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CASANOVA/ All Beauty Must Die
  • Band: Casanova
  • Albumtitel: All Beauty Must Die
  • Spielzeit: 47:52 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Escape Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: es gibt nur einen echten Casanova ;-)
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Es gibt in Deutschland nicht viele Melodic Rockbands, die nahezu weltweit Kultstatus genießen. Zu jener rar gesäten Spezies gehören mit Sicherheit CASANOVA. Nachdem ihre dritte Studio-Scheibe "Heroes" Ende der 90er - aufgrund von Labelproblemen - nur im Land der aufgehenden Sonne veröffentlicht wurde, startet das Quartett um Sänger, Gitarrist und Producer Michael Voss (SILVER, ex-DEMON DRIVE) nun mit seinem heißersehnten Comeback-Album durch. Unter dem Titel "All Beauty Must Die" hat die Band (im Original-LineUp) knapp ein Dutzend Juwelen zutage gefördert, die nicht nur an die Klasse der mittlerweile zu Klassiker-Objekten gereiften Vorgänger herankommen, sondern selbige sogar noch toppen können. Gewiss, die großen Verführer sind nach "Heroes" nicht einfach stehen geblieben, sondern haben sich Gott sei Dank auch weiterentwickelt. Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass diese Weiterentwicklung keineswegs auf Kosten der eigenen Trademarks gegangen ist. Vielmehr hat man sozusagen die alten Stärken mit den Mitteln der heutigen Technik und ein paar modernen Elementen (z. B. "Psycho Lisa") ergänzt und sie fit fürs neue Millennium gemacht. Egal ob nun gerade der dramatisch-melodische Opener "On My Love", der schwungvolle Stampfer "Happy" oder der moderne Groover "Not Over" gerade durch die Boxen huschen, sämtliche Nummern gehen auf Anhieb ins Ohr und brennen sich auf der menschlichen Festplatte unweigerlich für alle Ewigkeiten ein. Die Herren Michael Voss, Stephan Neumeier (Guitars), Jürgen Attig (Bass) und Drummer Michael Eurich (ex-WARLOCK) haben auf dieser Scheibe wirklich nichts dem Zufall überlassen und konnten sogar den Hitfabrikanten RUSS BALLARD als Songwriter für sich gewinnen. So hat der Meister Herrn Voss mit dem lässigen "Would I Lie To You" eine Mitsing-Hymne aller erster Sahne auf den Leib geschneidert. Außerdem könnten sich DEF LEPPARD von den Deutschen eine gehörige Scheibe abschneiden, denn mit dem Stampfer "Lying" demonstrieren CASANOVA par excellence wie Stadion Rock in der heutigen Zeit zu klingen hat. Als weitere Appetit-Happen möchte ich euch noch die radiotaugliche Acoustic-Nummer "Last Of The Runaways", die modern angelegte Midtempo-Hymne "Under My Skin", die mich hier und da an die früheren TEENS erinnert, oder den abschließenden "Guitarman", der stellenweise durch BEATLESche Arrangements glänzt, wärmstens empfehlen. Abschließend bleibt noch zu vermerken, dass Herr Voss gesangstechnisch bestens im Saft steht. Zwar gehört er für mich von jeher zu den besten Sängern in unseren Breiten, aber so stark wie auf "All Beauty Must Die" habe ich ihn noch nie erlebt. Also, um die Schönheit des deutschen Melodic Rocks braucht es uns nicht Bange werden, denn so lange es solche Bands wie CASANOVA gibt, werden wir uns noch lange über diese Art von Musik freuen können. "All Beauty Must Die" wird bestimmt - wie auch seine Vorgänger - zum Klassiker reifen!!!
Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, das uns CASANOVA alsbald auch bühnentechnisch heimsuchen.

Sonny

Trackliste: 1. On My Love - 2. Happy - 3. Not Over You - 4. Would I - 5. Lying - 6. Dreamer - 7. Last Of The Runaways - 8. Under My Skin - 9. Psycho Lisa - 10. After The Love Goes - 11. The Guitar Man

Thanks to Birgitt @ Germusica

CASANOVA/ All Beauty Must Die


FRANK ZANDER/ Rabenschwarz
  • Band: Frank Zander
  • Albumtitel: Rabenschwarz
  • Spielzeit: 45:21 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Zett Records/ Da Music
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
FRANK ZANDER dürfte in Hard Rock-Kreisen bestimmt kein Fremder mehr sein, denn schließlich gehören seine auflockernden Hits wie "Captain Starlight" oder "Jetzt Kommt Kurt" zum festen Bestandteil einer unterhaltsamen Hard Rock-Party. Nachdem er sich in den letzten Jahren ganz vom härteren Metier verabschiedet hat, kehrt er - frei nach dem Motto "... wenn er aus der Kiste steigt, dann rockt die ganze Gruft" - düsterer, mystischer und härter denn je zurück und macht dem Albumtitel "Rabenschwarz" alle Ehre. Obwohl soundtechnisch vielleicht gelegentlich Parallelen zu JOACHIM WITT zu ziehen sind, ist FRANK ZANDER meilenweit davon entfernt den NDH-Rocker nachzuahmen. Vielmehr zeigt der Entertainer, dass sein schwarzer Humor noch bissiger geworden ist und dabei nicht das nötige Augenzwinkern vernachlässigt. Besitzt er doch tatsächlich die Schlitzohrigkeit (böse Zungen mögen ihm vielleicht Bosheit unterstellen) einigen Songs seiner werten Schlagerkollegen ein ziemlich düsteres und mächtig groovendes Gewand zu verpassen. Zu diesen Ehren kommen u. a. GUNTER GABRIELs "Komm Unter Meine Decke" oder "Dich Zu Lieben" (Im Original von ROLAND KAISER). Während erstere Nummer mit einem Mördergroove und Wolfsgeheule ein wirklich gruseliges Flair verbreitet, sind bei anderer kurze Zitate aus den eingangs genannten Hits auszumachen. Allerdings zählen Versionen des MATTHIAS REIM-Hits "Verdammt Ich Lieb' Dich", das ziemlich nahe am Original angelehnt ist, und "17 Jahr Blondes Haar" (UDO JÜRGENS), das mit ordentlichen Zappelfaktor glänzt, zu den raffiniertesten Interpretationen. Unter diese gelungenen Cover-Versionen hat Herr ZANDER natürlich auch sein eigenes Material gestreut. Von besagten Songs sind besonders das erschaudernde "Nachbar" und die Dance-Floor-Stampfer "Abwärts - Nick Nack Man Now", der in den Tanztempeln der Nation für überfüllte Tanzflächen sorgen dürfte, mit einer saftigen Portion Hitpotenzial ausgestattet. Zwischendurch wird die düstere Stimmung mit gespielten Sketchen etwas aufgelockert ("Bratwurst") bzw. auch noch mehr intensiviert ("Guillotine"). Diese Zwischenspiele verdeutlichen einmal mehr FRANK ZANDERs sensibles Gespür für Humor, das ein gewisser LANOO (in unseren Breiten besser bekannt als CHRISTIAN ANDERS) - in Anbetracht der düsteren Arrangements seines Hits "Es Fährt Ein Zug Nach Nirgendwo" - tunlichst vermissen lässt. Fazit: FRANK ZANDER frischt mit diesem Album seinen unumstößlichen Kult-Status in den härteren Kreisen ordentlich auf. Schlagerfuzzies, die keinen Spaß verstehen, sollten den Warnungshinweis auf der CD tunlichst folge leisten. "Das Ende Des Deutschen Schlagers - Vor dem Hören dieser CD fragen Sie bitte ihren Arzt oder Apotheker"... soll mir nachher ja keiner kommen, er wäre nicht eindringlichst gewarnt worden ;-)

Sonny

Trackliste: 01. Komm unter meine Decke (Video-Clip) - 02. Dich zu Lieben - 03. Nachbar (Video-Clip) - 04. So bist Du - 05. Verdammt ich lieb Dich - 06. Manchmal möchte ich schon mit Dir - 07. 17 Jahre blondes Haar - 08. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo - 09. Ich trink von Dir - 10. Bratwurst - 11. Guillotine - 12. Abwärts - Nick Nack Man Now

Thanks to Dana @ Gordeon Music

weitere Reviews über FRANK ZANDER:
FRANK ZANDER/ 100% Kult - Wahnsinn + Zander's Zorn (2 CD Kult Edition) (Kult-Tipp/ February 2007)
FRANK ZANDER/ Rabenschwarz # 2 (Deutsch Rock-Tipp/ November 2005)


MANNING/ A Matter Of Life & Death (The Journey Of Abel Mann)
  • Band: Manning
  • Albumtitel: A Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann)
  • Spielzeit: 53:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 26.10.2004
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Obwohl GUY MANNING uns seit 1999 in schöner Regelmäßigkeit mit seinen Solo-Alben versorgt, habe ich bisher noch keinen Output des Engländers zu Ohren bekommen. Und da das künstlerische Cover-Artwork auch eher auf ein Prog Rock-Album in Reinkultur schließen lässt, war ich der Meinung, dass mir höchstwahrscheinlich nichts Essenzielles damit entgangen ist. Diese Meinung musste ich aber schneller revidieren als mir lieb war, denn der Opener "The Dream" steht eher für den Beginn einer relaxten und düster-romantischen Reise durch das Leben von Abel Mann (einem Charakter, den der Sänger und Multi-Instrumentalist bereits für sein Debüt "Tall Stories For Small Children" erfunden hat) und die hat eigentlich so gar nichts mit Prog Rock zu tun. Die Geschichte verteilt sich auf neun Kapitel in denen gefühlvolle Gitarren- und Stringparts, filigran-dezente Keyboardparts, emotionsgeladene Saxophon- und charmant-lispelnde Gesangspassagen zu einem 53minütigen Kunstwerk geformt werden. Trotz der thematischbedingten, melancholischen und depressiven Grundessenz des Konzeptalbums, werden auch sehr optimistische ("Silent Man") - stellenweise sogar fröhliche ("Midnight Snail") - Klänge angeschlagen. Obwohl das abschließende "Midnight Snail" ziemlich rockig ausfällt (erinnert irgendwie an die "Rocky Horror Picture Show"), fällt es schwer "A Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann)" in eine Prog Rock-Schublade zu stecken. Vielmehr stellt die Scheibe eine wohlgelungene und -tuende Melange aus seichten Jazz, Blues, Folk und Soft Rock dar, die wahnsinnig viel Atmosphäre in sich birgt. Fazit: "A Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann)" ist eine sehr gute und sehr unterhaltsame Geschichte geworden, bei der es jede Menge toller Sachen zu entdeckten gilt.
Mich hat dieses Album auf alle Fälle auch auf die Vorgänger-Scheiben neugierig gemacht.

Sonny

Trackliste: 01. The Dream - 02. Nobody's Fool - 03. Omens - 04. The River Of Time - 05. Silent Man - 06. Falling Down? Rising Up! - 07. Life's Disguises - 08. Out Of My Life - 09. Midnight Sail

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music

weitere Reviews über MANNING
MANNING/ Anser's Tree (Special-Tipp/ October 2006)
MANNING/ One Small Step...


EDENBRIDGE/ Shine
  • Band: Edenbridge
  • Albumtitel: Shine
  • Spielzeit: 59:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Massacre Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Nightwish, Within Temptation
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Gothic Metal in Kombination mit klassisch ausgebildeten Sängerinnen steht ja momentan in seiner vollen Blütezeit. Nur wundert mich bei diesem ganzen Hype um diesen Stil, dass zwar Bands wie WITHOUT TEMPTATION oder EVANESCENE regelmäßig in den Charts auftauchen, aber EDENBRIDGE - trotz regelmäßiger und qualitativ hochwertiger Alben - nicht mit dem längst überfälligen Top-Erfolg belohnt werden. Waren die Österreicher nicht die Ersten, die - neben den Genre-Leadern NIGHTWISH - diesen Sound bekannt gemacht haben? Mit dem neuesten Output, der auf den hoffnungsvollen Titel "Shine" hört, sollte sich aber nun doch auch der charttechnische Durchbruch einstellen, denn das Material ist um eine gehörige Portion kompakter, eingängiger und runder als auf seinen - wahrlich nicht schlechten - Vorgängern. Herzstück der Linzer sind zweifelsohne Sängerin Sabine Edelsbacher, die sich einer Tarja Turunen als völlig ebenbürtig erweist, und Bandkopf/ Gitarrist/ Produzent Lanvall, der für mich schon seit Jahren zu den begnadetsten Musikern im deutschsprachigen Raum zählt. Belege für diese Behauptungen findet man auf "Shine" derer 11 Stück (inklusive Bonus Track), von denen sich u. a. der imposant-dramatische Titeltrack (Singleauskopplung), der bombastisch-stampfende "October Sky" oder die gefühlvolle Pianonummer "Elsewhere", bei der Sabine Edelsbachers liebliches und ausdruckstarkes Organ von wohltuenden Oboenklängen untermalt wird, hervorragend als Anspieltipps eignen. Meine ganz persönlichen Highlights sind die Ballade "Centennial Legend" oder der exotische Midtempo-Rocker "Wild Child", der von chinesischen Saitenklängen dominiert wird, die mit zunehmender Spieldauer ins Irische überschwappen. Saitenvirtuose und Keyborder Lanvall scheint eine besondere Vorliebe für asiatisch bzw. orientalische Klänge zu haben, denn auch bei der Doublebass-Hymne "Move Along Home" blitzen derartige Elemente ordentlich auf. Insgesamt gesehen haben EDENBRIDGE ihre instrumentale Härte auf "Shine" etwas in den Hintergrund gerückt und ihr Hauptohrenmerk auf die Melodien und eingängige Texte gelegt, was dem stets eigenständigen Sound der Band hörbar gut tut. Schlichtweg genial!
Diese Band muss ich unbedingt mal live erleben!

Sonny

Trackliste: 1. Shine - 2. Move Along Home - 3. Centennial Legend - 4. Wild Chase - 5. And The Road Goes On - 6. What You Leave Behind - 7. Elsewhere - 8. October Sky - 9. The Canterville Prophecy - 10. On Scared Ground (bonus track)

Thanks to Lanvall @ Edenbridge

weitere Reviews über EDENBRIGDE:
EDENBRIDGE/ The Grand Design (Earcatcher/ May 2006)
EDENBRIDGE/
Arcana


AXEL RUDI PELL/ Ballads III
  • Band: Axel Rudi Pell
  • Albumtitel: Ballads III
  • Spielzeit: 69:46 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Yngwie Malmsteen, Ritchie Blackmore, Hardline
  • Veröffentlichung: 25.10.2003
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Langsam nahen die besinnlichen Tage und wie jedes Jahr um diese Zeit wird das Hard Rock- und Heavy Metal-Volk von Best Of-Zusammenstellungen und ähnlichen Compilations überflutet. In den meisten Fällen handelt es sich um den x-ten Aufguss von Hits und Klassikern, die eigentlich eh schon so ziemlich in jedem gutgeführten Genre-Haushalt zu finden sein müssten. Äußerst willkommene und erfreuliche Ausnahmen stellen immer wieder die Balladen-Alben von Deutschlands führenden Rockgitarristen AXEL RUDI PELL dar, denn etwa im Abstand von jeweils fünf Jahren fasst der Wattenscheider Saitenhexer nun mittlerweile schon zum dritten Mal seine ruhigsten und gefühlvollsten Momente der zurückliegenden Studio-Scheiben auf einem erlesenen Balladen-Album zusammen. Im Falle von "Ballads III" wurden also "Masquerade Ball" (2000), "Shadow Zone" (2002) und "Kings And Queens" (2004) berücksichtigt. Aufgrund der gemäßigteren stilistischen Ausrichtung von "Shadow Zone" besitzt dieses Album auch mit seinem Intro "The Curse Of The Chains", dem hymnisch-quirligen "Heartbreaker", "All The Rest Of My Life" und dem melodisch-wummernden "Under The Gun" den größten Anteil an dieser Zusammenstellung. Vom aktuellen Longplayer werden "Forever Angel" und das 8min Epos "Sea Of Evil", welches meines Erachtens zu den besten Nummern gehört, die AXEL RUDI PELL jemals eingespielt hat, zurecht mit Balladen-Ehren gekürt. Gekrönt wird dieser Silberling mit den drei neuen bzw. neu eingespielten Nummern, die sich aus dem gefühlsechten Opener "Don't Say Goodbye", der Coverversion des RAINBOW-Klassikers "The Temple Of The King" und der Acoustic-Version von "Forever Angel" zusammensetzen. Insbesondere letzteren Song möchte ich hervorheben, denn diese auf das Nötigste reduzierte Nummer besitzt noch mehr Gänsehaut-Potenzial als die ursprüngliche - eh schon geniale - Albumversion. Getragen von Herrn PELLs unnachahmlichen und gefühlvollen Gitarrenspiel (man möchte fast sagen, dass der Meister sein Werkzeug wie eine Geliebte streichelt ;-) entwickelt sich das phänomenale Organ von Johnny Gioeli zu einem einzigartigen Rausch der Sinne. Obwohl ich den beiden Vorgängern nichts an Qualität absprechen möchte, hat für mich "Ballads III" intensivste Wirkung und die geschlossenste Aussagekraft, zumal sämtliche Nummern von Johnny "sexy voice" Gioeli eingesungen wurden. Komplettiert wird die Trackliste noch durch "The Line" und "The Temple Of The Holy", das mit den lässig angeschlagenen Piano-Elementen von Ferdy Doernberg den Nährboden für leicht orchestrale Einschläge bietet und hervorragend mit dem beruhigenden Gitarrenpassagen des Meisters harmoniert. Bleibt zum guten Schluss nur noch die Frage offen, warum uns der blonde Saitenstreichler eigentlich noch mit keiner Acoustic-Scheibe heimgesucht hat? Wie wär's damit Herr PELL?!?

Sonny

Trackliste: 1. Don't Say Goodbye - 2. Forever Angel (accoustic) - 3. The Temple Of The King - 4. Heartbreaker - 5. The Line - 6. Sea Of Evil - 7. The Curse Of The Chains - 8. All The Rest Of My Life - 9. Forever Angel - 10. The Temple Of The Holy - 11. Under The Gun

Thanks to Martin @ SPV

weitere Reviews über AXEL RUDI PELL:
AXEL RUDI PELL/ Mystica (Album Of The Month/ August 2006)
AXEL RUDI PELL/
Kings & Queens
AXEL RUDI PELL/
Knights Live
AXEL RUDI PELL/
Shadow Zone


CHINCHILLA/ Take No Prisoners
  • Band: Chinchilla
  • Albumtitel: Take No Prisoners
  • Spielzeit: 43:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Music/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Edguy, Iron Maiden, Manowar
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Bereits für ihren letzten Output "Madtropolis" haben CHINCHILLA ihre Beißerchen ordentlich geschärft und konnten mich größtenteils damit überzeugen. Doch was uns die Band um Kreativkopf Udo Gerstenmeyer (Guitars, Keyboards) jedoch auf ihrem neuesten Album kredenzen, gleicht eher der Bissigkeit eines ganzen Rudels von metalbesessenen Nagetieren. Zehn Metal-Hymen mit vorwiegend sozialkritischen Texten, wie sie bissiger kaum sein können, vereinen sich zu einem Hammerwerk mit dem denkwürdigen Titel "Take No Prisoners". Gleich zu Beginn wird dem Zuhörer anhand von "The Allmighty Power", das auf den Konzertbühnen wie eine Rakete abgehen dürfte, eine gehörige Breitseite verpasst. Auch "The Call" und der rotzige Titeltrack, die sich mit ordentlichen Doublebass-Attacken durch die Gehörgänge prügeln, laden zum hemmungslosen Headbanging ein. Erst mit "Lost Control", einem Midtempo-Kracher in bester MANOWAR-Manier, geht das stählerne Kleeblatt etwas vom Gas, bevor man mit dem orchestral anrangierten "Silent Moments", das in angenehmer Weise - ohne Kopie-Faktor - an EDGUY erinnert, entgültig in balladeske Gefilde abdriftet. Auf diesem Album treffen dominante Gitarren, dezent eingesetzte Keyboards und eine druckvolle Rhythmussektion auf das facettenreiche Organ von Thomas Laasch, das irgendwo zwischen Tobias Sammet (EDGUY), Bruce Dickinson (IRON MAIDEN) und Eric Adams (MANOWAR) anzusiedeln ist. "Take No Prisoners" zieht - trotz des etwas widersprüchlichen Titels - die Zuhörer schon vom ersten Augenblick an in seinen Bann und man muss wohl neidlos zugeben, dass CHINCHILLA mit diesem Album wohl endgültig ihr Meisterwerk abgeliefert haben. Well done, Nagetiere!

Sonny

Trackliste: 1. The Almighty Power - 2. Death Is The Grand Leveller - 3. The Call - 4. The Ripper - 5. Take No Prisoners - 6. Lost Control - 7. Money Talks - 8. Silent Moments - 9. Stillborn Soul - 10. Rich Hounds

Thanks to Britta @ ICS Germany

weitere Reviews über CHINCHILLA:
CHINCHILLA/
Madtropolis


TIERRA SANTA/ Apocalipsis
  • Band: Tierra Santa
  • Albumtitel: Apocalipsis
  • Spielzeit: 41:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Heroes del Silenco, Van Halen, Scorpions
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Mit "Apocalipsis" legen die Spanier von TIERRA SANTA ihr mittlerweile sechstes und bis dato bestes Studio-Album vor. Während auf "Sangre De Reyes" (2001) die Marschrichtung zwischen HAMMERFALL und IRON MAIDEN dingfest zu machen war, hat sich das Gewicht auf "Indomable" (2003) mehr in die Richtung ihrer Landsmänner HEROES DEL SILENCIO verschoben. Mit ihrem neuesten Album haben sie sich mehr oder weniger ganz von den Einflüssen der britischen Vorzeigemetaller gelöst und scheinen nun endlich ihren ganz eigenen Sound gefunden zu haben. Zwar erinnert z. B. "El Grito De La Tierra" oder "Esta Terra Es Mía" noch stellenweise an die "Eiserne Jungfrau", aber durch die verstärkten Keyboard-Passagen klingt die Sache um einiges eingängiger, mitreißender, ausgereifter und eigenständiger als noch auf den beiden (wahrlich nicht schlechten) letzten Scheiben. Großen Anteil an diesem Umstand hat nicht zuletzt das ausdruckstarke Organ und das unglaublich variable Gitarrenspiel von Sänger und Saitenhexer Angel. Als Anspieltipps sollte man sich unbedingt die Hymne "Rumbo A Las Estrellas", die gelegentlich in fast radiotaugliche VAN HALENsche Gefilde abdriftet, und "La Ira Del Cielo" (ein Hauch von SCORPIONS) oder "Sonar Con Ella", das mit einem bestechenden Gitarrensolo aufwartet, zu Gehör führen. Ein Album, das - ohne einen Ausrutscher zu verzeichnen - von Song Número Uno bis Diez wie die Hölle und extrem eingängig abrockt. Erst mit der abschließenden Ballade "Hermano Del Viento" geht das vierblättrige Kleeblatt vehement vom Gas, um "Apocalipsis" gedämpft ausklingen zu lassen. El mejor álbum hasta ahora!

Sonny

Trackliste: 1. Nerón - 2. Apocalipsis - 3. Nací Siendo Libre - 4. Tu Misión - 5. Kamikaze - 6. Rumbo A Las estrellas - 7. La Ira Del Cielo - 8. El Grito De La Tierra - 9. Sonar Con Ella - 10. Esta Terra Es Mía - 11. H'ermano Del Vienta

Thanks to Patrycja @ Locomotive Music

weitere Reviews über TIERRA SANTA:
TIERRA SANTA/ Mejor Morir En Pie
TIERRA SANTA/
Las Mil Y Una Noches
TIERRA SANTA/
Indomable
TIERRA SANTA/
Sangre De Reyes


CHARADE/ II
  • Band: Charade
  • Albumtitel: II
  • Spielzeit: 50:48 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Drakkar Records/ BMG
  • Vergleichbare Bands: Bonfire, Jaded Heart, Bryan Adams, Bon Jovi
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Nachdem Sänger Michael Bormann dieses Jahr schon an zwei herausragenden Alben (JADED HEARTs "Trust" und 20TH CENTURY BOYS) beteiligt war, erfreut er uns dieser Tage mit dem überraschenden Zweitling von CHARADE. Das Material des Erstlings, das Angel Schleifer (ex-BONFIRE, ex-DEMON DRIVE) und er Anfang der 90er gemeinsam geschrieben haben, sollte eigentlich für ein BONFIRE-Album mit ihm als Sänger sein. Doch durch die damals grassierende Grungesuche war dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Da Angel Schleifer das Material einfach für zu gut hielt, um es in den Archiven verstauben zu lassen, bot er es in Japan zur Veröffentlichung an und konnte 1998 prompt für "I" einen Deal bei Bareknuckle an Land ziehen. Auch die Ideen für "II" stammen aus besagten Sessions, nur hat sich die Fertigstellung des Materials aufgrund der verschiedenen Verpflichtungen der beiden Ausnahmemusiker immer wieder verschoben. Dieser Tage kommt "II" - mit dem "Japan only"-Debüt im Gepäck - nun endlich in die Läden der Nation. Aber dieser verlängerte "Reifeprozess" scheint den Songs wirklich gut getan zu haben. So hätten z. B. das anschmiegsame "Like The Way It Is" oder der Midtempo-Schmeichler "Everyday And Everytime", gut und gerne auf Herrn Bormanns großartigen Solo-Debüt stehen können. Doch das Duo bewegt sich keinesfalls nur auf reinen Weichspüler-Pfaden, sondern es kann auch äußerst gepflegt abrocken, wie das Riffmonster "Call Of The Wild" oder der treibende Opener eindrucksvoll bestätigen. Zwar beginnt "In The End" mit einem für Anfang der 90er typischen Balladen-Intro, aber die Nummer entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer zu einer prächtigen Doublebass-Hymne. Meine absoluten Faves sind allerdings die Gänsehaut-Nummer "When It Just Was Me And You", für die ein BRYAN ADAMS wahrscheinlich ohne einen Tropfen Wasser durch die Wüste laufen würde, und der extrem eingängige Midtempo-Groover "Somebody's Waiting". Vom beiliegenden Debüt, das eine etwas härtere Gangart anschlägt, prägen sich besonders der fulminante Opener "Call My Name", die an BON JOVI erinnernde Acoustic-Nummer "Heart To Heart" und die seichte Ballade "Caroline" in der menschlichen Festplatte ein. Fazit: Einfach knackiger Melodic Rock, wie er ursprünglicher nicht sein könnte. Ein wirklich geniales und lohneswertes Package, das jeder anspruchsvolle Melodic Rock-Fan in seiner Sammlung haben sollte, zumal dieses limitierte Doppelalbum zum Preis von einer CD zu haben ist. - Mehr als nur ein Trostpflaster für alle, die den gemeinsamen Zeiten von Michael Bormann und JADED HEAT nachtrauern.

Sonny

Trackliste: CD 1: 1. In The end - 2. Like The Way It Is - 3. Dangerous Child - 4. American Mama - 5. Everyday And Everytime - 6. Fatal Destiny - 7. When It Was Just Me and You - 8. Somebody's Waiting - 9. Call Of The Wild - 10. Perfect Yesterday - 11. Why Did You Take My Pride

CD 2:
1. Call My Name - 2. You're My Home - 3. Heart To Heart - 4. Angel In Hell - 5. Whisper In The Wind - 6. Caroline - 7. Waitin' For Love - 8. Love Will Open The Door - 9. Bad Boys - 10. Heaven

Thanks to Sven @ Music Consult


JON OLIVA'S PAIN/ Tage Mahal
  • Band: Jon Oliva's Pain
  • Albumtitel: Tage Mahal
  • Spielzeit: 62:37 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Savatage
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Es ist noch gar nicht lange her, da wurde SAVATAGE-Gitarrist Chris Caffery mit seinem Solo-Album vorstellig. Nun tut sich erneut etwas im Lager in der Metal-Legende. - Nein, leider noch kein neues Album von SAVATAGE, sondern Jon Oliva - der Mountain King himself - hat mit PAIN eine neue Mannschaft um sich geschart und ein Album eingespielt, das sich logischerweise nicht allzu entfernt vom Sound seiner Stammformation abspielt. Bei "Tage Mahal" handelt es sich aber keineswegs um billigen Abklatsch, vielmehr gibt PAIN dem Meister die Möglichkeiten seine endlos vielen und etwas experimentelleren Ideen, die nur bedingt ins Soundgefüge von SAVATAGE passen würden, ungebremst auszuleben. Um den Stil von PAIN annähernd zu umschreiben, könnte man grob sagen, dass Jon Oliva den Sound seiner Hauptcombo mit der modernen Dramaturgie eines ALICE COOPER und dezent eingestreuten QUEEN-Arrangements ("Guardians Of Forever") abgeschmeckt hat. Kostproben gefällig? Bitte sehr: Der hymnische und bombastische Opener "The Dark", bei dem gelegentlich Parts in "Streets"-Manier durchblitzen, oder das lässig groovende "People Say - Gimme Some Hell", das von filigranen Bläserparts getragen wird und durchaus auf den modernen Ausflügen ("Brutal Planet"/ "Dragontown") von ALICE COOPER seine Daseinsberechtigung gehabt hätte. Umgeben hat sich das Urgestein mit den Musikern, die auch schon für das CIRCLE II CIRCLE-Debüt "Watching In Silence" (Band von ex-SAVATAGE-Sänger Zachery Stevens) eingespielt haben. Außerdem konnte er für die Drums bei "No Escape" und "Nowhere To Run" seinen langjährigen SAVATAGE-Weggefährten Stevie Wacholz gewinnen. Während erstere Nummer - gemäß seines Titels - etwas verzweifelt und bizarr klingt, lebt letztere durch das stete Wechselspiel von fetten Grooves, peitschenden Drums und sehr melodisch-gefühlvollen Parts. Auch die übrigen Nummern kommen äußerst druckvoll aus den Lautsprechern und lassen nahezu keine Wünsche offen... mehr als nur eine gelungene Überbrückung bis zum nächsten SAVATAGE-Album! Kaufpflicht!!!

Sonny

Trackliste: 1. The Dark - 2. People Say – Gimme Some Hell - 3. Guardian Of Forever - 4. Slipping Away - 5. Walk Alone - 6. The Non Sensible Ravings Of The Lunatic Mind - 7. No Escape - 8. Father, Son, Holy Ghost - 9. All The Time - 10. Nowhere To Run - 11. Pain - 12. Outside The Door - 13. Fly Away

Thanks to Martin @ SPV

weitere Reviews über JON OLIVA:
JON OLIVA'S PAIN/ Maniacal Renderings
SAVATAGE/
Poets And Madmen


MY EARLY MUSTANG/ My Early Mustang
  • Band: My Early Mustang
  • Albumtitel: My Early Mustang
  • Spielzeit: 40:17 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: Liquido on Punk, SR-71, Simple Plan
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Eigentlich ist das Label Nuclear Blast eher als Heimat metallischer Bands verschiedenster Couleur bekannt, doch mit dem selbstbetitelten Debüt von MY EARLY MUSTANG begeben sie sich erstmals auf ungewohntes Terrain, das unter dem Deckmantel von NuRock bzw. NuBreed einzuordnen ist. Zwar gehören die verschiedenen Spielarten von NuRock nicht unbedingt zu meinem Hauptsteckenpferd, aber da bei MY EARLY MUSTANG mit Sänger/ Gitarrist Tim Eiermann und Schlagzeuger Wolfgang Meier gleich zwei der treibenden Kräfte von LIQUIDO zugange sind, war ich natürlich neugierig, ob sie mit ihrer neuen Band auch an die Klasse der Scheiben ihrer Hauptband herankommen. Und tatsächlich, hier wird feiner moderner Rock geboten, dem man mit einem gehörigen Anteil von Punk die richtige Würze - sprich Rotzigkeit - verliehen hat. Was das deutsche Kleeblatt, welches durch Sänger/ Gitarrist Florian Kämmerlein (FLYSWATER) und Bassist Andreas Rigo (TRISTESSE) vervollständigt wird, während der 13 Songs abliefert, erreicht zwar nicht den Level von US-Bands wie SR-71 oder SIMPLE PLAN, aber was da so aus den Boxen donnert klingt gar nicht so typisch deutsch. Dies erweist sich auch nicht unbedingt als Nachteil, denn mit Songs wie dem Groover "Driving Down", dem gute Laune verbreitenden "Constant Changes" oder dem eingängigen Midtempo-Stampfer "How It Ends" (so dürfte es wahrscheinlich klingen, wenn MIKE TRAMP NuRock machen würde), könnte vielleicht auch mal einer Band aus Deutschland in diesem Genre der große Wurf gelingen.
Ein kleiner Tipp: Genre-Freaks sollten bei "My Early Mustang" sofort zugreifen, denn die limitierte Erstauflage enthält mit "We Got Over You" und "Stop It" gleich zwei Bonustracks, die leider auf der zur Besprechung vorliegenden Promo nicht vertreten sind.

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. December - 3. Over My Head - 4. When You Sang - 5. Miss You - 6. Romeo´s Burning - 7. Driving Down - 8. Constant Changes - 9. How It Ends - 10. Secret Letter To A Lost Friend Part 2 - 11. Goddamn (It´s Looking Good) - 12. Samantha - 13. Sixpack - 14. We Come Over You (Digi bonus) - 15. Stop It (Digi bonus)

Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast


SILVER/ Addiction
  • Band: Silver
  • Albumtitel: Addiction
  • Spielzeit: 50:48 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Sind wir uns doch mal ehrlich, nach dem sensationellen 2001ers Debüt von SILVER haben wohl nur die eingefleischtesten Berufsoptimisten daran geglaubt, dass diese All-Star-Band noch mit weiteren Alben von sich Reden macht. Nun sind seither gut 3 1/2 Jahre ins Land gezogen, und die Supergroup um Gitarrist/ Producer Michael Voss (CASANOVA, ex-DEMON DRIVE), Sänger Gary Barden (STATETROOPER, ex-MSG) und dem derzeitigen DEEP PURPLE-Keyboarder Don Airey veröffentlicht mit "Addiction" mittlerweile ihr viertes Album. Nachdem der Vorgänger "Intruder" etwas gewöhnungsbedürftig ausgefallen ist und stellenweise Schwächen offenbarte, zeigen die Herren mit dem eingängig-rockenden Opener "Never Let Me Go", der mit genialen Female-Parts überrascht, und der spacig-harmonischen Semi-Acoustic-Nummer "Angeline" sowie dem elegant-mächtigen Groover "I Saw", dass sie immer noch faszinierende Songs schreiben können. Zwar erleidet man mit dem bassschwangeren "Finished What You Started" kurzfristig einen kleinen Schwächeanfall, aber schon mit der fast majestätisch schreitenden Midtempo-Nummer "Why Did You Come Back", das mit einem genialen Gitarrensolo aufwartet, und dem sehr modern angelegten Titeltrack, in dem sich Don Airey in progressive Gefilde a la ERIK NORLANDER vortastet (geile Synthies!), findet man wieder zu anfänglicher Stärke zurück. Außerdem gibt es beim orchestral arrangierten "This Is My Life" (filigranes Gitarrensolo!) und beim angespacten 7min-Epos "You Are Mine", das u. a. mit seinen stampfenden Acousticpassagen zu punkten weiß, jede Menge interessante und unerwartete Dinge zu entdecken. Wer auf "Addiction" leicht eingängige Kost erwartet hat, wird von der sehr gewagten Komplexität der Songs überrascht sein. Zwar ist das neueste Machwerk nicht annährend so catchy wie die beiden ersten Scheiben, aber der Silberling wächst 100%ig mit jedem Umlauf und überrascht immer wieder mit ausgeklügelten Details. Wie nicht anders zu erwarten, fährt man hier auch produktionstechnisch wieder auf allerhöchster Schiene. Alles was Michael Voss anfasst, hat eben Hand und Fuß, wie sich am zeitgleich veröffentlichtem CASANOVA-Comeback leicht nachvollziehen lässt.

Sonny

Trackliste: 1. Never Let Me Go 4:51 - 2. Angeline 4:07 - 3. I Saw 3:41 - 4. Finish What You Started 4:04 - 5. Why Did You Come Back 4:24 - 6. Addiction 4:20 - 7. This Is My Life 7:05 - 8. Leaving Tonight 6:31 - 9. Breathe 4:41 - 10. You Are Mine 7:08

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über SILVER:
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SILVER/
Dream Machines


SECOND HEAT/ Second Heat
  • Band: Second Heat
  • Albumtitel: Second Heat
  • Spielzeit: 45:18 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Fair Warning, Europe, Baltimoore
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
So richtig ausgelastet scheint ALYSON AVENUE-Chef Niclas Olsson nicht zu sein, denn wie lässt sich ansonsten der kurze Abstand zwischen dem letzten Output seiner Hauptband und dem Debüt seiner neuen Kapelle SECOND HEAT erklären. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob es sich hier um billigen ALYSON AVENUE-Abklatsch handelt. Doch bereits nach den ersten Takten des an FAIR WARNING erinnernden Openers "Anything But Love" kristallisiert sich heraus, dass sich der Songwriter und Keyboarder auf seinem neuen Betätigungsfeld deutlich mehr austobt und wesentlich härter zu Werke geht als man ihm zugetraut hätte, zumal SECOND HEAT zu 4/5 aus ALYSON AVENUE-Mitgliedern (Patrik Svärd/ Guitars und Thomas Löyskä/ Bass) bzw. ex-Mitstreitern (Roger Landin/ Drums) besteht. Vervollständigt wird das LineUp mit dem energiegeladenen Sänger Thomas Bursell, der mich gelegentlich an den jungen Björn Lodin ("Breath Of Gold"/ "Chained") erinnert und dem Material die nötige Portion an Roughness und Power einimpft. Alle zehn Nummern rocken schön melodisch und riffgeladen nach vorne ab und laufen lässig ins Ohr wie z. B. der mächtige und metallastige Groover "Never Surrender" oder das moderne Riffgewitter "Chained". Erfreulicherweise hält sich Meister Olsson tastentechnisch überhaupt nicht zurück, sondern bildet mit seinen immer präsenten und erhabenen Keyboardlinien das tragende Grundgerüst für die rifffreudigen und spritzigen Gitarren und die treibende Rhythmusarbeit. Außerdem sollte man sich Ohrenschmäuse wie den erfrischend quirligen Midtempo-Stampfer "Someday", der mit einer genialen Hookline versehen ist, oder das druckvolle "What Am I Gonna Do" auf keinen Fall eingehen lassen. Nach ALYSON AVENUEs
"Omega" das zweite Topalbum innerhalb eines halben Jahres aus dem Hause Olsson. Respekt!

Sonny

Trackliste: 1. Anything But Love - 2. Naked Flame - 3. Never Surrender - 4. Breath Of Gold - 5. Chained - 6. Deep Blue Sky - 7. Someday - 8. After You're Gone - 9. Eyes Of Fire - 10. What Am I Gonna Do

Thanks to Birgitt @ Germusica


MYSTIC PROPHET/ Never Ending
  • Band: Mystic Prophecy
  • Albumtitel: Never-Ending
  • Spielzeit: 43:51 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Da ich vom letztjährigen Zweitling von MYSTIC PROPHECY ziemlich stark hin- und hergerissen war, stellte ich mich beim neuesten Werk der All-Star-Combo erneut auf ein ständiges Wechselbad der Gefühle ein. Doch nach dem Opener "Burning Bridges", der dem Zuhörer mit Dauer-Doublebass-Salven und Thrash-Elementen die Birne wegbläst und dessen Lauscher mit hymnischen Chören sandstrahlt, wartet man auf "Never-Ending" vergebens auf einen Ausrutscher oder gar einen Ausfall. Stattdessen bläst uns der Vierer um VALLEY'S EVE-Sänger R. D. Liapakis zehn Dampfhämmer (plus den instrumentalen Titeltrack), die es faustdick hinter den Ohren haben, kompromisslos in die Fresse. Kostproben gefällig? Dann testet einfach mal den Groover "Dust Of Evil", der mit modern angelegten Shout-Chören und faszinierenden Gitarren-Solos von Gus G. (u. a. DREAM EVIL, NIGHTRAGE, FIREWIND) garniert ist, oder den am US-Sound angelehnten Feixtanz "In Hell" an und ihr dürftet meinen Enthusiasmus teilen. Spätestens aber mit der ausdrucksstarken Ballade "Never Surrender", die man wohlwissend in der Mitte des Albums platziert hat, und der hymnische Hau-drauf-Nummer "Wings Of Eternity" müssten auch die letzten Zweifler von der qualitativen Ausgeglichenheit des Materials überzeugt sein. Das absolute Highlight stellt der spannend aufgebaute "Warrior Of Lies" dar, denn diese Nummer besitzt sowohl geballte und aggressive Power, als auch gefühlvolle und mystische Parts. "Never-Ending" ist meines Erachtens das beste Album der "Monk"-Trilogie, die mit diesem Album beschlossen wird. Hoffentlich beschließt dieser echt gelungene Silberling nicht die Discographie der zur kompakten Band gereiften All-Star-Kapelle.

Sonny

Trackliste: 01. Burning Bridges - 02. Time Will Tell - 03. Under A Darkened Sun - 04. Dust Of Evil - 05. In Hell - 06. Never Surrender - 07. Wings Of Eternity - 08. When I´m Falling - 09. Warriors Of Lies - 10. Dead Moon Rising - 11. Never-Ending

Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast

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MYSTIC PROPHECY/ Savage Souls
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DAYSEND/ Severance
  • Band: Daysend
  • Albumtitel: Severance
  • Spielzeit: 45:55 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: In Flames, Soilwork, Creed
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Reviews:
Death Metal- und NuMetal-Bands gehören - abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen - nicht gerade zu meinen Favoriten, aber was DAYSEND auf ihrem Debüt abliefern ist schon eine sehr interessante Mixtur aus Death-, Thrash- und NuMetal, die mit einer ordentlichen Portion an sehr melodischen und eingängigen Parts al a MOONSPELL verfeinert wird. Genauso abwechslungsreich wie ihr Musikstil erscheint, so facettenreich präsentiert sich auch das Organ von Simon Calabrese. Der Mann hat vom mörderischen Gegrunze und aggressiven Geschrei über Gekrächze und Hardcore-Breaks bis zu wirklich melodischem Gesang so ziemlich das ganze Repertoire drauf. Unter den 11 bleischweren Nummern, die uns die Australier präsentieren, bleiben besonders der Opener und Nackenbrecher "Born Is The Enemy", das alles in den bodenrammende "Ignorance Of Bliss" (verfeinert mit einem Gitarrensolo der Marke YNGWIE MALMSTEEN) und die melodisch-thrashige Hymne "The Blood Of Angels" sofort im Gehirn hängen. Obwohl sich eigentlich kein Ausfall auf dem Album ausmachen lässt, fällt "Severance" mit zunehmender Spieldauer leicht ab, was sich am ehesten am progressiv angelegten "Severance Day" und am abschließenden Gebolze "Silbling" bemerkbar macht. Andererseits hat das Quintett um Gitarrist Aaron Bilbija und Bassistin Meredith Webster mit der Halbballade "September" seinem Debüt einen wunderschönen Farbklecks verpasst. Auch die Produktion lässt in Anbetracht der genannten Vergleichsband kaum Wünsche offen. Die Fans jener Band dürften bei diesem Silberling wohl blind zugreifen, aber auch der offene Metal-Freak könnte auf "Severance" durchaus fündig werden.
PS. auf der CD ist ein gut aufgemachter Multimedia-Part enthalten, der neben einer stattlichen Galerie auch ein recht ordentliches 9 1/2min-Video des Openers in sich verbirgt.

Sonny

Trackliste: 1. Born Is The Enemy - 2. Ignorance Of Bliss - 3. The Blood Of Angels - 4. Countdown - 5. Prism Of You - 7. Severance Days - 8. Sellout - 9. September - 10. Beggars With Knives - 11. Sibling

Thanks to Patrycja @ Locomotive Music


NOSTRADAMEUS/ Hellbound
  • Band: Nostradameus
  • Albumtitel: Hellbound
  • Spielzeit: 43:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AFM Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review
Mit den bisherigen drei Alben von NOSTRADAMEUS konnte ich nicht sonderlich viel anfangen, hat sich das schwedische Quintett für meinen Geschmack doch etwas zu einfallslos im Fahrwasser von Genre-Leadern wie HELLOWEEN, GAMMA RAY oder HAMMERFALL aufgehalten. Zwar enthält auch der vierte Streich speedigen Power/ Melodic Metal, aber auf "Hellbound" haben die wirklich fähigen Musiker um Sänger Freddy Persson ihre im Überfluss verwendeten - stellenweise sogar recht nervigen - Mitträller-Chöre auf ein äußerst songdienliches Maß zurückgestutzt. Dafür gehen sie - ohne auf eingängige Melodien zu verzichten - recht kompromisslos und äußerst angriffslustig ans Werk, was man ihnen u. a. beim thrashlastigen Opener "Never Turn Back" und der modern angelegten Killer-Hymne "The Reaper's Image" aufgrund der aggressiven Gesangsarbeit und der druckvollen Spielart aller Musiker neidlos attestieren muss. Mit dem lässig groovenden Titeltrack, der mit spritzigen Acoustic-Parts garniert ist, gehen NOSTRADAMEUS erstmals ganz dezent vom Gas, bevor sie uns mit dem Doublebass-Hammer "One Step Away" durch schwindelerregende Geschwindigkeitsräusche begleiten. Als absolute Höhepunkte kristallisieren sich die Schlachtfeld-Hymne "Fight" und das treibende "I Am Free" heraus, das mit unbeschreiblicher Power, eingängigen Melodien und wohldosierten Mitgröl-Passagen sich in die Gehirnzellen der Power Metal-Freaks festballert. Fazit: mit "Hellbound" haben die Schweden ihr bis dato eigenständigstes, bestes und innovativstes Werk abgeliefert und dürften damit vielleicht bald im Rudel der Elite-Wölfe heulen.

Sonny

Trackliste: 1. Never Turning Back - 2. Your Betrayal - 3. The Reaper's Image - 4. Hellbound - 5. One Step Away - 6. Fight - 7. Cuts Like Blades - 8. Seven - 9. One World To Live In - 10. I Am Free

Thanks to Rebecca @ AMF Records


VAST/ Nude
  • Band: Vast
  • Albumtitel: Nude
  • Spielzeit: 52:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: InsideOut/ SPV
  • Vergleichbare Bands: U2, Simple Minds
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Um den Kopf freizubekommen hat sich der VAST-Mastermind und Multi-Instrumentalist Jon Crosby von sämtlichen musikalischen - sowie geschäftlichen - Verpflichtungen losgesagt und sich für ganze sechs Monate in die Wüste New Mexicos verzogen. In diesem halben Jahr nahmen die neuen Songs langsam, aber beständig Form an, und so zieht er vier Jahre nach "Music For People" mit dem neuen Album "Nude" seine Fans erneut in den Bann. Für den neuen Silberling hätte er gar keinen besseren Titel wählen können, denn genauso persönlich, ungeschützt, ehrlich und unschuldig wie ein frischgeborenes Kind präsentiert er innerhalb von 14 Songs seine verborgensten Gedanken. Stilistisch bewegt er sich dabei irgendwo zwischen U2 und den späten SIMPLE MINDS, ohne dabei aber jemals Gefahr zu laufen als einfallsloses Plagiat abgestempelt zu werden. Nein, denn dafür besitzen Songs wie das hingebungsvolle "Lost", das erschaudernde "Winter In My Heart" oder das abgespacte "Exctasy" einfach zu viele Seele. Die Highlights sind meines Erachtens "Candle", das mit seinen seichten Acoustic-Parts die düstere, aber immer melodische Grundstimmung etwas aufhellt, und der bebende Opener "Turquoise". Außerdem wartet die europäische Pressung - gegenüber der amerikanischen - mit zwei Bonus Tracks auf. Von diesen beiden zusätzlichen Nummern schleicht vor allem "I Woke Up In LA" aufgrund seiner lethargischen Melodie sehr gewandt durch die Gehirnwindungen. Ein Album, das genau in diese Jahreszeit passt und das den Fans der oben genannten Bands ohne Weiteres zusagen müsste.

Sonny

Trackliste: 01. Turquoise - 02. Thrown Away - 03. Don´t Take Your Love Away - 04. Be With Me - 05. Lost - 06. Winter In My Heart - 07. I Need To Say Goodbye - 08. Japanese Fantasy - 09. Ecstacy - 10. Candle - 11. I Can´t Say No (To You) - 12. Desert Garden - 13. Falling From The Sky (bonus track) - 14. I Woke Up LA (bonus track)

Thanks to Detlev @ InsideOut Music


GOD LIVES UNDERWATER/ Up Off The Floor
  • Band: God Lives Underwater
  • Albumtitel: Up Off The Floor
  • Spielzeit: 40:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Nine Inch Nails, KMFDM
  • Veröffentlichung: 25.10.2004
  • Wertung: 6/ 10

Review:
An und für sich habe ich gegen eine ordentliche Portion Electro Rock nichts einzuwenden, aber mit dem Material auf dem neusten Output von GOD LIVE UNDERWATER vermag ich mich auch nach zig Durchgängen nicht richtig anzufreunden. Zwar schüren sie mit dem wirklich guten Opener "White Noise" die Hoffnung auf ein ziemlich starkes Album, aber in Wirklichkeit ist es der Höhepunkt einer 40minütigen Achterbahnfahrt. So ersäuft der größte Batzen der zehn Songs in einem Meer an Electro-Effekten, anstatt auf den stellenweise mächtigen und messerscharfen Gitarrenriffs zu surfen. Lediglich "Miss You More Than Anything" und "Whatever You Got", die stellenweise das Flair der letzten beiden KINGDOM COME-Scheiben in sich trägt, wissen die Wogen der Elektronic-Beats nahezu perfekt für sich zu nutzen. Tiefpunkt dieser Berg- und Talfahrt ist "Slip To Fall", das einem schon beim ersten Anlauf mit seinem monotonen Geleier mächtig auf den Keks geht. An der Produktion gibt es hingegen überhaupt nichts auszusetzen. Sollte es GOL gelingen ihre produktionstechnischen Qualitäten auch auf den Songwriting-Sektor zu projektieren, dann könnten sie mit Sicherheit bald in der Liga von NINE INCH NAILS oder KMFDM mitzocken.

Sonny

Trackliste: 1. White Noise - 2. Tricked - 3. 72 Hour Hold - 4. Miss You More Than Anything - 5. No Way (You Must Understand) - 6. 1% (The Long way down) - 7. Positivity - 8. Slip To Fall - 9. Whatever You've Got - 10. History

Thanks to Patrycja @ Locomotive Music


BLIND DATE/ Blind Date
  • Band: Blind Date

  • Albumtitel: Blind Date

  • Spielzeit: 40:43 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import

  • Vergleichbare Bands: Danger Danger, Emerald Rain

  • Veröffentlichung: 19.10.2004

  • Wertung: 8,0/ 10

Review:
BLIND DATE wurden 1988 in Austin/ Texas aus der Taufe gehoben. Obwohl die Band jahrelang zu den Szene-Geheimtipps zählte und namhafte Kollegen wie VIXEN, LYNCH MOB oder die DANGEROUS TOYS als Support-Act auf Tour unterstützte, konnte sie bislang nie einen ernsthaften Plattenvertrag ergattern. Diesem Zustand setzt Perris Records nun ein Ende und öffnet BLIND DATE die Pforten zu einer breiteren Hörerschaft. Stilistisch äußerst nahe der DANGER DANGER-Schiene anzusiedeln, bieten BLIND DATE vierzig Minuten astreinen Melodic Rock, wie er – wenn man ehrlich ist – leider nur Ende der 80er Jahre zu finden war... und genau hier liegt in meinen Augen das Problem der Band … Ende der 80er erschien die Konkurrenz (zu Recht oder Unrecht) übermächtig und vergleicht man "Blind Date" mit gängigen Veröffentlichungen aus dieser Zeit wird klar, dass man nicht wirklich dagegen anstinken konnte … zu gut ist auch heute noch das Songmaterial der damaligen Mega-Seller. Vergleicht man "Blind Date" jedoch mit den aktuellen Veröffentlichungen aus dem Melodic-Sektor, so wird die Sache durchaus interessant, da die Scheibe einfach wunderbar retro klingt und vor allem Zuhörer ansprechen dürfte, die den 80er Jahre Markt so gut wie abgegrast haben und mit langen Gesichtern vergangenen Zeiten nachtrauern: BLIND DATE sorgt für äußerst kurzweilige 40 Minuten mit einigen wirklich erwähnenswerten Nummern, die nicht nur für Fans von Ted Poley oder (teilweise) EMERALD RAIN bzw. (ganz leicht) JOURNEY interessant sein dürften. Der flotte Opener "Don’t Wait Up" ist ein typischer „Schön-Wetter/Samstag-Abend-Party“ -Song mit garantiertem Ohrwurmcharakter, an dem man vor allem aufgrund seines ansprechenden Chorgesangs Gefallen findet - der Sound ist ebenfalls amtlich, was leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit bei Produkten aus dem Hause Perris Records ist. Das softe, melodische "She’s Walking" erinnert anfangs (…Another night in the city…) unweigerlich an CHEAP TRICKs "The Flame", ohne hierbei die für BLIND DATE typischen Trademarks, (sprich : eingängige Melodiebögen, ansprechender Gesang, gute Soli) aus den Augen zu verlieren. "Without Your Love" groovt sich bereits beim ersten Durchgang erbarmungslos im Gehör fest, und klingt vor allem im Refrain eher nach „skandinavisch“ als nach „amerikanisch“ angehauchtem Melodic Rock. Mein absolutes Lieblingsstück ist jedoch der fetzige Rausschmießer "When I’m Alone", der mich ein „Blind Date“ der angenehmen Sorte wie folgt zusammenfassen lässt: Ein wirklich empfehlenswerter Release, der spät, aber völlig zurecht zu Veröffentlichungsehren gelangt!

Florian

Trackliste:

1. Don’t Wait Up - 2. Can You Feel It - 3. She’s Walking - 4. Daddy’s Little Girl - 5. Broken Promises - 6. Everybody’s Baby - 7. We Keep Falling In Love - 8. Dreaming - 9. Without Your Love - 10. When I’m Gone

Thanks to Tom @ Perris Records


JAMES CHRISTIAN/ Meet The Man
  • Band: James Christian
  • Albumtitel: Meet The Man
  • Spielzeit: 52:18 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: House Of Lords, Bryan Adams, Def Leppard
  • Veröffentlichung: 18.10.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Nachdem viele der alten Fans von HOUSE OF LORDS von deren letzten Album "The Power & The Myth" ziemlich enttäuscht waren - was ich persönlich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann - werden selbige in Anbetracht der unerwarteten zweiten Solo-Scheibe von Sänger James Christian wahrscheinlich vor Freude Purzelbäume schlagen. Nicht nur weil "Meet The Man" mit elf erstklassigen Nummern zu begeistern weiß, sondern weil sich wahrscheinlich der Großteil ein Album dieser Güte von seiner Stammband erwünscht hätte. Obwohl das Material ziemlich 80ties-lastig klingt, ist es dem Team um Herrn CHRISTIAN gelungen, diesen Sound dezent mit den modernen Zutaten der heutigen Zeit abzuschmecken. Gleich nach der eröffnenden und gitarrenlastigen Midtempo-Nummer "After The Love Has Gone", serviert uns der ausdrucksstarke Sänger mit "Know You In The Dark" eine Rockhymne mit schwindelerregenden und hypereingängigen Chören, die selbst die New Jersey-Rocker BON JOVI zu ihren besten Zeiten nicht hinbekommen hätten. Der ordentlich stampfende Titeltrack hingegen hätte sicherlich auch gut auf die letzte DEF LEPPARD gepasst. Auch die Kuschelfraktion wird mit der Ballade "Surrender My Love" oder dem abschließenden, etwas schwermütigen "Hold Back The Night", das wiederum mit gehörstreichendelnden Chören zu gefallen weiß, aller erster Klasse bedient. Für die zuletzt genannte Nummer konnte er seine HOL-Mates Chuck Wright und Lanny Cordola als Songwriter gewinnen, die sich auch für den Opener verantwortlich zeichnen. Außerdem lässt sich beim flotten Rocker "Strong Enough" nicht verbergen, das hier ein gewisser STAN BUSH federführend war. Kurzum: "Meet The Man" ist ein starkes Melodic Rock-Album geworden, das zu keinem Zeitpunkt nach unten abfällt, sondern sich konstant auf einem verdammt hohen Level bewegt.

Sonny

Trackliste: 1. After The Love Has Gone - 2. Know You In The Dark - 3. Surrender Your Love - 4. Meet The Man - 5. End Of Time - 6. Love Looked Into My Life - 7. Leave Well Enough Alone - 8. Strong Enough - 9. You Should Be Blue (All I Could Feel Was Blue) - 10. Circle of Tears - 11. Hold Back The Night.

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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LUNATICA/ Fables & Dreams
  • Band: Lunatica
  • Albumtitel: Fables & Dreams
  • Spielzeit: 51:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Edenbrigde meets Rhapsody, Candice Night (stimmlich)
  • Veröffentlichung: 18.10.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Symphonischer Metal mit Frauengesang erfreut sich bereits seit Jahren immer größer werdender Beliebtheit. So ist es nicht verwunderlich, dass im Sog von NIGHTWISH oder EDENBRIDGE immer mehr gleichgesinnte Bands entstehen. Doch nur in den seltensten Fälle erreichen diese Kapellen auch nur annähernd die Qualität ihrer Vorbilder. Zu den hoffnungsvollen Emporkömmlingen dieser Zunft dürfen sich allerdings LUNATICA zählen. Das Schweizer Sextett um die beiden Songwriter Alex Seiberl (Keyboards) und Sandro D' Incau (Gitarre) präsentiert auf seinem Zweitling "Fables & Dreams" zehn symphonische Leckerlis, die sich stilistisch irgendwo zwischen den Österreichern von EDENBRIDGE und den Virtuosen von RHAPSODY (arrangementtechnisch) abspielen. Die Eidgenossen versuchen diese Größen aber keineswegs zu kopieren, sondern lehnen sich lediglich an deren Sound an. Denn durch die Kombination mit dem klaren Gesang von Andrea Dätwyler, der Parallelitäten zu Candic Night (BLACKMORE'S NIGHT) aufweist, klingt das Ergebnis auf "Fables & Dreams" fast schon wieder eigenständig. Obwohl sich das gesamte Album auf einen ziemlich hohen Level abspielt, sind die Highlights eindeutig in der zweiten Hälfte der Scheibe zuhause. Da wären u. a. das hitverdächtige "Spell", das NIGHTWISHs neuer Single "Wish I Had An Angel" ziemlich ebenbürtig sein dürfte, oder der modern ausgerichtete Stampfer "The Neverending Story", der mit Chören a la RHAPSODY zu brillieren weiß. Des weiteren drängen sich das majestätisch-eingängige "Hymn" und der gewaltige Groover "A Little Moment Of Desparation" als Appetizer auf. Diese abschließende Nummer würde wahrscheinlich hervorragend ins Programm von BLACKMORE'S NIGHT passen, falls sich Mr. Blackmore und sein charmantes "Nebengeräusch" endlich mal dazu entschließen könnten eine etwas härtere Gangart anzuschlagen. Stilvoll abgerundet wird "Fables & Dreams" durch den perfekten Mix von Sascha Paeth (u. a. RHAPSODY, KAMELOT). - Somit dürfte dem Durchbruch von LUNATICA eigenlich nichts mehr im Wege stehen.

Sonny

Trackliste: 1. The Search Goes On - 2. Avalon - 3. Elements - 4. Fable Of Dreams - 5. Still Believe - 6. The Spell - 7. The Neverending Story - 8. Hymn - 9. Silent Scream (2004) - 10. A Little Moment Of Desperation

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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LUNATICA/ The Edge Of Infinity (female fronted-Tipp/ August 2006)


MILLENIUM/ The Best Of... And More
  • Band: Millenium
  • Albumtitel: The Best Of... And More
  • Spielzeit: CD 1: 69:31 min/ CD 2: 64:58 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 18.10.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Wenn ein Label nach nur drei Studio-Alben einer Band eine Best Of-Scheibe veröffentlicht, dann stinkt das zumeist nach Abzocke. Nicht so im Falle von MILLENIUMs "The Best Of... And More", denn hier ist der Titel wahrlich Programm. Auf diesem Output wurden nicht nur irgendwelche Songs lieblos zusammengestellt, sondern wirklich nur die allerbesten Nummern auserlesen und diese mit reichlich unveröffentlichtem Material veredelt, sodass am Ende ein sehr interessantes und lohnenswertes Doppelalbum herausgekommen ist. Interessant auf der einen Seite für den Einsteiger, weil ein wirklich repräsentativer Überblick über die bisherige Schaffensperiode von MILLENIUM gegeben wird. Lohnenswert auf der anderen Seite, weil die Jorn Lande-Fangemeinde nun endlich einige Nummern, die für ein Coveralbum angedacht waren, zu Gehör bekommt. Besagtes Album wurde zwar für 2002 angekündigt, aber nie veröffentlicht, da Ausnahmesänger Lande damals in Richtung MASTERPLAN abgewandert ist. Die Interpretation von MSGs "On And On", "I Surrender" (RAINBOW), "Jane" (JEFFERSON STARSHIP) und des SWEET-Krachers "Love Is Like Oxygene", denen Jorn Lande mit seinem Wahnsinnsorgan neues Leben eingehaucht hat, lassen darauf schließen, dass uns mit dieser Scheibe ein wahres Juwel vorenthalten wurde bzw. wird. Aber diese Coverversionen sind noch lange nicht alles an unveröffentlichten Material. So werden uns z. B. noch vier Demo-Versionen, die allesamt vom alten bzw. neuen Sänger Todd Plant eingesungen wurden, und zwei Nummern ("Rain", "Anybody") aus den "Hourglass"-Session kredenzt. Bei diesen Songs handelt es sich um eine abwechslungsreiche Halbballade der Marke QUEEN und um einen mörderischen Groover, der seine Reize aus den diversen Tempowechseln zieht. Fazit: Eine Best Of-Zusammenstellung, die - aufgrund der oben geschilderten Aspekte - sowohl Einsteiger als auch die Sammlerfraktion zufrieden stellen dürfte. Ich persönlich gebe "The Best Of... And More" gegenüber dem kürzlich veröffentlichten und etwas enttäuschenden Viertling "Jericho" locker und lässig den Vorzug.

Sonny

Trackliste: CD 1: 1. Power To Love - 2. Hourglass - 3. Superstar - 4. I Still Believe - 5. Masquerade - 6. Chasing Time - 7. Shaman - 8. Beyond The Pain - 9. End Of Time - 10. Angelfire - 11. Heaven Sent - 12. Run - 13. Saving Grace - 14. The Colour Of The Night
Tracks 1-6 taken from "Hourglass" / Tracks 7-14 taken from "Angelfire"
CD 2: 1. Together As One - 2. Believe In Love - 3. Almost Made It To Heaven - 4. Invincible - 5. On And On - 6. I Surrender - 7. Jane - 8. Love Is Like Oxygen - 9. Rain - 10. Anybody - 11. Gone Are The Chances - 12. I Lost It - 13. Heresy- 14. Sea Of Sadness
Tracks 1-4 taken from "Millenium" / Tracks 5-14 Previously Unreleased

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

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SHADOWS FADE/ Shadows Fade

Review:
Ich gehöre ja normalerweise nicht zu jenen Leuten, die mit endlos vielen Rotationen zwanghaft versuchen sich ein Album schön zu hören. Aber ich muss mir eingestehen, dass ich seltsamerweise - obwohl ich nach dem ersten Lauschangriff nicht sonderlich vom neuen Projekt mit Goldkelchen Kevin Chalfant begeistert war - immer wieder den Drang verspürte das Debüt von SHADOWS FADE in meinen CD-Player zu legen. Und siehe da... das Teil das wächst mit jedem Durchlauf. So entpuppt sich vermeintlicher Alltagsschmuck wie z. B. "Sooner Or Later", das so ähnlich klingt als würden DEF LEPPARD den BRYAN ADAMS-Kracher "One Night Love Affair" mit ihrem balladesken Charme veredeln, sowie die beiden gefühlvollen Balladen "No That You're Gone" oder "Run To Me", die stilistisch auch wunderbar auf das starke Debüt von S.I.N. gepasst hätten, als prächtig funkelnde Perlen. Trotzdem ändert dieser Umstand nichts an der Tatsache, dass ein paar flottere oder etwas härtere Nummern willkommene Farbtupfer gewesen wären und aus einer guten Scheibe einen wahren Killer gemacht hätten. Stattdessen bewegt sich das von DOKKEN-Gitarrist Alex De Rosso ins Leben gerufene Projekt über 11 Songs kontinuierlich im Low/ Midtempo-Bereich. Obwohl Alex De Rosso so ziemlich alle Instrumente im Alleingang eingespielt hat, klingt das Ergebnis auf "Shadows Fade" erstaunlich knackig und frisch. Zudem wartet der Silberling mit einer sehr ordentlichen Produktion auf, was man ja nicht uneingeschränkt von allen Frontiers-Projekten behaupten kann. Fazit: Fans, die sich vorwiegend mit den softeren Momenten der genannten Bands identifizieren, dürften bei diesem Album blind zu greifen.

Sonny

Trackliste: 1. Twisted Again - 2. Sooner Or Later - 3. Run To Me - 4. My Ocean - 5. First Love Song - 6. Without You - 7. Give It In - 8. Masquerade - 9. I Won't Look Back - 10. Now That You're Gone - 11. Speak.

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über Kevin Chalfant:
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DIE SCHNITTER/ Orange
  • Band: Die Schnitter
  • Albumtitel: Orange
  • Spielzeit: 48:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Costbar/ Broken Silence
  • Vergleichbare Bands: Subway To Sally, Lonzo
  • Veröffentlichung: 18.10.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Obwohl DIE SCHNITTER mit "Orange" ihr mittlerweile fünftes Album veröffentlichen, ist mir noch nie etwas von den Hessen zu Ohren gekommen. Musikalisch frönen sie dem alternativen Folkrock, der sich irgendwo zwischen den früheren SUBWAY TO SALLY ("Geyer"), dem Teufelsgeiger von LONZO ("Codename: `Die Hummel´") oder den BOTS ("Trinklied") abspielt. DIE SCHNITTER jetzt als simple Verschmelzung der genannten Bands abzuhandeln, würde dem Material auf "Orange" auf keinen Fall gerecht werden. Die Verfeinerung des mittelalterlich anmutenden Grundgerüsts mit Sprechgesangs-Passagen ("2003"), Reggae-Rhythmen ("Der Sturm") und jazzigen Elementen ("Chanson De La Merde") macht aus dem Sound der SCHNITTERn, der sich von Genre-Größen wie z. B. IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY unüberhörbar abgrenzt, etwas Eigenartiges (im positiven Sinne des Wortes). Besonders der abschließende Titeltrack ist in meinen Ohren ein kleines Kunstwerk, denn bei dieser Nummer haben sie ihren von Punk angehauchten Folkrock in ein Meer von typischen NDW-Chören, die stellenweise sogar in Hardcore-Breaks übergehen, getaucht. Also ein sehr vielschichtiges Album, auf dem es einige raffinierte Sachen zu entdecken gibt. Da leider nicht das komplette Material mit diesen Attributen gesegnet ist, wird der positive Eindruck etwas nach unten korrigiert. Nichtsdestotrotz kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auf SCHNITTER-Konzerten richtig der Bär abgeht.

Sonny

Trackliste: 1. Intro - 2. Geyer - 3. Chanson de la Merde - 4. Codename: Die Hummel - 5. Ich will dich noch einmal sehen - 6. T.A.L. - 7. Trinklied - 8. Das letzte Lied - 9. Home sweet Home - 10. Die Zeit - 11. Klöne - 12. 2003 - 13. Der Sturm - 14. Orange

Thanks to Sven @ Music Consult


  • Band: Cherry St.

  • Albumtitel: Back Again

  • Spielzeit: 28:33 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import

  • Vergleichbare Bands: Rhino Buckett, Skid Row, Tuff

  • Veröffentlichung: 18.10.2004

  • Wertung: 4/ 10

Review:
Sänger Marq Torein von den BULLET BOYS und Kevin Steele von ROXX GANG bilden das Rückgrat von CHERRY ST. – bei dem hier vorliegenden Silberling handelt es sich jedoch nicht um ein neues Lebenszeichen der beiden Musiker, sondern um die Wiederveröffentlichung des 1996 erschienenen Mini-Albums "Monroe", welches um drei Bonusstücke angereichert wurde. Trotz dieser Boni kommt diese Scheibe gerade mal auf läppische neun Songs, wobei die Spielzeit nicht einmal eine halbe Stunde erreicht … eigentlich eine Frechheit (wie lang sollte deiner Meinung nach ein Mini-Album sein?/ Anmerk. Sonny) … von „value for money“ kann hier wirklich keine Rede mehr sein, zumal die CD lediglich als teurer US-Import zu erwerben ist. Dass "Monroe" zu einer Zeit eingezimmert wurde, als kein Hahn mehr nach klassischem Hard Rock krähte, wird nicht zuletzt beim Sound der Veröffentlichung deutlich… obwohl dieser nicht wirklich schlecht ist, klingt das Material einfach ungeschliffen und nach „low budget“ – ich denke, dass mache der Songs in fettem Sound wirklich ordentlich rocken würden … somit bleibt es aber leider größtenteils beim Versuch. Wirklich erwähnenswert erscheinen mir der flotte, RHINO BUCKETT-lastige Opener "Dogtown", der vom Wechselspiel Bon Scott-lastiger Vocals und einprägsamer Gitarren-Attacken lebt, sowie "Break Me", das mich vor allem gesanglich (!) an SKID ROW zu "Subhuman Race"-Zeiten erinnert. Die drei Boni unterscheiden sich klanglich nicht von der Originalstücken auf "Monroe" – allerdings entfernen sie sich stilistisch deutlich von der RHINO BUCKETT-Fraktion, um den Weg in Richtung „klassischem 80er Jahre Poser Rock“ zu beschreiten. Sicher, "What Comes Yround, Goes Around" oder "Soft & Slow" sind keine schlechten Nummern; die dem Direktvergleich zu TUFF und Konsorten sicherlich standgehalten hätten – richtig brauchen tut man die Scheibe jedoch auch infolge der indiskutabel kurzen Spielzeit nicht.

Florian

Trackliste: 1. Dogtown - 2. One More Tonight - 3. Break Me - 4. Joker’s Wild - 5. Bite The Bullet - 6. The War Is Over - 7. What Come Around, Goes Around (Bonus) - 8. Soft & Slow (Bonus) - 9. Push & Shove (Bonus)

Thanks to Tom @ Perris Records


CHAIN/ Chain.exe (limited edition/ DVD)
  • Band: Chain
  • DVD: chain.exe
  • Spielzeit: ca. 205 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: stellenweise Ayreon, Hubi Meisel, Savatage
  • Veröffentlichung: 16.10.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Gut einen Monat nach dem ursprünglichen Release ihres zweiten Albums schieben die Prog-Rocker um Multi-Talent Henning Pauly eine „limited edition“ von "chain.exe" nach. Diese auf 1000 Stück limitierte Auflage beinhaltet neben dem eigentlichen Album eine gut ausgestattete DVD mit einer satten Spielzeit von annähernd 3 ½ Stunden. Dieser digitale Bild- und Tonträger präsentiert u. a. informative und humorvoll gestaltete Interviews mit den einzelnen Bandmitgliedern sowie ein ausführliches „Behind The Scene“-Kapitel. Jenes Kapitel, dass sich vor allem mit Gastmusikern/-sängern (u. a. Michael Sadler/ SAGA, Mike Keneally, Maya Haddi) beschäftigt, vermittelt den Zuschauern einmal mehr den Spaß und das gute Arbeitsklima während der Aufnahmen zu "chain.exe". Komplettiert wird die sehr unterhaltsame Dokumentation mit Live- und Übungs-Aufnahmen von Hennings früheren Bands (z. B. dem Acoustic-Projekt F.O.R.O.) und von den Prog-Metallern TRANSMISSION, bei der auch Keyboarder Stephan Kernbach und Bassist Christian Becker in Lohn und Brot stehen. Außerdem enthält die DVD auch noch einen schön inszenierten Videoclip von "Eama Hut" und eine fette Bonusnummer namens "Pride Is My Bitch", die von Edward Heppenstall eindrucksvoll interpretiert wird. Natürlich hat Henning Pauly diese Gelegenheit gleich beim Schopfe gepackt, um eine repräsentative Vorschau auf seine anstehenden Projekte (die Rockoper "Babysteps" und FRAMESHIFT 2) zu geben. Solltet ihr bereits die normale Ausgabe von "chain.exe" in eurer Sammlung haben, dann besteht aber trotzdem keinerlei Anlass für wütende Proteste, denn CHAIN zeigen sich äußerst fanbezogen: Besagte DVD – mit eigens entworfenen Cover – ist auch einzeln im handelsüblichen DVD-Case zu erweben. Da sich der Preis auch nicht viel höher als die Differenz zwischen der limitierten und der normalen Version gestaltet, gibt es an dieser separaten Veröffentlichung – abgesehen von den fehlenden Untertiteln – nichts zu kritisieren. Fazit: Eine nahezu rundum gelungene Dokumentation über die Aufnahmen von "chain.exe" und den anderen Betätigungsfeldern der Bandmitglieder. Tja, bei CHAIN kommt der Fan doch tatsächlich noch voll auf seine Kosten.

Sonny

DVD-Features: Interviews with Stephan Kernbach (Keyboards), Matt Cash (Vocals), Christan Becker (Bass), Eddie Marvin (Drums) and Henning Pauly (Guitars, Banjo, add. Bass, Keyboards & Programming)

Behind the scenes footage of Michael Sadler (SAGA) Mike Keneally (FRANK ZAPPA, STEVE VAI, MKB) Maya Haddi, Jody Ashworth, Matt Cash and Victoria Trevithick

Inside the rhythm of "Cities". "Eama Hut" music video, Gag Reel, Slideshow

Tons of old concert footage of bands the guys played in

Previews and bonus track

Thanks to Shawn @ Progrock Records

weitere Reviews über CHAIN:
CHAIN/ Chain.exe


DOWNFALL/ My Last Prayer
  • Band: Downfall
  • Albumtitel: My Last Prayer
  • Spielzeit: 39:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nibelung Records/ PSK
  • Vergleichbare Bands: HIM, Sentenced, Iron Maiden (gitarrentechnisch)
  • Veröffentlichung: 15.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Es ist schon phantastisch! Finnland scheint ein wahrlich unerschöpfliches Potenzial an verdammt starken Rockbands verschiedenster Couleur zu haben. Ein Beleg, der diese Feststellung einmal mehr untermauert, ist das äußerst hörenswerte Debüt von DOWNFALL. Musikalisch lässt sich der Fünfer irgendwo zwischen SENTENCED und HIM einordnen. Trotz der düsteren Grundstimmung, die das Debüt "My Last Prayer" zweifelsohne verbreitet, unterscheidet sich DOWNFALL wesentlich von ihren bekannteren Landsmännern, denn anstatt völlig dem Melancholic- und Depressions-Rock zu verfallen, geht man nahezu flockig rockend ans Werk und orientiert sich dabei gitarrentechnisch (mehrstimmige Gitarrenläufe) eher an IRON MAIDEN. Diese Soundkreation ist dem whiskeygetränkten Organ von Sänger Jani Peippo, der sich ohne hörbare Schwierigkeiten durch die 10 arschtretenden Kracher shoutet, richtiggehend auf den Leib geschneidert. Da auch die düster-rotzige Produktion kaum Schwachstellen offenbart, ist eigentlich alles in bester Ordnung. Aber nur eigentlich, denn nach gut 39 min wird dem funkensprühenden Feuerwerk ein jähes Ende gesetzt. Als Anspieltipps sollte man sich das eröffnende Gitarrengewitter "Hateshades", den mystisch angehauchten und bassschwangeren Titeltrack oder "Torn Apart", das so richtig schön dreckig aus den Boxen brummt, für den nächsten CD-Bummel vormerken.

Sonny

Trackliste: 1. Hateshades - 2. Sweetest Wrath - 3. Hollow Mind - 4. Time to Pay - 5. My Last Prayer - 6. Torn Apart - 7. Soulsearching - 8. Revelation Black - 9. Dark Parade - 10.Withered

Thanks to Ralph @ Indevent Promotion


ENUFF Z' NUFF/ ?
  • Band: Enuff Z' Nuff

  • Albumtitel: ?

  • Spielzeit: 42:00 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import

  • Vergleichbare Bands: Cheap Trick, Beatles, Dogs 'D Amour

  • Veröffentlichung: 12.10.2004

  • Wertung: 4,5/ 10

Review:
Nach dem erstklassigen "Welcome To Blue Island" durfte man mit Recht gespannt sein, was die neue Veröffentlichung des US-Quartetts mit sich bringt, zumal die komplette Originalbesetzung mit Donnie Vie, Chip Znuff, Derek Frigo und Vic Fo am Start vertreten ist. Doch bereits der Albumtitel "?" lässt erste Befürchtungen hinsichtlich des anscheinend jüngst vorherrschendem Ideenmangels des Vierers aufkommen… Befürchtungen, die sich leider durch einen Großteil der 11 Songs auf "?" bestätigt sehen. Ganz im Gegensatz zum Vorgänger "Welcome To Blue Island" plätschert ein Großteil der Songs völlig belanglos und lahm dahin, was – „unterstützt“ durch einen teilweise erschreckend blutleer wimmernden Sänger – nicht gerade positiv zu Buche schlägt. Vielsagend ist auch die Tatsache, dass die einzige Nummer, die auf "?" wirklich rockt, mit "Stone Cold Crazy" eine Fremdkomposition (QUEEN) ist. Den einzigen Lichtblick bilden die beiden melancholischen Nummern "Home Tonight" und "Help", welche sich beide – mit deutlichem Akustikeinschlag – ähnlich arrangiert präsentieren und an die ruhigeren Momente von GREAT WHITE zu "Can’t Get There From Here"- Zeiten erinnern. Was ich vom flotten und reichlich verzerrten "Hang On For Life" halten soll, weiß ich auch nach etlichen Hördurchgängen nicht so recht, da die Nummer zum einen gar nicht mal schlecht abgeht, aber zum anderen durch einen abgespaceten Keyboard-Sound a´la HAWKWIND ein wenig verwirrend ist. Ansonsten schwingt jedoch leider „König Langeweile“ sein unerbittliches Zepter… der Opener "Gorgeous" ist seiner Rolle schlicht unwürdig (vergleichsweise führe ich nur das geniale "Saturday" vom Vorgänger an), "Harleya" dürfte als heißer Kandidat für den Titel „Schlaftablette 2004“ in Frage kommen, wohingegen es sich das schleppende "Man With A Woman" durch einen schrägen Refrain verscherzt … "No Place Like Home" ist einer der wenigen Songs mit Ohrwurm-Charakter, klingt jedoch wie ein Weihnachtslied von Dieter „Penisbruch“ Bohlen und an "Joni Woni (Likes To Ride The Pony)" ist dann leider auch nur der Titel cool … die Frage "How Are You" erübrigt sich, denn was effektiv nach Ablauf dieser 42 Minuten bleibt ist für mich eine der großen Enttäuschungen des Jahres 2004.

Florian

Trackliste: 1. Gorgeous - 2. Home tonight - 3. Help - 4. No Place Like home - 5. Harleya - 6. Hang On For Life - 7. Man With A Woman - 8. How Are you - 9. Joni Woni (Llikes To Ride The Pony) - 10. This Guy - 11. Stone Cold Crazy

Thanks to Tom @ Perris Records

weitere Reviews über ENUFF Z'NUFF:
ENUFF Z' NUFF/ ? (european version)
ENUFF Z' NUFF/ Favorites
ENUFF Z' NUFF/  Welcome To Blue Island (US-version)


SONATA ARCTICA/ Reckoning Night
  • Band: Sonata Arctica
  • Albumtitel: Reckoning Night
  • Spielzeit: 55:26 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Nuclear Blast/ Warner
  • Vergleichbare Bands: Stratovarius, Blind Guardian, Queen
  • Veröffentlichung: 11.10.2004
  • Charteinstieg: 25.10.2004 Platz Nr. 77
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Die ersten beiden Scheiben von SONATA ARCTICA gehören für mich zu den besten Power Metal-Scheiben der letzten Jahre. Nur mit dem letzten Album "Winterheart's Guild" vermochte ich mich bisher - trotz der nicht zu leugnenden Qualität - nicht 100%ig anzufreunden, da mir immer noch die letzten zündenden Momente fehlen, die den ersten beiden Alben eine faszinierende und unbeschwerte Aura verpassten. Nun katapultieren die Finnen mit "Reckoning Night" ihr viertes Studiogeschoss in die Erdumlaufbahn und urplötzlich ist man von der unfassbaren Faszination, die bereits "Ecliptica" und "Silence" ausstrahlten, wieder umgeben. Konnte man die Band um Sänger Tony Kakko und Gitarrist Jan Liimatainen (ALTARIA) bisher mit ihren Landsmännern STRATOVARIUS vergleichen, so hat mit "Reckoning Night" auch der Bombast a la BLIND GUARDIAN in den Sound der Jungspunde Einzug gehalten. Dieser Aspekt macht sich besonders in den Chören des Openers "Misplaced" und der Mitsing-Hymne "Don't Say A Word", welche genau wie ihr einleitendes Instrumental "Reckoning Day Reckoning Night" die Mystik von "Phantom Of The Opera" trägt, sowie des neoklassischen Hochgeschwindigkeitszugs "Wildfire" breit. Gelegentlich schwebt - wie etwa bei der Low/ Midtempo-Nummer "The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet" - auch der Geist von QUEEN über den Songs. Außerdem erweist sich der Midtempo-Epos "White Pearl Black Oceans..." als wahrer Geniestreich vor dem Herrn. Die perfekte Abrundung erfährt die Killerscheibe durch die megastarke (Semi)Acoustic-Ballade "Shamandalie". Auf den Bonustrack "Wrecking The Sphere", der wie ein liebloser Klon von TRINI LOPEZ' "Lemon Tree" klingt, hätte man gut und gerne verzichten können. Nichtsdestotrotz stellt "Reckoning Night" das wohl ausgereifteste und beste Album der Finnen dar, das in einigen Jahren sogar den Klassiker-Status erreichen könnte.

Sonny

Trackliste: 1. Misplaced - 2. Blinded No More - 3. Ain´t Your Fairytale - 4. Reckoning Day, Reckoning Night … - 5. Don´t Say A Word - 6. The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet - 7. My Senele - 8. Wildfire - 9. White Pearl, Black Oceans … - 10. Shamandalie - 11. Wrecking The Sphere (bonus)

Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast

weitere Reviews über SONATA ARCTICA:
SONATA ARCTICA/
Silence


HEARTPLAY/ Where The Deadends Meet
  • Band: Heartplay
  • Albumtitel: Where The Deadends Meet
  • Spielzeit: 39:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Toto, Heartland, Sahara
  • Veröffentlichung: 11.10.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Die Band HEARTPLAY wurde bereits 1997 von Sänger Kimmo Blom (URBAN TALE) und Keyboarder Sakari Salli gegründet und konnte mit ihrem selbstbetitelten Debüt in Finnland bereits zählbare Erfolge verbuchen. Nach drei Jahren Pause schieben die Finnen nun mit "Where The Deadends Meet" einen etwas schwerverdaulichen Nachfolger nach. Musikalisch bewegt man sich dabei zwischen typisch skandinavischen AOR und astreinem Westcoast der Marke TOTO. Allerdings ist das Quintett von der Klasse der oben genannten Vergleichsbands ein gutes Stück weit entfernt, sodass eigentlich nur die Genre-Freaks der Scheibe etwas abgewinnen dürften. Da laut Presse-Info das Songwriting diesmal anscheinend im Teamwork vonstatten ging, und die Songs irgendwie den überspringenden Funken vermissen lassen bzw. arrangementtechnisch zu überraschungslos durch die Gehörgänge plätschern, verdeutlicht sich an "Where The Deadends Meet" mal wieder, dass zu viele Köche einfach den Brei verderben. Unterm Strich bleibt ein AOR/ West Coast-Album, dass weder große Glanzpunkte zu setzen vermag, noch große Ausrutscher zu verzeichnen weiß. Als Anspieltipps kann man sich den AOR-Kracher "That Kind Of Girl", den flockigen Midtempo-Rocker "Greatful" oder das TOTOlastige "If There's A Way" auf den Notizzettel schreiben.

Sonny

Trackliste: 01. Dont You Ever Fall 3:09 - 02. That Kind Of Girl 3:39 - 03. Never Again 4:21 - 04. Grateful 3:20 - 05. Tempted 4:19 - 06. This Time 3:36 - 07. Silhouettes 5:07 - 08. If There's A Way 3:50 - 09. Running Man 4:04 - 10. Bridges Burning 4:03

Thanks to Sebastian @ MTM Music


JESSE DAMON/ Nothin' Else Matters
  • Band: Jesse Damon
  • Albumtitel: Nothin' Else Matters
  • Spielzeit: 38:54 min
  • Plattenfirma: Z Records/ Point Music
  • Vergleichbare Bands: (moderne) Dokken
  • Veröffentlichung: 06.10.2004
  • Wertung: 4,5/ 10

Review:
Als Sänger und Gitarrist von SILENT RAGE kam JESSE DAMON schon in den späten 80er Jahren nicht über den Status eines Insider-Tipps hinaus... und schon damals blieb bei mir trotz zweier heftig promoteter Veröffentlichungen lediglich (der allerdings coole Track) "Young, Rich & Pretty" in Erinnerung. Mit "Nothin' Else Matters" veröffentlicht JESSE DAMON nun seine zweite Soloplatte, über das frisch wiederauferstandene Z Records-Label. Bereits der bluesig angehauchte, völlig fehlbesetzte Opener lässt in mir die Frage "What You're Doing To Me" aufkommen ... der blecherne Sound erreicht, nicht zuletzt infolge des verwendeten Drum-Computers, bestenfalls mittlere Demo-Qualität und erweist sich schon nach Kurzem als nerv- und stimmungstötend: - Hey, Jesse you´re really "Messin´ With My Head"... Dass, wie auch schon auf seinen bisherigen Veröffentlichungen, KISS-Schlabberzunge Gene Simmons ins Songwriting integriert wurde, vermag die Songqualität auch nicht aus dem unteren Mittelmaß emporzuheben. Zu langatmig und nichtssagend ist das Groß der Songs auf "Nothin' Else Matters". Einziger Lichtblick ist das flotte und "New Rock meets 80ties" angehauchte "I Want You", mit dem JESSE DAMON zeigt, dass auch er noch im Stande ist, wahre Ohrwürmer zu kreieren. Allerdings ist ein wirklich guter Song, neben dem noch akzeptablen "The Good Life" in meinen Augen zu wenig, um sich nachhaltig aus der breiten Veröffentlichungsflut hervorzuheben. Auch die kurze Spielzeit von unter 40 Minuten lässt das Preis,- Leistungsverhältnis als arg unausgewogen erscheinen.

Florian

Trackliste: 01. What Your Doin To Me (3:49) - 02. Messin With My Head (3:12) - 03. Good Life (4:01) - 04. Don’t You Know (5:05) - 05. I Want You (3:02) - 06. Your My Reason For Livin (4:25) - 07. Fame That’s Callin (3:34) - 08. Nothing Else Matters (3:14) - 09. Where You Goin (3:49) - 10. Rains With Fire (3:57)

Thanks to Sven @ Music Consult

weitere Reviews über JESSE DAMON:
JESSE DAMON/
The Hand That Rocks


PRETTY BOY FLOYD/ Dirty Glam
  • Band: Pretty Boy Floyd
  • Albumtitel: Dirty Glam
  • Spielzeit: 72:16 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mausoleum Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Mötley Crüe, Poison, Jetboy
  • Veröffentlichung: 04.10.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Der Glam Rock scheint einfach nicht totzukriegen zu sein, denn wie kann man sich sonst die immer wieder häufiger werdenden Veröffentlichungen auf diesem Sektor erklären? Getreu nach dem Motto: "Unkraut vergeht nicht" hat sich diese gute Laune verbreitende und partytaugliche Musik - trotz einiger schier unüberbrückbaren Tiefen - nicht von der Grunge-Seuche und anderen Trends ersticken lassen. Nachdem Sänger Steve Summers als einzig verbliebenes Originalmitglied mit den neuformierten PRETTY BOY FLOYD im vergangenen März das neue Album "Size Really Doesn Matter" abgefeuert hatte, buddelt ex-Gitarrist Kristy "Krash" Majors immer wieder irgendwelche - nicht nachbearbeitete - Demo-Versionen und Studio-Recordings aus. Der neueste Abkömmling dieser Gattung hört auf den Titel "Dirty Glam" und ist im Grunde genommen eine Wiederveröffentlichung bzw. europäische Erstveröffentlichung der sträflich vernachlässigten 99er Scheibe "Porn Stars", die man mit sechs Demo-Versionen erweitert hat. Diese Demos sind zwar schon auf den verschiedenen PBF-Compilations ("Vault I +II", "The Night Belongs To The Young") von Perris Records erschienen, aber da besagte Scheiben nur jenseits des Atlantiks veröffentlicht wurden, macht eine erneute Verwertung der Songs durchaus Sinn. Die Highlights auf "Dirty Glam" sind eindeutig der stampfende "Good Girls Gone Bad" (hoher "Kick Ass"-Faktor) und die Mitsing-Nummer "48 Hours", die bei "Karate Kid III" zu Soundtrack-Ehren kam, sowie die Neuaufnahme des Klassikers "Leather Boyz With Electric Toyz", die der Glambande eigentlich noch besser gelungen ist als das eh schon geniale Original. Außerdem erweisen sich die Coverversionen von "Shout It Out Loud" (KISS), die um einiges rotziger ausfällt als die ursprüngliche Nummer, und ALICE COOPERs "Department Of Youth" als kleine Geniestreiche. Während das Original von Mr. Furnier cool im Midtempo vor sich hergroovt, entwickelt sich die PBF-Interpretation zu einer Uptempo-Nummer mit ordentlichem Mitsing-Charakter. Verwunderlich ist nur, das PRETTY BOY FLOYD eigentlich nie mit einer Ballade so richtig bekannt wurden, denn das verträumte "Shy Diana", welches galant zwischen Kuschelballade und Midtempo-Stampfer hin- und herpendelt, oder das gänsehauterregende "Summer Luv", stehen den Megahits ihrer Genre-Mates (z. B. POISONs "Every Rose Has Its Throns") in keinster Weise nach. Bei den ergänzenden Demo-Versionen muss man natürlich mit soundtechnischen Abstrichen rechnen, aber nichtsdestotrotz entpuppen sich die Boogie-Nummer "Gangster Of Love" und "Hands Of My Radio", das sich als eine gelungene Gratwanderung zwischen Glamrock und Stadionrock a la DEF LEPPARD darstellt, als ungeschliffene Diamanten. Da die Fans der Band bereits sämtliche auf dieser Scheibe enthaltenen Nummern in ihre Sammlung haben müssten, dürfte "Dirty Glam" eigentlich nur noch für Einsteiger eine lohnende Sache sein. Zumal dieses Album um Längen besser ist als das diesjährige Album "Size Really Doesn Matter". Nostalgie pur!!!

Sonny

Trackliste: 1. Good Girl Gone Bad - 2. Rock & Roll Outlaws - 3. Shy Diane - 4. Shout It Out Loud - 5. Leather Boys With Electric Toys - 6. I Wanna Be With You - 7. Saturday Nite [In The USA] - 8. 48 Hours - 9. Summer Luv - 10. Your Momma Won't Know - 11. Restless - 12. Set The Nite On Fire - 13. Departemt Of Youth - 14. Shut Up - 15. Gangster Of Love - 16. Hands Off My Radio - 17. Some Kind Of Voodoo - 18. We've Got Rock & Roll - 19. Leather Boys With Electric Toys

Thanks to Alfie @ Mausoleum Records

PRETTY BOY FLOYD/ Size Really Does Matter
PRETTY BOY FLOYD/
Tonight Belongs To The Young
PRETTY BOY FLOYD/
Vault II
PRETTY BOY FLOYD/
Leather Boyz With Electric Toyz


MYNTA/ Teabreak
  • Band: Mynta
  • Albumtitel: Teabreak
  • Spielzeit: 64:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Pläne Records/ BMG
  • Vergleichbare Bands: da fällt mir beim besten Willen nichts ein
  • Veröffentlichung: 04.10.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Das Fusion-Genre ist auf diesen Seiten bisher sehr stiefmütterlich behandelt worden, deshalb ist es nun wirklich an der Zeit auch diese Musikrichtung etwas eingehender zu beleuchten. Eine etwas ungewöhnliche Richtung - in einer eh schon etwas ausgefallenen Spielart - hat das 1979 gegründete Oktett MYNTA eingeschlagen. Ihre Fusion aus Blues, Jazz, Funk sowie afrikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen wird mit einer gehörigen Portion an indischen Klängen und skandinavischem Folk abgestimmt. Weltmusik-Freaks dürften vielleicht Namen wie Fazal Qureshi (Tabla, Canjira, Mouth Percussion), Shankar Mahadevan (Vocals) oder Jonas Knutsson (Alt- und Sopran-Saxophon) bekannt sein. Während Fazal Qureshi zu den weltbesten Tabla-Spielern gehört, zählt Jonas Knutsson seit Jahren zu den bekanntesten Improvisationsmusikern in seiner Heimat Schweden. Zu den hervorstechendsten Nummern auf ihrem mittlerweile siebten Studio-Album "Teabreak" gehören allem voran der von wunschschönen Violinen- (Santiago Jimenez) und Acoustic-Gitarren-Parts (Max Åhman) getragene "Song For Brahmaputra" und das afrikanisch anmutende "Jaana Kya Hua", das von Shankar Mahadevans Solo-Album "Breathless" stammt, sowie das jazzig-prickelnde "Mc Coy", das in Kombination mit hauchzarten Gesangsparts für Dauer-Gänsehaut sorgt. Des weiteren tun sich noch das folklastige "Bohccuii" und das quirlig-feurige Instrumental "Small And Angry", das nahezu sämtliche Einflüsse der Band in sich vereint, äußerst positiv hervor. Die abschließenden, recht beatlastigen Remixes des Titeltracks, von "Red Departure" und "Fuzzy" zeigen MYNTHA von einer Seite, die man ihnen vielleicht nicht so ganz zugetraut hätte, denn besagte Nummern könnte ich mir als willkommene Abwechslung in Playlists angesagter Techno/ Trance-Rock-Tempeln vorstellen. Ein Album, das für Fusion-Freaks, die ab und an auch über den Tellerrand hinausschauen, eine äußerst lohnenswerte Investition sein dürfte.

Sonny

Trackliste: 01. Teabreak [4:03] - 02. Song from Brahmaputra [3:30] - 03. Jaane Kya Hua [4.37] - 04. Fuzzy [3:18] - 05. OA's Celtic Dance [3:58] - 06. Sunset in Beijing [4:30]  - 07. Red Departure [3:22] - 08. Ten Years Ago [4:36] - 09. Bohccui [4:00] - 10. Dancer in the light [4:01] - 11. Small and angry [4:52] - 12. Mr. Coy [4:16] 
Bonustracks: 13. Teabreak-remix [4:54] - 14. Red Departure-remix [3:54] - 15. Fuzzy-remix [4:50]

Thanks to Jochen @ Pläne Records


BELLGRAVE/ My Soul Is My Gun
  • Band: Bellgrave
  • Albumtitel: My Soul Is My Gun
  • Spielzeit: 55:25 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Entombed meets Motörhead meets Megadeth/ Metallica
  • Veröffentlichung: 04.10.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Death Metal und der rotzige Sound von MOTÖRHEAD sind - abgesehen von wenigen Ausnahmen - nicht unbedingt mein Ding. Aber ich muss mir eingestehen, dass die Vermengung beider Komponenten - unter der Hinzunahme von stoner- ("Repayment") oder thrashlastigen ("When Rats Leave The Ship") Elementen - gewisse Reize zu bieten hat. Genau zwischen jenen Sparten scheinen BELLGRAVE ihr musikalisches Schlupfloch gefunden zu haben. Trotz ständiger LineUp-Wechsel hat die 1995 gegründete Band mit "My Soul Is My Gun" bereits ihr zweites Album eingespielt und obwohl die Band in der heutigen Besetzung erst seit 2001 zusammenspielt, präsentiert sich das Material auf ihrem Silberling nahezu aus einem Guss. Dabei dürfte wohl das Organ von Sänger Danny, welches irgendwie zwischen Dave Mustain (MEGADETH) und Lemmy Kilmister (MOTÖRHEAD) anzusiedeln ist, das markanteste Element im eigenwilligen Sound von BELLGRAVE sein. Die Höhepunkte einer recht rohen und abwechslungsreichen Scheibe sind der Titeltrack, der als melodischer Thrasher aus den Boxen donnert, und das doomlastige "Back In Town" sowie der "Rallesnakes Rattle", das in bester MOTÖRHEAD-Manier (mit modernem Touch) zelebriert wird. Weitere Anspieltipps wären das träg-lässig groovende "Discoureged" und der pushende "My Personal Hate-Song". Wer sich mit ENTOMBEDs Gratwanderung "Same Difference" schon anfreunden konnte, sollte auch "My Soul Is My Gun" unbedingt eine Chance geben. Es lohnt sich!

Sonny

Trackliste: 01. Cold Bleeding Angel - 02. My Soul Is My Gun - 03. Repayment - 04. Back In Town - 05. A Place For Sale - 06. Rattlesnake's Rattle - 07. P(r)ay and P(r)ay - 08. Coma-State - 09. When Rats Leave The Ship - 10. Discouraged - 11. One Hour - 12. My Personal Hate-song - 13. Things Called "Never Changed" - 14. With No Compromise

Thanks to Patrycja @ Locomotive Music


AYNSLEY LISTER/ Live!
  • Band: Aynsley Lister
  • Albumtitel: Live!
  • Spielzeit: 80:17 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Ruf Records
  • Vergleichbare Bands: ZZ Top, Cinderella, AC/DC, Chuck Berry
  • Veröffentlichung: 04.10.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Der junge Brite AYNSLEY LISTER gehört zweifelsohne zu den Aufsteigern der internationalen Blues Rock-Szene. Seit 1999 versorgt er uns in regelmäßigen Abständen mit virtuosem Blues Rock und hat es auf diese Weise mittlerweile zu drei außerordentlichen Studio-Alben gebracht. Nun will er uns anhand der vorliegenden Scheiben - nach "Supakev'n Pilchards" - bereits zum zweiten mal konserventechnisch von seinen Live-Qualitäten überzeugen. Im Gegensatz zum ersten Konzert-Mitschnitt ist er diesmal auf "Live!" mit einer kompletten Band zugange. Zwar eröffnet Mr. Lister - nur mit seiner Gitarre bewaffnet - auch den Gig in der Bonner Harmonie sozusagen als Alleinunterhalter und entflammt gleich zu Beginn des Sets das Publikum mit seinem erfrischenden und risikofreudigen Gitarrenspiel, aber spätestens mit dem Beginn von "Say Goodbye", einem Kracher der Marke CINDERELLA meets AC/DC, kann er sich der tatkräftigen Unterstützung der Ryhthmus-Fraktion James Towned (Bass) und Sarah Jones (Drums) gewiss sein. Neben einigen neuen Songs wie z. B. "Snake" oder dem bizarren Geshredere "Now You're Gone", das nahe an der Schmerzgrenze angesiedelt ist, präsentiert er uns eine gute Mischung aus seinen bisherigen Studio-Alben, wobei sich insbesondere "Angel 'O' Mine" und "Sometimes It Gets To Me" als königliche Live-Erlebnisse erweisen. Ich persönlich bevorzuge allerdings eher die etwas kürzeren Tracks, wie etwa den lässig-bluesy daherschleichenden "Soundman" (CHUCK BERRY lässt grüßen) und "Everything I Need", das wie eine Vermengung von ZZ TOPs "Sharp Dressed Man" und MINK DeVILLEs "Cadillac Walk" klingt. Leider hinterlässt das bassschwangere, auf gut 9min aufgeblasene "Take Me To The River" einen etwas faden Nachgeschmack, aber insgesamt darf diese Live-Darbietung als schöner Erfolg gesehen werden. Da das Spektakel am 23.03.2004 vom WDR im Verlaufe des Rockpalast Crossroads-Festivals aufgezeichnet wurde, schneit uns demnächst auch eine DVD gleichen Titels (mit jeder Menge Bonus-Material im Gepäck) ins Haus.
btw. Das junge Multi-Talent ist gerade auf Deutschland-Tour. Solltet ihr also daran interessiert sein AYNSLEY LISTER live zu sehen, dann findet ihr hier die aktuellen
Dates.

Sonny

Trackliste: 01. Aeroplane Blues - 02. As The Crow Flies - 03. Say Goodbye - 04. Balls Of Steel - 05. Snake - 06. Everything I Need - 07. Angel ‘O’ Mine - 08. Now You’re Gone - 09. Take Me To The River - 10. Runnin’ Out On Me - 11. Sometimes It Gets To Me - 12. Soundman - 13. Fallin’ Down

Thanks to Katrin @ Ruf Records


SAFE HAVEN/ Safe Haven
  • Band: Safe Haven
  • Albumtitel: Safe Haven
  • Spielzeit: 49:31 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Journey, Hardline, frühere Europe
  • Veröffentlichung: 01.10.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Goldkelchen Mike Vescera wird den meisten Musikfans durch seine Aktivitäten bei LOUDNESS, OBSESSION, YNGWIE MALMSTEEN oder seiner Band MVP bekannt sein. Während diese Bands bekanntlich vorwiegend dem Metal-Genre zuzuordnen sind, fischt Mr. Vescera mit seinem neuen Projekt SAFE HAVEN in ähnlichen Gewässern wie JOURNEY oder HARDLINE. Der Silberling präsentiert sich zu Beginn mit den beiden starken und kraftvollen Midtempo-Nummern "Do You Remember Me" und "In Your Heart" erfreulich schwungvoll und auch mit der sehr gefühlvollen Ballade "Sorry Baby" weiß das Quartett um den Ausnahmesänger vollends zu überzeugen. Trotzdem nimmt sich die Band - für meinen Geschmack - nach dem Kracher "Nothin' Like This Feeling" durch den wirklich großen Anteil von guten Balladen ("It Could Happen To You"/ "Fly Me Away") und Lowtempo-Nummern ("Now That Your Gone") irgendwie selbst den Wind aus den Segeln und sucht lieber die Obhut des sicheren Hafens auf. Ich denke, mehr Songs vom Kaliber der getragenen Hymne "You're Moving" oder des rotzigen Monstergroovers "Need A Change" hätten aus einem guten Album eine Hammerscheibe gemacht. Zumal man mit dem noch relativ unbekannten Gitarrist Eric Riordan (MVP) einen Mann in seinen Reihen weiß, dessen starkes Gitarrenspiel, welches für das ausdrucksstarke Organ von Mike Vescera nahrhaften Boden bildet, sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Kurzum: Hoffentlich bleibt es nicht der erste und letzte Output dieser Band, denn man darf wirklich gespannt sein, wie sich Vescera & Co. auf diesem ungewohnten Terrain weiterentwickeln.

Sonny

Trackliste: 01. Do You Remember Me 4:17 - 02. In Your Heart 5:03 - 03. It Could Happen To You 4:03 - 04. Sorry Baby 5:11 - 05. Nothin’ Like This Feeling 5:18 - 06. Fly Me Away 4:43 - 07. Have Faith, Believe 3:29 - 08. Now That Your Gone 5:60 - 09. You’re Movin’ On 5:00 - 10. Need A Change 2:31 - 11. I Forget The Words 3:26

Thanks to Sebastian @ MTM Music


ARAGON/ The Angels Tear
  • Band: Aragon
  • Albumtitel: The Angels Tears
  • Spielzeit: 43:17 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: LaBraD'or Records/ Holland Import
  • Vergleichbare Bands: Michael Ernst's Exacalibur, Alan Parsons, Pink Floyd, Stevie Vai
  • Veröffentlichung: ??.10.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Gut Ding will Weile haben! An diese Weisheit muss sich wohl auch das australische Prog Rock-Trio ARAGON erinnert haben als sie an das Songwriting für ihr mittlerweile fünftes Studio-Album "The Angels Tear" herangegangen sind. Zwar hat man 1999 zwischenzeitlich das bisher beste Werk "Mouse" (Original Release 1995) remastert und wiederveröffentlicht, aber zwischen der eigentlich letzten Scheibe "Mr. Angel" und dem neuen Werk liegen doch gut und gerne über 9 Jahre. Doch das Ergebnis auf "The Angels Tear" gibt den Mannen um Gitarrist/ Bassist John Polyannis unumwunden recht, denn hatte der Vorgänger noch eine nicht zu verleugnende Pop-Schlagseite, so hat man sich für den aktuellen Output wieder der Detailverliebtheit und dem Phantasiereichtum zu "Mouse"-Tagen entsonnen. Dieser Umstand macht sich nach wenigen Sekunden des Openers "Growing Up In Cuckoo Land", bei dem zwar Ähnlichkeiten zu ABC gelegentlich durchschimmern, aber durch belebende Samples und Gitarren-Riffs a la ZZ TOP seine Eigendynamik entwickelt, bemerkbar. Stilistisch hätten wahrscheinlich "Discovery" oder "The Room Of Brilliant Light", das von gefühlvollen Pianoklängen und Leadgitarren getragen wird, auch perfekt zu MICHAEL ERNSTs "Excalibur" gepasst. Bei den etwas längeren Nummern wie "In The Name Of God" oder dem genialen Titeltrack haben John Poloyannis und Sänger/ Schlagzeuger Les Dougan ihren ziemlich relaxten Sound mit der arrangementtechnischen Raffinesse von PINK FLOYD verfeinert. Trotz wunderschöner Melodien und harmonischer Arrangements wird die instrumentale Härte keinesfalls vernachlässigt, sondern kommt bei Nummern wie dem keltisch angehauchten "Copper Bob And The Pirates At The Gates Of Redemption" (Doublebass!) und "Voyeur", das sich als unruhigste und progressivste Darbietung erweist, wohldosiert zum Einsatz. Ein wunderschönes Album, für das man sich unbedingt Zeit nehmen sollte.
Bestellen könnt ihr "The Angels Tear" direkt bei
www.cdistributions.com oder in Deutschland bei www.justforkicks.de

Sonny

Trackliste: 1. Growing Up In Cuckoo Land (3:36) - 2. Discovery (1:58) - 3. The Room Of Brilliant Light (3:38) - 4. In The Name Of God (9:17) - 5. Copper Bob And The Pirates At The Gates Of Redemption (2:24) - 6. The Angels Tear (12:57) - 7. Voyeur (3:49) - 8. The Silent Field (5:36)

Thanks to Marc @ LaBraD'or Records


DOGS ON LEAD/ Play It Loud
  • Band: Dogs On Lead
  • Albumtitel: Play It Loud! (EP)/ Encounter (Single/ Radio-Version 2004)
  • Spielzeit: 54:07 min/ 04:52 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion, Deutschland
  • Vergleichbare Bands: AC/DC, Bon Jovi, ZZ Top, Van Halen
  • Veröffentlichung: ??.10.2004
  • Wertung: 7/ 10
DOGS ON LEAD/ Encounter (Radio Version 2004)

Review:
Nach dem Namen der Band könnte man fast annehmen, dass es sich hier um eine ACCEPT-Coverband handelt. - Aber weit gefehlt, denn DOGS ON LEAD haben überhaupt nichts mit den einstigen Vorzeige-Metallern um Udo Dirkschneider gemeinsam. Vielmehr macht der niedersächsische Vierer um den Sänger Thomas Fallschessel, der ein äußerst vielseitiges Organ besitzt, auf seiner 6 Track Promo-CD sein ganz eigenes rotziges Ding, das sich nicht so leicht eingrenzen lässt. So könnte man z. B. im Laufe des groovigen Openers "R.I.P. Off" des Öfteren Vergleiche zu AC/DC ziehen. Andererseits biegt die schmissige Nummer "Encounter" mit Gitarren a la VAN HALEN um die Ecke und die Midtempo-Hymne "Take Hold Of The Flame" könnte durchaus einer Zusammenarbeit zwischen BON JOVI (Gesang) und LED ZEPPELIN (Groove) entsprungen sein. Leider können die restlichen drei Nummern nicht ganz halten, was das äußerst schwungvolle Opener-Trio verspricht. Trotzdem sollte man sich den interessanten Finisher "Canada", der ZZ TOPsche Gitarren mit einer zarten Prise Alternative Rock in Verbindung bringt, noch etwas genauer anhören. Außerdem macht die überarbeitete Radio-Version von "Encounter", die im Frühjahr 2005 als Single veröffentlicht werden soll, verdammt neugierig auf das erste "full length"-Album von DOL. Fazit: Eigentlich dürfte der längst fällige Plattenvertrag nur noch eine Frage der Zeit sein.
Wer sich für das Material von DOGS ON LEAD interessiert sollte sich mal unter
www.dolmusic.de umschauen und -hören. Dort ist auch das Demo "Play It Loud" für 8,- € erhältlich.

Sonny

Trackliste: 6 Track Demo-CD
1. R.I.P. Off - 2. Encounter - 3. Take Hold Of The Flame - 4. Jump Into Hot Water - 5. A Day In Arabia - 6. Canada
Single:
Encounter (Radio Version 2004)

Thanks to Kimmy @ KBManagement International


NEMO/ Prélude À La Ruine
  • Band: Nemo
  • Albumtitel: Prélude À La Ruine
  • Spielzeit: 62:02 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Quadrofonic/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: Dream Theater, Erik Norlander (nur annähernd)
  • Veröffentlichung: ??.10.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Als ob die französische Sprache in Verbindung mit harten Klängen nicht schon strange genug wäre, nein, es muss dann auch noch unbedingt Progressive Rock/ Metal sein?!? – Scheinbar!?! Zwar erscheint diese Kombination zu Beginn äußerst schwerverdaulich, aber im Verlauf der Spielzeit offenbart "Prélude À La Ruine" sein „eigenartiges“ Gesicht. Auf seinem dritten Album scheint das virtuose Quartett um Gitarrist, Sänger und Songwriter Jean Pierre Lowveton etwas härter zu Werke zu gehen ("Les Yeux Fermés (Le Retour De L'ogre)") als auf den beiden Vorgängern. Zwar liegt die Hauptessenz immer noch in einer wilddosierten Abstimmung zwischen Retro-/ Neo-Prog, leichten Jazz-Einflüssen und symphonischen Hard Rock, aber der metallische Aspekt (um nach den älteren Soundfiles auf der Band-Homepage zu urteilen) hat hörbar zugenommen. Dreh- und Angelpunkt auf diesem Album ist für mich "Le Monde À L'envers", denn das dreiteilige Finale gestaltet sich – aufgrund seines starken Wechselspiels zwischen relaxten und nachdenklichen, melodischen rockenden und aggressiven Parts – um einiges spannender als der Rest des Albums. Am instrumentalen Können der einzelnen Herrschaften gibt es nichts zu mäkeln und auch die Produktion ist von der gehobenen Sorte, aber insgesamt gesehen ist mir das ganze Paket doch noch etwas zu sperrig und zu frickelig ausgefallen. Fazit: Diese Konzept-Scheibe ist ein klarer Fall für Prog-Puristen, die sich sprachtechnisch offen zeigen können. Diese Klientel wird auf www.justforkicks.de aller bestens bedient, denn dort findet ihr u. a. auch das Vorgänger-Album "
Présages".

Sonny

Trackliste: 1. Les Temps Modernes 7'58 - 2. 1914 7'40 - 3. O.G.R.E. (Où La Guerre Réveille L'économie) 4'54 - 4. Prélude À La Ruine 1'24 - 5. Les Yeux Fermés (Le Retour De L'Ogre) 6'28 - 6. Eve Et Le Génie Du Mal 4'35 - 7. Tous Les Chemins 9'04 - 8. Cluster 84 5'17 - 9. Le Monde À L'envers 13'34: a) Une Dernière Valse , b) Du Mauvais Côté , c) Epitaphe  

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


IONQUEST/ Ionquest
  • Band: Ion Quest

  • Albumtitel: Ion Quest

  • Spielzeit: 51:24 min

  • Plattenfirma/ Vertrieb: O.I.E. Records/ Just For Kicks

  • Vergleichbare Bands: Doors ohne Gesang

  • Veröffentlichung: ??.10.2004

  • Wertung: 1/ 10

Review:
Was soll das? Sind IONQUEST eine ABM-Massnahme im Hartz V-Bereich? Sechziger-Jahre-Instrumental-Improvisationen, ein krudes harmonisches Gehacke, rhythmisch ohne jeglichen Groove mit den handwerklichen Fähigkeiten einer Schülerband. Muss den heutzutage eigentlich jeder Proberaum-Cassettenrecorder-Mitschnitt auf CD gepresst werden... ???

Axel „Ironfinger“ Ritt

Trackliste: 1. Shazbot - 2. Logic - 3. Gunk - 4. Gran Falloon - 5. Julio's Thesis - 6. Pablo Pequeno Vencio' El Toro Pt.1 - 7. Pablo Pequeno Vencio' El Toro Pt.2 - 8. Peanut Butter - 9. Slogo

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music

Last Update: Sunday, 19. June 2005
created in January 2001 © by
Sonny