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PHENOMENA/ Psycho Fantasy

Review:
Mag ja sein, dass das selbstbetitelte Debüt (1985) des von Tom Galley (ex-TRAPEZE) ins Leben gerufene All Star-Projekts ein Meilestein des Melodic Rocks ist – wobei ich zugeben muss, dass man hierüber durchaus geteilter Meinung sein kann – aber das hier vorliegende vierte Kapitel kann trotz gewohnt hochkarätiger Besetzung (u. a. Glenn Hughes (ex-DEEP PUPRLE) oder ex-BLACK SABBATH-Sänger Tony Martin) nicht restlos überzeugen und wird Vergleichen zu der o. g. Scheibe nur ansatzweise gerecht. Das hat aber nicht im Geringsten mit der Tatsache zu tun, dass "Pyscho Fantasy" für ein PHENOMENA-Album ungewöhnlich heavy ausgerichtet ist. Nein, gerade die heftigeren Songs wie der Groover "Chemical High" oder das hymnisch-moderne Riffmonster "Higher", denen sich Tony Martin bzw. Glenn Hughes in nahezu bestechender Form präsentieren, wissen neben dem schleppenden "How Do You Feel" (Glenn Hughes) die Höhepunkte auf dieser Scheibe zu markieren. Vielmehr werfen solch belanglose – fast nervenden – wie z. B. Nummern "60 Seconds" oder "All That I Need", das schier endlos auf dem gleichem Riff dahinschruppt, einen erdrückenden Schatten über diese Veröffentlichung. Unterm Strich bleibt ein Album, auf dem sich Highlights und Tiefschläge in etwa die Waage halten.

Sonny

Trackliste: 1. Sunrise - 2. Touch My Life - 3. Killing For The Thrill - 4. So Near So Far - 5. Chemical High - 6. Higher - 7. 60 Seconds - 8. Crazy Grooves - 9. How Do You Feel? - 10. All That I Need - 11. God Forgives

Thanks to Birgitt @ GerMusica


SMOKEWAGON/ Deuce
  • Band: Smokewagon
  • Albumtitel: Deuce
  • Spielzeit: 39:42 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Three Bullets/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 18.02.2006
  • Wertung: 4/ 10

Review:
Eine Mischung aus zum Teil rotzigen, guten Vocals, krachigen Instrumentenpassagen, handwerklich bedenklichen Patzern und einer Schrott-Produktion lassen SMOKEWAGON gesanglich gut erscheinen, aber das war es dann auch leider schon wieder. Etwas Rock, etwas Roll, aber keine klare Attitüde und vor allem alles Material, welches schon unzählige Male im Alternativ-Bereich verbraten wurde. Von daher leider kein Glanzlicht unter den unzähligen Veröffentlichungen, die täglich das Licht der Welt erblicken.

Ironfinger

Trackliste: 1. Flesh - 2. Brutus - 3. California - 4. Remember - 5. Me And The Devil - 6. Bombs - 7. Jackson - 8. Drunken Angel - 9. Fireball - 10. Model Citizen - 11. Who Could Love Me - 12. Whiskey In The Jar

Thanks to Nicole @ Just For Kicks


MAIN ATTRACTION/ Keep On Coming Back
  • Band: Main Attraction
  • Albumtitel: Keep On Coming Back…
  • Spielzeit: 46:56 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: On The Rise
  • Veröffentlichung: 17.02.2006
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Bennech Lyngboe dürfte den Melodic Rock-Freund als Sänger von ON THE RISE, die mit ihrem selbstbetitelten Debüt in führenden Magazinen zum Newcomer des Jahres 2003 avancierten, bekannt sein. Aufgrund musikalischer Grenzen hat sich Bennech Lyngboe von seinem damaligen Partner Terje Eide getrennt, um nun mit dem MAIN ATTRACTION-Debüt sein komplett eigenes Ding durchzuziehen. Klar, dass sich auf "Keep On Coming Back..." stellenweise problemlos Vergleiche zu seinem früheren Betätigungsfeld ziehen lassen, aber in der Grundessenz ist das neue Material etwas roher bzw. erdiger, ohne dabei auf widererkennbare und eingängige Melodie zu verzichten. Auch aus instrumentaler Sicht erscheint mir diese Scheibe anspruchsvoller und vielschichtiger gestrickt zu sein, was alleine schon im ausdrucksstarken Gitarrenspiel von Ronny Heimdal seine Begründung findet. Schenkt z. B. mal dem Groover "Man In Change" mit seinen technischen anspruchvollen Parts Gehör, dann könnt ihr wahrscheinlich meine Überzeugtheit nachvollziehen. Zwar wäre es übertrieben von einem Killeralbum zu sprechen, aber mit dem vertrackt-eingängigen Opener "Calm Before The Storm", in dem Meister Lyngboe gesanglich an eine Mischung aus Gary Barden (SILVER, STATETROOPER) und Michael Kiske (PLACE VENDOME/ ex-HELLOWEEN) erinnert, oder mit dem lieblich-verspielten Midtempo-Stampfer "Remember" haben Bennech Lyngboe und seine Mannen zwei potenzielle Hits am Start. Auch wenn "Keep On Coming Back..." nicht so glattgebügelt aus den Boxen schallt wie besagtes OTR-Debüt, ist mir persönlich die ehrliche und bodenständige Art der vorliegenden Scheibe allemal lieber.

Sonny

Trackliste: 01. Calm Before The Storm - 02. Remember - 03. Until You - 04. Man In Change - 05. Only One - 06. Under My Skin - 07. Calling You - 08. Over The Top - 09. Keep On Coming Back - 10. Up The Wall - 11. Blue Jean Girls - 12. Beyond The Edge

Thanks to Sebastian @ MTM Music
&
Sven @ MusicConsult


KOMASUE/ Insanity
  • Band: KomaSue
  • Albumtitel: Insanity
  • Spielzeit: 46:30 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF-Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 13.02.2006
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Irgendwie ist es schon verblüffend, dass sich vereinzelt immer wieder neue und hoffnungsvolle Bands aus dem mittlerweile recht stromlinienförmigen Alternative/ Emo Rock-Sumpf empor kämpfen. Zu dieser fast schon ausgestorbenen Spezies gehört auch das Passauer Quartett KOMASUE, dass mit seinem Debüt "Insantiy" frischen Wind in das größtenteils muffige Genre bringt. Während der 11 Nummern, die sich hauptsächlich im Midtempo-Bereich abspielen, paaren sie lethargisch-aggressive Vocals, raue Gitarrenwände und eine bleiern-lässige Rhythmusarbeit mit erstaunlich viel Melodie zu einem über weite Strecken wohltuend eingängigen Sound. Zu den Ohrwürmern auf "Insantiy" gehören meines Erachtens "Honour", das stellenweise an die wilden SOFT CELL-Tage erinnert, oder das mächtig treibende "Creeping", das anhand seiner sphärischen Parts durchaus Parallelen zu BABYLON ZOO ziehen lässt, und das überraschend gefühlvolle "Further On". Natürlich sind (noch) nicht alle Songs mit diesen hochwertigen Attributen ausgestattet, aber die Niederbayern schlagen mit ihrem Crossover eine mutige Brücke zwischen dem sphärisch-funkigen und pumpenden Pop Rock (vergangener Tage) und dem zeitgemäß-derben Alternative Rock/ Metal. Bleibt anschließend nur zu hoffen, dass sich KOMASUE mit ihrem beherzten Debüt im Veröffentlichungsmorast nicht untergeht. – Wäre wirklich schade drum!

Sonny

Trackliste: 1. Not Alone 3:37 - 2. Hide And Fall 3:10 - 3. My Time 3:59 - 4. Systems 3:33 - 5. Honour 3:33 - 6. Creeping 2:55 - 7. Further On 4:17 - 8. Psycho 3:47 - 9. Revenge 3:26 - 10. Too Late 3:19 - 11. Not Alone (club version) 3:14

Thanks to Gaby @ STF-Records


ELIZIUM/ Angel Of Mistrust
  • Band: Elizium
  • Albumtitel: Angel Of Mistrust
  • Spielzeit: 48:38 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF-Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Lake Of Tears, Black Sabbath (beide nur stellenweise)
  • Veröffentlichung: 13.02.2006
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Den Nerv der Zeit dürften wohl die Niederländer ELIZIUM mit ihrem Debüt "Angel Of Mistrust" treffen. Ohne irgendwie als Klon bekannter Größen zu wirken, springt das Quintett auf den momentan gewaltig dampfenden Gothic Metal-Zug auf. Ihr sehr eigenständiger Sound, der episch und melodisch angelangt ist, lässt sich in keine der gängigen Schubladen einordnen und zeugt – nicht zuletzt wegen des stellenweise hypnotischen Gesangs von Peter Berends – von unglaublich emotionalen Tiefgang und einer unbeschreiblichen Atmosphäre. Durch diese Attribute zeichnen sich besonders der betörende Titeltrack und "Rape Of Creed", bei dem Metal-Elemente US-amerikanischer Prägung und symphonische Orchester-Klänge ineinander verschmelzen, sowie die riffbeladene Schlachthymne "Ode To Death" aus. Fans von LAKE OF TEARS oder BLACK SABBATH sollten vielleicht mal "Fall Of Lucifer" oder "Reflecting Eyes" (Doom-Kost vom Feinsten) an ihr wertes Ohr lassen. Zwar könnte die Produktion an einigen Stellen noch etwas mehr Schmackes vertragen, aber dafür zeigt das Album auch nach zahlreichen Durchläufen kaum Abnützungserscheinungen. Ein gelungenes Debüt, das den Zuhörer mit seinem „eigenartigen“ Charme in Windeseile umgarnt.

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. Moonlight Haze - 3. Angel Of Mistrust - 4. Frailty - 5. Land Of Scars - 6. Rape Of Creed - 7. Reflecting Eyes - 8. Murder Of Crows - 9. Ode To Death - 10. Fall Of Lucifer - 11. Pandora

Thanks to Gaby @ STF-Records

more Reviews for February 2006 (release date 01.02. - 10.02.2006)

Last Update: Thursday, 15. March 2006
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Sonny