The Home Of ROCK & METAL HEAVEN

EDGUY/ Rocket Ride
  • Band: Edguy
  • Albumtitel: Rocket Ride
  • Spielzeit: 60:10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 20.01.2006
  • Charteinstieg: 06.02.2006 Platz Nr. 8
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Also, langsam werden mir die Hessen wirklich unheimlich. Nach zwei Hammeralben, auf die jeweils eine Welttournee folgte, die ihren Namen alle Ehre machte, bringen EDGUY erneut das unfassbare Kunststück zustande nochmals eine Schippe draufzupacken. Dies geschieht auf ihrem neuesten Meisterwerk
"Rocket Ride" in derart lässiger und unverkrampfter Manier, dass man glauben könnte es wäre ein Kinderspiel. Mit einer ungebrochenen und unbändigen Spielfreude pusten uns die Mannen um Frontmann Tobias Sammet z. B. mit der 7½minütigen Bombast-Hymne "Asylum", der wuchtig-filigranen Rocknummer "Wasted Time" oder "Out Of Vogue", das im klassischen EDGUY-Style mächtig aus den Boxen prescht, das Schmalz aus den Ohren. Natürlich darf bei einer Produktion des Fünfer auch der Spaß nicht zu kurz kommen, so hat Tobias Sammet den „Gute Laune“-Doublebass-Kracher "Return To The Tribe" doch tatsächlich mit einem gesungenen Gitarrensolo veredelt. Nicht weniger gute Laune verbreitet die Singleauskopplung "Superheroes" oder der Stampfer "Catch The Century" (Meister Tobi ist hier voll in seinem Element und ist kaum einzubremsen), die beide mit ihren Ohrwurm-Chorussen bzw. -Refrains unweigerlich zum munteren Mitträllern auffordern. Auf der anderen Seite überrascht die Band mit einer ungewohnt modernen, in sphärischen Samples gebetteten Nummer wie "Matrix", die aber nicht im geringsten druck- oder kraftlos wirkt. Irgendwie vermittelt die neue Scheibe gegenüber den beiden Vorgängern auch ein kompakteres und wärmeres Gesamtbild, was vielleicht damit zusammenhängen mag, dass die Mannen erstmals Gitarren, Bass und Schlagzeug gleichzeitig – sozusagen live – in einem Raum aufgenommen haben... Schön, dass es so etwas in der heutigen Zeit noch gibt! Oder sollte man besser sagen: „wieder gibt!?!“
P.S. solltet ihr euch in diesen sehr eisigen Tagen nach Sonne, Strand und Meer sehnen, dann holen EDGUY euch mit der Strand-Partynummer "Trinidad" auch noch die Karibik ins Wohnzimmer

Sonny

Trackliste: 1. Sacrifice - 2. Rocket Ride - 3. Catch Of The Century - 4. Asylum - 5. Return To The Tribe - 6. Save Me - 7. Matrix - 8. Out Of Vogue - 9. Superheroes - 10. Wasted Time - 11.Trinidad

Thanks to Markus @ Nuclear Blast

 

weitere Reviews über EDGUY:
EDGUY/
Mandrake
EDGUY/ Hellfire Club


MAD MAX/ Night Of White Rock
  • Band: Mad Max
  • Albumtitel: Night Of White Rock
  • Spielzeit: 43:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Point Music
  • Vergleichbare Bands: bestimmt nicht Stryper!!!
  • Veröffentlichung: 20.01.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon jagt ein Killer-Album das nächste! Die wohl größte Überraschung – und das gleich in zweifacher Hinsicht – dürfte wahrscheinlich die Comeback-Scheibe von MAD MAX darstellen, denn erstens hat wohl niemand wirklich mit einer Re-Union im "Night Of Passion"-Lineup gerechnet und zweitens hat in textlicher Hinsicht ein Umbruch/ -denken stattgefunden. MAD MAX liefern mit ihrem mittlerweile fünften Studio-Output zwar ein gewohnt knackiges und eingängiges Rockalbum ab, nur mit dem feinen Unterschied, dass der Vierer um Gitarrist Jürgen Breforth und Sänger Michael Voss (CASANOVA/ ex-DEMON DRIVE) diesmal mit aussagekräftig-christlichen Texten aufwartet, anstatt mit typischen Rock ’N’ Roll-Klischees zu protzen. Jede der 11 Nummern (inkl. Instrumental "(Just A) Melody") ist ein kleines Meisterwerk für sich, das den gespannten Zuhörer vom Fleck weg mit packenden Refrains und fetten Gitarren zu faszinieren weiß... Sei’s nun der fett rockende Opener "To Hell And Back Again", der fast kindlich verspielt beginnt und in den Chören einen dezenten TEENS-Touch aufweist, oder die Überhymne "Hope To See You" und der schwärmerisch-mystische Midtempo-Stampfer "Bad Day In Heaven". Außerdem haben die Münsteraner mit "Unbelievable" eine Hammer-Ballade am Start, die mit unglaublich viel Seele und Gefühl auch das hartgesottenste Rockerherz zum Schmelzen bringen dürfte. Des weiteren dürften der Tanzflächen-Stampfer "Raise Your Voice" (kultverdächtig!) und der leicht neoklassisch angehauchte Titeltrack, der mit einem imposanten Orgelspiel eingeleitet wird, bei Live-Konzerten so manchen Club in seinen Grundmauern erschüttern. Abgerundet wird das rundum gelungene Comeback durch eine gewohnt makellose Produktion aus dem Hause Voss. Kurzum: Für was braucht die hiesige Christen Rock-Gemeinde noch Importe wie STRYPER? Wir haben doch MAD MAX... Welcome back!!!

Sonny

Trackliste: 1. To Hell And Back - 2. Losing It Again - 3. Hope To See You - 4. Unbelievable - 5. Sign - 6. Homeless - 7. Raise Your Voice - 8. Upon My Soul - 9. Bad Day In Heaven - 10. N.O.W.R. - 11. (Just A) Melody

Thanks to Birgitt @ GerMusica

weitere Reviews über MAD MAX:
MAD MAX/ White Sands (Album Of The Month/ February 2007)
MAD MAX/ In White (EP) (Acoustic-Tipp/ September 2006)


KATJA WERKER/ Leave That Thing Behind
  • Band: Katja Werker
  • Albumtitel: Leave That Thing Behind
  • Spielzeit: 43:32 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Marvin Records, SPV Recordings/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Peter Gabriel, Suzanne Vega, Cure
  • Veröffentlichung: 27.01.2006
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Fast 4½ Jahre ist es her, dass KATJA WERKER mit ihrem Debüt "Contact Myself" die hiesige Pop-Szene mit zerbrechlich wirkenden Songs belebt hat. Nun kehrt sie mit ihrem zweiten Album "Leave That Thing Behind" zurück, das zwar eindeutig anders wie der Vorgänger angelegt ist, aber mit genauso melancholischen und traurigen Momenten die Zuhörerschaft auf Anhieb in den Bann zieht. Nur mit dem Unterschied, dass es Frau WERKER gelungen ist dem neuen Material noch mehr Tiefe zu verleihen. Dies liegt nicht nur an der Tatsache, dass sie ihre Songs selbst schreibt, sondern diesmal auch (fast) alle Instrumente selbst eingespielt, sowie selbst produziert, arrangiert und gemischt hat. So kreiert sie aus akustischer Instrumentierung, programmierten Beats, Loops und Samples einen kontrastreichen und eigenständigen Sound, den sie dann mit ihrem hauchzarten Gesang das gewisse Etwas verleiht. Aus dem mit Highlights bespickten Album will ich mal den ermunternden Opener "Pony Ride On", der u. a. mit folkigen Banjo-Parts überrascht, und  das melancholische "Freedom Inside", das stellenweise an die Anfangsphase von SUZANNE VEGA erinnert, oder das eigenwillig interpretierte PETER GABRIEL-Cover "Mother Of Violence" blind als Anspieltipps herausgreifen. Außerdem wissen "Very Hard Time", dessen Motor pumpende Electronic-Beats und fast swingende Karibik-Rhythmen sind, sowie das aufwendig arrangierte "When I Speak" zu begeistern. Ein faszinierendes Album, bei dem es auch nach dem x-ten Durchlauf noch unglaublich viel zum Entdecken gibt. In der hektischen Zeit heutzutage bilden die zehn Nummern mit sehr viel Seele eine Oase der Ruhe. In diesem Sinne: Einfach anhören und wirken lassen!

Sonny

Trackliste: 01. Pony Ride On 4’33 - 02. Very Hard Time 4’09 - 03. When I Speak 5’10 - 04. Freedom Is Inside 4’15 - 05. I’m Not Blind 4’01 - 06. Bullet In My Head 3’26 - 07. Mother Of Violence 3’00 - 08. First Wing Of The Dawn 5’08 - 09. Say It With A Kiss 5’23 - 10. Heart Of Gold 4’03

Thanks to Sebastian @ SPV


AXXIS/ Paradise In Flames
  • Band: Axxis
  • Albumtitel: Paradise In Flames
  • Spielzeit: 59:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AFM Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: typisch Axxis mit einem Hauch von Nightwish und Within Temptation
  • Veröffentlichung: 20.01.2006
  • Charteinstieg: 06.02.2006 Platz Nr. 45
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Nachdem AXXIS bereits auf dem Vorgänger spürbar etwas an Härte zugelegt und ihre Chöre etwas bombastischer angelegt haben, sind die Mannen um Sänger Bernhard Weiss auf ihrem mittlerweile 9. Studio-Album noch einen Schritt weitergegangen. Ohne ihren Trademarks – den hymnisch-tragenden Refrains – abzusagen, bedienten sie sich diesmal verstärkt der gesanglichen Unterstützung von Sängerin Lakonia, die auch schon auf "Time Machine" einige Backgrounds beigesteuert hat. Durch den hohen und klaren Gesang der Dame lassen sich zwar gewisse Ähnlichkeiten zu NIGHTWISH, WITHIN TEMPTATION & Co. nicht von der Hand weisen, aber trotzdem ist dieses Element nur als eine weiterführende Zutat im urtypischen AXXIS-Sound anzusehen. Diese mystisch-symphonische Verfeinerung macht sich vor allem beim Stampfer "Take My Hand" und der großartigen Ballade "Don’t Leave Me", die Bernhard Weiss beide mit Lakonia im Duett zum Besten gibt, sehr positiv bemerkbar. Dem stehen echte Power-Hymnen wie "Talisman" und das röhrende "Passion For Rock" entgegen, die ohne jeden Zweifel das Flair der früheren Bandgeschichte in sich tragen. Die absoluten Höhepunkte sind allerdings das groovige "Lady Moon" und das lässig stampfende "Stand By Me", die sich eigentlich beide nahtlos in die Live-Klassiker des Fünfers einreihen dürften. Mit dieser Scheibe, die natürlich wieder mit einer Top-Produktion aufwartet, zeigen AXXIS erneut, dass sie nach wie vor zur Speerspitze des deutschen Melodic Metals gehören und ihren Sound immer wieder mit neuen Akzenten zu veredeln wissen. Also, einerseits ein typisches AXXIS-Album, andererseits aber wieder auch nicht! Sei’s drum: Jedenfalls eine verdammt knackige und geile Scheibe.

Sonny

Trackliste: 1. Paradise In Flames (Intro) - 2. Dance With The Dead - 3. Tales Of Glory Island - 4. Take My Hand - 5. Will God Remember Me - 6. Talisman - 7. Don `t Leave Me - 8. Lady Moon - 9. Ice Wind - 10. Stay By Me - 11. Gods Of Rain - 12. Passion For Rock - Limited Edition: 13. Break your soul - 14. Tales of glory Island (extended version) + Video "The Making of Paradise in Flames" & Screensaver

Thanks to Rebecca @ AMF Records

weiter Reviews über AXXIS:
AXXIS/ Best Of  Ballads & Acoustic Specials (Schmankerl/ November 2006)
AXXIS/
Eyes Of The Darkness


RHAPSODY/ Live In Canada 2005 - The Dark Secret
  • Band: Rhapsody
  • Albumtitel: Live In Canada 2005 – The Dark Secret
  • Spielzeit: 60:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mystic Circle Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Rhapsody sind die Erfinder des Sounds!!!
  • Veröffentlichung: 27.01.2006
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Hier ist es nun, das erste RHAPSODY-Live-Album! Wer die Studio-Alben der Italiener kennt, dem dürfte klar sein, dass sich das aufwendige arrangierte, symphonisch- und bombastbeladene Konzept-Material nicht so ohne weiteres einfach auf der Bühne umsetzen lässt. Um so verblüffender ist das Resultat auf
"Live In Canada 2005 – The Dark Secret", das nicht nur mit einer berauschenden Live-Atmosphäre, sondern auch mit einer nahezu brillanten Live-Umsetztung aufwartet, sodass eigentlich kaum eine der dargebotenen Nummern von ihrer ursprünglichen Magie eingebüsst hat. Während der Spielzeit von ziemlich genau einer Stunde fährt die Band um das Songwriter-Duo Gitarrist Lucca Turilli und Keyboarder Alex Staropoli ein schweißtreibendes Best Of-Programm auf, das es gewaltig in sich hat. Dabei hinterlassen besonders "Erian’s Mystical White Book", das in einem tosenden Drum-Solo endet, der imposant-verspielte "March Of The Swordmaster" und das absolut mitsingtaugliche "Emerald Sword" einen nahezu überwältigenden Eindruck. Ob die Herrschaften bzw. wie viel sie im Studio nachgeholfen haben, lässt sich allerdings nur schwerlich feststellen und wird wohl auf ewig ein Geheimnis der Band bleiben. Jedenfalls ist "Live In Canada 2005 – The Dark Secret" ein unglaublich fesselndes und ergreifendes Live-Dokument!

Sonny

Trackliste: 01. The Dark Secret - 02. Unholy Warcry - 03. Wisdom Of The Kings - 04. The Village Of Dwarves - 05. Erian´s Mystical White Book - 06. Dawn Of Victory - 07. Lamento Eroico - 08. Nightfall On The Grey Mountains - 09. March Of The Swordmaster - 10. Emerald Sword - 11. Gran Finale

Thanks to Wolf @ Sure Shot Worx

weitere Reviews über RHAPSODY:
RHAPSODY/ Power Of The Dragonflame


WITT/ Bayreuth 3
  • Band: Witt
  • Albumtitel: Bayreuth 3
  • Spielzeit: 65:07 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Primadonna/ Edel Music
  • Vergleichbare Bands: Rammstein, Dein Schatten, Frank Zander, Lacrimosa
  • Veröffentlichung: 27.01.2006
  • Charteinstieg: 06.02.2006 Platz Nr. 35
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bereits mit den ersten beiden Werken der "Bayreuth"-Reihe hat der einstige NDW-Star die Gemüter der Nation erhitzt und gespalten. Dies wird bestimmt auch bei "Bayreuth 3" der Fall sein, denn fernab von Deutschtümelei versucht uns Joachim WITT mit seinem wohl bisher politischsten Album wieder etwas mehr Achtung, Verständnis und Selbstbewusstsein für unsere Kultur und unserer Land in jedem von uns zu Wecken. Durch die Texte von "Menschen", "Wem Gehört Das Sternenlicht" und "Tief In Der Tiefe" stellt er die Machtgier der nationalen bzw. globalen Politik an den Pranger und appelliert an das Umdenken und die Verantwortung eines jeden Einzelnen. Die musikalische Ausrichtung ist genauso düster, kompromisslos und hart wie auf den beiden ersten Teilen, nur mit dem feinen Unterschied, dass "Bayreuth 3" mit ungewöhnlich eingängigen Melodien aufwartet ("Wo Versteckt Sich Gott", "Hundert Leiber") und sich auch vielschichtiger präsentiert. Sein an „NDH-Härte meets Klassik“ gerichteter Sound greift nicht nur Pop-, Rock- und Gothic-Elemente auf, sondern streift in Form von "Die Macht" auch seine NDW-Vergangenheit. Die Highlights einer durchgehend fesselnden Scheibe sind das atemberaubende Duett "Abendrot" mit Tilo Wolff, bei dem der LACRIMOSA-Kopf  unverkennbar auch kompositorisch die Fäden in der Hand hält, und "Der Turm", mit dem sich WITT vor den Mut der „Edelweißpiraten“ (einer oppositionellen Jugendgruppe während des NS-Regimes) verbeugt. Aber auch "Schmutz" und "Ich Spreng Den Tag" dürfte in den Düstertempeln der Nation das Gewölbe zum Wanken bringen. Ziemlich gekonnt finde ich auch "Neuland", das von der Dramatik her stellenweise eklatant an FALCOs "Jeanny" erinnert. Nachdem sich WITT mit seinem letzten Album "Pop" (erwachsen und gereift) stellenweise leicht wieder seinen NDW-Wurzeln genähert hat, schlägt er auf dieser Scheibe wieder in gewohnter "Werkreihe Bayreuth"-Manier zu – Also, keineswegs leichtverdaulich, aber dafür umso packender!

Sonny

Trackliste: 1. Dämmerung (intro) - 2. Ahhh!!! - 3. Menschen - 4. Wem Gehört Das Sternenlicht? - 5. Schmutz - 6. Wo Versteckt Sich Gott - 7. Abendrot (Duett mit Tilo Wolff/ Lacrimosa) - 8. Neuland - 9. Hundert Leiber - 10. Leben Im Staub - 11. Die Macht - 12. Tiefenrausch - 13. Der Turm (Edelweisspiraten) - 14. Ich Spreng Den Tag - 15. Tief In Der Tiefe

Thanks to Florian @ Hardbeat Propaganda

weitere Reviews über WITT:
WITT/ Eisenherz

more Reviews for January 2006 (release date 21.01. - 31.01.2006)

Last Update: Tuesday, 14. March 2006
created in January 2001 © by
Sonny