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JADED HEART/ Helluva Time

Review:
Einen Sängerwechsel spurlos wegzustecken ist für eine Band nicht immer leicht. Für JADED HEART kommt allerdings erschwerend hinzu, dass man mit dem Vorgänger "Trust" nicht nur eines der besten Alben der Bandgeschichte veröffentlicht hat, sondern der Großteil der Fans den Bandnamen mit Michael Bormann assoziiert. Deshalb durfte man gespannt sein, wie die Duisburger mit ihrem neuen Sänger Johan Fahlberg und ihrem neuen Album "Helluva Time" diese Hürden meistern würden. Nach den ersten Durchläufen zeigt sich, dass das neue Material mehr Punch besitzt als das letzte etwas gefühlvollere Album, und dass Johans Organ hervorragend zum druckvolleren Sound der Band passt. Da wären z. B. der treibende Opener "Tomorrow Comes" oder der mächtige Groover "Somewhere", der ein leicht sphärisches Flair verbreitet, und "Who’s Foolin’". Letztere Nummer besticht nicht nur mit eingängigen Chören, sondern stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass traditioneller und moderner Melodic Hard Rock hervorragend miteinander harmonieren können. Als weiterer Killer erweist sich die Coverversion des ANASTACIA-Hits "Paid My Dues". Obwohl das Original schon ziemlich rockt, ist es der Band gelungen noch eine Schippe draufzulegen, ohne dabei aber den Charme der ursprünglichen Fassung zu zerstören. Mit "Without You" wird dem gespannten Zuhörer die einzige Ballade auf "Helluva Time" präsentiert. In dieser Nummer, die mit fetttriefenden 80er-Pathos ausgestattet ist, verdeutlicht Johan Fahlberg einmal mehr, dass er sich nicht im Geringsten hinter seinem Vorgänger verstecken muss, denn so aggressiv wie er sich in den kraftgeladenen Momenten zeigt, so gefühlvoll agiert er in besagter Ballade oder der nachdenklichen Melodic Rock-Perle "No One". Ein weiteres Highlight ist der hymnisch-träge Groover "Frozen Heart", bei dem Gitarrist Barish Kepic ein glühendes Solo seinen Saiten entfleuchen lässt. Fazit: Trotz des Sängerwechsels hat sich der Sound von JADED HEART – Gott sei Dank! - nicht total geändert, was wahrscheinlich auf der Tatsache beruht, dass Barish Kepic über die letzten Jahre hinweg die Marschrichtung maßgeblich mitgeprägt hat. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob auch die Fans den neuen Sänger annehmen. Qualitativ gibt’s auf "Helluva Time" jedenfalls nichts auszusetzen.

Sonny

Trackliste: 1. Tomorrow Comes - 2. Hole In My Heart - 3. Somewhere - 4. Dreams You'll Never See - 5. Who's Foolin' - 6. Paid My Dues - 7. Without You - 8. Love And Desire - 9. No One - 10. Shores Of Paradise - 11. Frozen Heart - 12. Love To Live

Thanks to Sven @ MusicConsult

weitere Reviews über JADED HEART:
JADED HEART/
Trust
JADED HEART/
Diary 1990 - 2000


DOOMFOXX/ Doomfoxx
  • Band: Doomfoxx
  • Albumtitel: Doomfoxx
  • Spielzeit: 44:56 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: frühere AC/DC zu Bon Scott-Zeiten, Rose Tattoo, ZZ Top, Quireboys
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Also, wenn ich nicht genau wüsste welche Scheibe da in meinem CD-Player seit Wochen seine Kreise zieht, dann würde ich glatt annehmen, dass eine findige Plattenfirma hier ein verschollen geglaubtes Album aus den Anfangstagen von AC/DC ausgegraben hat. Aber dem ist keinesfalls so! Zwar sind hier unverkennbar Australier am Werk, aber hierbei handelt es sich um eine neue Band namens DOOMFOXX. Ein Umstand, der dem Zuhörer bei dieser rauen und verflucht gradlinigen Mucke im ersten Moment partout nicht einleuchten will, zumal Sänger Stuart McKie mit seinem Reibeisen-Organ äußerst angenehm an den großartigen Bon Scott erinnert. So hat die Band um ex-ROSE TATTOO-Gitarrist Mick Cocks ein Dutzend erdiger Songs – die live wie die Hölle abgehen dürften – auf ihr Debüt gebannt, von denen einer erdiger und mitreißender ist als der andere. Da hätten wir z. B. die beiden im Vorfeld bereits veröffentlichten Single-Auskopplungen "Piece Of Me" (knackige Riff-Nummer) und das gefühlvolle "My Beautiful Friends". Außerdem noch so schweinegeile Leckerbissen wie den ZZ TOP-lastigen Groover "Ginger Rose", den zügellosen Stampfer "Sweetheart Of The Troops" und "Schoolboy Adonis", das mit einer gehörigen Portion Sleaze aufwartet. Kurzum: Während der kompletten Laufzeit versprüht der Fünfer seine ehrliche und ungezügelte Spielfreude, die vom ersten Augenblick an auf den Zuhörer überspringt. Emotions- und energiegeladener Boogie-Hardrock von Down Under, wie er rotziger, dreckiger und erdiger kaum sein könnte. Fans von AC/DC zu seligen Bon Scott-Zeiten werden hellauf begeistert sein. Schön, dass es heutzutage – trotz aller Unkenrufe – noch derart herzerfrischende Musik gibt!

Sonny

Trackliste: 1. Pure Platinium - 2. Piece Of Me - 3. Look Ma No Hands - 4. Boyfriend's Outta Town - 5. My Beautiful Friends - 6. Schoolboy Adonis - 7. Ginger Rose - 8. Sweetheart Of The Troops - 9. Drugs - 10. Abandon All Hope - 11. Girls Like You - 12. Rock 'N' Roll Show

Thanks to Britta & Kerstin @ Armageddon Music

weitere Reviews über DOOMFOXX:
DOOMFOXX/ My Beautiful Friends (CD-Single)


HUBERT VON GOISERN/ Ausland

Review:
Anfang der 90er ging ein Aufschrei durch die biedere deutschsprachige Musiklandschaft als ein gewisser Hubert Achleitner – besser bekannt unter dem Namen HUBERT VON GOISERN – und seine ALPINKATZEN ihre ganz andere Art von Volksmusik auf die Menschheit losließen. Mit Alben wie "Aufgeigen Statt Niederschiassen" (1992) und "Omundunten" (1994), mit denen der Band das seltene Kunststück gelang nicht nur die verschiedensten Generationen anzusprechen, sondern auch die Fans verschiedenster Musikrichtungen zu vereinigen. So standen auf HvG-Konzerten nicht nur jung und alt nebeneinander, sondern auch volkstümlich rausgeputzte Paare neben Rockerpaaren in wilder Lederkluft oder eben ganz normale Familien neben beinharten Biker-Gruppierungen und ließen sich von der einzigartigen Live-Atmosphäre der ALPINKATZEN verzaubern, die man seinerzeit mit dem Doppeldecker "Wia Die Zeit Vergeht" auf einfach atemberaubende Weise eingefangen hat. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs beschloss der Bandleader die ALPINKATZEN aufzulösen, um wieder zu sich selbst zu finden und Jahre später mit seinen Weltmusik-Projekten "Gombe" (Afrika) und "Inexil" (Tibet) ganz neue musikalische Akzente zu setzen. Im neuen Jahrtausend war es für HUBERT VON GOISERN wieder an der Zeit sich seiner Wurzeln zu besinnen und ließ mit "Fön", "Trad", "Iwasig" sowie "Trad II" wieder das Flair vergangener Tage aufleben. Auf "Ausland" scheint der unermüdliche Naturbursche nun seine ganze Karriere mit all ihren unterschiedlichen Einflüssen Revue passieren zu lassen, denn auf diesem Album gibt es keine streng abgesteckten Grenzen zwischen Volks-/ Weltmusik, Blues, Jazz und Rock. Vielmehr verschmelzen alle Elemente zu seiner visionsreichen und unberechenbaren Art von Volksmusik. So finden sich auf diesem Album nicht nur Nummern aus den beiden "Trad"- Scheiben, sondern auch einige seiner bekanntesten Hits wie der Steirer "Iawaramei" oder der Tanzbodenstampfer "Goassbeitl-Bauernbuam", der in dieser 8min-Version sowohl countrylastige und irische (als auch stellenweise progressive) Züge aufweist, im international angehauchten Soundgewand wieder. Highlights des unter die Haut gehenden Live-Dokuments sind allen voran die angeblueste "Stadltür", die gegen Ende sogar kurzzeitig in "Aloha Oe" mündet, der vom Country angehauchte Jodler "Meraner" und das besinnlich-flotte "In’s Birig". Aber auch der "Krippensteiner"-Jodler mit seinen pumpenden Beats und bestechenden-glasklaren Steelgitarren-Parts oder "Abend Spät", das mit melancholischen Afrika- und Jazz-Flair jongliert, erweisen sich nach ein paar Durchläufen als ganz besonderes Liedgut. Wie die meisten Konzerte der "Trad"-Tour findet auch diese gelungene Live-Scheibe mit wehmütigen "Wann I Durchgeh", bei dem das Publikum gefühlvoll mit einstimmt, ihren stimmungsvollen Ausklang. Ein ganz besonderes Zuckerl für die zahlreichen HvG-Fans dürfte die beiliegende DVD darstellen, denn im Film "Warten Auf Timbuktu" lassen uns der musikalische Grenzgänger und seine Crew an ihren Erfahrungen, Empfindungen und Gedanken während ihrer Reise zum Festival Au Desert 2005 in Essakane/ Mali teilhaben. Innerhalb der 8 Kapitel stellen sie z. B. fest, dass die Bevölkerung dort ein ganz anderes Gefühl für Zeit und Raum haben, oder dass man als Mitteleuropäer zwar die dortigen Kulturstandpunkte verstehen kann, aber nie leben kann. Auch macht sich Ernüchterung breit, als die musikalische Reisegesellschaft erfahren musste, dass der Zauber des Wüsten-Musikfestivals scheinbar nur über die Entfernung von mehreren 1000 Kilometern seine mystische Kraft ausstrahlt. Also, dann war alles nur Illusion? Nein, denn HUBERT VON GOISERN selbst sieht diese Reise mit all ihren Erfahrungen als krönenden Abschluss der großartigen "Trad II"-Tour – sozusagen als belohnenden Betriebsausflug. Natürlich nutzt ein vielseitiger Musiker wie HvG diese Reise auch um mit den Musikgrößen des Landes gemeinsam zu musizieren. So spielt er mit seiner Band ein vorab nicht eingeplantes Konzert mit dem Belafonspieler KELE TIGI, der zu den besten seiner Zunft gehört, oder lässt sich zu einer spontanen Jam-Session mit dem BASEKOU KOUYATE ENSEMBLE hinreißen. Höhepunkt dieser DVD ist für mich allerdings die Interpretation von "Koa Hiatamadl" auf dem Festival Au Desert, zu der man BIL AKAKORA aus Burkina Faso auf die Bühne gebeten hat.
Mit diesem stark aufgemachten Package wird einmal mehr deutlich, dass es HUBERT VON GOISERN mit seiner Musik scheinbar spielend gelingt Brücken zwischen den verschiedensten Kulturen zu schlagen. Bleibt nur zu hoffen, dass uns der begnadete Musiker und Visionär in dieser Form noch lange erhalten bleibt.

Sonny

Trackliste: CD: 1. Eiszapfen - 2. Iawaramoi - 3. Kohler - 4. Benni - 5. Stadltür - 6. Halt oder … - 7. Meraner - 8. Da Schwoarze - 9. Rote Wand - 10. In's Birig - 11. Krippensteiner - 12. Goassbeitlbauern - 13. Abend Spat - 14. Schönberger - 15. Wann i durchgeh
 
DVD: 1. Am Niger - 2.  Timbuktu - 3. Bamako Markt - 4. Belafonspieler - 5. Reise Nach Essakane - 6. Essakane - 7. Konzert Essakane - 8. ... Des War's

Thanks to Hage @ Blanko Musik


PLACE VENDOME/ Place Vendome
  • Band: Place Vendome
  • Albumtitel: Place Vendome
  • Spielzeit: 45:49 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Michael Kiske meets Pink Cream 69
  • Veröffentlichung: 10.10.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Hab ich’s doch geahnt! „Uns Michi“ kann – gottlob – genauso wenig von den harten Klängen lassen, wie der Kater vom Mausen. Zwar ist PLACE VENDOME nicht Michael Kiskes eigenes Kind und fernab von metallischen Klängen der früheren Tage, aber der einstige HELLOWEEN-Sänger dürfte wahrscheinlich auch einen x-beliebigen Popsong zu einem atemberaubenden Hörerlebnis machen. So hat er nun zehn Melodic Rock-Nummern aus der Feder des PINK CREAM 69-Trios Dennis Ward/ David Readman/ Alfred  Kofler mit seinem Goldkelchen zu wahren Perlen veredelt. Obwohl hier im Grunde genommen ein Highlight das nächste jagt, sollten vereinzelte Songs besonders hervorgehoben werden. Da wären z. B. die prickelnde AOR-Hymne "I Will Be Waiting" und der mächtig rockende Titeltrack, der eine perfekte Untermalung zu einer Vollgas-Cabriolet-Tour darstellt und Lebensfreude pur vermittelt, sowie die romantische Semi-Acoustic-Ballade "Heavens Door". Des weiteren sollte man dem eigengängigen "Too Late", das auf zarten Streicherarrangements schwebt, und den leicht symphonisch rockenden Opener "Cross The Line" Gehör schenken. Mit Ausnahmesänger Michael Kiske haben die PINK CREAM 69-Musiker Uwe Reitenauer (Gitarre), Dennis Ward (Bass, Gitarre, Keyboards und Produktion) und Kosta Zafiriou (Drums) sowie VANDEN PLAS-Keyboarder Günter Werno einen wahren Glücksgriff getan. Hoffentlich war das nicht der letzte Output in dieser Konstellation.

Sonny

Trackliste: 1. Cross The Line - 2. I Will Be Waiting - 3. Too Late - 4. I Will Be Gone - 5. The Setting Sun - 6. Place Vendome - 7. Heavens Door - 8. Right Here - 9. Magic Carpet - 10. Sign Of The Times

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


DOLLY PARTON/ Those Where The Days
  • Band: Dolly Parton
  • Albumtitel: Those Where The Days
  • Spielzeit: 44:08 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Sugar Hill Records
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 11.10.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bei der stetigen Ausnahme-Qualität ihrer Eigenkomposition hat es DOLLY PARTON eigentlich nicht nötig ein ganzes Album mit Cover-Versionen einzuspielen. Warum also dieses Album? Die Frage beantwortet sich bereits nach dem ersten Hördurchgang fast von selbst. Für die charismatische Künstlerin war es eine unüberhörbare Herausforderung und ein unbeschreibliches Vergnügen – größtenteils genrefremden – Klassiker aus den 60ern und 70ern auf Bluesgrass-Sound zu betten, und beleibe kein Ding der Notwendigkeit. Bluegrass bildet während der zwölf Nummern aber nur die Grundessenz, denn DOLLY PARTON verwendet wunderschöne klassische Arrangements ("Where Have All The Flowers Gone"), russische Folklore (Titeltrack) oder gospellastige Kinderchöre ("Where Do The Children Play") als veredelnde Zutaten. Trotz der unterschiedlichen Elemente schwebt immer noch die Magie der Original-Versionen durch den Raum. Stellenweise wird dem Zuhörer sogar der Eindruck vermittelt, dass diese Vielfalt und die lieblich-helle Stimme von DOLLY PARTON die Wirkung noch intensiviert (z. B. bei "The Cruel War"). Für dieses Unternehmen hat sie sich hochkarätige Gäste wie u. a. NICKEL CREEK ("Blowin’ In The Wind"), JOE NICHOLS ("If I Were A Carpenter") oder ROGER McGUINN ("Turn, Turn, Turn") eingeladen. Fans der rockigen Klänge dürften wohl eher an den wirklich atemberaubenden Interpretationen von "Me And Bobby McGee", für das KRIS KRISTOFFERSON höchstpersönlich in die Saiten gegriffen hat, und "Crimson And Clover", das ohne den verzerrten Hall des Originals viel geschmeidiger klingt, Gefallen finden. Auch die abschließende JOHN LENNON-Nummer "Imagine", die im Vergleich zur ursprünglichen Fassung pompös und etwas überladen wirkt, gehört zu den Highlights dieser seelenvollen und packenden Scheibe. 

Sonny

Trackliste: 1. Those Were The Days (harmony vocal by Mary Hopkin, Porter Wagoner and with a Grand Ole Opry gang) - 2. Blowin In The Wind (harmony vocals by Nickel Creek) - 3. Where Have All The Flowers Gone (harmony vocals by Norah Jones and Lee) - 4. Twelfth Of Never (duet with Keith Urban) - 5. Where Do The Children Play (acoustic guitar by Yusuf Islam) - 6. Me And Bobby McGee (harmony vocal by Kris Kristofferson) -  7. Crimson And Clover (harmony vocal and guitar by Tommy James) - 8. The Cruel War (harmony vocals by Alison Krauss, Dan Tyminski and Mindy Smith) - 9. Turn, Turn, Turn (harmony vocal and guitar by Roger McGuinn) - 10. If I Were A Carpenter (duet with Joe Nichols) - 11. Both Sides Now (harmony vocals by Judy Collins and Rhonda Vincent) - 12. Imagine (piano by David Foster)

Thanks to Matt @ Sugar Hill Records


SWEDISH EROTICA/ Too Daze Gone
  • Band: Swedish Erotica
  • Albumtitel: Too Daze Gone…
  • Spielzeit: 68:23 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Treat, TNT, Mötley Crüe, Skid Row
  • Veröffentlichung: 21.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nein, bei "Too Daze Gone..." handelt es sich nicht um eine Comeback-Scheibe der wohl sträflichst unterbewertetsten Band aus skandinavischen Gefilden, vielmehr stellt das vorliegende Album eine Zusammenstellung von Demos dar. Während die erste Hälfte des Materials aus Prachtstücken von den  Aufnahmen-Sessions zu einem – leider nie erschienenen – zweiten Album mit Mats Leven (heute in den Diensten von AT VANCE) am Mirko besteht, setzt sich die zweite Hälfte aus nicht minder prächtigen Bonus-Demos-Tracks aus den Jahren 1986 – 1988 zusammen. Obwohl das Material schon einige Jahre auf dem Buckel hat, klingen die Songs weder angestaubt noch altbacken, was wahrscheinlich den damalig recht üppig ausgestatten Produktionsbudgets zu verdanken ist. So empfehlen sich als  Appetitmacher der rhythmisch-rotzige Titeltrack, die simple gestrickte Ohrwurm-Hymne "Roll Away The Stone" oder der abschließende Wochenend-Groover "Loaded Gun". Das absolute Highlight ist allerdings das klischeetriefende "Terri" knapp gefolgt vom relaxten Stampfer "Love On The Line". Also all ihr Mitt- und End30er: ab auf den Speicher, schnell die Spandex-Hosen und das Leoparden-Shirt aus der Klamottenkiste gekramt und den Haarspray-Vorrat eurer Liebsten bis aufs Letzte aufgebraucht, denn "Too Daze Gone..." lässt euch für knapp 70min in euren wilden Jugendträumen schwelgen.

Sonny

Trackliste: 01. Down 2 Bizniz 3,46 - 02. Skin On Skin 4,10 - 03. Fire With Fire 5,13 - 04. Too Daze Gone 4,56 - 05. Muscle In Motion 3,34 - 06. Show A Little Lace 3,37 - 07. Blue Movies 3,50 - 08. Terri 4,29 - Bonus demo tracks: 09. Break The Walls (1987) 4,36 - 10. Roll Away The Stone (1987) 3,32 - 11. Can You Stand The Heat (1988) 4,08 - 12. Terri (1987) 5,23 - 13. Goodbye To Romance (1986) 4,13 - 14. Open Arms (1986) 4,22 - 15. Love On The Line (1986) 4,19 - 16. Loaded Gun 3,35

Thanks to Sebastian @ MTM Music


SQUARE CIRCLE/ Die Turbine Brennt
  • Band: Square Circle
  • Albumtitel: Die Turbine Brennt
  • Spielzeit: 49:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Medusa, Achim Reichel, Tokio Hotel
  • Veröffentlichung: 04.10.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Einen sehr mutigen Weg hat der Vierer aus Gelsenkirchen auf seinem Debüt eingeschlagen. Zwar ist deutschsprachige Musik zur Zeit – Gott sei Dank – wieder ordentlich angesagt, aber mit der musikalischen Richtung, die SQUARE CIRCLE auf "Die Turbine Brennt" einschlagen, heben sie sich deutlich von der momentan Szene ab. Unter dem Deckmantel des Melodic Rocks haben die jungen Wilden nicht nur zehn rifflastige – aber auch eingängige und gefühlvolle – Nummern eingespielt, sondern selbige auch selbst komponiert. Klar, dass im punkto Songwriting an manchen Stellen viel mehr herauszuholen ist, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in der Band jede Menge Potenzial steckt. So fehlt es einerseits den härteren Songs stellenweise etwas an der führenden Melodie und den eingängigen Passagen, andererseits wird der Zuhörer aber mit sehr gefühlvollen und ausdrucksstarken Nummern wie "Der Tote Engel" oder "Wo Bist Du" vollends entschädigt. Als ziemlich gelungen entpuppen sich auch "Mein Stern", das in einer Kombination aus CURE-Lethargie und rotziger Elemente a la ACHIM REICHEL aus den Boxen fließt, und die einzige englischsprachige Nummer "Let Me See You Cry", das auch gut auf MEDUSAs "Open Your Eyes" (1993) gepasst hätte. Die rockigen Highlights auf dieser Scheibe sind allerdings "Ein Offener Brief", der mit frischen Reggae-Elementen überrascht, und das 6min-Epos "In Vino Veritas", das durch geschickte Tempowechsel eine großartige Spannung aufbaut und in den ruhigen Passagen an die Dramatik von METALLICAs "Nothing Else Matter" erinnert. Fazit: Falls SQUARE CIRCLE in den rockigeren Momenten weniger Punk einfließen lassen könnten, und stattdessen noch etwas mehr wert auf Melodie legen würden, dann dürfen wir uns in Zukunft auf wirklich große deutschsprachige Melodic Rock-Momente freuen.

Sonny

Trackliste: 1. Kommerzokratie - 2. Die Zeit Steht Still - 3. Der Tote Engel - 4. Wo Bist Du - 5. Ein Offener Brief - 6. Mein Stern - 7. Let Me See You Cry - 8. Freitag Abend - 9. Wiedersehn Macht Freude - 10. In Vino Vertas

Thanks to Gaby @ STF-Records


HELLOWEEN/ Keeper Of The Seven Keys - The Legacy
  • Band: Helloween
  • Albumtitel: Keeper Of The Seven Keys – The Legacy
  • Spielzeit: CD1: 38:56min/ CD2: 38:47 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 28.10.2005
  • Charteinstieg: 14.11.2005 Platz Nr. 28
  • weitere Platzierungen:
    21.11.2005 Platz Nr. 77
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Andi Deris, Michael Weikath, Markus Grosskopf und Co. haben es doch tatsächlich getan: Die Kürbisköpfe haben für ihr mittlerweile 11. Studioalbum den "Keeper Of The Seven Keys" wieder zum Leben erweckt. Mit dem Selbstbewusstsein und der Überzeugung, dass das neue Material diesem legendären Titel würdig ist, präsentieren sich HELLOWEEN während der 13 Nummern, die sich auf zwei CDs verteilen, so vielseitig, ideenreich und spielfreudig wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Zwar haben HELLOWEEN im Laufe ihrer 20jährigen Laufbahn noch kein wirklich enttäuschendes oder gar schlechtes Album abgeliefert, aber selten haben sie derart entfesselt und technisch brillant aufgetrumpft wie auf diesem neuen Machwerk. Die beiden Herzstücke auf "Keeper Of The Seven Keys – The Legacy" sind das 13minütige (eher traditionelle) "The King For A 1000 Years" und das 11minütige ( sehr moderne) "Occasion Avenue", die jeweils die entsprechende CD eröffnen. Obwohl diese beiden symphonisch-bombastisch angelegten Epen musikalisch nicht unbedingt mit "Helloween" oder "Keeper Of The Seven Keys" verglichen werden können, brauchen sie sich nicht hinter diesen Klassikern zu verstecken, denn mit diesen Kunstwerken verdeutlicht die Band einmal mehr, dass sich Komplexität und Eingängigkeit nicht von vornherein ausschließen müssen. Klassikerwürdig sind des weiteren die Uptempo-Knaller "My Life For One More Day" oder "Silent Rain" sowie die modern groovende Hymne "Come Alive", die sich in Windeseile in den Gehörgängen ausbreiten, und "Pleasure Drone", in dem sich Sascha Gerstner und Michael Weikath ein atemberaubendes Duell liefern. Aber auch Fans der etwas „popigeren“ Speed Metal-Kost kommen mit der ersten Single-Auskopplung "Mrs. God", die man fast als Fortsetzung von des Top Ten-Hits "Dr. Stein" bezeichnen könnte, nicht zu kurz. Außerdem drängt sich das verträumte und hitverdächtige "Light In The Universe", bei dem Andy Deris und Candice Night (BLACKMORE’S NIGHT) als Duett perfekt harmonieren, als nächste Single förmlich auf. Fazit: Mit diesem phantastischen Doppelalbum ist es HELLOWEEN doch tatsächlich gelungen das Flair und die Vibes der beiden 80er Kultalben zeitgemäß ins 3. Jahrtausende zu transferieren – Dass so etwas ohne Kai Hansen und Michael Kiske wirklich möglich ist, hätte ich nie zu hoffen gewagt. In diesem Sinne: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Gratulation, Herrschaften!!!

Sonny

Trackliste: CD1: 01. The King For A 1000 Years 13:54 - 02. The Invisible Man 07:17 - 03. Born On Judgment Day 06:14 - 04. Pleasure Drone 04:08 - 05. Mrs. God 02:55 - 06. Silent Rain 04:21

CD2: 01. Occasion Avenue 11:04 - 02. Light The Universe (feat. Candice Night) 05:00 - 03. Do You Know What You`re Fighting 4? 04:45 - 04. Come Alive 03:20 - 05. Shade In The Shadow 03:24 - 06. Get It Up 04:13 - 07. My Life 4 1 More Day 06:51

Thanks to Sebastian @ SPV

weitere Review über HELLOWEEN:
HELLOWEEN/
Rabbit Don't Come Easy
HELLOWEEN/ Better Than Raw (expanded edition) (Klassiker-Alarm!/ April 2006)
HELLOWEEN/ The Time Of The Oath (expanded edition) (Klassiker Alarm/ April 2006)
HELLOWEEN/ Master Of The Rings (expanded edition) (Klassiker Alarm/ April 2006)
HELLOWEEN/ Chameleon (expanded edition) (Klassiker-Alarm/ April 2006)
HELLOWEEN/ Pink Bubbles Go Ape (expanded edition) (Klassiker-Alarm/ February 2006)
HELLOWEEN/ Keeper Of The Seven Keys Part II (expanded edition) (Klassiker-Alarm/ February 2006)
HELLOWEEN/ Keeper Of The Seven Keys Part I (expanded edition) (Klassiker-Alarm/ February 2006)
HELLOWEEN/ Walls Of Jericho (expanded edition) (Klassiker-Alarm/ February 2006)


NEAL MORSE/ ?
  • Band: Neal Morse
  • Albumtitel: ?
  • Spielzeit: 56:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Beatles, Planet P Project, Genesis, Yes, Deep Purple
  • Veröffentlichung: 28.10.2005
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Der letzte göttliche Output "One" liegt so ziemlich genau 12 Monate zurück, da präsentiert uns ex-SPOCK’S BEARD-Barde NEAL MORSE mit "?" schon sein nächstes Meisterwerk. Auf seiner neuesten Scheibe, die sich wegen ihrer thematischen und musikalischen Geschlossenheit sowohl als Konzeptalbum wie auch als Rockoper definieren lässt, versucht er dem Zuhörer die Mysterien Gottes – so wie er sie versteht – näher zu bringen. Diese interpretationsaufreizende Thematik verpackt er dabei geschickt in ein harmonisches und stellenweise sehnsüchtig-aufwühlendes Klanggebilde, das ein breitgefächertes Spektrum von Klassik-Elementen und Weltmusik-Einsprengsel über Jazz und Bluesrock bis hin zu packenden progressiven Parts und knackigen Rockmomenten abdeckt. Anspieltipps aus diesem faszinierenden Gesamtwerk herauszupicken fällt äußerst schwer, da jede Sektion wie ein Zahnrad ins nächste greift. Neben seinen fast schon etatmäßigen Mitstreitern wie Drummer-Ikone Mike Portney (DREAM THEATER) und Randy George, die diesmal auch kompositorisch einbezogen waren, hat sich der Sänger und Multi-Instrumentalist diesmal solche Ausnahmekönner wie z. B. STEVE HACKETT, Roine Stolt (FLOWER KINGS) und seinen Bruder Alan (SPOCK’S BEARD/ alle Gitarre) oder DREAM THEATER-Tastenwirbelwind Jordan Rudess als Gäste geladen. Da die Produktion aus dem Hause MORSE natürlich auch vom Feinsten ist, wächst "?" unweigerlich zum Gedanken- und Ohrenschmaus für Anhänger des abwechslungsreichen und spannenden Prog-Genres. 

Sonny

Trackliste: 01. The Temple of the Living God - 02. Another World - 03. The Outsider - 04. Sweet Elation - 05. In The Fire - 06. Solid As The Sun - 07. The Glory Of The Lord - 08. Outside Looking In - 09. 12 - 10. Deliverance - 11. Inside His Presence - 12. The Temple of the Living God

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

weitere Reviews über NEAL MORSE:
NEAL MORSE/ Sola Scriptura (Special-Tipp/ February 2007)
NEAL MORSE/
One


GUN BARREL/ Bombard Your Soul
  • Band: Gun Barrel
  • Albumtitel: Bombast Your Soul
  • Spielzeit: 50:05 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Limb Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Motörhead, Saxon, AC/DC, Accept, Manowar
  • Veröffentlichung: 28.10.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bereits zum Drittenmal laden die Männer von GUN BARREL mit "Bombard Your Soul" ihre Büchsen in abendfüllender Länge durch. Seit dem letzten Album "Battle Tested" hat sich ziemlich viel im Lager der Kölner getan, denn nicht nur der angestammte Bassist Holger Schulz, sondern auch Sänger Guido Feldhausen hat die Band in der Zwischenzeit verlassen. Mehr als ebenbürtigen Ersatz hat Bandgründer/ Gitarrist Rolf Tanzius in Tieftöner Tom Kintgen und Sänger Xaver Drexler gefunden. Der neue Frontmann dürfte mit seinem erdigen und kraftvollen Organ, das den internationalen Vergleich nicht scheuen braucht, auf die nächste Erfolgsstufe katapultieren. Die Weiterentwicklung nur am neuen Mann hinterm Mikro dingfest zu machen, würde dem Ergebnis auf "Bombast Your Soul" aber nicht gerecht werden. Vielmehr hat man in den letzten Jahren auch in punkto Songwriting enorm dazu gelernt und die Band präsentiert sich trotz der beiden Neuzugänge so eingeschworen als würde man schon seit Ewigkeiten gemeinsam zocken. GUN BARREL schafft es scheinbar spielend eine Brücke zwischen verdammt rotzigen Rock ’N’ Roll und fetten Heavy Metal zu schlagen. Unter den 12 Geschossen im Magazin befinden sich solche Killer wie die klassikerverdächtige Hymne "Lights And Shadows", in dem Xaver Drexler an den jungen Biff Byford (SAXON) erinnert, und der Groover "On The Road Again", der ordentlich AC/DC-Flair versprüht, oder "I’m Alive", das sich ohne schlechtes Gewissen mit dem Prädikat „MOTÖRHEAD meets ACCEPT“ auszeichnen kann. Den finalen Blattschuss liefern die Mannen vom Rhein mit dem schwermütigen "... Is You" ab, in dem man gut geölt etwas bedächtiger zur Sache geht. Fazit: Ich will mich mit abschließenden Worten sogar soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass Domstädter mit der hier vorliegenden Scheibe nicht nur ihr ausgereiftestes, sondern ihr bisher bestes Werk abgeliefert haben. Punkt!

Sonny

Trackliste: 01. Begging For Awakening - 02. Dear Mr. Devil  - 03. Down & Dirty - 04. Fearing The Fear Of My Fears - 05. The Fallen One - 06. Lights And Shadows - 07. Dive Into The Flame - 08. Bombard Your Soul - 09. Bloody Pretender - 10. On The Road Again - 11. I'm Alive - 12. ... Is You

Thanks to Rolf @ Gun Barrel

weitere Review über GUN BARREL:
GUN BARREL/
Power-Drive


TNT/ All The Way To The Sun
  • Band: TNT
  • Albumtitel: All The Way To The Sun
  • Spielzeit: 45:00 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Westworld meets frühere TNT mit einem Touch von Queen und Gotthard
  • Veröffentlichung: 28.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Das neue Album der Norweger hakt genau da ein, wo "My Religion" aufgehört hat. Auf "All The Way To Sun" tummeln sich zwölf Nummern (inklusive Insturmental), die – ganz ohne Trendhascherei – ziemlich zeitgemäß und frisch aus den Boxen knallen, aber auch noch ausreichend 80er-Roots besitzen, um den traditionsbewussten Fans nicht vor den Kopf zu stoßen. Über sämtlichen Songs thront natürlich das ausdruckstarke Organ von Ausnahmesänger Tony Harnell und das unverkennbare Gitarrenspiel von Ronni Le Tekro. Diese beiden herausragenden Eigenschaften machen allem voran das LOUIS AMSTRONG-Cover "Wonderful World", das in einen dicken TNT meets QUEEN-Mantel gepackt ist, zu einem ganz besonderen Highlight. Dicht gefolgt vom "Me And I", bei dem Tony Harnells harmonischer Gesang wie ein Zuckerguss über dem kantigen und rifflastigen Grundgerüst wirkt, oder dem modern – fast doomgetränkten - Titeltrack. Weitere Earcatcher sind der orientalisch angehauchte Stampfer "Driving", das in SANTANA-Rhythmik aufgebaute "Letter" und die harmonische Midtempo-Nummer "Sometimes", die mit walzerartigen Gitarrenparts überrascht. "All The Way To The Sun" mag vielleicht aufgrund des wirklich unglücklich gewählten Openers "Fix" und des etwas zerfahrenen "Black Butterfly" nicht ganz an die Klasse des Vorgängers herankommen, aber nichtsdestotrotz ist "All The Way To The Sun" ein geiles Hard Rock-Album geworden.

Sonny

Trackliste: 01. A Fix 4,04 - 02. Too Late 3,45 - 03. Driving 4,06 - 04. Me And I 3,42 - 05. Sometimes 4,09 - 06. All The Way To The Sun 5,02 - 07. What A Wonderful World 3,03 - 08. The Letter 3,59 - 09. Mastic Pines 1,21 - 10. Black Butterfly 2,59 - 11. Save Your Love 3,56 - 12. Ready To Fly 4,34
01. She Needs Me (Bonus track on bonus DVD)
- 02. Everyone’s A Star (Bonus track on bonus DVD)  

Thanks to Sebastian @ MTM Music

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TNT/
My Religion


RIVERSIDE/ Second Life Syndrome
  • Band: Riverside
  • Albumtitel: Second Life Syndrome
  • Spielzeit: 63:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Anathema, Pink Floyd, Opeth
  • Veröffentlichung: 28.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Das überraschend gute Debüt der Polen, das ihnen nun den Plattenvertrag bei den Progressive-Spezialisten von InsideOut einbrachte, wurde seinerzeit von Kollege Christian ja schon eingehend gewürdigt. Das neue Werk "Second Life Syndrome" ist nicht nur konzeptionell, sondern stilistisch gesehen die konsequente Fortführung von "Out Of Myself", denn erneut erwartet uns ein sehr kreatives Klanggebilde aus eligischen Gitarrenparts, melancholischen Keyboardteppichen und druckvoll-raffinierter Rhythmus-Arbeit, das durch die sanften – stellenweise verträumten – aber auch recht aggressiven Gesangsparts von Mariusz Duda (Gesang/ Bass) eine besondere Faszination ausstrahlt. Zugegeben, solch vielschichtige Klangorgien wie der 15minütige Titeltrack oder das fricklige "Dance With The Shadows" mögen auf den gewöhnlichen Prog-Fan zu vertrackt und anstrengend wirken, aber das ändert nicht im geringsten irgendetwas an der hervorragenden Qualität des 9-Trackers. Nichtsdestotrotz zählen für mich gerade die kürzeren Tracks wie das düster-verträumte "Conceiving You", das dunkelmelodische – stellenweise beängstigende – "Artificial Smile" und "Turned You Down", das über weite Strecken eine tieftraurige und ergreifende Stimmung verbreitet, zu den Highlights auf dem Album. Jedenfalls dürfte "Second Life Syndrome" bei Leuten, die sowohl auf Art- und Prog-Rock als auch auf Alternative und seichten Metal können, offne Türen einrennen. 

Sonny

Trackliste: 1. After 3:31 - 2. Volte-Face 8:40 - 3. Conceiving You 3:40 - 4. Second Life Syndrome 15:40 - 5. Artificial Smile 5:27 - 6. I Turned You Down 4:34 - 7. Reality Dream III 5:01 - 8. Dance With The Shadow 11:38 - 9. Before 5:23

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

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PRIMAL FEAR/ Seven Seals
  • Band: Primal Fear
  • Albumtitel: Seven Seals
  • Spielzeit: 54:26 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 24.10.2005
  • Charteinstieg: 07.11. 2005 Platz Nr. 65
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Kreuzbirnbaamhollerstaud’n, is des Album geil! „Klar!“, werdet ihr entgegnen, „eine mittelmäßige oder gar schlechte Scheibe haben die PRIMAL FEAR sowieso noch nicht abgeliefert!“. Stimmt, aber was die Esslinger mit ihrem neusten Werk "Seven Seals" auffahren, stellt alles bis dato in der Bandgeschichte Dagewesene in den Schatten. Nahezu komplett freigeschwommen von Vergleichen zu JUDAS PRIEST zelebriert der Fünfer auf seinem sechsten Studioalbum die perfekt Symbiose von knackigen Heavy Metal und Orchester-Arrangements. Angefangen vom melodischen Opener "Demons & Angels", der durch die Kombination aus harten Beats und mächtigen Orchestereinlagen eine ganz besondere Spannung aufbaut, über den thrashig-melodischen Nackenbrecher "Evil Spell" bis hin zur unglaublich atmosphärischen Ballade "In Mermory" hauen uns die Mannen um Metal-Sirene Ralf Scheepers ein Edelmetallstück nach dem anderen um die Ohren. Wann sind unsere Lauscher zuletzt mit solchen Killern wie dem orientalischgestrickten Titeltrack (knackiger Rocksong), der in der Mitte mit einem granatengeilen Solo von Tom Naumann aufwartet, oder der schleppenden Hymne "Diabolus" und "All For One" durchblasen worden? Letztere Nummer wird in einer nahezu stoischen Gelassenheit von Bandkopf Mat Sinner angestimmt, bevor Ralf Scheepers mit seinem ureigenen Schrei zur Attacke bläst. Außerdem kommt das fast vergessene SINNER-Meisterwerk "Question Of Honour" ("The Nature Of Evil"/ 1998), das übrigens hervorragend zum neuen Material passt, erneut zu Veröffentlichungsehren. Obwohl die Nummer in der Originalversion von Mat Sinner gesungen wurde, könnte man fast glauben, dass dieses 8min-Werk eigens Ralf Scheepers auf den Leib geschrieben worden ist. Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch die Produktion, die im Teamwork von Mat Sinner und Charlie Bauernfeind erledigt wurde, über jeden Zweifel erhaben ist. Ganz großes Kino!!!

Sonny

Trackliste: 1. Demons And Angels - 2.  Rollercoaster - 3. Seven Seals - 4. Evil Spell - 5. The Immoratal Ones - 6. Diabolus - 7. All For One - 8. Carniwar - 9. Question Of Honour - 10. In Memory

Thanks to Markus @ Nuclear Blast

 

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TRAMP'S WHITE LION/ Rocking The USA

Review:
Nachdem die immer wieder angesagte WHITE LION-Reunion letztendlich doch nicht zustande gekommen ist, hat Mike Tramp zu Beginn diesen Jahres eine internationale Band (u. a. mit JADED HEART-Keyboarder Henning Wanner) um sich geschart, um zwei Monate durch die Clubs der USA zu tingeln. Natürlich hat man diese Gelegenheit auch gleich dazu genutzt Material für ein Live-Dokument mitzuschneiden, das uns unter dem Titel "Rocking The USA" als Doppelalbum serviert wird. "Rocking The USA" fährt sämtliche Klassiker der Band auf und bietet einen rundum gelungenen Querschnitt aus der Schaffensperiode des „weißen Löwens“. Angefangen von "Broken Heart" und der Hymne "Fight To Survive" vom gleichnamigen Debütalbum, über das metallastige "Lady Of The Valley" ("Pride") und die rotzige Rock ’N’ Roll-Nummer "Little Fighter" ("Big Game") bis hin zu "It’s Over" und "Love Don’t Come Easy" vom bis dato letzten Studioalbum "Mane Attraction" ist nahezu alles am Start, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. Natürlich ist mit der Mega-Ballade "When The Children Cry" auch der bekannteste bzw. erfolgreichste Hit von WHITE LION am Start. Abgerundet wird das amtliche Best Of-Programm durch den GOLDEN EARING-Hit "Radar Love", in dem auch so manch andere Rock-Klassiker zwischendurch zitiert werden. Auch wenn hier (leider) nicht das Original-Lineup zugange ist, dürfte dieses umfassende und gut produzierte (Michael Wagener!) Live-Objekt ein gefundenes Fressen für die ausgehungerten Fans der Band sein. Zumal die damalige Besetzung nie ein offizielles Live-Album zustande gebracht hat.

Sonny

Trackliste: CD1: 01. Lights and Thunder - 02. Hungry - 03. Lonely Nights - 04. Love Don't Come Easy - 05. Broken Heart - 06. Fight to Survive - 07. Cry for Freedom - 08. You're All I Need - 09. Little Fighter

CD2: 01. It's Over - 02. Living on the Edge - 03. Tell Me - 04. Wait - 05. Lady of the Valley - 06. When the Children Cry - 07. Radar Love

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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CREOZOTH/ Creozoth
  • Band: Creozoth
  • Albumtitel: Creozoth
  • Spielzeit: 57:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Tad Morose, Armored Saint (beide nur stellenweise)
  • Veröffentlichung: 24.10.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Bei CREOZOTH handelt es sich um einen Sidekick, der beiden CANDLEMASS-Kempen Lars Johansson (Gitarren) und Jan Lindh (Schlagzeug). Diese Band, die durch Sänger Michael Storck (ex-YNGWIE MALMSTEEN) und Viersaiter Torbjörn Moen (OZ, REDFUN) vervollständigt wird, zeugt davon, dass die beiden eingangs erwähnten Herren mit ihrem Hauptbetätigungsfeld nicht gänzlich ausgelastet sein dürften und durchaus auch ein Stück weit vom reinen Doom Metal entfernt ihre Qualitäten haben. Auf seinem selbstbetitelten Debüt präsentiert der Schweden-Vierer furztrockenen und riffbeladenen Metal, der stellenweise durch mehr oder weniger fette Doom-Splitter eine ziemlich eigenständige Soundfärbung erfährt. Diese Attribute machen vor allem das auf schleppenden Lavariffs gebettete "Mind", das dem Zuhörer stellenweise gar den Atem stocken lässt, sowie den hymnisch-mystischen Groover "Forsaken" zu den Highlights dieser Scheibe. Leider sind – trotz durchwegs guter Produktion - nicht alle Nummern von diesem Kaliber, sodass sich der geneigte Zuhörer zwischenzeitlich auch einem Anfall von Müdigkeit erwehren muss. Eigentlich schade, aber vielleicht gibt es ja ein nächstes Mal?!?

Sonny

Trackliste: 1. With The Flow - 2. Stares Back - 3. Forsaken - 4. Minute U Die - 5. Intoxicatedead - 6. For Your Amusement - 7. Watch 'n Wait - 8. State Of Shock - 9. Bad Day - 10. Mind - 11. You Don't Know - 12. Dash - 13. Spectorized

Thanks to Birgitt @ GerMusica


ALIEN/ Dark Eyes
  • Band: Alien
  • Albumtitel: Dark Eyes
  • Spielzeit: 46:01 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Gary Moore, Ten, Mink DeVille
  • Veröffentlichung: 24.10.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Also, etwas enttäuscht bin ich schon vom überraschenden Comeback-Album von ALIEN. Zwar haben die Schweden um Gitarrist Ton Borg (ex-E.F Band) mit Jim Jidhed wieder den Originalsänger in ihren Reihen, aber können damit weder an das mit Platin ausgezeichnete und selbstbetitelte Debüt anschließen, noch kommen sie damit annähernd in die Sphären der beiden starken Solo-Alben des Ausnahmensängers. Zu glattgebügelt – ohne markante Hooks in den Refrains – dampfen die meisten der elfen Nummern aus den Boxen. Zwar ist "Dark Eyes" kein schlechtes Album, aber nur selten brodelt der Dampfkessel so wie beim flotten "Fallen Eagle", das an die GARY MOORE zu "Run For Cover"-Zeiten erinnert, oder im schmissig-röhrenden Lokomotive "Wild One". Ein weiteres dampfhaltendes Brikett stellt der Groover "Are You Ready" dar, was aber über den doch ziemlich ernüchternden Gesamteindruck nicht hinwegtäuschen kann.

Sonny

Trackliste: 1. Dark Eyes - 2. Don’t Go Away - 3. Oh Sarah - 4. Fallen Eagle - 5. Lethal Woman - 6. Wild One - 7. Don’t Fight It - 8. Riding With The Wind - 9. Are You Ready - 10. Fire (The Game) - 11. Sherylee

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


TOKYO DRAGONS/ Give Me The Fear
  • Band: Tokyo Dragons
  • Albumtitel: Give Me The Fear
  • Spielzeit: 40:25 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Kiss, Thunder, Darkness, Hellacopters, Backyard Babies
  • Veröffentlichung: 24.10.2005
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Obwohl der Rock ’N’ Roll immer und immer wieder todgeschrieben wird, präsentiert sich die Szene zur Zeit wieder äußerst lebhaft. Jüngster Emporkömmling dieser – Gott sei Dank – nicht todzubringenden Gattung ist der britische Vierer TOKYO DRAGONS, der in seiner Heimat schon zwei Top 30-Single-Hits landen konnte. Nun macht sich die wilde Bande um Sänger/ Gitarrist Steve Lomax auf mit ihrem Debüt "Give Me The Fear" den europäischen Kontinent zu erobern. Ob den TOKYO DRAGONS selbiges aber gelingen wird, wage ich ehrlich gesagt etwas zu bezweifeln! Zwar dürfte es den Herrschaften mit ihrem angeglamten Sound stellenweise gelingen die Fans der obengenannten Bands aufhorchen zu lassen, aber einen bleibenden Eindruck werden sie damit nicht unbedingt hinterlassen. Dabei weisen der fulminante Opener "What The Hell", der bassschwangere Groover "Ready Or Not" oder "Teenage Screamers", das einen Hauch von T. REX in sich trägt, wirklich gute Ansätze auf. Der Rest hingegen wirkt etwas aufgesetzt rotzig und rauscht einfach zu stromlinienförmig durch die Lauscher. Dies sollte Genre-Freaks aber nicht davon abhalten, vielleicht trotzdem das ein oder andere Ohr zu riskieren.

Sonny

Trackliste: 1. What The Hell - 2. Get 'Em Off - 3. Do You Wanna? - 4. Come On Baby - 5. Let It Go - 6. Johnny Don’t Wanna Ride - 7. Teenage Screamers - 8. Ready Or Not - 9. Burn On - 10. Rockin' The Stew - 11. Chasing The Night

Thanks to Birgitt @ GerMusica


STREAM OF PASSION/ Embrace The Storm
  • Band: Stream Of Passion
  • Albumtitel: Embrace The Storm
  • Spielzeit: 53:56 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: The Gathering, Within Temptation
  • Veröffentlichung: 21.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
STREAM OF PASSION ist ein neues und international besetztes Projekt, das der AYREON-Macher Arjen Anthony Lucassen um die begnadete mexikanische Sängerin und Komponistin Marcela Bovio aufgebaut hat. Musikalisch – fernab von seinen anderen Betätigungsfeldern – bewegt sich STREAM OF PASSION irgendwo zwischen den oben genannten Vergleichsband. Trotz einiger vermeintlicher Parallelen zu den beiden niederländischen Bands, strahlt STREAM OF PASSION nicht zuletzt aufgrund der Verschmelzung von englischer und spanischer Sprache einen ganz eigenen mystischen – stellenweise sogar sehr düsteren – Charme aus. Diese Symbiose der eigentlichen grundverschiedenen Sprach-Charaktere lässt "Haunted", das durch eine unverkennbare Bolero-Rhythmik, fette Grooves und seidenzarte Passagen eine ganz besondere Spannung aufbaut, und das verträumt-aggressive "Out In The Real World" zu besonderen Stücken reifen. Die Highlights unter dem Dutzend sehr niveauvollen Songs sind für mich allerdings die zauberhafte – fast betörende – Pianoballade "Nostalgia" und der folkig angehauchte Titeltrack, der mit wunderschönen Piano- und Streicherparts sowie mit einer atemberaubenden Leadgitarre und knackig-wuchtigen Drums besticht.

Sonny

Trackliste: 01. Spellbound - 02. Passion - 03. Deceiver - 04. I´ll Keep On Dreaming - 05. Haunted - 06. Wherever You Are - 07. Open Your Eyes - 08. Embrace The Storm - 09. Breathing Again - 10. Out In The Real World - 11. Nostalgia - 12. Calliopeia

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


PALLAS/ The Dreams Of Men
  • Band: Pallas
  • Albumtitel: The Dreams Of Men
  • Spielzeit: 73:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Marillion, Pink Floyd, Led Zeppelin, Erik Norlander, Hubi Meisel
  • Veröffentlichung: 21.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Trotz der stellenweise überragenden Kritiken zum Vorgänger "The Cross & The Crucible" konnte ich mich nie richtig mit dem Sound der Schotten identifizieren. Seitdem sind gut vier Jahre vergangen, in denen PALLAS ausgiebig am Nachfolgealbum "The Dreams Of Men" gefeilt und getüftelt haben. Das Ergebnis gibt ihnen zweifelsohne Recht, denn im Vergleich zu "The Cross & The Crucible" hat der Anteil an Klassik-Elementen und Folklore-Einflüssen deutlich zugenommen, was "The Dreams Of Men" zu einem vielschichtigen, abwechslungsreichen – phasenweise leicht bombastischen – und packenden Album wachsen lässt. So entführen PALLAS den aufmerksamen Zuhörer z. B. mit "Ghostdancers", das durch den Kontrast zwischen keltischen und indianischen Klängen eine eigenartige Stimmung aufbaut, oder dem schwelgend-sphärischen Instrumental "Northern Star" und dem atemberaubenden "The Last Angel", in dem nicht nur Sänger Alan Reed eine Leistung abliefert, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, in ihre faszinierende Traumwelt. Gekrönt wird der zuletzt genannte und abschließende Hammer-Epos durch den fast engelsgleichen Gesang von Sopranistin Pandy Arthur. Nicht ganz so harmonisch, aber nicht minder stimmungsvoll geht das Quintett aus Aberdeen in den beiden fast monströsen Groovern "Messiah" oder "Mr. Wolfe" zu Werke. Während der eine ziemlich bassschwanger aus den Boxen wabert, baut der andere seine Dramatik u. a. durch imposante Kirchenorgel-Parts auf. Ich kann mir vorstellen, dass "The Dreams Of Men" sowohl für die Fans der alten Prog-Schule als auch für die Anhänger der modernen vertrackten Klänge eine echte Offenbarung sein dürfte...

Sonny

Trackliste: 1. The Bringer Of Dreams 9:50 - 2. Warriors 7:15 - 3. Ghostdancers 7:30 - 4. Too Close To The Sun 11:34 - 5. Messiah 4:57 - 6. Northern Star 4:01 - 7. Mr. Wolfe 5:48 - 8. Invincible 10:45 - 9. The Last Angel 11:28

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


NEA/ Nea
  • Band: Nea
  • Albumtitel: Nea
  • Spielzeit: 42:29 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: B Factory/ DA Music
  • Vergleichbare Bands: The Corrs, Lisa Marie Presley, Suzanne Vega, Beatles
  • Veröffentlichung: 21.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nach ihrer Landsfrau ANNA SAHLENE präsentiert uns nun
Johanna Såndberg unter ihrem Spitznamen NEA – fernab von jeglicher – äußerst anspruchsvollen und zeitlosen Pop/ Rock. Mit ihrem Debüt dürfte sie jeden Rockmusik-Fan, der auf bodenständiges Songwriting, starke Melodien, harmonische Arrangements und abwechslungsreich-bezaubernden Gesang wert legt, vom Fleck weg begeistern. Dabei macht sich positiv bemerkbar, dass die Songs ohne jeglichen Druck seitens der Musikindustrie über Jahre hinweg reifen konnten. So tummeln sich auf der zu besprechenden Scheibe u. a. mit dem lässig stampfenden "Out Of Grace", dem stellenweise heftig modern groovenden "Climb" oder dem flotten Ohrwurm "Utopia" ca. eine handvoll Nummern, die nicht nur kurzlebiges Hitpotenzial besitzen, sondern durchaus das Zeug zum Klassiker haben. Dazu gehören auch das melancholische "Just A Little Thought", das nicht zuletzt wegen des Mellotron-Einsatzes einen Hauch von BEATLES versprüht, und das bezaubernde Duett "Nothing But You". Kurzum: "Nea" ist ein verdammt starkes Debüt, das hoffentlich dementsprechend auch mit Radioeinsatz gewürdigt wird!

Sonny

Trackliste: 1. Didn't I - 2. You Don't Know - 3. What If - 4. Out Of Grace - 5. I Believe In You - 6. Utopia - 7. Nothing Happens - 8. Just A Little Thought - 9. Climb - 10. Over You - 11. Nothing But You - 12. You Complete Me

Moritz @ Gordeon Music


LOCOMOTIVE BREATH/ Change Of Track
  • Band: Locomotive Breath
  • Albumtitel: Change Of Track
  • Spielzeit: 53:22 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Lion Music/ CM Distro
  • Vergleichbare Bands: Talisman, Dio
  • Veröffentlichung: 21.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nachdem ich von ihrem letzten Album "Heavy Machinery" doch arg enttäuscht war, bin ich seit dem ersten Durchlauf von der neuen Langrille von LOCOMOTIVE BREATH direkt paralysiert. Derart plattgedrückt und überrascht bin ich von solchen gitarrengetrieben Hämmern wie "Speed Driven" und "Feel My Rage" oder schmelzzarten Momenten wie "Leaving My Heart With You". Der große Pluspunkt dieser Ballade beruht auf der Tatsache, dass sie trotz ihrer extrem romantischen Atmosphäre zu keinem Augenblick glattgebügelt oder gar cheesy wirkt. Als weitere gewichtige Überzeugungsargumente dienen das schleppend-bluesgetränkte "Chains Of Heaven" und der granatenmäßige Kracher "I’ll Be Fighting", der sich mit einem ohrwurmtauglichen Chorus und brillanten Gitarrenlinien in den Lauschern festsetzt. Abschließend kann man wohl ruhigen Gewissens verlauten lassen, dass die Band um Gitarrenhexer Janne Stark mit "Change Of Track" ihr bisher stärkstes Album eingezockt haben. Exzellenter Stoff für alle, die auf melodischen Hard Rock/ Metal mit Ecken und Kanten stehen. Zugreifen!!!

Sonny

Trackliste: 1. H.M.M - 2. Shadow - 3. What I’ve Become - 4. Leaving My Heart With You - 5. Speed Driven - 6. Feel My Rage - 7. Firestarter - 8. High On Illusion - 9. Phyxious - 10. Kingdom Of Tragedy - 11. Chains Around Heaven - 12. I’ll Be Fighting - 13. Gargleblaster

Lion Metal Online ShopThanks to Lasse @ Lion Music


MANNING/ One Small Step...
  • Band: Manning
  • Albumtitel: One Small Step...
  • Spielzeit: 57:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: vielleicht a kloans bisserl Moody Blues und Jethro Tull
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Ziemlich genau ein Jahr muss es her sein als mich ein gewisser Guy MANNING mit
"A Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann)" und seiner tiefmelodischen, textsinnigen, gefühlsintensiven und zugleich sehr anspruchsvollen Art von Musik erstmals in seinen Bann gezogen hat. Wie schon auf dem Vorgänger demonstriert der englische Komponist und Multiinstrumentalist auch auf seinem neuen Album "One Small Step..." auf unvergleichliche Art und Weise, dass sich aus diesen heutzutage oft vernachlässigten musikalischen Idealen eine sehr atmosphärisch – ja fast verträumte – und angenehme Stimmung zaubern lässt. Angefangen vom federleicht-relaxten Opener "In Swingtime" über das traumhaft-schwebende "Night Voices" bis hin zum 8teiligen folkorientierten und sozialkritischen Titeltrack (feine Progkost), dessen Höhepunkte im faszinierenden Flöte/ Geige-Zwiegespräch "Blink Of An Eye" und dem fast SANTANA-lastigen "Black And Blue" zu finden sind, versteht es MANNING scheinbar spielend die ungebrochene Aufmerksamkeit des Zuhörers zu gewinnen. Die Musik ist über weite Strecken derart intensiv und ergreifend, dass man nicht unbedingt der englischen Sprache mächtig sein muss, um etwa die Thematik der verschiedenen Songs zu erahnen. "One Small Step..." bietet für fast eine Stunde sehr gefühlvolle und tiefgehende Musik, die u. a. durch den charmanten lispelnden – stellenweise kratzbürstigen – Gesang von Guy MANNING ihre unverkennbare Eigenart besitzt. Nehmt euch für diese Scheibe Zeit und lasst euch von diesem Multi-Talent eine Geschichte erzählen, die sowohl in der Traumwelt als auch in der bitteren Realität zuhause ist.

Sonny

Trackliste:   1. In Swingtime - 2. Night Voices - 3. No Hiding Place - 4. The Mexico Line - 5. One Small Step - Star Gazing - 6. One Small Step - For Example - 7. One Small Step - At The End Of My Rope - 8. One Small Step - Man Of God - 9. One Small Step - A Blink Of The Eye - 10. One Small Step - Black And Blue - 11. One Small Step - Upon Returning

Thanks to Shawn @ ProgRock Records

weitere Reviews über MANNING
MANNING/ Anser's Tree (Special-Tipp/ October 2006)
MANNING/
A Matter Of Life & Death (The Journey Of Abel Mann)


FISH/ Bouillabaisse - The Best Of Fish
  • Band: Fish
  • Albumtitel: Bouillabaisse – The Best Of Fish
  • Spielzeit: CD1: 71:02 min/ CD2: 72:39
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Snapper/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Marillion, Genesis, Guy Manning, Mark Knopfler
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: -

Review:
Groß vorstellen muss man den Ausnahmesänger Derek William Dick – besser bekannt unter dem Namen FISH – wohl nicht mehr, denn schließlich war er nicht nur für solche MARILLION-Klassiker wie z. B. "Misplaced Childhood" und "Clutching At Straws" mitverantwortlich, sondern kann seit seinem Ausstieg (1987) bei der Kultband auch auf eine beachtliche Anzahl von Solo-Alben zurückblicken. Einen äußerst gelungenen Karriere-Querschnitt des Schotten bietet das jüngst erschienene und randvoll bepackte Doppelalbum "Bouillabaisse – The Best Of Fish", das sich aus der wunderschönen Balladen-CD ("Balladeer") und dem fetzigen Pendant "Rocketeer" zusammensetzt. Dass sich auf beiden Silberlingen ein Highlight an das anderer reiht, dürfte außer Frage stehen, denn FISH hat seiner mittlerweile über 25jährigen Karriere eine Menge von Hits und Perlen aufgenommen. So entpuppen sich z. B. das countrylastige Duett "Just Good Friends" mit Sam Brown oder das irisch verwurzelte "The Company", das im orchestralen Gewand aufwartet, und das stimmungsvolle "Caledonia", das von majestätischen Dudelsackparts untermalt wird, zum perfekten Soundtrack für einen romantisch-entspannten Abend. Nicht zu vergessen die beiden MARILLION-Megahits: "Kayleigh" und "Lavender", das eine richtige hypnotische Atmosphäre aufbaut. Von der Rock-CD demonstrieren u. a. der quirlige Stampfer "Incommunicado", der ebenfalls aus seiner MARILLION-Zeit stammt, und das spannungsgeladene "Goldfish And Clowns" sowie der heftig röhrend-fidelige "Brother 52" oder das 6teilige Opus "Plague Of Ghost" seine Vielseitigkeit und seinen Ausnahmestatus. Falls ihr noch kein Album – aus welchen Gründen auch immer – von FISH in eurer Sammlung haben solltet und den ausdrucksstarken Sänger immer schon mal antesten wolltet, dann ist "Bouillabaisse – The Best Of Fish" genau das richtige Album für euch. Es lohnt sich ungemein!!!

Sonny

Trackliste: CD1: 01. Just Good Friends - 02. Shot The Craw - 03. A Gentleman's Excuse Me - 04. Kayleigh - 05. Solo - 06. Incomplete - 07. The Company - 08. Fortunes Of War - 09. Our Smile - 10. Lavender - 11. Lady Let It Lie - 12. Cliche - 13. Scattering Crows - 14. Tara - 15. Caledonia - 16. Raw Meat

CD2: 01. Big Wedge - 02. Credo - 03. Incommunicado - 04. Goldfish And Clowns - 05. Long Cold Day - 06. Brother 52 - 07. Clock Moves Sideways - 08. The Perception Of Johnny Punter - 09. Moving Targets - 10. Plague Of Ghosts - 11. I - Old Haunts - 12. II - Digging Deep - 13. III - Chocolate Frogs - 14. IV - Waving At Stars - 15. V - Raingods Dancing - 16. VI - Wake Up Call [Make It Happen]

Moritz @ Gordeon Music

weitere Reviews über FISH:
FISH/ Return To Childhood


FLAGSHIP/ Maiden Voyage
  • Band: Flagship
  • Albumtitel: Maiden Voyage
  • Spielzeit: 47:20 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Metal Heaven/ Rivel Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Kansas, Styx, Queen
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Also, über mangelnde Betätigungsfelder kann sich NARNIA-Sänger und Label-Chef Christian Rivel nicht beschweren, denn nach AUDIOVISON und DIVINEFIRE kommt er nun gemeinsam mit
Linus Kåse (Keybords) unter dem Name FLAGSHIP dieses Jahr zum dritten Mal mit einer neuen Scheibe in die Läden. Während sich die beiden zuerst genannten Bands/ Projekte in melodische bzw. speedig-bombastischen Heavy Metal-Gewässern tummeln, segelt FLAGSHIP traditionsbewusst in symphonischen Rock-Meeren der späten 70er/ frühen 80er Jahre. Schon allein aufgrund dieser Tatsache sind Vergleiche mit KANSAS, STYX oder QUEEN nicht von der Hand zu weisen. Obwohl keiner der sechs Songs kürzer als 6 ½ min ist, wirkt das Material zu keiner Sekunde künstlich in die Länge gezogen oder gar langatmig. Als Entscheidungshilfen für den Kauf von "Voyage Maiden" sollte man den Opener "Heart Is The Center", der u. a. die unfassbare Atmosphäre des JOHN MILES-Klassikers "Music" und das hymnische Flair von "Holding Out For A Hero" (BONNIE TYLER) in sich vereint, oder die Coverversion von KERRY LIVGRENs "Ground Zero", für das der einstige KANSAS-Gitarrist ein von Linus Kåse neu arrangiertes Solo beigesteuert hat, unbedingt heranziehen. Nimmermüde Traditionalisten sollten hier unbedingt alle ihre Segel setzen und sich von FLAGSHIP über die unendlichen Weiten der Symphonic Rock-Meere tragen lassen.

Sonny

Trackliste: 1. Heart Is The Center - 2. You Are - 3. The Throne - 4. Hold On To Your Dream - 5. Windy City - 6. Ground Zero

Thanks to Birgitt @ GerMusica


RPWL/ Live - Start The Fire
  • Band: RPWL
  • Albumtitel: Live – Start The Fire
  • Spielzeit: CD1: 61:26 min/ CD2: 67:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Tempus Fugit/ InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Pink Floyd
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nachdem ich von den beiden Studioalben, die ich von den bayrischen Psychedelic Rockern bisher gehört habe, nur stellenweise überzeugt war, bin ich von der Leistung, die RPWL auf ihrem ersten Live-Dukoment abliefern, doch ziemlich stark beeindruckt. Die Band fährt ein wahrhaftiges Best Of-Liveset auf, dass sich vorwiegend aus den Highlights des letzten Studioalbums "World Through My Eyes" und einigen auserwählten Schmuckstücken der ersten drei Alben zusammensetzt. Mit solch meisterlichen Werken wie dem groovenden "Start The Fire", das mit geschickten Mellotron-Einsatz leicht melancholische Akzente zu setzen weiß, oder der phasenweise fast zerbrechlich wirkenden Ballade "Day On My Pillow", die gewieft mit dem Flair der 60ties spielt, und dem hitverdächtigen "Roses", das – wie auch die Studioversion – von Ray Wilson (ex-GENESIS) gesungen wird, braucht sich die einstige PINK FLOYD-Coverband nicht hinter ihrem großen Idol zu verstecken. Selbigen huldigen sie auf der zweiten CD mit den Coverversionen von "Welcome To The Machine" (ganz große Klasse!), "Cymbaline" und "Opel", denen RPWL mit ihrer frischen und modernen Art gekonnt und sanft ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken. Zu meinen persönlichen Lieblingstücken gehören das schwerelose "I Don’t Know" und das dramatisch-hypnotisierende Epos "Hole In The Sky". Außerdem dürfte die reproduzierte Version "World Through My Eyes" bei Freunden der hohen Improvisationskunst zu wahren Begeisterungstürmen führen. Kurzum "Live – Start The Fire" bietet zeitgemäßen und begeisternden Psychedelic Rock auf hohem Niveau... Vielleicht sollte ich mal eine der Studioscheiben aus meinem Regal hervorholen!?!

Sonny

Trackliste: CD1:
1. Sleep (10.00) - 2. Start The Fire (4.50) - 3. Who Do You Think We Are (4.10) - 4. Day On My Pillow (6.30) - 5. Roses (7.00) - 6. Not About Us (5.10) - 7. The Gentle Art Of Swimming (8.50) - 8. Wasted Land (5.40) - 9. Crazy Lane (4.20) - 10. Trying To Kiss The Sun (5.10)

CD2:1. World Through My Eyes (11.50) - 2. Opel (6.10) - 3. Cymbaline (15.00) - 4. Welcome To The Machine (7.20) - 5. I Don't Know (4.30) - 6. Hole In The Sky (13.00)

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


SPELLBOUND/ Incoming Destiny
  • Band: Spellbound
  • Albumtitel: Incoming Destiny
  • Spielzeit: 40:05 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Destruction, Kreator, Exodus
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Ziemlich provokativ kommt das Cover vom SPELLBOUND-Debüt schon rüber. Sitzen da doch tatsächlich George W. Bush bewaffnet mit einer Handgranate, Osama Bin Laden mit einem Bündel Dollars in der Faust und der Pabst mit dem Kruzifix in der Hand an einem Tisch. Ganz so provokativ und revolutionierend sind die 10 Nummern auf "Incoming Destiny" allerdings nicht. Denn erstens handeln die Texte von Verschwörungstheorien oder geheimen Technologien und zweitens haben die Süddeutschen das Ei des Columbus nicht unbedingt neu entdeckt, sondern bewegen sich irgendwo in einer modern angehauchten Schnittmenge aus DESTRUCTION und KREATOR, die stellenweise melodische und progressive Züge aufweist. Diese Attribute machen u. a. das melodisch-knifflige und mörderisch groovende "Focus 22" oder die Thrash-Hymne "Trust In Fire", die ungelogen das Zeug zum Klassiker hat, zu Highlights auf "Incoming Destiny". Etwas weniger melodisch, aber genauso technisch hochversiert erweist sich der Genickbrecher "View To Remote" oder das tempovariable "Hate" in dem Sänger und Bassist Lennart Vocke sich stellenweise fast die Seele aus dem Leib röhrt. Fazit: Um den Fortbestand der deutschen Thrash-Tradition brauchen wir uns keine großen Sorgen machen, solange es solch hoffnungsvolle Newcomer wie SPELLBOUND gibt.

Sonny

Trackliste: 01. Sonic Departure - 02. Incoming Destiny - 03. Arrival Of The Gods - 04. The Hollow - 05. Spiritual Decline - 06. Focus 22 - 07. Trust In Fire - 08. View To Remote - 09. Hate - 10. The Human Race

Thanks to Britta & Kerstin @ Armageddon Music


MAJESTIC VANGUARD/ Beyond The Moon
  • Band: Majestic Vanguard
  • Albumtitel: Beyond The Moon
  • Spielzeit: 51:06 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Metal Heaven/ Rivel Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Last Tribe, Masterplan, Edguy, (alle nur stellenweise)
  • Veröffentlichung: 17.10.2005
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Das Debüt von MAJESTIC VANGUARD ist eine jener Melodic Metal-Scheiben, die trotz konstanter und intensiver Dauerbeschallung nicht wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Obwohl ich persönlich von dieser Musikrichtung sehr angetan bin und die Schweden auch stets um Eigenständigkeit bemüht sind, schaffen sie es leider nicht mich restlos zu überzeugen. Einer der wenigen Lichtblicke ist der hymnisch-eingängige Doublebass-Knaller "Tears In Neverland", der mit raffinierter Kombination aus folkloristischen und sphärischen Elementen zu überzeugen weiß. Zwar spielen die verschiedensten Folklore-Elemente auch in den anderen Songs eine wesentliche Rolle, aber trotzdem rauscht das Material fast ohne akustischen Widerhaken am Zuhörer vorbei. Dass "Beyond The Moon" im Endeffekt doch noch knapp über das Mittelmass-Dasein hinauskommt, ist dem letztendlich überraschend versöhnlichen Endspurt-Trio – bestehend aus der verspielt-druckvollen Epic-Nummer "Take Me Home", dem erheiternden "Footprints" und der dramatisch aufgebauten 8min-Nummer "Mystic Eye" – zu verdanken. Ob diese Streifen am Horizont allerdings ausreichen um sich von der Veröffentlichungsflut in diesem Genre abzuheben, wage ich leise zu bezweifeln.

Sonny

Trackliste: 1. One Journey (intro) - 2. The Great Eternity - 3.  Emotions Of A Picture - 4. Beyond The Moon - 5. Tears In Neverland - 6. The Angels Dance (instr.) - 7. Don’t Want To Be An Actor - 8. Take Me Home - 9. Footprints - 10. Mystic Eye

Thanks to Birgitt @ GerMusica


VARIOUS ARTISTS/ MTM Music Compilation Rock Ballads Vol. 6
  • Band: Various Artists
  • Albumtitel: MTM Music Compilation Rock Ballads Vol. 6
  • Spielzeit: 73:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 14.10.2005
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Gut ein Jahr ist her, als uns das Münchener Label mit seinem letzten Balladen-Album musikalisch bestens verwöhnt hat. Wie auch auf den Vorgängern hat das Team von MTM Music die gefühlvollsten und romantischsten Nummern ihrer aktuellen Veröffentlichungen zusammengestellt und diese mit einigen unveröffentlichten Appetit-Happen kommender Highlights garniert. Bei den drei brandneuen Songs handelt es sich um TNTs starke Umsetzung des LOUIS AMSTRONG-Klassikers "
What A Wonderful World", die aufgrund des klaren kraftvollen Gesangs von Tony Harnell eine ganz eigene bzw. ungewohnte Atmosphäre aufbaut, und das von Mikael Erlandsson (LAST AUTUMN’S DREAM) eingehauchte "This I Promise You", das den Zuhörer einen ausgezeichneten Vorgeschmack auf das nächste RADIOACTIVE-Album bietet, sowie das seichte "I’ll Find My Way" vom kommenden Solo-Album CHRIS ANTBLAD (SPIN GALLERY). Erstere zwei Nummern zählen neben der Killerballade "Grandpa’s Chair" von JAY MILES, die auch CHICAGO nicht besser hätten hinbekommen können, bzw. der gänsehauterregende und verträumte "Storm Wind" von DARE zählen zu den absoluten Highlights auf dieser Zusammenstellung. Mit SILVERs latinolastigen "Wouldn’t You Agree", bei dem Michaela Schober mit ihrem zarten Gesang den perfekten Gegenpart zu Gary Bardens whiskeygetränkter Stimme bildet, und der Powerballade "A Deep Emotion" von EDGE OF FOREVER kristallisieren sich nach einigen Durchläufen noch weitere Hochkaräter heraus. Mit der Killernummer "Can’t Bring Me Down" (PEO) klingt diese hörenswerte Zusammenstellung äußerst stillvoll aus. Viele große Momente für 10 wirklich geldbeutelfreundliche Euronen.

Sonny

Trackliste: 01. TNT/ What A Wonderful World (forthcoming album "All The Way From The Sun") 3:05  - 02. RADIOACTIVE/ This I Promise You (forthcoming album "Taken") 4:14 - 03. JAY MILES/ Grandpa's Chair (recent album "9 Hours") 5:15 - 04. CHRIS ANTBLAD/ Ill Find My Way (previously unreleased) 4:32 - 05. SHY/ I'll Be Home Tonight (recent album "Sunset And Vine") 7:20 - 06. SILVER/ Wouldn't You Agree (recent album "Gold") 4:28 - 07. DARE/ Storm Wind (recent album "Beneath The Shining Water") 4:24 - 08. STRYPER/ Wait For You (recent album "Reborn") 3:21 - 
09. MARTIE PETERS GROUP/ Takes Some Time (recent album "Martie Peters Group") 4:58 - 10. HEARTPLAY/ Bridges Burning (recent album "Where The Deadends Meet") 4:03 - 11. RETURN/ Holy Water (recent album "Return") 4:06 - 12. NORTHERN LIGHT/ Wherever You Go (recent album "Northern Light") 4:01 - 13. EDGE OF FOREVER/ A Deep Emotion (recent album "Let The Demon Rock 'N' Roll") 5:13 - 14. NOVAK/ Carry On (recent album "Forever Endeavour") 4:40 - 15. BROKEN BLUE/ This Time (recent album "The Waiting") 4:44 - 16. PEO/ Can't Bring Me Down (recent album "Look What I've Started") 4:40

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über MTM MUSIC COMPILATIONS ROCK BALLADS:
VARIOUS ARTISTS/ MTM Music Compilation "10th Anniversary" (Sampler-Tipp/ October 2006)
VARIOUS ARTISTS/
MTM Music Compilation Vol. 10
VARIOUS ARTISTS/
MTM Music Compilation Rock Ballads Vol. 5
VARIOUS ARTISTS/ MTM Music Compilation Vol. 9


THE MYSTERY/ Scars
  • Band: The Mystery
  • Albumtitel: Scars
  • Spielzeit: 46:35 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: TTS Media Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Backslash, Warlock
  • Veröffentlichung: 14.10.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
THE MYSTERY, eine „female fronted“ Metal-Band aus Heiligenhaus/ NRW, dürfte Insidern bereits durch ihre beiden in Eigenregie veröffentlichten Alben "...
Where The Wind Blows" (2002) und "Facing The Storm" (2003) bekannt sein. Nun ist die junge Band um Frontfrau Denis Olbrich, die stimmlich zwischen der jungen DORO (zu WARLOCK-Zeiten) und Heike Grebita (BACKSLASH) einzuordnen ist, mit ihrem offiziellen Debüt in den Läden. Aber nicht nur stimmlich erinnert das Material auf "Scars" an die beiden bereits genannten Bands, sondern auch stilistisch sind THE MYSTERY nicht sonderlich weit davon entfernt. Während der 13 Songs (inkl. Intro) wird also Heavy Metal geboten, der seine Wurzeln unüberhörbar in den 80ern hat und mit dem Flair der heutigen Zeit abgestimmt wird. Mit dem Opener "Vengeance Is Mine", der majestätisch-treibend durch die Gehörgänge galoppiert, und dem stampfend-marschierenden Titeltrack oder dem fett groovenden und hochmelodischen "Restless Heart" hat die Band einige vielversprechende Nummern am Start, aber diesem Maßstab wird das übrige Material leider nicht mehr ganz gerecht. Nichtsdestotrotz sollten die Fans der oben genannten Bands das ein oder andere Ohr riskieren, denn in der Band schlummert wirklich Potenzial.

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 02. Vengeance Is Mine - 03. Fading Away - 04. Scars - 05. Restless Heart - 06. Another Day In Hell - 07. 1.000.000 Light Years Away - 08. Schizophrenia - 09. Hells Gate - 10. Running From The Law - 11. Revenge - 12. Broken - 13. Wasted Kiss

Torsten @ TTS Media Music


HENNING PAULY/ Credit Where Credit Is Due
  • Band: Henning Pauly
  • Albumtitel: Credit Where Credit Is Due
  • Spielzeit: 79:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 11.10.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Also, eigentlich habe ich damit gerechnet, dass HENNING PAULY demnächst mit seiner seit langem angekündigten Rock-Oper "Babysteps" über den großen Teich kommen würde, aber stattdessen überrascht der Workaholic und Multi-Instrumentalist – einfach so zwischendurch – mit seinem zweiten Solo-Album. Wie bereits auf seinem atemberaubenden Debüt "13 Days" (2004) bewegt sich der Wahl-Kalifornier auch mit "Credit Where Credit Is Due" nicht unbedingt auf progressiven Pfaden. Trotzdem ist die hier vorliegende Scheibe kaum mit ihrem Vorgänger zu vergleichen, denn erstens hat sich Herr PAULY diesmal mit Juan Roos (TRANSMISSION), dessen voluminöses Organ zwischen
Jouni Nikalo (ex-ALTARIA) und Tony Hadley (SPANDAU BALLET) in etwa zuhause ist, nur einen einzigen Sänger ins Studio geholt und zweitens präsentieren sich die neuen 13 Songs nicht nur viel moderner, effektreicher und elektronischer, sondern auch um einiges heavier, unpolierter und kantiger. Als Kostproben solltet ihr das von Banjo-Klängen begleitete Riffmonster "Six" oder das orientalisch angelegte 10min-Epos "Halo", das auf dem gleichnamigen X-Box-Spiel basiert, sowie das doomlastige "Three", das u. a. mit kontrastvollen balladesken und akustischen Klängen eine ganz eigenartige Stimmung aufbaut, an euer erlauchtes Ohr lassen. Obwohl ich den modernen Klänge doch relativ aufgeschlossen gegenüberstehe, komme ich mit Songs wie dem Hardcore-lastigen "I Like My Video Games" oder den abgespacten "©opyright Conspiracy" nicht ganz zurecht. Aber ganz so bierernst soll man auf "Credit Where Credit Is Due" wohl nicht alles nehmen, was durch solche Nummer wie den spacigen Riffer "Scheißlautundhartwiedreck" und dem dazugehörigen "Bonus" (hessisch Wörschn ohnlie!) verdeutlicht wird.

Sonny

Trackliste: 01. Your Mother Is A Trucker - 02. Cure the Breach - 03. Three - 04. Scheisslautundhartwiedreck - 05. I Don't Wanna Be A Rockstar - 06. Six - 07. Seven - 08. Radio Sucks - 09. Halo - 10. Copyright Conspiracy - 11. German Metalhead - 12. I Like My Video Games

Thanks to Shawn @ ProgRock Records

weitere Reviews über HENNING PAULY:
HENNING PAULY/ Babysteps (Special-Tipp/ January 2007)
FRAMESHIFT/ An Absence Of Empathy
CHAIN/ Chain.exe (limited edition/ DVD)
CHAIN/
Chain.exe
HENNING PAULY/
13 Days
FRAMESHIFT feat. James LaBrie/
Unweaving The Rainbow


ANNE SAHLENE/ Photograph
  • Band: Anna Sahlene
  • Albumtitel: Photograph
  • Spielzeit: 47:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: B Factory/ DA Music
  • Vergleichbare Bands: Aleena, stellenweise frühere Tina Turner
  • Veröffentlichung: 04.10.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
ANNA SAHLENE dürfte Fans des Eurovision Song Contests durch ihren Beitrag "Runaway" (Platz Nr. 3 für Estland!/ 2002), der nicht nur in ihrem Heimatland Schweden zum Hit avancierte, oder ihr Album-Debüt "It’s Been A While" durchaus bekannt sein. Nun kommt der einstige Kinderstar aus der Kultserie "Die Kinder Von Bullerbü" mit "Photograph" hierzulande in die Läden. Auf ihrem zweiten Album präsentiert sich ANNA SAHLENE nicht nur äußerst vielseitig, sondern auch deutlich rauer und erdiger als auf besagtem Vorgänger. Egal ob Pop, Rock ("Creeps"), Funk ("Chick On The Side"), Soul ("Do Ya") oder Reggae, das Material wirkt aufgrund der stets präsenten – wenn auch stellenweise dezenten – Big Band-Elemente und orchestraler Arrangements wie aus einem Guss. Aus dem mit Highlights bespickten Album drängen sich der balladeske und orchestral untermalte Titeltrack, der unverkennbar an ELTON JOHN angelehnt ist, und die großartige Coverversion des EURYTHMICS-Hits "Missionary Man" (ähnlich ungefunkt würde die Nummer wahrscheinlich auch bei TINA TURNER klingen) oder das gospellastige "Piece Of Your Love" förmlich als Anspieltipps auf. Wobei eigentlich die lässig schlendernde und stellenweise bedrohlich wirkende Reggae-Nummer "Mama Put Your Gun Down", "Buisness As Usual", das mit einem Riff a la YES’ "Owner Of A Lonely Heart" aufwartet, und die hauchzarte Piano-Nummer "Damn Good Try" zu meinen persönlichen Favoriten gehören. Auch wenn es sich hier um kein reinrassiges Rock-Album handelt, dürfte sich "Photograph" in gemäßigteren Melodic Rock-Kreisen größter Beleibtheit erfreuen. Außerdem hat ANNA SAHLENE verdammt viel Soul für eine nordische Blondine in der Stimme und im Blut!

Sonny

Trackliste: 01. Creeps - 02. Do Ya? - 03. Feel Like A Woman - 04. Piece Of Your Love - 05. Photograph - 06. Missionary Man - 07. No No - 08. Mama Put Your Gun Down - 09. Love Don't Kill - 10. Business As Usual - 11. Chick On The Side - 12. Damn Good Try - 13. You Can Shine

Moritz @ Gordeon Music


REBEL PRIDE/ It Is What It Is
  • Band: Rebel Pride
  • Albumtitel: It Is What It Is
  • Spielzeit: 49:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: Molly Hatchet
  • Veröffentlichung:  01.10.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Southern-Rock der nicht ganz zu puristischen Art präsentieren REBEL RIDE auf
"It Is What It Is", wobei die Mischung aus nahezu identischen Vocals im Danny-Joe Brown Stil mit zuweilen leicht „angejazzten“ bis countryspeed-artigen Gitarrenpassagen das stellenweise etwas tumbe Spiel der Protagonisten wie LYNYRD SKYNYRD in Sachen Intensität locker in den Schatten stellt. Doch, eine authentische Mischung und kraftvolle Bluesrock-Passagen, gepaart mit ordentlichem Hardrock-Druck, zwar manchmal etwas untight in der Einspielung, aber alles in Allem überzeugend. Wenn jetzt noch die Produktion etwas durchsichtiger geraten wäre....

Ironfinger

Trackliste: 1. Stomp Yer Foots - 2. Gititon - 3. Tampa Bay Worksong - 4. Getting' Closer - 5. Slippin' Away - 6. The Hard Way - 7. Drop The Ball - 8. Survive

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


REPLICA/ Metanoia
  • Band: Replica
  • Albumtitel: Metanoia
  • Spielzeit: 30:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Österreich
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: ??.10.2005
  • Wertung: 3/ 10

Review:
Leider liegt mir überhaupt kein Info-Material vor, ehrlich gesagt ist es aber auch nicht wirklich nötig. Die handwerklich und produktionstechnisch äußerst schwache Vorstellung aus einem kruden Hardcore-Allerlei weiß weder durch Eigenständigkeit, noch durch Druck oder Emotionalität zu glänzen.
Ein Demo, sonst nichts...

Ironfinger

Trackliste: 1. Metabolic Destruction - 2. Lord Of Darkness - 3. Das Dorf - 4. Aquadome - 5. Mephistopheles

Thanks to Alex @ Replica

Last Update: Tuesday, 02. May 2006
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Sonny