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AXEL RUDI PELL/ Mystica
  • Band: Axel Rudi Pell
  • Album: Mystica
  • Spielzeit: 58:07 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Rainbow, Deep Purple, Yngwie Malmsteen
  • Veröffentlichung: 28.08.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Es hat fast schon Tradition, dass uns AXEL RUDI PELL im Abstand von zwei Jahren ein neues Studio-Album offeriert. Als Brauch kann man es fast auch schon bezeichnen, dass der Gitarren-Wizard seine Fans nicht mit leichtfertigen Experimenten schockiert, sondern ihnen den Stoff kredenzt, nach dem sie gieren. Obwohl er seinen Sound immer treu geblieben ist, kann man ihn nicht unbedingt der Selbstkopie bezichtigen. So auch bei seinem mittlerweile 11. Studioalbum, das schlicht mit "Mystica" betitelt ist. Bereits nach dem obligatorisch-majestätischen Instrumental-Intro ist anhand des vorpreschenden Openers "Fly To The Moon" abzusehen, dass der auf dem Vorgänger eingeschlagene Weg in eine herzhaft rockende Richtung hier seine logische Fortsetzung findet. Nicht mit viel weniger Wumms groovt sofort im Anschluss die knackige Hymne "Rock The Nation", dessen Hauptriff in gewisser Weise an PETER MAFFAYs "Siehst Du Die Sonne" erinnert, aus den Boxen. Außerdem sind "Living A Lie" (ein Stampfer vor dem Herrn!) und druckvolle Zugmaschine "Losing The Game" sowie das abschließende Mystic-Epos "The Curse Of The Damned", das gegen Ende in einem spritzigen Keyboard/ Gitarren-Duell bzw. -Gespräch gipfelt, weitere Garanten für das wohl rockigste ARP-Album seit langer Zeit. Dieses Faktum erfährt durch die gewohnt bestechende PELLsche Produktion und das seit 1998 unveränderte, vollends aufeinander eingespielte/ eingeschworene LineUp den unwiderruflichen Ritterschlag... Meines Erachtens waren die Herrschaften in dieser Besetzung noch nie besser!!!

Sonny

Trackliste: 1. The Mysterious Return (Intro) 1:18 - 2. Fly To The Moon 5:34 - 3. Rock The Nation 5:29 - 4. Valley Of Sin 7:10 - 5. Living A Lie 5:27 - 6. No Chance To Live 6:18 - 7. Mystica 8:26 - 8. Haunted Castle Serenade (Opus #4 grazioso e agresso) 3:53 - 9. Losing The Game 4:35 - 10. The Curse Of The Damned 9:57

Thanks to Manuel @ SPV

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TEN/ The Twilight Chronicles
  • Band: Ten
  • Albumtitel: The Twilight Chronicles
  • Spielzeit: 73:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Dare, Gary Hughes, Magnum
  • Veröffentlichung: 25.08.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Nachdem TEN den ziemlich irisch angehauchten Vorgänger
"Return To Evermore" über ihr eigenes Label veröffentlicht hatten, erscheint das neue Album nun wieder bei Frontier Records. Die zwischenzeitlich veröffentlichte "Essential Collection", mit der die Band um Goldkelchen Gary Hughes ihre 10jähriges Bestehen gefeiert haben, wurde im Fanlager doch sehr geteilt aufgenommen und verpasste somit der Vorfreude auf "The Twilight Chronicles" einen gehörigen Dämpfer. Aber schon der 12minütige Opener "The Elysian Fields/ Rome" lässt erstmals erfreulich aufhorchen, denn von den Produktionsschwächen und der Lieblosigkeit, die sich wie ein roter Faden durch die bereits erwähnte „Best Of“-Collection zogen, ist hier keine Spur. Stattdessen wird von epischen, bombastischen und orchestralen Arrangements getragene Kost geboten, die sich härtetechnisch wieder eher an den ersten Alben der Engländer orientiert. Zudem ist das Album nicht nur melancholisch, sondern für TEN-Verhältnisse relativ düster ("The Elysian Fields") ausgefallen, was besonders dem sanften – stellenweise recht wehmütig klingenden ("This Heart Goes On") – Organ von Sänger Gary Hughes zugute kommt. Als Highlights kristallisieren sich das über weite Strecken recht vertrackte, aber gut groovende 10min-Epos "Hallowed Ground" und das stellenweise bizarr rockende "Oblivion", das sich trotzdem (oder gerade deswegen?) beharrlich in die Gehörgänge einbuddelt. Ein weiterer Earcatcher ist das beschließende "When This Night Is Done/ The Epilogue"), das mit traumhaft schönen – phasenweise fast singenden – Gitarren aufwartet. Fazit: Mit diesem Album dürften TEN bei vielen vergraulten Fans wieder ordentlich an Boden gutmachen. Die Scheibe ist jedenfalls mein persönlicher „Earcatcher“ für diesen Monat.

Sonny

Trackliste:

1. The Prologue - 2. Rome - 3. The Chronicles - 4. Elysian Fields - 5. Hallowed Ground - 6. This Heart Goes On - 7. Oblivion - 8. The Twilight Masquerade: Tourniquet - 9. Born To The Grave - 10. a) When This Night Is Done - b) Epilogue

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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CREMATORY/ Klagebilder
  • Band: Crematory
  • Albumtitel: Klagebilder
  • Spielzeit: 50:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Massacre Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Witt, Rammstein, Hammerschmitt
  • Veröffentlichung: 04.08.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Scheinbar beflügelt durch den Top 50-Erfolg mit
"Revolution" (2004) haben CREMATORY wieder richtig Blut geleckt, denn mit "Klagebilder" präsentiert uns das Quintett um Shouter Gerhard „Felix“ Stass zum 15jährigen Bestehen nach einer Dekade nicht nur endlich das heißersehnte zweite deutschsprachige, sondern m. E. auch das persönlichste und perfektionistischste Album. Dessen ungeachtet wartet die Scheibe mit einer schier unglaublichen Anzahl von explosiven Ohrwürmern und schweißtreibenden Tanznummern auf, die in den diversen Gothic-Tempeln unweigerlich die Luft zum Brennen bringen müssten. Dazu gehören in erster Linie "Hoffnungen", das von Kontrast zwischen den kompromisslosen, tiefen Growls in den Strophen und dem klaren Gesang im Refrain lebt, oder das steife Riffmonster "Kein Liebeslied", das trotz aller Aggressivität durch beflügelte Keyboards und Samples von Katrin Goger eine gewisse Leichtigkeit und Verspieltheit a la ROBERT MILES erfährt. Die absoluten Killer auf "Klagebilder" sind aber das nahezu hypnotische "Warum" und die Hammerballade "Spiegel Meiner Seele", die mit einer unbeschreiblich ergreifenden Melodie und einem nicht minder bewegenden Text für eine nie enden wollende Gänsehaut sorgt. Kurzum: CREMATORY untermauert einmal mehr durch die perfekte Kombination aus Aggression, Gefühl, Härte und Melodie, dass sie ohne wenn und aber die führende Kraft der deutschen Gothic-Szene sind. Hoffentlich war diese Scheibe nicht der letzte deutschsprachige Output des Pfalz-Fünfers!

Sonny

Trackliste: 1. Klagebilder - 2. Die Abrechnung - 3. Hoffnungen - 4. Kein Liebeslied - 5. Kaltes Feuer - 6. Der Morgen danach - 7. Warum - 7. Höllenbrand - 8. Nie wieder - 9. Ein Leben lang - 10. Der Nächste - 11. Das letzte Mal - 12. Spiegel meiner Seele

Sven @ MusicConsult


SYZZY ROXX/ Glamournizer
  • Band: Syzzy Roxx
  • Album: Glamournizer
  • Spielzeit: 31:23 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Pretty Boy Floyd, Shameless, Sweet, Billy Idol
  • Veröffentlichung: 26.08.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
In den letzten zwei Jahren haben sich etliche der alten Glamrock-Helden – allem voran HANOI ROCKS – mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet. Hierzulande scheinen sich aber entweder nur wenige Musiker (abgesehen von SHAMELESS-Mainman Alexx Michael) für diese Musikrichtung zu begeistern, oder die Bands fristen ein kaum beachtetes Underground-Dasein?!? Doch halt, mit SYZZY ROXX schickt sich eine Band aus Oldenburg an, die Glam-Welt im Sturm zu erobern, denn auf ihrer neuen EP "Glamournizer" präsentieren die vier jungen Wilden über acht Nummern (inkl. Intro) astreinen Poser Rock der dreckig-gehobenen Art. Angefangen vom hochpotenten Titeltrack, in dem Sänger Donny Don Marco screamtechnisch fast einem Rob Halford (JUDAS PRIEST) Konkurrenz macht, über das lässige "Gamlin’ With Love", das mich gelegentlich an den jungen BILLY IDOL erinnert, und das „old school“-mäßige "High-Heels-Petrol" bis hin zur klischeeträchtigen Ballade "I’ll Die For You" und dem im schmissigen Country-Style schlendernden "She’s Got Wheelz" bieten SYZZY ROXX alles, was das ausgehungerte Poser-Herz höher schlagen lässt. Auch produktionstechnisch bietet die Scheibe kaum Angriffsfläche und ist den VÖs des genreführenden US-Labels Perris Records haushoch überlegen. Fazit: Bisher war ich immer der festen Überzeugung, dass der Sunset Boulevard durch Hollywood führt, aber bei der guten Laune, die die Jungs auf "Glamournizer" verbreiten, könnte man fast glauben, dass die prestigeträchtige Clubmeile in niedersächsischen Landen ihre Bahnen zieht. SYZZY ROXX steht wahrhaftig für: „Hollywood ist auf allen Straßen dieser Welt“ ... fehlt nur noch der wohlverdiente und hochdotierte Plattenvertrag!
btw. die Band, die bereits zwei EPs unter dem Namen GAMBLIN’ CREW eingespielt hat, sucht noch händeringend die eine oder andere A&R-Managerin zwischen 18 und 40 mit aufgeplusterten Titten und einer Vorliebe für alles was einen Baff macht

Sonny

Trackliste: 1. Intronizer - 2. Glamournizer - 3. Hollywood Boulevard - 4. Starship DD - 5. Gamblin' With Love - 6. High-Heels-Patrol - 7. I'll Die For You - 8. She's Got Wheelz (Straight Bourbon Version)

Thanks to Marco @ Syzzy Roxx


FAIR WARNING/ Brother's Keeper
  • Band: Fair Warning
  • Album: Brother’s Keeper
  • Spielzeit: 70:20 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Bonfire, Zeno (stellenweise mit Arrangement-Zügen a la Beatles oder Queen)
  • Veröffentlichung: 25.08.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bis zuletzt konnte ich nicht glauben, dass die Hannoveraner nach "Four" und dem darauf folgenden Split noch jemals gemeinsam ein Album einspielen würden. Aber unverhofft kommt oft! Fast in Gründungsbesetzung – lediglich Gitarrist Andy Malecek, der wohl zu sehr mit LAST AUTUMN’S DREAM beschäftigt ist, ist nicht mit von der Partie – hat der Vierer 13 tadellose Melodic-Nummern eingespielt. Als hätte es nie eine Trennung gegeben umgarnen FAIR WARNING ihre ausgehungerte Fanschar z. B. mit der packend-relaxten Hymne "Wasted Time", bei der dezent die Hammond-Orgel haucht, oder mit melancholisch-ausdruckstarken Balladenstoff ("All Of My Love") und dem brandend-virtuosen Rocker "Tell Me Lies", der durch die Melotron-Klänge gegen Ende zarte BEATLES-Melancholie aufkeimen lässt. Die perfekt abrundenden Sahnestücke sind allerdings der galaktische, stellenweise leicht rapende Stampfer "Generation Jedi" (ein Paradebeispiele für zeitgemäßen Melodic Hard Rock... schlichtweg ein Killer!) und der bombastisch-orchestrale Mystic-Groover "In The Dark", der mit zarten russischen Stringelementen durchzogen ist. Alles in allem ist "Brother’s Keeper" etwas dunkler ausgefallen als man es von den Herrschaften gewohnt ist. Dies tut der Qualität allerdings keinen Abbruch – Im Gegenteil: Man gewinnt mit jedem weiteren Durchlauf den Eindruck, dass der Vierer noch viel reifer geworden ist und jede Menge Spaß beim Songwriting bzw. im Studio (man höre den versteckten Mini-Track) gehabt haben. Hoffentlich bleiben uns Tommy Heart, der hier wieder eine großartige Gesangleistung abliefert, Gitarrist Helge Engelke, Ule Ritgen (Bass) und CC Behrens (Drums) in dieser Form noch lange erhalten.

Sonny

Trackliste:

1. Don’t Keep Me Waiting - 2. Generation Jedi - 3. All My Love - 4. Rainbow Eyes - 5. Push Me On - 6. Wasted Time - 7. The Cry - 8. The Way - 9. Once Bitten Twice Shy - 10. Tell Me Lies - 11. In The Dark - 12. Still I Believe (Bonus Track for Europe) - 13. All I Wanna Do

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über FAIR WARNING:
FAIR WARNING/ The Call Of The East - Live In Japan (DVD) (Klassiker-Alarm!/ July 2006)
FAIR WARNING/ Rainmaker (Klassiker-Alarm!/ Juli 2006)
FAIR WARNING/ Fair Warning (Klassiker Alarm/ July 2006)


LUNATICA/ The Edge Of Infinity
  • Band: Lunatica
  • Album: The Edge Of Infinity
  • Spielzeit: 55:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Edenbridge, Lana Lane, Candice Night (stimmlich), Rhapsody (arrangementtechnisch)
  • Veröffentlichung: 25.08.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Gesetzt den Fall, EDENBRIDGE würden mit BLACKMORE’S NIGHT-Engelskelchen Candice Night gemeinsame Sache machen und das Material von den beiden RHAPSODY-Köpfen Luca Turilli und Alex Staropoli arrangieren lassen, dann würde sich das Ergebnis ungefähr wie das mittlerweile dritte Album des Schweizer Sextetts anhören. Ohne diese Größen wirklich zu kopieren oder sich hinter deren Können – sowohl auf Instrumental- als auch auf Songwriter/ Produzenten-Basis – verstecken zu müssen, haben die Mannen um Sängerin Andrea Dätwyler ihren eigenen Stil kreiert. Obwohl es nun kaum an der Scheibe zu mäkeln gibt, sind die absoluten Highlights auf "The Edge Of Infinity" der Titeltrack, dessen Intro von YELLO-Sänger Dieter Meier gesprochen wird, und das walisisch angehauchte "Power Of Love", das in einigen Melodielinien an AMERICAs "The Last Unicorn" erinnert, sowie das auf quirligen Keyboards rockende "Words Unleashed". Auch die beiden Duette "Song For You" und "Emocean", für die man den ex-ASIA-Sänger John Payne bzw. OLIVER HARTMANN gewinnen konnte, stehen den bereits genannten Nummern in nichts nach. Während ersteres eine herzerweichende Ballade ist, kommt letzteres als druckvoll-kernige und abwechslungsreich-imposante  Epic-Nummer ums Eck. Kurzum, LUNATICA konnte sich im Vergleich zum wahrlich nicht schlechten Vorgänger "Fables & Dreams" nochmals steigern! Wahrhaftiges Ohrenkino!!!

Sonny

Trackliste:

1. Introduction - 2. The Edge Of Infinity - 3. Sons Of The Wind - 4. Who You Are - 5. Out! - 6. Song For You - 7. Together - 8. The Power Of Love - 9. Words Unleashed - 10. Emocean - 11. Emocean (feat. Oliver Hartmann)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über LUNATICA:
LUNATICA/ Fables & Dreams


ONI LOGAN/ Stranger In A Foreign Land
  • Band: Oni Logan
  • Album: Stranger In A Foreign Land
  • Spielzeit: 46:13 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: LMC Logan’s Music Company/ NL Distribution
  • Vergleichbare Bands: Mick Jagger meets Paul Young on Westcoast
  • Veröffentlichung: 14.08.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Wer schon öfter diese Seite besucht hat, dem könnte vielleicht aufgefallen sein, dass Westcoast nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Musikrichtungen gehört. Trotzdem soll es vorkommen, dass eine Scheibe dieses Genres gelegentlich sämtliche heimischen CD-Mühlen verstopft. – Jüngst geschehen im Falle von ONI LOGAN (ex-FERRARI/ MOB LYNCH! – Der in Argentinien geborene Sänger und Songwriter, der mittlerweile in der Schweiz seine Zelte aufgeschlagen hat, begeistert auf "Stranger In A Foreign Land" mit 11 abwechslungsreichen, frischen und nicht immer leicht einzugrenzenden Songs. Sei’s nun  garniert mit BEE GEES-ähnlichen Chören ("When Will You Hear Me"), einer Prise Sleaze (Titeltrack) oder einem dezenten Farbtupfer sphärischen Progs ("The Monster In The Sea")... - das Material läuft rein wie Honig! Aber auch der traditionelle Country-Style ("Blue Jean") kommt im facettenreichen Sound von ONI LOGAN vollends zur Entfaltung. Dieses abenteuerliche Flair wird z. B. bei "Foolish Mind" sogar noch von lockeren Karibik-Rhythmen elegant durchkreuzt. Während mit der hypnotisierenden Ballade "Walking Through The Winterland", die einerseits etwas von der Sanftheit eines PAUL YOUNG und andererseits auch etwas von der Rotzigkeit eines Axl Rose hat, die ruhigste Nummer präsentiert wird, kommt mit dem nachfolgenden "Damaged" wohl das rockigste Stück der Scheibe zum Zuge. Den Ritterschlag erhält das starke Material durch die Mitwirkung von solch namhaften Gästen wie z. B. Don Airey (DEEP PURPLE/ Keyboards), Michael Voss (CASANOVA/ Electric Guitars) oder Steve Lukather (TOTO), der unverkennbar "The Monster Of The Sea" seinen Gitarrenstempel aufgedrückt hat, sowie Bekka Bramlett (FAITH HILL/ ex-FLEETWOOD MAC), die ONI LOGAN gesanglich zur Seite stand. Selten hat mich eine Westcost-Scheibe derart beeindruckt wie "Stranger In A Foreign Land", was unwillkürlich unseren ersten „Westcoast-Tipp“ zur Folge hat.

Sonny

Trackliste: 1. When Will You Hear Me - 2. The Long Road - 3. Bring Back The Days - 4. Stranger In A Foreign Land - 5. Blue Jean - 6. The Monster In The Sea - 7. Walking Through A Winterland - 8. Damaged - 9. My Part Of Town - 10. I Remember Hollywood - 11. Foolish Minds

Thanks to Oliver @ ArtistWorxx


B.O.S.S./ Elvis Lebt In Untergrammelsdorf
  • Band: b.o.s.s.
  • Album: Elvis Lebt In Untergrammelsdorf
  • Spielzeit: 36:26 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Bruce Springsteen, Bob Dylan, Wolfgang Ambros, Spider Murphy Gang, Schorsch & De Bagasch
  • Veröffentlichung: 24.08.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Gut drei Jahre nach "Locker Langa" erfreut uns das Duo aus der Oberpfalz endlich wieder mit einem neuen Studioalbum. Unter dem Titel "Elvis Lebt In Untergrammelsdorf" präsentieren uns Hubert Treml & Franz Schuier über 11 Nummern (darunter auch das Instrumental "Jesse Garon") sowohl Kost zum Schmunzeln ("In Meim Wong") und Träumen ("Pferdl In Da Schweiz"), als auch zum Philosophieren ("Alles So Staad") und Nachdenken. Im Vergleich zum Vorgänger zeigen sich b.o.s.s. auf der aktuellen Scheibe um einige Ecken facettenreicher, sodass sich ihr Sound nicht nur auf „brucig ogrichte singa songs“ reduzieren lässt. So tuckert z. B. der Opener "In Meim Wong" im schmissig-traditionellen Country-Stil ums Eck und das flotte "Gaanz Lang Zam" könnte fast aus der Feder von WOLFGANG AMBROS stammen. Aber auf der anderen Seite geben sich die Mundart-Musiker bei "Herz & Rock ’N’ Roll" und "Schorsch" ungewohnt rockig, groovy und atmosphärisch. Letztere Nummer hätte – abgesehen vom Oberpfälzer Dialekt – bestimmt auch gut auf eine frühere SPIDER MURPHY GANG-Platte gepasst. Apropos SMG: Bei diesem Albumtitel passt natürlich der "Elvis Von Schwabing" (verpackt in einer schleichend-jazzigen Version), bei dem SMG-Frontmann und Entertainer Günter Sigl sogar als Duett-Gast in Erscheinung tritt, hervorragend ins Programm. Neben den bereits genannten Songs gehört der "Schleichwegerl", das b.o.s.s.-Fankreisen schon Kultstatus genießen dürfte, zu den Highlights auf "Elvis Lebt In Grammelsdorf".

Sonny

Trackliste: 1. In meim Wong (Brumm bumm ba bumm) - 2. Gaanz lang zam - 3. Pferdl in der Schweiz - 4. Schorsch - 5. Elvis lebt in Untergrammelsdorf - 6. Schleichwecherl - 7. Elvis von Schwabing (mit Günther Sigl) - 8. Jesse Garon - 9. Unterhem-Brando vom Hammerweg - 10. Herz und Rock 'N' Roll - 11. Alles so staad

Thanks to Hubert @ b.o.s.s.

weitere Reviews über B.O.S.S.:
B.O.S.S./ Moidl As Pentling (Maxi-Single)
B.O.S.S./ Locker Langa (Mundart-Tipp/ May 2003)


 

B.IMPATIENT/ Intensity
  • Band: B.Impatient
  • Album: Intensity
  • Spielzeit: 51:36 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Guano Apes, Die Happy, P!nk, No Doubt
  • Veröffentlichung: 18.08.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mal abgesehen von DIE HAPPY ist es wohl keiner deutschen Band gelungen die Lücke, die GUANO APES in der hiesigen und internationalen Alternative Rock-Szene hinterlassen haben, nur halbwegs zu schließen. Ein Emporkömmling, der unbestritten das Potenzial dazu hat, hört auf den Namen B.IMPATIENT. Das Quintett um Frontfrau Brigitte Berg, die stimmvolumentechnisch locker mit Sandra Nasic mithalten kann, versucht dabei – trotz der Vergleiche – durchaus seine eigene Linie zu verfolgen. Die 14 hitpotenziellen Nummern auf "Insanity" überzeugen durch ausgewogenes Songwriting, der richtigen Dosierung zwischen aggressiven und melodisch-hypnotischen Parts bzw. durch das emphatische Wechselspiel zwischen Härte und Zerbrechlichkeit ("Loose My Mind") oder Rotzigkeit ("Beauty & Beast"). Außerdem wartet das Debüt der Paderborner mit einer frischen und druckvollen Produktion auf, die internationalen Standard entspricht. Zum Appetitmachen sollte man unbedingt die melodische Hymne "Surrender", den keyboardlastigen Hypnose-Stampfer "Fortune & Gate" oder den rotzig groovenden Titeltrack antesten. Ein erfreulich starkes Debüt!

Sonny

Trackliste:

1. In My Head - 2. Surrender - 3. Distance - 4. Beauty & Beast - 5. Susanna - 6. Fortune & Fate - 7. Too Much - 8. My Religion - 9. Enemy - 10. Didn't I - 11. Intensity - 12. Try & Error - 13. Lonely If

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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Last Update: Sunday, 31. December 2006
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