![]() |
|
Review:
Es gibt in Deutschland nicht viele Melodic Rockbands, die nahezu
weltweit Kultstatus genießen. Zu jener rar gesäten Spezies
gehören mit Sicherheit CASANOVA. Nachdem ihre dritte
Studio-Scheibe "Heroes" Ende der 90er - aufgrund von
Labelproblemen - nur im Land der aufgehenden Sonne
veröffentlicht wurde, startet das Quartett um Sänger, Gitarrist
und Producer Michael Voss (SILVER, ex-DEMON DRIVE) nun mit seinem
heißersehnten Comeback-Album durch. Unter dem Titel "All
Beauty Must Die" hat die Band (im Original-LineUp) knapp ein
Dutzend Juwelen zutage gefördert, die nicht nur an die Klasse
der mittlerweile zu Klassiker-Objekten gereiften Vorgänger
herankommen, sondern selbige sogar noch toppen können. Gewiss,
die großen Verführer sind nach "Heroes" nicht einfach
stehen geblieben, sondern haben sich Gott sei Dank auch
weiterentwickelt. Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied,
dass diese Weiterentwicklung keineswegs auf Kosten der eigenen
Trademarks gegangen ist. Vielmehr hat man sozusagen die alten
Stärken mit den Mitteln der heutigen Technik und ein paar
modernen Elementen (z. B. "Psycho Lisa") ergänzt und
sie fit fürs neue Millennium gemacht. Egal ob nun gerade der
dramatisch-melodische Opener "On My Love", der
schwungvolle Stampfer "Happy" oder der moderne Groover
"Not Over" gerade durch die Boxen huschen, sämtliche
Nummern gehen auf Anhieb ins Ohr und brennen sich auf der
menschlichen Festplatte unweigerlich für alle Ewigkeiten ein.
Die Herren Michael Voss, Stephan Neumeier (Guitars), Jürgen
Attig (Bass) und Drummer Michael Eurich (ex-WARLOCK) haben auf
dieser Scheibe wirklich nichts dem Zufall überlassen und konnten
sogar den Hitfabrikanten RUSS BALLARD als Songwriter für sich
gewinnen. So hat der Meister Herrn Voss mit dem lässigen
"Would I Lie To You" eine Mitsing-Hymne aller erster
Sahne auf den Leib geschneidert. Außerdem könnten sich DEF
LEPPARD von den Deutschen eine gehörige Scheibe abschneiden,
denn mit dem Stampfer "Lying" demonstrieren CASANOVA
par excellence wie Stadion Rock in der heutigen Zeit zu klingen
hat. Als weitere Appetit-Happen möchte ich euch noch die
radiotaugliche Acoustic-Nummer "Last Of The Runaways",
die modern angelegte Midtempo-Hymne "Under My Skin",
die mich hier und da an die früheren TEENS erinnert, oder den
abschließenden "Guitarman", der stellenweise durch
BEATLESche Arrangements glänzt, wärmstens empfehlen.
Abschließend bleibt noch zu vermerken, dass Herr Voss
gesangstechnisch bestens im Saft steht. Zwar gehört er für mich
von jeher zu den besten Sängern in unseren Breiten, aber so
stark wie auf "All Beauty Must Die" habe ich ihn noch
nie erlebt. Also, um die Schönheit des deutschen Melodic Rocks
braucht es uns nicht Bange werden, denn so lange es solche Bands
wie CASANOVA gibt, werden wir uns noch lange über diese Art von
Musik freuen können. "All Beauty Must Die" wird
bestimmt - wie auch seine Vorgänger - zum Klassiker reifen!!!
Bleibt eigentlich nur noch zu hoffen, das uns CASANOVA alsbald
auch bühnentechnisch heimsuchen.
| Trackliste: | 1. On My Love |
Thanks to Birgitt @ Germusica
![]() |
|
Review:
FRANK ZANDER dürfte in Hard Rock-Kreisen bestimmt kein Fremder
mehr sein, denn schließlich gehören seine auflockernden Hits
wie "Captain Starlight" oder "Jetzt Kommt
Kurt" zum festen Bestandteil einer unterhaltsamen Hard
Rock-Party. Nachdem er sich in den letzten Jahren ganz vom
härteren Metier verabschiedet hat, kehrt er - frei nach dem
Motto "... wenn er aus der Kiste steigt, dann rockt die
ganze Gruft" - düsterer, mystischer und härter denn je
zurück und macht dem Albumtitel "Rabenschwarz" alle
Ehre. Obwohl soundtechnisch vielleicht gelegentlich Parallelen zu
JOACHIM WITT zu ziehen sind, ist FRANK ZANDER meilenweit davon
entfernt den NDH-Rocker nachzuahmen. Vielmehr zeigt der
Entertainer, dass sein schwarzer Humor noch bissiger geworden ist
und dabei nicht das nötige Augenzwinkern vernachlässigt.
Besitzt er doch tatsächlich die Schlitzohrigkeit (böse Zungen
mögen ihm vielleicht Bosheit unterstellen) einigen Songs seiner
werten Schlagerkollegen ein ziemlich düsteres und mächtig
groovendes Gewand zu verpassen. Zu diesen Ehren kommen u. a.
GUNTER GABRIELs "Komm Unter Meine Decke" oder
"Dich Zu Lieben" (Im Original von ROLAND KAISER).
Während erstere Nummer mit einem Mördergroove und Wolfsgeheule
ein wirklich gruseliges Flair verbreitet, sind bei anderer kurze
Zitate aus den eingangs genannten Hits auszumachen. Allerdings
zählen Versionen des MATTHIAS REIM-Hits "Verdammt Ich Lieb'
Dich", das ziemlich nahe am Original angelehnt ist, und
"17 Jahr Blondes Haar" (UDO JÜRGENS), das mit
ordentlichen Zappelfaktor glänzt, zu den raffiniertesten
Interpretationen. Unter diese gelungenen Cover-Versionen hat Herr
ZANDER natürlich auch sein eigenes Material gestreut. Von
besagten Songs sind besonders das erschaudernde
"Nachbar" und die Dance-Floor-Stampfer "Abwärts -
Nick Nack Man Now", der in den Tanztempeln der Nation für
überfüllte Tanzflächen sorgen dürfte, mit einer saftigen
Portion Hitpotenzial ausgestattet. Zwischendurch wird die
düstere Stimmung mit gespielten Sketchen etwas aufgelockert
("Bratwurst") bzw. auch noch mehr intensiviert
("Guillotine"). Diese Zwischenspiele verdeutlichen
einmal mehr FRANK ZANDERs sensibles Gespür für Humor, das ein
gewisser LANOO (in unseren Breiten besser bekannt als CHRISTIAN
ANDERS) - in Anbetracht der düsteren Arrangements seines Hits
"Es Fährt Ein Zug Nach Nirgendwo" - tunlichst
vermissen lässt. Fazit: FRANK ZANDER frischt mit diesem Album
seinen unumstößlichen Kult-Status in den härteren Kreisen
ordentlich auf. Schlagerfuzzies, die keinen Spaß verstehen,
sollten den Warnungshinweis auf der CD tunlichst folge leisten.
"Das Ende Des Deutschen Schlagers - Vor dem Hören dieser CD
fragen Sie bitte ihren Arzt oder Apotheker"... soll mir
nachher ja keiner kommen, er wäre nicht eindringlichst gewarnt
worden ;-)
| Trackliste: | 01. Komm unter meine Decke |
Thanks to Dana @ Gordeon Music
weitere Reviews über FRANK ZANDER:
FRANK ZANDER/ 100% Kult - Wahnsinn +
Zander's Zorn (2 CD Kult Edition) (Kult-Tipp/ February 2007)
FRANK ZANDER/ Rabenschwarz # 2
(Deutsch Rock-Tipp/ November 2005)
![]() |
|
Review:
Obwohl GUY MANNING uns seit 1999 in schöner Regelmäßigkeit mit
seinen Solo-Alben versorgt, habe ich bisher noch keinen Output
des Engländers zu Ohren bekommen. Und da das künstlerische
Cover-Artwork auch eher auf ein Prog Rock-Album in Reinkultur
schließen lässt, war ich der Meinung, dass mir
höchstwahrscheinlich nichts Essenzielles damit entgangen ist.
Diese Meinung musste ich aber schneller revidieren als mir lieb
war, denn der Opener "The Dream" steht eher für den
Beginn einer relaxten und düster-romantischen Reise durch das
Leben von Abel Mann (einem Charakter, den der Sänger und
Multi-Instrumentalist bereits für sein Debüt "Tall Stories
For Small Children" erfunden hat) und die hat eigentlich so
gar nichts mit Prog Rock zu tun. Die Geschichte verteilt sich auf
neun Kapitel in denen gefühlvolle Gitarren- und Stringparts,
filigran-dezente Keyboardparts, emotionsgeladene Saxophon- und
charmant-lispelnde Gesangspassagen zu einem 53minütigen
Kunstwerk geformt werden. Trotz der thematischbedingten,
melancholischen und depressiven Grundessenz des Konzeptalbums,
werden auch sehr optimistische ("Silent Man") -
stellenweise sogar fröhliche ("Midnight Snail") -
Klänge angeschlagen. Obwohl das abschließende "Midnight
Snail" ziemlich rockig ausfällt (erinnert irgendwie an die
"Rocky Horror Picture Show"), fällt es schwer "A
Matter Of Life & Death (The Journal Of Abel Mann)" in
eine Prog Rock-Schublade zu stecken. Vielmehr stellt die Scheibe
eine wohlgelungene und -tuende Melange aus seichten Jazz, Blues,
Folk und Soft Rock dar, die wahnsinnig viel Atmosphäre in sich
birgt. Fazit: "A Matter Of Life & Death (The Journal Of
Abel Mann)" ist eine sehr gute und sehr unterhaltsame
Geschichte geworden, bei der es jede Menge toller Sachen zu
entdeckten gilt.
Mich hat dieses Album auf alle Fälle auch auf die
Vorgänger-Scheiben neugierig gemacht.
| Trackliste: | 01. The Dream |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
weitere Reviews über MANNING
MANNING/ Anser's Tree
(Special-Tipp/ October 2006)
MANNING/ One Small Step...
![]() |
|
Review:
Gothic Metal in Kombination mit klassisch ausgebildeten
Sängerinnen steht ja momentan in seiner vollen Blütezeit. Nur
wundert mich bei diesem ganzen Hype um diesen Stil, dass zwar
Bands wie WITHOUT TEMPTATION oder EVANESCENE regelmäßig in den
Charts auftauchen, aber EDENBRIDGE - trotz regelmäßiger und
qualitativ hochwertiger Alben - nicht mit dem längst
überfälligen Top-Erfolg belohnt werden. Waren die Österreicher
nicht die Ersten, die - neben den Genre-Leadern NIGHTWISH -
diesen Sound bekannt gemacht haben? Mit dem neuesten Output, der
auf den hoffnungsvollen Titel "Shine" hört, sollte
sich aber nun doch auch der charttechnische Durchbruch
einstellen, denn das Material ist um eine gehörige Portion
kompakter, eingängiger und runder als auf seinen - wahrlich
nicht schlechten - Vorgängern. Herzstück der Linzer sind
zweifelsohne Sängerin Sabine Edelsbacher, die sich einer Tarja
Turunen als völlig ebenbürtig erweist, und Bandkopf/ Gitarrist/
Produzent Lanvall, der für mich schon seit Jahren zu den
begnadetsten Musikern im deutschsprachigen Raum zählt. Belege
für diese Behauptungen findet man auf "Shine" derer 11
Stück (inklusive Bonus Track), von denen sich u. a. der
imposant-dramatische Titeltrack (Singleauskopplung), der
bombastisch-stampfende "October Sky" oder die
gefühlvolle Pianonummer "Elsewhere", bei der Sabine
Edelsbachers liebliches und ausdruckstarkes Organ von wohltuenden
Oboenklängen untermalt wird, hervorragend als Anspieltipps
eignen. Meine ganz persönlichen Highlights sind die Ballade
"Centennial Legend" oder der exotische Midtempo-Rocker
"Wild Child", der von chinesischen Saitenklängen
dominiert wird, die mit zunehmender Spieldauer ins Irische
überschwappen. Saitenvirtuose und Keyborder Lanvall scheint eine
besondere Vorliebe für asiatisch bzw. orientalische Klänge zu
haben, denn auch bei der Doublebass-Hymne "Move Along
Home" blitzen derartige Elemente ordentlich auf. Insgesamt
gesehen haben EDENBRIDGE ihre instrumentale Härte auf
"Shine" etwas in den Hintergrund gerückt und ihr
Hauptohrenmerk auf die Melodien und eingängige Texte gelegt, was
dem stets eigenständigen Sound der Band hörbar gut tut.
Schlichtweg genial!
Diese Band muss ich unbedingt mal live erleben!
| Trackliste: | 1. Shine - 2. Move Along Home - 3. Centennial Legend - 4. Wild Chase - 5. And The Road Goes On - 6. What You Leave Behind - 7. Elsewhere - 8. October Sky - 9. The Canterville Prophecy - 10. On Scared Ground (bonus track) |
Thanks to Lanvall @ Edenbridge
weitere Reviews über
EDENBRIGDE:
EDENBRIDGE/ The Grand Design
(Earcatcher/ May 2006)
EDENBRIDGE/ Arcana
![]() |
|
Review:
Langsam nahen die besinnlichen Tage und wie jedes Jahr um diese
Zeit wird das Hard Rock- und Heavy Metal-Volk von Best
Of-Zusammenstellungen und ähnlichen Compilations überflutet. In
den meisten Fällen handelt es sich um den x-ten Aufguss von Hits
und Klassikern, die eigentlich eh schon so ziemlich in jedem
gutgeführten Genre-Haushalt zu finden sein müssten. Äußerst
willkommene und erfreuliche Ausnahmen stellen immer wieder die
Balladen-Alben von Deutschlands führenden Rockgitarristen AXEL
RUDI PELL dar, denn etwa im Abstand von jeweils fünf Jahren
fasst der Wattenscheider Saitenhexer nun mittlerweile schon zum
dritten Mal seine ruhigsten und gefühlvollsten Momente der
zurückliegenden Studio-Scheiben auf einem erlesenen
Balladen-Album zusammen. Im Falle von "Ballads III"
wurden also "Masquerade Ball" (2000), "Shadow
Zone" (2002) und "Kings And Queens" (2004)
berücksichtigt. Aufgrund der gemäßigteren stilistischen
Ausrichtung von "Shadow Zone" besitzt dieses Album auch
mit seinem Intro "The Curse Of The Chains", dem
hymnisch-quirligen "Heartbreaker", "All The Rest
Of My Life" und dem melodisch-wummernden "Under The
Gun" den größten Anteil an dieser Zusammenstellung. Vom
aktuellen Longplayer werden "Forever Angel" und das
8min Epos "Sea Of Evil", welches meines Erachtens zu
den besten Nummern gehört, die AXEL RUDI PELL jemals eingespielt
hat, zurecht mit Balladen-Ehren gekürt. Gekrönt wird dieser
Silberling mit den drei neuen bzw. neu eingespielten Nummern, die
sich aus dem gefühlsechten Opener "Don't Say Goodbye",
der Coverversion des RAINBOW-Klassikers "The Temple Of The
King" und der Acoustic-Version von "Forever Angel"
zusammensetzen. Insbesondere letzteren Song möchte ich
hervorheben, denn diese auf das Nötigste reduzierte Nummer
besitzt noch mehr Gänsehaut-Potenzial als die ursprüngliche -
eh schon geniale - Albumversion. Getragen von Herrn PELLs
unnachahmlichen und gefühlvollen Gitarrenspiel (man möchte fast
sagen, dass der Meister sein Werkzeug wie eine Geliebte
streichelt ;-) entwickelt sich das phänomenale Organ von Johnny
Gioeli zu einem einzigartigen Rausch der Sinne. Obwohl ich den
beiden Vorgängern nichts an Qualität absprechen möchte, hat
für mich "Ballads III" intensivste Wirkung und die
geschlossenste Aussagekraft, zumal sämtliche Nummern von Johnny
"sexy voice" Gioeli eingesungen wurden. Komplettiert
wird die Trackliste noch durch "The Line" und "The
Temple Of The Holy", das mit den lässig angeschlagenen
Piano-Elementen von Ferdy Doernberg den Nährboden für leicht
orchestrale Einschläge bietet und hervorragend mit dem
beruhigenden Gitarrenpassagen des Meisters harmoniert. Bleibt zum
guten Schluss nur noch die Frage offen, warum uns der blonde
Saitenstreichler eigentlich noch mit keiner Acoustic-Scheibe
heimgesucht hat? Wie wär's damit Herr PELL?!?
| Trackliste: | 1. Don't Say Goodbye - 2. Forever Angel (accoustic) - 3. The Temple Of The King - 4. Heartbreaker - 5. The Line - 6. Sea Of Evil - 7. The Curse Of The Chains - 8. All The Rest Of My Life - 9. Forever Angel - 10. The Temple Of The Holy - 11. Under The Gun |
Thanks to Martin @ SPV
weitere Reviews über
AXEL RUDI PELL:
AXEL RUDI PELL/ Mystica (Album
Of The Month/ August 2006)
AXEL RUDI PELL/ Kings & Queens
AXEL RUDI PELL/ Knights Live
AXEL RUDI PELL/ Shadow Zone
![]() |
|
Review:
Bereits für ihren letzten Output "Madtropolis" haben
CHINCHILLA ihre Beißerchen ordentlich geschärft und konnten
mich größtenteils damit überzeugen. Doch was uns die Band um
Kreativkopf Udo Gerstenmeyer (Guitars, Keyboards) jedoch auf
ihrem neuesten Album kredenzen, gleicht eher der Bissigkeit eines
ganzen Rudels von metalbesessenen Nagetieren. Zehn Metal-Hymen
mit vorwiegend sozialkritischen Texten, wie sie bissiger kaum
sein können, vereinen sich zu einem Hammerwerk mit dem
denkwürdigen Titel "Take No Prisoners". Gleich zu
Beginn wird dem Zuhörer anhand von "The Allmighty
Power", das auf den Konzertbühnen wie eine Rakete abgehen
dürfte, eine gehörige Breitseite verpasst. Auch "The
Call" und der rotzige Titeltrack, die sich mit ordentlichen
Doublebass-Attacken durch die Gehörgänge prügeln, laden zum
hemmungslosen Headbanging ein. Erst mit "Lost Control",
einem Midtempo-Kracher in bester MANOWAR-Manier, geht das
stählerne Kleeblatt etwas vom Gas, bevor man mit dem orchestral
anrangierten "Silent Moments", das in angenehmer Weise
- ohne Kopie-Faktor - an EDGUY erinnert, entgültig in balladeske
Gefilde abdriftet. Auf diesem Album treffen dominante Gitarren,
dezent eingesetzte Keyboards und eine druckvolle Rhythmussektion
auf das facettenreiche Organ von Thomas Laasch, das irgendwo
zwischen Tobias Sammet (EDGUY), Bruce Dickinson (IRON MAIDEN) und
Eric Adams (MANOWAR) anzusiedeln ist. "Take No
Prisoners" zieht - trotz des etwas widersprüchlichen Titels
- die Zuhörer schon vom ersten Augenblick an in seinen Bann und
man muss wohl neidlos zugeben, dass CHINCHILLA mit diesem Album
wohl endgültig ihr Meisterwerk abgeliefert haben. Well done,
Nagetiere!
| Trackliste: | 1. The Almighty Power - 2. Death Is The Grand Leveller - 3. The Call - 4. The Ripper - 5. Take No Prisoners - 6. Lost Control - 7. Money Talks - 8. Silent Moments - 9. Stillborn Soul - 10. Rich Hounds |
Thanks to Britta @ ICS Germany
weitere Reviews über
CHINCHILLA:
CHINCHILLA/ Madtropolis
![]() |
|
Review:
Mit "Apocalipsis" legen die Spanier von TIERRA SANTA
ihr mittlerweile sechstes und bis dato bestes Studio-Album vor.
Während auf "Sangre De Reyes" (2001) die
Marschrichtung zwischen HAMMERFALL und IRON MAIDEN dingfest zu
machen war, hat sich das Gewicht auf "Indomable" (2003)
mehr in die Richtung ihrer Landsmänner HEROES DEL SILENCIO
verschoben. Mit ihrem neuesten Album haben sie sich mehr oder
weniger ganz von den Einflüssen der britischen Vorzeigemetaller
gelöst und scheinen nun endlich ihren ganz eigenen Sound
gefunden zu haben. Zwar erinnert z. B. "El Grito De La
Tierra" oder "Esta Terra Es Mía" noch
stellenweise an die "Eiserne Jungfrau", aber durch die
verstärkten Keyboard-Passagen klingt die Sache um einiges
eingängiger, mitreißender, ausgereifter und eigenständiger als
noch auf den beiden (wahrlich nicht schlechten) letzten Scheiben.
Großen Anteil an diesem Umstand hat nicht zuletzt das
ausdruckstarke Organ und das unglaublich variable Gitarrenspiel
von Sänger und Saitenhexer Angel. Als Anspieltipps sollte man
sich unbedingt die Hymne "Rumbo A Las Estrellas", die
gelegentlich in fast radiotaugliche VAN HALENsche Gefilde
abdriftet, und "La Ira Del Cielo" (ein Hauch von
SCORPIONS) oder "Sonar Con Ella", das mit einem
bestechenden Gitarrensolo aufwartet, zu Gehör führen. Ein
Album, das - ohne einen Ausrutscher zu verzeichnen - von Song
Número Uno bis Diez wie die Hölle und extrem eingängig
abrockt. Erst mit der abschließenden Ballade "Hermano Del
Viento" geht das vierblättrige Kleeblatt vehement vom Gas,
um "Apocalipsis" gedämpft ausklingen zu lassen. El
mejor álbum hasta ahora!
| Trackliste: | 1. Nerón - 2. Apocalipsis - 3. Nací Siendo Libre - 4. Tu Misión - 5. Kamikaze - 6. Rumbo A Las estrellas - 7. La Ira Del Cielo - 8. El Grito De La Tierra - 9. Sonar Con Ella - 10. Esta Terra Es Mía - 11. H'ermano Del Vienta |
Thanks to Patrycja @ Locomotive Music
weitere Reviews über
TIERRA SANTA:
TIERRA SANTA/ Mejor Morir En Pie
TIERRA SANTA/ Las
Mil Y Una Noches
TIERRA SANTA/ Indomable
TIERRA SANTA/ Sangre De Reyes
![]() |
|
Review:
Nachdem Sänger Michael Bormann dieses Jahr schon an zwei
herausragenden Alben (JADED HEARTs "Trust" und 20TH
CENTURY BOYS) beteiligt war, erfreut er uns dieser Tage mit dem
überraschenden Zweitling von CHARADE. Das Material des
Erstlings, das Angel Schleifer (ex-BONFIRE, ex-DEMON DRIVE) und
er Anfang der 90er gemeinsam geschrieben haben, sollte eigentlich
für ein BONFIRE-Album mit ihm als Sänger sein. Doch durch die
damals grassierende Grungesuche war dieses Vorhaben zum Scheitern
verurteilt. Da Angel Schleifer das Material einfach für zu gut
hielt, um es in den Archiven verstauben zu lassen, bot er es in
Japan zur Veröffentlichung an und konnte 1998 prompt für
"I" einen Deal bei Bareknuckle an Land ziehen. Auch die
Ideen für "II" stammen aus besagten Sessions, nur hat
sich die Fertigstellung des Materials aufgrund der verschiedenen
Verpflichtungen der beiden Ausnahmemusiker immer wieder
verschoben. Dieser Tage kommt "II" - mit dem
"Japan only"-Debüt im Gepäck - nun endlich in die
Läden der Nation. Aber dieser verlängerte
"Reifeprozess" scheint den Songs wirklich gut getan zu
haben. So hätten z. B. das anschmiegsame "Like The Way It
Is" oder der Midtempo-Schmeichler "Everyday And
Everytime", gut und gerne auf Herrn Bormanns großartigen
Solo-Debüt stehen können. Doch das Duo bewegt sich keinesfalls
nur auf reinen Weichspüler-Pfaden, sondern es kann auch
äußerst gepflegt abrocken, wie das Riffmonster "Call Of
The Wild" oder der treibende Opener eindrucksvoll
bestätigen. Zwar beginnt "In The End" mit einem für
Anfang der 90er typischen Balladen-Intro, aber die Nummer
entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer zu einer prächtigen
Doublebass-Hymne. Meine absoluten Faves sind allerdings die
Gänsehaut-Nummer "When It Just Was Me And You", für
die ein BRYAN ADAMS wahrscheinlich ohne einen Tropfen Wasser
durch die Wüste laufen würde, und der extrem eingängige
Midtempo-Groover "Somebody's Waiting". Vom beiliegenden
Debüt, das eine etwas härtere Gangart anschlägt, prägen sich
besonders der fulminante Opener "Call My Name", die an
BON JOVI erinnernde Acoustic-Nummer "Heart To Heart"
und die seichte Ballade "Caroline" in der menschlichen
Festplatte ein. Fazit: Einfach knackiger Melodic Rock, wie er
ursprünglicher nicht sein könnte. Ein wirklich geniales und
lohneswertes Package, das jeder anspruchsvolle Melodic Rock-Fan
in seiner Sammlung haben sollte, zumal dieses limitierte
Doppelalbum zum Preis von einer CD zu haben ist. - Mehr als nur
ein Trostpflaster für alle, die den gemeinsamen Zeiten von
Michael Bormann und JADED HEAT nachtrauern.
| Trackliste: | CD 1: 1. In The end - 2. Like The Way It
Is - 3. Dangerous Child - 4. American Mama - 5. Everyday
And Everytime - 6. Fatal Destiny - 7. When It Was Just Me
and You - 8. Somebody's Waiting - 9. Call Of The Wild -
10. Perfect Yesterday - 11. Why Did You Take My Pride CD 2: 1. Call My Name - 2. You're My Home - 3. Heart To Heart - 4. Angel In Hell - 5. Whisper In The Wind - 6. Caroline - 7. Waitin' For Love - 8. Love Will Open The Door - 9. Bad Boys - 10. Heaven |
Thanks to Sven @ Music Consult
![]() |
|
Review:
Es ist noch gar nicht lange her, da wurde SAVATAGE-Gitarrist
Chris Caffery mit seinem Solo-Album vorstellig. Nun tut sich
erneut etwas im Lager in der Metal-Legende. - Nein, leider noch
kein neues Album von SAVATAGE, sondern Jon Oliva - der Mountain
King himself - hat mit PAIN eine neue Mannschaft um sich geschart
und ein Album eingespielt, das sich logischerweise nicht allzu
entfernt vom Sound seiner Stammformation abspielt. Bei "Tage
Mahal" handelt es sich aber keineswegs um billigen
Abklatsch, vielmehr gibt PAIN dem Meister die Möglichkeiten
seine endlos vielen und etwas experimentelleren Ideen, die nur
bedingt ins Soundgefüge von SAVATAGE passen würden, ungebremst
auszuleben. Um den Stil von PAIN annähernd zu umschreiben,
könnte man grob sagen, dass Jon Oliva den Sound seiner
Hauptcombo mit der modernen Dramaturgie eines ALICE COOPER und
dezent eingestreuten QUEEN-Arrangements ("Guardians Of
Forever") abgeschmeckt hat. Kostproben gefällig? Bitte
sehr: Der hymnische und bombastische Opener "The Dark",
bei dem gelegentlich Parts in "Streets"-Manier
durchblitzen, oder das lässig groovende "People Say - Gimme
Some Hell", das von filigranen Bläserparts getragen wird
und durchaus auf den modernen Ausflügen ("Brutal
Planet"/ "Dragontown") von ALICE COOPER seine
Daseinsberechtigung gehabt hätte. Umgeben hat sich das Urgestein
mit den Musikern, die auch schon für das CIRCLE II CIRCLE-Debüt
"Watching In Silence" (Band von ex-SAVATAGE-Sänger
Zachery Stevens) eingespielt haben. Außerdem konnte er für die
Drums bei "No Escape" und "Nowhere To Run"
seinen langjährigen SAVATAGE-Weggefährten Stevie Wacholz
gewinnen. Während erstere Nummer - gemäß seines Titels - etwas
verzweifelt und bizarr klingt, lebt letztere durch das stete
Wechselspiel von fetten Grooves, peitschenden Drums und sehr
melodisch-gefühlvollen Parts. Auch die übrigen Nummern kommen
äußerst druckvoll aus den Lautsprechern und lassen nahezu keine
Wünsche offen... mehr als nur eine gelungene Überbrückung bis
zum nächsten SAVATAGE-Album! Kaufpflicht!!!
| Trackliste: | 1. The Dark - 2. People Say Gimme Some Hell - 3. Guardian Of Forever - 4. Slipping Away - 5. Walk Alone - 6. The Non Sensible Ravings Of The Lunatic Mind - 7. No Escape - 8. Father, Son, Holy Ghost - 9. All The Time - 10. Nowhere To Run - 11. Pain - 12. Outside The Door - 13. Fly Away |
Thanks to Martin @ SPV
weitere Reviews über JON
OLIVA:
JON OLIVA'S PAIN/ Maniacal Renderings
SAVATAGE/ Poets And Madmen
![]() |
|
Review:
Eigentlich ist das Label Nuclear Blast eher als Heimat
metallischer Bands verschiedenster Couleur bekannt, doch mit dem
selbstbetitelten Debüt von MY EARLY MUSTANG begeben sie sich
erstmals auf ungewohntes Terrain, das unter dem Deckmantel von
NuRock bzw. NuBreed einzuordnen ist. Zwar gehören die
verschiedenen Spielarten von NuRock nicht unbedingt zu meinem
Hauptsteckenpferd, aber da bei MY EARLY MUSTANG mit Sänger/
Gitarrist Tim Eiermann und Schlagzeuger Wolfgang Meier gleich
zwei der treibenden Kräfte von LIQUIDO zugange sind, war ich
natürlich neugierig, ob sie mit ihrer neuen Band auch an die
Klasse der Scheiben ihrer Hauptband herankommen. Und
tatsächlich, hier wird feiner moderner Rock geboten, dem man mit
einem gehörigen Anteil von Punk die richtige Würze - sprich
Rotzigkeit - verliehen hat. Was das deutsche Kleeblatt, welches
durch Sänger/ Gitarrist Florian Kämmerlein (FLYSWATER) und
Bassist Andreas Rigo (TRISTESSE) vervollständigt wird, während
der 13 Songs abliefert, erreicht zwar nicht den Level von
US-Bands wie SR-71 oder SIMPLE PLAN, aber was da so aus den Boxen
donnert klingt gar nicht so typisch deutsch. Dies erweist sich
auch nicht unbedingt als Nachteil, denn mit Songs wie dem Groover
"Driving Down", dem gute Laune verbreitenden
"Constant Changes" oder dem eingängigen
Midtempo-Stampfer "How It Ends" (so dürfte es
wahrscheinlich klingen, wenn MIKE TRAMP NuRock machen würde),
könnte vielleicht auch mal einer Band aus Deutschland in diesem
Genre der große Wurf gelingen.
Ein kleiner Tipp: Genre-Freaks sollten bei "My Early
Mustang" sofort zugreifen, denn die limitierte Erstauflage
enthält mit "We Got Over You" und "Stop It"
gleich zwei Bonustracks, die leider auf der zur Besprechung
vorliegenden Promo nicht vertreten sind.
| Trackliste: | 1. Intro - 2. December - 3. Over My Head - 4. When You Sang - 5. Miss You - 6. Romeo´s Burning - 7. Driving Down - 8. Constant Changes - 9. How It Ends - 10. Secret Letter To A Lost Friend Part 2 - 11. Goddamn (It´s Looking Good) - 12. Samantha - 13. Sixpack - 14. We Come Over You (Digi bonus) - 15. Stop It (Digi bonus) |
Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast
![]() |
Review:
Sind wir uns doch mal ehrlich, nach dem sensationellen 2001ers
Debüt von SILVER haben wohl nur die eingefleischtesten
Berufsoptimisten daran geglaubt, dass diese All-Star-Band noch
mit weiteren Alben von sich Reden macht. Nun sind seither gut 3
1/2 Jahre ins Land gezogen, und die Supergroup um Gitarrist/
Producer Michael Voss (CASANOVA, ex-DEMON DRIVE), Sänger Gary
Barden (STATETROOPER, ex-MSG) und dem derzeitigen DEEP
PURPLE-Keyboarder Don Airey veröffentlicht mit
"Addiction" mittlerweile ihr viertes Album. Nachdem der
Vorgänger "Intruder" etwas gewöhnungsbedürftig
ausgefallen ist und stellenweise Schwächen offenbarte, zeigen
die Herren mit dem eingängig-rockenden Opener "Never Let Me
Go", der mit genialen Female-Parts überrascht, und der
spacig-harmonischen Semi-Acoustic-Nummer "Angeline"
sowie dem elegant-mächtigen Groover "I Saw", dass sie
immer noch faszinierende Songs schreiben können. Zwar erleidet
man mit dem bassschwangeren "Finished What You Started"
kurzfristig einen kleinen Schwächeanfall, aber schon mit der
fast majestätisch schreitenden Midtempo-Nummer "Why Did You
Come Back", das mit einem genialen Gitarrensolo aufwartet,
und dem sehr modern angelegten Titeltrack, in dem sich Don Airey
in progressive Gefilde a la ERIK NORLANDER vortastet (geile Synthies!), findet man wieder zu anfänglicher Stärke zurück.
Außerdem gibt es beim orchestral arrangierten "This Is My
Life" (filigranes Gitarrensolo!) und beim angespacten
7min-Epos "You Are Mine", das u. a. mit seinen
stampfenden Acousticpassagen zu punkten weiß, jede Menge
interessante und unerwartete Dinge zu entdecken. Wer auf
"Addiction" leicht eingängige Kost erwartet hat, wird
von der sehr gewagten Komplexität der Songs überrascht sein.
Zwar ist das neueste Machwerk nicht annährend so catchy wie die
beiden ersten Scheiben, aber der Silberling wächst 100%ig mit
jedem Umlauf und überrascht immer wieder mit ausgeklügelten
Details. Wie nicht anders zu erwarten, fährt man hier auch
produktionstechnisch wieder auf allerhöchster Schiene. Alles was
Michael Voss anfasst, hat eben Hand und Fuß, wie sich am
zeitgleich veröffentlichtem CASANOVA-Comeback leicht
nachvollziehen lässt.
| Trackliste: | 1. Never
Let Me Go 4:51 |
Thanks to Sebastian @ MTM Music
weitere Reviews über SILVER:
SILVER/ Gold
SILVER/ Dream Machines
![]() |
|
Review:
So richtig ausgelastet scheint ALYSON AVENUE-Chef Niclas Olsson
nicht zu sein, denn wie lässt sich ansonsten der kurze Abstand
zwischen dem letzten Output seiner Hauptband und dem Debüt
seiner neuen Kapelle SECOND HEAT erklären. Da stellt sich
unweigerlich die Frage, ob es sich hier um billigen ALYSON
AVENUE-Abklatsch handelt. Doch bereits nach den ersten Takten des
an FAIR WARNING erinnernden Openers "Anything But Love"
kristallisiert sich heraus, dass sich der Songwriter und
Keyboarder auf seinem neuen Betätigungsfeld deutlich mehr
austobt und wesentlich härter zu Werke geht als man ihm
zugetraut hätte, zumal SECOND HEAT zu 4/5 aus ALYSON
AVENUE-Mitgliedern (Patrik Svärd/ Guitars und Thomas Löyskä/
Bass) bzw. ex-Mitstreitern (Roger Landin/ Drums) besteht.
Vervollständigt wird das LineUp mit dem energiegeladenen Sänger
Thomas Bursell, der mich gelegentlich an den jungen Björn Lodin
("Breath Of Gold"/ "Chained") erinnert und
dem Material die nötige Portion an Roughness und Power einimpft.
Alle zehn Nummern rocken schön melodisch und riffgeladen nach
vorne ab und laufen lässig ins Ohr wie z. B. der mächtige und
metallastige Groover "Never Surrender" oder das moderne
Riffgewitter "Chained". Erfreulicherweise hält sich
Meister Olsson tastentechnisch überhaupt nicht zurück, sondern
bildet mit seinen immer präsenten und erhabenen Keyboardlinien
das tragende Grundgerüst für die rifffreudigen und spritzigen
Gitarren und die treibende Rhythmusarbeit. Außerdem sollte man
sich Ohrenschmäuse wie den erfrischend quirligen
Midtempo-Stampfer "Someday", der mit einer genialen
Hookline versehen ist, oder das druckvolle "What Am I Gonna
Do" auf keinen Fall eingehen lassen. Nach ALYSON AVENUEs "Omega" das zweite Topalbum innerhalb eines
halben Jahres aus dem Hause Olsson. Respekt!
| Trackliste: | 1. Anything But Love - 2. Naked Flame - 3. Never Surrender - 4. Breath Of Gold - 5. Chained - 6. Deep Blue Sky - 7. Someday - 8. After You're Gone - 9. Eyes Of Fire - 10. What Am I Gonna Do |
Thanks to Birgitt @ Germusica
![]() |
|
Review:
Da ich vom letztjährigen Zweitling von MYSTIC PROPHECY ziemlich
stark hin- und hergerissen war, stellte ich mich beim neuesten
Werk der All-Star-Combo erneut auf ein ständiges Wechselbad der
Gefühle ein. Doch nach dem Opener "Burning Bridges",
der dem Zuhörer mit Dauer-Doublebass-Salven und Thrash-Elementen
die Birne wegbläst und dessen Lauscher mit hymnischen Chören
sandstrahlt, wartet man auf "Never-Ending" vergebens
auf einen Ausrutscher oder gar einen Ausfall. Stattdessen bläst
uns der Vierer um VALLEY'S EVE-Sänger R. D. Liapakis zehn
Dampfhämmer (plus den instrumentalen Titeltrack), die es
faustdick hinter den Ohren haben, kompromisslos in die Fresse.
Kostproben gefällig? Dann testet einfach mal den Groover
"Dust Of Evil", der mit modern angelegten Shout-Chören
und faszinierenden Gitarren-Solos von Gus G. (u. a. DREAM EVIL,
NIGHTRAGE, FIREWIND) garniert ist, oder den am US-Sound
angelehnten Feixtanz "In Hell" an und ihr dürftet
meinen Enthusiasmus teilen. Spätestens aber mit der
ausdrucksstarken Ballade "Never Surrender", die man
wohlwissend in der Mitte des Albums platziert hat, und der
hymnische Hau-drauf-Nummer "Wings Of Eternity" müssten
auch die letzten Zweifler von der qualitativen Ausgeglichenheit
des Materials überzeugt sein. Das absolute Highlight stellt der
spannend aufgebaute "Warrior Of Lies" dar, denn diese
Nummer besitzt sowohl geballte und aggressive Power, als auch
gefühlvolle und mystische Parts. "Never-Ending" ist
meines Erachtens das beste Album der "Monk"-Trilogie,
die mit diesem Album beschlossen wird. Hoffentlich beschließt
dieser echt gelungene Silberling nicht die Discographie der zur
kompakten Band gereiften All-Star-Kapelle.
| Trackliste: | 01. Burning Bridges |
Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast
weitere Reviews über
MYSTIC PROPHECY:
MYSTIC PROPHECY/ Savage Souls
MYSTIC PROPHECY/ Regressus
![]() |
|
Reviews:
Death Metal- und NuMetal-Bands gehören - abgesehen von ganz
wenigen Ausnahmen - nicht gerade zu meinen Favoriten, aber was
DAYSEND auf ihrem Debüt abliefern ist schon eine sehr
interessante Mixtur aus Death-, Thrash- und NuMetal, die mit
einer ordentlichen Portion an sehr melodischen und eingängigen
Parts al a MOONSPELL verfeinert wird. Genauso abwechslungsreich
wie ihr Musikstil erscheint, so facettenreich präsentiert sich
auch das Organ von Simon Calabrese. Der Mann hat vom
mörderischen Gegrunze und aggressiven Geschrei über Gekrächze
und Hardcore-Breaks bis zu wirklich melodischem Gesang so
ziemlich das ganze Repertoire drauf. Unter den 11 bleischweren
Nummern, die uns die Australier präsentieren, bleiben besonders
der Opener und Nackenbrecher "Born Is The Enemy", das
alles in den bodenrammende "Ignorance Of Bliss"
(verfeinert mit einem Gitarrensolo der Marke YNGWIE MALMSTEEN)
und die melodisch-thrashige Hymne "The Blood Of Angels"
sofort im Gehirn hängen. Obwohl sich eigentlich kein Ausfall auf
dem Album ausmachen lässt, fällt "Severance" mit
zunehmender Spieldauer leicht ab, was sich am ehesten am
progressiv angelegten "Severance Day" und am
abschließenden Gebolze "Silbling" bemerkbar macht.
Andererseits hat das Quintett um Gitarrist Aaron Bilbija und
Bassistin Meredith Webster mit der Halbballade
"September" seinem Debüt einen wunderschönen
Farbklecks verpasst. Auch die Produktion lässt in Anbetracht der
genannten Vergleichsband kaum Wünsche offen. Die Fans jener Band
dürften bei diesem Silberling wohl blind zugreifen, aber auch
der offene Metal-Freak könnte auf "Severance" durchaus
fündig werden.
PS. auf der CD ist ein gut aufgemachter Multimedia-Part
enthalten, der neben einer stattlichen Galerie auch ein recht
ordentliches 9 1/2min-Video des Openers in sich verbirgt.
| Trackliste: | 1. Born Is The Enemy - 2. Ignorance Of Bliss - 3. The Blood Of Angels - 4. Countdown - 5. Prism Of You - 7. Severance Days - 8. Sellout - 9. September - 10. Beggars With Knives - 11. Sibling |
Thanks to Patrycja @ Locomotive Music
![]() |
|
Review
Mit den bisherigen drei Alben von NOSTRADAMEUS konnte ich nicht
sonderlich viel anfangen, hat sich das schwedische Quintett für
meinen Geschmack doch etwas zu einfallslos im Fahrwasser von
Genre-Leadern wie HELLOWEEN, GAMMA RAY oder HAMMERFALL
aufgehalten. Zwar enthält auch der vierte Streich speedigen
Power/ Melodic Metal, aber auf "Hellbound" haben die
wirklich fähigen Musiker um Sänger Freddy Persson ihre im
Überfluss verwendeten - stellenweise sogar recht nervigen -
Mitträller-Chöre auf ein äußerst songdienliches Maß
zurückgestutzt. Dafür gehen sie - ohne auf eingängige Melodien
zu verzichten - recht kompromisslos und äußerst angriffslustig
ans Werk, was man ihnen u. a. beim thrashlastigen Opener
"Never Turn Back" und der modern angelegten
Killer-Hymne "The Reaper's Image" aufgrund der
aggressiven Gesangsarbeit und der druckvollen Spielart aller
Musiker neidlos attestieren muss. Mit dem lässig groovenden
Titeltrack, der mit spritzigen Acoustic-Parts garniert ist, gehen
NOSTRADAMEUS erstmals ganz dezent vom Gas, bevor sie uns mit dem
Doublebass-Hammer "One Step Away" durch
schwindelerregende Geschwindigkeitsräusche begleiten. Als
absolute Höhepunkte kristallisieren sich die Schlachtfeld-Hymne
"Fight" und das treibende "I Am Free" heraus,
das mit unbeschreiblicher Power, eingängigen Melodien und
wohldosierten Mitgröl-Passagen sich in die Gehirnzellen der
Power Metal-Freaks festballert. Fazit: mit "Hellbound"
haben die Schweden ihr bis dato eigenständigstes, bestes und
innovativstes Werk abgeliefert und dürften damit vielleicht bald
im Rudel der Elite-Wölfe heulen.
| Trackliste: | 1. Never Turning Back - 2. Your Betrayal - 3. The Reaper's Image - 4. Hellbound - 5. One Step Away - 6. Fight - 7. Cuts Like Blades - 8. Seven - 9. One World To Live In - 10. I Am Free |
Thanks to Rebecca @ AMF Records
![]() |
Review:
Um den Kopf freizubekommen hat sich der VAST-Mastermind und
Multi-Instrumentalist Jon Crosby von sämtlichen musikalischen -
sowie geschäftlichen - Verpflichtungen losgesagt und sich für
ganze sechs Monate in die Wüste New Mexicos verzogen. In diesem
halben Jahr nahmen die neuen Songs langsam, aber beständig Form
an, und so zieht er vier Jahre nach "Music For People"
mit dem neuen Album "Nude" seine Fans erneut in den
Bann. Für den neuen Silberling hätte er gar keinen besseren
Titel wählen können, denn genauso persönlich, ungeschützt,
ehrlich und unschuldig wie ein frischgeborenes Kind präsentiert
er innerhalb von 14 Songs seine verborgensten Gedanken.
Stilistisch bewegt er sich dabei irgendwo zwischen U2 und den
späten SIMPLE MINDS, ohne dabei aber jemals Gefahr zu laufen als
einfallsloses Plagiat abgestempelt zu werden. Nein, denn dafür
besitzen Songs wie das hingebungsvolle "Lost", das
erschaudernde "Winter In My Heart" oder das abgespacte
"Exctasy" einfach zu viele Seele. Die Highlights sind
meines Erachtens "Candle", das mit seinen seichten
Acoustic-Parts die düstere, aber immer melodische Grundstimmung
etwas aufhellt, und der bebende Opener "Turquoise".
Außerdem wartet die europäische Pressung - gegenüber der
amerikanischen - mit zwei Bonus Tracks auf. Von diesen beiden
zusätzlichen Nummern schleicht vor allem "I Woke Up In
LA" aufgrund seiner lethargischen Melodie sehr gewandt durch
die Gehirnwindungen. Ein Album, das genau in diese Jahreszeit
passt und das den Fans der oben genannten Bands ohne Weiteres
zusagen müsste.
| Trackliste: | 01. Turquoise - 02. Thrown Away - 03. Don´t Take Your Love Away - 04. Be With Me - 05. Lost - 06. Winter In My Heart - 07. I Need To Say Goodbye - 08. Japanese Fantasy - 09. Ecstacy - 10. Candle - 11. I Can´t Say No (To You) - 12. Desert Garden - 13. Falling From The Sky (bonus track) - 14. I Woke Up LA (bonus track) |
Thanks to Detlev @ InsideOut Music
![]() |
|
Review:
An und für sich habe ich gegen eine ordentliche Portion Electro
Rock nichts einzuwenden, aber mit dem Material auf dem neusten
Output von GOD LIVE UNDERWATER vermag ich mich auch nach zig
Durchgängen nicht richtig anzufreunden. Zwar schüren sie mit
dem wirklich guten Opener "White Noise" die Hoffnung
auf ein ziemlich starkes Album, aber in Wirklichkeit ist es der
Höhepunkt einer 40minütigen Achterbahnfahrt. So ersäuft der
größte Batzen der zehn Songs in einem Meer an Electro-Effekten,
anstatt auf den stellenweise mächtigen und messerscharfen
Gitarrenriffs zu surfen. Lediglich "Miss You More Than
Anything" und "Whatever You Got", die stellenweise
das Flair der letzten beiden KINGDOM COME-Scheiben in sich
trägt, wissen die Wogen der Elektronic-Beats nahezu perfekt für
sich zu nutzen. Tiefpunkt dieser Berg- und Talfahrt ist
"Slip To Fall", das einem schon beim ersten Anlauf mit
seinem monotonen Geleier mächtig auf den Keks geht. An der
Produktion gibt es hingegen überhaupt nichts auszusetzen. Sollte
es GOL gelingen ihre produktionstechnischen Qualitäten auch auf
den Songwriting-Sektor zu projektieren, dann könnten sie mit
Sicherheit bald in der Liga von NINE INCH NAILS oder KMFDM
mitzocken.
| Trackliste: | 1. White Noise - 2. Tricked - 3. 72 Hour Hold - 4. Miss You More Than Anything - 5. No Way (You Must Understand) - 6. 1% (The Long way down) - 7. Positivity - 8. Slip To Fall - 9. Whatever You've Got - 10. History |
Thanks to Patrycja @ Locomotive Music
![]() |
|
Review:
BLIND DATE wurden
1988 in Austin/ Texas aus der Taufe gehoben. Obwohl die Band jahrelang zu den
Szene-Geheimtipps zählte und namhafte Kollegen wie VIXEN, LYNCH MOB oder die
DANGEROUS TOYS als Support-Act auf Tour unterstützte, konnte sie bislang nie
einen ernsthaften Plattenvertrag ergattern. Diesem Zustand setzt Perris Records
nun ein Ende und öffnet BLIND DATE die Pforten zu einer breiteren Hörerschaft.
Stilistisch äußerst nahe der DANGER DANGER-Schiene anzusiedeln, bieten BLIND
DATE vierzig Minuten astreinen Melodic Rock, wie er – wenn man ehrlich ist –
leider nur Ende der 80er Jahre zu finden war... und genau hier liegt in meinen
Augen das Problem der Band … Ende der 80er erschien die Konkurrenz (zu
Recht oder Unrecht) übermächtig und vergleicht man "Blind
Date" mit gängigen Veröffentlichungen aus dieser Zeit wird klar, dass man
nicht wirklich dagegen anstinken konnte … zu gut ist auch heute noch das
Songmaterial der damaligen Mega-Seller. Vergleicht man "Blind Date"
jedoch mit den aktuellen Veröffentlichungen aus dem Melodic-Sektor, so wird die
Sache durchaus interessant, da die Scheibe einfach wunderbar retro klingt und
vor allem Zuhörer ansprechen dürfte, die den 80er Jahre Markt so gut wie
abgegrast haben und mit langen Gesichtern vergangenen Zeiten nachtrauern: BLIND
DATE sorgt für äußerst kurzweilige 40 Minuten mit einigen wirklich erwähnenswerten
Nummern, die nicht nur für Fans von Ted Poley oder (teilweise)
EMERALD RAIN bzw. (ganz leicht)
JOURNEY interessant sein dürften. Der flotte Opener "Don’t Wait Up"
ist ein typischer „Schön-Wetter/Samstag-Abend-Party“ -Song mit garantiertem
Ohrwurmcharakter, an dem man vor allem aufgrund seines ansprechenden Chorgesangs
Gefallen findet - der Sound ist ebenfalls amtlich, was leider nicht immer eine
Selbstverständlichkeit bei Produkten aus dem Hause Perris Records ist. Das
softe, melodische "She’s Walking" erinnert anfangs (…Another
night in the city…) unweigerlich
an CHEAP TRICKs "The Flame", ohne hierbei die für BLIND DATE
typischen Trademarks, (sprich : eingängige
Melodiebögen, ansprechender Gesang, gute Soli) aus den Augen zu
verlieren. "Without Your Love" groovt sich bereits beim ersten
Durchgang erbarmungslos im Gehör fest, und klingt vor allem im Refrain eher
nach „skandinavisch“ als nach „amerikanisch“ angehauchtem Melodic Rock.
Mein absolutes Lieblingsstück ist jedoch der fetzige Rausschmießer "When
I’m Alone", der mich ein „Blind Date“ der angenehmen Sorte wie folgt
zusammenfassen lässt: Ein wirklich empfehlenswerter Release, der spät, aber völlig
zurecht zu Veröffentlichungsehren gelangt!
| Trackliste: |
1. Don’t Wait Up - 2. Can You Feel It - 3. She’s
Walking - 4. Daddy’s Little Girl - 5. Broken Promises - 6. Everybody’s
Baby - 7. We Keep Falling In Love - 8. Dreaming - 9. Without Your Love -
10. When I’m Gone |
Thanks to Tom @ Perris Records
![]() |
|
Review:
Nachdem viele der alten Fans von HOUSE OF LORDS von deren letzten
Album "The Power & The Myth" ziemlich enttäuscht
waren - was ich persönlich allerdings nicht ganz nachvollziehen
kann - werden selbige in Anbetracht der unerwarteten zweiten
Solo-Scheibe von Sänger James Christian wahrscheinlich vor
Freude Purzelbäume schlagen. Nicht nur weil "Meet The
Man" mit elf erstklassigen Nummern zu begeistern weiß,
sondern weil sich wahrscheinlich der Großteil ein Album dieser
Güte von seiner Stammband erwünscht hätte. Obwohl das Material
ziemlich 80ties-lastig klingt, ist es dem Team um Herrn CHRISTIAN
gelungen, diesen Sound dezent mit den modernen Zutaten der
heutigen Zeit abzuschmecken. Gleich nach der eröffnenden und
gitarrenlastigen Midtempo-Nummer "After The Love Has
Gone", serviert uns der ausdrucksstarke Sänger mit
"Know You In The Dark" eine Rockhymne mit
schwindelerregenden und hypereingängigen Chören, die selbst die
New Jersey-Rocker BON JOVI zu ihren besten Zeiten nicht
hinbekommen hätten. Der ordentlich stampfende Titeltrack
hingegen hätte sicherlich auch gut auf die letzte DEF LEPPARD
gepasst. Auch die Kuschelfraktion wird mit der Ballade
"Surrender My Love" oder dem abschließenden, etwas
schwermütigen "Hold Back The Night", das wiederum mit
gehörstreichendelnden Chören zu gefallen weiß, aller erster
Klasse bedient. Für die zuletzt genannte Nummer konnte er seine
HOL-Mates Chuck Wright und Lanny Cordola als Songwriter gewinnen,
die sich auch für den Opener verantwortlich zeichnen. Außerdem
lässt sich beim flotten Rocker "Strong Enough" nicht
verbergen, das hier ein gewisser STAN BUSH federführend war.
Kurzum: "Meet The Man" ist ein starkes Melodic
Rock-Album geworden, das zu keinem Zeitpunkt nach unten abfällt,
sondern sich konstant auf einem verdammt hohen Level bewegt.
| Trackliste: | 1. After The Love Has Gone - 2. Know You In The Dark - 3. Surrender Your Love - 4. Meet The Man - 5. End Of Time - 6. Love Looked Into My Life - 7. Leave Well Enough Alone - 8. Strong Enough - 9. You Should Be Blue (All I Could Feel Was Blue) - 10. Circle of Tears - 11. Hold Back The Night. |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
weitere Reviews über
JAMES CHRISTIAN:
HOUSE OF LORDS/ Live In The UK
HOUSE OF LORDS/ World Upside Down
HOUSE OF LORDS/ The Power And The Myth
![]() |
|
Review:
Symphonischer Metal mit Frauengesang erfreut sich bereits seit
Jahren immer größer werdender Beliebtheit. So ist es nicht
verwunderlich, dass im Sog von NIGHTWISH oder EDENBRIDGE immer
mehr gleichgesinnte Bands entstehen. Doch nur in den seltensten
Fälle erreichen diese Kapellen auch nur annähernd die Qualität
ihrer Vorbilder. Zu den hoffnungsvollen Emporkömmlingen dieser
Zunft dürfen sich allerdings LUNATICA zählen. Das Schweizer
Sextett um die beiden Songwriter Alex Seiberl (Keyboards) und
Sandro D' Incau (Gitarre) präsentiert auf seinem Zweitling
"Fables & Dreams" zehn symphonische Leckerlis, die
sich stilistisch irgendwo zwischen den Österreichern von
EDENBRIDGE und den Virtuosen von RHAPSODY (arrangementtechnisch)
abspielen. Die Eidgenossen versuchen diese Größen aber
keineswegs zu kopieren, sondern lehnen sich lediglich an deren
Sound an. Denn durch die Kombination mit dem klaren Gesang von
Andrea Dätwyler, der Parallelitäten zu Candic Night
(BLACKMORE'S NIGHT) aufweist, klingt das Ergebnis auf
"Fables & Dreams" fast schon wieder eigenständig.
Obwohl sich das gesamte Album auf einen ziemlich hohen Level
abspielt, sind die Highlights eindeutig in der zweiten Hälfte
der Scheibe zuhause. Da wären u. a. das hitverdächtige
"Spell", das NIGHTWISHs neuer Single "Wish I Had
An Angel" ziemlich ebenbürtig sein dürfte, oder der modern
ausgerichtete Stampfer "The Neverending Story", der mit
Chören a la RHAPSODY zu brillieren weiß. Des weiteren drängen
sich das majestätisch-eingängige "Hymn" und der
gewaltige Groover "A Little Moment Of Desparation" als
Appetizer auf. Diese abschließende Nummer würde wahrscheinlich
hervorragend ins Programm von BLACKMORE'S NIGHT passen, falls
sich Mr. Blackmore und sein charmantes "Nebengeräusch"
endlich mal dazu entschließen könnten eine etwas härtere
Gangart anzuschlagen. Stilvoll abgerundet wird "Fables &
Dreams" durch den perfekten Mix von Sascha Paeth (u. a.
RHAPSODY, KAMELOT). - Somit dürfte dem Durchbruch von LUNATICA
eigenlich nichts mehr im Wege stehen.
| Trackliste: | 1. The Search Goes On - 2. Avalon - 3. Elements - 4. Fable Of Dreams - 5. Still Believe - 6. The Spell - 7. The Neverending Story - 8. Hymn - 9. Silent Scream (2004) - 10. A Little Moment Of Desperation |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
weitere Reviews über LUNATICA:
LUNATICA/ The Edge Of Infinity
(female fronted-Tipp/ August 2006)
![]() |
|
Review:
Wenn ein Label nach nur drei Studio-Alben einer Band eine Best
Of-Scheibe veröffentlicht, dann stinkt das zumeist nach Abzocke.
Nicht so im Falle von MILLENIUMs "The Best Of... And
More", denn hier ist der Titel wahrlich Programm. Auf diesem
Output wurden nicht nur irgendwelche Songs lieblos
zusammengestellt, sondern wirklich nur die allerbesten Nummern
auserlesen und diese mit reichlich unveröffentlichtem Material
veredelt, sodass am Ende ein sehr interessantes und lohnenswertes
Doppelalbum herausgekommen ist. Interessant auf der einen Seite
für den Einsteiger, weil ein wirklich repräsentativer
Überblick über die bisherige Schaffensperiode von MILLENIUM
gegeben wird. Lohnenswert auf der anderen Seite, weil die Jorn
Lande-Fangemeinde nun endlich einige Nummern, die für ein
Coveralbum angedacht waren, zu Gehör bekommt. Besagtes Album
wurde zwar für 2002 angekündigt, aber nie veröffentlicht, da
Ausnahmesänger Lande damals in Richtung MASTERPLAN abgewandert
ist. Die Interpretation von MSGs "On And On", "I
Surrender" (RAINBOW), "Jane" (JEFFERSON STARSHIP)
und des SWEET-Krachers "Love Is Like Oxygene", denen
Jorn Lande mit seinem Wahnsinnsorgan neues Leben eingehaucht hat,
lassen darauf schließen, dass uns mit dieser Scheibe ein wahres
Juwel vorenthalten wurde bzw. wird. Aber diese Coverversionen
sind noch lange nicht alles an unveröffentlichten Material. So
werden uns z. B. noch vier Demo-Versionen, die allesamt vom alten
bzw. neuen Sänger Todd Plant eingesungen wurden, und zwei
Nummern ("Rain", "Anybody") aus den
"Hourglass"-Session kredenzt. Bei diesen Songs handelt
es sich um eine abwechslungsreiche Halbballade der Marke QUEEN
und um einen mörderischen Groover, der seine Reize aus den
diversen Tempowechseln zieht. Fazit: Eine Best
Of-Zusammenstellung, die - aufgrund der oben geschilderten
Aspekte - sowohl Einsteiger als auch die Sammlerfraktion
zufrieden stellen dürfte. Ich persönlich gebe "The Best
Of... And More" gegenüber dem kürzlich veröffentlichten
und etwas enttäuschenden Viertling "Jericho" locker
und lässig den Vorzug.
| Trackliste: | CD 1: 1. Power To Love -
2. Hourglass - 3. Superstar - 4. I Still Believe - 5.
Masquerade - 6. Chasing Time - 7. Shaman - 8. Beyond The
Pain - 9. End Of Time - 10. Angelfire - 11. Heaven Sent -
12. Run - 13. Saving Grace - 14. The Colour Of The Night Tracks 1-6 taken from "Hourglass" / Tracks 7-14 taken from "Angelfire" CD 2: 1. Together As One - 2. Believe In Love - 3. Almost Made It To Heaven - 4. Invincible - 5. On And On - 6. I Surrender - 7. Jane - 8. Love Is Like Oxygen - 9. Rain - 10. Anybody - 11. Gone Are The Chances - 12. I Lost It - 13. Heresy- 14. Sea Of Sadness Tracks 1-4 taken from "Millenium" / Tracks 5-14 Previously Unreleased |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
weitere Reviews über
MILLENIUM:
MILLENIUM/ Jericho
![]() |
|
Review:
Ich gehöre ja normalerweise nicht zu jenen Leuten, die mit
endlos vielen Rotationen zwanghaft versuchen sich ein Album
schön zu hören. Aber ich muss mir eingestehen, dass ich
seltsamerweise - obwohl ich nach dem ersten Lauschangriff nicht
sonderlich vom neuen Projekt mit Goldkelchen Kevin Chalfant
begeistert war - immer wieder den Drang verspürte das Debüt von
SHADOWS FADE in meinen CD-Player zu legen. Und siehe da... das
Teil das wächst mit jedem Durchlauf. So entpuppt sich
vermeintlicher Alltagsschmuck wie z. B. "Sooner Or
Later", das so ähnlich klingt als würden DEF LEPPARD den
BRYAN ADAMS-Kracher "One Night Love Affair" mit ihrem
balladesken Charme veredeln, sowie die beiden gefühlvollen
Balladen "No That You're Gone" oder "Run To
Me", die stilistisch auch wunderbar auf das starke Debüt
von S.I.N. gepasst hätten, als prächtig funkelnde Perlen.
Trotzdem ändert dieser Umstand nichts an der Tatsache, dass ein
paar flottere oder etwas härtere Nummern willkommene Farbtupfer
gewesen wären und aus einer guten Scheibe einen wahren Killer
gemacht hätten. Stattdessen bewegt sich das von DOKKEN-Gitarrist
Alex De Rosso ins Leben gerufene Projekt über 11 Songs
kontinuierlich im Low/ Midtempo-Bereich. Obwohl Alex De Rosso so
ziemlich alle Instrumente im Alleingang eingespielt hat, klingt
das Ergebnis auf "Shadows Fade" erstaunlich knackig und
frisch. Zudem wartet der Silberling mit einer sehr ordentlichen
Produktion auf, was man ja nicht uneingeschränkt von allen
Frontiers-Projekten behaupten kann. Fazit: Fans, die sich
vorwiegend mit den softeren Momenten der genannten Bands
identifizieren, dürften bei diesem Album blind zu greifen.
| Trackliste: | 1. Twisted Again - 2. Sooner Or Later - 3. Run To Me - 4. My Ocean - 5. First Love Song - 6. Without You - 7. Give It In - 8. Masquerade - 9. I Won't Look Back - 10. Now That You're Gone - 11. Speak. |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
weitere Reviews über
Kevin Chalfant:
TWO FIRES/ Ignition
![]() |
|
Review:
Obwohl DIE SCHNITTER mit "Orange" ihr mittlerweile
fünftes Album veröffentlichen, ist mir noch nie etwas von den
Hessen zu Ohren gekommen. Musikalisch frönen sie dem
alternativen Folkrock, der sich irgendwo zwischen den früheren
SUBWAY TO SALLY ("Geyer"), dem Teufelsgeiger von LONZO
("Codename: `Die Hummel´") oder den BOTS
("Trinklied") abspielt. DIE SCHNITTER jetzt als simple
Verschmelzung der genannten Bands abzuhandeln, würde dem
Material auf "Orange" auf keinen Fall gerecht werden.
Die Verfeinerung des mittelalterlich anmutenden Grundgerüsts mit
Sprechgesangs-Passagen ("2003"), Reggae-Rhythmen
("Der Sturm") und jazzigen Elementen ("Chanson De
La Merde") macht aus dem Sound der SCHNITTERn, der sich von
Genre-Größen wie z. B. IN EXTREMO oder SUBWAY TO SALLY
unüberhörbar abgrenzt, etwas Eigenartiges (im positiven Sinne
des Wortes). Besonders der abschließende Titeltrack ist in
meinen Ohren ein kleines Kunstwerk, denn bei dieser Nummer haben
sie ihren von Punk angehauchten Folkrock in ein Meer von
typischen NDW-Chören, die stellenweise sogar in Hardcore-Breaks
übergehen, getaucht. Also ein sehr vielschichtiges Album, auf
dem es einige raffinierte Sachen zu entdecken gibt. Da leider
nicht das komplette Material mit diesen Attributen gesegnet ist,
wird der positive Eindruck etwas nach unten korrigiert.
Nichtsdestotrotz kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auf
SCHNITTER-Konzerten richtig der Bär abgeht.
| Trackliste: | 1. Intro - 2. Geyer - 3. Chanson de la Merde - 4. Codename: Die Hummel - 5. Ich will dich noch einmal sehen - 6. T.A.L. - 7. Trinklied - 8. Das letzte Lied - 9. Home sweet Home - 10. Die Zeit - 11. Klöne - 12. 2003 - 13. Der Sturm - 14. Orange |
Thanks to Sven @ Music Consult
![]() |
|
Review:
Sänger Marq Torein
von den BULLET BOYS und Kevin Steele von ROXX GANG bilden das Rückgrat von
CHERRY ST. – bei dem hier vorliegenden Silberling handelt es sich jedoch nicht
um ein neues Lebenszeichen der beiden Musiker, sondern um die Wiederveröffentlichung
des 1996 erschienenen Mini-Albums "Monroe", welches um drei Bonusstücke
angereichert wurde. Trotz dieser Boni kommt diese Scheibe gerade mal auf läppische
neun Songs, wobei die Spielzeit nicht einmal eine halbe Stunde erreicht …
eigentlich eine Frechheit (wie lang sollte deiner Meinung nach ein Mini-Album
sein?/ Anmerk. Sonny) … von „value for money“ kann hier wirklich keine
Rede mehr sein, zumal die CD lediglich als teurer US-Import zu erwerben ist.
Dass "Monroe" zu einer Zeit eingezimmert wurde, als kein Hahn mehr
nach klassischem Hard Rock krähte, wird nicht zuletzt beim Sound der Veröffentlichung
deutlich… obwohl dieser nicht wirklich schlecht ist, klingt das Material
einfach ungeschliffen und nach „low budget“ – ich denke, dass mache der
Songs in fettem Sound wirklich ordentlich rocken würden … somit bleibt es
aber leider größtenteils beim Versuch. Wirklich erwähnenswert erscheinen mir
der flotte, RHINO BUCKETT-lastige Opener "Dogtown", der vom
Wechselspiel Bon Scott-lastiger Vocals und einprägsamer Gitarren-Attacken lebt,
sowie "Break Me", das mich vor allem gesanglich (!) an SKID ROW zu
"Subhuman Race"-Zeiten erinnert. Die drei Boni unterscheiden sich
klanglich nicht von der Originalstücken auf "Monroe" – allerdings
entfernen sie sich stilistisch deutlich von der RHINO BUCKETT-Fraktion, um den
Weg in Richtung „klassischem 80er Jahre Poser Rock“ zu beschreiten. Sicher,
"What Comes Yround, Goes Around" oder "Soft & Slow" sind
keine schlechten Nummern; die dem Direktvergleich zu TUFF und Konsorten
sicherlich standgehalten hätten – richtig brauchen tut man die Scheibe jedoch
auch infolge der indiskutabel kurzen Spielzeit nicht.
| Trackliste: | 1. Dogtown - 2. One More Tonight - 3. Break Me - 4. Joker’s Wild - 5. Bite The Bullet - 6. The War Is Over - 7. What Come Around, Goes Around (Bonus) - 8. Soft & Slow (Bonus) - 9. Push & Shove (Bonus) |
Thanks to Tom @ Perris Records
|
Review:
Gut einen Monat nach dem ursprünglichen Release ihres zweiten Albums schieben
die Prog-Rocker um Multi-Talent Henning Pauly eine „limited edition“ von
"chain.exe" nach. Diese auf 1000 Stück limitierte Auflage beinhaltet
neben dem eigentlichen Album eine gut ausgestattete DVD mit einer satten
Spielzeit von annähernd 3 ½ Stunden. Dieser digitale Bild- und Tonträger präsentiert
u. a. informative und humorvoll gestaltete Interviews mit den einzelnen
Bandmitgliedern sowie ein ausführliches „Behind The Scene“-Kapitel. Jenes
Kapitel, dass sich vor allem mit Gastmusikern/-sängern (u. a. Michael Sadler/
SAGA, Mike Keneally, Maya Haddi) beschäftigt, vermittelt den Zuschauern einmal
mehr den Spaß und das gute Arbeitsklima während der Aufnahmen zu "chain.exe".
Komplettiert wird die sehr unterhaltsame Dokumentation mit Live- und Übungs-Aufnahmen
von Hennings früheren Bands (z. B. dem Acoustic-Projekt F.O.R.O.) und von den
Prog-Metallern TRANSMISSION, bei der auch Keyboarder Stephan Kernbach und
Bassist Christian Becker in Lohn und Brot stehen. Außerdem enthält die DVD
auch noch einen schön inszenierten Videoclip von "Eama Hut" und eine
fette Bonusnummer namens "Pride Is My Bitch", die von Edward
Heppenstall eindrucksvoll interpretiert wird. Natürlich hat Henning Pauly diese
Gelegenheit gleich beim Schopfe gepackt, um eine repräsentative Vorschau auf
seine anstehenden Projekte (die Rockoper "Babysteps" und FRAMESHIFT 2)
zu geben. Solltet ihr bereits die normale Ausgabe von "chain.exe" in
eurer Sammlung haben, dann besteht aber trotzdem keinerlei Anlass für wütende
Proteste, denn CHAIN zeigen sich äußerst fanbezogen: Besagte DVD – mit
eigens entworfenen Cover – ist auch einzeln im handelsüblichen DVD-Case zu
erweben. Da sich der Preis auch nicht viel höher als die Differenz zwischen der
limitierten und der normalen Version gestaltet, gibt es an dieser separaten Veröffentlichung
– abgesehen von den fehlenden Untertiteln – nichts zu kritisieren. Fazit:
Eine nahezu rundum gelungene Dokumentation über die Aufnahmen von "chain.exe"
und den anderen Betätigungsfeldern der Bandmitglieder. Tja, bei CHAIN kommt der
Fan doch tatsächlich noch voll auf seine Kosten.
| DVD-Features: | Interviews with Stephan Kernbach
(Keyboards), Matt Cash (Vocals), Christan Becker (Bass), Eddie Marvin
(Drums) and Henning Pauly (Guitars, Banjo, add. Bass, Keyboards &
Programming) Behind the scenes footage of Michael Sadler (SAGA) Mike Keneally (FRANK ZAPPA, STEVE VAI, MKB) Maya Haddi, Jody Ashworth, Matt Cash and Victoria Trevithick Inside the rhythm of "Cities". "Eama Hut" music video, Gag Reel, Slideshow Tons of old concert footage of bands the guys played in Previews and bonus track |
Thanks to Shawn @ Progrock Records
weitere Reviews über CHAIN:
CHAIN/ Chain.exe
|
|
Review:
Es ist schon phantastisch! Finnland scheint ein wahrlich unerschöpfliches
Potenzial an verdammt starken Rockbands verschiedenster Couleur zu haben. Ein
Beleg, der diese Feststellung einmal mehr untermauert, ist das äußerst hörenswerte
Debüt von DOWNFALL. Musikalisch lässt sich der Fünfer irgendwo zwischen
SENTENCED und HIM einordnen. Trotz der düsteren Grundstimmung, die das Debüt
"My Last Prayer" zweifelsohne verbreitet, unterscheidet sich DOWNFALL
wesentlich von ihren bekannteren Landsmännern, denn anstatt völlig dem
Melancholic- und Depressions-Rock zu verfallen, geht man nahezu flockig rockend
ans Werk und orientiert sich dabei gitarrentechnisch (mehrstimmige Gitarrenläufe)
eher an IRON MAIDEN. Diese Soundkreation ist dem whiskeygetränkten Organ von Sänger
Jani Peippo, der sich ohne hörbare Schwierigkeiten durch die 10 arschtretenden
Kracher shoutet, richtiggehend auf den Leib geschneidert. Da auch die düster-rotzige
Produktion kaum Schwachstellen offenbart, ist eigentlich alles in bester
Ordnung. Aber nur eigentlich, denn nach gut 39 min wird dem funkensprühenden
Feuerwerk ein jähes Ende gesetzt. Als Anspieltipps sollte man sich das eröffnende
Gitarrengewitter "Hateshades", den mystisch angehauchten und
bassschwangeren Titeltrack oder "Torn Apart", das so richtig schön
dreckig aus den Boxen brummt, für den nächsten CD-Bummel vormerken.
| Trackliste: | 1. Hateshades - 2. Sweetest Wrath - 3. Hollow Mind - 4. Time to Pay - 5. My Last Prayer - 6. Torn Apart - 7. Soulsearching - 8. Revelation Black - 9. Dark Parade - 10.Withered |
Thanks to Ralph @ Indevent Promotion
![]() |
|
Review:
Nach dem erstklassigen
"Welcome To Blue Island" durfte man mit Recht gespannt sein, was die
neue Veröffentlichung des US-Quartetts mit sich bringt, zumal die komplette
Originalbesetzung mit Donnie Vie, Chip Znuff, Derek Frigo und Vic Fo am Start
vertreten ist. Doch bereits der Albumtitel "?" lässt erste
Befürchtungen hinsichtlich des anscheinend jüngst vorherrschendem Ideenmangels
des Vierers aufkommen… Befürchtungen, die sich leider durch einen Großteil
der 11 Songs auf "?" bestätigt sehen. Ganz im Gegensatz zum
Vorgänger "Welcome To Blue Island" plätschert ein Großteil der
Songs völlig belanglos und lahm dahin, was – „unterstützt“ durch einen
teilweise erschreckend blutleer wimmernden Sänger – nicht gerade positiv zu
Buche schlägt. Vielsagend ist auch die Tatsache, dass die einzige Nummer, die
auf "?" wirklich rockt, mit "Stone Cold Crazy" eine
Fremdkomposition (QUEEN) ist. Den einzigen Lichtblick bilden die beiden
melancholischen Nummern "Home Tonight" und "Help", welche
sich beide – mit deutlichem Akustikeinschlag – ähnlich arrangiert
präsentieren und an die ruhigeren Momente von GREAT WHITE zu "Can’t Get
There From Here"- Zeiten erinnern. Was ich vom flotten und reichlich
verzerrten "Hang On For Life" halten soll, weiß ich auch nach
etlichen Hördurchgängen nicht so recht, da die Nummer zum einen gar nicht mal
schlecht abgeht, aber zum anderen durch einen abgespaceten Keyboard-Sound a´la
HAWKWIND ein wenig verwirrend ist. Ansonsten schwingt jedoch leider „König
Langeweile“ sein unerbittliches Zepter… der Opener "Gorgeous" ist
seiner Rolle schlicht unwürdig (vergleichsweise führe ich nur das geniale
"Saturday" vom Vorgänger an), "Harleya" dürfte als heißer
Kandidat für den Titel „Schlaftablette 2004“ in Frage kommen, wohingegen es
sich das schleppende "Man With A Woman" durch einen schrägen Refrain
verscherzt … "No Place Like Home" ist einer der wenigen Songs mit
Ohrwurm-Charakter, klingt jedoch wie ein Weihnachtslied von Dieter
„Penisbruch“ Bohlen und an "Joni Woni (Likes To Ride The Pony)"
ist dann leider auch nur der Titel cool … die Frage "How Are You"
erübrigt sich, denn was effektiv nach Ablauf dieser 42 Minuten bleibt ist für
mich eine der großen Enttäuschungen des Jahres 2004.
| Trackliste: | 1.
Gorgeous - 2. Home tonight - 3. Help - 4. No Place Like home - 5. Harleya
- 6. Hang On For Life - 7. Man With A Woman - 8. How Are you - 9. Joni
Woni (Llikes To Ride The Pony) - 10. This Guy - 11. Stone Cold Crazy |
Thanks to Tom @ Perris Records
weitere Reviews über ENUFF Z'NUFF:
ENUFF Z' NUFF/ ?
(european version)
ENUFF Z' NUFF/ Favorites
ENUFF Z' NUFF/ Welcome To Blue
Island (US-version)
![]() |
|
Review:
Die ersten beiden Scheiben von SONATA ARCTICA gehören für mich
zu den besten Power Metal-Scheiben der letzten Jahre. Nur mit dem
letzten Album "Winterheart's Guild" vermochte ich mich
bisher - trotz der nicht zu leugnenden Qualität - nicht 100%ig
anzufreunden, da mir immer noch die letzten zündenden Momente
fehlen, die den ersten beiden Alben eine faszinierende und
unbeschwerte Aura verpassten. Nun katapultieren die Finnen mit
"Reckoning Night" ihr viertes Studiogeschoss in die
Erdumlaufbahn und urplötzlich ist man von der unfassbaren
Faszination, die bereits "Ecliptica" und
"Silence" ausstrahlten, wieder umgeben. Konnte man die
Band um Sänger Tony Kakko und Gitarrist Jan Liimatainen
(ALTARIA) bisher mit ihren Landsmännern STRATOVARIUS
vergleichen, so hat mit "Reckoning Night" auch der
Bombast a la BLIND GUARDIAN in den Sound der Jungspunde Einzug
gehalten. Dieser Aspekt macht sich besonders in den Chören des
Openers "Misplaced" und der Mitsing-Hymne "Don't
Say A Word", welche genau wie ihr einleitendes Instrumental
"Reckoning Day Reckoning Night" die Mystik von
"Phantom Of The Opera" trägt, sowie des neoklassischen
Hochgeschwindigkeitszugs "Wildfire" breit. Gelegentlich
schwebt - wie etwa bei der Low/ Midtempo-Nummer "The Boy Who
Wanted To Be A Real Puppet" - auch der Geist von QUEEN über
den Songs. Außerdem erweist sich der Midtempo-Epos "White
Pearl Black Oceans..." als wahrer Geniestreich vor dem
Herrn. Die perfekte Abrundung erfährt die Killerscheibe durch
die megastarke (Semi)Acoustic-Ballade "Shamandalie".
Auf den Bonustrack "Wrecking The Sphere", der wie ein
liebloser Klon von TRINI LOPEZ' "Lemon Tree" klingt,
hätte man gut und gerne verzichten können. Nichtsdestotrotz
stellt "Reckoning Night" das wohl ausgereifteste und
beste Album der Finnen dar, das in einigen Jahren sogar den
Klassiker-Status erreichen könnte.
| Trackliste: | 1. Misplaced - 2. Blinded No More - 3. Ain´t Your Fairytale - 4. Reckoning Day, Reckoning Night - 5. Don´t Say A Word - 6. The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet - 7. My Senele - 8. Wildfire - 9. White Pearl, Black Oceans - 10. Shamandalie - 11. Wrecking The Sphere (bonus) |
Thanks to Markus & Jaap @ Nuclear Blast
weitere Reviews über
SONATA ARCTICA:
SONATA ARCTICA/ Silence
![]() |
Review:
Die Band HEARTPLAY wurde bereits 1997 von Sänger Kimmo Blom
(URBAN TALE) und Keyboarder Sakari Salli gegründet und konnte
mit ihrem selbstbetitelten Debüt in Finnland bereits zählbare
Erfolge verbuchen. Nach drei Jahren Pause schieben die Finnen nun
mit "Where The Deadends Meet" einen etwas
schwerverdaulichen Nachfolger nach. Musikalisch bewegt man sich
dabei zwischen typisch skandinavischen AOR und astreinem
Westcoast der Marke TOTO. Allerdings ist das Quintett von der
Klasse der oben genannten Vergleichsbands ein gutes Stück weit
entfernt, sodass eigentlich nur die Genre-Freaks der Scheibe
etwas abgewinnen dürften. Da laut Presse-Info das Songwriting
diesmal anscheinend im Teamwork vonstatten ging, und die Songs
irgendwie den überspringenden Funken vermissen lassen bzw.
arrangementtechnisch zu überraschungslos durch die Gehörgänge
plätschern, verdeutlicht sich an "Where The Deadends
Meet" mal wieder, dass zu viele Köche einfach den Brei
verderben. Unterm Strich bleibt ein AOR/ West Coast-Album, dass
weder große Glanzpunkte zu setzen vermag, noch große
Ausrutscher zu verzeichnen weiß. Als Anspieltipps kann man sich
den AOR-Kracher "That Kind Of Girl", den flockigen
Midtempo-Rocker "Greatful" oder das TOTOlastige
"If There's A Way" auf den Notizzettel schreiben.
| Trackliste: | 01. Dont You
Ever Fall 3:09 |
Thanks to Sebastian @ MTM Music
![]() |
|
Review:
Als Sänger und Gitarrist von SILENT RAGE kam JESSE DAMON schon
in den späten 80er Jahren nicht über den Status eines
Insider-Tipps hinaus... und schon damals blieb bei mir trotz
zweier heftig promoteter Veröffentlichungen lediglich (der
allerdings coole Track) "Young, Rich & Pretty" in
Erinnerung. Mit "Nothin' Else Matters" veröffentlicht
JESSE DAMON nun seine zweite Soloplatte, über das frisch
wiederauferstandene Z Records-Label. Bereits der bluesig
angehauchte, völlig fehlbesetzte Opener lässt in mir die Frage
"What You're Doing To Me" aufkommen ... der blecherne
Sound erreicht, nicht zuletzt infolge des verwendeten
Drum-Computers, bestenfalls mittlere Demo-Qualität und erweist
sich schon nach Kurzem als nerv- und stimmungstötend: - Hey,
Jesse you´re really "Messin´ With My Head"... Dass,
wie auch schon auf seinen bisherigen Veröffentlichungen,
KISS-Schlabberzunge Gene Simmons ins Songwriting integriert
wurde, vermag die Songqualität auch nicht aus dem unteren
Mittelmaß emporzuheben. Zu langatmig und nichtssagend ist das
Groß der Songs auf "Nothin' Else Matters". Einziger
Lichtblick ist das flotte und "New Rock meets 80ties"
angehauchte "I Want You", mit dem JESSE DAMON zeigt,
dass auch er noch im Stande ist, wahre Ohrwürmer zu kreieren.
Allerdings ist ein wirklich guter Song, neben dem noch
akzeptablen "The Good Life" in meinen Augen zu wenig,
um sich nachhaltig aus der breiten Veröffentlichungsflut
hervorzuheben. Auch die kurze Spielzeit von unter 40 Minuten
lässt das Preis,- Leistungsverhältnis als arg unausgewogen
erscheinen.
| Trackliste: | 01. What Your Doin To Me (3:49) - 02. Messin With My Head (3:12) - 03. Good Life (4:01) - 04. Dont You Know (5:05) - 05. I Want You (3:02) - 06. Your My Reason For Livin (4:25) - 07. Fame Thats Callin (3:34) - 08. Nothing Else Matters (3:14) - 09. Where You Goin (3:49) - 10. Rains With Fire (3:57) |
Thanks to Sven @ Music Consult
weitere Reviews über
JESSE DAMON:
JESSE DAMON/ The Hand That Rocks
![]() |
|
Review:
Der Glam Rock scheint einfach nicht totzukriegen zu sein, denn
wie kann man sich sonst die immer wieder häufiger werdenden
Veröffentlichungen auf diesem Sektor erklären? Getreu nach dem
Motto: "Unkraut vergeht nicht" hat sich diese gute
Laune verbreitende und partytaugliche Musik - trotz einiger
schier unüberbrückbaren Tiefen - nicht von der Grunge-Seuche
und anderen Trends ersticken lassen. Nachdem Sänger Steve
Summers als einzig verbliebenes Originalmitglied mit den
neuformierten PRETTY BOY FLOYD im vergangenen März das neue
Album "Size Really Doesn Matter" abgefeuert hatte,
buddelt ex-Gitarrist Kristy "Krash" Majors immer wieder
irgendwelche - nicht nachbearbeitete - Demo-Versionen und
Studio-Recordings aus. Der neueste Abkömmling dieser Gattung
hört auf den Titel "Dirty Glam" und ist im Grunde
genommen eine Wiederveröffentlichung bzw. europäische
Erstveröffentlichung der sträflich vernachlässigten 99er
Scheibe "Porn Stars", die man mit sechs Demo-Versionen
erweitert hat. Diese Demos sind zwar schon auf den verschiedenen
PBF-Compilations ("Vault I +II", "The Night
Belongs To The Young") von Perris Records erschienen, aber
da besagte Scheiben nur jenseits des Atlantiks veröffentlicht
wurden, macht eine erneute Verwertung der Songs durchaus Sinn.
Die Highlights auf "Dirty Glam" sind eindeutig der
stampfende "Good Girls Gone Bad" (hoher "Kick
Ass"-Faktor) und die Mitsing-Nummer "48 Hours",
die bei "Karate Kid III" zu Soundtrack-Ehren kam, sowie
die Neuaufnahme des Klassikers "Leather Boyz With Electric
Toyz", die der Glambande eigentlich noch besser gelungen ist
als das eh schon geniale Original. Außerdem erweisen sich die
Coverversionen von "Shout It Out Loud" (KISS), die um
einiges rotziger ausfällt als die ursprüngliche Nummer, und
ALICE COOPERs "Department Of Youth" als kleine
Geniestreiche. Während das Original von Mr. Furnier cool im
Midtempo vor sich hergroovt, entwickelt sich die
PBF-Interpretation zu einer Uptempo-Nummer mit ordentlichem
Mitsing-Charakter. Verwunderlich ist nur, das PRETTY BOY FLOYD
eigentlich nie mit einer Ballade so richtig bekannt wurden, denn
das verträumte "Shy Diana", welches galant zwischen
Kuschelballade und Midtempo-Stampfer hin- und herpendelt, oder
das gänsehauterregende "Summer Luv", stehen den
Megahits ihrer Genre-Mates (z. B. POISONs "Every Rose Has
Its Throns") in keinster Weise nach. Bei den ergänzenden
Demo-Versionen muss man natürlich mit soundtechnischen
Abstrichen rechnen, aber nichtsdestotrotz entpuppen sich die
Boogie-Nummer "Gangster Of Love" und "Hands Of My
Radio", das sich als eine gelungene Gratwanderung zwischen
Glamrock und Stadionrock a la DEF LEPPARD darstellt, als
ungeschliffene Diamanten. Da die Fans der Band bereits sämtliche
auf dieser Scheibe enthaltenen Nummern in ihre Sammlung haben
müssten, dürfte "Dirty Glam" eigentlich nur noch für
Einsteiger eine lohnende Sache sein. Zumal dieses Album um
Längen besser ist als das diesjährige Album "Size Really
Doesn Matter". Nostalgie pur!!!
| Trackliste: | 1. Good Girl Gone Bad - 2. Rock & Roll Outlaws - 3. Shy Diane - 4. Shout It Out Loud - 5. Leather Boys With Electric Toys - 6. I Wanna Be With You - 7. Saturday Nite [In The USA] - 8. 48 Hours - 9. Summer Luv - 10. Your Momma Won't Know - 11. Restless - 12. Set The Nite On Fire - 13. Departemt Of Youth - 14. Shut Up - 15. Gangster Of Love - 16. Hands Off My Radio - 17. Some Kind Of Voodoo - 18. We've Got Rock & Roll - 19. Leather Boys With Electric Toys |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
PRETTY BOY FLOYD/ Size Really Does Matter
PRETTY BOY FLOYD/ Tonight Belongs To The Young
PRETTY BOY FLOYD/ Vault II
PRETTY BOY FLOYD/ Leather Boyz With Electric Toyz
![]() |
|
Review:
Das Fusion-Genre ist auf diesen Seiten bisher sehr
stiefmütterlich behandelt worden, deshalb ist es nun wirklich an
der Zeit auch diese Musikrichtung etwas eingehender zu
beleuchten. Eine etwas ungewöhnliche Richtung - in einer eh
schon etwas ausgefallenen Spielart - hat das 1979 gegründete
Oktett MYNTA eingeschlagen. Ihre Fusion aus Blues, Jazz, Funk
sowie afrikanischen und lateinamerikanischen Rhythmen wird mit
einer gehörigen Portion an indischen Klängen und
skandinavischem Folk abgestimmt. Weltmusik-Freaks dürften
vielleicht Namen wie Fazal Qureshi (Tabla, Canjira, Mouth
Percussion), Shankar Mahadevan (Vocals) oder Jonas Knutsson (Alt-
und Sopran-Saxophon) bekannt sein. Während Fazal Qureshi zu den
weltbesten Tabla-Spielern gehört, zählt Jonas Knutsson seit
Jahren zu den bekanntesten Improvisationsmusikern in seiner
Heimat Schweden. Zu den hervorstechendsten Nummern auf ihrem
mittlerweile siebten Studio-Album "Teabreak" gehören
allem voran der von wunschschönen Violinen- (Santiago Jimenez)
und Acoustic-Gitarren-Parts (Max Åhman) getragene "Song For
Brahmaputra" und das afrikanisch anmutende "Jaana Kya
Hua", das von Shankar Mahadevans Solo-Album
"Breathless" stammt, sowie das jazzig-prickelnde
"Mc Coy", das in Kombination mit hauchzarten
Gesangsparts für Dauer-Gänsehaut sorgt. Des weiteren tun sich
noch das folklastige "Bohccuii" und das quirlig-feurige
Instrumental "Small And Angry", das nahezu sämtliche
Einflüsse der Band in sich vereint, äußerst positiv hervor.
Die abschließenden, recht beatlastigen Remixes des Titeltracks,
von "Red Departure" und "Fuzzy" zeigen MYNTHA
von einer Seite, die man ihnen vielleicht nicht so ganz zugetraut
hätte, denn besagte Nummern könnte ich mir als willkommene
Abwechslung in Playlists angesagter Techno/ Trance-Rock-Tempeln
vorstellen. Ein Album, das für Fusion-Freaks, die ab und an auch
über den Tellerrand hinausschauen, eine äußerst lohnenswerte
Investition sein dürfte.
| Trackliste: | 01.
Teabreak [4:03] Bonustracks: 13. Teabreak-remix [4:54] - 14. Red Departure-remix [3:54] - 15. Fuzzy-remix [4:50] |
Thanks to Jochen @ Pläne Records
![]() |
|
Review:
Death Metal und der rotzige Sound von MOTÖRHEAD sind - abgesehen
von wenigen Ausnahmen - nicht unbedingt mein Ding. Aber ich muss
mir eingestehen, dass die Vermengung beider Komponenten - unter
der Hinzunahme von stoner- ("Repayment") oder
thrashlastigen ("When Rats Leave The Ship") Elementen -
gewisse Reize zu bieten hat. Genau zwischen jenen Sparten
scheinen BELLGRAVE ihr musikalisches Schlupfloch gefunden zu
haben. Trotz ständiger LineUp-Wechsel hat die 1995 gegründete
Band mit "My Soul Is My Gun" bereits ihr zweites Album
eingespielt und obwohl die Band in der heutigen Besetzung erst
seit 2001 zusammenspielt, präsentiert sich das Material auf
ihrem Silberling nahezu aus einem Guss. Dabei dürfte wohl das
Organ von Sänger Danny, welches irgendwie zwischen Dave Mustain
(MEGADETH) und Lemmy Kilmister (MOTÖRHEAD) anzusiedeln ist, das
markanteste Element im eigenwilligen Sound von BELLGRAVE sein.
Die Höhepunkte einer recht rohen und abwechslungsreichen Scheibe
sind der Titeltrack, der als melodischer Thrasher aus den Boxen
donnert, und das doomlastige "Back In Town" sowie der
"Rallesnakes Rattle", das in bester MOTÖRHEAD-Manier
(mit modernem Touch) zelebriert wird. Weitere Anspieltipps wären
das träg-lässig groovende "Discoureged" und der
pushende "My Personal Hate-Song". Wer sich mit
ENTOMBEDs Gratwanderung "Same Difference" schon
anfreunden konnte, sollte auch "My Soul Is My Gun"
unbedingt eine Chance geben. Es lohnt sich!
| Trackliste: | 01. Cold Bleeding Angel - 02. My Soul Is My Gun - 03. Repayment - 04. Back In Town - 05. A Place For Sale - 06. Rattlesnake's Rattle - 07. P(r)ay and P(r)ay - 08. Coma-State - 09. When Rats Leave The Ship - 10. Discouraged - 11. One Hour - 12. My Personal Hate-song - 13. Things Called "Never Changed" - 14. With No Compromise |
Thanks to Patrycja @ Locomotive Music
![]() |
|
Review:
Der junge Brite AYNSLEY LISTER gehört zweifelsohne zu den
Aufsteigern der internationalen Blues Rock-Szene. Seit 1999
versorgt er uns in regelmäßigen Abständen mit virtuosem Blues
Rock und hat es auf diese Weise mittlerweile zu drei
außerordentlichen Studio-Alben gebracht. Nun will er uns anhand
der vorliegenden Scheiben - nach "Supakev'n Pilchards"
- bereits zum zweiten mal konserventechnisch von seinen
Live-Qualitäten überzeugen. Im Gegensatz zum ersten
Konzert-Mitschnitt ist er diesmal auf "Live!" mit einer
kompletten Band zugange. Zwar eröffnet Mr. Lister - nur mit
seiner Gitarre bewaffnet - auch den Gig in der Bonner Harmonie
sozusagen als Alleinunterhalter und entflammt gleich zu Beginn
des Sets das Publikum mit seinem erfrischenden und
risikofreudigen Gitarrenspiel, aber spätestens mit dem Beginn
von "Say Goodbye", einem Kracher der Marke CINDERELLA
meets AC/DC, kann er sich der tatkräftigen Unterstützung der
Ryhthmus-Fraktion James Towned (Bass) und Sarah Jones (Drums)
gewiss sein. Neben einigen neuen Songs wie z. B.
"Snake" oder dem bizarren Geshredere "Now You're
Gone", das nahe an der Schmerzgrenze angesiedelt ist,
präsentiert er uns eine gute Mischung aus seinen bisherigen
Studio-Alben, wobei sich insbesondere "Angel 'O' Mine"
und "Sometimes It Gets To Me" als königliche
Live-Erlebnisse erweisen. Ich persönlich bevorzuge allerdings
eher die etwas kürzeren Tracks, wie etwa den lässig-bluesy
daherschleichenden "Soundman" (CHUCK BERRY lässt
grüßen) und "Everything I Need", das wie eine
Vermengung von ZZ TOPs "Sharp Dressed Man" und MINK
DeVILLEs "Cadillac Walk" klingt. Leider hinterlässt
das bassschwangere, auf gut 9min aufgeblasene "Take Me To
The River" einen etwas faden Nachgeschmack, aber insgesamt
darf diese Live-Darbietung als schöner Erfolg gesehen werden. Da
das Spektakel am 23.03.2004 vom WDR im Verlaufe des Rockpalast
Crossroads-Festivals aufgezeichnet wurde, schneit uns demnächst
auch eine DVD gleichen Titels (mit jeder Menge Bonus-Material im
Gepäck) ins Haus.
btw. Das junge Multi-Talent ist gerade auf Deutschland-Tour.
Solltet ihr also daran interessiert sein AYNSLEY LISTER live zu
sehen, dann findet ihr hier die aktuellen Dates.
| Trackliste: | 01. Aeroplane Blues - 02. As The Crow Flies - 03. Say Goodbye - 04. Balls Of Steel - 05. Snake - 06. Everything I Need - 07. Angel O Mine - 08. Now Youre Gone - 09. Take Me To The River - 10. Runnin Out On Me - 11. Sometimes It Gets To Me - 12. Soundman - 13. Fallin Down |
Thanks to Katrin @ Ruf Records
![]() |
|
Review:
Goldkelchen Mike Vescera wird den meisten Musikfans durch seine
Aktivitäten bei LOUDNESS, OBSESSION, YNGWIE MALMSTEEN oder
seiner Band MVP bekannt sein. Während diese Bands bekanntlich
vorwiegend dem Metal-Genre zuzuordnen sind, fischt Mr. Vescera
mit seinem neuen Projekt SAFE HAVEN in ähnlichen Gewässern wie
JOURNEY oder HARDLINE. Der Silberling präsentiert sich zu Beginn
mit den beiden starken und kraftvollen Midtempo-Nummern "Do
You Remember Me" und "In Your Heart" erfreulich
schwungvoll und auch mit der sehr gefühlvollen Ballade
"Sorry Baby" weiß das Quartett um den Ausnahmesänger
vollends zu überzeugen. Trotzdem nimmt sich die Band - für
meinen Geschmack - nach dem Kracher "Nothin' Like This
Feeling" durch den wirklich großen Anteil von guten
Balladen ("It Could Happen To You"/ "Fly Me
Away") und Lowtempo-Nummern ("Now That Your Gone")
irgendwie selbst den Wind aus den Segeln und sucht lieber die
Obhut des sicheren Hafens auf. Ich denke, mehr Songs vom Kaliber
der getragenen Hymne "You're Moving" oder des rotzigen
Monstergroovers "Need A Change" hätten aus einem guten
Album eine Hammerscheibe gemacht. Zumal man mit dem noch relativ
unbekannten Gitarrist Eric Riordan (MVP) einen Mann in seinen
Reihen weiß, dessen starkes Gitarrenspiel, welches für das
ausdrucksstarke Organ von Mike Vescera nahrhaften Boden bildet,
sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Kurzum:
Hoffentlich bleibt es nicht der erste und letzte Output dieser
Band, denn man darf wirklich gespannt sein, wie sich Vescera
& Co. auf diesem ungewohnten Terrain weiterentwickeln.
| Trackliste: | 01. Do You Remember Me
4:17 - 02. In Your Heart 5:03 - 03. It Could Happen To
You 4:03 - 04. Sorry Baby 5:11 - 05. Nothin
Like This Feeling 5:18 |
Thanks to Sebastian @ MTM Music
![]() |
|
Review:
Gut Ding will Weile haben! An diese Weisheit muss sich wohl auch
das australische Prog Rock-Trio ARAGON erinnert haben als sie an
das Songwriting für ihr mittlerweile fünftes Studio-Album
"The Angels Tear" herangegangen sind. Zwar hat man 1999
zwischenzeitlich das bisher beste Werk "Mouse"
(Original Release 1995) remastert und wiederveröffentlicht, aber
zwischen der eigentlich letzten Scheibe "Mr. Angel" und
dem neuen Werk liegen doch gut und gerne über 9 Jahre. Doch das
Ergebnis auf "The Angels Tear" gibt den Mannen um
Gitarrist/ Bassist John Polyannis unumwunden recht, denn hatte
der Vorgänger noch eine nicht zu verleugnende Pop-Schlagseite,
so hat man sich für den aktuellen Output wieder der
Detailverliebtheit und dem Phantasiereichtum zu
"Mouse"-Tagen entsonnen. Dieser Umstand macht sich nach
wenigen Sekunden des Openers "Growing Up In Cuckoo
Land", bei dem zwar Ähnlichkeiten zu ABC gelegentlich
durchschimmern, aber durch belebende Samples und Gitarren-Riffs a
la ZZ TOP seine Eigendynamik entwickelt, bemerkbar. Stilistisch
hätten wahrscheinlich "Discovery" oder "The Room
Of Brilliant Light", das von gefühlvollen Pianoklängen und
Leadgitarren getragen wird, auch perfekt zu MICHAEL ERNSTs
"Excalibur" gepasst. Bei den etwas längeren Nummern
wie "In The Name Of God" oder dem genialen Titeltrack
haben John Poloyannis und Sänger/ Schlagzeuger Les Dougan ihren
ziemlich relaxten Sound mit der arrangementtechnischen Raffinesse
von PINK FLOYD verfeinert. Trotz wunderschöner Melodien und
harmonischer Arrangements wird die instrumentale Härte
keinesfalls vernachlässigt, sondern kommt bei Nummern wie dem
keltisch angehauchten "Copper Bob And The Pirates At The
Gates Of Redemption" (Doublebass!) und "Voyeur",
das sich als unruhigste und progressivste Darbietung erweist,
wohldosiert zum Einsatz. Ein wunderschönes Album, für das man
sich unbedingt Zeit nehmen sollte.
Bestellen könnt ihr "The Angels Tear" direkt bei www.cdistributions.com oder in Deutschland bei www.justforkicks.de
| Trackliste: | 1. Growing Up In Cuckoo Land (3:36) - 2. Discovery (1:58) - 3. The Room Of Brilliant Light (3:38) - 4. In The Name Of God (9:17) - 5. Copper Bob And The Pirates At The Gates Of Redemption (2:24) - 6. The Angels Tear (12:57) - 7. Voyeur (3:49) - 8. The Silent Field (5:36) |
Thanks to Marc @ LaBraD'or Records
![]() |
|
![]() |
Review:
Nach dem Namen der Band könnte man fast annehmen, dass es sich
hier um eine ACCEPT-Coverband handelt. - Aber weit gefehlt, denn
DOGS ON LEAD haben überhaupt nichts mit den einstigen
Vorzeige-Metallern um Udo Dirkschneider gemeinsam. Vielmehr macht
der niedersächsische Vierer um den Sänger Thomas Fallschessel,
der ein äußerst vielseitiges Organ besitzt, auf seiner 6 Track
Promo-CD sein ganz eigenes rotziges Ding, das sich nicht so
leicht eingrenzen lässt. So könnte man z. B. im Laufe des
groovigen Openers "R.I.P. Off" des Öfteren Vergleiche
zu AC/DC ziehen. Andererseits biegt die schmissige Nummer
"Encounter" mit Gitarren a la VAN HALEN um die Ecke und
die Midtempo-Hymne "Take Hold Of The Flame" könnte
durchaus einer Zusammenarbeit zwischen BON JOVI (Gesang) und LED
ZEPPELIN (Groove) entsprungen sein. Leider können die restlichen
drei Nummern nicht ganz halten, was das äußerst schwungvolle
Opener-Trio verspricht. Trotzdem sollte man sich den
interessanten Finisher "Canada", der ZZ TOPsche
Gitarren mit einer zarten Prise Alternative Rock in Verbindung
bringt, noch etwas genauer anhören. Außerdem macht die
überarbeitete Radio-Version von "Encounter", die im
Frühjahr 2005 als Single veröffentlicht werden soll, verdammt
neugierig auf das erste "full length"-Album von DOL.
Fazit: Eigentlich dürfte der längst fällige Plattenvertrag nur
noch eine Frage der Zeit sein.
Wer sich für das Material von DOGS ON LEAD interessiert sollte
sich mal unter www.dolmusic.de umschauen und -hören. Dort ist auch das Demo
"Play It Loud" für 8,- erhältlich.
| Trackliste: | 6 Track Demo-CD 1. R.I.P. Off - 2. Encounter - 3. Take Hold Of The Flame - 4. Jump Into Hot Water - 5. A Day In Arabia - 6. Canada Single: Encounter (Radio Version 2004) |
Thanks to Kimmy @ KBManagement International
|
|
Review:
Als ob die französische Sprache in Verbindung mit harten Klängen nicht schon
strange genug wäre, nein, es muss dann auch noch unbedingt Progressive Rock/
Metal sein?!? – Scheinbar!?! Zwar erscheint diese Kombination zu Beginn äußerst
schwerverdaulich, aber im Verlauf der Spielzeit offenbart "Prélude À La
Ruine" sein „eigenartiges“ Gesicht. Auf seinem dritten Album scheint
das virtuose Quartett um Gitarrist, Sänger und Songwriter Jean Pierre Lowveton
etwas härter zu Werke zu gehen ("Les Yeux Fermés (Le Retour De L'ogre)")
als auf den beiden Vorgängern. Zwar liegt die Hauptessenz immer noch in einer
wilddosierten Abstimmung zwischen Retro-/ Neo-Prog, leichten Jazz-Einflüssen
und symphonischen Hard Rock, aber der metallische Aspekt (um nach den älteren
Soundfiles auf der Band-Homepage zu urteilen) hat hörbar zugenommen. Dreh- und
Angelpunkt auf diesem Album ist für mich "Le Monde À L'envers", denn
das dreiteilige Finale gestaltet sich – aufgrund seines starken Wechselspiels
zwischen relaxten und nachdenklichen, melodischen rockenden und aggressiven
Parts – um einiges spannender als der Rest des Albums. Am instrumentalen Können
der einzelnen Herrschaften gibt es nichts zu mäkeln und auch die Produktion ist
von der gehobenen Sorte, aber insgesamt gesehen ist mir das ganze Paket doch
noch etwas zu sperrig und zu frickelig ausgefallen. Fazit: Diese Konzept-Scheibe
ist ein klarer Fall für Prog-Puristen, die sich sprachtechnisch offen zeigen können.
Diese Klientel wird auf www.justforkicks.de
aller bestens bedient, denn dort findet ihr u. a. auch das Vorgänger-Album
"Présages".
| Trackliste: | 1.
Les
Temps Modernes 7'58 |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
![]() |
|
Review:
Was soll das? Sind IONQUEST eine ABM-Massnahme im Hartz V-Bereich?
Sechziger-Jahre-Instrumental-Improvisationen, ein krudes harmonisches Gehacke,
rhythmisch ohne jeglichen Groove mit den handwerklichen Fähigkeiten einer Schülerband.
Muss den heutzutage eigentlich jeder Proberaum-Cassettenrecorder-Mitschnitt auf
CD gepresst werden... ???
| Trackliste: | 1.
Shazbot - 2. Logic - 3. Gunk - 4. Gran Falloon - 5. Julio's
Thesis |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
Last
Update: Sunday, 19. June 2005
created in January 2001 © by Sonny