The Home Of ROCK & METAL HEAVEN

BONFIRE/ Double X
  • Band: Bonfire
  • Albumtitel: Double X
  • Spielzeit: 63:56 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: LZ Records/ Sony BMG Music Entertainment
  • Vergleichbare Bands: tut das Not?
  • Veröffentlichung: 21.04.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Nach dem experimentellen und leider viel gescholtenen – meiner Ansicht nach aber keinesfalls enttäuschenden – Vorgänger "Free"
feiern die Ingolstädter nun mit dem neuesten Streich "Double X" ihr zwanzigjähriges Bandjubiläum. All den Nörglern, die jetzt geglaubt haben, dass sich die Band um Sänger Claus Lessmann und Gitarrist Hans Ziller nach der relaxten und genialen Unplugged-Vorstellung "One Acoustic Night" (DCD/ DVD) langsam aufs Altenteil zurückziehen würde, wird gleich mit dem Opener "Day 911" der Wind aus den Segeln genommen. – Noch nie haben sich BONFIRE von einer derart schnellen und wuchtigen Seite gezeigt! Und das bleibt beileibe kein einmaliger „Ausrutscher“, denn der schmissige Doublebasser "Bet Your Bottom Dollar" und "So What?" schlagen annähernd in die gleiche Kerbe. Auch die typisch schmachtende BONFIRE-Ballade sucht man auf dem Album vergebens, stattdessen überrascht die Band mit einem atmosphärisch-balladesken Stampfer namens "Blink Of An Eye", der es in der „extended version“ (Bonustrack) – gewürzt mit einem vorwärts rockenden Schlussakt – sogar auf eine beachtliche Spielzeit von fast 8min bringt, ohne dabei etwas von seinem Unterhaltungswert einzubüßen. Auf der anderen Seite scheint es Claus Lessmann, Hans Ziller, Uwe Köhler (Bass), Jürgen „Bam Bam“ Wiehler und Gitarrist Chris „Yps“ Limburg mit Nummern wie "But We Still Rock", "Right Things Right" oder den kurzen – aber witzigen – „hidden track“ gelungen zu sein, den Spaß, den sie bei ihren Acoustic-Konzerten hatten, mit ins Studio zu nehmen. Meine persönlichen Favoriten sind allerdings das wehmütige "Hard To Say", das mich stellenweise an KISS’ "Hard Luck Woman" erinnert, und der Groover "What’s On Your Mind", der mit einem fesselnden Refrain durch die Lauscher brät. Natürlich hat die Band mit "Cry For Help" oder dem provozierenden "Rap Is Crap!" wieder Nummern am Start, deren Texte zum Nachdenken auffordern bzw. deren Aussagen wieder für viel Diskussionsstoff in Kritikerkreisen sorgen dürften. Letztendlich dürfte "Double X" aber genau das Album sein, das die Fans eigentlich nach "Strike X" anstelle von "Free" erwartet hätten. Ein verdammt starkes Album, das ich persönlich fast mit "Fireworks" auf eine Qualitätsstufe stelle... Keine Frage: „the fire still burns!“ und deshalb auch unser „Album Of The Month“… wie könnte man den 20. Bandgeburtstag besser feiern?

Sonny

Trackliste: 1. Day 911 - 2. But We Still Rock - 3. Cry For Help - 4. Bet Your Bottom Dollar - 5. What's On Your Mind - 6. Blink Of An Eye - 7. Rap Is Crap - 8. Notion Of Love - 9. Right Things Right - 10. Hard To Say - 11. Wings To Fly - 12. So What - 13. Blink Of An Eye (Extended Version)

Thanks to Sebastian @ cmm

weitere Reviews über BONFIRE:
BONFIRE/ One Acoustic Night - Live At The Private Music Club (Album Of The Month/ March 2005)
BONFIRE/
Free
BONFIRE/ Tell Me What U Know (Single)
BONFIRE/
Live Over Europe!
BONFIRE/
29 Golden Bullets
BONFIRE/
Strike Ten


  • Band: Frontline
  • Albumtitel: Circles
  • Spielzeit: 46:32 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Point Music
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 21.04.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Obwohl sich die modernere und härtere Gangart bereits auf dem Vorgänger "The Seventh Sign" angekündigt hat, musste ich nach dem ersten Durchlauf von "Circles" doch erstmal tief durchatmen. Keine Angst, die Franken haben sich zu einem abrupten Stilbruch hinreißen lassen und beileibe kein schlechtes Album eingespielt. Vielmehr fühlte ich mich von der Beharrlichkeit, mit der die Band um Gitarrist/ Produzent Robby Böbel und Sänger Stephan Kämmerer ihre Weiterentwicklung vorangetrieben hat, gewaltig überrollt. Doch bereits nach dem dritten oder vierten Lauschangriff schlug meine anfängliche Fassungslosigkeit in Begeisterung um, für die sich gerade die modern ausgerichteten Stücke wie "I Give You The Rest", beim dem melodisch-fette Grooves auf feine Keyboards treffen, oder das melodisch-aggressive "Hunter" verantwortlich zeichnen. Natürlich tummeln sich unter den zehn Songs u. a. mit "Save Me" und "Don’t Run Away" auch typische FRONTLINE-Hymnen, die sofort ins Ohr gehen. Nach Balladen hingegen sucht man auf der neuen Scheibe vergebens, was der härteren Ausrichtung im Gesamtbild noch etwas mehr Nachdruck verleiht. Die Highlights sind meines Erachtens das epische "Say, What You Have To Say" sowie der straight-sphärische Rocker "No One" und der mystisch angehauchte Stampfer "Into Deep". Neben dem charismatischen Gesang von Stephan Kämmerer, verdient insbesondere die starke Gitarrenarbeit von Robby Böbel, der für das Material genau die richtige Dosierung zwischen fetten Riffs, ausgefeilten Leads und packenden Solos gefunden hat, höchste Anerkennung. Außerdem vermittelt "Circles" den Eindruck, dass Herr Böbel auch arrangement- und produktionstechnisch einen weiteren Schritt nach vorne gemacht hat. Schlussfolgerung: Wer nach dem Durchlauf genauso fasslosungslos wie ich war, sollte der Scheibe noch eine paar Runden gönnen, denn "Circles" wächst ungemein und gräbt sich unabwendbar in den Gehörgängen ein. Ich bin mir sicher, dass FRONTLINE mit diesem facettenreichen Album neue Fanschichten erschließen können, ohne dabei die treue Anhängerschaft zu vergraulen.
P.S. "Circles" kommt in einer streng limitierten Ausgabe von 1000 Stück als Doppel-Album auf den Markt, welches die in Sammlerkreisen sehr begehrte Japan-Scheibe "Heroes" beinhaltet. Es ist also Eile geboten.

Sonny

Trackliste: 1. No One - 2. I Give You The Rest - 3. Save Me - 4. Did You Ever (Taste The Pain) - 5. Say, What You Have To Say - 6. Don't Run Away - 7. Hunter - 8. Into Deep - 9. It Is You - 10. My Vision

Thanks to Birgitt @ GerMusica

weitere Reviews über FRONTLINE:
FRONTLINE/
The Seventh Sign
FRONTLINE/
Almost Unreleased
FRONTLINE/
Against The World


  • Band: Survivor
  • Albumtitel: Reach
  • Spielzeit: 53:58 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 21.04.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Endlich ist es soweit! Neben den letzten Alben von JOURNEY und TOTO gehört wohl das SURVIVOR-Comeback zu den heißersehntesten Melodic Rock-Veröffentlichungen der letzten Jahre. Klammern wir mal "Empires" (1999), das unter JIMI JAMISON’S SURIVOR veröffentlicht wurde, aus, dann hat es sage und schreibe fast 18 Jahre gedauert bis uns die Band um Songwriter/ Gitarrist Frankie Sullivan und Sänger Jimi Jamison nun endlich mit neuen Stoff versorgen. Obwohl der Großteil der 12 Songs im Vergleich zu den Klassiker-Alben aus den 80ern ziemlich ruhig und relaxt ausgefallen ist, dürfte eigentlich keiner der ausgehungerten Anhänger von "Reach" enttäuscht sein. Zugegeben, für Traditionalisten, die sich mehr mit rockigen Momenten wie den Opener/ Titeltrack und "Gimme The World" oder dem von Frankie Sullivan gesungenen Groover "Fire Makes Steel" identifizieren, ist der Balladen-Anteil ohrenfällig um die ein oder andere Nuance zu hoch ausgefallen. Diese Konstellation ändert aber nichts daran, dass "Reach" ein wirklich gutes Comeback darstellt, denn wann kommt man schon in den Genuss von balladesker und gefühlvoller Kost, die sich auf derart hohen Niveau wie "Seconds Away" oder "One More Chance" abspielt? Während erstere durch eine großartige Leadgitarre und eine erquickende Acoustic-Gitarre, die auf melancholischen Keyboards gebettet sind, besticht, bleibt die andere aufgrund harmonischer Chöre und einer sehr seelenvollen Gesangsarbeit von Jimi Jamison in den Gehörgängen förmlich kleben. Als weitere Highlights sind die Uptempo-Hymne "Talkin’ About Love" (ebenfalls von Herrn Sullivan intoniert) und "Don’t Give Up", die beide mit typischen SURVIVOR-Trademarks aufwarten. Somit drängt sich "Reach" trotz zweier etwas schwächeren Nummern ("The Rhythm Of Your Heart"/ "I Don’t") unweigerlich als „Comeback-Tipp“ für April auf. Ein sehr schönes Album!

Sonny

Trackliste:

1. Reach - 2. Fire Makes Steel - 3. Nevertheless - 4. Seconds Away - 5. One More C hance - 6. Gimmie The Word - 7. The Rhythm Of Your Heart - 8. I Don’t - 9. Half Of My Heart - 10. Talkin’ ‘Bout Love - 11. Don’t Give Up - 12. Home

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

  • Band: Fate
  • Albumtitel: V
  • Spielzeit: 54:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 21.04.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Das endlose Warten hat endlich ein Ende. Es gab in den letzten Monaten wohl keine Veröffentlichung im Hard Rock-Bereich, der ich persönlich annähernd so entgegengefiebert habe, wie der Comeback-Scheibe von FATE. Und? Obwohl ich gestehen muss, dass ich anfänglich mit dem Organ von Per Johansson, der in den letzten16 Jahren in einem Helium-Zelt genächtigt haben muss, meine Probleme hatte, konnte mich das Material gleich auf Anhieb überzeugen. Nun, ungezählte Durchläufe später kann ich mir die hochklassigen – von Tommy Hansen – fettproduzierten Nummern nicht mehr ohne diesen charakteristischen Gesang vorstellen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle ob der Laser gerade den unglaublich drückenden und eingängigen Opener "Butterfly" oder den orientalisch angehauchten Stampfer "Everything About You", das in einer radikaleren Ausrichtung selbst auf einem U.D.O.-Album seine Berechtigung hätte, oder die groovende Hymne "I’ll Get By" abtastet. Lediglich "Ecstasy", das stellenweise mit SCATMAN JOHN-Anleihen zu spielen scheint, kann den durchgehend hohen Level nicht halten. Als weitere Anspieltipps sind das düstere "Life", das durch sehnsüchtig-flockige Keyboards eine ganz faszinierende Atmosphäre aufbaut, und das eindringlich mahnende "Burned Child" zu empfehlen.
Lässt man mal die musikalische Marschrichtung außen vor, dann drängt sich "V" meines Erachtens mindestens genauso stark wie die Rückkehr von SURVIVOR als „Comeback-Tipp“ auf. Deshalb müssen sich in diesem Monat zwei Bands diesen Titel teilen... ausnahmsweise

Sonny

Trackliste: 01. Butterfly 5,03 - 02. Heaven’s Crying Too 5,02 - 03. Everything About You 4,43 - 04. Ecstacy 4,18 - 05. Nobody Loves You The Way I Do 5,21 - 06. Burned Child 4,56 - 07. I’ll Get By 4,00 - 08. Life 5,23 - 09. Fate 5,08 - 10. Memories Wont Die 5,20 - 11. Toxic 5,30

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Sven @ MusicConsult

weitere Reviews über FATE:
FATE/ Scratch'n Sniff (re-release) (Klassiker-Tipp)
FATE/
A Matter Of Attitude (re-release)


ZWECKINGER/ Metzgerei Königswieser
  • Band: Zweckinger
  • Albumtitel: Metzgerei Königswieser
  • Spielzeit: 48:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: BSC Music/ Rough Trade
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 28.04.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Vor zwei Jahren bescherte uns der Fünfer aus dem Münchener Umland mit seinem Debüt "Münchner Grant" den ersten „Mundart Rock-Tipp“ auf ROCK & METAL HEAVEN. Nun lassen ZWECKINGER ihren Zweitling mit dem eigenartigen Titel "Metzgerei Königswieser" aufs Bayernland los. Im Vergleich zum Vorgänger hat die Band „a g’scheits Pfund Groove mehr auf da Pfanna“, was sich sogleich beim Opener "Gsund", der den derzeitigen Hype um Naturheilverfahren und alte fernöstliche Entspannungs-/ Harmonielehren gehörig auf die Schippe nimmt, unweigerlich bemerkbar macht. Trotz der etwas härteren Gangart hat man nichts an Facettenreichtum eingebüsst – ganz im Gegenteil, der Sound scheint dadurch noch vielschichtiger geworden zu sein. Einerseits ergänzen sich Punk und Polka in einer wilden Nummer namens "Liebend Herz" dermaßen perfekt, dass man fast annehmen könnte es wäre immer schon so gewesen. Andererseits schrecken Miek, Jaco, Tom, Gerhard und Wolfgang auch nicht davor zurück heftige HipHop-Beats ("A Hit Muas Her") in ihre nachdenklichen ("Dankschön") und unterhaltsamen Rocksongs einzubauen. Natürlich sind auch weiterhin Landler (Titeltrack/ "I Geh Ja"), verträumte – leicht mittelalterlich angehauchte – Acoustic-Nummern wie z. B. "Scho Wieda", die zugleich tiefe Melancholie und unglaublich viel Witz in sich tragen, und zackige a capella-Passagen ("Laf Davo") oder wunderschöne Melodien ("He Oida") fester Bestandteil des typischen ZWECKINGER-Sound. Meine liabst’n Liadln san (Lieblingslieder sind) allerdings "A Guada Dog", der z. B. mit seinen witzigen Sprechpassagen selbst den größten Morgenmuffel gutgelaunt in den Tagen starten lassen müsste, und der derbe Blueser "Stottern", der selbst einen KURT OSTBAHN vor Neid erblassen lassen dürfte, sowie der heftige Mitsingkracher "Sex", der einen Hauch von RITCHIE VALENS in sich trägt. Als bekennender Löwenfan gehört natürlich auch die Aufstiegshymne "Wir kumma wieda", welche die ZWECKINGERs gemeinsam mit LUSTFINGER eingespielt haben, zu meinen absoluten Faves. – Auch wenn’s diesmal wieder nicht für den Sprung zurück in die 1. Bundesliga gereicht hat. –  Aber wie heißt’s noch mal im Booklet so schön: „Unbegrenzt haltbar!“ ... und diese These lässt sich problemlos auf das gesamte Album übertragen. Einfach zeitlos und unverkrampft.
Nur schade, dass die Band für ihre bayrische Version des DIRE STRAITS-Klassikers "Romeo & Juliet" keine Freigabe bekommen haben, denn "Julia" hätte verdammt gut zum neuen Album gepasst.

Sonny

Trackliste: 1. Gsund - 2. A Gouda Dog - 3. Liebend Herz - 4. A Hit Muas Her - 5. Metzgerei Königswieser - 6. Dankschön - 7. I Geh Ja - 8. Tschätt - 9. Scho Wieda - 10. Stottern - 11. Laf Davo - 12. He Oida - 13. Sex - 14. Mia Kumma Wieda (zusammen mit Lustfinger)

Thanks to Jaco @ Zweckinger

weitere Reviews über ZWECKINGER:
ZWECKINGER/
Münchner Grant (Mundart-Tipp/ April 2004)


ENGELHAI/ Schuldigung, Dass Wir Stör'n
  • Band: Engelhai
  • Album: Schuldigung, Dass Wir Stör’n
  • Spielzeit: 42:31 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Rock ’N’ Roll Rettungskommando
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: ??.04.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Deutschsprachige Rockmusik erfreut sich bereits seit ein paar Jahren – Gott sei Dank – immer größer werdender Beliebtheit. Fernab von den kommerziellen Pfaden und Trends dieses Genres haben ENGELHAI mit ihrem Sound, der sich verschiedener Elemente aus Funk, Punk, Blues, Rock ’N’ Roll, Hard Rock und Heavy Metal bedient, eine ganz eigene Nische gefunden. Im Gegensatz zu manchen Topacts der Szene spricht der Vierer eine ganz eindeutige und verblümte Sprache wie z. B. beim scharfkantigen – mit funky Bassläufen aufgelockerten – Opener/ Titeltrack, der die aktuelle künstlich aufgeblasene Musik- und Radiolandschaft gehörig auf die Hörner nimmt, oder "Enddarmdelta", das sich mit der Verrohung des gesellschaftlichen Alltags auseinandersetzt. Trotz dieser direkten Gangart befinden sich unter den 11 Nummern auch Stücke, die jede Menge Hitpotenzial in sich tragen. Diesen Anspruch erfüllen in erster Linie das von einer leicht melancholischen Instrumentalstimmung a la CURE getragenen "Du Bist Nicht Allein", in dessen Refrain Sänger Daniel Schulz in die Region eines Peter Heppners (WOLFSHEIM) vordringt, und die Acoustic-Nummern "Die Wahren Asis", die durch pathetische Cello-Parts gekrönt wird, sowie die abschließende Ballade "Regenbogen". Einfach erfrischend bodenständiger und direkter Deutsch Rock... Bitte mehr davon!!!

Sonny

Trackliste: 01. Schuldigung, Dass Wir Stör'n - 02. Alles Was Ich Will - 03. Was Hast Du Bisher Vermisst - 04. Du Bist Nicht Allein - 05. Die Wahren Asis - 06. Rock 'N' Roll-Rettungskommando - 07. Michelle - 08. Gold Zu Brot - 09. Enddarmdelta - 10. Herzlich Willkommen - 11. Regenbogen

Thanks to Daniel @ Engelhai


LAKEHURST/ Close Your Eyes
  • Band: Lakehurst
  • Album: Close Your Eyes
  • Spielzeit: CD: 48:55 min/ DVD: ca. 10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Robin Beck, Headpins
  • Veröffentlichung: 01.04.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Sechs Jahre nach ihrem von vielen Seiten gelobten Debüt "Miracles" lassen die Hessen nun endlich mit "Close Your Eyes" ihr neues Album folgen. Was schon die zwischenzeitlich veröffentlichte EP "So Sexy" (2002) stellenweise aufgezeigt hat, wird nun auf dieser Scheibe zur Vollendung gebracht: Harte und frische Gitarren, spritzige Keyboards und unwiderstehlicher Groove – gepaart mit einem schier unerschöpflichen Quell von erfrischenden Melodien – bilden den perfekten Nährboden für das kraftvolle Organ von Sängerin Nicole „Nicki“ Braun, die sich nicht in geringster Weise hinter ROBIN BECK zu versteckten braucht. Highlights findet man unter den 10 – größtenteils von Markus Teske (u. a. VANDEN PLAS, DARK SKY) produzierten – Nummern zuhauf. Da wären z. B. die von gefühlvollen Streicher- und Pianoparts getragene Power-Ballade "For You" und der sommerlich-frische Stampfer "Forget It" oder das zart-hymnische "Sorry I Can’t Wait", das mit einem schönen Gitarrensolo aufwartet. Außerdem hat "Close Your Eyes" eine kurze Bonus-DVD, die stimmungsvolle bzw. lässige Videos von quirligen "Ludmilla" (aus dem Debüt) und vom hitverdächtigen Kracher "Stay" (aus besagter EP) beherbergt, mit im Gepäck. Dazu rundet ein umfassendes Booklet den überaus positiven Gesamteindruck perfekt ab. Dieses Package gibt mal wieder ein Paradebeispiel ab, dass nicht unbedingt ein Label von Nöten ist, um ein Album auf Top-Niveau abzuliefern. – Zweifellos unser „Underground-Tipp“ des Monats.
Ordern könnt ihr diese für Fans des „female fronted“-Rocks unentbehrliche Vollbedingung unter www.lakehurst.de.

Sonny

Trackliste: 1. The Reason - 2. Sorrow - 3. The Game - 4. Forget It - 5. For You - 6. Not Enough - 7. I Feel High - 8. Angel - 9. Believe It - 10. Sorry I Can't Wait

Bonus DVD: 1. Ludmilla - 2. Stay

Thanks to Mike @ Black Solaris

weitere Reviews über LAKEHURST:
LAKEHURST/ So Sexy


FELSKINN/ Felskinn
  • Band: Felskinn
  • Album: Felsinn
  • Spielzeit: 37:07 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Montaphon Records/ Schweiz-Import
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 07.04.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Kennern der Schweizer Musiklandschaft dürfte der Sänger und Songwriter Andy Portmann durchaus durch seine facettenreichen Pop Rock-Alben "Only A Smile" und "Broadwaypop" bekannt sein. Während den Arbeiten zu seinem dritten Solo-Album erkennt der Sänger, dass seine Songs immer härter werden und legte sogleich den Grundstein für FELSKINN. Trotz der Tatsache, dass er mangels eigener Band das Album von Studiomusikern einspielen lassen hat, besitzen die 10 Nummern unglaublich viel Live-Charakter und präsentieren sich wie aus einem Guss. Die musikalische Marschrichtung liegt irgendwo zwischen modernen Hard Rock und Heavy Metal, wobei man auch vor einer rotzig-hymnischen Prise Punk ("But It’s Like") nicht zurückschreckt. Auf der anderen Seite macht sich in Songs wie der wunderschönen Ballade "Stay Together", die er im Duett mit Background-Sängerin Annie Kaser singt, oder der pianodominanten Nummer "Nothing" auch die Musical-Erfahrung von Andy Portmann überaus positiv bemerkbar. Die absoluten Höhepunkte sind meines Erachtens aber der treibend-hymnische Groover "170105", bei dem zwischen den harten Gitarren nahezu hypnotisierende Keybords durchblitzen und das fettgroovende – stets melodische – "The Way" sowie die deutschsprachige und folklastige Riffnummer "Stillstand", die sich kritisch mit dem Zustand der westlichen Gesellschaft auseinandersetzt. Ein modernes Heavy Rock-Album, das sowohl anspruchsvoll ist, als auch mit dem nötigen Rotz- und Kick Ass-Faktor ausgerüstet ist. Dürfte eigentlich nur noch eine Frage der Zeit sein, bis FELSKINN auch außerhalb der eidgenössischen Grenzen einen Deal an Land ziehen. Halt, ein kleines Manko hat die Scheibe dann aber doch noch: mit gerade mal 37 min ist die Spielzeit doch ziemlich knapp bemessen!
P.S. Mittlerweile hat Andy Portmann in Gitarrist Stefan Schroff, Drummer Flavio Mezzodi und der jungen Bassistin Sarah Zaugg die geeigneten Bandmitglieder gefunden und man schraubt schon fleißig am zweiten Album.

Sonny

Trackliste: 1. The Boat - 2. 170105 - 3. But It's Like - 4. The Way - 5. Life Was Better - 6. Stay Together - 7. Stillstand - 8. Sleep Well - 9. Love And Hate - 10. Nothing
Album Trailer

Thanks to Cyril @ Montaphon Records


  • Band: Stray Cats
  • Albumtitel: Alley Cat Rumble
  • Spielzeit: 53:58 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Music Avenue/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 14.04.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Brian Setzer wurde mit seiner letzten Veröffentlichung "Rockabilly Riot!
Volume One – A Tribute To Sun Records" bereits als „Special-Tipp“ auf diesen Seiten präsentiert. Nun kommt er mit seiner Band STRAY CATS, mit denen er in den 80ern eine neue Rockabilly-Welle in Bewegung setzte, erneut zu diesen Ehren. Das belgische Label Music Avenue hat offenbar ganz tief im Archiv der „streunenden Katzen“ gebuddelt und eine CD zusammengestellt, die neben einem Mitschnitt aus dem Jahre 1981 vom Konzert im legendären Roxy/ Los Angeles, auch fünf ziemlich lässige Acoustic Tracks aus einer Studiosession (1991) und vier starke Bonustracks aus dem SWING CATS-Projekt, das Drummer Slim Jim Phantom und Kontrabassist Lee Rocker gemeinsam mit Gitarrist Danny B. Harvey ins Leben gerufen haben, enthält. So kommt scheinbar spielend ein wilder Mix aus eigenen Hits und Klassikern alter Helden wie EDDY COCHRAN ("Summertime Blues") BUDDY HOLLY ("Oh Boy") oder ELVIS PRESLEY ("Mystery Train") zustande. Die rebellische und eigenwillige Interpretation der Country-Nummer des Kings stellt zugleich den Höhepunkt der Acoustic-Studio-Tracks dar. Von den Live-Nummern verbreiten insbesondere "Fishnet Stocking", "Rev It Up And Go" und die zügellose 7min-Version von "Rock This Town", mit dem die ekstatische Publikumsatmosphäre bestens ins eigene Wohnzimmer transportiert wird, ziemlich gute Laune. Wie bei den meisten Zusammenstellungen dieser Art dürfte auch "Alley Cat Rumble" bei Soundfetischisten zu gehörigen Brechreiz führen, da sich produktionstechnisch beim Live-Mitschnitt und bei den Acoustic-Nummern alles im Rohbau befindet. Bei Rockabilly-Fans hingegen dürfte der sehr antiquarische und ungeschliffene Charme dieser raren Aufnahmen für ein authentisches Ambiente sorgen. Die Bonustracks, bei denen u. a. MOTÖRHEADs Lemmy und Johnny Ramone ("Good Rocking Tonight") sowie ex-DOOBIE BROTHERS-Gitarrist Jeff „Skunk“ Baxter ("St. James Infirmary") als Gäste mitwirkten, sind allerdings die Produktion betreffend über jeden Zweifel erhaben. Diese Scheibe wird bei so manchem Zuhörer nicht nur Erinnerungen an rebellische Jugendtage erwecken, sondern auch die Hoffnung auf ein neues STRAY CATS-Album schüren... man wird doch noch träumen dürfen ;-)

Sonny

Trackliste:

Acoustic Cats - Studio Tracks: 1. Stray Cats Strut - 2. Lust 'N' Love - 3. Mystery Train - 4. Summertime Blues - 5. Oh Boy - Rumble At The Roxy - Live Tracks: 6. Double Talkin' baby - 7. Rumble In Brightion - 8. Baby What You Want Me To Do? - 9. Rev It Up And Go - 10. Beautiful Delilah - 11. Stray Cats Strut - 12. Rock Around With Ollie Vee - 13. Fishnet Stocking - 14. Jeanie, Jeanie, Jeanie - 15. Rock This Town - Good Rockin Cats - Bonus Tracks: 16. Swing Cat Stomp - 27. Good Rockin' Tonight - 18. St. James Infirmary - 19. Viva Las Vegas 

Thanks to Alfie @ Music Avenue


more Reviews for April 2006 (Klassiker-Alarm!)

Last Update: Sunday, 22. October 2006
created in January 2001 © by Sonny