
  • Album: Das 2weite Ich
  • Spielzeit: 48:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: F.A.M.E. Recordings/ Edel
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 24.11.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Wenn man sich die Besetzung von WETO so zu Gemüte führt, möchte man fast meinen, dass es sich bei dieser Rockband um ein Nebenprojekt von SCHANDMAUL handelt, denn schließlich besteht diese Band mit Thomas Lindner (Gesang), Martin Duckstein (Gitarren), Martin Richter (Bass) und Stefan Brunner (Schlagzeug) zu 4/5 aus Musikern der Mittelalter-Rocker. – Doch anders herum wird ein Schuh draus! Die mittlerweile weithin bekannte Gruppe SCHANDMAUL wurde seinerzeit als Spaßprojekt von WETO gestartet. Nachdem WETO bisher die Live-Scheibe "Tatort Bühne" und die EP "Scherben im Kopf" in Eigenregie veröffentlicht haben, feiert das Quintett mit "Das 2weite Ich" nun ihr offizielles Debüt. Neben Songs wie "Flucht", "Wolfherz" und "In Unserer Mitte", die Insidern aus besagten Eigenproduktionen bekannt sein dürften, bringen WETO auch neue 8 Nummern an den Start. Gerade an diesen drei Neu-Aufnahmen lässt sich die Weiterentwicklung der Band gut nachvollziehen, denn gegenüber den Originalen hat der Sound deutlich an Aggressivität und Explosivität zugenommen, ohne aber den tanzbaren Charakter der damaligen Versionen zu zerstören. Textlich beschäftigen sich WETO vornehmlich mit den Schattenseiten des Lebens, aber trotz solcher Inhalte wie Selbstmord ("Phantasie", "Wieder Allein"), Vergewaltigung ("Tief") oder Horrorgeschichten/ -vorstellungen (Titeltrack, "Koma") besitzt das Material nicht nur realitätsnahen Tiefgang, sondern präsentiert sich unglaublich eingängig und melodisch. Obwohl auf dem Album kein einziger Durchhänger auszumachen ist, besitzen meines Erachtens "Flucht", dass sich in Windeseile zum Tanzflächen-Füller entwickeln müsste, und die freiheitssehnsüchtige Ballade "Ein Lächeln Lang" sowie das böse groovende "Tier" das größte Hitpotenzial. Aber auch den bedrohlich-sphärischen Reizen von "Wolfherz", das mit eine genialen Gitarrensolo aufwartet, oder der schmerzend-heimiligen Sehnsucht "In Unserer Mitte" kann man sich nur schwerlich entziehen. Kurzum, "Das 2weite Ich" fesselt nicht nur textlich und musikalisch, sondern wird auch noch durch eine packende Produktion gekrönt.

Sonny

Trackliste:

1. tief - 2. phantasie - 3. wieder allein - 4. das 2weite ich - 5. koma - 6. flucht '06 - 7. ein lächeln lang - 8. irrlicht - 9. das tier - 10. wolfsherz '06 - bonustrack: in unsrer mitte '06

Thanks to Moritz @ Gordeon Music


SHIVA/ The Curse Of The Gift
  • Band: Shiva
  • Album: The Curse Of The Gift
  • Spielzeit: 44:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Shiva Records/ NL Distribution
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Nachdem mir wegen meiner Rezension zu "Desert Dreams" (2004) von einem meiner ehemaligen Rock It!-Kollegen der Konsum von bewusstseinserweiternden Kräutern unterstellt wurde, ging ich ziemlich heikel an die Besprechung der neuen SHIVA-Scheibe heran. Doch nach wochenlanger Dauerrotation von "The Curse Of The Gift" und des besagten Vorgängers, den ich nach wie vor für ein verdammt starkes Album halte, habe ich die Gewissheit erlangt, dass mein damaliger Kollege vor betreffender Negativ-Besprechung in den weihnachtlichen Glühwein-Pott gefallen sein muss. Aber nun genug der zwischenmenschlichen „Nettigkeiten“ ;-) und zurück zum neuen Silberling: Eröffnet wird "The Curse Of The Gift" vom verkrampft auf „böse“ getrimmten Groover "When Tomorrow Never Comes", der zwar ziemlich spannend arrangiert wurde, aber durch seine völlig deplatzierten Grunz- und Gröl-Parts über weite Strecken seiner Magie beraubt wird. Aber schon das folgende "Kill The Past", das dezent Blackmoresche Züge aufweist, und seine orchestrale Einleitung sowie die gefühlvolle Melodic-Nummer "The Chameleon", die den Fans des selbstbetitelten Debüts auf Anhieb zusagen wird, und das von verträumten Keyboards getragene "I’m Not The One" verdeutlichen, dass der etwas verunglückte Opener einen einmaligen Ausrutscher darstellt. Herzstück der Scheibe ist allerdings der 3teilige Titeltrack, der von folkloristischen Acoustic-Klängen und dramatischen Symphonic-Elementen über rockige Passagen und gefühlvolle Momente bis hin zu aggressiven, wie hauchzarten Gesangslinien eine facettenreiche Bandbreite auffährt. Nicht weniger umfangreich präsentiert sich Sängerin Anette Johansson, die hier nicht nur stimmlich gekonnt zwischen EARTHA KITT, GRACE JONES und JUTTA WEINHOLD hin- und herjongliert, sondern auch ihre bis dato beste Gesangsleistung abliefert. Durch die Verpflichtung eines zweiten Gitarristen (Mats Ottosson) sowie einer tight aufspielenden Rhythmusfraktion (Mattias Höijer, Bass/ Mikael Malmborg, Drums) und der erneuten Mitwirkung von Keyboarder Niclas Olson konnte sich Bandkopf Mats Edström verstärkt und hörbar auf den Songwriting-, Arrangement- und Produktionsprozess konzentrieren. Langer Rede kurzer Sinn: "The Curse Of The Gift" ist somit ohne jeden Zweifel nicht nur die beste, sondern auch die ausgereifteste SHIVA-Scheibe.

Sonny

Trackliste:

1. When Tomorrow Never Comes - 2. Prelude - 3. Kill The Past - 4. The Black Widow - 5. Part I; The Gift - 6. Part II; The Curse Of The Gift - 7. Part III; The Regret - 8. The Chameleon - 9. The Owner Of The Truth - 10. I´m Not The One - 11. So Silently - 12. The Fly

Thanks to Moritz @ Gordeon Music

weitere Reviews über SHIVA:
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SHIVA/ Shiva


AOR/ L.A Concession
  • Band: AOR
  • Album: L.A Concession
  • Spielzeit: 77:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: America, Cannata, George Michael
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 8,5/ 10


Review:
Nachdem Frédéric Slama (Gitarre, Bass, Keyboards) mit seinem fünften AOR-Album "L.A Attraction" Anfang 2006 seinen Einstand bei MTM Music gefeiert hat, veröffentlicht das Münchener Label nun über ihren Classix-Zweig das heißbegehrte und hochgehandelte Debüt des Franzosen. "L.A Concession", das im Jahr 2000 nur in einer Privatauflage als CDR veröffentlicht wurde, glänzt im frisch gemasterten Sound und hat zudem noch vier wunderschöne Bonustracks im Gepäck, die sich sowohl qualitativ als auch stilistisch nahtlos ins Original-Material einfügen. Sprich, hier wird über 16 Nummern stimmungsvoller AOR und verträumter Westcoast auf verdammt hohem Niveau zelebriert. Zwar konnte Frédéric Slama seinerzeit noch nicht auf so viele namhafte Musiker zurückgreifen wie auf seinen jüngeren Veröffentlichungen, aber trotzdem kann ich mich einfach nicht des Eindrucks erwehren, dass "L.A Concession" um einiges unverbrauchter und unbekümmerter klingt als so mancher seiner hochgelobten Nachfolger, was nicht zuletzt der Verdienst von der Sänger-Gilde John Fluker, Doug St. John und David Chamberlin ist, die dem Material mit ihren feinsinnigen Organen eine unglaubliche Frische und Tiefe verleihen. Meines Erachtens – abgesehen von "Dreaming of L.A" – das beste Album des französischen Multi-Talents. Schön, dass diese bis dato extrem rare Scheibe jetzt endlich auch für jedermann zu haben ist. Ein echter Ohrenschmaus!

Sonny

Trackliste: 01. NEVER GONNA LET HER GO - 02. ON DANGEROUS GROUND - 03. CAUGHT INSIDE YOUR HEART - 04. WORLDS AWAY - 05. IN MY CRYSTAL BALL - 06. THE WAY OF THE NIGHT - 07. LEAVE HER TO HEAVEN - 08. ONLY IN MY DREAMS - 09. FROM L.A TO TOKYO - 10. LOST IN YOUR EYES - 11. DON’T LET HER GO - 12. LOVE HAS FOUND ITS WAY - 13. CAN ONE OF YOUR KISS DO ALL THIS? (bonus track) - 14. SECRETS IN HER HEART (bonus track) - 15. THE SPARK OF MY SOUL (bonus track) - 16. NEVER GONNA LET HER GO (bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Oliver @ ArtistWorxx

weitere Reviews über AOR:
AOR/ L.A Attraction


STYX & The Contemporary Youth Orchestra/ Ohne With Everything
  • Band: Styx & Comtemporary Youth Orchestra
  • Album: One With Everthing
  • Spielzeit: 74:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 10.11.2006
  • Wertung: 8/ 10


Review:
Ob es jetzt wirklich ein geschickter Schachzug war, dass STYX nach dem zwiespältig aufgenommenen Coveralbum "Big Bang Theory" ihren Fans anstatt des sehnsüchtig erwarteten neuen Studioalbums nun mit "One With Everything" eine Live-Scheibe kredenzen, wage ich schlichtweg zu bezweifeln. Dies ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass diese Scheibe qualitativ über jeden Zweifel erhaben ist. Trotz der Zusammenarbeit mit einem symphonischen Orchester, das aus 115 Musikern zwischen 15 – 19 Jahren besteht, kommen die Songs für ein derartiges Projekt ziemlich rockig rüber und haben aufgrund dessen kaum etwas von ihrem ursprünglichen Charme eingebüsst. – Im Gegenteil: Vielmehr hat es den Anschein als würden die originalnahen Orchester-Arrangements selbigen noch unterstreichen. Dies ist meines Erachtens bei ihrem Welthit "Boat On The River", dessen Melancholie hier noch greifbarer ist, und "Crystal Ball" oder beim imposant rockenden Opener "Blue Collar Man" besonders gut gelungen. Aber auch die verstärkt gospellastige Interpretation von "It Don’t Makes Sence (You Can’t Make Peace" (im Original von WILLIE DIXON), die wirklich eindrucksvolle Umsetzung des BEATLES-Klassiker "I’m The Walrus", die mir fast besser gefällt als die Originalversion von den „Fab Four“ und "I Don’t Need Know Doctor" (HUMBLE PIE), die sich allesamt von der Machart auf dem eingangs genannten Coveralbum vehement unterscheiden, hinterlassen einen durchwegs positiven Eindruck. Selbiges darf man auch vom neuen Studiotrack "Just Be" behaupten, der in Form einer ziemlich bluesgetränkten und sehr atmosphärischen Ballade ums Eck kommt und sich glänzend ins Live-Material einfügt. Abschließend bleibt nur zu hoffen, dass sich die Herrschaften alsbald zum längst überfälligen Studio-Album aufraffen.

Sonny

Trackliste:

1. Blue Collar Man (Long Nights) - 2. One With Everything - 3. It Don't Make Sense (You Can't Make Peace) - 4. Everything All the Time (NEW TRACK) - 5. I Am the Walrus - 6. Just Be [Studio Version] (NEW TRACK) - 7. Fooling Yourself (The Angry Young Man) - 8. Boat On the River - 9. I Don't Need No Doctor - 10. Crystal Ball - 11. Too Much Time On My Hands - 12. Miss America - 13. Renegade

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über STYX:
STYX/ Big Bang Theory


VIXEN/ Live & Learn
  • Band: Vixen
  • Album: Live & Learn
  • Spielzeit: 43:46 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Demolition Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Steve Nicks
  • Veröffentlichung: 17.11.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Viel hat das aktuelle LineUp von VIXEN mit der brillanten Original-Besetzung, die Ende der 80er mit dem selbstbetitelten Debüt und dem großartigen Nachfolger "Rev It Up" für Furore sorgte, nicht mehr gemeinsam. Lediglich Gitarristin Jan Kuehnemund, die beim sträflich unterbewerten Drittwerk "Tangerine" durch Abwesenheit glänzte, ist von den „Ur-Füchsinnen“ noch an Bord. Mit ihrem vierten Album "Live & Learn", das im Gegensatz zum Vorgänger wieder deutlich mehr in Richtung klassischen Melodic Rock tendiert, können sie zwar nicht aus dem Stand heraus an ihre glorreichen Tage anschließen, aber mit der knackig-harmonischen Riffnummer "I Try" und dem hauchzarten Midtempo-Rocker "Little Voice", bei dem die neue Sängerin Jenna Sanz-Agero den Vergleich mit STEVE NICKS nicht scheuen braucht, sowie mit dem bassschwangeren Ohrschmeichler "I’m Sorry" oder mit der findig-frischen Interpretation des DAVID BOWIE-Juwels "Suffragette Club" befindet sich die reinrassige Damenkapelle unüberhörbar auf einem guten Weg. Ein nicht ganz so gutes Attest kann man hingegen der Produktion ausstellen, denn die ist für meinen Geschmack an einigen Ecken doch etwas schwabbelig und klirrend ausgefallen. Nichtsdestotrotz ein heißer Tipp für alle Freunde des gepflegten Female Rocks!

Sonny

Trackliste: 1. Anyway - 2. Live & Learn - 3. I Try - 4. Little Voice - 5. Pacifist - 6. Don't Want It Anymore - 7. Love Song - 8. Angry - 9. I'm Sorry - 10. You Wish - 11. Suffragette City - 12. Give Me Away

Thanks to Rupert @ Vigilante PR


MISS BEHAVIOUR/ Heart Of Midwinter
  • Band: Miss Behaviour
  • Album: Heart Of Midwinter
  • Spielzeit: 41:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Sunset Fox Records/ NL Distribution
  • Vergleichbare Bands: Treat, Bad Habit, Magnum, Edguy
  • Veröffentlichung: 27.11.2006
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Mit "Heart Of Midwinter" präsentiert der hoffnungsvolle Schweden-Fünfer MISS BEHAVIOUR ein recht eindrucksvolles und abwechslungsreiches Debüt. – Eindrucksvoll zum einen aus der Songwriter-Sicht, denn hinter "Heart Of Midwinter" steckt ein interessantes Konzept über Glaube und Gesellschaftsleben. Abwechslungsreich zum anderen, weil sich die Band um Songwriter und Keyboarder Henrik Sproge nicht stur auf eine Musikrichtung festlegt, sondern eine Palette von AOR über Hard Rock bis hin zum Heavy Metal abdeckt. – So entsteht durch die Kombination von feinen Keyboards (stellenweise sogar leicht proggy) und gehörig qualmenden Gitarren mit zackig-treibenden Rhythmen a la IRON MAIDEN und dem ausdrucksstarken Organ von Mattias Wetterhall, bei dem Vergleiche zu Tobias Sammet nicht aus der Luft gegriffen sind, ein schönes – phasenweise sogar imposantes – Melodic Rock-Gebräu, das nicht nur ziemlich frisch, sondern für ein Debüt auch ziemlich ausgefuchst klingt. Allerdings sollte man bei aller Euphorie nicht übersehen, dass MISS BEHAVIOUR gegenüber den genannten Vergleichsbands in punkto Hooklines und eingängigen Chorussen noch Nachholbedarf hat. Nichtsdestotrotz besitzt "Heart Of Midwinter" ausreichend Qualitäten um als „Newcomer-Tipp“ präsentiert zu werden. Man darf gespannt sein wie und in welche Richtung sich die Band weiterentwickelt.

Sonny

Trackliste: 1. The Shine - 2. Precious Times - 3. Dreams Are Cursed - 4. Midwinter Sleeps - 5. Circles - 6. Make it Your Own Way - 7. Runaway Man - 8. One Heart in Divide - 9. New Horizon

Thanks to Oliver @ ArtistWorxx

more Reviews for November 2006 (release date 21.11. - 30.11.2006)

Last Update: Sunday, 02. September 2007
created in January 2001 © by
Sonny