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TOTO/ Falling In Between
  • Band: Toto
  • Albumtitel: Falling In Between
  • Spielzeit: 48:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: jetzt aber
  • Veröffentlichung: 10.02.2006
  • Charteinstieg: 27.02.2006 Platz Nr. 13
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Endlich ist es soweit! Ganze sieben Jahre haben uns Steve Lukather & Co. zappeln lassen, bis sie uns nun endlich den langersehnten "Mindfields"-Nachfolger kredenzen. Zwar haben TOTO zwischenzeitlich mit "Through The Looking Glass" in meinen Ohren ein superbes Cover-Album veröffentlicht, aber im Lager der treuergebenen Anhänger wurde dieser Output doch ziemlich zwiespältig aufgenommen. Klar, dass somit – nicht nur seitens der Fans – immens hohe Ansprüche und Erwartungen an "Falling In Between" gestellt werden. Dieser Tatsache schien sich das Sextett vollends bewusst gewesen zu sein, denn an ihrem neuen Album gibt’s wirklich nichts auszusetzen – weder songbedingt noch produktionstechnisch. Angefangen vom ungewohnt heftigen und rifflastigen Opener/ Titeltrack, der mit orientalischen und progressiven Kabinettstücken versehen ist, über "King Of The World", das sich in Form einer typischen TOTO-Hymne den Weg durch die Gehörgänge bahnt, bis hin zum verträumt-rockigen Abschluss "No End In Sight", der in den ruhigen Passagen stellenweise an PAUL YOUNG erinnert, ist jeder Schuss ein Volltreffer. Des weiteren haben die mit einer Gänsehaut-Melodie ausgestattete Ballade "Simple Life" (leider nur ganze 2:22 min lang), das hypnotisch-pulsierende "Bottom Of Your Soul" (hitverdächtig!), bei dem sich Bobby Kimball und ex-TOTO-Sänger Joseph Williams den Leadgesang teilen, oder die schmissige Boogie-Nummer "Taint Your World" großen Anteil daran, dass die Herrschaften mit "Falling In Between" dem Kultalbum "The Seventh One" verdammt nahe gekommen sind. Man merkt einfach an allen Ecken und Enden des Albums, dass hier eine in allen Belangen eingeschworene Mannschaft am Start ist. Mit einem Wort: Genial!!!

Sonny

Trackliste: 1. Falling In Between - 2. Dying On My Feet - 3. Bottom Of Your Soul - 4. King Of The World - 5. Hooked - 6. Simple Life -7. Taint Your World - 8 Let It Go - 9. Spiritual Man - 10. No End In Sight

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über TOTO:
TOTO/ Bottom Of Your Soul (Summer 2006 - Tour Edition) (Single-Tipp/ July 2006)
TOTO/
Through The Looking Glass


BLOODBOUND/ Nosferatu
  • Band: Bloodbound
  • Albumtitel: Nosferatu
  • Spielzeit: 53:05 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Metal Heaven/ Point Music
  • Vergleichbare Bands: Iron Maiden, Helloween, Judas Priest, Rob Rock
  • Veröffentlichung: 24.02.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Oft trügt der erste Schein und allzu schnell hat man sich Vorurteile zurechtgelegt. Aber verdammte Scheiße, was ist das?!? Da schminken sich vier Typen derart furchteinflößend, dass man ohne weiteres annehmen könnte, der Vierer hätte seine Seele dem brutalsten Death/ Black Metal verschrieben! Und was wird uns geboten? Über 11 Nummern geilster „True Metal“ mit atemberaubenden Twingitarren, der sich in der Schnittmenge zwischen IRON MAIDEN (Titeltrack), HELLOWEEN (
"Behind The Moon") oder JUDAS PRIEST abspielt. Dabei ist STREET TALK-Mastermind Fredrik Bergh (Keyboards, Bass), der gemeinsam mit Gitarrist Tomas Olsson BLOODBOUND aus der Taufe gehoben hat, für eher gemäßigte AOR-Klänge bekannt. Diesem Fakt wird es wahrscheinlich zu verdanken sein, dass "Nosferatu" – trotz der unleugbaren und stets präsenten Härte (keine Ballade!) – sehr melodisch ausgefallen ist. Zudem hat sich das Duo mit Urban Breed (ex-TAD MOROSE) einen Ausnahme-Sänger gekrallt, der es absolut versteht mit seinem „Andy Deris meets Rob Rock“-Organ dem Material den letzten Kick zu geben. Ihr fragt nach Anspieltipps? Da gibt es nur eine treffende Antwort: Das komplette Album! Ein derart starkes Debüt ist mir auf diesem Sektor seit HAMMERFALLs genialem "Glory To The Brave" nicht mehr untergekommen und Genre-Leader wie IRON MAIDEN würden sich höchstwahrscheinlich glücklich schätzen, wenn ihnen ein Geniestreich vom Kaliber "Nasferatu" gelingen würde. Kurzum, die Scheibe wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über die nächsten Jahre zum Klassiker reifen.

Sonny

Trackliste: 1. Behind The Moon 2. Into The Dark 3. Nosferatu 4. Metal Monster 5. Crucified 6. Desdemonamedia 7.Fallen From Grace 8. Screams In The Night 9. For the King 10. Midnight Sun, 11. On The Battlefield

Thanks to Birgitt @ GerMusica

weitere Reviews über BLOODBOUND:
BLOODBOUND/ Book Of The Dead (Album Of The Month/ May 2007)


HUBI MEISEL/ Kailash
  • Band: Hubi Meisel
  • Albumtitel: Kailash
  • Spielzeit: 63:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Lion Music/ CM Distro
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 27.02.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Ausnahmsweise gibt es diesen Monat zwei „Earchatcher“. Den Anfang macht "Kailash", denn diese Auszeichnung scheint geradezu für dieses Album prädestiniert zu sein. Ziemlich genau zwei Jahre nach "EmOcean", dem fesselnden Konzept über die Sargasso See und dem versunkenen Kontinent Atlantis, entführt uns Ausnahmesänger HUBI MEISEL in seiner neuen Geschichte durch den Himalaja nach Tibet und versucht uns dabei die Mysterien der buddhistischen/ hinduistischen Kulturen etwas näher zu bringen. Für sein neues Werk hat er sich größtenteils auf die begnadeten Musiker, die ihm schon bei "EmOceans" zur Seite standen, zurückgegriffen. Lediglich Bassist Jean B. Affonço wird durch THERION-Tieftöner Johan Niemann ersetzt, und mit Jorge Salán (MAGO DE OZ) ist – neben Marcel Coenen (SUN CAGED) – ein zweiter ausdruckstarker und virtuoser Gitarrist am Start. Obwohl über sämtlichen Nummern natürlich HUBI MEISELs energisch-klarer, von einer nicht greifbaren Mystik umgebener Gesang thront, können auch seine Mitmusiker ihrer Virtuosität nahezu freien Lauf lassen. Von dieser Freiheit machen vor allem Keyboarder Vivien Lalu, der Hubis neue faszinierende Geschichte wieder in einen mehr als würdigen musikalischen Rahmen gesetzt hat, und MAGO DE OZ-Saitenhexer Jorge Salán bei Nummern wie "Kailash – Jewel Of Ice" (im wahrsten Sinne des Wortes ein Juwel), und dem mächtigen unter die Haut gehenden "Wheel Of Time" regen Gebrauch. Letzterer spielt sich bei diesen Nummern fast in die schier unerreichbar geglaubten Sphären eines STEVE VAIs. Mindestens genauso packend wie die komplette Scheibe sind auch die beiden Bonustracks "The Gentleman Of Great Magic" und "Tigers Of Everst", für die HUBI MEISEL erneut die Dienste vom niederländischen Ausnahmegitarristen Joop Wolters in Anspruch genommen hat. Kurzum: Auf dieser Scheibe verschmelzen vielschichtiger Melodic/ Progressive Metal mit fernöstlich, klassischen und symphonischen Elementen zu einem ganzheitlichen Gesamtkunstwerk, das durch ein 16seitiges illustriertes Booklet noch mehr Tiefgang erfährt. Ich wiederhole mich zwar äußerst ungern, aber rupft für eine gute Stunde das Telefonkabel aus der Wand und setzt euch den Kopfhörer auf, damit ihr dieses faszinierende Werk ungestört genießen und in die Mysterien der fernöstlichen Kulturen eintauchen könnt.

Sonny

Trackliste: 1. Potala Palace (free online single!) - 2. Red Oracle - 3. Snow Lion - 4. Himalayan Sunset - 5. Shiva's Dance - 6. Kailash - Jewel of Ice - 7. The Wheel of Life - 8. Milarepa's Cave of Miracles - 9. Merdeka - 10.The Great Prayer (Monlam Chenmo) - bonus tracks: 11. The Gentleman of Great Magic - 12. Tigers of Everest

Lion Metal Online ShopThanks to Hubi @ HJM Promotions

weitere Reviews über HUBI MEISEL:
HUBI MEISEL/
EmOcean
HUBI MEISEL/ C U T

  • Band: Jorn
  • Albumtitel: The Duke
  • Spielzeit: 44:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AFM Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Whitesnake, Dio
  • Veröffentlichung: 24.02.2006
  • Wertung: 9/ 10
JORN/ The Duke

Review:
„Earcatcher“ zum Zweiten! Einer meiner früheren Rock It!-Kollegen stellte vor Jahren mal die Behauptung auf: „Also, wenn David Coverdale Gott ist, dann ist JORN Lande fast Gott!“. Damals hätte ich das ungesehen unterschrieben, doch heute bin ich endgültig der Überzeugung, dass nur Herr Lande unangefochten auf dem Thron des Hard Rock-Olymps sitzen kann. Nach seinen drei starken Solo-Alben und den beiden MASTERPLAN-Geniestreichen, legt uns der Ausnahmesänger mit "The Duke" seinen neuesten Alleingang vor, der sich in keinerlei Hinsicht hinter den Vorzeigealben seiner Hauptband zu verstecken braucht. "The Duke" ist bespickt mit 10 energiegeladenen und packenden Hardrock-Hymnen, von denen jede einzelne das Fans-Herz gewaltig zum Pochen bringt. Sei’s nun der melodisch-kraftvolle Stampfer "End Of Time", das geblueste "Duke Of Love", das vorwiegend balladesk angelegte "Burning Of Chains" oder der Hammergroover "After Dying" – das Album beschert dem Zuhörer ein kaum enden wollendes Gänsehautgefühl. Selbiges kann nur noch von der schweinegeilen Rocknummer "Are You Ready" oder der Neuaufnahme von "Starfire", die um einiges knackiger und heavier als das Original ausgefallen ist, getoppt werden. Kurzum: Mit "The Duke" hat JORN ein Album eingespielt, das uns nicht nur die Wartezeit auf den nächsten MASTERPLAN-Werk erträglicher gestaltet, sondern er hat damit definitiv einen Klassiker geschaffen, an dem einfach kein Freund von handgemachter und erdiger Rockmusik vorbeikommt! Einfach großartig!

Sonny

Trackliste: 1. We Brought  The Angels Down - 2. Blacksong - 3. Stormcrow - 4. End Of Time - 5. Duke Of Love - 6. Burning Chains - 7. After The Dying - 8. Midnight Madness - 9. Are You Ready - 10. Starfire

Thanks to Rebecca @ AMF Records

weitere Reviews über JORN:
JORN/ Unlocking The Past (Schmankerl/ January 2007)
JORN/ The Gathering (Schmankerl/ January 2007)
MASTERPLAN/
Aeronautics (Album Of The Month/ January 2005)


SABU/ Heartbreack (Klassiker-Tipp/ February 2006)
  • Band: Paul Sabu
  • Albumtitel: Heartbreak
  • Spielzeit: 48:30 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Silent Rage, Baton Rouge
  • Veröffentlichung: 24.02.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Wer Paul SABU bisher nur von den beiden Veröffentlichungen (
"Sabu"/ 1996 und "Between The Light"/ 1998), die er unter der Mithilfe der beiden ex-BONFIRE-Recken Jörg Dreisinger (Bass) und Angel Schleifer (Gitarre) veröffentlicht hat, kennt, der kennt den Musiker, Songwriter und Produzenten nicht wirklich! Denn in den 80ern hat der Südkalifornier schon einige Scheiben unters Volk gebracht, die mittlerweile zu den am häufigsten gesuchten Objekten der AOR-Szene gehören. Einer jener AOR-Schätze, der auf den Namen "Heartbreak" (1985) hört, kommt dieser Tage – dank der MTM Classix-Serie – erneut zu Veröffentlichungsehren. Darauf sind 10 AOR-Perlen enthalten, die durch ausdruckstarke Vocals, erdige Gitarren, exquisite Keyboards oder mitreißende Refrains bestechen. – U. a. die Hymne "Call Of The Wild", der Kracher "Hot Flash" oder der Stampfer "Tuff Stuff", die allesamt eindrucksvoll unterstreichen warum Mr. SABU bis in die heutige Zeit noch als „King Of Album Oriented Rock“ gehandelt wird. Natürlich kommt auch "Heartbreak" digital remastered und mit ansprechendem Zusatz-Material in die Läden. Die drei Bonustracks ("Cassie", "Shake It Out" und "Street Angel" können allerdings den eigentlichen Nummern nicht ganz das Wasser reichen. Das mag wohl zum größten Teil an der Tatsache liegen, dass sie durch ihre doch ziemlich popige Ausrichtung etwas aus dem Rahmen fallen. Trotzdem gilt: Wer diesen AOR-Klassiker noch nicht in seiner Sammlung weiß, sollte schleunigst zugreifen!

Sonny

Trackliste: 01. Angeline - 02. Call Of The Wild - 03. Shake, Rattle, Roll - 04. Just For The Moment - 05. Hot Flash* - 06. Heartbreak - 07. Tuff Stuff - 08. Still Alive** - 09. Breakin’ Out - 10. New Girl In Town - 11. Cassie (Bonus track) - 12. Shake It Out (Bonus track) - 13. Street Angel (Bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Sven @ MusicConsult

weitere Reviews über PAUL SABU:
PAUL SABU/ Strange Messiah (Comeback-Tipp/ August 2007)


OACHE BROTHERS/ Schee War Da Sommer
  • Band: Oache Brothers
  • Album: Schee War Da Sommer
  • Spielzeit: 67:46 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: vui zvui
  • Veröffentlichung: ??.02.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Hinter den OACHE BROTHERS steckt das Brüderpaar Andy & Toni Eichinger (beide Gitarre & Gesang), das zusammen mit Bassist Klaus Jedelsky und Percussionist Johannes Winter auf äußerst lässige und pfiffige Weise bekannten Klassikern und Hits aus grundverschiedenen Stilrichtungen in ein erfrischendes Lagerfeuer-Flair tauchen. So erklingen z. B. der XAVIER NAIDOO-Hit "Ich Kenne Nichts" oder "Bilder Von Dir" (im Original von LAITH AL-DEEN bzw. B-ZET "Everlasting Pictures") im beflügelten Acoustic-Gewand. Aber auch lateinamerikanische und karibische Klänge wie "Chan Chan" (BUENA VISTA SOCIAL CLUB) oder die BOB MARLEY-Nummer "Three Little Birds" bekommen durch das luftige Feeling, das sich über die ganze Spielzeit ausbreitet, eine ganz neue Dynamik. Die echten Highlights sind allerdings die WISE GUYS-Hymne "Was Für Eine Nacht", die man ordentlich in Country getränkt hat, und die gewitzte Interpretation der Kultnummer "East Bound And Down" (aus dem Soundtrack "Ein Ausgekochtes Schlitzohr"). Dass die Burschen nicht nur innovativ covern, sondern auch verdammt gute eigene Songideen haben, davon zeugen das flotte Loblied "Mei Gitarr", und der simpel-schmissige Titeltrack sowie das melancholisch-verträumte "Seeflimmern" (ein Hauch von GOISERN!), das meines Erachtens sogar den heimlichen Hit auf dieser äußerst unterhaltsamen Scheibe darstellt. Kurzum "Schee War Da Sommer" ist das perfekte Album zum Eröffnen der Lagerfeuer-Saison.
Allerdings brennt mir angesichts der hohen Qualität der Eigenkompositionen, die im Übrigen alle im bayrischen Dialekt gehalten sind, folgende Frage auf den Lippen: Wann bringen die OACHE BROTHERS eine Scheibe mit komplett eigenem Material an den Start? Das Zeug haben sie zweifelsohne dazu!

Sonny

Trackliste: 01. Intro - 02. House in Californien - 03. East bound and down - 04. Ich kenne nichts - 05. Bilder von dir - 06. Was für eine Nacht - 07. Henry - 08. Three little birds - 09. Chan Chan - 10. Mei Gitarr - 11. Schee war da Sommer - 12. Seeflimmern - 13. Specials

Thanks to Bull @ Oache Brothers


HAN JIN OAKLAND/ ... It's Just A Fuckin' Demo ...
  • Band: Han Jin Oakland
  • Albumtitel: ... It’s Just A Fuckin’ Demo ...
  • Spielzeit: 39:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Metallica (irgendwo zwischen dem „Black Album“ und "Anger")
  • Veröffentlichung: 01.02.2006
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Schon mit ihrer ersten Eigenproduktion "I Will Kill You" hat mich die Band um Gitarrist Christop Jungen mehr als ordentlich beeindruckt. Nun legen sie mit "... It’s Just A Fuckin’ Demo..." einen nicht minder faszinierenden Nachfolger vor, der trotz des Titels sowohl vom songwriterischen als auch vom produktionstechnischen Potenzial weit über dem guten Underground- bzw. Demo-Status anzusiedeln ist. Schon allein durch das Opener-Trio mit dem aufpeitschenden "Take Me Home" und der aggressiven Midtempo-Hymne "Parasite", die zwar textlich nicht unbedingt eine Offenbarung darstellt, sowie dem Riffmonster "Burn Bitch Burn", das mit kurzen, aber akzentsetzenden Keyboards im Refrain aufwartet, könnte die Band mit einem geeigneten Label im Rücken in Windeseile zu einer schlagkräftigen deutschen Antwort auf METALLICA wachsen. Unter den 9 Tracks auf "... It’s Just A Fuckin’ Demo..." befinden sich aber beileibe nicht nur „Haudrauf“-Nummern, sondern mit "Right Now", bei dem vermehrt Keyboards zum Einsatz kommen, und der Ballade "Love Of My Life" auch Melodic- bzw. innehaltende Acoustic-Elemente. Des Weiteren sollten nicht nur METALLICA-Fans der halbballadesken Filigran-Walze "A Hopeless Care" und dem schleppenden Mystik-Stampfer "Love Of My Life" Aufmerksamkeit schenken. Auch mit der Aufmachung hat man sich wieder verdammt viel Mühe gegeben: Ansprechendes Cover, DVD-Case und informatives Booklet mit Lyrics bzw. Linernotes... Kurzum: eine labelwürdige Vollbedienung, die auf unseren Seiten deshalb völlig zu Recht als „Underground-Tipp“ präsentiert wird.
Zu ordern ist "... It’s Just A Fuckin’ Demo..." auf www.hanjinoakland.com, wo auch das mittlerweile vergriffene Erstlingswerk "I Will Kill You" zum freien Download zur Verfügung steht.

Sonny

Trackliste: 1. Take Me Home - 2. Parasite - 3. Burn Bitch Burn - 4. Right Now - 5. A Hopeless Case - 6. Fuckin' Lies - 7. Anger - 8. Dying At Floor Number Six - 9. Love Of My Life

Thanks to Christoph @ Han Jin Oakland

weitere Reviews über HAN JIN OAKLAND:
HAN JIN OAKLAND/
I Will Kill You


RALF RICHTER/ One Heart
  • Band: Ralf Richter
  • Albumtitel: One Heart
  • Spielzeit: 52:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Dynamo Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 10.02.2006
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mit RALF RICHTER (u. a. "Das Boot", "Der Eisbär") versucht sich mal wieder eine bekannte Größe aus der deutschen Schauspielergarde an der Musik. An sich nichts weltbewegendes, dass sich deutsche Filmgrößen auch gesanglich betätigen, aber im Gegensatz zu manchen seiner singenden Schauspieler-Kollegen bewegt sich der Ruhrpottler fernab von Schnulzen- und Kitschgeträller. Mit seinem markant-bassgetränkten Organ präsentiert er uns auf seinem Debüt "One Heart" 13 Nummern, die sich als bunte Spielwiese zwischen Chanson ("Everything Changes"), Funk ("Make My Day"), Soul ("Change Your Life"), Blues ("After You") und Rock ("I’m Free") entpuppen. Dabei wissen besonders das lässig-röhrende "Cadillac Cruisin" (der perfekte Sonnenuntergangssoundtrack!) und "Raw And Pure", das mit einer fetten Portion AC/DC-Groove brummt, oder der Bigband-lastige Blues-Stampfer "Work It" mit ungeahnt großen Wiedererkennungswert zu glänzen. Diese Nummern werden nur noch von den großartigen Coverversionen "Wandering Star" und "Wonderful World" übertroffen. Während letztere Nummer ziemlich nahe am Original gehalten ist (nur LOUIS ARMSTRONG selbst kann’s noch besser), hätte erstere wahrscheinlich auch gut auf die Coverscheibe von Kehlkopfgesang-Meister ALBERT KUVEZIN gepasst. Fazit: "One Heart" ist auf den Punkt genau ein Album wie man es wohl nur von RALF RICHTER erwarten kann -  erdig, kernig, rau-charmant und vielseitig! Hoffentlich bleibt dieser Silberling nicht der einzige musikalische Ausflug des Charakter-Schauspielers.

Sonny

Trackliste: 1. Make My Day - 2. Cadillac Cruisin - 3. I'm Free - 4. After You - 5. Change Your Life - 6. Raw And Pure - 7.  I Need A Dream - 8. Lovemaker - 9. Wandering Star - 10. One Heart - 11. Work It - 12. Everything Changes - 13. Wonderful World

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


FIRST CHILD/ Souvenirs
  • Band: First Child
  • Albumtitel: Souvenirs
  • Spielzeit: 45:10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Onslow Records/ Twilight
  • Vergleichbare Bands: Alannah Miles, Dalbello, Vixen
  • Veröffentlichung: 17.02.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Freunde des „female fronted“-Rocks aufgepasst! Als wäre die Zeit in den 80ern stehengeblieben, präsentiert uns FIRST CHILD – getränkt in rotzigen Flair – ein Dutzend partytaugliche Songs, die sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen ALANNAH MILES, DALBELLO und VIXEN bewegen. Neben den zwei sehr gelungenen Coverversionen "Whole Lotta Love" (LED ZEPPELIN) und "Lonesome Town" (RICKY NELSON), weiß auch das Material zu überzeugen, das die 24jährige Sängerin/ Bassistin Catherine gemeinsam mit ihrem kompetenten Songwriterteam Clark Philips/ Mary Susan Applegate geschrieben hat. Allen voran die fast majestätische Powerballade "Fire Loves", die mit faszinierenden Leadgitarren und einer voluminösen Gesangsarbeit besticht, oder die stampfende und mitreißende Rock ’N’ Roll-Hymne "Take Off All Your Clothes", die durchaus das Zeug zum Klassiker hat, sowie die hitverdächtige Acoustic-Ballade "Souvenirs". Dieses starke und kurzweilige Rock-Album, das in punkto Produktion noch etwas Luft nach oben hat, wird hoffentlich nicht eine Eintagsfliege der jungen Frankfurterin bleiben...

Sonny

Trackliste: 1. Shakedown - 2. Manipulation - 3. Whole Lotta Love (Led Zeppelin Cover) - 4. Barricade You - 5. Cold As Ice - 6. S-O-S - 7. Fires Of Love - 8. Call Of The Wild - 9. Pin-Up Girl - 10. Lonesome Town (Ricky Nelson Cover) - 11. Take Off All Your Clothes   12. Souvenirs 

Thanks to Catherine @ First Child


VAIN/ On The Line
  • Band: Vain
  • Albumtitel: On The Line
  • Spielzeit: 49:51 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Mötley Crüe, Spiders & Snakes, Rolling Stones
  • Veröffentlichung: 17.02.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Mit ihrem Debüt "No Respekt" (1989) spalteten sie sowohl die Kritiker als auch die Glam/ Sleaze Rock-Fans in zwei Lager. Während das eine Lager die wilde Band um den charismatischen Sänger und Namensgeber Davy Vain auf eine Stufe mit MÖTLEY CRÜE hievte, war es für das andere die wohl überbewertetste Scheibe seinerzeit. Die Wahrheit liegt wohl – wie immer – irgendwo in der Mitte. Mit ihrem Comeback "On The Line", das dieser Tage endlich auch hierzulande in die Läden kommt, dürfte es sich wahrscheinlich ähnlich verhalten. Auf der einen Seite versprühen Songs wie die dreckig-rockende Opener-Hymne "Running On Empty", der rotzig-stampfende Titeltrack oder das endlos groovende – leicht angepunkte – "Lie For Live" klassisch kantiges und raues VAIN-Flair, während Nummern wie die überlange und schwerverdauliche Ballade "Turn To Sand" oder das schleppend-schlendernde "Cover Me" (erinnert stellenweise an CURE) etwas ermüdend wirken. Die genannten Ermüdungserscheinungen fallen aufgrund der überwiegend spritzigen Kost, zu der sich auch der protzige Rausschmeißer "Keep Shining On" zählen darf, aber kaum ins Gewicht. Mich jedenfalls freut’s, dass die Kalifornier gut 10 Jahre nach dem letzten Album "Fade" wieder zurück sind!

Sonny

Trackliste: 1. Running On Empty - 2. So Free Now - 3. Drag Me - 4. Last Sin - 5. On The Line - 6. Turn To Sand - 7. Lie For Love - 8. Cover Me (One More Time) - 9. Slave - 10. Keep Shining On

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

  • Band: Belladonna

  • Albumtitel: Metaphysical Attraction

  • Spielzeit: 41:38 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Italien

  • Vergleichbare Bands: Lana Lane und Doro Pesch wenn sie einen schlechten Tag haben 

  • Veröffentlichung: ??.02.2006

  • Wertung: 2/ 10

Friedemann

BELLADONNA/ Metaphysical Attraction

  • Band: Belladonna

  • Album: Metaphysical Attraction

  • Spielzeit: 41:38 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Italien

  • Vergleichbare Bands: Doro

  • Veröffentlichung: ??.02.2006

  • Wertung: 8/ 10

    Sonny



- Review:
BELLADONNA sind 3 Frauen und 2 Männer. BELLADONNA kommen aus Italien. BELLADONNA sind laut eigener Angabe die erste „Rocknoir“-Band der Welt. BELLADONNA haben nach LACUNA COIL die meisten Zugriffe auf MySpace.com unter den italienischen Rockbands. – Alles in allem ganz gute Vorschusslorbeeren. Aber irgendwie klingt mir das, was aus den Boxen tönt, alles zu lasch, zu oberflächlich, zu eintönig. Zwar umgibt man sich in Promoschreiben und auf der MySpace-Seite mit esoterisch-gothischen Sätzen über Liebe, Tod und Teufel – glaubhaft klingt das für mich nicht, eher nach Imageverpassung. Musikalisch erinnert mich das ein wenig an LANA LANE, die sich mit HEART zu ihrer "Alone"-Phase zusammengetan hat, um in einem Wohnzimmer das "Love Me In Black"-Album von Doro Pesch einzusingen (von allen dreien werde ich hierfür Prügel beziehen!). Hängen bleibt nicht wirklich was und mich hat’s nicht vom Hocker gehauen.

Friedemann

+ Review:
Bislang konnte ich den Besprechungen von Kollegen Friedmann nicht wirklich widersprechen, aber im Falle von BELLADONNAs Debüt scheinen unsere Meinungen meilenweit voneinander entfernt zu liegen. Außer dem wirklich treffenden Vergleich mit DORO zu ihrer "Love Me In Black"-Phase gibt es hier in diesem „Crossfire“-Review wirklich keine weiteren Gemeinsamkeiten. Auch nach wochenlanger Dauerbeschallung kann ich bei "Metaphysical Attraction" keinerlei Abnutzungserscheinungen feststellen. Folglich kann ich also auch nicht bestätigen, dass die Scheibe einen zu laschen bzw. eintönigen, geschweige denn oberflächlichen Eindruck hinterlässt. Vielmehr bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass der gemischte Fünfer mit dem prägnant vorwärts rockenden Opener "Black Swan", der einen zarten orientalischen Touch aufweist, und dem höllisch groovenden Ohrwurm "Mystical Elysian Love" bzw. mit "Miss Hyde", das von einer unfassbaren Magie umgeben ist, und der zerbrechlichen Ballade "Morpheus" gleich vier potenzielle Hits am Start und somit nicht ganz zu unrecht eine der populärsten Underground-Bands auf MySpace.com ist. Zudem wartet das Album mit einer für Underground-Verhältnisse umwerfend klaren und druckvollen Produktion auf. Das einzige was man der Band um Sängerin Luana, die zugegebenermaßen noch nicht das Charisma einer DORO PESCH besitzt, unter Umständen vorwerfen kann, ist die Tatsache, dass sie vielleicht noch nicht eigenständig genug klingen. Aber mal ehrlich, wie viele Bands können dies in heutigen multimedialen Welt überhaupt von sich behaupten?

Sonny

Trackliste:

1. You Can't Save Me - 2. Misunderstood - 3. Fear - 4. The Shadow - 5. Doin' What The Devil Says To Do - 6. Till You Put Me Down - 7. Sacred Ground - 8. Your Lies - 9. Living In Bliss - 10. My Angel

Thanks to Dani @ Belladonna

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Last Update: Sunday, 02. September 2007
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Sonny