The Home Of ROCK & METAL HEAVEN

BISS/ Face Off
  • Band: Biss
  • Albumtitel: Face Off
  • Spielzeit: 41:24 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Die Band um den deutschen Gitarristen Ralf „Doc“ Heyne sorgte wohl mehr durch ihre ständigen Sängerwechsel für Schlagzeilen, als mit ihren bisherigen Veröffentlichungen. Obwohl das selbstbetitelte Debüt (2002 mit Fernando Garcia/ ex-VICTORY) und der Nachfolger "Jocker In The Deck", für den man den damaligen JADED HEART-Fronter Michael Bormann gewinnen konnte, eigentlich recht gelungene Outputs darstellten, hat es besagten Alben immer an der letzten Durchschlagskraft gefehlt. Daher habe ich meine Erwartung an das dritte BISS-Werk – trotz der Mitwirkung von KROKUS-Shouter Marc Storace – nicht sonderlich hoch angesetzt. Doch schon der ordentlich melodisch-drückende Opener "Breathless" oder der erdige Groover "Rejected" lassen meine Birne mächtig durchschütteln bzw. meinen Fuß auf dem Boden vehement aufstampfen. Auch das treibende "D.S.O.D", das groovetechnisch stellenweise an KISS’ "I Was Made For Loving You" erinnert, oder die kernige Live-Hymne "Big Life" dürften die Pulsfrequenz bei allen Hard Rock-Fans in die Höhe schnellen lassen. Die absoluten Highlights auf "Face Off" sind meines Erachtens die großartige Interpretation des ICON-Klassikers "Raise The Hammer", der fast noch energischer durch die Gehörwindung strömt als das Original, und die Ballade "Lady Of The Night", die atmosphärisch fast an die herzerweichenden Momente von ACCEPT oder U.D.O. erinnert. Über die zehn Nummern tritt Marc Storace den Beweis an, dass er nicht nur einer der erfahrensten, sondern auch einer der facettenreichsten Sänger im Hard Rock-Business ist, denn seine Gesangsart auf "Face Off" lässt überraschenderweise kaum Vergleiche zu KROKUS zu. Gekrönt wird dieser Killer von der druckvollen Produktion von Michael Voss (CASANOVA), der auch schon bei den Vorgängern hinter den Regeln saß.

Sonny

Trackliste: 1. Breathless - 2. Pyromania - 3. Rejected - 4. D.S.O.D. - 5. Raise The Hammer - 6. Calling - 7. Big Life - 8. Fire In The Night - 9. Lady Of The Night - 10. Wiseman  

Thanks to Birgitt @ Germusica

weitere Reviews über BISS:
BISS/ X-tension


NEGATIVE/ Sweet & Deceitful
  • Band: Negative
  • Albumtitel: Sweet & Deceitful
  • Spielzeit: 52:14 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Roadrunner Records/ Universal
  • Vergleichbare Bands: Him, The Rasmus, Mötley Crüe, Guns N’ Roses
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Charteinstieg: 06.06.2005 Platz Nr. 55
  • weitere Platzierungen:
    13.06.2005 Platz Nr. 99
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Obwohl NEGATIVE in ihrer Heimat bereits mit Gold- und Platinauszeichnungen geehrt wurden, dürften die Finnen bei uns eher noch den Newcomer- bzw. Insiderstatus innehaben. An dieser Situation dürfte ihre hitverdächtige Single "The Moment Of Love", deren Video momentan auf MTV/ VIVA rauf- und runterläuft, und das neue Album "Sweet & Deceitful" schleunigst etwas ändern. Musikalisch zelebriert der rundlaufende Sechszylinder melancholischen Rock ’N’ Roll im Stile ihrer Landsmänner HIM und THE RASMUS, der mit dreckig-verzerrten Gitarren a la MÖTLEY CRÜE oder GUNS N’ ROSES durchzogen wird. Aufgrund des ausdruckstarken Gesangs von Jonne Aaron und der variantenreichen Synths von Keyboarder Snack hört sich die Sache sogar stellenweise so an, als hätten sich die genannten Vergleichbands unter Regie von HAREM SCAREM-Frontmann Harry Hess ("My My/ Hey Hey Out Of The Blue") und Tastenmagier JEAN MICHEL JARRE ("Angels Won’t Lie") in einem Studio verbarrikadiert. Egal ob NEGATIVE nun hypnotisch-krachend ("In My Heaven"), spacig-rotzig ("L.A. Feeding Fire") oder extrem gefühlsbetont ("Neverending Parade") zur Sache gehen, sie betören den begeisterten Zuhörer unweigerlich mit ihrer unbeschreiblichen Magie. Obwohl das Album mit 13 Nummern ordentlich bepackt ist, herrscht auf "Sweet & Deceitful" weder ein laues Lüftchen noch Flaute. Im Grunde genommen ist es müßig über Anspieltipps Worte zu verlieren, denn jeder Song ist auf seine ganz eigene Art und Weise ein echter Killer. Meine persönlichen Favoriten sind zur Zeit das von futuristischen Keyboardsounds dominierte "Creeping Inside", der fette und kontrastreiche Groover "Until You’re Mine" sowie die wunderschöne Acoustic-Ballade "About My Sorrow", die mit ergreifenden Streicher- und Pianoarrangements besticht. Fazit: Sollten euch HIM schon zu glattgebügelt erscheinen und THE RASMUS euch zu sehr auf Kommerz getrimmt sein, dann werdet ihr von NEGATIVE bestens rotzig bedient. Schlichtweg genial!!!

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. Frozen To Lose It All - 3. The Moment Of Our Love - 4. Creeping Inside - 5. Locked In The Dark - 6. In My Heaven - 7. My My/Hey Hey (Out Of The Blue) - 8. Neverending Parade - 9. L.A. Feeding Fire - 10. Until You Are Mine - 11. About My Sorrow - 12. Secret Forgiveness - 13. Angels Won´t Lie

Thanks to Martin @ Roadrunner Records

weitere Reviews über NEGATIVE:
NEGATIVE/ Anorectic (Glam Rock-Tipp/ September 2006)


REFUGEE/ Affairs In Babylon
  • Band: Refugee
  • Albumtitel: Affairs In Babylon
  • Spielzeit: 68:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 09.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Für die frühsommerlichen Tage haben sich die Herrschaften von MTM Classix einer ganz besonderen Scheibe angenommen und sind über den Atlantik nach Kanada „gejettet“, um mit dem Debüt von REFUGEE einen echten Klassiker des keyboardorientierten AORs vom Staub der Jahre zu befreien. "Affairs In Babylon" erblickte ursprünglich Mitte der 80er das Licht und wird nun in Begleitung von fünf Bonustracks erstmals auf CD veröffentlicht. Obwohl diese Richtung nicht gerade zu meinen musikalischen Vorlieben zählt, läuft dieser Silberling seit Tagen in sämtlichen Abspielgeräten heiß. Das kurze Intro "Affairs In Babylon", bei dem Myles Hunter (Gesang/ Gitarre) nur von einem Piano begleitet wird, und der folgende "Thunder Of The Night", der mich stellenweise an OLIVIA NEWTON JOHNs Smash-Hit "Physical" erinnert, oder das himmlisch-verträumte "Dream On Anastasia" haben sich so fest in meine Gehirnzellen eingefräst, dass ich diese Nummern sogar vor mir hersumme, obwohl sich die Scheibe gar nicht in meinem Player befindet. Aber diese Titel sind bei weitem noch nicht alles an Perlen, die "Affairs In Babylon" zu bieten hat. Man lausche nur den Klängen von "Body To Body", das ich mir in den 80ern auch gut auf einem PAT BENATAR-Album hätte vorstellen können, und die Ballade "These Are The Good Times", die durch ERIC MARTIN ("I’m Only Fooling Myself") Ende der 80er auch schon zu Cover-Ehren gekommen ist... Suchtgefahr!!! Die beiden Studio-Bonis "We All Ge Down To The River", ein leicht progressiver und verspielter Rocker, und der sphärische Stampfer "Let It Out" können zwar das unglaubliche hohe Niveau der 10 ursprünglichen Nummern nicht halten, dafür zeugen die drei zusätzlichen Live-Tracks (trotz des schlechten Sounds) von der unglaublichen Energie und Leidenschaft, die seinerzeit bei den Konzerten von REFUGEE geherrscht haben muss. Allem voran wissen das Zwiegespräch zwischen Piano/ Schlagzeug und die freie Interpretation des Klassikers "Mighty Quinn" (im Original von MANFRED MANN’S EARTH BAND) zu gefallen. "Affairs In Babylon" ist meines Erachtens genau die richtige Begleitmusik für den endlich aufkeimenden Sommer…
Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass sich MTM Classix in naher Zukunft auch des Zweitlings der Kanadier annimmt.

Sonny

Trackliste: 01. Affairs In Babylon 1,44 - 02. Thunder Of Another Night 5,32 - 03. Listen To Your Heart 6,35 - 04. Hot Words 4,01 - 05. Dream On Anastasia 4,41 - 06. Exiles In The Dark 5,31 - 07. No Survivors/No Way Out 3,15 - 08. Body To Body 4,50 - 09. Here We Go Again 4,21 - 10. These Are The Good Tomes 3,46 - 11. We All Go Down To The River (Bonus track) 4,33 - 12. Let It Out (Bonus track) 4,22 - 13. Mississippi Side Road (Live Bonus track) 4,05 - 14. Piano/Drum Feature (Live Bonus track) 3,59 - 15. Mighty Quinn (Live Bonus track) 7,02

Thanks to Sebastian @ MTM Music


HAMMERSCHMITT/ Mein Herz
  • Band: Hammerschmitt
  • Albumtitel: Mein Herz
  • Spielzeit: 37:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: ??.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Seit fast 19 Jahren sind Ben(Gesang), Summi, Gernot (beide Gitarre), Armin (Bass) und Stefan (Schlagzeug) eine eingeschworene Rock-Bande. Nach der englischsprachigen EP "Carol" (1992), dem darauf folgenden Longplay-Debüt "Die Zeit Ist Reif" (1995) und der Jubiläums-CD "10 Jahre Live" (1996), die alle unter dem Banner PIERROT veröffentlicht wurden, trat der Fünfer im Jahr 2000 veröffentlichungstechnisch erstmals unter dem Namen HAMMERSCHMITT in Erscheinung. Während auf dem selbstbetitelten Debüt – trotz der unüberhörbaren traditionellen Heavy Metal-Elemente – durchaus der Einfluss von RAMMSTEIN zu spüren war, scheinen sich die Münchener mit "Mein Herz" jetzt wieder mehr ihrer Wurzeln anzunähern. Zwar wandeln die Mannen auch auf dem neuen Album gelegentlich noch auf den Pfaden der sogenannten Neuen Deutschen Härte, aber die Zeichen stehen verstärkt auf richtig knackigen, vielseitigen und ungezwungenen Rock. Stilistisch liegt "Mein Herz" meines Erachtens somit ziemlich genau in der Schnittmenge zwischen "Die Zeit Ist Reif" und "Hammerschmitt", da man das Ohrmerk auch wieder verstärkt auf starke Melodien und Eingängigkeit gelegt hat. Mit diesen Eigenschaften wissen allen voran der lässig rockende Opener "Frei Sein" und die mörderisch-groovende "Wahrheit", die durch den harmonischen Kontrast von Bens kraftvoller Stimme und den hauchzarten Chören von Sandrina Sedona eine schaurig-packende Stimmung aufbaut, oder die wunderschöne Semi-Acoustic-Nummer "Ewigkeit" (Gänsehaut garantiert!) auf Anhieb zu punkten. Auf der anderen Seite stehen knackige Metal-Stampfer wie der sozialkritische "Henker" oder der coole Party-Rocker "Tanz". Mit "Viva L’ Amore" werden HAMMERSCHMITT wohl auch ihre eingefleischtesten Fans überraschen, denn diese Nummer ist nicht nur mit Abstand der melodischste Titel, den die Band bisher geschrieben hat, sondern ist auch schlechthin das Musterbeispiel für den Abwechslungsreichtum von "Mein Herz". Ein Song mit wunderschönen Acoustic-Gitarren, stampfenden Beats, spritzigen Melodien und romantischen italienischsprachigen Chören, bei dem Sänger Ben erneut tatkräftig-zarte Unterstützung von Sandrina Sedona bekommt – Kurzum: einfach hitverdächtig! Im  klassisch-arrangierten Bonustrack "Ewigkeit II", das von wunderschönen Streicher- und Pianoparts getragen wird und das an Intensität wohl kaum noch zu überbieten ist, findet ein verdammt starkes Album seinen krönenden Abschluss.
Stellt sich abschließend nur noch die Frage, warum die Band für "Mein Herz" noch immer keinen Deal an Land ziehen konnte, denn HAMMERSCHMITT gehören eindeutig zur Speerspitze des deutschsprachigen Heavy Metals...

Sonny

Trackliste: 1. Frei sein - 2. Wahrheit - 3. Wir sind wir - 4. Kranke Welt - 5. Ewigkeit - 6. Henker - 7. Tanz - 8. Treiben - 9. Viva L'Amore - 10. Mein Leid - 11. Gottesmann - 12. Der Wind - 13. Ewigkeit II (Bonus-Track)

Dank der Jungs von HAMMERSCHMITT und ihres Webmasters Schwefel (www.kranke-welt.de) könnt Ihr anhand eines cool desingten Flashplayers in die Songs auf "Mein Herz" selbst reinschnuppern.

Thanks to Armin @ Hammerschmitt

weitere Reviews über HAMMERSCHMITT:
HAMMERSCHMITT/ 20 Jahre Für Die Ewigkeit (DVD/ CD) (Live-Candy/ October 2006)


FRED APE & RUDI MIKA/ Cowboys dürfen das...
  • Band: Fred Ape & Rudi Mika
  • Albumtitel: Cowboys Dürfen Das...
  • Spielzeit: 66:10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Pläne Records/ BMG
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 17.05.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Dem Titel nach könnte man annehmen, dass es sich bei der vorliegenden Scheibe um eine Country-Scheibe handelt. – Weit gefehlt! Zwar erreichen auf
"Cowboys Dürfen Das..." gelegentlich auch countrylastige Klänge die Ohren des Zuhörers, aber auf diesen Stil lassen sich FRED APE & RUDI MIKA bestimmt nicht limitieren. Vielmehr bewegt sich das ausgefuchste Liedermacher-Duo zwischen den Klangwelten aus Country (Titeltrack), Dixieland/ Jazz, Folk ("Da War Früher Gar Nichts"), Tango ("Vor Spinnen Gibt Es Kein Entrinnen") und Reggae ("Doe Berater") sehr gekonnt hin & her und würzen ihre Musik mit nachdenklichen und ironischen – teilweise sogar bissigen – Texten, die mit so alltäglichen Themen wie dem ewigen Nachbarschaftsstreitigkeiten ("Es Gibt Keine Paradise"), den Krankheits-/ Verletzungs-Wettstreit ("Wie Geht Es?"), der blanken Frustration zum Älterwerden ("Rentenbescheid") oder der Auseinandersetzung mit dem Tod ("Der Sensemann Erscheint") beschäftigen. Ein Album das allem voran die Liedermacher-Anhängerschaft der 70/ 80er Jahre ansprechen dürfte, aber auch ein paar interessante Momente für uns Rockfans bereithält. Als da wären "Sahara", welches das balladeske Flair der JON BON JOVI-Alben in sich trägt, oder das akustisch stampfende "Es Ist Schon Bitter".

Sonny

Trackliste: 01.Cowboys dürfen das [4:22] - 02.Vor Spinnen gibt es kein Entrinnen [3:07] - 03.Es gibt keine Paradise [3:33] - 04.Da war früher gar nichts [5.20] - 05.Geburtstagslied [2:54] - 06.Es ist schon bitter [3.27] - 07.Wie geht es [4:57] - 08.Rentenbescheid [2:55] - 09.Ihre Augen waren blau [2:59] - 10.Die Berater [2:55] - 11.Warum nicht [4:06] - 12.So läuft immer alles weiter [6:10] - 13.Der Sensemann erscheint [5:57] - 14.Urlaub von der Stange [3:55] - 15.Am letzten Tag der Nachsaison [3:36] - 16.Sahara [5:41]

Thanks to Jochen @ Pläne Records

 


REBELLION/ Sagas Of Iceland
  • Band: Rebellion
  • Albumtitel: Sagas Of Iceland – The History Of The Vikings Vol. 1
  • Spielzeit: 63:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Massacre Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Grave Digger, Manowar, Iron Maiden
  • Veröffentlichung: 30.05.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nachdem mich persönlich das konzeptionell angelegte Debüt ("A Tragedy In Steel – Shakespeare’s Macbeth"/ 2002) der Band um das ehemalige GRAVE DIGGER-Kreativduo Uwe Lulis (Gitarre) und Tomi Göttlich (Bass) nicht sonderlich vom Hocker geblasen hat, konnte man REBELLION mit ihrem reinrassigen und hammerharten True Metal-Album "Born A Rebel" (2003) einen stattlichen Schritt nach vorne attestieren. Selbiges gilt auch für ihren neusten Streich, denn mit "Sagas Of Iceland" haben Tomi Göttlich & Co nicht nur ein aufwendiges Konzept ausgearbeitet, das auf den weltberühmten Wikinger-Schriften "Heimskringla" beruht, sondern auch ihr bis dato ausgereiftestes und mystischstes Album eingemeißelt. Obwohl es sich hier um eine in sich geschlossene Geschichte handelt, können Songs wie der episch angelegte und hymnisch drückende Opener "Ynglinga Saga (To Odin We Call)", der riffbeladene Doublebass-Kracher "The Sons Of The Dragaon Slayer (Blood Of Eagle)" und das getragene "Treason", das stellenweise mit der düsteren Magie a la IRON MAIDEN spielt, locker und lässig für sich alleine stehen. Der absolute Killer auf "Sagas Of Iceland" ist für mich der modern angehauchte Stampfer "Ruling The Waves", der problemlos den sogenannten True Metal und mit zeitgemäßen Stilmitteln verbindet. Wie der Untertitel vielleicht schon erahnen lässt, handelt es sich bei "Sagas Of Iceland" um den Beginn einer Trilogie, die sich in Teil 2 mit den schwedischen und russischen Wikingern beschäftigt und in Teil 3, der auf der "Edda"-Sagensammlung basiert, seine Vollendung findet. Das vorliegende Album befasst sich hingegen u. a. mit dem norwegischen König Harald Harfager, Eric den Roten oder den beiden dänischen Königen Sven Gabelbart und Knut dem Großen. Wenn sich der Fünfer so großartig weiterentwickelt wie bisher, dann stehen uns nächstes und übernächstes Jahr zwei echte Hammerwerke ins Haus.

Sonny

Trackliste: 01. In Memorandum Lindisfarnae - 02. Ynglinga Saga (To Odin We Call) - 03. The Sons of The Dragon Slayer (Blood Eagle) - 04. Ragnhild's Dream - 05. Harald Harfager - 06. Eric The Red - 07. Freedom (The saga of Gang Hrolf) - 08. Treason - 09. Sword In The Storm (The Sage of Earl Hakon, Protector of Norway) - 10. Blood Rains ((The Saga of King Olaf Trygvason) - 11. Ruling The Waves - 12. Canute The Great (The King of Danish Pride) - 13. Harald Hadrade 

Thanks to Sven @ MusicConsult


SHADOW GALLERY/ Room V
  • Band: Shadow Gallery
  • Albumtitel: Room V
  • Spielzeit: 75:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut/ SPV
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 31.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Neben den progressiven Meisterwerken, bei denen Multitalent Henning Pauly federführend ist, gehören vor allem sämtliche Alben von SHADOW GALLERY zu meinen Favoriten. Nicht nur, dass sich die Amerikaner mit jedem Output stets in songwriter- und produktionstechnischen Belangen steigern konnten, nein, sie haben sich auch musikalisch und stilistisch ständig weiterentwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt man bereits nach dem ersten Durchlauf ihres fünften Albums, das schlicht mit "Room V" betitelt ist. Ganz egal ob das Quintett um die kreativen Köpfe Gary Wehrkamp (Gitarre, Keyboards) und Brendt Allmann (Gitarre) dabei wuchtig-progressiv ("Birth Of A Daughter)", treibend-verspielt ("Death Of A Mother"), hymnisch-eingängig ("Vow") oder verträumt-einfühlsam zu Werke geht. Meine persönlichen Favoriten sind "Torn", das sich von akustischen Gitarren-, sinnlichen Pianoklängen und Flötenpassagen über gefühlvolle E-Gitarrensparts, sehr harmonischen Keyboards und ein dezent eingesetztes Schlagzeug zu einer sehr atmosphärischen und tiefgehenden Nummer entwickelt, sowie der filigran-wuchtige Kracher "The Archer Of Ben Salem", bei dem die Rhythmus-Fraktion Carl Cadden-James (Bass)/ Joe Nevolo (Drums) einen Grananten-Job abliefert. Neben den außergewöhnlichen instrumentalen Fähigkeiten, der bereits erwähnten Herrschaften, darf man natürlich die kraftvolle, aber auch klare und helle Gesangarbeit von Mike Baker, welche Seele der Musik von SHADOW GALLERY darstellt, keinesfalls überhören. Als weitere Anspieltipps möchte ich euch "Comfort Me" (ein Wahnsinns-Duett mit Laura Jaeger) und "Encrypted", das mit einem atemberaubenden Gitarrenspiel besticht, unbedingt ans Herz legen. Fazit: Für mich ein großartiges Album, das den ganz eigenen Stil von SHADOW GALLERY definiert.
P.S. "Room V" stellt die konzeptionelle Fortsetzung des vorletzten Album "Tyranny" dar und ist außerdem als Special-Edition mit einer zweiten CD erhältlich, die neben Bonustracks auch Videomaterial beinhaltet.

Sonny

Trackliste: ACT III: 01. Manhunt - 02. Comfort Me - 03. The Andromeda Strain - 04. Vow - 05. Birth Of A Daughter -06. Death Of A Mother -07. Lamentia

ACT IV: 08. Seven Years - 09. Dark - 10. Torn - 11. The Archer Of Ben Salem - 12. Encrypted -13. Room V -14. Rain

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


KAIPA/ Mindrevolutions
  • Band: Kaipa
  • Albumtitel: Mindrevolutions
  • Spielzeit: 79:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut/ SPV
  • Vergleichbare Bands: frühere Queen, frühere Genesis
  • Veröffentlichung: 30.05.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Obwohl der Name KAIPA schon seit über 30 Jahren ein Synonym für in schwedischen Folk verwurzelten Progrock ist, dürfte die Band hierzulande wahrscheinlich nur den eingefleischtesten Genre-Puristen bekannt sein, denn bevor die Band um den musikalischen Kopf und Keyboarder Hans Lundin vor drei Jahren mit "Notes From The Past" nach zwei Jahrzehnten Funkstille ihr Comeback feierte, veröffentlichte die Band ausschließlich Alben in ihrer Muttersprache. Allerdings müsste ein Großteil der Musiker, die sich hinter KAIPA verbergen, den meisten Freunden der technischversierten Rockmusik bekannt sein. Da wären z. B. die beiden FLOWER KINGS-Recken Roine Stolt (Gitarren) und Jonas Reingold (Bass) sowie RITUAL-Sänger Patrik Lundström. Völlig klar, dass bei KAIPA die progressiven Klangwelten der 70er die Hauptrolle spielen, aber trotzdem ist es Hans Lundin & Co anhand von melodischen, jazzigen und funkigen ("A Pair Of Sunbeams"), Country- und Blues-lastigen Elementen – und natürlich mit den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit – gelungen, ein frisches und prickelndes Prog-Album einzuzelebrieren. An diesem erfrischenden Endergebnis dürfte die Tatsache, dass Herr Lundin mehr Wert auf den einzelnen Song und dessen Melodien gelegt hat, nicht ganz unschuldig sein. Trotzdem sind die unverkennbaren und virtuosen Solis von Stolt und Lundin immer noch die unabdingliche Würze im Sound der Schweden. Apropos Würze: Insbesondere die Songs, in denen ALEENA (die in Schweden nicht nur eine gefeierte Country Rock-Sängerin, sondern auch eine sehr begehrte Songwriterin ist) den Leadgesang übernimmt, stahlen – ohne dabei Patrik Lundström in den Hintergrund drängen zu wollen – sowohl beruhigendes und verträumtes ("Shadows Of Time") als auch feuriges Flair (der abschließende Part des 25minütigen Titeltracks) aus. Des weiteren dürften der halbakustische "Last Free Indian", der mit melancholischen Streicherparts und einem hymnischen Mittelteil aufwartet, und das beschwingt-verspielte "Electric Leaves" auch Musikfreaks begeistern, die progressiven Klängen normalerweise nicht sonderlich viel abgewinnen können. Während "Timebomb" der wohl quirligste und pulsierendste Song auf "Mindrevolutions" ist, könnte ich mir "Our Deepest In A Shore" gut auf einer klassisch ausgerichteten BLACKMORE’S NIGHT-Scheibe vorstellen. Fazit: "Mindrevolutions" ist genau das richtige Album um sich nach einem stressgeplagten Tag in die Traumwelt fallen zu lassen!

Sonny

Trackliste: 1. The Dodger (8:09) - 2. Electric Leaves (4:13) - 3. Shadows Of Time (6:50) - 4. A Pair Of Sunbeams (5:19) - 5. Mindrevolutions (25:47) - 6. Flowing Free (3:53) - 7. Last Free Indian (7:27) - 8. Our Deepest Inner Shore (4:59) - 9. Timebomb (4:32) - 10. Remains Of The Day (8:02)

Thanks to Detlev @ InsideOut Music

weitere Reviews über KAIPA:
KAIPA/ Angling Feelings


JEWEL IN THE MIRE/ Getting Away With Murder
  • Band: Jewel In The Mire
  • Albumtitel: Getting Away With Murder
  • Spielzeit: 52:23 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Music Avenue/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: einen Hauch von Guns N’ Roses und Aerosmith
  • Veröffentlichung: 30.05.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Eigentlich ist in der heutigen Zeit gegen eine rotzfreche Mixtur aus vergangenen GUNS N’ ROSES- und AEROSMITH-Tagen mit ein paar frischen Alternative-Splittern ("Get Up") nichts einzuwenden, aber dann sollte auch die Produktion die heutigen Standards erfüllen. Genau hier liegt die Krux am Debüt der Niederländer. Zwar kann man phasenweise songwritertechnisch mit Nummern wie "Believe In Me", das mit rotzig-sleazigen Gitarren und simple gestrickten Schlagzeugsparts gute Laune verbreitet, oder dem aggressiven, leicht punkigen "No Place To Go" an die genannten Vergleichbands heranriechen, aber aufgrund des dünnen und schwachbrüstigen Sounds lässt sich das gesamte Album nur bei gemäßigter Lautstärke genießen. Nichtsdestotrotz kann ich mir vorstellen, dass sich "Hey Know", das mit schmissigen Beats und Bläserparts sehr an AEROSMITH erinnert, und das Glam Rock-lastige "I Can Manage", in den Sänger Tim Jasper sehr an ROLLING STONES-Zappelphilipp Mick Jagger erinnert, live-technisch mächtig abgehen dürften. All diejenigen, die mit dem genannten Stil-Mix etwas anfangen können und nicht sonderlich großen Wert auf produktionstechnischen Schnickschnack legen, sollten "Getting Away With Murder" durchaus antesten.

Sonny

Trackliste:

1. Rising Star - 2. Believe In Me - 3. Home Tonight - 4. Let Go - 5. Hey Now - 6. Get Up - 7. Streets At Night - 8. No Place To Go - 9. Same Colour Blue - 10. I Can Manage - 11. All That's Special - 12. All You Can Do - 13. Streets At Night (acoustic version)

Thanks to Alfie @ Music Avenue


THE NEIL CAMPBELL COLLECTIVE/ 3 O'clock Sky
  • Band: The Neil Campbell Collective
  • Albumtitel: 3 o’Clock Sky
  • Spielzeit: 38:49 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: www.neilcampbell.org.uk/ Just for Kicks
  • Vergleichbare  Bands: Genesis u. U.
  • Veröffentlichung: 29.05.2005
  • Wertung: 4/ 10

Review:
Eine ungewöhnliche musikalische Mischung aus klassischer Gitarre, Cello, Percussion und Vocals bietet
The Neil Campbell Collective. Gesanglich ein wenig an GENESIS erinnernd, gepaart mit einem starken südlichen Flair, wissen die einen oder anderen Passagen zu gefallen, der große musikalische Durchbruch offenbart sich mir jedoch nicht. Die klassische Gitarre gestaltet sich als übergeordnetes Element in allen 8 Titeln, ein Trademark allemal, aber mehr auch nicht. Geschmackssache...

Ironfinger

Trackliste: 1. Rainstorm (7:42) - 2. The Rain Remembers (4:05) - 3. Last Orders (4:12) - 4. November Song (3:31) - 5. 3AM Song (3:22) - 6. Heaven (4:31) - 7. Wearing My Heart (On My Sleeve) (3:52) - 8. Rainstorm Part 2 (6:59)

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


BEYOND THE FLESH/ What The Mind Perceives
  • Band: Beyond The Flesh
  • Albumtitel: What The Mind Perceives
  • Spielzeit: 45:35 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: God Forbid / Shadows Fall / Sepultura (zu "Arise"-Zeiten)
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Eine möglichst aggressive – aber dennoch melodische – Musik zu kreieren, war das benannte Hauptziel von BEYOND THE FLESH als sie sich 2000 zusammenschlossen, um so eine größt mögliche Hörerschaft begeistern zu können (so die Musiker selbst!). Wenn ihr jetzt denkt, dass deshalb
"What The Mind Perceives" sicherlich sehr nach Mainstream klingt, dann täuscht ihr euch aber gewaltig, denn obwohl die Band unter diesem Gesichtspunkt gegründet wurde, ist ihre bisher zweite CD (die erste hieß "Spawned from Flesh and Bone" und erschien in Eigenregie/ 2001) anderen Death & Trash-Metal Bands in nichts hinterher und klingen teilweise sehr nach CARRACAS oder CANIBAL CORPSE (wie zum Beispiel bei Track 4, 6 & 7). Die US-Amerikaner bringen mit ihrer aber teils doch melodiösen Linie eine gewisse Abwechslung in ihre sonst sehr Riff beladenen Death Metal-Songs und klingen etwas - wenn man das so sagen darf -  „überlegter“ als andere Bands ihrer Sparte. Mein absoluter Lieblings Track auf "What The Mind Perceives" ist "Is This Life?"; der mit seinen Death-Crows und seinem raffinierten Timing sehr an „Carracas“ zu "Hatework"-Zeiten erinnert, und somit deckt diese Scheibe ein weiteres Spektrum spielend ab, nämlich die des Grindcores! Ein Leckerbissen für jeden, der gerne extreme Musik mit dem gewissen Etwas mag. Unbedingt kaufen, die Scheibe hat das Zeug ein Klassiker zu werden!!!

Christian

Trackliste: 01. Rise Above The Weak - 02. Fleshwound - 03. The Scars That Remain - 04. Is This Life? - 05. The Sick - 06. Wastedland - 07. Darkest days - 08. Scattered Thoughts - 09. Prophecies Of the Dead - 10. What The Mind Perceives

Thanks to Birgitt @ Germusica


HAREM SCAREM/ Over:Load
  • Band: Harem Scarem
  • Albumtitel: Over:Load
  • Spielzeit: 40:41 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Emerald Rain, Def Leppard 
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Soviel schon mal vorweg: "Over:Load" ist genau die Scheibe, über die sich die Traditionalisten unter den Kritikern und den Fans der kanadischen Melodic Rock-Heroes wahrscheinlich wieder ordentlich die Mäuler zerreißen werden. Wer aber auch den modernen Klängen aufgeschlossen gegenübersteht, für den dürfte der neueste Streich von HAREM SCAREM so einige Schmackerl auf Lager haben. Auf der einen Seite rifft sich Pete Lesperance mit zeitgemäß tiefgestimmten Gitarren durch Songs wie dem sphärischen Groover "Don’t Come Easy" oder dem granatenmäßigen Stampfer "Forgive & Forget", in den auch Sänger Harry Hess verdammt rotzig rüberkommt. Andererseits liefert man mit dem bedrohlich groovenden "Rise And Fall" und der getragenen Hymne "Can’t Live With You" zwei Nummern ab, die mit den typischen HAREM SCAREM-Harmonien aufwarten. Wobei erstere ein Parade-Beispiel für den gelungenen Spagat zwischen den traditionellen und modernen Elementen ist. Als weitere Earcatcher entpuppen sich das riffbeladene "Afterglow", das in punkto Gesangsharmonien Parallelitäten zu DOMINOEs "Here I Am" aufweist und die Power-Ballade "All You’re Getting", das mit QUEENschen Arrangements und Chören a la ELO protzt. Phasenweise gelingt es Harry Hess bei dieser Nummer in die göttlichen Sphären eines Freddy Mercurys vorzustoßen. Auch die für HAREM SCAREM ungewohnt lange Spielzeit von gut 40 min gibt diesmal keine Veranlassung zum Meckern und produktionstechnisch ist das Duo Hess/ Lesperance sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Für mich gehört "Over:Load" neben "Mood Swings" und dem selbstbetitelten Debüt zum Besten, was HAREM SCAREM bisher abgeliefert haben. Wobei mir ein richtig schlechtes HAREM SCAREM-Album nicht bekannt ist ;-)

Sonny

Trackliste: 1. Dagger - 2. Afterglow - 3. Rise And Fall - 4. Don't Come Easy - 5. Can't Live With You - 6. Forgive & Forget - 7. All You're Getting - 8. Leading Me On - 9. Understand You - 10. Same Mistakes - 11. Wishing (exclusive bonus track for Europe)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über HAREM SCAREM:
HAREM SCAREM/ Human Nature (Earcatcher/ January 2007)
HAREM SCAREM/
Higher (Crossfire-Review by Christian and Sonny)
HAREM SCAREM/
The Early Years
HAREM SCAREM/
Weight Of The World


ZENO/ Zenology II
  • Band: Zeno
  • Albumtitel: Zenology II
  • Spielzeit: 43:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Karo
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bei "Zenology II" handelt sich weder um eine Neuauflage von "Zenology" (1995), noch um das seit langem herbeigesehnte neue Album der Band um Gitarrist Zeno Roth, sondern sozusagen um die Fortsetzung der 95er Demo-Compilation. Die 11 Nummern setzten sich aus ZENO-Material zusammen, das zwischen 1983 - 1989 entstanden ist und auf der vorliegenden CD erstmals veröffentlicht wird. Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem sich Michael Flexig, Tommy Heart (SOUL DOCTOR, ex-FAIR WARNING) und Helge Engelke (DREAMTIDE, ex-FAIR WARNING) sich den Gesang geteilt haben, übernimmt – abgesehen von "Hard Beat" und "Dreaming The Night Away" (Tommy Heart) – bei diesem Album wieder Stammsänger Flexig die stimmliche Alleinverantwortung. Obwohl die beiden bereits erwähnten Songs nicht  gerade schwach auf der Brust sind, erweisen sich vor allem die Flexig-Nummern als echter Ohrenschmaus. Allein schon der treibend-hymnische Opener "Call Of The Heart" und der gitarrenvirtuose Stampfer "Tonight" rechtfertigen diese Veröffentlichung. Wobei man den mächtig krachenden Ohrwurm "Good Game, Bad Game", den schwindelerregenden AOR-Killer "Victoria" und die riffbeladene Ballade "Free Again (Eagle Of Love)", die sich gitarrentechnisch stellenweise an QUEEN orientiert, keineswegs ins zweite Glied stellen sollte. Kurzum "Zenology II" ist eingängigster 80er Melodic Hard Rock vom Feinsten, der Dank MTM Music nicht weiter dazu verdammt ist, für alle Ewigkeiten in den ZENO-Archiven zu schlummern.

Sonny

Trackliste: 01. Call Of The Heart - 02. Tonight - 03. Hard Beat ** - 04. Dreaming The Night Away ** - 05. Good Game Bad Game - 06. Victoria - 07. On My Way - 08. Keep Your Love - 09. Troubled Love - 10. Time - 11. Free Again (Eagle Of Love)
** vocals by Tommy Heart

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über ZENO:
ZENO/ Runway To The Gods (Album Of The Month/ October 2006)
ZENO/
Zeno (re-release/ Klassiker-Tipp November 2004)


HOLY MOSES/ Strength, Power, Will, Passion
  • Band: Holy Moses
  • Albumtitel: Strength, Power, Will, Possion
  • Spielzeit: 70:12 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Destruction,  Kreator
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
HOLY MOSES sind eine jener Bands, die aus dem deutschen Metal nicht mehr weckzudenkend sind, was nach 25 Jahre Bandgeschichte auch irgendwie verständlich ist! Auch auf ihrem nunmehr 11ten Longplayer haben es die Aachener abermals geschafft, ihren eigenen Horizont nochmals ein Stück zu durchbrechen und so kompromisslos wie eh und je zu klingen. Ganz ehrlich gesagt, dachte ich eigentlich, dass es diese Band gar nicht mehr gibt, da die letzte CD, die ich von HOLY MOSES gehört habe "No Matter What’s The Cause"  war und die jetzt doch schon elf Jährchen alt ist. Na ja, so kann man sich täuschen! SORRY! Aber wie gesagt, um so gespannter war ich als ich hörte, dass ich von HOLY MOSES die neue Platte beurteilen darf. Am meisten beeindruckt mich, wie Sabina Claasen noch immer diese furchteinflössenden Vocals hinbekommt (Ich will nicht dein HNO-Arzt sein, das Elend in deinem Hals können sich gerne andere anschauen ;-) ... so aber nun zurück zum Eigentlichen. Ihr kennt sicher noch HOLY MOSES aus eurer Kindheit oder Jugend und wenn ich euch jetzt sage, dass manche Dinge auch ohne große Veränderungen immer wieder geil rüberkommen und einfach einzigartig sind, versteht ihr sicher was ich meine. Man kann bei HOLY MOSES. einfach nicht von großartiger Veränderung sprechen, da diese nicht wirklich stattfindet und wenn, dann nur im Kleinen. Hier gibt es keine dummen Experimente, sondern hier wird Härte zelebriert und das seit über 25 Jahren in ihrer wohl aggressivsten Form. Mehr muss man ja jetzt nicht mehr sagen oder, außer vielleicht das der letzte Song des Albums "Say Goodbye" einer der besten ist, die ich je von der Band gehört habe.
Alsdann, hoch mit der Pommes Gabel und huldigt HOLY MOSES!

Christian

Trackliste: 01. Angel Cry - 02. End Of Time - 03. Symbol Of Spirit - 04. Examination - 05. I Will - 06. Space Clearing - 07. Sacred Crystals - 08. Lost Inside - 09. Death Bells II - 10. Rebirthing - 11. Seasons In The Twilight - 12. Say Goodbye

Thanks to Britta @ Armageddon Music


LEE Z/ Shadowland
  • Band: Lee Z
  • Albumtitel: Shadowland
  • Spielzeit: 45:57 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Queensrÿche, Arena mit einem Touch von Europe
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
LEE Z dürfte bisher wahrscheinlich nur Prog-Puristen ein Begriff gewesen sein, aber auch die eingefleischtesten Fans werden überrascht sein, dass sich das Münsteraner Quartett nun nach ziemlich genau 10 Jahren mit einer neuen Studio-Langrille zurückmelden. Auf
"Shadowland" präsentieren sie  während der zehn Nummern melodischen Progressive Rock/ Metal, der nicht nur vertrackt-anspruchsvoll ist, sondern durchaus auch mit sehr einprägsamen Chorussen und einer stilvollen Gesangsarbeit zu überzeugen weiß. Die Highlights auf ihren mittlerweile fünften Output, sind der filigran-groovende Opener/ Titeltrack, "Cold Days", das trotz seiner nachdenklichen Stimmung lässig aus den Boxen schlendert, und der Midtempo-Rocker "Troublemaker", der in gewissen Momenten an EUROPE zu "Out Of This World"-Zeiten erinnert. Als weitere Anspieltipps sollte man die modern angelegte Ballade "Nights In Dover" und den schweren Groover "Alive", bei dem man geschickt mit sphärischen Elementen und vereinzelten Rap-Passagen jongliert, in Erwägung ziehen. Das restliche Material ist zwar ein klein wenig sperriger als die bereits erwähnten Nummern, aber das ändert nichts an dem Faktum, dass LEE Z mit "Shadowland" ein mehr als ordentliches Comeback abgeliefert haben.

Sonny

Trackliste: 1. Shadowland - 2. Enemy In Me - 3. Cold Days - 4. Save Me - 5. Alive - 6. Nights In Dover - 7. Troublemaker - 8. Sweet Surrender - 9. Fallen From Grace - 10. Peaceful Lake

Thanks to Birgitt @ Germusica


THOU ART LORD/ Orgia Deamonicum
  • Band: Thou Art Lord
  • Albumtitel: Orgia Daemonicum
  • Spielzeit: 36:26 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Black Lotus Records/ Twilight
  • Vergleichbare Bands: Neuroses, Voivod
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
„Hell yeah!“ Die Musik von THOU ART LORD  würde ich als Physico-Metal mit Black Metal-Einflüssen benennen. Wobei ihre Spielweise eher an die erst Kategorie angelehnt ist und somit sehr an NEUROSES erinnert, verweisen ihre zum Teil doch sehr satanischen Texte an die Black Metal-Herkunft (müsst euch mal daheim ein paar Minuten zeit nehmen und euch die Texte näher anhören, da kann sich sogar Dani Filth  nur noch vor Ehrfurcht verbeugen ;-)! Ansonsten ist "Orgia Daemonicum" zwar ein sehr solides und durchwegs gutes, aber dennoch kein sensationelles Album. Nur der Titelsong "Orgia Daemonicum" bietet etwas Abwechslung im sonstigen Dahingebrügel der restlichen 9 Tracks, da er mit seinen vielen Stimmung und Timingwechseln doch sehr anspruchsvoll ist. Um "Power From Hell" nicht zu vergessen, hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um eine Huldigung an VENOMs "Welcome To Hell", ein auch durchwegs gelungener Song. Für alle satanisch-angehauchten Metal-Fans ein absolutes Muss in diesem Jahr, allen anderen rate ich unbedingt: „anhören vor dem Kauf!“, denn THOU ART LORD trifft nicht jedermanns Geschmack!

Christian

Trackliste: 01. Possesed / The Legion - 02. Hecate Unveiled - 03. An apparition Of Vengeance - 04. He, The great worm - 05. The Gnostic Code - 06. The Royal Invocation Of Apophis - 07. Orgia Deamonicum - 08. Necromantic - 09. Satanic Aphorisms - 10. Onslaught (Power from Hell)

Moritz @ Gordeon Music


BEN JACKSON GROUP/ All Over You
  • Band: Ben Jackson Group
  • Albumtitel: All Over You
  • Spielzeit: 46:58 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escapi Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Skid Row
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Ums gleich vorwegzunehmen: Wer gehofft hat, dass CRIMSON GLORY-Mitbegründer Ben Jackson (Gitarre) mit seiner neuen Scheibe, die er wie schon sein Solo-Debüt "Here I Come" selbst eingesungen hat, den Geist der beiden legendären CRIMSON GLORY-Scheiben wieder aufleben lassen würde, hat hier definitiv auf Sand gebaut. Denn außer dem Titeltrack, der vielleicht auch ganz gut auf die letzte FRONTLINE-Scheibe gepasst hätte, und dem 80er-lastigen Rocker "Eyes Of Ice" lassen sich kaum Parallelen zu seiner einstigen Band ziehen. Besagte Nummern gehören zugleich auch zu den auffälligsten Songs der 10 Darbietungen, die sich im vorwiegenden im modernen und melodischen Hard/ Heavy Rock-Metier bewegen. Unter diesen Nummern befindet sich mit dem Stampfer "Far And Away", der recht lässig und eingängig aus den Boxen rotzt, auch das einzige echte Highlight. Das restliche Material wird zwar ansprechend dargeboten und ist ziemlich gut produziert, aber lässt irgendwie den alles entflammenden Funken vermissen. An diesen Umstand vermögen auch der amtlich groovende Finisher "Rock & Roll Heaven (Or Bust)" und der Backgroundgesang seines einstigen CRIMSON GLORY-Kollegen Midnight nichts mehr zu ändern. Mehr als eine solide 6,5 ist diesmal leider nicht drin!
P.S. Also, ich persönlich gebe der gewagten, vielseitigen und emotionalen Soloscheibe des charismatischen CRIMSON GLORY-Sängers ohne mit der Wimper zu zucken den Vorzug.

Sonny

Trackliste: 1. Turn It On - 2. Mean Machine - 3. All Over You - 4. Falling Down - 5. Ghost In The Mirror - 6. Eyes Of Ice - 7. Far And Away - 8. Heavy On My Mind - 9. Break It - 10. Rock & Roll Heaven (Or Bust)

Thanks to Birgitt @ Germusica


MYON/ Slideshow
  • Band: Myon
  • Albumtitel: Slideshow
  • Spielzeit: 45:57 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escape Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Saga
  • Veröffentlichung: 23.05.2005
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Melodic Rock gehört nicht unbedingt zu den Musikarten, die man von einer aus Finnland stammenden Band erwarten würde. MYON frönen trotz ihrer skandinavischen Heimat dem progressiven angehauchten Melodic Rock, den man stellenweise mit SAGA in Verbindung bringen könnte. Doch irgendwie scheinen die Fußstapfen der übermächtigen Kanadier mehr als eine Nummer zu groß für die Band um Sänger Jukki Nummi zu sein. Zwar schürt der doch recht anspruchsvolle und eingängige Opener "Still Alive" die Hoffnung auf ein mächtiges Werk, aber danach folgt gleich eine Reihe von Nummern, die ohne besonderen Wiedererkennungswert am Zuhörer vorbeiplätschern. Erst wieder mit "Take Your Side", das mit einem hörenswerten Gitarrensoli und mit ohrwurmtauglichen Melodien fesselt, und der mystischen Lowtempo-Nummer "Before It’s Too Late", die in manchen Keyboard-Passagen die Erinnerung an HAROLD FALTERMEYERs "Axel F." auffrischt, besinnt man sich auf die anfängliche Stärke. Mit dem frisch-quirligen "Human Nature" folgt dann sogleich auch der einzig echte Höhepunkt auf "Slideshow". Danach verliert sich der Fünfer wieder in ecken- und kantenlosen Schnickschnack, dem es letztendlich an Durchschlagskraft mangelt. Bei der momentanen Veröffentlichungsflut, wage ich zu bezweifeln, dass sich MYON dieser aalglatten Scheibe, die gerade mal übers Mittelmaß hinausschießt, freischwimmen können!?!

Sonny

Trackliste: 1. Still Alive - 2. Scars of the Heart - 3. Forgive not forget - 4. Died for the moment - 5. Take your side - 6. Before or too late - 7. Human nature - 8. So Long - 8. How does it feel - 9. Living the fantasy - 11. The letter - 12. Fire/Water

Thanks to Birgitt @ Germusica


COSTA DE LA MUERTE/ 4 Mowing The Lawn
  • Band: Costa De La Muerte
  • Albumtitel: 4 Mowing The Lawn
  • Spielzeit: 62:42 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ATS Records
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 21.05.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Dem Bandnamen nach könnte man ohne Weiteres darauf schließen, dass sich das österreichische Trio dem todesbleiernen Metal verschrieben hat. Aber schon der lässig vor sich hingroovende Opener "We Stay On Holiday" deutet an, was in der folgenden Mitsing-Hymne "Maria" und dem anschließenden "SoulStorm Catcher/ Tabu" zur Realität wird: St. Ananas (Bass, Vox), Bruteman (Drums, Vox) und Bedatonic (Gitarre, Vox) versetzen den Zuhörer durch ihren einzigartigen und unterhaltsamen Mix aus Rock-, Surf- und Punk Musik unweigerlich in Urlaubsstimmung. Natürlich ist bei COSTA DE LA MUERTE nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen; das progressiv anlegte und etwas bizarre "Helicopter" und die rifflastige Zappelnummer "Evil Eve" verbreiten stellenweise düsteres bzw. richtig böses Flair, daran vermag auch der lässige Reggae-Splitter in letzterer Nummer nichts zu ändern. Außerdem sollte der stilistisch offene Rockfan vielleicht noch "What’s Your Name", das man beinahe als melodischen Hardcore bezeichnen könnte, und das verspielt-ausgelassene "Strange" antesten. Neben dem bereits erwähnten "Maria" gehören die heimelig-raue Ballade "Still There" und die gackernde Blues-Nummer "The Devil Uses Me" zu meinen persönlichen Favoriten auf dem recht gut produzierten Album. Allerdings möchte ich abschließend noch bemerken, dass die Herren auf die ein oder andere der 18 Nummern (!) verzichten hätten können, denn dann wäre mit Sicherheit eine noch bessere Wertung fällig gewesen... so sind unterm Strich eben „nur“ satte 7 Punkte!

Sonny

Trackliste: 1. We Stay On Holiday - 2. Maria - 3. SoulStorm Catcher/ Tabu - 4. Natuaral Born Lawnmowerman - 5. Los Senores De Tempo - 6. Helicopter - 7. Evil Eve - 8. Low On Your Life - 9. That Heart Of Yours - 10. Did You - 11. All The Right Moves - 12. Higher - 13. Different - 14. In The Woods - 15. What's Your Name - 16. Strange - 17. Still There - 18. The Devil Uses Me

Thanks to Fritz Weismann @ Costa De La Muerte


IAN PARKER/ ... Whistle The Wind - Live
  • Band: Ian Parker
  • Albumtitel: ... Whilst The Wind – Live
  • Spielzeit: 75:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Ruf Records
  • Vergleichbare Bands: Walter Trout, Santana, Jimi Hendrix. Eric Clapton
  • Veröffentlichung: 20.05.2005
  • Wertung: 8/ 10

Review:
In seiner Heimat Großbritannien gehört IAN PARKER wohl zu den absoluten Aufsteigern in der Blues-Szene, während er hierzulande noch nicht über den Insidertipp hinausgekommen ist. Obwohl er im Herbst 2003 mit
"Inside" sein erstes Studio-Album veröffentlicht hat, ist er im Grunde genommen der geborene Live-Musiker. Dies stellt der 29jährige Sänger und Gitarrist auf seinem mittlerweile zweiten Live-Album "... Whilst The Wind" mit einer für sein Alter unglaublichen Lässigkeit und Abgeklärtheit erneut unter Beweis. Auf der vorliegenden Scheibe, die am 04. Dezember des letzten Jahres während der Show in der Bluesgarage zu Hannover mitgeschnitten wurde, präsentiert der Birminghamer neben vier Songs der besagten Studio-Scheibe auch vier Coverversionen und vier neue Songs aus eigener Feder. Das neue Material unterstreicht nicht nur seine herausragenden musikalischen Fähigkeiten, sondern zeugt von seinen ausgereiften Songwriter-Qualitäten. So verarbeitet er in der großartigen Slow Blues-Nummer "It Hurts A Man" (SANTANA lässt grüßen) den Tod seiner Großmutter oder setzt sich im schmissigen "The Moral Men" (Highlight!) und "The Truth Within", in dem er an Mr. Slowhand ERIC CLAPTON erinnert, mit Humanitätsfragen auseinander, die besonders die jüngste außenpolitische Vorgehensweise Großbritanniens und der USA im Blickfeld haben. Die Höhepunkte sind allerdings die elegant röhrende Boogie-Nummer "Feel Whole Again", das sich zu einem spannungsgeladenen Zwiegespräch zwischen seinem rau-klaren Gesang und seinem fingerfertigen Gitarrenspiel entwickelt, und der 11minütige Schleicher "By Your Side", den wahrscheinlich auch ein WALTER TROUT nicht besser hinbekommen hätte. Von den Covernummern hinterlassen allem voran die stampfende McKINLEY MORGANFIELD-Nummer "She’s All Right" sowie das abschließende Medley aus "Almost Cut My Hair" (DAVID CROSBY) und "The Green Manalishi", das von ex-FLEEDWOOD MAC-Saitenvirtuosen Peter Alan Green geschrieben wurde, einen hervorragenden Eindruck. Allerdings vermisse ich bei diesem Album die allseits gelobte Live-Atmosphäre der Bluesgarage, da die Publikumsreaktionen spürbar in den Hintergrund gemischt erscheinen. Nichtsdestotrotz: Wer sich mit den bereits erwähnten Blues-Heroen identifizieren kann, dürfte auch mit der Musik von IAN PARKER keinerlei Probleme haben. Beachtliche Vorstellung!!!

Sonny

Trackliste: 01. Power Of The Gospel - 02. The Love I Have - 03. Misfits And Fools - 04. It Hurts A Man - 05. The Moral Men - 06. She Cries - 07. The Truth Within - 08. Feeling Whole Again - 09. By Your Side - 10. She's All Right - 11. Almost Cut My Hair / The Green Manalishi (with the two pronged crown)

Thanks to Katrin @ Ruf Records

 


VIRUS/ Sick Of Lies
  • Band: Virus
  • Albumtitel: Sick Of Lies
  • Spielzeit: 45:14 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Lion Music/ CM Distro
  • Vergleichbare Bands: Nickelback, Metallica, Cure
  • Veröffentlichung: 20.05.2005
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Zugegeben, ich bin nicht unbedingt ein Freund der NuMetal/ NuRock – und schon gleich gar nicht einer der nationalen Szene, denn nur in den seltensten Fälle besitzt eine Band aus deutschen Landen das Format um auf der internationalen Bühne bestehen zu können. Zu einer hoffnungsvollen Ausnahme scheinen allerdings VIRUS aufzukeimen. Das Quintett aus Mannheim präsentiert uns auf seinem Debüt "Sick Of Lies" eine gelungene Mischung aus NuMetal/ Nu Rock und Grunge, bei der sowohl Aggressivität als auch melodische Parts nicht zu kurz kommen. Stilistisch könnte man die Band um Sänger Frank Widderson vielleicht am ehesten irgendwo zwischen METALLICA und NICKELBACK einordnen, ohne ihr dabei eine gewisse Eigenständigkeit absprechen zu wollen. Unter den 13 Nummern auf "Sick Of Lies" befinden sich – abgesehen vom etwas einfallslosen "Homeless" – keine wirklich gravierenden Durchhänger oder gar Ausfälle. Ganz im Gegenteil, denn mit "Mother Earth", das mit mächtigen Shout-Passagen, beachtlichen Riffwänden und einem catchy Chorus zu begeistern weiß, oder dem fast melodisch-verträumten "Once" und dem facettenreichen Groover "Free" haben VIRUS drei Nummern in der Hinterhand, die mit der nötigen Portion Glück zu echten Hits reifen könnten. Kurzum: Gebt der Band eine faire Chance, denn spätestens nach dem zweiten Durchlauf werdet ihr von "Sick Of Lies" infiziert sein!

Sonny

Trackliste: 1. Lost - 2. For My Sun - 3. Mother Earth - 4. Once - 5. Homeless - 6. Payday - 7. 360 - 8. Caged - 9. Bleedin' - 10. Fool - 11. Free - 12. No More Lies - 13. Who

Lion Metal Online ShopThanks to Lasse @ Lion Music


EDGE OF FOREVER/ Let The Demon Rock 'N' Roll
  • Band: Edge Of Forever
  • Albumtitel: Let The Demon Rock ‘N’ Roll
  • Spielzeit: 46:36 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Marc Boals, Axe, Yngwie Malmsteen, Deep Purple (Tony Martin), Rainbow
  • Veröffentlichung: 17.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Während sich im Lager der legendären US-Hard Rock-Band AXE noch immer nichts Neues tut, hat die italienische Band um den AXE-Fronter Bob Harris unter der produktionstechnischen Oberaufsicht von AXE-Chef Bobby Barth ihr zweites Album eingespielt. Die Richtung, die EDGE OF FOREVER ziemlich genau vor einem Jahr mit ihrem Debüt "Feeding The Fire" eingeschlagen haben, findet auf "Let The Demon Rock ’N’ Roll" seine zielstrebige Fortsetzung. Wobei man nach mehreren Durchläufen feststellen muss, dass sich das neue Material vielleicht einen Zacken rauer und eingängiger aus den Klangkörpern schält. Angefangen vom heftig vorwärts rockenden Opener "The Machine", der mit verspielt-progressiven Elementen um sich wirft, über das symphonische/ neoklassische "Crime Of Passion" bis hin zur majestätisch schreitenden Band-Hymne "Edge Of Forever" bahnen sich die 10 Nummern ohne die geringsten Widerstände den Weg durch die Gehörwindungen. Während die geniale Ballade "A Deep Emotion" große AOR-Momente im Stile a la TERRY BROCK offenbart, wird der Rocker "Feel Like Burning" von mächtigen Gitarrensalven getrieben. Genau die richtige Kost für all diejenigen, die den glorreichen AXE-Tagen nachtrauern. 

Sonny

Trackliste: 01. The Machine 4,50 - 02. Shades Of November 4,11 - 03. One Last Surrender 5,46 - 04. Crime Of Passion 3,50 - 05. Let The Demon Rock 'N' Roll 5,43 - 06. A Deep Emotion 5,13 - 07. Feel Like Burning 3,20 - 08. Mouth Of Madness 4,03 - 09. In My Eyes 4,31 - 10. Edge Of Forever 5,09

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über EDGE OF FOREVER:
EDGE OF FOREVER/ Feeding The Fire


MAN ON FIRE/ Habitat

Review:
Etwas gewöhnungsbedürftig ist das dritte Album der Amerikaner schon. Nicht nur musikalisch, sondern auch konzeptionell. Ihr von Loops und Samples durchdrungener Neoprog findet genau den goldenen Mittelweg zwischen angespacten-futuristischen Arrangements und erdverbundenen 70er-lastigen Klangdimensionen, an denen nicht zuletzt die beiden Gastmusiker Adrian Belew (Gitarre/ KING CRIMSON, TALKING HEADS) und KANSAS-Violinist David Ragsdale erheblichen Anteil haben. Genauso ausgefallen wie ihr Sound ist auch das Konzept, das sich innerhalb von 12 Songs über die Schicksale zehn grundverschiedener Menschen aus einem Wohnblock erzählt. Vom korrupten Hauptgeschäftsführer (
"Mr. Lie") oder einer alleinerziehenden Mutter ("Majestic") über einen Drogensüchtigen ("Beast Inside") oder einen Gang-Boss ("Street Game") bis hin zum ausgedienten Schauspieler ("Curtain Call") oder einem Priester ("Broken") werden diverseste Charaktere beleuchtet und gekonnt musikalisch in Szene gesetzt. Die größten Momente auf "Habitat" sind das von Violinenparts getragene "Majestic", das seinem Titel alle Ehre macht, sowie das bizarr-eingängige "Might Is Right" und der abschließende Titelepos, das sich als quirlig-imposante Nummer erweist. Ein nicht ganz genreübliches Konzeptalbum, das gerade wegen seiner realitätsbezogenen Thematik einen ganz besonderen Reiz ausstrahlt.

Sonny

Trackliste: 01. The Block - 02. Mr. Lie - 03. Majestic - 04. Beast Inside - 05. Street Game - 06. What The Canvas Hides - 07. Might Is Right - 08. Curtain Call - 09. Shelter - 10. Never Lost - 11. Broken - 12. Habitat  

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


KILT/ The Art Of Selfdistruction
  • Band: Kilt
  • Albumtitel: The Art Of Selfdestruction
  • Spielzeit: 43:52 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: TTS Media/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 17.05.2005
  • Wertung: 5/ 10

Review:
KILT, eine deutsche Mixtur aus Nu-Metal und Hardcore mischen alles was z.Zt. als „trendy“ in Sachen Metal durch geht, sprich „melodisch gesungene Strophen“, garniert mit Grunz/ Growl/ Scream-Passagen. Man spürt es den Newcomern an, dass man sich Mühe gegeben hat, den eigenen Werken eine eigene Note zu verpassen, aber leider beschränkt sich die musikalische Bandbreite der Titel nur auf eine Mixture aus leidlich bekannten Elementen der Protagonisten von LINKIN PARK über KORN bis hin zu SLIPKNOT. Von daher macht sich leider auch bei jeder Nummer nach ca. 1 Min. eine enorme Langeweile breit, da wirklich jedes Mal die gleichen Elemente bemüht werden und man eh weiß wie der Titel strukturell enden wird. Es genügt auf Dauer halt leider nicht seinen Vorbildern so nahe wie möglich zu kommen, da mir die Jungs auf dem beigefügten Foto aber noch recht jung erscheinen, haben sie reell gesehen noch viel Zeit eine eigene musikalische Persönlichkeit zu entwickeln. Des Weiteren beinhaltet die Low Budget-Produktion des Tonträgers zwar eine gewisse Authentizität, drückt die „Schlagkraft“ der Titel aber leider auch noch mal kräftig nach unten raus.

Axel „Ironfinger“ Ritt

Trackliste: 01. Show Me The Way - 02. Judge Me - 03. Inside - 04. Take Away The Pain - 05. Bitch - 06. Day By Day - 07. Free My Soul - 08. Blind - 09. Suicide - 10. Bullet

Thanks to Sönke @ TTS Media


JOHN WETTON | GEOFFREY DOWNES/ Icon

Review:
Nachdem JOHN WETTON/ GEOFFREY DOWNES bereits 2001 eine Collection mit Demoaufnahmen aus den Jahren 1983 – 1995 gemeinsam veröffentlicht haben, präsentieren die beiden ASIA-Gründer nun in Form von
"Icon" brandneuen Stoff. Während besagtes Album im Laufe der ersten Hälfte den Geist von ASIA zu seligen JOHN WETTON-Zeiten aufleben lässt, verliert sich das Kreativ-Duo in der zweiten Hälfte in balladesken Gefilden und driftet dabei stellenweise sogar in Schlaflied-Atmosphäre ("Sleep Angel") ab – was aber keineswegs heißen soll, dass es diesen Nummern an Qualität mangelt. Zu den Highlights auf "Icon" gehören eindeutig der Opener und Uptempo-Rocker "Let Me Go", das – abgesehen von den Streicherarrangements – nahtlos an das selbstbetitelte ASIA-Debüt anschließt, und die fesselnde Pomp Rock-Nummer "I Stand Alone", die mit dramatisch schreitenden Melodien und Rhythmen spielt. Außerdem wissen der pompöse Stampfer "Hey Josephine" und die bittersüße Ballade "In The End", bei der JOHN WETTON von Annie Halsam begleitet wird, mit durchaus radiotauglichen Argumenten zu überzeugen. Natürlich gibt’s an dieser Scheibe auch arrangement- und produktionstechnisch nichts auszusetzen, aber vielleicht hätten sich die Herren zu einer anderen Trackreihenfolge entschließen können, denn bei einer anderen Konstellation der Trackliste würde "Icon" bestimmt in einem noch abwechslungsreicheren und unterhaltsameren Licht erstrahlen.

Sonny

Trackliste: 1. Let Me Go - 2. God Walks With Us - 3. I Stand Alone - 4. Meet Me At Midnight - 5. Hey Josephine - 6. Far Away - 7. Please Change Your Mind - 8. Sleep Angel - 9. Spread Your Wings - 10. In The End.

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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STYX/ Big Bang Theory
  • Band: Styx
  • Albumtitel: Big Bang Theory
  • Spielzeit: 56:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Styx mit den unterschiedlichsten Einflüssen
  • Veröffentlichung: 16.05.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Eigentlich bin ich ja ein Freund von Coverversionen/ -Alben, vorausgesetzt der vortragenden Band gelingt es den jeweiligen Klassikern ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Dieser Tatbestand wird bei der vorliegenden Cover-Collection von STYX zweifelsohne erfüllt, aber irgendwie vermisse ich beim Großteil der 14 interpretierten Kultnummern den Überraschungseffekt und die letzte Durchschlagskraft. Klar, Nummern wie "A Salty Dog" (PROCOL HARUM), LOVIN’ SPOONFULs "Sommer In The City" oder der JETHRO TULL-Gassenhauer "Locomotion Breath" dürften in nahezu jeglicher Spielart nichts an ihren Ohrwurm-Qualitäten einbüßen, aber mit den Interpretationen von THE WHOs "I Can The For Miles", des HUMBLE PIE-Groovers "I Don’t No Doctor" und "One Way Out" (ALLMAN BROTHERS) hat sich die Band um Sänger/ Gitarrist Thommy Shaw ehrlich gesagt keinen Gefallen getan. Trotzdem dürften Cover-Freaks der Scheibe nach mehreren Durchläufen einen gewissen Unterhaltungswert zugestehen, aber die qualitätsbewussten Fans der Band werden von "Big Bang Theory" sicherlich ziemlich enttäuscht sein... Aber keine Bange, mit dem nächsten richtigen Studio-Album wird bestimmt alles wieder besser
J

Sonny

Trackliste: 1. I Am The Walrus (The Beatles) - 2. I Can See For Miles (The Who) - 3. Can't Find My Way Home (Blind Faith) - 4. It Don't Make Sense (You Can't Make Peace) (Willie Dixon) - 5. I Don't Need No Doctor (Humble Pie) - 6. One Way Out (Allman Brothers) - 7. A Salty Dog (Procol Harum) - 8. Summer In The City (Lovin' Spoonful) - 9. Manic Depression (Jimi Hendrix) - 10. Talkin' About The Good Times (The Pretty Things) - 11. Locomotive Breath (Jethro Tull) - 12. Find The Cost Of Freedom (CSNY) - 13. Wishing Well (Free) - 14. Blue Collar Man (Styx)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über STYX:
STYX & The Contemporary Youth Orchestra/ One With Everything (Live Candy/ November 2006)


UNDER THE SUN/ Schematism - On Stage With Under The Sun
  • Band: Under The Sun
  • Albumtitel: Schematism - On Stage With Under The Sun
  • Spielzeit: 71:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 10.05.2005
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
„Schwääre Kost“ würde Vitali Klitschko wohl sagen, wenn man ihm den Live-Output von UNDER THE SUN zu Gehör führen würde. Das Quartett aus Kalifornien frönt nämlich jener Art von Progressive Rock/ Neoprog, die zwar mit spirituell/ mystisch angehauchten Bombast beladen ist und instrumentaltechnisch bestimmt mit zum Besseren des Genres gehört, aber deshalb wahrscheinlich auch wenig eingängig aus den Boxen fließt. Für Melodiebesessene, wie ich es bin, mögen vielleicht noch der sphärisch-moderne "Dreamcatcher" oder das bizarr-symphonische "From Henceforth Now And Forever (P.S. 124)", das von faszinierenden Synthies getragen wird, Anlass zum Schwärmen geben, aber das restliche Material ist zugegebenermaßen doch etwas schwerverdaulich und somit eher ein Fall für Prog-Puristen, die zackige, vertrackte und verschachtelte Elemente als ihr täglich Brot ansehen.
Solltet ihr zu jener Spezies gehören, dann könnt ihr euch das 71min-Schnittchen bedenkenlos unter www.justforkicks.de einverleiben ;-)

Sonny

Trackliste: 01. Tracer - 02. Perfect World - 03. Dreamcatcher - 04. The Time Being a) Netheerdrone, b) The Time Being, c) Realmbattle - 05. Reflections - 06. This Golden Voyage - 07. Souljourner (I Am Forever) I. Incantation, II. I Am Forever, III. The All-Encompassing King, IV. Reincantation - 08. Breakwater - 09. Henceforth Now And Forever

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


BEN GRANFELT/ The Past Experience 1994 - 2004
  • Band: Ben Granfelt
  • Albumtitel: The Past Experience 1994 - 2004
  • Spielzeit: 72:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Megamania/ Cargo
  • Vergleichbare Bands: Joe Satriani, Mark Knopfler
  • Veröffentlichung: 09.04.2005
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Der finnische Gitarrist BEN GRANFELT hat sich vor allem durch seine Bands GRINGOS LOCOS, GUITAR SLINGERS und den fünf Alben, die er mit den aufsehenserregenden LENINGRAD COWBOYS eingespielt hat, sowie als Tourgitarrist von WISHBONE ASH einen Namen gemacht. 1994 trat er erstmals unter eigenen Namen in Erscheinung und veröffentlichte seither vier Studio- sowie ein Live-Album und ein Live-Video. Zum zehnjährigen präsentiert BEN GRENFELT nun mit "The Past Experience 1994 - 2004" einen fesselnden Querschnitt, der mit sämtlichen Highlights seiner bisherigen Solo-Karriere aufwartet. Zu diesen Höhepunkten gehören u. a. die atemberaubenden Instrumental-Nummern "Snowking", die perfekt zum "Top Gun"-Soundtrack gepasst hätte, und "The Power Of Passion 2001", in dem sich gelegentlich Einflüsse eines JOE SATRIANIs breit machen. Außerdem würde sich der "Morning Mist" wahrscheinlich nahtlos auf MARK KNOPFLERs "Cal" einreihen. Von den gesanglichen Darbietungen hinterlassen vor allem der Heavy-Blueser "Faith, Hope & Love", der modern-angefunkte Rocker "All I Want To Be" und der moderne Mördergroover "What We Are" einen blendenden Eindruck. Des weiteren sollte man die Live-Versionen des Racing-Boogies "Checkered Flag", den der Meister 1996 für seinen Freund und Formel1-Fahrer Mika Sato geschrieben hat, und des Titelthemes ("Slapshot") zur Eishockey-WM 1997 in Finnland nicht ganz außer Acht lassen. Ergänzt wird das „Best Of“-Material durch die zwei neuen Instrumentals "Last Note" und "XXX", die beide recht relaxt und beruhigend um die Ecke biegen. Ein großer Pluspunkt – neben der musikalischen und produktionstechnischen Klasse der Scheibe – ist der Fakt, dass sich die instrumentalen Darbietungen mit den „echten“ Songs die Waage halten. Wer bisher von BEN GRANFELT noch nichts gehört hat, für den ist "The Past Experience 1994 - 2004" mit Sicherheit die richtige Einstiegsdroge.

Sonny

Trackliste: 1. All I Want To Be - 2. Keep Tomorrow Free - 3. Snowking - 4. What we are - 5. Faith Hope & Love - 6. Home - 7. Power Of Passion 2001 - 8. Picture Perfect Reality - 9. Last Notes - 10. Morning Mist - 11. Passport - 12. XXX - 13. Falling For You Again - 14. Crashing Down - 15. Checkered Flag - 16. Slapshot

Thanks to Ralph @ Indevent Promotion


MIDNIGHT/ Sakada
  • Band: Midnight
  • Albumtitel: Sakada
  • Spielzeit: 48:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Black Lotus Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 06.05.2005
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Bereits vor vier Jahren feierte der einstige CRIMSON GLORY-Frontmann mit
"M" sein Solo-Debüt. Jetzt fast vier Jahre später kommt er ganz unverhofft mit dem Nachfolger "Sakada" über den großen Teich.  Musikfreaks, die den bereits erwähnten Vorgänger kennen, werden von der abgefahrenen Mixtur aus Heavy Metal, Psychedelic Rock und Dramatik nicht sonderlich überrascht sein. All diejenigen, die allerdings eine Scheibe im Stile von CRIMSON GLORY erwartet haben, werden wohl – genauso wie ich – einige Durchläufe benötigen, bevor sie diesen „eigenartigen“ Musikstil verinnerlicht haben. Aber danach entfalten Songs wie das eingängig-dramatische "Pain", das einen wunderbaren Kontrast zwischen rotzigen Gitarren und frühren SANTANA-Eskapaden bietet, oder der melodramatische Titeltrack, der arrangement- und improvisationstechnisch auch Parallelen zu MAN DOKIs "Soulmates" oder STEVE VAI aufweist, ihre unbeschreibliche Magie. Außerdem grenzt es fast schon an Genialität wie der charismatische Sänger Südseeklänge, die das Fernweh ordentlich schüren, mit countrylastiger Feuerlageratmosphäre ("Lost Boy") perfekt in Einklang bringt. Stilvoll abgerundet wird das extrem vielseitige und emotionale Album mit dem flockig-schrägen "Cat Song", der wohl eingängigsten und rockigsten Nummer auf "Sakada". Fazit: Die Scheibe kommt langsam, aber gewaltig!!!

Sonny

Trackliste: 1. Incubus - 2. Berber Trails - 3. Little Mary Sunshine - 4. Miss Katie - 5. War - 6. Pain - 7. Sakada - 8. Lost Boy - 9. Cat Song

Moritz @ Gordeon Music


CONTRADICTION/ The Voice Of Hatred
  • Band: Contradiction
  • Albumtitel: The Voice Of Hatred
  • Spielzeit: 42:08 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Band: Sepultura
  • Veröffentlichung: 02.05.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
"The Voice Of Hatred" ist das neue Thrash Metal-Meisterwerk mit dem sich die Wuppertaler CONTRADICTION dieser Tage zurück melden. Da ihr letzter Streich mittlerweile schon 9 Jahre auf dem Buckel hat, ist es auch wirklich mal wieder Zeit sich an der Front zurückzumelden.
Und man muss den Jungs um Oliver Lux (Vocals & Guitar) eingestehen, dass das Nachfolgealbum von "All We Hate", selbigen in nichts nachsteht. Brutalste Thrash Metal-Attacken, geilstes Doublebass-Gehämmer und markant-aggressive Vocals bringen das Fass unweigerlich zum Überlaufen. Ich glaube nicht,  dass ich mit meiner These falsch liege, wenn ich behaupte, dass CONTRADICTION mit "The Voice Of Hatred" endlich der große Wurf geglückt ist, welchen sie sich nach 16 Jahren Band-History auch redlich verdient haben. Dieses Jahr werden – wenn überhaupt – nur noch sehr wenig derartig gute und überzeugende Scheiben auf uns zukommen. Absolute Dampframme dieser CD ist "Engines Of Greed", das mit derartiger Härte und Brutalität aus den Lautsprechern gerollt kommt, dass man Angst haben muss ungespitzt in den Boden gerammt zu werden. Dickes Lob und „Willkommen zurück an der Front“!. Ein wirklich empfehlenswertes Scheibchen.

Christian

Trackliste: 01. Break The Oath - 02. Voice Of Hatred - 03. Arguments - 04. Falling Down - 05. Hate Patrol - 06. Crimes - 07. Nation Of Fear - 08. Horizon - 09. Privacy - 10. Engines Of Greed - 11. Future

Thanks to Britta @ Armageddon Music


JAMIE McLEAN/ This Time Around
  • Band: Jamie McLean
  • Albumtitel: This Time Around
  • Spielzeit: 46:22 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: www.jamiemclean.com/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: Allman Brothers, Black Crowes, Richie Kotzen, Eric Martin
  • Veröffentlichung: ??.05.2005
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
JAMIE McLEAN dürfte einigen Jazz/ Funk-Freaks unter euch bereits als Gitarrist von der DIRTY DOZEN BRASS BAND aufgefallen sein. Mit "This Time Around" hat er nun sein eigenes Baby am Start und präsentiert uns im Laufe von 11 Songs einen bodenständigen – stellenweise gefühlvollen, aber auch ordentlich groovenden  – Cocktail aus Rock, Blues, Country und Southern Rock, der mit funkigen und jazzigen Einsprengseln dekoriert wird. Die erfrischendsten Zutaten sind der schmissige Opener "Home Movies", der mit fetten Big Band-Elementen protzt, das truckermäßige "Innocence Lost" und der spritzige Jazz-Stampfer "One Of The Innocent", der an die Acoustic-Sachen von ERIC MARTIN erinnert, oder das mächtige angefunkte "Too Much Of Anything". Von den ruhigen Momenten hinterlassen vor allem der Titeltrack, der als gefühlvoller Schleicher um die Ecke biegt, und die schwelgende "Queen Of Make Believe" einen hervorragenden Eindruck. Gesanglich bewegt sich JAMIE McLEAN dabei annähernd in der Liga eines RICHIE KOTZEN. Die Platte ist nicht nur ein Leckerbissen für Genre-Fans, sondern eignet sich aufgrund seiner Vielfalt auch bestens als Einsteigerobjekt.
In unseren Breiten könnt ihr die Scheibe beim „everything that rocks“-Spezialisten www.justforkicks.de ordern.

Sonny

Trackliste: 1. Home Movies - 2. Woman Stay - 3. Yesterday's News - 4. Queen Of Make Believe - 5. Holy Water - 6. This Time Around - 7. Innocence Lost - 8. Pain In Me - 9. One Of The Innocence - 10. Battle Of Wrong - 11. Too Much Of Anything

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music

Last Update: Sunday, 08. January 2006
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Sonny