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DORO/ Warrior Soul
  • Band: Doro
  • Albumtitel: Warrior Soul
  • Spielzeit: 57:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AFM Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 24.03.2006
  • Charteinstieg: 10.04.2006 Platz Nr. 27
  • weitere Platzierungen:
    17.04.2006 Platz Nr. 61 / 24.04.2006 Platz Nr. 74
    01.05.2006 Platz Nr. 91 / 08.05.2006 Platz Nr. 100
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Nachdem uns Frau Pesch mit "Classical Diamonds" (2004) in atemberaubender Weise nahe gebracht hat, wie eine perfekte Fusion aus Heavy Metal und Klassik zu klingen hat, will sie uns nun mit dem eigentlichen "Fight"-Nachfolger unter die Haut gehen. Im Vorfeld wurde ja schon gemunkelt, dass das neue Album wieder mehr in Richtung "Triumph & Agony" gehen soll. Nun, Tatsache ist, dass "Warrior Soul" soviel 80er Heavy Rock/ Metal-Flair versprüht wie schon lange kein DORO-Album mehr, aber trotzdem atmet die Scheibe noch genug knackig-frischen Zeitgeist und klingt deshalb zu keiner Sekunde angestaubt oder gar abgedroschen. Dabei spielt es keine Rolle ob man sich nun vom flotten Kracher "Haunted Heart" oder vom dramatischen Titeltrack, der in gewissen Passagen Vergleiche zu "Constant Danger" ziehen lässt, oder von der kraftstrotzenden (Halb)Ballade "Heaven I See" mitreißen lässt. Für Gänsehaut pur sorgen der majestätisch schreitende Groover "Above The Ashes" sowie die beiden Killer-Balladen "In Liebe Und Freundschaft" und "Shine On", bei denen sich DOROs Erfahrungen aus dem eingangs erwähnten Klassik-Album außergewöhnlich positiv bemerkbar machen. Zudem hat DORO mit "My Majesty" eine packende Live-Hymne am Start, die sich auf Konzerten zwischen Klassikern wie "All We Are" oder "East Meets West" nahtlos einfügen dürfte. Kurz gesagt: "Warrior
Soul" ist eine perfekt ausgewogene Mischung zwischen gewaltig vorwärts rockenden Material und unglaublich gefühlvollen Momenten. Ein Album mit verdammt viel Seele!

Sonny

Trackliste: 1. You 're My Family - 2. Haunted Heart - 3. Strangers Yesterday - 4. Thunderspell - 5. Warrior Soul - 6. Heaven I See - 7. Creep Into My Brain - 8. Above The Ashes - 9. My Majesty - 10. In Liebe Und Freundschaft - 11. Ungebrochen - 12. Shine On - Bonus Tracks: 13. Angel In The Dark - 14. 1999

Thanks to Rebecca @ AMF Records

weitere Reviews über DORO
DORO/
Classic Diamonds
DORO/
Fight


TEXAS LIGHTNING/ Meanwhile, Back At The Ranch...
  • Band: Texas Lightning
  • Albumtitel: Meanwhile, Back At The Ranch...
  • Spielzeit: 51:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: X-cell Records/ Sony BMG Music
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 03.03.2006
  • Charteinstieg: 20.03.2006 Platz Nr. 41
  • weitere Platzierungen:
    27.03.2006 Platz Nr. 06 / 03.04.2006 Platz Nr. 10
    10.04.2006 Platz Nr. 13 / 17.04.2006 Platz Nr. 17
    24.04.2006 Platz Nr. 21 / 01.05.2006 Platz Nr. 19
    08.04.2006 Platz Nr. 14
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Ja, eure Augen täuschen euch nicht. Es hält doch tatsächlich der Country auf Rock & Metal Heaven Einzug. Keine Aufregung, der Betreiber dieser Seite begibt sich nicht auf triviales Trucker-Musik-Niveau, sondern hat sich mit dem astreinen Country-Fieber infiziert. Der suchtgefährliche Virus heißt TEXAS LIGHTNING! Die unbekümmerte Art, in der Jane Comerford (Gesang/ Ukulele), Jon Flemming Olsen (Gesang/ Gitarre), Markus Schmidt (E-Gitarre, Banjo), Uwe Frenzel (Bass) und Olli Dittrich (Schlagzeug) sowohl Songs von Country-Legenden wie z. B. PATSY CLINE ("Walking After Midnight") als auch genrefremde Klassiker interpretieren, wirkt auch auf bodenständige Hard Rock-Fans höchst ansteckend. Was nicht zuletzt in den lässigen Interpretationen von MOON MARTINs "Bad Case Of Loving You" oder AC/DCs "Highway To Hell" seine fundierte Begründung findet. Aber auch countrygerechten Umsetzungen von "Like A Virgin" (MADONNA), "Kiss" (PRINCE) oder "Man In The Mirror" (MICHAEL JACKSON) wissen sofort „Ohrganismus“ des Zuhörers in Beschlag zunehmen. Ja sogar Liedermacher- und Schlager-Evergreens wie REINHARD MAYs "Über Den Wolken", das in TEXAS LIGHTINGscher Fassung über englische Lyrics verfügt und "Over The Mountains" heißt, oder "Raindrops Keep Falling On My Head" und "Blue Bayou" (LINDA RONSTADT) kommen im knackigfrischen Country-Style ganz ohne Kitsch bzw. triefenden Schmalz aus. Des Weiteren haben die lässigen Cowboys und ihr aufreizendes Cowgirl eine weniger bekannte BEATLES-Nummer ("Norwegian Wood) und den ABBA-Disco Hit "Dancing Queen" in ein freches Country-Gewand gekleidet. Eigentlich wurde die Scheibe schon im letzten Sommer veröffentlicht, aber da TEXAS LIGHTNING dem Ruf des Eurovision Song Contests gefolgt sind, kommt "Meanwhile, Back At The Ranch..." ergänzt durch die Eigenkomposition "No No Never" nun erneut zu Veröffentlichungsehren. Diese Nummer, mit der sie überraschender/ erfreulicherweise den deutschen Vorentscheid gewinnen konnten und Deutschland nun in Athen würdig vertreten werden, vermittelt gute Laune pur und passt sich somit nahtlos ins Album ein.
Dieses Album solltet ihr unbedingt gehört haben! Aber Vorsicht, der TEXAS LIGHTNING-Virus ist gegen alle bekannten Kuren und Behandlungen resistent!

Sonny

Trackliste: 1. Bad Case Of Loving You - 2. Like A Virgin - 3. No No Never - 4. Kiss - 5. Over The Mountains - 6. C'est La Vie - 7. Highway To Hell - 8. Dancing Queen - 9. Man In The Mirrow - 10. Norwegian Wood - 11. Smoke, Smoke Smoke (That Cigarrette) - 12. Walking After Midnight - 13. Raindrops Keep Falling On My Head - 14. Walk On The Wild Side - 15. Blue Bayou



Thanks to Sabrina @ E.S.P. Entertainment


LIV KRISTINE/ Enter My Religion
  • Band: Liv Kristine
  • Albumtitel: Enter My Religion
  • Spielzeit: 45:05 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Roadrunner Records/ Universal
  • Vergleichbare Bands: Kate Bush, Blackmore’s Night, Bandits, Ofra Haza
  • Veröffentlichung: 03.03.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Endlich ist es soweit! Ziemlich auf den Tag genau 8 Jahre nach ihrem Solodebüt "Deux Ex Machina" erfreut uns Engelskelchen LIV KRISTINE (LEAVES’ EYES/ ex-THEATRE OF TRAGEDY) mit dem heißersehnten Nachfolger. Wie schon auf dem Vorgänger präsentiert sich die nordische Schönheit im äußerst anspruchsvollen Popgewand, nur mit dem feinen Unterschied, dass "Enter My Religion" noch vielschichtiger und facettenreicher – zuweilen sogar exotischer und weniger waviger – ausgefallen ist. Da wäre auf der einen Seite verträumt-romantischer (Titeltrack. "Coming Home") und gefühlvoll-melancholischer Stoff ("Blue Emptiness", "For A Moment"), während andererseits "My Revelation" oder "You Are The Light" mit einem leichten OFRA HAZA-Touch aufwarten bzw. in BANDIT-Manier grooven. Aber auch mit richtig tanzbaren Material weiß die bessere Hälfte von Alex Krull (ATROCITY) restlos zu überzeugen, wie "Trapped In Your Labyrinth" oder die astreine – mit frischen Akkordeon-Parts garnierte – Dancefloor-Nummer "You Take Me Higher", bei der selbst eine Pop-Ikone wie MADONNA neidisch werden könnte, eindrucksvoll untermauern. Weitere Highlights stellen die Coverversion der BRUCE SPRINGSTEEN-Nummer "Streets Of Philadelphia", die noch viel wehmütiger als das Original ausgefallen ist, und der unglaublich lockere Opener "Over The Moon", die man sich – mit einigen Abstrichen – auch gut auf einer etwas losgelösten BLACKMORE’S NIGHT-Scheibe vorstellen könnte, dar. Dabei ziehen sich ziemlich raffiniert fernöstliche und klassische Arrangements wie ein roter Faden durch (fast) alle Songs, die natürlich durch den engelhaften Gesang von LIV KRISTINE ihre Krönung erfahren. Fazit: "Enter My Religion" zeichnet sich zu jeder Sekunde mit „Earcatcher“-Qualitäten aus.

Sonny

Trackliste: 1. Over The Moon - 2. Fake A Smile - 3. All The Time In The World - 4. My Revelation - 5. Coming Home - 6. Trapped In Your Labyrinth - 7. Blue Emptiness - 8. You Are The Night - 9. Enter My Religion - 10. Streets Of Philadelphia - 11. You Take Me Higher - 12. For A Moment

Thanks to Martin @ Roadrunner Records


MIKEYLA/ Something Like That
  • Band: Mikeyla
  • Albumtitel: Something Like That
  • Spielzeit: 41:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: B Factory/ DA Music
  • Vergleichbare Bands: Lisa Marie Presley, P!nk, härtere Corrs
  • Veröffentlichung: 03.03.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Schweden scheint einen schier unerschöpflichen Quell an jungen begnadeten Pop Rock-Sängerinnen zu haben. Nach ALEENA, ANNA SAHLENE und NEA im vergangenen Jahr folgt nun MIKEYLA. Zwar geht dieses Fräulein eine gute Ecke härter als ihre Landsfrauen zu Werke, aber qualitativ kann der 19 jährige Wirbelwind locker mithalten, wie ihr erstaunlich ausgereiftes Debüt eindrucksvoll untermauert. Auf "Something Like That" tummeln sich 12 modern rockende Schwedenhappen, die sich allesamt sofort in den Gehörgängen breitmachen, um dort für die nächsten Tage und Wochen zu verweilen. Das fängt beim treibenden Powerrocker "Lie" an, setzt sich über das schräg pumpende "Not Your Clown", das auf raffiniert-bizarren Computersounds gebettet ist, fort und endet mit dem lässigen groovenden "Cruel", der auch gut auf das letzte Album von LISA MARIE PRESLEY gepasst hätte. In die annährend gleiche Kerbe schlagen die schwärmerische Ballade "Wait" und "Who Am I", das mit messerscharfen Riffs und geilen Samples aufwartet. Zudem erweisen sich "Young & Stupid", das mit einem catchy Refrain aufwartet und sich so anhört als hätte John „Mutt“ Lange die CORRS produziert, sowie das hymnische "Not A Story" als extrem hitverdächtig. Großartige Songs und eine Wahnsinnsstimme.

Sonny

Trackliste: 1. The Lie - 2. Calling - 3. Happy Worst Day - 4. Not A Story - 5. Young & Stupid - 6. Not Your Clown - 7. Wait - 8. Just A Girl - 9. Who I Am - 10. That Is - 11. Mad Mad World - 12. Cruel

Moritz @ Gordeon Music

weitere Reviews über MIKEYLA:
MIKEYLA feat. THE METAL FORCES/ Glorious (Single-Tipp/ June 2006)


Review:
Leute, wie doch die Zeit vergeht! Mir kommt es immer noch vor als wäre es gestern gewesen, dass mich LANA LANE mit ihrem Debüt "Love Is An Illusion" und ihrem bezaubernd-ausdrucksstarken Organ gefesselt hat, dabei feiert die Queen des Symphonic Hard Rocks mit dem hier vorliegenden DVD/ CD-Package ihr mittlerweile 10jähriges Jubiläum. Obgleich man in Anbetracht ihrer bereits ellenlangen Diskographie fast annehmen möchte, der Rotschopf wäre schon seit weit mehr als einer Dekade im Geschäft. Neben einer phantastischen Konzertaufzeichnung, die zum Abschluss der "10th Anniversary"-Tour am 30. Juni vergangenen Jahres im Shibuya O-East zu Tokyo/ Japan mitgeschnitten wurde, enthält die DVD ein Video-Tourtagebuch mit sehr erlesenen und unterhaltsamen „behind-the-scene“-Material. Die Setlist ist natürlich mit endlos vielen (mehr oder weniger bekannten) Perlen und Juwelen aus den letzten 10 Jahren bestückt, die durch instrumentale Kabinettstückchen (z. B. "The Vision" oder "Remdemption Part One") ihres Gatten Erik Norlanders und seiner Mitstreiter (u. a. Peer Verschuren/ Leadgitarre, PAIN OF SOLVATION-Bassist Kristoffer Gildenlöw) einen nahezu majestätische Rahmen erhalten. Die hervorstechenden Prunkstücke sind ohne jeden Zweifel das wuchtig rockende "Souls Of The Mermaids", das durch seine verträumt-sphärischen Passagen besticht, oder "Romeo & Juliet", das melodische und dramatische Elemente in perfekter Harmonie ertönen lässt, und der Klassiker "Symphony Of Angels". Da sich setlisttechnisch kaum Parallelen zur der ersten LANA LANE-DVD ziehen lassen, erweist sich "10th Anniversary Concert" als perfekte Ergänzung zu "Storybook – Tales From Europe & Japan", zumal es in punkto Qualität und Ausführung (5.1 Surround-Sound, Bonusmaterial usw.) erneut nichts auszusetzen gibt. Als Bonus hat "10th Anniversary Concert" eine Audio-CD im Gepäck, die – abgesehen von "Secrete Of Astrology" und der dazugehörigen Einleitung – fast die 1:1-Umsetzung der DVD darstellt. Fanherz was willst Du mehr! Also, wenn das kein würdiger „Live-Candy“-Aspirant ist, dann weiß ich’s auch nicht

Sonny

Trackliste:

DVD: 1. Astrology Prelude (instr.) (Erik Norlander) - 2. Secrets Of Astrology (Erik Norlander) - 3. LIAA Overture (instr.) (Erik Norlander) - 4. Into The Ether (Lana Lane / Erik Norlander) - 5. Curious Goods Part One (instr.) (Erik Norlander) - 6. Emerald City (Lana Lane / Erik Norlander / Neil Citron) - 7. Athena's Shadow (Lana Lane) - 8. Nevermore (Lana Lane) - 9. Garden Of The Moon (Erik Norlander) - 10. In The Hall Of The Ocean Queen (instr.) (Erik Norlander) - 11. Souls Of The Mermaids (Lana Lane / Danelle Kern) - 12. Romeo And Juliet (Lana Lane / Erik Norlander) - 13. The Vision (instr.) (Erik Norlander) - 14. Redemption Part One (instr.) (Erik Norlander) - 15. Tears Of Babylon (Lana Lane / Mark McCrite) - 16. Someone To Believe (Lana Lane / Neil Citron) - 17. December Moon (Erik Norlander) - 18. Destination Roswell (Erik Norlander) - 19. Symphony Of Angels (Erik Norlander / Neil Citron) - 20. Video Tour Diary (Europe, USA, Japan)

BONUS AUDIO CD: 1. LIAA Overture - 2. Into The Ether - 3. Curious Goods Part One  - 4. Emerald City - 5. Athena's Shadow - 6. Nevermore - 7. Garden Of The Moon - 8. In The Hall Of The Ocean Queen - 9. Souls Of The Mermaids - 10. Romeo And Juliet - 11. The Vision - 12. Redemption Part One - 13. Tears Of Babylon - 14. Someone To Believe - 15. December Moon - 16. Destination Roswell - 17. Symphony Of Angels

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
&
Erik @ Think Tank Media

weitere Reviews über LANA LANE:
LANA LANE/ Gemini (Symphonic Rock-Tipp/ January 2007)
LANA LANE/ Lady Macbeth
LANA LANE/
Storybook: Tales From Europe And Japan (DVD)
LANA LANE/
Return To Japan
LANA LANE/
Winter Sessions
LANA LANE/ Covers Collection


SCHANDMAUL/ Mit Leibe Und Seele
  • Band: Schandmaul
  • Albumtitel: Mit Leib Und Seele
  • Spielzeit: 68:44 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: F.A.M.E. Recordings/ Edel
  • Vergleichbare Bands: Subway To Sally, In Extremo
  • Veröffentlichung: 31.03.2006
  • Charteinstieg: 18.04.2006 Platz 10
  • weitere Platzierungen:
    25.04.2006 Platz Nr. 31 / 01.05.2006 Platz Nr. 26
    08.05.2006 Platz Nr. 33
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Wer die bisherige Karriere von SCHANDMAUL mitverfolgt hat, der wird bestätigen können, dass sich das tourfreudige Münchener Sextett um Sänger Thomas Lindner mit jedem Album kontinuierlich gesteigert hat. So auch mit ihrem fünften Studio-Album. Zwei Jahre nach ihrem aufwendigen Akustikwerk "Kunststück" präsentiert sich die Band reifer, facettenreicher und dynamischer als je zuvor. So hat man sich im Laufe der 17 (!) Tracks z. B. verstärkt auf modern-riffige Heavy-Gitarren konzentriert, während die mittelalterlichen Instrumente zwar immer noch ständig präsent sind, aber nicht mehr die alleinig tragende Rolle innehaben wie noch auf den Vorgängern. Diese Weiterentwickelung lässt sich am besten an der dezent angepunkten Hüpfhymne "Lichtblick" oder an "Feuertanz", der gekonnt zwischen sanft-melancholischen Parts und „derben“ Grooves hin- und herpendelt, sowie am verspielt-krachenden Instrumental "Das Mädchen Und Der Tod" nachvollziehen. Trotz der ungeahnten Härte im Sound von SCHANDMAUL müssen die eingefleischten Fans keinesfalls auf bittersüße und morbide Balladen wie "Abschied", "Zauber Der Nacht" und "Dunkle Stunde" verzichten. Ich persönlich gebe allerdings den härteren Nummern wie dem imposanten Opener "Vor Der Schlacht", in dem sich fette Gitarren und traditionelle Dudelsäcke perfekt ergänzen, oder dem mit messerscharfen Riffs ausgestatteten "Mitgift" den Vorzug. Andererseits muss ich aber auch gestehen, dass ich mich dem Charme von "Grosse Wasser", das unüberhörbar liedermacherartige Züge aufweist, und der fröhlich-sprudelnden Flötenklänge von "Der Poet" bzw. der tief-zerbrechlichen Traurigkeit von "Wie Sie Ist" kaum entziehen kann. Bisher ist mir im deutschsprachigen Mittelalter/ Folk Rock keine sinntiefere und behutsamere – gleichzeitig aber schlagfertigere und direktere – Scheibe untergekommen. Der Titel der Scheibe ist doch tatsächlich Programm!

Sonny

Trackliste: 1. Vor der Schlacht - 2. Lichtblick - 3. Kein Weg zu weit - 4. Abschied - 5. Feuertanz - 6. Die Tür in mir - 7. Das Mädchen und der Tod - 8. Der Untote - 9. Zauber der Nacht - 10. Mitgift - 11. Wolkenberge - 12. Dunkle Stunde - 13. Grosses Wasser - 14. Der Poet - 15. Das Spiel - 16. Käptn Coma - 17. Wie sie ist

Thanks to Caro @ F.A.M.E. Recordings


ALEXA/ Alexa
  • Band: Alexa
  • Albumtitel: Alexa
  • Spielzeit: 37:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Saraya, Paul Sabu, Annica
  • Veröffentlichung: 24.03.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Anfangs habe ich mich wirklich immer wieder gefragt warum MTM Classix wohl diese Scheibe neu aufgelegt haben? Doch halt, das selbstbetitelte Debüt von ALEXA gibt erst nach mehreren Durchläufen Stück für Stück von seinem Klassiker-Potenzial preis! So dürfte es wahrscheinlich auch den meisten AOR-Fans 1989 ergangen sein, denn erst in den letzten Jahren mutierte die von PAUL SABU produzierte – und größtenteils auch komponierte – Scheibe in Sammlerkreisen zum Objekt der Begierde. Dabei beherbergt der Silberling solche Perlen wie "We Don’t Remember Why", das in der instrumentalen Struktur Parallelen zu BON JOVIs "You Give Love A Bad Name" aufweist, die stampfende Tanzflächen-Hymne "Dance To Night Away" und die wunderschöne Halbballade "From Now On". Als absolutes Highlight kristallisierte sich allerdings das tempovariable "Wonderlust" heraus, das sich gehörig in den Gehörgängen eingräbt. Neben dem typischen SABU-Sound sorgt die kraftvolle, ausdruckstarke und rauchige Röhre von ALEXA Anastasia für den Wiedererkennungswert dieser faszinierenden Scheibe, die natürlich – in bekannter MTM-Manier – digital remastered erneut das Licht des Tages erblickt. Einziger Wermutstropfen: Diesmal war anscheinend die Ausschau nach adäquaten Bonusmaterial nicht von Erfolg gekrönt. Nichtsdestotrotz gehört die "Alexa" in jede gutsortierte „Female Fronted Rock“-Sammlung!

Sonny

Trackliste: 01. I Can’t Shake You (2:59) - 02. We Don’t Remember Why (4:15) - 03. Dance The Night Away (3:26) - 04. Wanderlust (3:48) - 05. Let It Rock (4:10) - 06. A Cry Away (4:17) - 07. Cool Wind (3:40) - 08. Heart To Heart (3:51) - 09. Spooky (3:09) - 10. From Now On (4:02)

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Sven @ MusicConsult


SHIN-EN/ Stadtrand
  • Band: Shin-En
  • Albumtitel: Standrand
  • Spielzeit: 50:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF-Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Achim Reichel, Rio Reiser, Ton Steine Scherben, Schroeder, Julie Neigel Band
  • Veröffentlichung: 13.03.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Ganz in der Tradition von ACHIM REICHEL, RIO REISER oder TON STEINE SCHERBEN – ab und an verfeinert mit ein paar Einflüssen a la BOB DYLAN – präsentiert sich SHIN-EN auf dem Debüt "Stadtrand". Fernab ausgelutschter Klischees der deutschsprachigen Musik, nennt die Band um Sänger, Gitarrist und Komponist Brian Posch – in ihrer ungestümen und gefühlvollen Art von Rockmusik – die Dinge unverblümt beim Namen. Trotz unmissverständlicher Realität (z. B. "Stoßgebet") kommt auch die zarte und melancholische Poesie ("Am Allerletzten Tag") nicht zu kurz. Dabei erinnern die Ludwigshafener stellenweise auch an die JULE NEIGEL BAND, was sich besonders am fetzig-stampfenden "Raus" festmachen lässt, und schrecken gelegentlich – wie im Falle von "Willi" oder "Jemand Da?!" – auch nicht vor einer rotzigen Prise Punk zurück. Die Glanzpunkte setzen die vier Mannen und das Mädel allerdings mit dem hitverdächtigen "Lieblied In G", das in ziemlich angebluester Manier den Zuhörer in den Bann zieht, und der folkigen Piano-Nummer "Wie Vorher" sowie der von fast  GOISERischer Magie umgebenen Ballade "Hunger". Leider ist mit dem unsäglichen "Wenn Die Nacht Am Tiefsten" auch ein Totalausfall zu verbuchen, aber trotzdem klingt "Stadtrand" für ein Debüt verdammt ausgereift und wird von uns in diesem Monat völlig zurecht als „Deutsch Rock-Tipp“ präsentiert. Derartige Musik braucht das Land!!!

Sonny

Trackliste: 1. Vielleicht - 2. Komm - 3. Liebeslied In G - 4. Stossgebet - 5. Raus - 6. Am Allerletzten Tag - 7. Willi - 8. Wie Vorher - 9. Wenn Die Nacht Am Tiefsten - 10. Jemand Da? - 11. Hunger - 12. Alltägliches

Thanks to Gaby @ STF-Records


WARRANT/ Born Again
  • Band: Warrant
  • Albumtitel: Born Again
  • Spielzeit: 44:57 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Black ’N Blue, Poison
  • Veröffentlichung: 31.03.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
WARRANT gehörte in den 80ern mit zu den erfolgreichsten Bands der Glam/ Sleaze Rock-Szene. Als wäre die Zeit nach "Cherry Pie" stehen geblieben, kehren sie nun mit "Born Again" fast in Originalbesetzung zurück. Anstatt sich mit dem eigentlichen Frontmann Jani Lane einig zu werden, haben sich die Herren Allen, Turner (beide Gitarre), Dixon (Bass) und Sweet (Drums) kurzerhand BLACK ’N BLUE-Fronter Jamie St. James geschnappt und ein Album eingespielt, bei dem die Traditionalisten-Fraktion wahrscheinlich in den kollektiven Freudentaumel fallen dürfte. Angefangen vom knackigen Groover "Dirty Jack" über die schmissige Riffnummer "Hell, CA." und die klassikerverdächtige Mitsing-Hymne "Down In Diamonds" bis hin zum abschließenden Uptempo-Kracher "Good Times" sorgt der Fünfer für mächtig viel Dampf unter dem Allerwertesten. Lediglich mit der dramatisch aufgebauten Ballade "Glimmer" legen WARRANT eine Verschnaufpause ein. Leider kommt diese Nummer aber nicht ganz an die Qualität der Klassikerballaden wie "Heaven" oder "The Bitter Pill". Trotzdem ist "Born Again" eine starke Scheibe geworden, die – im Gegensatz zu manch anderer namhaften 80er-Neubelebung – den Ansprüchen eines Comeback-Tipps mehr als gerecht wird.

Sonny

Trackliste: 01. Devils Juice - 02. Dirty Jack - 03. Bourbon County Line - 04. Hell, CA. - 05. Angels - 06. Love Strikes Like Lightning - 07. Glimmer - 08. Roller Coaster - 09. Down In Diamonds - 10. Velvet Noose - 11. Roxy - 12. Good Times

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Sven @ MusicConsult


SCOTT MILLER & THE COMMONWEALTH/ Citation

Review:
Auf seinem bereits dritten Album präsentiert uns der einstige V-RAY-Frontmann unter dem Deckmantel des Country Rocks ein Dutzend Songs wie sie vielfältiger nicht sein könnten. Von spritzig-frischen Country ("Wild Things") und relaxten bzw. angepunkten Country Rock ("Still People Are Moving") über Rock la BRUCE SPRINGSTEEN ("Freedom’s A Stranger") und stampfenden Southern Rock ("8 Miles A Gallon") bis tief hinein in die Songwriter/ Folk-Ecke DYLANscher Schule ("Long Goodnight") ist alles vertreten, was das Country Rock-Herz erfreut. SCOTT MILLER macht auch vor Rock ’N’ Roll-Elementen der 50er/ 60er oder der Flower Power nicht halt, wie "Jody" oder "Only Everthing" eindrucksvoll aufzeigen. Die Big Points dieser kurzweiligen Scheibe sind die eigenwillig-zackige Interpretation der NEIL YOUNG-Nummer "Hawks And Doves" und das beherzte "Say Ho", das sich hervorragend für eine flotte Spritztour über die Autobahn eignet. – Mein Tipp: Fans von BRUCE SPRINGSTEEN oder TOM PETTY sollten "Citation" unbedingt mal antesten. 

Sonny

Trackliste: 1. Summons - 2. Freedom Is A Stranger - 3. Wild Things - 4. Still People Are Moving - 5. The Only Road - 6. Only Everything - 7. 8 Miles A Gallon - 8. Jody - 9. Hawks and Doves - 10. Say Ho - 11. On A Roll - 12. Long Goodnight

Thanks to Matt @ Sugar Hill Records


  • Band: Hokum
  • Albumtitel: No Escape
  • Spielzeit: 27:37 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Nevermore, Metallica
  • Veröffentlichung: 17.03.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
HOKUM nennen sich die vier Jungs aus dem Münchener Norden, die mit "No Escape" nun schon ihre zweite EP in Eigenregie veröffentlichen. Musikalisch fahren die Jungspunde ein höllisches Brett auf, in dem sie Elemente aus Thrash-, Death- und Heavy Metal mit einem progressiv-melodischen Schuss zu einem explosiven Cocktail kreieren. Trotz ihrer Jungend gelingt es ihnen scheinbar spielend ihren facettenreichen Sound mit instrumentaler Raffinesse zu krönen, was sich vor allem in "Silent Assasin" – einem Kunstwerk aus Aggressivität, Dramatik und Melodie – und im atmosphärische "The Loving Father", das mit virtuos-melodischen Gitarrensoli von Michael Vogl bzw. raffinierten Breaks und Tempowechseln brilliert, niederschlägt. Letztere Nummer drängt sich sogar als Paradebeispiel für die stimmliche Bandbreite von Benjamin Geppert auf, denn hier trifft gefühlvoll-melancholischer Gesang auf mächtige und furchteinflößende Growls. Ziemlich rockig, aber nicht minder abwechslungsreich und technisch versiert, galoppiert "The God Within" auf den geneigten Zuhörer zu, während sich das abschließende "The Beloved Ones" als waschechte Thrash-Granate erweist. Lediglich das eröffnende Geknüpple "Manticore" vermag nicht restlos zu überzeugen. Total zu überzeugen weiß hingegen die Produktion von RPWL-Kopf Yogi Lang, der "No Escape" in einen mehr als amtlichen Soundrahmen gezimmert hat. Wirft sich zu guter Letzt nur noch die Frage auf, warum noch nicht Labels wie Nuclear Blast, Metalblade oder Century Media bei den Jungs angeklopft haben? Da reift eine wirklich hoffnungsvolle Band heran, die unüberhörbar das Potenzial besitzt um in die Phalanx der großen deutschen Thrash-Combos vorzustoßen.

Sonny

Trackliste: 01. Manticore - 02. Silent Assassin - 03. Face The End - 04. The God Within - Goats Part II: 05. The Loving Father - 06. The Beloved Ones

Thanks to Joe C @ Hokum

more Reviews for March 2006 (release date 21.03. - 31.03.2006)

Last Update: Tuesday
, 09. May 2006
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Sonny