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CRYSTAL BALL/ TimeWalker
  • Band: Crystal Ball
  • Albumtitel: TimeWalker
  • Spielzeit: 44:25 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Wenn man sich so die bis dato veröffentlichten Alben der Schweizer zu Gemüte führt, muss man neidlos anerkennen, dass die Mannen um Sänger Mark Sweeney und Gitarrist Scott Leach nicht nur unbeirrbar ihren eigenen Weg gegangen sind, sondern sich auch stetig weiterentwickelt haben. So auch mit ihrem neuesten Album "TimeWalker". Wie der Titel vielleicht schon erahnen lässt, handelt es sich hierbei um eine Konzeptscheibe, die den Zuhörer auf eine Zeitreise durch große historische Momente begleitet. Aber "TimeWalker" ist bei weitem nicht nur eine historische Zeitreise, sondern auch eine  musikalische durch die eigene Bandgeschichte. Denn mit jedem weiteren Durchlauf gewinnt man mehr und mehr den Eindruck, dass sich CRYSTAL BALL stilistisch durch ihre sämtlichen Alben gearbeitet haben. Zwar gehört  der Opener und Doublebass-Knaller "Digital World" wohl zu den härtesten Nummern, die uns bisher von der Band zu Ohren gekommen ist, aber mit "Celebration" haben sie eine Gute Laune-Mitsing-Nummer der Marke "Shake Me" (aus dem Debüt "In The Beginning") am Start. Andererseits hätte der melodische und rifflastige Stampfer "Tear Down The Walls", der den Fall der Berliner Mauer zum Thema hat, gut und gerne auch auf dem Vorgänger "HELLvetia" stehen können, während "The Eye Of The Storm", bei dem die Hammond-Orgel bedächtig röhrt, eher an "Virtual Empire"-Zeiten erinnert. Obwohl sich auf dem fünften Album des Quintetts Hymne an Hyme und Killer an Killer reiht, sollte man vielleicht den Riffhammer "Powerflight", der einen Hauch von JUDAS PRIESTs "Turbo Lover" in sich trägt, sowie die "Mozart Symphony", die sich getragen von balladesken Pianoparts zu einem Dancefloor-Stamper edelster Güte entwickelt, und den bombastischen Power Metal-Knaller "Fallen From Grace" besonders hervorheben. Weitere Pluspunkte sind erneut die dynamisch-kraftvolle Produktion von Stefan Kaufmann (ex-ACCEPT/ U.D.O.), der auch schon "HELLvetia" den richtigen Sound verpasste, und die Tatsache, dass trotz Konzept eigentlich jeder Song locker für sich alleine stehen kann. Fazit: Obwohl CRYSTAL BALL bisher nur starke Alben abgeliefert haben, kann man wohl mit besten Gewissen behaupten, dass "TimeWalker" nicht nur ihr bestes, sondern auch das ausgereifteste Album ist. Die Mannen scheinen nun wirklich ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Sound gefunden zu haben. Hoch die Tassen!!!

Sonny

Trackliste: 1. Digtial World - 2.  Tear Down The Wall - 3. He Came To Change The World - 4. Walk Through The Time - 5. Mozart Symphony - 6. Powerflight - 7. Fallen From Grace - 8. Celebration - 9. Sensational - 10. The Eye Of The Storm - 11. Talking To The Walls

Thanks to Markus @ Nuclear Blast

 

weitere Reviews über CRYSTAL BALL:
CRYSTAL BALL/  Hellvetia
CRYSTAL BALL/  Virtual Empire


LAOS/ We Want It (re-release) (Klassiker-Tipp/ August 2005)
  • Band: Laos
  • Albumtitel: We Want It
  • Spielzeit: 52:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Vixen, Heart, Joal, Wittness
  • Veröffentlichung: 22.08.2005
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Mit "We Want It" von LAOS legen MTM Classix erstmals ein Album einer deutschen Melodic Rock-Band neu auf. Und das aus gutem Grund, denn das Debüt der Band um Sängerin Gudrun Laos gehört nicht nur zu den meistgesuchtesten Alben in der Szene, sondern auch zu den absoluten Juwelen der „Female Fronted“ Rock-Szene. Auf diesem Klassiker reiht sich ein Killer an den nächsten, ganz egal ob man sich dabei den Klängen des mächtig stampfenden Openers "I Want It", der sanft an HEART erinnernden Ballade "Now That’s Over" oder der Mitsing-Hymne "Straight To The Top", die dezent von orchestralen Swing-Sound untermalt wird, hingibt, man wird unweigerlich von der Spiellaune der Band mitgerissen. Aber auch "Long Shot", das stilistisch an BON JOVI zu "Slippery When Wet"-Zeiten erinnert, und die großartige Midtempo-Nummer "Higher Ground" (ROBIN BECK lässt grüßen) sollten hier nicht unberücksichtigt bleiben. Obwohl das Material nun schon 15 Jahre auf dem Buckel hat, klingt das Material aufgrund der glasklaren und knackigen Produktion von Erwin Musper (u. a. BON JOVI, DEF LEPPARD und SCORPIONS) wie frisch aus dem Ei gepellt. Wie es im Hause MTM nun ja schon zum guten Ton gehört, wurde der Klassiker komplett digital remastert (Toni Übler) und mit drei edlen Bonustracks ergänzt. Zwar passen die zusätzlichen Nummern stilistisch nur bedingt zum ursprünglichen Material, aber rein qualitativ brauchen sich die prickelnde Interpretation des BOSTON-Klassikers "More Than A Feeling" (Maxi-Single/ 1995), die sanfte Ballade "Come Tomorrow", bei der die stimmgewaltige Frontfrau erneut an Ann Wilson (HEART) erinnert, und "Love Sweet Love" nicht hinter selbigem zu verstecken. Mit einem Wort: Genial!

P.S. außerdem wurde bekannt, dass das bisher unveröffentlichte zweite Album von LOAS neu produziert wird und im nächsten Jahr – inklusive einer Neufassung von "Womanizer" – an die Öffentlichkeit gebracht wird.

Sonny

Trackliste: 1. I Want It - 2. Why Is A Love Good For - 3. Now That It's Over - 4. Straight To The Top - 5. Jericho - 6. Heartbreak Road - 7. We Called It Love - 8. Long Shot - 9. Badlands - 10. Higher Ground - 11. One More Night - 12. More Than A Feeling (bonus track) - 13. Come Tomorrow (bonus track) - 14. Love Sweet Love (bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music


TERÄSBETONI/ Metallitotuus
  • Band: Teräsbetoni
  • Albumtitel: Metallitotuus
  • Spielzeit: 50:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Warner Music
  • Vergleichbare Bands: Manowar
  • Veröffentlichung: 01.08.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
An spanischsprachigen Heavy Metal haben wir uns mittlerweile nicht nur gewöhnt, sondern einige unter uns haben den Anfangs exotisch anmutenden Sound richtig lieben gelernt. Aber was zur Hölle ist das? True Metal in seiner reinsten Form auf Finnisch! Aber keine Angst, was während des ersten Durchlaufs vielleicht noch etwas strange klingt, entpuppt sich spätestens während des zweiten Anlaufs als äußerst unterhaltsame Sache, denn TERÄSBETONI erweisen sich als Finnlands legitime Antwort auf MANOWAR. Noch nie ist mir eine Band untergekommen, die den selbsternannten „Kings Of Metal“ so nahe kommt, aber aufgrund ihrer Muttersprache doch wieder ziemlich eigenständig klingen. In seiner Heimat konnte sich der Vierer schon Gold für das vorliegende Album einfahren (Platz 3 in den Albumcharts) und ihrer Hymne "Taivas Lyö Tulta" (ebenfalls Goldstatus) führte drei Wochen die finnischen Singlecharts an. Die Glanzlichter auf einer durchwegs überraschenden Scheibe sind die opernhafte Ballade "Metallisydän", die locker an die Klasse von MANOWARs Interpretation von "Nessun Dorma" herankommt, und die Abschlussnummer "Maljanne Nostakaa", die sich von einem anfänglichen Pianostück über ein virtuoses Gitarrensolo zu einer majestätisch schreitenden Hymne steigert. Als weitere Anspieltipps sind "Orjatar" ("Warriors Of The World" lässt grüssen ;-) und der granatenmäßige  Stampfer "Voittamaton" zu empfehlen. Alles in allem ein verdammt geiles Debüt! Bleibt nur zu hoffen, dass TERÄSBETONI ihrer Muttersprache treu bleiben, denn ansonsten könnte die Band Gefahr laufen als belangloser MANOWAR-Klon abgekanzelt zu werden. Und das hätten die Finnen beileibe nicht verdient...

Sonny

Trackliste: 01. Teräsbetoni - 02. Älä Kerro Meille - 03. Taivas Lyö Tulta - 04. Vahva Kune Metalli - 05. Silmä Silmästä - 06. Metallisydän - 07. Orjatar - 08. Tuonellaan - 09. Metallitotuus - 10. Voittamaton - 11. Teräksen Varjo - 12. Maljanne Nostakaa

Thanks to Wolf @ Sure Shot Worx


SUBWAY TO SALLY/ Nord Nord Ost
  • Band: Subway To Sally
  • Albumtitel: Nord Nord Ost
  • Spielzeit: 42:11 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: In Extremo
  • Veröffentlichung: 22.08.2005
  • Charteinstieg: 05.09.2005 Platz Nr. 05
  • weitere Platzierungen:
    12.09.2005 Platz Nr. 19 / 19.09.2005 Platz Nr. 26
    26.09.2005 Platz Nr. 44 / 03.10.2005 Platz Nr. 59
    10.10.2005 Platz Nr. 87 / 
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Obwohl der sogenannte deutsche Mittelalter Rock/ Metal zu meinen heimlichen Leidenschaften gehört, hat es aus unerfindlichen Gründen bisher noch nie geklappt, diese Musikrichtung mit einer Besprechung auf diesen Seiten zu würdigen. Da SUBWAY TO SALLY dieses Genre seit ihrer Gründung 1992 nicht nur weitestgehend geprägt haben, sondern noch immer einer der angesagtesten Acts ist, war es nun mal an der Zeit das neue Album etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Während der Vorgänger "Engelskrieger" doch ziemlich kalt und modern ausgefallen war, haben die Potsdamer bei "Nord Nord Ost" wieder mehr auf ihre warmen und mittelalterlichen Melodien wertgelegt, ohne aber dabei die Härte gänzlich in den Hintergrund zu drängen. So erweist sich die bereits im Vorfeld veröffentlichte Single-Auskopplung "Sieben" als ein in der Gehirnrinde feststampfender Ohrwurm, während der anrührige Opener "Schneekönigin" aufgrund der schweren Riffs und der von Streicherparts untermalten klaren Gesangspassagen ebenso hart wie zerbrechlich klingt. Auf der anderen Seite strahlt das gefühlskalte "Feuerkind", das von asiatisch bzw. russisch anmutenden Saitenklängen getragen wird, die gleiche hypnotisierende Wirkung auf den Zuhörer aus, wie das darin besungene Streichholz aufs vernachlässigte Kind. Als weitere Appetithappen kann man ohne schlechtes Gewissen den Uptempo-Kracher "S.O.S.", der anhand von mystisch-sakralen Chören/ Passagen Akzente zu setzen weiß, und die treibend-blühende Tanznummer "Eisblumen", die in kürze als weitere Single ausgekoppelt wird, in Betracht ziehen. Fazit: "Nord Nord Ost", das in Zusammenarbeit mit dem Filmorchester Babelsberg eingespielt worden ist, stellt meines Erachtens eine konsequente Weiterentwicklung von "Engelskrieger" dar, denn die Scheibe vereint die besagte moderne Härte und Kälte des Vorgängers mit den warm-melodischen Wurzeln des Septetts. Da tanzt die Maus und steppt der Bär J

Sonny

Trackliste: 1. Sarabande de Noir - 2. Schneekönigin - 3. Feuerland - 4. Sieben - 5. Lacrimae '74 - 6. Feuerkind - 7. Das Rätsel II - 8. S.O.S. - 9. Eisblumen - 10. Seemannslied

Thanks to Markus @ Nuclear Blast

 


STRYPER/ Reborn
  • Band: Stryper
  • Albumtitel: Reborn
  • Spielzeit: 39:50 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Sage und schreibe fast schier endlose 15 Jahre mussten ins Land streichen, bis die Christen-Rocker nun ihre taufrischen göttlichen Eingebungen auf ihre treue und immer noch zahlreiche Jüngerschaft herablassen. In der Urbesetzung um die Brüder Michael (Gesang) und Robert Sweet (Schlagzeug) feiern sie anhand von 9 neuen Songs und zwei Neuaufnahmen ihre musikalische Wiedergeburt. Zwar verheißt das Opener-Gespann mit der lethargisch-zeitgemäßen Riffnummer "Open Your Eyes" und dem holprig-derb groovenden Titeltrack nicht unbedingt ein Meisterwerk im Kaliber von "To Hell With The Devil", aber spätestens mit "When Did I See You Cry", das mit dezent-orientalischem Touch aufwartet, und dem melodischen Midtempo-Hymne "Make You Mine" zeigen STRYPER wieder vermehrt ihr Gespür für die richtige Mischung aus donnernden Riffs, melodischer Gitarrenarbeit, prägnanten Rhythmen und dem ausdruckstarken Gesang von Michael Sweet. Highlights sind für mich das cool vor sich hinschlendernde "Wait For You" und "If I Die", bei dem sich rhythmisch und melodisch eine gewisse Ähnlichkeit zu P!NKs "Just Like A Pill" nicht verleugnen lässt. Außerdem sollte man noch "Rain", das mit fast schlagerlasten Chören und Passagen aufwartet, und die Neuaufbereitung des Band-Klassikers "In God We Trust" verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Mit "10.000 Years", der bandeignen Interpretation von "Amazing Grace", hat sich der Vierer allerdings nicht unbedingt einen Gefallen getan...

Sonny

Trackliste: 01. Open Your Eyes 4,02 - 02. Reborn 3,26 - 03. When Did I See You Cry 3,34 - 04. Make You Mine 4,01 - 05. Passion 3,48 - 06. Live Again 3,28 - 07. If I Die 3,44 - 08. Wait For You 3,21 - 09. Rain 3,41 - 10. 10,000 Years 3,14 - 11. I.G.W.T. 3,17

Thanks to Sebastian @ MTM Music


SAVAGE CIRCUS/ Dreamland Manor
  • Band: Savage Circus
  • Albumtitel: Dreamland Manor
  • Spielzeit: 54:42 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Dockyard 1/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Blind Guardian
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Ja wie finde ich das denn? Da verlässt Drummer Thomen Stauch nach einer halben Ewigkeit seine Kumpels bei BLIND GUARDIAN um sich fortan verstärkt seinem eigenen neuen Baby SAVAGE CIRCUS zu widmen! Wenn man sich den Erstling, den er gemeinsam mit IRON SAVIOR-Chef Piet Sielck (Bass) sowie den beiden PERSUADER-Recken Jens Carlsson (Vocals/ Gitarre) und Emil Norberg (Leadgitarre) eingespielt hat, so zu Gemüte führt, wird man zweifelsohne an BLIND GUARDIAN zu "Imaginations From The Other Side"-Zeiten erinnert. Somit hat sich der einstige Fellgerber der Krefelder mit einem Schlag vom Bombastgehabe der letzten Jahre befreit, und in Jens Carlsson einen Sänger gefunden, der sich nahezu in der gleichen Liga bewegt wie Hansi Kürsch. Ob man nun die Nähe zu seiner früheren Stammcombo als sonderlich innovativ einordnet, sei dahin gestellt, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass die neun Nummern auf "Dreamland Manor" qualitativ über jeden Zweifel erhaben sind. So eignen sich "Waltz Of The Demon" oder "Beyond Reality", das Dramatik und Romantik wunderbar miteinander in Einklang bringt und durch dramatisch-klassische String- bzw. wunderschöne Pianoparts besticht, hervorragend für (Halb)Balladen-Freaks als Anspieltipps. Die Speed-Fraktion kann währenddessen zu Nackenbrecher-Hymnen wie dem pfeilschnellen und mächtig drückenden Opener "Evil Eyes" oder dem leicht thrashigen "IT – The Gathering" die Birne und die Mähne kreisen lassen. Innovation hin oder her, für mich ist "Dreamland Manor" eine verdammt starke Scheibe, die mir bestimmt nicht zum letzten Mal die Wartezeit auf das neue Werk von BLIND GUARDIAN versüßt.

Sonny

Trackliste: 1. Evil Eyes - 2. Between The Devil And The Seas - 3. Waltz of The Demon - 4. Tomorrowland - 5. It - The Gathering - 6. Beyond Reality - 7. When Hell Awakes - 8. Ghost Story - 9. Born Again By The Night

Thanks to Christine @ Dockyard 1


JOURNEY/ Generations
  • Band: Journey
  • Albumtitel: Generations
  • Spielzeit: 69:18 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Charteinstieg: 05.09.2005 Platz Nr. 70
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Es gibt wohl keine Scheibe in der Melodic Rock-Szene, die so sehnsüchtig erwartet wurde wie das neue Album von JOURNEY. Gut vier Jahre nach "Arrival" schicken Neal Schon & Co. mit "Generations" eine Scheibe ins Rennen, die gottlob nicht sonderlich viel mit der experimentellen "Red 13"-EP gemeinsam hat. Stattdessen bietet uns die Band mit dem Opener "Faith In The Heartland", dem hitverdächtigen "The Place In Your Heart" und "Every Generation", bei dem sich Keyboarder Jonathan Cain als ausdrucksstarker Sänger erweist und das mit einem atemberaubenden Gitarrensolo von Meister Schon aufwartet, Melodic Rock vom Feinsten. Die absoluten Highlights der Scheibe sind allerdings "A Better Life"(Melodic Rock pur!) und die Uptempo-Nummer "It’s Never Too Late", bei denen Drummer Deen Castronovo mit einer Gesangsleistung in bester Steve Perry-Manier aufwartet. Was aber nicht den Eindruck erwecken soll, dass der eigentliche Sänger Steve Augeri überflüssig geworden ist. Im Gegenteil, wie man schon am erwähnten Opener-Duo hören kann, ist der Mann zu einem unentbehrlichen Part von JOURNEY gereift. Dieser erfreuliche Eindruck wird durch "Knowing That You Love Me" (Hammerballade im Stile von "When You Love A Woman") und das gefühlvoll angeblueste 6min-Epos "Beyond The Coulds" nochmals eindrucksvoll untermauert. Leider haben sich mit dem schräg-experimentellen "Believe" oder "In Self-Defense" (gesungen von Neal Schon) und der von Bassist Ross Valory intonierten Schrammel-Nummer "Gone Crazy" auch drei schwächere bzw. für JOURNEY untypische Songs eingeschlichen, die zwar kurzfristig den Hörgenuss etwas schmälern, aber der Scheibe nur bedingt an Qualität absprechen ... auch einer Band wie JOURNEY muss es gestattet sein, sich etwas über den Tellerrand hinauszubewegen... 

Sonny

Trackliste: 1. Faith In The Heartland - 2. The Place In Your Heart - 3. A Better Life (lead vocals Deen Castronova) - 4. Every Generation (lead vocals Jonathan Cain) - 5. Butterfly (She Flies Alone) - 6. Believe - 7. Knowing That You Love Me - 8. Out Of Harms Way - 9. In Self-Defense (lead vocals Neal Schon) - 10. Better Together - 11. Crazy (lead vocals Ross Valory) - 12. Beyond The Clouds - 13. It's Never Too Late (lead vocals Deen Castronava) (bonus track)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über JOURNEY:
JOURNEY/
Arrival
JOURNEY/ Trail By Fire (unknown & wellkown Rock-Pearls)


BAI BANG/ Best Of
  • Band: Bai Bang
  • Albumtitel: Best Of
  • Spielzeit: 77:23 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Swedmetal Records/ Twilight
  • Vergleichbare Bands: Faster Pussycat, Ratt, Poison, Guns N’ Roses
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Den eingefleischten Sleaze/ Glam Rock-Fans müsste eigentlich BAI BANG ein Begriff sein, denn schließlich haben die Schweden nicht nur vor, sondern auch während der Blütezeit des Grunges die Fahne des Sleaze/ Glam-Rocks unbeirrbar hochgehalten. Fünf Jahre nach ihrem letzten Studioalbum "Attitude" blicken sie nun mit "Best Of" auf ihre fast 20jährige Schaffensperiode zurück. In dieser Zeit sind vier Studio-Scheiben zustande gekommen, die stellenweise locker mit den Klassiker-Album der oben genannten Bands mithalten können. Dabei liegen die Schwerpunkte auf den bereits erwähnten Album und dessen Vorgänger "Ridin’ High" (1996). Und das völlig zurecht, denn während die Beiträge aus "Enemy Lines" (1988) und "Cop To Con" (1991) verdeutlichen, dass die Band um Sänger Diddi Kastenholt songwriter-/ arrangementtechnisch (z. B. die Coverversion des T. REX-Klassikers "Hot Love") noch stellenweise in den Kinderschuhen steckten, versetzen die Herrschaften mit den Nummern aus den letzten beiden Scheiben dem Zuhörer in eine schier nicht enden wollende Party-Laune. Beispiele gefällig? Dann hört euch den hammermäßigen Schrubber "X-Ray Specs", den AEROSMITH-lastigen Midtempo-Stampfer "F.O.F.D" oder den abschließenden Knaller "Welcome To The Real World" an. Von den beiden ersten Scheiben drängen sich "Peepin’ Tom", das aufgrund seines Chorus’ stellenweise an "Drive My Car" von den BEATLES erinnert und die Ballade "To You", die sich in REO SPEEDWAGON-Manier durch die Gehörgänge schmeichelt. Fazit: Falls ihr die vier Original-Scheiben nicht schon im Schrank stehen haben solltet, dann solltet ihr euch das mit 20 Songs bepackte Album auf alle Fälle zulegen. Ein Muss für Sleaze/ Glam Rock-Fans oder für all diejenigen, die es werden wollen.

Sonny

Trackliste: 1. Lay Down - 2. Rock N`Roll City - 3. I Want It - 4. Run To The End - 5. Make My Day - 6. Behind The Enemy Lines - 7. Get Off - 8. Peepin Tom - 9. Only The Strong - 10. Cop To Con - 11. Nice Face - 12. Hot Love - 13. X-Ray Specs - 14. Little Child - 15. F.O.F.D - 16. Fantasy Love - 17. Answer - 18. Don`t Stop - 19. To You - 20. Welcome To The Real World

Thanks to Birgitt @ GerMusica


PENDRAGON/ Believe
  • Band: Pendragon
  • Albumtitel: Believe
  • Spielzeit: 51:48 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Toff Records/ InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Steve Howe, Steve Hackett, Genesis, Pink Floyd
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mit "Believe" schiebt die britische Prog Rock-Band PENDRAGON ihr mittlerweile sechstes Studio-Album über den Tresen. Während der sechs Nummern gehen die Mannen um Bandkopf Nick Barrett ungewöhnlich rockig/ gitarrendominant und weniger keyboardlastig zu Werke, ohne dabei aber auf klassische oder vertrackte Arrangements zu verzichten. So stellt sich das Album als eine wohlklingende Verschmelzung von südländlichen Acoustic-Klängen, swingenden Samba-Rhythmen a la SANTANA, filigranen Soloparts, „aggressiven“ Riffs und zarten Klassik- und Barock-Elementen heraus. Neben dem vielschichtigen Gitarrenspiel besticht Nick Barrett mit facettenreichen Gesang. Der Mann hat von rockig-roh ("No Place For The Innocent")  über energisch-klar ("The Sodom Of Solomon") bis hin zu hauchzart-romantisch ("The Edge Of The World") einfach alles drauf, was einen Klassesänger ausmacht. Das Herzstück der Scheibe ist das 4teilige "Wishing Well", das alle bisher genannten Eigenschaften in sich vereint. Aufgrund seines mächtigen Grooves und seiner arabischen bzw. indianischen Gesangsparts entwickelt sich vor allem der 3. Teil dieser Nummern zum Highlight auf "Believe". Kurzum: Dieses Album ist nicht nur ein Fall für Freunde der progressiven Rockklänge, sondern dürfe auch bei Anhängern filigraner Gitarrenkunst für die ein oder andere Freudenträne sorgen.

Sonny

Trackliste: 01. Believe - 02. No Place For The Innocent - 03. The Wisdom Of Solomon - 04. The Wishing Well - 05. Learning Curve - 06. The Edge Of The World

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


FORTY DEUCE/ Nothing To Lose
  • Band: Forty Deuce
  • Albumtitel: Nothing To Lose
  • Spielzeit: 40:13 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nachdem Richie Kotzen (ex-Mr. BIG/ ex-POISON) in den letzten Jahren vermehrt solotechnisch in Erscheinung getreten ist, hat er nun gemeinsam mit dem japanischen Gitarristen Taka und der Rhythmus-Crew Ari (Bass)/ Thr3e (Drums) aus einer Partylaune heraus eine mächtig arschtretende Rock ’N’ Roll-Combo aus dem Boden gestampft. Schnell haben sich FORTY DEUCE einen Namen in der Clubszene von Hollywood gemacht und präsentieren uns nun mit "Nothing To Lose" ein Debüt, das ziemlich modern, ganz unverkrampft und verdammt erdig aus den Boxen knallt. Scheinbar haben die Jungs soviel Spaß zusammen, dass es gar kein Problem war, die ungebändigte Spielfreude und Atmosphäre der Live-Gigs ins Studio mitzunehmen. Getreu dem Albumtitel, geht der Vierer mit dem "Oh My God (I Fucked Up Again)" nach einem lieblichen Intro sofort in die Vollen als würde es kein Morgen mehr geben. In die selbe Kerbe schlagen der folgende Monster-Groover "I Still", der einmal mehr verdeutlicht, dass Richie auch als hartgesottener Rocksänger in der ersten Liga mithalten kann, und der knackige Stampfer "Next To You", der in bester GLENN HUGHES-Manier aus den Boxen wabbert. Aber auch die gedämpfteren Momente wie das angeblueste "Stand Up" oder das lethargische "Standing In The Rain" strotzen geradezu vor Coolness. Mit den letzten beiden Nummern lässt es der Vierer fast relaxt ausklingen. Denn während sich "Wanted" mit erheiternden, fast volkstümlich klingenden Melodie-Zitaten in den Gehörkanälen vehement festsetzt, könnte man beim abschließenden Titeltrack meinen, dass sich die sleazig-progressiven BEATLES mit den popsymphonischen OMD zusammengetan hätten. Punktum: Eine straighte und moderne Rock-Scheibe, die einiges zu bieten hat!

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. Oh My God (I Fucked Up Again) - 3. Still - 4. Start It Up - 5. Complicated - 6. Say - 7. Heaven - 8. Stand Up - 9. Next To Me - 10. Standing In The Rain - 11. Wanted - 12. Nothing To Lose - 13. Bonus Multimedia Track

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


STRING CHEESE INCIDENT/ One Step Closer
  • Band: String Cheese Incident
  • Albumtitel: One Step Closer
  • Spielzeit: 53:18 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Allman Brothers, Gov’t Mule, Crowed House, Bob Dylan
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Neben dem progressiven Rock-Genre ist wohl der Jam Rock die Spielart, die den Musikern mit Abstand am meisten Freiraum für ihre Selbstverwirklichung gibt. Um so verwunderlicher finde ich das Resultat auf dem mittlerweile fünften Studio-Album von STRING CHEESE INCIDENT. Denn anstatt auf überraschende Improvisationen, virtuose Gitarrensoli oder vertrackte Riffs zu setzen, liegt bei dem hier vorliegenden Album alle Konzentration auf den eigentlichen Songs und deren Melodien. Man lausche nur dem U2-lastigen Opener
"Give Me The Love", dem southerngetränkten "Sometimes A River" oder dem zarten Country-Blueser "Big Compromise". Als Highlights drängen sich allerdings das hauchzarte und semi-akustische "Silence In Your Head" bzw. das relaxte "Drive", das seinem Namen mit schmissigen – als auch groovenden – Parts alle Ehre macht. Obwohl sich das Material auf "One Step Closer" extrem abwechslungsreich präsentiert, stellen sich nach Mitte des Albums mit dem karibisch-monotonen "Betray The Dark" und "45th Of November", das in träger Singer/ Songwriter-Manier ums Eck schleicht, erste Ermüdungserscheinungen ein. Erst wieder mit dem Rocker "Swumpy Waters", bei dem sich Southern mit einer Portion Glam vereint, und der Folk-Nummer "Brand New Start", die im lässigen Nashville-Sound erklingt, findet das Quintett wieder zu anfänglicher Vitalität zurück. Also, die perfekt Platte zum Abhängen.

Sonny

Trackliste: 1. Give Me The Love 3:33 - 2. Sometimes A River 5:20 - 3.  Big Compromise 4:26 - 4.  Until The Music’s Over 4:47 - 5.  Silence In Your Head 3:40 - 6.  Farther 4:00 - 7.  Drive 3:53 - 8.  Betray The Dark 2:28 - 9.  45th Of November 4:26 - 10.  One Step Closer 3:30 - 11.  Rainbow Serpent 3:57 - 12.  Swampy Waters 4:58 - 13. Brand New Start 4:12

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


CARPTREE/ Man Made Machine
  • Band: Carptree
  • Albumtitel: Man Made Machine
  • Spielzeit: 58:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Guy Manning, Hubi Meisel, Marillion
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Dass sich technisch hochversierter und anspruchsvoller Progressive Rock in Verbindung mit Melodie und Eingängigkeit nicht unbedingt gegenseitig ausschließen, dafür bürgt das Duo Niclas Flinck (Gesang)/ Carl Westholm (Piano, Synthesizer, Vocoder, Theremin). Obwohl gelegentlich Querverweise zu GUY MANNING (Piano- und Chor-Arrangements) durchschimmern und Niclas Flinck gesangstechnisch irgendwo zwischen Fish (ex-MARILLION) und HUBI MEISEL anzusiedeln ist, wird diese vage Umschreibung dem Sound von CARPTREE nicht ganz gerecht. Ihr mittlerweile drittes Album transportiert größtenteils düstere – teilweise sogar fremdartige – Stimmungen und verbreitet somit eine etwas traurig-schaurige Atmosphäre, die nichtsdestotrotz den geneigten Zuhörer dazu ermuntert seine Gedanken schweifen zu lassen. Diese Eigenschaften kommen besonders bei pianobetonten Stücken wie "Sunshine Waters" oder "The Weakening Sound" zur Entfaltung. Während bei ersterer Nummer das belebenden Pianospiel in sphärischen Samples, virtuosen Gitarrenparts und bestimmenden Vocals gebettet ist, wird der liebliche Tastenzauber bei letzterer von sanften Gesang und zarten – stets präsenten – Streicherparts getragen. Aber auch forschere Klänge kommen auf "Man Made Machine" zum Einsatz, was durch "Tilting The Scales" (Highlight), das mit rockig-hymnischen Breaks im überwiegend verträumten Sound überrascht, und das rifflastige "In The Centre Of An Empty Space", das aufgrund der filigranen Synthesizer-Elemente trotzdem nichts von seinem verspielten Charakter einbüsst, einmal mehr eindrucksvoll untermauert wird.

Sonny

Trackliste: 1. Titans Clash Aggressively To Keep An Even Score - 2. Sunshine Waters - 3. The Weakening Sound - 4. Tilting The Scales - 5. The Man You Just Became - 6. Man Made Machine - 7. Burn To Something New - 8. In The Centre Of An Empty Space - 9. The Recipe - 10. This Is Home

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


KRAGENS/ Seeds Of Pain
  • Band: Kragens

  • Albumtitel: Seeds Of Pain

  • Spielzeit: 42:55 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Records/ Soulfood

  • Vergleichbare Bands: Nevermore, Iron Maiden, Judas Priest, (frühere) In Flames

  • Veröffentlichung: 29.08.2005

  • Wertung: 7/ 10

Review:
Mit ihrem letztjährigen Debüt
"Dying In A Desert" konnten mich die Franzosen nur bedingt überzeugen, daher war auch meine Erwartungshaltung an dem hier zu besprechenden Nachfolger nicht sonderlich hoch. Vielleicht bin gerade deshalb von "Seeds Of Pain" doch ziemlich beeindruckt. Zwar sucht der Fünfer aus Nizza immer noch irgendwo zwischen NEVERMORE, JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN sein Heil, aber sie wissen wesentlich mehr Überraschungsmomente zu setzen. Diese positive Weiterentwicklung wird vor allem an "I Choose To Die" hörbar. Die Halbballade wird immer wieder durch düster donnernde Riffs aufgelockert und wächst letztlich über eine Doublebass-Salve und ein virtuoses Gitarrensoli zu einem abwechslungsreichen Highlight heran. Die ganze stilistische Bandbreite der Band kommt in "Reconquista" zum Zuge, denn in diesem Nackenbrecher vereinen sich auf nahezu lässige Weise moderner Black/ Death Metal mit zeitgemäßen Thrash, traditionellen Heavy Metal und melodischen Passagen. Nicht weniger abwechslungsreich präsentiert sich KRAGENS beim folgenden "Dream In Black", das sich rasch zur Live-Hymne entwickeln dürfte. Als weiterer Pluspunkt – neben der durchaus genrewürdigen Produktion – ist das vielseitig-gereifte Organ von Sänger Renaud Espeche, der im Begriff ist sich in der Sphäre zwischen Warrel Dane und Bruce Dickinson seinen eigenen Platz zu festigen. Fazit: KRAGENS haucht der ansonst so versnobten Riviera ein richtig düsteres, dramatisches und sogar böses Flair ein...

Sonny

Trackliste: 1. Seeds Of Pain - 2. The Last - 3. Danger Of Death - 4. Darkness - 5. I Choose To Die - 6. Reconquista - 7. Dream In Black - 8. Over The Deadline - 9. Sonderkommandos Defy

Thanks to Sabine @ Locomotive Music

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Dying In A Desert


TERRA NOVA/ Escape
  • Band: Terra Nova
  • Albumtitel: Escape
  • Spielzeit: 54:48 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Aquila mit einem Touch von Queen
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Eigentlich war ich der Meinung, dass es sich bei "Escape" um ein Album handelt, das größtenteils mit Cover-Nummern besetzt ist, da Songtitel wie "Long Live Rock ’N’ Roll", "Rock Bottom" oder "Hold The Line" diese Vermutung anstellen lassen. Aber weit gefehlt, denn das Opener-Trio hat nur die Namen mit den Rock-Klassikern gemeinsam und kommt mit Sicherheit nicht an deren Qualitätsstatus heran. Zwar besitzt die leicht kitschige – aber eingängige – Symphonie/ Pop Rock-Hymne "Long Live Rock ’N’ Roll" durchaus Airplay-Charakter und "Rock Bottom" sowie das abwechslungsreiche "Hold The Line" gehen locker als guter Pomp-Rock durch, aber irgendwie plätschert das restliche Material zu glattgebügelt durch die Botanik. Ich will hier nicht behaupten, dass "Escape" ein schlechtes Album wäre, aber irgendwie mangelt es der mittlerweile vierten Scheibe der Holländer an den wiedererkennbaren Ecken und Kanten. Daran mag das pop-symphonische Arrangement, das sich wie ein roter Faden durch die meisten der 12 Songs zieht, nicht ganz unschuldig sein. Zu selten sind einfach solch rockige Ausbrüche wie beim wuseligen Titeltrack oder beim beherzten "Back To The Eighties", das stellenweise an CASANOVA erinnert. Kurzum: Anhänger sanfter und stromlinienförmiger AOR-Kost werden "Escape" bestimmt fündig werden. All Diejenigen, die es gerne etwas griffiger haben, sollten allerdings die Finger von der Scheibe lassen.

Sonny

Trackliste: 1. Long Live Rock 'N' Roll - 2. Rock Bottom - 3. Hold The Line - 4. Heaven Knows - 5. Escape - 6. War On War - 7. You Are The One - 8. Sole Survivor - 9. Lonely Is The Night - 10. Back In The Eighties - 11. Part Of The Game - 12. Yesterday

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


SPOCK'S BEARD/ Gluttons For Punishment - Live In '05
  • Band: Spock’s Beard
  • Albumtitel: Gluttons For Punishment - Live In '05
  • Spielzeit: CD1: 54:01 min/ CD2: 64:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Genesis ein wenig härter
  • Veröffentlichung: 29.08.2005
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Auch auf die Gefahr hin, mich im Prog-Lager furchtbar unbeliebt zu machen,
"Gluttons For Punishment" weiß in meinen Augen nicht einmal ansatzweise zu überzeugen. Vielleicht liegt es auch an der Tatsache, dass die Aufnahmen es nicht schaffen eine akzeptable Live-Atmosphäre zu transportieren, aber das Song-Material dümpelt über weite Strecken in einem globalen „Harmonie-Brei“ vor sich hin, welcher noch durch sehr, sehr mäßige Vokal-Leistung weiter an Höhepunkten verliert. Insbesondere die handwerklichen, vituosen Ausnahmeleistungen, welche das eigentliche Markenzeichen des Prog-Rocks sind, bleiben hier doch bis auf wenige Ausnahmen sehr im Mittelfeld hängen. Ein recht fader MARILLION-Beigeschmack macht sich zudem bei knapp 50% der Titel bemerkbar. Vielleicht eine zu hohe Erwartungshaltung von mir, aber dieses Album besticht leider primär durch Belanglosigkeit, leider...

Ironfinger

Trackliste: CD 1: 01. Intro - A Flash Before My Eyes (Part 1-7) - 02. The Ballet Of The Impact - 03. I Wouldn´t Let It Go - 04. Surfing Down The Avalanche - 05. She Is Everything - 06. Climbing Up That Hill - 07. Letting Go - 08. Of The Beauty Of It All - 09. Harm´s Way - 10. NWC

CD 2: 01. At The End Of The Day - 02. The Bottom Line - 03. Ryo´s Solo - 04. Ghosts Of Autumn - 05. As Long As We Ride - 06. The Light

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

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VARIOUS ARTISTS/ Munich's Hardest Hits - Melodic Rock Is Back Vol. 7

Review:
Es soll doch tatsächlich noch Melodic Rock-Fans geben, die noch keinen einzigen Teil der kultverdächtigen "Melodic Rock Is Back"-Reihe aus dem Hause Munich’s Hardest Hits in ihrer Plattensammlung wissen, dabei steht der Internet-Sender mit der hier vorliegenden Scheibe schon mit dem 7. Sampler parat. Obwohl der begehrenswerteste Beitrag wahrscheinlich die bisher unveröffentlichte Acoustic-Nummer "Last Standing Man" von DAKOTA (feat. Jerry G. Hludzik) darstellt, verbergen sich unter den 14 weiteren Tracks noch ein paar andere interessante Nummern für Sammler. Da wären z. B. der prickelnde Rocker "The Night" vom selbstbetitelten Debüt (1993) der Kaliforniern VENDETTA, der in bester SURVIVOR-Manier durch die Gehörmuschel rauscht, oder MARINERs AOR-Hymne "Don’t Get Fooled Again" ("Make Me Baby"). Die Zusammenstellung bietet aber u. a. mit METAL MAJESTYs "We Rocked", das bei QUEEN-Fans für einen erhöhten Puls sorgen dürfte, und dem modern-rotzigen Stampfer "Bitterhole" einer gewissen APRILLEE ROBERTS auch ziemlich aktuelles Material. Ein besonderes Schmankerl für Rock Melodic-Traditionalisten dürfte allerdings "I Don’t Want Anybody" von MATREX sein. Der in den 80ern aufgenommene Klassiker wurde erst im Sommer diesen Jahres – mit vielen anderen unentdeckten Melodic Rock-Songs der Band – auf der CD "I’ll Always Remember" erstmals offiziell und weltweit veröffentlicht. Bei aller Euphorie sollte man die Beiträge der beiden deutschen Newcomer COM ’N RAIL und MEDUSA’S CHILD nicht völlig außer Acht lassen. Während die Band um Sängerin Ela mit "I Won’t Let Me Down" eher in der modernen Pop Rock-Ecke zuhause ist, bieten Sänger D.C. Crow & Co. melodischen Power Rock, der ohne Zweifel internationalen Standards gerecht und sich irgendwo zwischen W.A.S.P. und den gezügelteren Momenten von GAMMA RAY abspielt. Kurzum: "Munich's Hardest Hits - Melodic Rock Is Back Vol. 7" reiht sich nahezu nahtlos in die Qualität und Vielfalt seiner Vorgänger ein, und gehört unweigerlich in jeden gutgeführten Melodic Rock-Haushalt.
Für alle die es noch immer nicht wissen: Ordern könnt ihr den aktuellen Silbering – wie auch Vol. 1 – 6 – für endverbraucherfreundliche € 9,95 (plus Versand) unter www.munichhardesthits.de.

Sonny

Trackliste: 1. BOYSTOWN/ Something In The Way You Touch - 2. COM 'N RAIL/ I Won't Let Me Down - 3. VENDETTA/ The Night - 4. FAITH NATION/ How Can I - 5. METAL MAJESTY/ We Rocked - 6. DUKES NITEMARE/ With A Smile - 7. DAKOTA/ Last Standing Man (acoustic version) - 8. MATREX/ I Don't Want Anybody - 9. APRILLEE ROBERTS/ Bitterhole - 10. MARINER/ Don't Get Fooled Again - 11. MATT GARBO/ I'm Alive And I'm Free - 12. THE WILD BOYS/ Minds Eye Diary - 13. INFINITE DREAMS/ Touch My Skin  - 14. HOVLAND/ This Is Love - 15. MEDUSA'S CHILD/ Center Of The Dark

Thanks to Tom & Peter @ Munichs Hardest Hits

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BALTIMOORE/ Fanatical
  • Band: Baltimoore
  • Albumtitel: Fanatical
  • Spielzeit: 43:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Lion Music/ CM Distro
  • Vergleichbare Bands: AC/DC, Rose Tattoo
  • Veröffentlichung: 19.08.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Nach der Best Of-Scheibe (2001) und dem Coveralbum "Ultimate Tribute" (2003) beehrt uns die Band um Mainman Björn Lodin fünf Jahre nach dem letzten Studioalbum "Original Sin" endlich mal wieder mit neuen Stoff. Das fünfte Studioalbum der sträflich unterbewerteten Schweden hört auf den erwartungsträchtigen Namen "Fanatical". Diesen Erwartungen werden BALTIMOORE gleich mit dem Opener/ Titeltrack, der auf dem goldenen Mittelweg zwischen modernen und traditionellen Hard Rock-Klängen aus dem Boxen treibt, gerecht. Während die folgende "Number 1" in bester AC/DC-Manier durch die Gehörgänge groovt und dort festsetzt, weiß "Wishes And Reality" mit einer gehörigen Blues-Dosis zu fesseln. Des weiteren können der simpelgestrickte, aber nicht minder eingängige und knackige Riff-Rocker "Kiss Me" und der Stampfer "You Touch Me And I’m Healing" auf Anhieb überzeugen. Leider haben sich mit "Outer Me" und "A Set Sight Of Dreams" zwei etwas sperrige Songs in das ansonsten äußerst prickelnde Material eingeschlichen. Leider muss das Album auch gänzlich ohne Ballade auskommen, dabei passt Björn Lodins raues und melancholisch-gefärbtes Organ doch perfekt zu gefühlvollen und romantischen Klängen. Trotzdem ist "Fanatical" ein mehr als hörenswertes Album geworden, das sowohl für Fans des bluesigen Hard Rocks, als auch für die Anhänger der etwas moderneren Klänge etwas zu bieten hat.

Sonny

Trackliste: 1. Fanatical - 2. My Number 1 - 3. Outer Me - 4. Give Me What You've Got - 5. A Set Sight Of Dreams - 6. Wishes And Reality - 7. Kiss Me - 8. You Touch Me And I'm Healing - 9. Are You Coming Or Not - 10. On The Inside

Lion Metal Online ShopThanks to Lasse @ Lion Music

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EMERALD RAIN/ Sleepwalk
  • Band: Emerald Rain
  • Albumtitel: Sleepwalk
  • Spielzeit: 40:38 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escape Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Harem Scarem
  • Veröffentlichung: 15.08.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Nachdem doch etwas enttäuschenden Vorgänger "Short Sighted" meiner einstigen Kanada-Lieblinge war ich natürlich gespannt, ob sich EMERALD RAIN wieder der Stärken besinnen würde, die sie auf ihren beiden ersten Alben "Broken Saviours" und "Age Of Innocence" an den Tag legten. Aber schon der modern-holprige Opener "Can’t Stop Bleeding" lässt Schlimmstes erahnen. Die Jungs um Sänger Murray Diagle scheinen auf Teufel komm raus modern ("Can’t Recognize A Thing") und düsterer ("Titeltrack") klingen zu wollen, was natürlich stellenweise ordentlich auf Kosten der eingängigen Melodien und Harmonien geht. Zwar gelingt ihnen mit dem Midtempo-Rocker "It Ain’t Over" oder der gedämpften Hymne "Everything Is Broken" der Spagat zwischen ihren Trademarks und den bereits erwähnten Elementen einigermaßen, aber restlos überzeugen können sie letztendlich damit nicht. Dass es bedeutend anspruchsvoller geht und dass der Vierer sein untrügliches Gefühl für fette Melodien und mehrstimmige Gesänge nicht verloren hat, davon zeugen der eingängige Stampfer "Face In The Mirrow" und "See It In Your Eyes", das sich nach einem Piano-Intro zu einem handfesten Rocker mit Killereigenschaften entwickelt. Unterm Strich bleibt eine Scheibe bei der sich Licht und Schatten so ziemlich die Waage halten... Nicht mehr und nicht weniger...

Sonny

Trackliste: 1. Can't Stop Bleeding - 2. Face In The Mirror - 3. It Ain't Over - 4. Sleepwalk - 5. I Never Knew - 6. Can't Recognize A Thing - 7. Everything Is Broken - 8. See It In Your Eyes - 9. Torn in Two - 10. Miracle

Thanks to Birgitt @ GerMusica


  • Band: Dikers

  • Albumtitel: Las Noches Que Me Inventé

  • Spielzeit: 45:01 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Records/ Soulfood

  • Vergleichbare Bands: Green Day, 3 Doors Down

  • Veröffentlichung: 15.08.2005

  • Wertung: 6/ 10

Review:
Obwohl ich eigentlich nichts gegen spanischsprachige Rockmusik einzuwenden habe, waren schon einige Durchläufe von Nöten bis ich mir halbwegs Zugang zu "Las Noches Que Me Inventé" verschaffen konnte. Musikalisch bewegen sich die DIKERS zwischen NuBreed und Punk, aber irgendwie scheint sich das Trio nicht richtig entscheiden zu können, in welche Richtung die Reise letztendlich gehen soll. Was sich die Spanier mit recht radiotauglichen Nummern wie der melodischen Ballade "Ronco Invierno", dem eingängigen Uptempo-Rocker "Soy" oder dem hitverdächtigen "Tentación", bei dem sie beide Musikrichtungen wohl mit Abstand am besten in Einklang bringen, mühevoll aufbauen, reißen sie sich mit vorhersehbaren derben Punk Rock wie "Cohete (Imposible De Parar)" oder "De Ataúdes" in Windeseile wieder ein. Nichtsdestotrotz sollten sich die Fans der oben genannten Bands nicht von der spanischen Sprache abschrecken lassen, sondern bei Gelegenheit mal ein Ohr riskieren. Zumal es produktionstechnisch nichts an der Scheibe auszusetzen gibt.

Sonny

Trackliste: 01. Cohete (Imposible De Parar) - 02. Las Noches Que Me Inventé - 03. Qué Más Da - 04. Ronco Invierno - 05. De Ataúdes - 06. De Narices - 07. Nada A Mi Alrededor - 08. Soy - 09. Mi Comodin - 10. Con Mi Propia Ley - 11. Tentación - 12. Rompecabezas

Thanks to Sabine @ Locomotive Music


JUNKHEAD/ Elevenandonesong
  • Band: Junkhead
  • Albumtitel: Elevenandonesong
  • Spielzeit: 43:08 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Black Solaris Records/ Discomania
  • Vergleichbare Bands: Toten Hosen und Cure goes Hardcore
  • Veröffentlichung: 08.08.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Obwohl ich mit Hardcore – abgesehen von ganz ganz wenigen Ausnahmen – überhaupt nichts anfangen kann, hielt mich das Frankfurter Quintett mit seiner hardcorelastigen Mischung aus Metal, Hard Rock und Punk davon ab, "Elevenandonesong" sofort wieder aus dem CD-Schacht zu verbannen. Zwar wird es auch JUNKHEAD nicht gelingen mich zum Hardcore-Jünger zu bekehren, aber anhand ihrer Anti-Bush-Nummer "Hands We Need" oder "Only A Few", das sich durch den "Paranoid"-lastigen Groove (BLACK SABBATH lassen grüßen) und die überraschend platzierten Bläserparts in den Lauschern festkrallt, wissen die Hessen nicht nur musikalisch, sondern auch textlich vollends zu überzeugen. Highlights des Albums sind "Cause I Love", das einen unfassbaren Hymnencharakter besitzt und das hitverdächtige "Pornstar", das stellenweise an die melodisch-wilden Tage der POGUES erinnert. Auch soundtechnisch ist alles in Butter, denn hinterm Pult saß kein geringer als REBELLION-Kreativkopf Uwe Lulis. Für Genre-Freaks heißt es auf alle Fälle: Zugreifen!

Sonny

Trackliste: 01. Gonna Get You - 02. Hands We Need - 03. Kiss Of Life - 04. Only A Few - 05. Cause I Love You - 06. Joolz - 07. I Only Try - 08. Pornstar - 09. Dignity - 10. Subliminal -11. Art Of Distance - 12. We Let You Burn

Thanks to Sven @ MusicConsult


DICTATORS/ Viva Dictators
  • Band: Dictators
  • Albumtitel: ¡Viva Dictators!
  • Spielzeit: 60:51 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Ramones, Sex Pistols
  • Veröffentlichung: 08.08.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Wenn wir Ur-Väter des Punk Rocks benennen müssten, dann würden wohl beim größten Teil von uns die ersten Gedanken in erster Linie in Richtung RAMONES und SEX PISTOLS fallen. In Wirklichkeit hatten wohl THE DICTATORS die Nase vorn, denn die New Yorker hatten bereits 1975 auf ihrem Debüt "The Dictators Go Girl Crazy" die Musikwelt mit ihrem Mix aus Garagen Rock und Punk revolutioniert. Nur blieb der Band um Sänger Dick Manitoba scheinbar der richtig große Wurf verwährt. Ganz zu Unrecht, wie das neue – hier vorliegende – Live-Dokument untermauert. Denn nicht nur das neuere Material vom vierten Studio Album "D.F.F.D." (2001) kommt auf den Brettern richtig knackig rüber, sondern auch das surferlastige "(I Love For) Cars And Girls" und "Two Tub Man", das mit einem feurigen Gitarrensolo von Ross The Boss (ex-MANOWAR) eingeleitet wird, vom besagten Debüt lassen so einige der derzeitigen Genre-Leader richtig alt aussehen. Dass THE DICTATORS in den 70ern ihrer Zeit doch ein Stück weit voraus waren, davon zeugt auch der Kracher "Stay With Me", der Melodie und rotzige Punk-Attitüden wunderbar miteinander in Einklang bringt. Eigentlich könnte man von einem Best Of-Programm sprechen, dass die Band hier auffährt, doch leider hat man den Zweitling "Manivest Destiny" (1977) sträflich vernachlässigt. Dafür wird man aber mit so schwergewichtiger Kost (neuerem Datums) wie "Haircut And Attitude", "Who Will Save Rock ’N’ Roll?" oder dem rotzig-schmeichelnden "What’s Up With That" bestens entschädigt. Das Album sollten sich Punk-Fans jeglichen Alters ganz oben auf die Einkaufsliste setzen.

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. New York, New York - 3. Haircut and Attitude - 4. Master Race Rock - 5. Avenue A - 6. Baby Let's Twist - 7. Weekend - 8. Pussy and Money - 9. Who Will Save Rock & Roll - 10. Next Big Thing - 11. Minnesota Strip - 12. What's Up With That - 13. Faster & Louder - 14. I Am Right - 15. Stay With Me - 16. Two Tub Man - 17. Cars And Girls (Bonustrack)

Thanks to Birgitt @ GerMusica


TRAVERS & APPICE/ Live At The House Of Blues
  • Band: Travers & Appice
  • Albumtitel: Live At The House Of Blues
  • Spielzeit: 78:30 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: ZZ Top, Boogie Stuff
  • Veröffentlichung: 08.08.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Vor gut einem Jahr haben sich Blues Rock-Gitarrenikone PAT TRAVERS und Schlagzeuglegende CARMINE APPICE (u. a. KING KOBRA, VANILLA FUDGE und ROD STEWART) zusammengetan, um unter der Mithilfe von Bassist T.M. Stevens (u. a. STEVE VAI, TINA TURNER) ein kraftstrotzendes und kerniges Blues Rock-Album einzuspielen. Der direkte Nachfolger von "It Takes A Lot Of Balls" trägt den Titel "Live At The House Of Blues" und wurde im gleichnamigen Club in Myrtle Beach/ USA mitgeschnitten. Aufgrund der Tatsache, dass die drei Rock-Koryphäen genug abendfüllendes Material im Background haben, bestand die Setlist glücklicherweise nicht nur aus dem Material des eingangs erwähnten Debüt. So wurden z. B. der Rockabilly-lastige Opener "Taken", sowie das in ZZ TOP-Manier losbretternde "Better From A Distance" und der Southern Rocker "Can’t Escape The Fire" mit hochkarätigen Klassiker-Material der Herrschaften aufgelockert bzw. –gewertet. Letztere Nummer geht sogar nahezu nahtlos in PAT TRAVERS Hammergroover "La, La Love" über. Zu den Highlights gehören allerdings der zackige Boogie "Living Alone" (vom einzigen BECK, BOGERT & APPICE-Album), die unglaublich rockige und endlos groovende Interpretation des ROD STEWARD-Klassikers "Do Ya Think I’m Sexy" und die ungebremste Version des TRAVERS-Gassenhauers "Boom Boom (Out Goes The Ligths"). Leider wird die Scheibe durch das ständige Ein- und Ausgefade zwischen den einzelnen Songs etwas um ihren Live-Charakter gebracht, was unweigerlich Punktabzug in der B-Note zur Folge hat.
P.S. das Album hat im Handel eine Bonus-DVD im Gepäck!!!

Sonny

Trackliste: 1. Taken - 2. Better From A Distance - 3. I Don't Care - 4. Crash N Burn - 5. Livin' Alone - 6. Gotta Have Ya - 7. Turn Me On - 8. Can't Escape The Fire/ La La Love you - 9. Evil - 10. Do Ya Think I'm Sexy - 11. Boom Boom (Out Goes The Lights) - 12 Keep On Rocking (bonus track)

Thanks to Birgitt @ GerMusica

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LEGER DE MAIN/ A Lasting Impression
  • Band: Leger De Main
  • Albumtitel: A Lasting Impression
  • Spielzeit: CD1: 52:55 min/ CD2: 46:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Progman Records/ PMM/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: Dream Theater, Shadow Gallery, Magellan, Rush
  • Veröffentlichung: 01.08.2005
  • Wertung: CD1: 7,5/ 10 – CD2: 6/ 10

Review:
Anlässlich des 10jährigen Jubiläums ihres Debüts "The Concept Of Our Reality" legen Progman Records/ PPM das Album des amerikanische Prog Rock/ Metal-Trios unter dem Titel "A Lasting Impression" neu auf. Da Gitarrist/ Keyboarder/ Bassist Chris Rodler mit dem ursprünglichen Sound nie richtig zufrieden war, hat man das Material den geschickten Hände von John Trevethan (u. a. QUEENSYRCHE) überlassen, der den anspruchsvollen Nummern nun auch ein standesgemäßes Soundgewand geschneidert hat. Dem aber noch nicht genug, denn das Doppelalbum hat neben zwei Acoustic-Bonustracks mit "Second First Impression" (1997) auch noch den komplett remasterten Zweitling der Band mit im Gepäck. Musikalisch sind LEGER DE MAIN irgendwo zwischen DREAM THEATER, SHADOW GALLERY und MAGELLAN zuhause, wobei diese Vergleiche alle etwas hinken, denn durch den harmonischen und klaren, aber auch stellenweise kraftvollen Gesang von Melissa Blair besitzt das komplexe Klanggebilde eine ganz eigene Note. Das äußerst angenehme Organ der Sängerin kommt vor allem in den großartigen Acoustic-Nummern von "Crystal Fortune" und "Immobile Time" zur kompletten Entfaltung, während beim restlichen Material mehr das instrumentale Können der Gebrüder Chris und Brett Rodler (Schlagzeug) sowie der diversen Gastmusiker im Vordergrund steht, ohne dabei aber zu nervenaufreibend und frickelig zu wirken. Das Glanzlicht auf Scheibe 1 sind das 20min "Enter Quietly", das von verträumten Acoustic-Gitarren und jazzig-folkigen Elementen über Querflöten-Parts a la JETHRO TULL und an MANDOKI erinnernden Percussions, bis hin zu vertrackten und improvisierten Passagen alles in sich verbirgt, was man sich von einem ordentlichen Prog-Epos erwartet. Dem stehen auf Silberling Nr. 2 das mit barocken Touch versehenen "Changes With The Day", bei dem wiederum das sanfte und abwechslungsreiche Organ von Melissa Blair zum Tragen kommt. Fans der härteren Prog Rock-Klänge sollten sich dieses Doppelalbum auf keinen Fall entgehen lassen.
"A Lasting Impression" gibt’s wie viele andere Highlights aus diesem Genre beim Progressive-Spezialisten www.justforkicks.de.

Sonny

Trackliste: CD1: 1. To Live The Truth (8:28) - 2. Crystal Fortune (5:45) - 3. Immobile Time (4:02) - 4. Enter Quietly (19:50) - 5. Distorted Pictures (7:01)

CD2: 1. Running Interference (2:08) - 2. Silent Monster (6:27) - 3. Changes With The Day (11:15) - 4. Some Shall Search (12:20) - 5. Do Whispers Die? (8:18) - 6. The Story (9:20)

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


BRAINDEADZ/ Hang 'Em Highschool
  • Band: Braindeadz
  • Albumtitel: Hang ’Em Highschool
  • Spielzeit: 47:29 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: STF Records/ M-System
  • Vergleichbare Bands: Destruction, Sodom, Kreator
  • Veröffentlichung: 01.08.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Ich bin ja nicht unbedingt der ausgemachte Fachmann für Thrash Metal, aber was BRAINDEADZ auf ihrem Debüt vom Stapel lassen, lässt mich teilweise doch etwas staunen. Zwar revolutionieren die Limburger nicht unbedingt das Genre, und vom Riffing her wiederholt man sich des Öfteren, aber sie haben dem typischen Old School-Trash einen rotzigen Schuss Rock ’N’ Roll verpasst. So dröhnen sich z. B.
"Killer", das mit einem klasse Gitarren-Solo, prägnanten Shouts und ein wenig MOTÖRHEAD-Attitüde ausgestattet ist, oder "Labyrinth Of Death" (erinnert irgendwie an SODOM), das gekonnt zwischen galoppierenden und trägen Parts hin- und herpendelt, ziemlich brutal in der Birne fest. Mit "Tortues Of Me" haben die Hirntoten sogar einen Hymne am Start, die an KREATOR zu "Terrible Certainty"-Zeiten erinnert. Auf die restlichen Nummern will ich hier nicht gesondert eingehen, da sie eigentlich nur für die Brutalos unter Thrash-Fans relevant sein dürften. Nichtsdestoweniger ist "Hang ’Em Highschool" ein recht solides Debüt.

Sonny

Trackliste: 1. Hang 'em Highschool - 2. Servant Of The Flesh - 3. Tortures Of Me - 4. Violator - 5. Killer - 6. Devil In Disguise - 7. Labyrinth Of Death - 8. Shattered Youth - 9. Thrash Attack

Thanks to Gaby @ STF-Records

Last Update: Sunday, 05. February 2006
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Sonny