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Review:
Gut fünf Jahre hat sich Sänger/ Gitarrist Horst Tolks Zeit
gelassen um nun endlich den dritten Output, nach der EP
"Rockin' The Blues" (1992) und dem Album "...
Still Rough'n Wild" (1999), auf die hiesige Blues
Rock-Gemeinde loszulassen. War der Vorgänger noch von
Cover-Versionen dominiert, so hat der Anteil an
Eigenkompositionen auf "Have Mercy!" beachtlich
zugenommen. So verteilt sich diesmal das Verhältnis der 15
Nummern (inkl. "hidden track") auf nur 9:6 zugunsten
der Fremdkompositionen. Wobei besonders das eigene Material mit
ziemlich viel Wiedererkennungswert zu erfreuen weiß, wie das
lässig cruisende "Long Way To Memphis" und der
Groove-Hammer "Bad Boy", dem durch einen dezenten -
aber ständig präsenten - Orgel-Teppich ein guter Nährboden
für das rotzig-filigrane Gitarrenspiel von Horst Tolks und für
die druck- und schwungvolle Rhythmusarbeit von Andy Brötzner
(Bass) und Fred "Mampfy" Forrester (Drums) geboten
wird, vehement verdeutlichen. Recht unterhaltsam zeigt sich auch
die beschwingte "old school" Boogie-Nummer "Hello
Baby", die mich stellenweise doch an Brian Setzer und seine
STRAY CATS erinnert. Aber auch die Cover-Versionen zeugen
durchaus von Ideenreichtum, denn das Trio hat z. B. dem Disco-Hit
"Funky Town" von LIPPS INC. eine herrliche groovende
und erdige Gitarrenrock-Kutte verpasst. - Einfach genial!
Natürlich haben BOOGIE STUFF auch im genre-üblichen Revier
gewildert und Nummern wie "Homesick" (ATLANTA RHYTHM SECTION), ZZ TOPs "Just Got Paid" und "Don't
Believe A Word" (im Original von THIN LIZZY) mit ihrem
eigenen Heavy Duty Blues-Rock veredelt. Als weitere
Ohrenschmeichler entpuppen sich die drei Live-Aufnahmen mit Jimmy
Carl Black (Schlagzeuger a. u. bei FRANK ZAPPA, MOTHERS OF INVENTION) am Mikrofon. Wobei "Indian Of The Group" und
"Black Limousine" vom gleichnamigen FARRELL & BLACK
BAND-Album stammen. Durch das raue und charismatische Organ des
Cheyenne-Indianers wird dem eh schon belebenden und
energiegeladenen Sound noch die nötige Extravaganz eingeimpft.
Des weiteren unterstreichen diese Aufnahmen die hohen
Live-Qualitäten von BOOGIE STUFF und zeigen einmal mehr, dass
hier ein eingeschworenes Trio zugange ist. Meine momentanen
persönlichen Favourites sind der schwere Slow/ Midtempo-Stampfer
"Jungle Of Chicks" und der "hidden track"
"Racing Boogie", in dem Horst Tolks noch mal ordentlich
die Saiten qualmen lässt. Nach einigen Durchläufen kann man
ohne Übertreibung behaupten, dass sich die fünf Jahre Wartezeit
richtig gelohnt haben, denn nicht nur musikalisch ist alles im
tiefgrünen Bereich, sondern auch aufnahme- und
produktionstechnisch. Kein Wunder, wusste doch Flitzefinger Tolks
mit Bobby Altvater einen sehr erfahrenen und ausgebufften Rock
Recording-Guru an seiner Seite. Bleibt abschließend nur noch zu
hoffen, dass BOOGIE STUFF dieses Album ordentlich betouren und
ihnen damit der langverdiente Durchbruch gelingt.
| Trackliste: | 1. Muddy Water |
Thanks to Horst @ Boogie Stuff
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Review:
Es ist mal wieder Folk-Zeit auf ROCK & METAL HEAVEN. Mit der
Wiederveröffentlichung von "Kein Schöner Land" (1983)
ist nun endlich der komplette Studio-Backkatalog von
ZUPFGEIGENHANSEL - Dank Pläne Records - auf CD zu haben. Obwohl
das Duo schon seit Jahren getrennte Wege geht, scheint es eine
Art Geschenk zum 30jährigen Bühnenjubiläum von Thomas Friz und
Erich Schmeckenbecher zu sein. Auf "Kein Schöner Land"
haben ZUPFGEIGENHANSEL seinerzeit Themen aufgegriffen, die heute
treffender denn je erscheinen. Man lausche nur dem in Ironie
getränkten "Lügenlied" oder der
"Lindenballade", die stellenweise stark an den jungen
Reinhard Mey erinnert. Die Vorliebe des Duos für jüdisches
Liedgut, dürfte spätestens seit ihrem 1979er Album
"Jiddische Lieder" bekannt sein, deshalb ist es auch
nicht weiter verwunderlich, dass sie auch ihre nachfolgenden
Alben gelegentlich mit derartigem Material gewürzt haben. So
verleihen "Fun Wos Lebt A Jid?" und
"Margaritkes" - trotz ihrer nachdenklichen Texte - dem
Album einen Hauch von Unbeschwertheit. Außerdem wissen die fast
swingende Version der Volksweise "Muß I Denn" und das
umgeschriebene "(K)Ein Schöner Land" durch ihren
zart-schwäbischen Dialekt bzw. ihren aktualisierten Text zu
begeistern. Zum Abschluss bietet "Kein Schöner Land"
mit den beiden Bonus-Nummern "Dire-gelt" und "Tsen
Brider", die aus der bisher noch nicht auf CD erhältlichen
Live-Platte "Eintritt Frei" stammen, ein besonderes
Zuckerl.
| Trackliste: | 01.Neues Wanderlied
[3.43] - 02.Nehmt
Abschied [3:22] |
Thanks to Jochen @ Pläne Records
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ZUPFGEIGENHANSEL:
ZUPFGEIGENHANSEL/ Miteinander
(re-release) (Off Rock & Metal review/ Folk-Kult!!!)
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Review:
Die Scheibe hätte eigentlich der Nachfolger von "The Second
Album" werden sollen, aber aufgrund eines Labelwechsels und
den unterschiedlichen musikalischen Vorstellungen zwischen den
neuen Geschäftspartnern verstaubte "The Bridge" im
Band-Archiv. Stattdessen musste man dem Wunsch der Plattenfirma
entsprechen und mit dem neuen Sänger Kevin Chalfant das Album
"Megaforce" aufnehmen. Aber jetzt müssen Fans und
Sammler nicht mehr länger von "The Bridge" träumen,
denn MTM Classix fördern dieses kleine Juwel neu abgemischt und
mit drei mehr als ordentlichen Bonustracks im Gepäck endlich ans
Tageslicht. Wenn man solche Perlen wie den SUPERTRAMP-lastigen
Opener "Leader" und "Hungry For Your Love",
das stellenweise den schmissigen Charme von STATUS QUO
verbreitet, hört, kann man eigentlich gar nicht verstehen warum
die neue Plattenfirma seinerzeit auf neues Material und einen
neuen Sänger bestand, denn schon alleine diese beiden Nummern
sind viel knackiger und mitreisender als die meistens Songs, die
Mr. Chalfant mit seinem Organ veredelt hat. Ohne
"Megaforce" an Qualität etwas absprechen zu wollen,
aber "The Bridge" spielt ohne Leistungseinbrüche in
einer deutlich höheren Liga, wie sich an der phantastischen
Hymne "You're All I Need" (REO SPEEDWAGON meets STATUS
QUO) und der simplen - aber nicht minder eingängigen -
Midtempo-Nummer "Want Your Love" leicht nachvollziehen
lässt. Obwohl das Material keine Zweifel aufkommen lässt, dass
es aus den glorreichen 80ern stammt, wirkt der größte Batzen
der Songs äußerst erfrischend. Als weitere Anspieltipps möchte
ich euch das zackige "Couldn't Be Better", das mit
exzellenten Chören und tollen Synthie-Parts besticht, und die
hauchzarte Ballade "The Girl With The Broken Heart"
empfehlen. Zu meinen persönlichen Lieblings-Nummern zählt
außerdem noch der abschließende Midtempo-Stampfer "Perfect
Lies", der mich gitarrentechnisch an die Anfangszeit von
KINGDOM COME erinnert. Wirklich schade, dass die Scheibe
seinerzeit nicht veröffentlicht wurde, denn ich könnte meinen
Allerwertesten darauf verwetten, dass "The Bridge" der
Band damals noch mehr Erfolg gebracht hätte als
"Megaforce". Aber was noch nicht ist, kann ja noch
werden ;-)
| Trackliste: | 01. Leader - 02. Hungry
For Your Love - 03. Youre All I Need - 04. Want
Your Love - 05.
Sirens of the Sea
|
Thanks to Sebastian @ MTM Music
weitere Reviews über
707:
707/ Mega Force (re-release)
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Review:
Nachdem die letzten Werke von MICHAEL MITTERMAIER und WILLY ASTOR an dieser
Stelle schon besprochen wurden, war es nur noch eine Frage der Zeit wann auch
der türkische Niederbayer (oder sagt man besser niederbayrische Türke?) DJANGO
ASÜL mit seinem aktuellen Programm "Hardliner" als Kabarett-Tipp auf
Rock & Metal Heaven Einzug hält. Während seiner satirischen und teilweise
bissigen Seitenhieben zu außen- ("Unbegrenzten Möglichkeiten") und
innenpolitischen ("Senilitätsgarantie"), sozial-
("Meinungsbildhauer") und gesellschaftskritischen ("Harte
Einschnitte") Themen mutiert der unverbesserliche Romantiker mit
unglaublich viel Witz und Geschick zum scharfzüngigen und wortgewandten Befürworter
der harten Linie, ohne dabei das nötige Format und Augenzwinkern vermissen zu
lassen. So zerpflückt er aus der Sicht seines türkischen Bekannten ganz
ungeniert die "Agenda Zwei Null Eins Null" oder sucht fast naiv nach
einfacher Bewältigung des Nahostkonflikts ("Hartplatz Nahost"). Aber
er hält nicht nur der Politik und der Gesellschaft den Spiegel vor, sondern
nimmt auch seine Eltern, seine türkischen Bekannten und zuletzt auch sich
selbst ("Undergroundromantiker"/ "Singulärprinzip") gehörig
aufs Korn. So schildert er in "Pränatalabhärtung" nicht nur seine prägenden
Erlebnisse kurz vor bzw. nach der Geburt, sondern auch die ersten abhärtenden
Erziehungsmaßnahmen seines Vaters, denen er als Erwachsener anhand
"Finaler Konter" eine verspätete Retourkutsche verpasst. Also: Für
was braucht Deutschland die ruhige Hand von Bundeskanzler Schröder, wenn es
einen spitzfindigen "Hardliner" wie DJANGO ASÜL hat. Ganz großes
Kabarett, das mit Sicherheit jede Menge Lachkrämpfe oder zumindest einen gehörigen
Zwerchfellmuskelkater zur Folge hat!
| Trackliste: | 1.
Errorkommando - 2. Quizhotel
|
Thanks to Sol @ Management & Kontakt
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Review:
Mausoluem Records scheint sich - langsam aber sicher - zu einem
echten Spezialisten für Tribute-Alben zu entwickeln, denn nach
den Huldigungen an die SCORPIONS ("Six Strings Twelve
Stings") und GUNS N' ROSES ("Uncivil Wars") folgt
mit "Breathe - A Tribute To PINK FLOYD" nun schon das
dritte Album seiner Art innerhalb nur eines einzigen Monats.
Diese Veröffentlichung ist nicht nur angesichts der mitwirkenden
Personen, sondern auch in punkto Qualität den genannten
Artgenossen ein gutes Stück weit voraus. Trotzdem sei erwähnt,
dass es sich bei dieser Scheibe im Grunde genommen um eine
Wiederveröffentlichung handelt, da das Material bereits vor gut
zwei Jahren unter dem Titel "Pigs And Pyramids - An All Star
Lineup Is Performing Songs Of Pink Floyd" erschienen ist.
Nur mit dem kleinen Unterschied, dass man auf dem aktuellen
Silberling die Trackreihenfolge etwas abgeändert hat. Die
treibenden Kräfte hinter diesem Projekt waren damals Bob Kulick
und Billy Sherwood, die sich u. a. mit solchen Ausnahmesängern
wie JEFF SCOTT SOTO ("Us And Them"), TOTO-Fronter Bobby
Kimball ("Have A Cigar"), GLENN HUGHES ("Young
Lust") oder Robin McAuley (MSG/ "Breathe In The
Air") umgeben haben, um elf Meisterstücke der
Psychedelic-Legende einzuspielen. Auch die Liste der
Instrumentalisten lässt mit Namen wie Richie Kotzen (Guitars/
ex-POISON/ MR. BIG), Bruce Kulick (KISS) oder Chris Squire (Bass
& Vocals/ YES) und Eric Singer (Drums/ KISS) - um nur einige
zu nennen - keine Wünsche offen und liest sich wie ein "Who
is who" der AOR- und Hard Rock-Szene. Wer sich in Anbetracht
dieser großen Namen auf eine ordentliche Portion an
Eigenständigkeit oder Innovation gehofft hat, ist hier fehl am
Platz, denn diese Nummern orientieren sich alle ziemlich stark an
den Originalen. Natürlich ist es bei einem solchen Aufgebot an
phantastischen und charismatischen Sängern unumgänglich, dass
sie dem Material ihren eigenen Stempel aufdrücken, aber dies
geschieht in einer sehr dezent-angenehmen Form, sodass zu jeder
Sekunde PINK FLOYD allgegenwärtig ist. Meine Lieblingsnummern
sind "Shine On You Crazy Diamond", das von Steve
Lukather (TOTO) gitarren- und gesangstechnisch grandios umgesetzt
wird, sowie das von Chris Squire intonierte "Comfortably
Numb" und "Us And Them", das JEFF SCOTT SOTO
gänsehauterregend in Szene setzt. Man könnte fast sagen: ein
PINK FLOYD-Album von bekennenden PINK FLOYD-Fans. Ich denke, ein
größeres Kompliment kann man einer Tribute-Scheibe nicht
machen.
| Trackliste: | 1. Money - 2. Run Like Hell - 3. Young Lust - 4. Welcome To The Machine - 5. Another Brick In The Wall - 6. Any Color You Like - 7. Have A cigar - 8. Comfortably Numb - 9. Shine On You Crazy Diamond - 10. Breathe In The Air - 11. Us And Them |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
weitere Reviews über
PINK FLYOD-Tributes:
VARIOUS ARTISTS/ Pigs & Pyramids - An All Star Lineup Performing
The Songs Of PINK FLOYD
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Review:
Da sich ja seit dem letzten Album "Poets And Madmen" im
Hause SAVATAGE veröffentlichungstechnisch nicht wirklich recht
viel getan hat, kommt deren hauptamtlicher Vorzeige-Gitarrist
Chris Caffery nun mit seiner Soloscheibe gerade zum rechten
Zeitpunkt ums Eck. Auf seinem Debüt präsentiert er nicht nur
unglaubliche 16 (!) Songs, sondern bringt dabei sein komplettes
Spektrum zur Entfaltung. Selbiges erstreckt sich von mächtigen -
stellenweise doomlastigen ("Life, Crazy Life") -
melodischen (Titeltrack) Heavy Metal, Psychedelic-
("Jealousy") und Blues-Kost ("Never") bis hin
zu Crossover und NuMetal ("Piss Me Off"). Bei dieser
enormen Vielfalt verdeutlicht er - ohne auf endloslange
Solo-Orgien zurückzugreifen - nicht nur sein Ausnahmekönnen am
Griffbrett, sondern CHRIS CAFFERY weiß auch durchaus mit seinem
starken und rauen Organ zu beeindrucken, sodass man sich
unweigerlich die Frage stellen muss, warum man ihn nicht schon
gelegentlich das Mikro bei SAVATAGE in die Hand gedrückt hat.
Allerdings muss man fairerweise hinzufügen, dass er natürlich
den Stimmband-Akrobaten, die bisher das Mikro bei SAVATAGE
geschwungen haben, nicht ganz das Wasser reichen kann. Als
Anspieltipps eignen sich der Stampfer "Evil Is As Evil
Does", der an die moderneren Scheiben von ALICE COOPER
erinnert, und die simple gestrickte Acoustic-Nummer "Music
Man" sowie "Bag O'Bones", das mit lässigen Slide
Guitar-Parts aufwartet. Außerdem wartet "Faces" auf
der Bonus-CD "God Damn War", die leider zur Besprechung
nicht vorlag, mit neun weiteren Nummern auf, die aber allesamt
einen Deut aggressiver ausgefallen sein sollen als das Material
auf dem eigentlichen Album. Kurzum, die Fans bekommen richtig
viel für ihre sauerverdiente Kohle geboten und da sich
"Faces" gelegentlich auch stark an SAVATAGE orientiert,
dürfte die Scheibe für die ausgehungerte Anhängerschaft ein
gefundenes Fressen sein. Lechz
| Trackliste: | 01. Alas - 02. Faces - 03. Fade Into The X - 04. Pisses Me Off - 05. Remember - 06. The Fall - 07. Music Man - 08. Life, Crazy Life!!! - 09. The Mold - 10. Bag o´Bones - 11. Evil Is As Evil Does - 12. Never - 13. So Far Today - 14. Jealousy - 15. Preludio - 16. Abandoned |
Thanks to Bauke @ cmm
weitere Reviews über CHRIS CAFFERY:
CHRIS CAFFERY/ Pins
And Needles (Special-Tipp/ March 2007)
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Review:
Schon mit ihrem Debüt "Sacrifice" (2002) konnten mich
die Schweden um Sänger Rino Fredh schwer beeindrucken, doch was
sie jetzt mit dem Nachfolger "What Should Not Be"
abgeliefert haben, gehört mit zum Feinsten was die europäische
Power Metal-Szene in den letzten Monaten hervorgebracht hat.
Konnte man auf dem Erstling noch Einflüsse von ihren
Landsmännern HAMMERFALL oder den Teutonen-Metallern von GRAVE
DIGGER heraushören, so hat sich die Gangart auf dem neuen Album
in eine etwas progressivere Richtung verschoben, die im Falle von
"Shattered Glass" sogar Vergleiche zu QUEENSYRCHE in
den Sinn rufen. Während die abschließende Ballade gut und gerne
auf "Promised Land" der einstigen Prog-Götter hätte
stehen können, versprüht der drückende Midtempo-Groover
"How Many Years" den Bombast und die Dramatik des Jon
Schaffer/ Hansi Kürsch-Projekts DEMONS & WIZARDS. Diese
beiden Beispiele sollen jetzt aber nicht den Eindruck erwecken,
dass sich auf "What Should Not Be" alles zwischen Low-
und Midtempo-Bereich abspielt. Nein im Gegenteil, denn das
Quintett hat auch peitschende Metal-Hymnen wie z. B. den Opener
"Eyes Of The Nation" im Repertoire. Trotz der
Tempovielfalt haben alle neun Nummern etwas gemeinsam: sie wissen
mit ausgefeilten Arrangements und Harmonien, sowie mit viel
Melodie und mehrstimmigen Gesängen zu glänzen. Aus einem
durchgehend guten Album will ich allerdings noch den
Speed-Kracher "Ancient Oath", den BLIND GUARDIAN
bestimmt nicht besser hätten umsetzen können, oder das endlos
groovende "Gallows Pole" hervorheben. Sollten die
Herren Schaffer/ Kürsch tatsächlich noch in diesem Jahr mit
ihrem langerwarteten Zweitling aufwarten, dann dürften sie an
"What Should Not Be" ordentlich zu knabbern haben.
| Trackliste: | 1. Eyes Of The Nation - 2. How Many Years - 3. Mercenaries Call - 4. Ancient Oath - 5. Gallows Pole - 6. Awaken Visions - 7. What Should Not Be - 8. Where Infinity Ends - 9. Shattered Glass |
Thanks to Britta @ ICS Germany
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Review:
Nachdem ich von der äußerst melancholischen und düsteren Seite
des sehr persönlichen Vorgängers der Schweden ziemlich
überrascht war, verblüfft mich das Quintett um Mastermind
Daniel Gildenlöw mit seinem Nachfolger erneut. "Be",
so der schlichte Titel des neuen Konzeptes, fesselt den Zuhörer
- ganz im Gegensatz zu "Remedy Lane" (2002) -
größtenteils durch seine wahrlich lebensbejahenden Elemente und
erfrischenden Melodien, die von einem neunköpfigen
Klassik-Orchester (Streichern und Bläsern) getragen werden. Die
Geschichte ist innerhalb ihrer drei Akte (plus Prologue und
Finale) dem Geheimnis des irdischen Daseins auf der Spur und
wartet während ihrer 1 1/4stündigen Reise durch die Wirrungen
des Lebens mit so einigen Überraschungen und Höhepunkten auf.
Obwohl "Be" ein in sich geschlossenes Gesamtwerk
darstellt und jeder Song ohne den anderen (inklusiv der
musikalisch untermalten Erzählpassagen) nicht richtig
funktionieren würde, komme ich - um die Komplexität des Werkes
zu verdeutlichen - nicht um einige Anspieltipps herum. Man nehme
zum Beispiel das Irish Folk-lastige "Imago", das
aufgrund mittelalterlichen bzw. orientalischen Elementen pure
Lebensfreude vermittelt. Auch das sprudelnde Pianostück
"Pluvius Aestivus", das gewürzt mit erquickenden
Klassik-Stringparts scheinbar neue Lebensgeister erweckt,
schlägt annähernd in die selbe Kerbe. Aber "Be" ist
beileibe nicht nur romantisch-verträumt, sondern es weist auch
gelegentlich eine härtere, etwas düsterere Stimmung auf. So
bilden fast bleischwere Riffs und peitschende Drums, sowie
aggressive Gesangsparts und melancholische Cellos, das düstere
Grundgerüst beim 7 1/2minütigen "Diffedentia", dem
andererseits durch klare Klarinetten-Passagen und
Gesangsstrukturen wiederum Aufhellung widerfährt. Als Herzstück
und Meisterwerk der Scheibe kristallisiert sich allerdings das
10min-Epos "Dea Pecuniae" heraus. Diese Nummer vereint
sowohl verrucht bluesige und soulige Parts, als auch
barocklastiges Bombast- und rotziges Rock 'N' Roll-Flair in sich
(schlichtweg genial!!!). Also schaltet euer Handy aus oder rupft
das Telefonkabel aus der Wand, schnappt euch das Booklet und
setzt euch den Köpfhörer auf und lasst euch von PAIN OF
SALVATION hinter das Geheimnis unseres Daseins führen.
Vielleicht werdet ihr ja fündig! Wie dem auch sei, auf alle
Fälle solltet ihr euch die knapp 76minütige Traumreise nicht
entgehen lassen.
| Trackliste: | 1. Animae Partus -2. Deus Nova - 3. Imago - 4. Pluvius Aestivus - 5. Lilium Cruentus - 6. Nauticus - 7. Dea Pecuniae - 8. Vocari Dei - 9. Diffidentia - 10. Nihil Morari - 11. Latericius Valete - 12. Omni - 13. Iter Impius - 14. Martius/Nauticus II - 15. Animae Partus II |
Thanks to Detlev @ InsideOut Music
weitere Reviews über PAIN OF SALVATION:
PAIN OF SALVATION/ Scarsick
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Review:
CROWN OF THORNS-Frontikone JEAN BEAUVOIR ist bei Soloausflügen
immer wieder für Überraschungen gut. War sein Acoustic-Album
"Bare To The Bones" schon ein gutes Stück weit vom
Sound seiner Stammcombo entfernt, so liegen zwischen dem Melodic
Hard Rock vergangener Tage und dem Material auf seinem
mittlerweile vierten Alleingang fast schon Welten. Diese
Eigenschaft hat nichts wirklich Negatives an sich, denn der
charismatische Musiker präsentiert eine sehr hörenswerte und
vielfältige Mischung aus Pop, Soul und Funk, die irgendwo
zwischen Mega-Acts wie LENNY KRAVITZ oder SEAL anzusiedeln ist.
Zwar rocken der ordentlich angefunkte Opener "I Wanna
Know" und das folgende "Higher" noch recht
ordentlich, aber schon spätestens mit dem sehr Pop Soul-lastigen
"I Don't Need Ya'" (erinnert stellenweise an PRINCE)
wird das Material dem Albumtitel vollends gerecht. Weitere
Argumente, welche die Wandlungsfähigkeit von JEAN BEAUVOIR
unterstreichen, wären "Where The River Runs Deep", das
eine gehörige Portion Karibik-Flair verbreitet, oder das fast
BoyGroup-taugliche "I Want To Lay Here". Anderseits
hätten aber Nummern wie "Even More" oder "Dying
End" stilistisch auch wunderbar auf den Vorgänger gepasst.
Wie auch schon auf "Bare To The Bones" hat der Meister
nicht nur produktionstechnisch selbst Hand angelegt, sondern
neben dem Gesang auch noch sämtliche Instrumente in Eigenregie
eingespielt. Obwohl ich persönlich von besagter Acoustic-Scheibe
mehr angetan war, muss ich gestehen, dass sich
"Chemeleon" mit jedem Durchlauf mehr in meinen
Gehörgängen einnistet. Dies gilt insbesondere für die
RAMONES-Nummer "Something To Believe In", die JB
zusammen mit Dee Dee Ramone geschrieben hat, und die
abschließende Ballade "Angel".
| Trackliste: | 1. I Wanna Know - 2. Higher - 3. I Dont Need Ya - 4. Where The River Runs Deep - 5. I Want To Lay Here - 6. Something To Believe In - 7. Even More - 8. Addicted To Us - 9. Dying Bed - 10. Teenager - 11. Amazing - 12. Angel |
Thanks to Bonna @ Ulftone
weitere Reviews über
JEAN BEAUVIOR:
JEAN BEAUVOIR/ Bare To The Bones
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Review:
Dieses GUNS N' ROSES-Tribute-Album, das bereits im März in den
USA veröffentlicht wurde, zählt ohne Übertreibung zu den
besseren seiner Gattung. Dank Mausoleum Records kommt nun auch
die europäische Fangemeinde zu zivilen Preisen in den Genuss des
wirklichen gelungenen Silberings. Für diese Huldigung hat sich
das Gitarrenduo Tracii Guns (L.A. GUNS) und Gilby Clarke (ex-GUNS
N' ROSES) - neben Tieftöner Kyle Kyle (BANG TANGO) und MÖTLEY
CRÜE-Drummer Randy Castillo - noch mit elf mehr oder weniger
bekannten Sängern umgeben, um zwölf Meilensteine der G N'
R-Ära zum Besten zu geben. Dabei wissen vor allem die
Darbietungen von John Corabi und Christina Kartsonakis auf Anhieb
zu überzeugen. Während die mir bis dato ungekannte Sängerin
dem ursprünglichen 7min-Epos "Civil War" mit ihrem
sanften Organ eine extravagante Note eingehaucht hat, zeigt sich
der ex-MÖTLEY CRÜE-Sänger mit der ziemlich countrylastigen
Version von "Used To Love Her" und der Acoustic-Ballade
"Patience" von seiner raubeinig-sanften Seite.
Außerdem schlagen RATT-Shouter Jizzy Pearls, der die Hymne
"Sweet Child O' Mine" in einer rotzig-modernen Variante
präsentiert, und QUIREBOYS-Reibeisen Spike, der die Ballade
"Don't Cry" in einen wohligen Sleaze-Mantel kleidet,
äußerst positiv zu Buche. Auch die Leistung von Fred Coury
(CINDERELLA) sollte man nicht übersehen, denn für einen
hauptamtlichen Drummer schlägt er sich hervorragend als Sänger
("It's So Easy"). Auf der anderen Seite entpuppen sich
der von MITCH MALLOY intonierte Soundtrack-Beitrag "You
Could Be Mine" und "Paradise City" in der
klapprig-krächzenden Version von Kory Clarke (WARRIOR SOUL) als
abschreckende Negativbeispiele. Trotz dieser kleinen Ausrutscher
sollte "Uncivils Wars" in keiner gepflegten G N'
R-Sammlung fehlen, denn nicht nur die Songauswahl ist äußerst
gelungen, sondern auch die Produktion ist für
Tribute-Verhältnisse ungewöhnlich gut.
| Trackliste: | 1. You're Crazy [3:26] Vocals: STEVIE RACHELLE [TUFF] - 2. It's So Easy [3:17] Vocals: FRED COURY [CINDERELLA] - 3. Welcome To The Jungle [4:29] Vocals: KEVIN DUBROW [QUIET RIOT] - 4. My Michelle [3:41] Vocals: PHIL LEWIS [L.A. GUNS] - 5. Sweet Child O' Mine [4:54] Vocals: JIZZY PEARL [ RATT and LOVE HATE] - 6. Paradise City [5:58] Vocals: KORY CLARKE [WARRIOR SOUL] - 7. Mr. Brownstone [3:55] Vocals: JOE LESTE [BANG TANGO and BEAUTIFUL] - 8. You Could Be Mine [4:58] Vocals: MITCH MALLOY - 9. Used To Love Her [3:27] Vocals: JOHN CORABI [MÖTLEY CRÜE, UNION and RATT] - 10. Don't Cry [4:22] - Vocals: SPIKE [QUIREBOYS] - 11. Patience [4:57] Vocals: JOHN CORABI [MÖTLEY CRÜE, UNION and RATT] - 12. Civil War [4:57] Vocals: CHRISTINA KARTSONAKIS |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
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Review:
Die ersten beiden Scheiben ("Kill To Survive", 1988/
"Solitary Solitude", 2000) von MELIAH RAGE genießen in
der Bay Area Thrash-Szene mit Sicherheit Klassiker-Status. Aber
wie so vielen anderen hoffungsvollen Bands wurde die aufkommende
Grunge-Seuche auch der Band aus Boston zum Verhängnis. Nachdem
vor zwei Jahren zunächst das 1992er Demo-Album "Unfinished
Business" veröffentlicht wurde, kommen die Mannen um
Gitarrist Anthony Nichols endlich auch wieder mit frischer Kost
über den großen Teich. Nach einigen Nummern zeigt sich auch
sehr deutlich, dass der Fünfer über die Jahre hinweg keinen
Millimeter von seiner musikalischen Philosophie aufgegeben hat,
denn nach wie vor haben sich die Herren auf die Fahne geschrieben
Bay Area Thrash mit melodischem Power Metal und düsterer
Rotzmucke a la DANZIG ("Bloodbath", "Motor
Psycho") zu vereinen. Was sich für die heutige Zeit
vielleicht etwas strange anhört, hat aber durchaus
Überzeugungskraft. Dieses Attribut kommt besonders in den
gemäßigteren Momenten - wie u. a. bei der phantastischen
Midtempo-Hymne "Ungodly" oder dem modern angelegten und
halbakustischen "Hellsong" - zum Tragen, die beide auch
an die ruhigen Nummern von METALLICA erinnern. Obwohl die Herren
instrumententechnisch äußerst fit sind und die Scheibe mit
einer äußerst ansprechenden Produktion zu glänzen weiß, kann
"Barely Human" nicht über die ganze Distanz den hohen
Level der bereits erwähnten Nummern halten. Einer dieser kleinen
Durchhänger ist das 8minütige Instrumental "Rigid",
das zwar die instrumentellen Fähigkeiten der einzeln Musiker
offenbart, aber sich im Endeffekt nicht aus einem Guss
präsentiert. Ein besonderes Zuckerl stellt allerdings die
Bonus-CD dar: Hierbei handelt es sich um das eingangs genannte
Demo, das neben acht stillvollen Thrash-Nummern der Marke
METALLICA meets MEGADETH ein rund 18minütiges Interview mit
Bandleader Tony Nichols aus dem Jahre 2002 enthält. Die
Highlights dieser zusätzlichen CD, die von keinem geringeren als
GODSMACK-Fronter Sully Erna eingetrommelt wurde, sind der
lässige Groover "Ruthless", die Thrash-Hymne
"Blacksmith" und das aggressiv-schmissige "Violent
Force".
Eigentlich ist für dieses Doppelalbum das Schlagwort "value
for money" angebracht, aber das klägliche vierseitige
Booklett (z. B. keine Lyrics, keine Trackliste der Bonus-Scheibe)
wirft doch etwas Schatten auf dieses starke Doppel.
Nichtsdestoweniger dürften Genre-Fans und die Anhängerschaft
von MELIAH RAGE richtig viel Freude an dieser VÖ haben.
| Trackliste: | 1. Hate Machine, 2.
Invincible, 3. Barely Human, 4. Ungodly, 5. Wrong Place
Right Time, 6. Rigid, 7. Bloodbath, 8. Hell Song, 9.
Motor Psycho Bonus CD:1. Mind Stalk, 2. Moment Of Silence, 3. Ruthless, 4. Decade Of Dreams, 5. Blacksmith, 6. Possessing Judgement, 7. Violent Force, 8. Season To Kill, 9. Interview |
Thanks to Birgitt @ Germusica
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Review:
Im Großen und Ganzen bin ich normalerweise schon für
spanischsprachigen Hard Rock oder Heavy Metal zu begeistern, aber
das selbstbetitelte Debüt der Madrilenen von CIRCUS weiß mich
auch nach mehreren Rotationen nicht restlos zu überzeugen.
Zugegeben, am instrumentalen Können des Trios oder an der
wirklich klaren und druckvollen Produktion gibt es eigentlich
nichts auszusetzen, nur fehlt es dem Material irgendwie an den
überraschenden und fesselnden Momenten. Gute Ansätze zeigen
Sänger, Gitarrist und Keyboarder Pablo Giaretta , Sergio Patón
(Bass) und Schlagzeuger José R. Maganto auf ihrem Erstling
zuhauf, was z. B. Nummern wie das sphärisch-wavige "Dos
Mentiras" und die leicht spacige Low/ Midtempo-Hymne, die
von wunderschönen Gitarrenlinien und dezenten Pianoklängen
getragen wird, ohne Zweifel aufzeigen. Eigentlich meint man, dass
jeden Moment der entflammende Funke überspringen müsste, aber
auf unerklärliche Weise scheinen diese immer knapp vor dem
endgültigen Entflammungspunkt restlos zu verglimmen. Als weitere
Entscheidungshilfen sollte man sich vielleicht den modern
angelegten Groover "El Espejo" und die spanische
Coverversion des DAVID BOWIE-Klassiker "Heroes"
("Héroes") heranziehen, die fast noch mehr Emotionen
versprüht als das Original. Fazit: Sollte es der Band gelingen
auch ihr Songwriting mit der Qualität und dem Elan ihrer
instrumentalen Fähigkeit zu infizieren, dann dürfte CIRCUS bald
zur führenden Garde der spanischsprachigen Rockbands gehören.
| Trackliste: | 1. Otra Voz - 2. Claudia - 3. Dos Mentrias - 4. Tu Esclavo - 5. Mientras Me Armo De Valor - 6. Interior - 7. Reflejos - 8. Circus - 9. Sonámbulo - 10. El Espejo - 11. Héroes - 12. No Soy Yo |
Thanks to Patrycja @ Locomotive Music
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Review:
Off Rock & Metal-Tipp der zweite! JAN DEGENHARDT wurde das
Liedermacher- und Sangestalent schon in die Wiege gelegt, denn
sein Vater ist kein Geringerer als der politische Dichter und
Sänger FRANZ JOSEF DEGENHARDT. Stilistisch bewegt er sich sehr
facettenreich zwischen Chanson oder Folk
("Carrickfergus") und erinnert dabei an eine Mischung
aus KONSTANIN WECKER, REINHARD MEY ("Mein Bester
Kumpel") und RAINHARD FENDRICH ("Tango"). Fünf
Jahre nach seinem Debüt "Aufbruch" macht er auf
"Stimmen Hinter'm Spiegel" mit nackten Wahrheiten,
etwas Ironie und einem ordentlichen Augenzwinkern - frei nach dem
Motto: die Wahrheit liegt in den Zwischentönen - wieder auf sich
aufmerksam. Während der 13 Songs macht er keinen Hehl aus seiner
Vorliebe für lateinamerikanische Klänge und Chansons. Während
die feurigen Elemente aus Samba oder Bossa Nova vor allen Dingen
beim "Marathon Berlin" oder bei "Madeleine"
zum Tragen kommen, ist das französische Flair besonders beim
frei übersetzten Jacques Brel-Lied "Mein Bester
Kumpel" und der Coverversion des KLAUS HOFFMANN-Stücks
"Mein Hund Ist Schwul", das im Chanson-Gewand der 20er
Jahre gehüllt ist, allgegenwärtig. JAN DEGENHARDT weiß aber
nicht nur mit seinen eigenwilligen Interpretationen von
Fremdkompositionen zu glänzen, denn auch das Material aus seiner
eigenen Feder wie der Titeltrack oder das aufs Minimum reduzierte
"Schnee über Nürberg" hat nicht nur anspruchsvolle
Texte, sondern aufgrund der klassischen Instrumentierung
melodisch-seelischen Tiefgang. Eine schönes und lebendiges
Album, das die folgenden gut 50 Minuten zu einem kurzweiligen
Vergnügen macht.
| Trackliste: | 01. Unten am Wasser
[4:34] - 02.Tango [4:15] - 03.Madeleine [4:39] |
Thanks to Jochen @ Pläne Records
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Review:
Obwohl BERNARD ALLISON noch keine 40 Lenze zählt, ist er schon
längst in die Phalanx der großen Blues-Sänger/ Gitarristen
vorgedrungen. Dieser Tage kam sein mittlerweile neuntes
Studioalbum in die Läden, welches den hoffnungsschürenden Titel
"Higher Power" trägt. Auf seinem aktuellen Longplayer
präsentiert uns der Sohn von Blues/ Soul-Legende LUTHER ALLISON
dreizehn - meist von ihm geschriebene - neue Songs, die nahezu
seinen gesamten Facettenreichtum aufzeigen. Vom soulgetränkten
Blues (z. B. das wummernde "Too Cool") über treibende
Funkgrooves ("Woman Named Trouble") bis hin zu
krachend-rockigen Gitarrenriffs ("Stakes Have Gone Up")
ist auf diesem Album so ziemlich alles vertreten, was bei Blues
Rock-Fans für eine erhöhte Herzfrequenz sorgen dürfte.
Besonders in den rockigen Momenten weiß der Mann mit dem leicht
lispelnden Gesang richtig ordentlich zu Punkten. Während der
lässig lockere Stampfer "Time Flies By" gut und gerne
auch auf MINK DeVILLEs "Cabretta" hätte stehen
können, macht sich bei "Next 2 U" virtuoses
Gitarrenspiel breit, das stellenweise sogar in Sphären von
Ausnahme-Saitenakrobats STEVE VAI vorstößt. Als Highlights
einer hochklassigen Scheibe kristallisieren sich "Stay With
Me Tonight" (eine Mitsing-Hymne a la "Sweet Home
Alabama"), der schmissige Klimper-Blueser "It's A Man
Down There" (Saloon-Atmosphäre pur!) und die schnörkellose
Akustik-Ballade "Ami" heraus. Wie es auf BERNARD
ALLISON-Alben mittlerweile schon gute Tradition ist, hat es sich
Sohnemann auch diesmal nicht nehmen lassen, einige Songs
("Raggedy And Dirty"/ "Into My Life") seines
Vaters mit seinem eigenen Soundgewand zu versehen. Fazit: Aus dem
Schatten seines berühmten Vaters hat er sich ja schon vor
einigen Jahren gelöst. Nun ist er selbst auf dem besten Weg um
zur lebenden Blues Rock-Legende zu werden.
Zum Abschluss noch ein Tipp: Mitte November macht ALLISON jr. die
deutschen Clubs (Tourdaten) unsicher. Also, wer den begnadeten Musiker mal
live erleben möchte, sollte die Gelegenheit unbedingt beim
Schopfe packen.
| Trackliste: | 01. I've Learned My Lesson - 02. Raggedy And Dirty - 03. Standing on the Edge of Love - 04. Stay With Me Tonight - 05. Too Cool - 06. It's A Man Down There - 07. New Life I'm In - 08. Woman Named Trouble - 09. Time Flies By - 10. Stakes Have Gone Up - 11. Into My Life - 12. Next 2 U - 13. Ami |
Thanks to Katrin @ Ruf Records
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Review:
Vor einigen Wochen flatterte uns das erfrischende Debüt von VOX
TEMPUS, das den Anhängern von RUSH, QUEENSRCHE oder FATES
WARNING wahrscheinlich Freudentränen ins Gesicht treiben
dürfte, überraschend in Haus. Kein Wunder, denn um Newcomer
handelt es sich bei diesem Quartett keinesfalls - bilden doch die
ehemaligen EQUINOX-Musiker Ray Mantor (Gitarren), Jim Turba
(Bass) und Sänger Dan Reed, der in den Anfangstagen für
MILLENIUM seine Stimmbänder schwingen ließ, den Rumpf der
Kalifornier. Außerdem spielt Keyboarder Eric Ragno (ex-TAKARA)
im Sound der Band eine tragende Rolle und für die Drum-Parts
konnte man sogar den vielbeschäftigten Session-Schlagzeuger
Gregg Bissonette (u. a. DAVID LEE ROTH, STEVE VAI, SANTANA) als
Special Guest gewinnen. Auf ihrem Erstling "In The Eye Of
The Time" zelebrieren VOX TEMPUS anspruchsvollen und
eingängigen Progressive Rock/ Metal in Tradition der eingangs
erwähnten Bands, der besonders in den ruhigen und gefühlvollen
Momenten wie der Ballade "Broken" oder dem 7
1/2minütigen "Revelations" seine prickelndsten Phasen
besitzt. Letztere Nummer ist bespickt mit sanft-quirligen - stets
präsenten - Keyboardteppichen von Eric Ragno und schweren Riffs
bzw. spritzigen Gitarreneinlagen von Ray Mantor, die den
Nährboden für den klaren und emotionsgeladenen Gesang von Dan
Reed bilden. Obwohl die Grundessenz des Albums unumstritten bei
kraftvollen und harmonischen (stellenweise melancholischen)
Melodien liegt, bleibt der würzende Frickelfaktor ("Voice
Of Time") nicht aussen vor. Als Herzstück der Scheibe
erweist sich zweifelsohne das 13 1/2min-Epos "Love, Lies and
Treason", in dem mehr geschieht als auf manch kompletten
Album von derzeit gehypten Prog-Bands. Den stilvollen Abschluss
bildet die Piano-Nummer "Steal The Moment", die einmal
mehr die gesanglichen Qualitäten von Dan Reed unterstreicht.
Fazit: Ein starkes Debüt, das Hoffnung auf einen noch stärkeren
Nachfolger schürt.
| Trackliste: | 1. For Every Life - 2. Escape - 3. Broken - 4. Beginnings - 5. Revelations - 6. What About - 7. Voice of Time - 8. Love, Lies And Treason - 9. Steal The Moment |
Thanks to Eric @ Vox Tempus
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Review:
SIMON APPLE wurde von den beiden Musikern Buzz Saylor (Drums, Percussion) und
Jeff Miller (Piano, Keyboards, Gitarren) gegründet, um ihre favorisierten
Musikstil auf einen Nenner zu bringen. Diesem Nenner ist das Trio nun mit ihrem
zweiten in Eigenregie veröffentlichten Longplayer ein gehöriges Stück näher
gekommen. Obwohl das Material auf "River To The Sea" ziemlich komplex
arrangiert ist, wirkt ihre 70minütige musikalische Reise durch Pop/ Rock,
Progressive Rock ("Take My Life"), Punk ("Significance") und
Jazz ("The Way Outside"/ "The Way Inside")
zu keiner Sekunde anstrengend oder gar nervtötend. Im Gegenteil, die Musik
wirkt zum größten Teil erheiternd relaxt und strahlt lebensbejahende Energien
aus. Einen großen Anteil an der Wirkung des Albums hat die äußerst angenehme
Stimme von Dan Merrill, der stellenweise ziemlich stark an PAUL McCARTNEY
erinnert und der Szenerie – egal ob rockig oder balladesk (Acoustic-Nummer
"Katherine") – eine beruhigende, aber zu keinem Zeitpunkt einschläfernde
Stimmung einhaucht. Alleine die Tatsache, dass die Band Gastmusiker wie Duck
Dharma (Gitarre/ BLUE OYSTER CULT), die Bassisten Tony Levin (KING CRIMSON) und
Steve Rodby (PAT METHENY GROUP) oder den ELO-Cellisten Hugh McDowell für sich
gewinnen konnte, spricht für die Qualität, die auf "River To The Sea"
zweifellos zuhause ist. Als Anspieltipps sind diesmal zu empfehlen: das
beschwingt aufrockende "The Colours In Between", die brillante Gänsehaut-Nummer
"Hold Me (Like A Lover)" und das jazzige "Taken Roots", in
welches das Kreativduo Saylor/ Miller geschickt (übertüncht von harten
Gitarrenriffs) Flamenco-Rhythmen und Samba-Beats eingestrickt hat. Im Grunde
genommen ist es aber ziemlich egal, wo ihr den Silberling lasertechnisch
abtastet, denn einen Schwachpunkt oder gar Ausfall sucht man auf "River To
The Sea" vergebens... Da dürfte sich so mancher namhafte Act warm
anziehen.
Neugierig geworden? Soundfiles antesten und dann ab zu www.justforkicks.de,
denn dort könnt ihr die Scheibe ohne Import-Umwege bestellen. Fans der
obengenannten Bands und Stilrichtungen werden vollends auf ihre Kosten kommen.
Garantiert!
| Trackliste: | 1. Leap
Of Faith Bonus Tracks 16. Wait... - 17. Weight Of The World (single edit) (with Tony Levin) |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
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Review:
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber die Flut an "Rock /
Metal meets Klassik"-Alben hängt mir schlichtweg zum Hals
heraus ... seid doch mal ehrlich, wirklich innovativ waren doch
lediglich die Genre-Vorreiter von DEEP PURPLE (deren
"Concerto ..." mir übrigens überhaupt nicht zusagt) -
die restlichen Trittbrettfahrer wie METALLICA oder die SCORPIONS
boten für meine Ohren einen völlig uninspirierten und
unpassenden Mix zweier grundverschiedener Musikstile ...
spätestens jedoch KISS haben durch ihre orchestrale
Vergewaltigung unsterblicher Bandklassiker mein persönliches
Fass zum überlaufen gebracht. Ideale Voraussetzungen für einen
objektiven und fairen Review denkt ihr? Wartet, denn es kommt
noch besser ... DORO PESCH ließ mich seit etlichen Jahren mehr
oder weniger kalt. Unbestritten, auf jedem ihrer Alben findet
sich das ein oder andere Highlight, aber irgendwie kommt in mir
nur äußerst selten das Verlangen auf, ihre Scheiben vor dem
sicheren Staub-Tod in meinem CD Regal zu erlösen. Ob dies nun am
ausgeprägten deutschen Akzent der einstigen (wieso
einstigen?/ Anmerk. Sonny) Metal-Queen oder den stets auf
sie abgesungenen und oft als unkritisch anmutenden Lobhymnen
liegt weiß ich auch nicht - "es ist halt so". Ideale
Voraussetzungen für einen objektiven und fairen Review dachte
also auch ich, als ich die zum Review vorgelegt bekam ... Doch
bereits der Opener "I Rule The Ruins" sorgt für
ungläubiges Staunen meinerseits - mit einer derart ineinander
stimmigen Fusion von Rock und Klassik hätte ich nie gerechnet.
Hier passt einfach alles, da sich DORO unter Zuhilfenahme des
40köpfigen Classic Night Orchestra - entgegen ihrer
unrühmlichen Kollegen - darauf besonnen hat, ihre Songs rein
akkustisch zu interpretieren und so gar nicht erst Zweifel daran
aufkommen lässt, ob ein derartiges Stilexperiment glücken kann.
Alleine die völlig umarrangierte JUDAS PRIEST-Coverversion
"Breaking The Law" verdient schon fast das Prädikat
"weltklasse" ... allerdings nur fast, wäre da nicht
Ihr unsäglicher Duett-Partner Udo Dirkschneider (ex-ACCEPT /
U.D.O) ... hört euch an, wie beschissen er bei seinem ersten
Einsatz (passenderweise ..."all in all, it´s so
frustrating") "klingt" - erschreckend ... ( diese
Nummer ist auch auf der im Vorfeld EP enthalten - Udo ist hier
nicht zu hören, was die Scheibe zu einem uneingeschränkten
Kauftipp macht). Ganz im Gegenzug zu "Udo, dem
Schrecklichen" verhält es sich mit unserem blonden Engel. -
DORO interpretiert die Auszüge ihres bisherigen Schaffens in
einer Art und Weise, dass dem Zuhörer ein Schauer nach dem
anderen über den Rücken jagt. Ob nun "heftigere"
Sachen wie "All We Are" oder "Burn It Up",
die Nummern lassen zu keinem Zeitpunkt ihre ursprüngliche Härte
vermissen, da die Klassikparts äußerst gefühlvoll in die Songs
eingebaut wurden, wohingegen mir die f-a-n-t-a-s-t-i-s-c-h
interpretierten Balladen wie "Für Immer", "1.000
x Gelebt" und allem voran "Love Me In Black""
persönlich die Sprache verschlagen - Arrangement und Umsetzung
erstklassig. Meiner Meinung nach ist diese famose
Veröffentlichung JEDEM Musikfan blind ans Herz zu legen, da DORO
mit "Classic Diamonds" einen wahren Rock/
Metal-Klassiker geschaffen hat - beide Daumen nach oben!!!
| Trackliste: | 1. I Rule The Ruins - 2. Metal Tango - 3. Breaking The Law - 4. All We Are - 5. Für Immer - 6. Let Love Rain On Me - 7. Burn It Up - 8. Tausend Mal Gelebt - 9. I'm In Love With You - 10. Always Live To Win - 11. Undying - 12. Love Me In Black - 13. She's Like Thunder - 14. The Last Goodbye - 15. The Final - 16. Let Love Rain On Me (Video) (Data Track) |
Thanks to Rebecca @ AMF Records
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DORO/ Fight
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Review:
Nachdem BRYAN ADAMS zuletzt vor gut zwei Jahren mit seinem
Soundtrack für den großartigen Zeichentrickfilm "Spirit -
Stallion Of The Cimarron" auf sich aufmerksam machte, kommt
er nun endlich mit seinem neuen Album "Room Service"
über den großen Teich. Erfreulicherweise ist der neue Output
wieder eine Portion rockiger ausgefallen als noch der Vorgänger
"On A Day Like Today" (1998). Zwar lässt es Mr.
Charming noch lange nicht so krachen wie zu seiner rockigsten
Phase in den 80ern, aber "Room Service" besitzt
mindestens genauso viel Rock-Potenzial wie das 96er Album
"18 'Til I Die". Songs wie der phänomenale Groover
"She's A Little Too Good For Me" oder der Titeltrack,
der in den Gitarren-Elementen etwas an AC/DC erinnert,
verdeutlichen, dass BRYAN ADAMS nach all seinen sanften Jahren
keineswegs das Gefühl für richtig fette Rock-Hymnen verloren
hat. Natürlich gehören einfühlsame Balladen wie
"Flying", das irgendwie den Charme von
"(Everything I do) I do It For You" in sich trägt,
nach wie vor zum festen Repertoire des Kanadiers. Meines
Erachtens ist "Room Service" nicht nur das rockigste
Album seit langem, sondern auch das facettenreichste Album, das
die sympathische Röhre jemals aufgenommen hat. Ihr glaubt es
nicht? Dann lauscht einfach mal den Klängen von "Open
Road" oder dem wunderschön arrangierten "I Was Only
Dreamin'". Während letztere Nummer mit majestätischen
Bläser- und filigranen Streicherparts besticht, strahlt die
erste Single-Auskopplung dezentes BOB DYLAN-Flair aus. Nicht zu
vergessen: der countrylastige Schleicher und Rausschmeißer
"Why Do You Have To Be So Hard To Love", der sich
förmlich für eine weitere Single aufdrängt. Die absoluten
Highlights befinden sich mit der Hymne "Right Back Where I
Started From", die auch auf "Restless" eine
verdammte gute Figur gemachte hätte und der Midtempo-Stampfer
"Nowhere Fast", der sich mit sanften Passagen a la
SMOKIE in den Gehörgängen einnistet, im letzten Drittel der
Scheibe. Für mich persönlich ist "Room Service" eine
der positivsten Überraschungen, die das Jahr 2004 bisher zu
bieten hatte.
| Trackliste: | 1. East Side Story - 2. This Side Of Paradise - 3. Not Romeo Not Juliet - 4. Flying - 5. She's A Little Too Good For Me - 6. Open Road - 7. Room Service - 8. I Was Only Dreaming - 9. Right Back Where I Started From - 10. Nowhere Fast - 11. Why Do You Have To Be So Hard To Love |
Thanks to Polydor Island Group
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Review:
Über die Karriere von GLENN HUGHES hier viele Worte zu
verlieren, würde wohl den Rahmen dieses Reviews sprengen, denn
"The Voice Of Rock" hat sich seinen Namen nicht nur
durch die Erfolge mit DEEP PURPLE, BLACK SABBATH oder KLF
gemacht, sondern auch durch die endlos vielen Beiträge bei
diversen anderen Bands, Projekten und Solokünstlern. Am 11.
Januar diesen Jahres hat der Weltklasse-Sänger einen erlauchten
und auserlesenen Kreis von Freunden und Stammbesuchern seiner
Website ins Sound Image Studio zu Hollywood geladen, um mit ihnen
ein Konzert im intimen Kreis zu feiern. Genauso auserlesen wie
sich das Publikum zusammensetzt, gestaltet sich auch das
Band-LineUp und die Setlist. Zur instrumentalen Unterstützung
hat sich Mr. HUGHES neben seinen langjährigen Begleitern JJ
Marsh (Gitarre) und Keyboarder Ed Roth, auch den RED HOT CHILI
PEPPERS-Drummer Chad Smith und George Nastos als zwei Gitarristen
an Bord geholt. Für den gesanglichen Background weiß der
charismatische Sänger/ Bassist zudem mit Kevin DeBrow (QUIET
RIOT) und ex-SANTANA-Sängerknaben Alex Ligertwood zwei
exzellente Sänger an seiner Seite, die seinen variablen und
kraftvollen Gesang u. a. bei "Can't Stop The Flood",
"Higher Places" oder "Written All Over Your
Face", die allesamt aus den letzten beiden Solo-Scheiben
stammen, mehr als tatkräftig unterstützen. Aber die Setlist
erstreckt sich bei weitem nicht nur über die Solo-Releases des
Meisters, sondern auch Klassiker wie "Mistreaded"
(starke 11minütige Version mit atemberaubenden Solo-Einlagen von
JJ Marsh), "Gettin' Tighter" (mit fesselnden Drum/
Bass-Zwiegespräch) und "Keep On Moving" aus seiner
Zeit bei DEEP PURPLE und seinen Anfangstagen mit TRAPEZE
("Medusa"/ "Seafull") werden hier zum Besten
gegeben. Abgerundet wird das Live-Programm mit den HUGHES/
THRALL-Nummern "Coast To Coast" und "First Step Of
Love"). Außerdem wird das Doppel-Album noch mit zwei neuen
zusätzlichen Studio-Nummern veredelt. Das wäre zum einen
"The Healer", eine ruhige und ausdruckstarke
Acoustic-Nummer und zum anderen der europäische Bonustrack
"Change", der leider auf der zur Besprechung
vorliegenden Version nicht enthalten ist. Aber nichtsdestoweniger
macht "Soulfully Live In The City Of Angels" seinem
Titel alle Ehre und begleitet den Zuhörer über gut 90 min auf
einer eindrucksvollen Zeitreise durch die letzten 35 Jahre der
Musikgeschichte von GLENN HUGHES. Schön, dass diese
Veranstaltung mitgeschnitten wurde, somit kann auch der
Ottonormalverbraucher die intime Atmosphäre des Gig in sich
aufsagen.
| Trackliste: | CD 1: 1. Cant Stop
the Flood - 2. Higher Places - 3. Written All Over Your
Face - 4. Medusa - 5. Wherever You Go - 6. Seafull. CD 2: 1. Coast to Coast - 2. First Step Of Love - 3. Mistreated - 4. Gettin Tighter - 5. You Keep On Moving - 6. The Healer (bonus studio track) - 7. Change (bonus european studio track). |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Zeitgleich zum gleichnamigen Live-Doppelalbum veröffentlicht
"The Voice" GLENN HUGHES auch den DVD-Mitschnitt seines
Special-Gigs im Sound Image Studio zu Hollywood. Das DVD-Format
enthält zwar auch die gleichen Songs in der selben
chronologischen Abfolge wie das Ton-Dokument, aber trotzdem
bevorzuge ich persönlich das doppelstöckige Silbertörtchen.
Denn im Gegensatz zur CD gerät auf der DVD die intime Stimmung
des Konzerts immer wieder durch die lautlosen Einblendungen der
Songtitel aus dem Fluss. Zwar wurde auf dem Live-Album auch
zwischen den einzelnen Songs gefaded, aber besagte Einblendungen
stehen anstelle der eigentlichen Ansagen von GLENN HUGHES, die
zweifelsohne als Bindeglied zwischen den einzelnen Nummern
fungieren. Hingegen wirken sich die stellenweise auf Nostalgie
getrimmte Bildqualität sowie die klare und druckvolle Produktion
(wohldosiertes und ausbalanciertes 5.1-Soundgefüge) äußerst
positiv auf den Gesamteindruck aus. Trotz des bereits
angesprochenen Kritikpunkts und des etwas dünngesäten
Bonusmaterials (kleine Fotogalerie, diverse (Kurz)Interviews) ist
es wirklich löblich, dass dieses Konzert vor elitärem Kreis
auch für eine breitere Masse nicht nur auf Tonkonserve, sondern
auch filmtechnisch festgehalten wurde. So gesehen eine wirklich
sinnvolle Ergänzung zum Live-Doppeldecker.
P.S. Die DVD ist in zwei verschiedenen Versionen erhältlich. Zum
einen in der üblichen Case-Version und zum anderen in der
limitierten Special-Coverpak-Edition.
| Trackliste: | 1. Can't Stop The Flood - 2. Higher Places - 3. Written All Over Your Face - 4. The First Step Of Love - 5. Sea Full - 6. Wherever You Go - 7. Coast To Coast - 8. Medusa - 9. Mistreated - 10. Getting Tighter - 11. You Keep On Moving |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Nachdem uns Herr Soto erst vor einigen Wochen anhand der EP
"Believe In Me" einen kleinen Vorgeschmack gegeben hat,
schlägt dieser Tage nun das neue Album "Lost In
Translation" hierzulande auf. Da die EP für
JSS-Verhältnisse ziemlich soft ausgefallen ist, werden
wahrscheinlich einige Leute befürchtet haben, dass auch das neue
Album softer ausfallen könnte. Diese Befürchtungen haben sich
gottlob nicht bestätigt, wie man schon nach dem ersten Durchlauf
von "Lost In Translation" attestieren kann: Zwar sind
mit der sehr melodischen und gefühlvollen Ballade "If This
Is The End" und der von Pianoklängen untermalten
Halbballade "Beginning 2 End" zwei ruhige Nummern am
Start, in den JSS einmal mehr seine große Klasse für die
sanften Momente beweist, aber das restliche Material rotzt und
rockt außerordentlich gut nach vorn ab. Mit derartigen
Eigenschaften wissen insbesondere der Opener "Believe In
Me" (geile AOR-Nummer), der mörderische Groover
"Drowning" und der übermächtige Stampfer "On My
Own", dessen Reiz in den unwiderstehlich modernen und fetten
Gitarren-Riffs steckt, den Zuhörer in den Bann zu ziehen.
Außerdem sollte man sich unbedingt am lässig-flockigen
"High Time" und der flotten Acoustic-Nummer
"Sacred Eyes" versuchen, die den Silberling wunderbar
abrunden. Leider kann ich hier weder zum Bonustrack "Dulce
Lady" noch zum Bonus-Videotrack "If This The End"
etwas sagen, da beide Nummern auf der hier vorliegenden Scheibe
gänzlich verschwiegen werden. Was aber dem Hörgenuss, den
"Lost In Translation" ohne Zweifel verbreitet, keinen
Abbruch tut.
| Trackliste: | 1. Believe In Me - 2. Soul Divine - 3. Drowning - 4. If This Is The End - 5. Lost In The Translation - 6. Doin Time - 7. High Time - 8. Beginning 2 End - 9. On My Own - 10. Find Our Way - 11. Sacred Eyes - 12. Dulce Lady (Bonus Track) - 13. Includes video: If This Is The End. |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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JEFF SCOTT SOTO/ Believe In Me (EP)
JEFF SCOTT SOTO/ JSS Live At The Gods 2002
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Review:
SAXON-Alben sind eigentlich so ziemlich über jeden Zweifel
erhaben, denn ein richtig enttäuschendes oder gar schlechtes
Album hat die NWOBHM-Legende seit der Veröffentlichung ihres
selbstbetitelten Debüts (1979) noch nicht abgeliefert. Gut drei
Jahre nach "Killing Ground" kommen sie nun mit ihrem
neuen Studioalbum über den Kanal. Während dieser Zeit, die von
Tourneen und Festival-Auftritten dominiert wurde, scheint die
Band wieder richtig Blut geleckt zu haben. Vor allem bei
Front-Ikone Biff Byford scheinen die verstärkten
Live-Aktivitäten eine Art Blutverjüngung bewirkt zu haben, denn
so spritzig und kraftgeladen wie er sich z. B. beim speedlastigen
Opener "Witchfinder General", in dem er sich sogar in
Sphären eines ROB HALFORDs sirent, oder beim straighten Kracher
"Man And Machine" präsentiert, hat man ihn schon lange
nicht mehr erlebt. Letztere Nummer, wie auch das von rockigen
Gitarren dominierte "English Man`O´War", sind mit
typischen SAXON-Refains ausgestattet und beißen sich regelrecht
in der Gehirnrinde fest. Der Titeltrack und sein Intro "The
Return" bilden hingegen eine sehr atmosphärische
Epic-Nummer, die mit der für SAXON typischen Hymnenhaftigkeit
und abwechslungsreichen Gitarrenparts zu fesseln weiß. Als
weitere Earcatcher drängen sich der düstere Groover
"Beyond The Grave" und der abschließende Dampfhammer
"Flying On The Edge" auf. Fazit: "Lionheart"
ist annähernd aus dem Holz geschnitzt, das "Solid Balls Of
Rock" oder "Dogs Of War" zu Klassikern reif ließ.
| Trackliste: | 1. Witchfinger General - 2. Man And Machine - 3. The Return - 4. Lionheart - 5. Beyound The Grave - 6. Justice - 7. To Live By The Sword - 8. Jack Tars - 9. Englisch Man'O'War - 10. Searching For Atlantis - 11. Flying On The Edge |
Thanks to Martin @ SPV
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SAXON/ Killing Ground
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Review:
Obwohl die Belgier von DOUBLE DIAMOND schon seit über zwanzig
Jahren ihr Unwesen in der europäischen Metal-Szene treiben,
veröffentlichen sie mit "Stand Up And Fight" erst ihr
zweites Studio-Album. Also ist es nicht unbedingt verwunderlich,
dass diese Band bis dato noch nicht bis in meine Gemächer
vorgedrungen ist. Bereits der wuchtige Opener "Dreams"
zeigt deutlich was für die nächsten knapp 50 min auf dem
Programm steht. - Nämlich bodenständiger True Metal der
gehobenen Sorte, der trotz tieftriefender Metal-Klischees zu
keinem Zeitpunkt Gefahr läuft im Kitschsumpf zu ersticken. Dabei
orientiert sich der Fünfer vorwiegend an mitteleuropäischen/
deutschen Szenegrößen und stimmt diesen Sound stellenweise sehr
gekonnt mit US-Metal-Elementen ab. Für diese Art von Mucke haben
sie auch meines Erachtens mit Filip Lemmens genau den richtigen
Sänger an Bord, denn er bewegt sich stimmtechnisch irgendwo
zwischen Kai Hansen (GAMMA RAY) und Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR).
Er gehört zwar nicht zur Champions League der europäischen
Sänger, aber mit ein bisschen Spucke und Geduld könnte er sich
zu einem ernstzunehmenden Aufstiegsaspiranten mausern. So setzen
sich nach einigen Durchläufen das speedige "Ride The
Wind", der Doublebass-Kracher "Father Of Time" und
das holprig-melodische "Murder At Midnight" regelrecht
in den Lauschern fest. Die absoluten Highlights dieser rundum
gelungenen Scheibe sind allerdings die Schlacht-Hymne
"Warriors Of Steel", die stellenweise die Genre-Leader
MANOWAR in Erinnerung rufen, und das tempovariable "Be
Strong". Bei zuletzt genannter Nummer wird der Zuhörer nach
einem wilden Drum-Intro - aufgrund eines halbakustischen Parts -
in den Glauben versetzt, dass es sich hier um eine Ballade
handelt, aber schon ein paar Sekunden später wird er von nahezu
reinrassigen Thrash-Riffs an die Wand geblasen. Ein richtig
gutgemachtes Metal-Album, das bei traditionsbewussten Metalheads
vor lauter Freude zu unentwegtem Herzrasen dürfte.
| Trackliste: | 1. Dreams - 2. Ride The Wind - 3. Father Of Time - 4. Flash In The Sky - 5. The Seventh Seal - 6. Break The Chains - 7. Dying In The Name Of Peace - 8. Murder At Midnight - 9. Warriors Of Steel - 10. Be Strong - 11. Run If You Can |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
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Review:
Nachdem es in den letzten Wochen auf diesen Seiten
härtetechnisch gesehen doch eher beschaulich zugegangen ist,
wird es endlich mal wieder Zeit für eine geballte Dosis
traditionellen, rohen und unverfälschten Heavy Metal. Da kommt
die dritte Scheibe des Hanauer Vierers ARREST gerade recht.
Nachdem sie ihre ersten beiden Scheiben in Eigenregie
veröffentlicht haben, konnten sie für ihr neues Machwerk
"Night Stalker" endlich einen Plattendeal an Land
ziehen und sind somit in der Lage ihren eigenen Metal-Sound, der
ohne die überstrapazierten Klischees irgendwo zwischen den
früheren MANOWAR ("Same Old Story"), U.D.O und OZZY
OSBOURNE anzusiedeln sein dürfte, auch an ein breiteres Publikum
heranzutragen. Gelegentlich streut man auch orientalisch
anmutende oder leicht verspielte Elemente ein, wie etwa beim
Kracher "Running Process" oder der Midtempo-Nummer
"Dancing On The Edge". Des weiteren bringen die Hymne
"Solitary Man", in der Sänger Alex Weinrauch die
geballte Power eines Herrn Dirkschneider mit der Dramatik eines
Ozzy Osbournes paart, und die mit Klassik-Parts versehene
7min-Nummer "Silent Truth" sowie das epische
Meisterwerk "Desperate Memories", das gitarrentechnisch
Vergleiche zu IRON MAIDEN ziehen lässt, die Qualitäten der Band
vollends zutage. Das ARREST durchaus in der Lage sind nicht nur
melodische, sondern auch eingängige Songs zu schreiben davon
zeugen "Where Are We Now?" (klingt beinahe wie S.I.N.
on Heavy Metal) oder "Shadows Behind Me", das
stellenweise das mystische Flair eines ROBERT MILES mit in das
sonst traditionelle Soundgewand einwebt. Songwriter- und
musiktechnisch ist somit wirklich alles in bester Ordnung. Sollte
es den Herren um Alex Weinrauch (zudem noch Gitarrist und
Keyboarder) allerdings gelingen, diese Qualitäten auch noch auf
den Produktionssektor zu übertragen, dann dürfte die Band einer
rosigen Zukunft entgegen sehen. So lange es solche Bands wie
ARREST hierzulande gibt, braucht es uns um den deutschen Metal
bestimmt nicht Bange sein.
| Trackliste: | 1. Different Spheres - 2. Same Old Story - 3. Solitary Man - 4. Running Process - 5. Dancing On The Edge Of Chaos - 6. Night Stalker - 7. Silent Truth - 8. Shadows Behind Me - 9. Where Are We Now - 10. Desperate Memories - 11. The Prophecy - 12. The Other Dimension |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
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ARREST:
ARREST/ The Difference
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Review:
Frankreich ist ja nicht unbedingt als sprudelnder Quell in Sachen
Hard Rock bekannt, aber ab und an entspringen auch aus einem
lauen Quellchen mitreißende Flüsse. Nicht ganz so gewaltig,
aber doch ziemlich vielversprechend strömt das Debüt der
Franzosen TOYZ durch die Boxen der heimischen Anlage. Klare
Pluspunkte kann der Fünfer alleine schon dadurch sammeln, dass
er hier nicht in seiner Muttersprache abrockt, sondern - für
Franzosen nicht unbedingt üblich - der englischen Sprache den
Vorzug gegeben hat. Musikalisch hat man dabei eine Melange aus
FOREIGNER, BON JOVI ("She's A Star"), VAN HALEN
("New Love Is Blind") und AXXIS ("Anything To
Prove") kreiert, die stellenweise mit der
symphonisch-progressiven Würze von ERIK NORLANDER ("She's A
Star") oder RAM JAM ("That's My Heart") veredelt
wird. Gelegentlich zeigen unsere Nachbarn sogar verdammt viel
Witz und Einfallsreichtum wie z. B. mit dem abschließenden
schmissig-schmutzigen Stampfer "Spanish Nights", in den
man ganz raffiniert Flamenco-Parts mit Kastanietten eingebaut
hat. Unterm Strich bleibt ein abwechslungsreiches Album, dessen
ausgewogene Dosierung zwischen keyboard- und gitarrenorientierten
Rock einen weiteren großen Pluspunkt darstellt. Bleibt
abschließend nur zu hoffen, dass "House Of Cards"
nicht im VÖ-Dickicht dieser Tage erstickt, denn TOYZ haben eine
faire Chance verdient.
| Trackliste: | 1. Heart Beats Alone - 2. She's A Star - 3. Castle Of Cards - 4. Thrill Of Flesh - 5. Anything To Prove - 6. One Step To Hell - 7. That's My Heart - 8. I Will Return - 9. New Love Is Blind - 10. Big Ice Creams - 11. Spanish Nights |
Thanks to Birgitt @ Germusica
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Review:
Hinter BONRUD verbirgt sich ein Melodic Rock-Projekt, bei dem der
amerikanische Gitarrist und Producer Paul Bonrud federführend
ist. Musikalisch bewegt sich das Trio im typischen Melodic Rock
der 80er Jahre irgendwo zwischen RICHARD MARX, JOURNEY und
FOREIGNER, was nicht zuletzt am Organ von Sänger David Hendricks
liegt, das irgendwo zwischen Lou Gramm und RICHARD MARX
anzusiedeln ist. Zwar fängt das selbstbetitelte Debüt mit der
mitreißenden Rock-Hymne "Leap Of Frith", dem
mächtigen Groover "The Phoenix" und dem gefühlvollen
"Desperate Heart" sowie dem flotten Rocker "I've
Changed" sehr hoffnungsvoll an. Aber spätestens nach dem
ersten Drittel der Scheibe stellt sich doch leichte Ernüchterung
ein, denn mit "Give Me Chance" und "Take Me
Home" folgen Nummern die doch etwas belang- und
überraschungslos im Midtempo-Bereich bzw. balladesk vor sich
hinplätschern. Erst mit dem gitarrenbetonten Rocker "Date
With Destiny" und dem eingängigen "Once In A
Lifetime", das durch die Tempovariation zwischen Ballade und
gepflegten Uptempo zu überzeugen weiß, zeigen sich BONRUD
wieder von ihrer einfallsreicheren Seite. Mit der
Semi-Acoustic-Nummer "Live Your Dreams" hat Herr Bunrud
allerdings ein kleines Juwel zutage gefördert, der sich nicht
hinter Klassikern von BOSTON oder REO SPEEDWAGON zu verstecken
braucht. Fazit: Ein recht ordentliches Debüt, das aber
sicherlich noch nicht das ganze Potenzial des Multitalents
offenbart.
| Trackliste: | 1. Leap Of Faith - 2. The Phoenix - 3. Desperate Heart - 4. I've Changed - 5. Give Me A Chance - 6. Take Me Home - 7. Date With Destiny - 8. Once In A Lifetime - 9. Live Your Dreams - 10. Look Me In The Eyes - 11. Hollywood Movie Star |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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Review:
Es war ja nun wirklich nur noch ein Frage der Zeit, wann
BLACKMORE'S NIGHT nach ihren vier sehr erfolgreichen Studio-Alben
und dem Live-Doppelalbum "Past Times With Good Company"
nun endlich auch eine Zusammenstellung ihrer romantischsten Songs
veröffentlichen würden. Unter den vierzehn Titeln auf
"Beyond The Sunset - The Romantic Collection" tummeln
sich altbewährte Hits wie z. B. das allseits bekannte "Wish
You Where Here", das JOAN BEAZ-Cover "Diamonds &
Rust" oder das orientalisch anmutende "I Still
Remember", sowie zwei Neuaufnahmen ("Ghost Of A
Rose"/ "Now And Then" und ein neuer Titel namens
"Once In A Million Years". Über die beiden
Neueinspielungen und den neuen Song kann ich mich leider nicht
äußern, da mir zur Besprechung lediglich das Bonus-Material
vorliegt. Das wären zum einem eine kurze DVD und zum anderen
eine Bonus-CD mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern. Diese
kleine, aber feine DVD präsentiert das Minne-Duo und seine
Spielleute im stilgerechten Ambiente auf ihrem Konzert in
Solingen. Die fünf Darbietungen (u. a. "Morning Star",
"Play Minstrel Play" oder "Under A Violet
Moon") sind eine echte Augen- bzw. Ohrenweide und stellen
einen genussvollen Appetizer auf die bald kommende und
abendfüllende DVD dar. Auf der Bonus-CD veredeln Ritter Richtie
Blackmore und Burgfräulein Candice Night ihren mittelalterlichen
Sound erstmals mit weihnachtlichen Klängen und Texten. Unter den
drei Nummern hinterlassen allem voran das majestätisch
schreitende "We Three Kings" und das besinnliche
"Christmas Eve" einen sehr stimmungsvollen Eindruck.
Fazit: Aufgrund der DVD-Beilage dürfte "Beyond The Sunset -
The Romantic Collection" nicht nur für Neueinsteiger,
sondern auch für die hartgesottene Fan-Gemeinde ein willkommener
Begleiter durch die "stade Zeit" sein. Also lehnt euch
entspannt zurück und nehmt euch ruhig Zeit zum Träumen.
| Trackliste: | 1. Once In A Million
Years (neuer Song) 4:31 - 2. Be Mine Tonight
2:52 - 3. Wish You Were Here 5:04 - 4. Waiting Just For
You 3:17 - 5. Durch Den Wald Zum Bach Haus 2:33 - 6.
Ghost Of A Rose (neu aufgenommene Version) 5:41
- 7. Spirit Of The Sea 4:52 - 8. I Still Remember 5:42 -
9. Castles And Dreams 3:34 - 10. Beyond The Sunset 3:45 -
11. Again Someday 1:41 - 12. Diamonds And Rust 4:53 - 13.
Now And Then 3:13 (neu aufgenommene Version) -
14. All Because Of You 3:34 Bonus DVD : 1. Written In The Stars 2:42 - 2. Morning Star 5:08 - 3. Play Minstrel Play 5:27 - 4. Minstrel Hall 4:18 - 5. Under A Violet Moon 4:57 Bonus Christmas CD: 1. Emanuel 3:30 - 2. We Three Kings 4:47 - 3. Christmas Eve 4:20 |
Thanks to Martin @ SPV
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BLACKMORE'S NIGHT/ Ghost Of A Rose
BLACKMORE'S NIGHT/ Past Times With Good Company
BLACKMORE'S NIGHT/ Fires Around Midnight
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Review:
Eigentlich sind mir bisher sämtliche RING OF FIRE-Album auf
Anhieb ins Ohr gegangen, aber ich muss gestehen, dass ich mit dem
mittlerweile dritten Studio-Album der Band um ex-YNGWIE
MALMSTEEN-Goldkelchen Mark Boals leichte Schwierigkeiten habe.
Dieser Umstand mag damit zusammenhängen, dass die musikalische
Gangart wegen des Weggangs von Tastenwizard Vitalij Kuprij leicht
korrigiert wurde. Zwar wandert die Band noch gelegentlich auf
neoklassisch angehauchten Pfaden ("Change"), aber mit
dem neuen Tastenmann und Rhythmusgitarristen Steve Weingart gehen
die Wege mehr in Richtung des symphonischen und progressiven Hard
Rocks. An und für sich eigentlich kein Kritikpunkt, denn man
kann Herrn Boals & Co. bestimmt nicht vorwerfen, dass sie
selbst kopieren und stiltechnisch stagnieren. Trotzdem scheinen
sich die Herrschaften nicht 100%ig sicher zu sein, in welche
Richtung es zukünftig gehen soll, denn sie pendeln für meinen
Geschmack während der 13 Songs etwas zu häufig zwischen den
genannten Stilelementen hin und her. Als Anspieltipps möchte ich
den pompösen Opener und Titeltrack, der in den Chören an die
goldenen Tage von ASIA erinnert, und das flockig groovende
"Change", das stellenweise den Geist der früheren
EUROPE in sich trägt, allerdings nicht vorenthalten.
Unbestrittene Höhepunkte des Albums sind aber zweifelsohne die
gefühlsintensive Piano-Ballade "You Where There" und
die Frickel-Hymne "Own Little Mystery", in denen Mark
Boals einmal mehr seinen Status als Ausnahmesänger untermauert.
Hätten sich mit der modern-frickligen "Machine" und
dem monotonen Groover "Don't Know (What You Talking
About)" nicht zwei schwache Songs eingeschlichen, könnte
man trotz der bereits erwähnten stilistischen Unentschlossenheit
von einem verdammt starken Album sprechen.
| Trackliste: | 1. Lapse of Reality - 2. Saint Fire - 3. Change - 4. That Kind Of Man - 5. You Were There - 6. Perfect World - 7. Machine - 8. The Key - 9. Don't Know (What You're Talking About) - 10. One Little Mystery - 11. Darkfall - 12. Faithfully 13. Lapse of Reality (Long Version) |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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RING OF FIRE:
RING OF FIRE/ Burning Live In Tokyo 2002
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Review:
Ihr erstes Live-Album veröffentlichten die Eidgenossen bereits
nach ihren ersten beiden Studio-Langrillen und stellten damit
einem breiteren Publikum ihre enorme Live-Power unter Beweis.
Zwei Studio-Silberlinge und einen Sängerwechsel später kommt
der Fünfer nun mit seiner ersten DVD "My Life - My
World" über die Alpen. Um die unbändige Spielfreude der
Band auch stilgerecht auf Bild- und Tonkonserve umzusetzen, hat
man eigens am 13. März einen Gig im Schweizer Kult-Hard
Rock-Tempel Z7 zu Pratteln angesetzt, der zur Krönung auch noch
über den Schweizer Radiosender DRS 3 live übertragen wurde.
Beste Tonqualität ist man ja mittlerweile aus dem Hause SHAKRA
gewöhnt, aber auch in der Bild- und Schnitttechnik haben die
Mannen um das Gitarristen-Duo Thom Blunier und Thomas Muster
nichts dem Zufall überlassen. Von der Setlist (Best Of-Programm
im wahrsten Sinne des Wortes) über die Performance und
Pyro-Effekte bis hin zur Bühnen-, Beleuchtungs- und
Aufnahmetechnik (Dolby Digital 5.1) spielt sich einfach alles auf
einem Top-Level ab. Dabei erstreckt sich gut die Hälfte der
Setlist über das aktuelle Studioalbum "Rising",
während sich die andere Hälfte aus den drei Alben
zusammensetzt, die vom früheren Sänger Piet Wiedmer eingesungen
wurden. Gerade bei älteren Nummern zeigt sich, dass SHAKRA mit
Mark Fox einen echten Glücksgriff gemacht haben, denn er ist
seinem Vorgänger nicht nur gesangstechnisch ebenbürtig, sondern
verleiht dem Bühnensound von SHAKRA noch etwas mehr Rotzigkeit
und Roughness. Man führe sich nur die coole und freche
Bühnenperformance bei Songs wie "Watching You",
"She's My Pride" oder "Hand On The Trigger"
vor Augen, die der Jungspund an den Tag legt. Mit einer
unglaublichen Lässig- und Spritzigkeit präsentiert er das
ältere Material, sodass man fast glauben könnte er wäre schon
seit ewigen Zeiten der Sänger von SHAKRA. Da auch die anderen
Musiker in punkto Spielfreude ihrem Frontmann nicht im Geringsten
nachstehen und sich zudem setlisttechnisch ein Killer an den
anderen reiht, ist über 1 1/2 Stunden eine furiose Rockparty
angesagt. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass es der Band mit
dieser DVD perfekt gelungen ist, ihre unbändige Live-Power
einzufangen und sie in die heimischen Wohnzimmer zu
transportieren. Zudem wartet das Medium noch mit sehr
informativen und unterhaltsamen Interviews auf, in denen die
Bandkumpels in charmanten Schwiizertütsch gegenseitig
übereinander Auskunft geben. Aber dass ist noch nicht alles: Da
diese atemberaubende DVD auch noch eine Live-CD des Konzerts im
Gepäck hat, könnt ihr dieses Vergnügen auch außerhalb der
eigenen vier Wände genießen. Leider musste man gegenüber der
DVD bei dieser CD aufgrund Platzmangels auf solche Perlen wie
"She's My Pride", "Too Close", "Who's
Got The Rhythm" und "Wonder" (inklusive
Schlagzeug-Solo) verzichten. Aber nichtsdestotrotz ist "My
Live - My World" eine großartige Momentaufnahme des
bisherigen Höhepunkts einer phantastischen Band, die für alle
Ewigkeit zum Pflichtprogramm eines jeden Hard Rock-Fans gehören
wird. Hier kann man nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung
aussprechen. Danke SHAKRA!!!
| Trackliste: | DVD: 1. Now Or Never -
2. Done Me Wrong - 3. Too Good For Me - 4. Watching You -
5. Sign In The Sky - 6. Little Stories - 7. She's My
Pride - 8. I Will Be There - 9. Anything - 10. Too Close
- 11. Who's Got The Rhythm - 12. Rising High - 13. My
Life - My World - 14. Trapped - 15. Don't Try To Call -
16. Nothing To Lose - 17. Why Dont't You Call Me - 18.
Hands On The Trigger - 19. Wonder CD: 1. Now Or Never - 2. Done Me Wrong - 3. Too Good For Me - 4. Watching You - 5. Sign In The Sky - 6. Little Stories - 7. I Will Be There - 8. Anything - 9. Rising High - 10. My Life - My World - 11. Trapped - 12. Don't Try To Call - 13. Nothing To Lose - 14. Why Don't You Call Me - 15. Hands On The Trigger |
Thanks to Sandra @ Undercover Promotion
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SHAKRA/ Infected (Earcatcher/
May 2007)
SHAKRA/ Fall
SHAKRA/ Rising
SHAKRA/ Power Ride
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Review:
Ursprünglich hat sich JELLY JAM aus dem Projekt PLATYPUS
herauskristallisiert. Hinter dieser Band stecken der KING'S
X-Sänger und -Saitenvirtuose Ty Tabor, der Tieftöner John Myung
(DREAM THEATER) sowie der Schlagzeuger und Globetrotter Rod
Morgenstern (DIXIE DREGS). Aufgrund des LineUp sitzt man leicht
dem Irrglauben auf, dass es sich hier um eine simple
Stil-Vermengung der eigentlichen Hauptbands handeln könnte. - Im
Gegenteil! Im Sound des Trios machen sich Elemente aus 40 Jahren
Rock-Geschichte breit, wobei sich arrangementtechnisch die 70er
Jahre wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen (die
BEATLES lassen grüßen). Nach einigen Durchläufen entwickeln
sich der halbakustische Stampfer "Coming Round" und der
bleischwere Schleicher "Empty", der mit doomlastigen
Riffs und melodisch-verzerrten Gesangspassagen aus den Boxen
wummert, sowie der mehrstimmige Groover "She Was Alone"
zu wahren Ohrwürmern. Außerdem lassen sich noch das beinahe
Instrumental "Drop The Gun", welches phasenweise an die
DIRE STRAITS erinnert, und das sehr atmosphärische "Angel
Or Devil" als Anspieltipps aufführen. Obwohl jeder der
Herren an seinem Instrument zur ersten Garde gehört, verzichten
sie auf jegliche Anfälle von Egoismus und legen ihr
Hauptohrenmerk auf den jeweiligen Song. Ein sehr anspruchvolles
Rock-Album, das mit dem sehr gewöhnungsbedürftigen
Bizarr-Rocker "War Is ..." leider auch einen
Ausrutscher nach unten verzeichnet.
| Trackliste: | 1. Not Today 3:22 -2. Coming Round 3:37 - 3. Empty 5:24 - 4. Drop The Gun 3:04 - 5. Allison 5:32 - 6. Maybe 4:45 - 7. She Was Alone 4:34 -8. Angel Or Devil 4:50 - 9. You Don't Need Me Anymore 2:40 - 10. Runaway 3:15 - 11. War Is... 3:27 - 12. Message 0:36 |
Thanks to Detlev @ InsideOut Music
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Review:
Da ich mittlerweile ein Freund von Tribute-Alben geworden bin und
auch die SCORPIONS (von einigen Ausnahmen abgesehen) zu meinen
absoluten Favorites gehören, habe ich "Six Strings, Twelve
Stings" mit großen Erwartungen in den CD-Player geschoben.
Zwar fängt der Silberling mit dem von Kelly Hanson intonierten
"Rock You Like A Hurricane" richtig gut an, aber schon
die quietschende Interpretation der Klassiker-Ballade "Still
Loving You" von KIX-Fronter Steve Whiteman lässt schon
erstmals den Halsmuskel vor Schreck erstarren. Obwohl das rotzige
Organ von Kevin DeBrow (QUIET RIOT) dem Kracher "Big City
Nights" recht gut zu Gesicht steht, kommt diese Version -
nicht zuletzt wegen der scheppernden Drums - auch nicht viel
besser weg. Noch grausamer wird es allerdings bei "Black
Out", das TUFF-Shouter Stevie Rachelle mit seinem
kreischenden Gekrächze verhunzt hat. Aber keine Angst,
Durchhaltevermögen macht sich bei dieser Scheibe wirklich
bezahlt, denn nach viel Schatten kommt in Form des lässigen
"The Zoo" (Jizzy Pearl, LOVE/HATE) und des
spacig-rockenden "Trance" (Kory Clarke, SPACE ACE
COWBOYS) auch wieder die Sonne etwas zum Vorschein. Die einzigen
echten Glanzlichter dieser Scheibe sind allerdings "He's A
Woman, She's A Man" (John Corabi, UNION/ ex-MÖTLEY CREW)
und "Holiday", das von Ausnahmesänger Paul Shortino
(ROUGH CUTT) fast inbrünstig vorgetragen wird. Äußerst positiv
schlagen die Interpretationen der einzelnen Gitarrensolos zu
Buche, denn ex-DOKKEN-Klampfer George Lynch hat die Parts nicht
einfach 1:1 nachgespielt, sondern durchaus seine eigenen Ideen
mit eingebracht. Bedauernswerterweise hat Herr Lynch, der hier
mit einer kompletten Band am Start ist, diesen Ideenreichtum bei
der Produktion vermissen lassen, denn der Großteil des Materials
kommt soundtechnisch nicht über Demo-Qualität hinaus, was
natürlich unweigerlich Abzug in der B-Note zur Folge hat. Wenn
man allerdings das informative und schöne Booklet oder die nicht
gerade alltägliche Trackinglist in die Gesamtwertung mit
einbezieht, dann gestaltet sich "Six Strings, Twelve Stings
- Tribute To The Scorpions" als recht interessantes
Tribute-Album.
| Trackliste: | 1. Here I Am (Rock You Like A Hurricane) - 2. Still Lovin' you - 3. Fallin In Love - 4. Big City Nights - 5. Blackout - 6. No One Like You - 7. The Zoo - 8. Steamrock Fever - 9. In Trance - 10. He's A Woman, She's A Man - 11. Holiday - 12. Lovedrive |
Thanks to Alfie @ Mausoleum Records
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Review:
Manchmal gibt es einfach Scheiben, die den Rezensenten fast an
den Rande eines Nervenzusammenbruchs treiben. Zu jener Gattung
darf man mit Sicherheit auch das zweite Werk von PULSE zählen,
da die Widersprüche auf diesem Album kaum zu überhören sind.
Einerseits scheint musikalisch und songwritertechnisch alles im
grünen Bereich, denn die Band um Gitarrist Vince O'Regan hat ein
wirklich gutes Gefühl für eingängige Melodien und schöne
Harmonien, aber andererseits bewiesen sie mit der
soundtechnischen Bearbeitung von "Worlds Apart" ein
weniger glückliches Händchen. Die Produktion ist dermaßen
dünn, schwachbrüstig und drucklos ausgefallen, dass es schon
ziemlich nahe an der Grenze des Zumutbaren liegt. Dieser Sound
verdeckt wie ein Cumulonimbus das Licht der Sonne, sodass
eigentliche Perlen wie der schleppende Midtempo-Track "Feels
Like The First" oder die Hymne "Do It Again" ihren
strahlenden Glanz nicht restlos entfalten können. An diesem
mittleren Sound-Debakel kann leider auch die gefühlvolle und
abschließende Semi-Acoustic-Nummer "No Turning Back"
nichts mehr ändern. Wirklich sehr schade, denn mit einem
besseren Sound wäre sicherlich eine Top-Note fällig gewesen.
L
| Trackliste: | 01.
Nothin I Can Do About It |
Thanks to Sebastian @ MTM Music
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Review:
MICHAEL SADLER ist aufgrund seines markanten Organs mit
Sicherheit maßgeblich am großen und kontinuierlichen Erfolg der
kanadischen Prog Rock-Band SAGA beteiligt. Obwohl er schon 1998
auf Drängen seiner Fans mit "Back Where You Belong"
ein Solo-Album veröffentlicht hat, darf man "Clear"
als das offizielle Solo-Debüt bezeichnen, denn der erste
Silberling wurde seinerzeit nur sehr limitiert übers Internet
vertickt. Auf der vorliegenden Scheibe sind zwölf Songs
vertreten, die sich aus komplett neuem Material - als auch aus
überarbeiteten Nummern von "Back Where You Belong" -
zusammensetzen. Stilistisch lässt sich "Clear"
wahrscheinlich am ehesten als eine Kombination von softrockenden
SAGAs und rocklastigen ABCs umschreiben, die mit einem leichten
Hauch von QUEEN ("Lonely") gekrönt wird. Da sich die
gesamte Scheibe auf einem verdammt hohen Niveau abspielt und mit
ausgeklügelten Arrangements zu überzeugen weiß, fällt es
richtig schwer bestimmte Nummern hervorzuheben. Doch damit man
sich ein Bild über die abwechslungsreiche und soft-bombastische
Melodic Rock-Scheibe machen kann, sollte man sich unbedingt das
gospelartige "Too Much Time On My Hands", "I'm Not
The Enemy", das stellenweise an AL CORLEYs "Square
Rooms" erinnert und mit seichten Rap-Passagen zu glänzen
weiß, oder die bittersüße Ballade "Can't Let You Go"
(hätte RICHARD MARX nicht besser gekonnt) zu Gehör führen. Zu
meinen ganz persönlichen Favoriten zählen allerdings der
sphärische Opener "Who's Sorry Now" und die kindlich
verspielte, aber trotzdem fettrockende Hymne "One
Minute". Obwohl "Clear" vielleicht etwas zu soft
ausgefallen ist, dürfte die Scheibe wohl zum Pflichtprogramm der
SAGA-Anhängerschaft gehören. Allerdings kann ich mir gut
vorstellen, dass der Sänger mit diesem Album eine neue
Fanklientel ansprechen wird. Mit ein bisschen Glück könnte die
perfekt produzierte Scheibe sogar über den Insider-Status hinaus
kommen, denn die Qualität und das Potenzial dazu hat sie
allemal.
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
weitere Reviews über MICHAEL SADLER:
SAGA/ Worlds Apart
Revisited
SAGA/ Trust
SAGA/
Marathon
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Review:
KICK AXE hatten in den 80ern drei gute - bisweilen exzellente -
Alben veröffentlicht und zählen mit Sicherheit zu den besten
Hard Rock-Bands, die Kanada damals zu bieten hatte. Nach
17jähriger Pause tauchen sie nun wieder wie Phönix aus der
Asche wieder auf und präsentieren dem Hard Rock-Fan auf ihrem
vierten Album, das man schlicht mit "IV" betitelt hat,
vierzehn neue Songs. Stilistisch bewegt sich der Fünfer dabei im
typischen klassisch angelegten kanadischen Heavy Rock, der
gelegentlich mit Pomp Rock-Elementen von YES ("Turn To
Stone"/ "Do You Know") oder der Dramatik LED
ZEPPELIN ("City Lights"/ "Who Knows Ya")
durchsetzt wird. Stellenweise scheinen sich auch Einflüsse von
URIAH HEEP breit zu machen, denn "Time" erinnert vom
Groove her schon beinahe eklatant an den Klassiker "Lady In
Black". Nichtsdestotrotz besitzt der Sound von KICK AXE,
nicht zuletzt wegen des beinahe kraftvoll-lethargischen Organs
von Sänger Gary Langen, einen ziemlich hohen Wiederkennungswert.
Als Anspieltipps sollte man sich unbedingt das mächtig
stampfende "Who Says", den bodenerschütternden Groover
"Rock 'N' Roll Dog" und die Magie versprühende Low/
Midtempo-Nummer "The Only Ones Here" unbedingt
heranziehen, die sich allesamt im letzten Viertel der Scheibe
tummeln. Warum man sich allerdings die besten Songs bis zum
Schluss aufgehoben hat, ist mir wirklich ein Rätsel. Eine andere
Anordnung der Songs hätte der guten Scheibe vielleicht noch
etwas mehr Feuer verliehen. Sei's drum, die Scheibe dürfte für
Liebhaber des Canadian Rocks ein gefundenes Fressen sein, aber
auch Freunde des Pomp Rocks könnten sich stellenweise von
"IV" angesprochen fühlen.
| Trackliste: | 01. Right Now (4:37) - 02.
Rockin Daze (4:21)
|
Thanks to Sebastian @ MTM Music
weitere Reviews über KICK AXE:
KICK AXE/ Rock The World (re-release)
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Review:
Gelegentlich stürze ich mich ja auch gerne in die düsteren
Untiefen des Metals, aber mit Death Metal-Bands aus deutschen
Landen konnte ich bisher noch nie so richtig warm werden. Daher
waren meine Erwartungen auch nicht besonders hoch, als ich das
neueste Machwerk von NORTHERN TALES in den Rotations-Schacht
meiner CD-Mühle steckte. Doch das recht melodische Intro und die
fetten Riffs vom schwungvollen Opener "Heads Or Jails"
machten mich sofort hellhörig und spätestens beim extrem
eingängigen "Pathless Field" ertappte ich mich wie ich
vorsichtig mit dem Kopf zu nicken anfing. Das schöne am Sound
von NORTHERN TALES ist - neben den sehr melodischen und relativ
harmonischen Arrangements - das extrem variable Organ von Sänger
Danyel Rohr, das vom gefühlvollen Gesang eines Fernando Ribeiro
(MOONSPELL) über Warrel Danes (NEVERMOORE)
charismatisch-psychotischen Vocals bis zum bleischweren Growling
und markdurchdringenden Screaming reicht. Genauso facettenreich
wie die stimmliche Bandbreite des Sängers ist, präsentiert sich
auch die musikalische Ausrichtung des Bremer Quintetts, denn im
Sound von NORTHERN TALES verwischen sich die Grenzen von Gothic-,
Black- und Death Metal. Daher sollte man sich die eindrucksvolle
Ballade "Call Of Despair" oder den kontrastreichen
Kracher "The Other Side", der seine düstere Magie aus
den Übergängen zwischen furchteinflössenden Growls und
hymnischen Gesangspassagen zieht, unbedingt als schwergewichtige
Überzeugungsargumente auf seinem Einkaufszettel notieren. Des
weiteren schlagen das aufpeitschende "Shed No Tear" und
die abschließende Acoustic-Nummer "In Filth We Crawl"
(im Original auf "Bloodporn Industries") positiv zu
Buche. Wie es im Hause TTS Media Music mittlerweile bei ihren
Priority Releases gute Tradition ist, wird dem Fan für den Preis
von einer CD nicht nur das Album in gewohntem Stereo-Sound,
sondern auch noch eine Audio-DVD im aufwendigen 5.1
Surround-Verfahren offeriert. Durch diese neue Aufnahmetechnik
wird der peitschend-schweren Rhythmus-Arbeit von Drummer Armin
Wätjen und Tieftöner Nils Schimanski, dem
filigran-aufwühlenden Gitarrenspiel von J. R. Friede und dem
besitzergreifenden Gesang von Danyel Rohr noch mehr an
Intensität verliehen. Aber damit noch nicht genug, denn mit der
Acoustic-Nummer "I Will Remember" hat man eine
zusätzliche Nummer aus dem Vorgänger-Album, die nochmals für
verschärfte Gänsehaut sorgt, im 5.1-Digital Format
draufgepackt. Also, wenn das nicht "value for money"
ist, dann weiß ich's auch nicht! Zwar schleicht sich hin und
wieder eine Nummer ein, mit der ich nicht besonders viel
anzufangen weiß (z. B. das Instrumental "Melancoma"),
aber durch die zwei Silberlinge habe ich auf alle Fälle Lust
bekommen, die beiden ersten Alben ("A Vocalist's
Diary"/ 2000 und "Bloodporn Industries"/ 2002)
anzutesten.
| Trackliste: | CD: 01. Heads Or Tails -
02. Satanic Sideshow - 03. Pathless Field - 04. Empty
Screen - 05. Call Of Despair - 06. The Other Side - 07.
Melancoma - 08. Shed No Tear - 09. Thirst Noone Can
Satisfy - 10. In Filth We Crawl [acoustic] Audio DVD: 01. Heads Or Tails - 02. Satanic Sideshow - 03. Pathless Field - 04. Empty Screen - 05. Call Of Despair - 06. The Other Side - 07. Melancoma - 08. Shed No Tear - 09. Thirst Noone Can Satisfy - 10. I Will Remember [acoustic] - 11. In Filth We Crawl [acoustic] |
Thanks to Sönke @ TTS Media
![]() |
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Review:
Momentan scheinen sich die Ereignisse (sprich
Veröffentlichungen) im Hause Pauly zu überschlagen. Zum Ende
des letzten Jahres bescherte er uns mit dem FRAMESHIFT-Erstling
(feat. James LaBrie) ein tolles Weihnachtsgeschenk, um im April
diesen Jahres seine geniale Solo-Scheibe "13 Days"
folgen zu lassen. Obwohl er momentan mächtig mit seiner
Rock-Oper "Babysteps" beschäftigt ist, hatte er noch
genügend Zeit um den zweiten CHAIN-Output "chain.exe"
in trockene Tücher zu bringen. Da ich mich generell nicht als
Prog-Puristen bezeichne, war ich in Anbetracht der Länge (38:08
min) des 7teiligen Openers "Cities" erst mal richtig
geschockt, denn hinter derartig langen Songs verbergen sich
zumeist endloslange Frickelorgien, mit denen sich
normalkonsumierende Rock-Fans weder zu identifizieren wissen,
geschweige denn selbige nachvollziehen können. Zu meiner großen
Verwunderung ließ mich der mächtig groovende und erhabene erste
Part des halbstündigen Openers meine anfangs gehegten Vorurteile
ziemlich schnell über Bord werfen. Vielmehr fühle ich mich
stellenweise äußerst angenehm an das letzte Meisterwerk des
Wahl-Münchners HUBI MEISEL erinnert. Über die verschiedenen
Parts werden die Ohren mit wunderschönen Saxophon-Solos,
hauchzarten und ausdruckstarken - stellenweise exotisch
anmutenden - Gesangspassagen, A Capella-Einlagen sowie klassik-
und gospellastigen Charme gestreichelt. Es soll jetzt hier aber
nicht der Eindruck entstehen, dass hier weichspülermäßig zu
Werke gegangen wird. Im Gegenteil, hier wechseln sich die eben
genannten Komponenten mit mörderischen Grooves,
genial-filigranen Gitarreneinlagen, röhrenden Hammonds,
treibender Rhythmusarbeit, sowie erfrischenden Acoustic- und
belebenden Pianoparts effektvoll ab. Diese Nummer begleitet den
Zuhörer während ihrer sieben Teile auf einer Reise durch
Musikrichtungen wie Blues, Soul, Jazz, Rap, Hardcore, Rock,
Metal, Musical, Klassik oder Science Fiction, wobei man mit jedem
Durchlauf wieder aufs Neue überrascht wird. Für diesen Epos
konnte man - neben Jody Ashworth (TSO), Edward Heppenstahl und
Maya Hadi - keinen Geringeren als den SAGA-Sänger Michael Sadler
als Special Guest gewinnen. Durch die folgende, relativ
"simple" gestrickte Power-Ballade "She Looks Like
You", die gut und gerne auf Herrn Pauly's Solo-Scheibe
hätte stehen können, wird uns eine willkommene Verschnaufpause
kredenzt, bevor es mit "Eama Hut" wieder heftiger zur
Sache geht. Obwohl keines der Bandmitglieder sein Können unter
den Scheffel stellt, beschränkt sich der Frickelfaktor auf ein
äußerst songdienliches Maß, wie sich u. a. an Songs wie
besagtem "Eama Hut", das zwischen aggressiven Hardcore-
und gefühlvollen Acoustic-Parts, sowie von SAVATAGE angehauchten
melodischen Elementen galant hin- und herpendelt, oder dem
spannend umgesetzten SAGA-Klassiker "Hot To Cold" gut
nachvollziehen lässt. Diese Nummer wird wiederum von Michael
Sadler vorgetragen, aber im Gegensatz zum Original endet dieses
Cover mit einem wunderschönen, mittelalterlich anmutenden
Akustikpart, der durch den lieblichen Gesang von Maya Haddi
perfekt abgerundet wird. Mit dem abschließenden und
nachdenklichen 10min-Epos "Last Chance To See", das mit
dem Gesang von Victoria Trevithick und Mike Keneally (der hier
zudem noch ein geniales Gitarren-Solo abliefert) veredelt wurde,
haben CHAIN sogar eine Nummer am Start, mit der sie auch bei
Melodic Rock-Fans ordentlich punkten dürften. Ein wirklich
unterhaltsames und abwechslungsreiches Album, das Stephan
Kernbach (Keyboards), Henning Pauly (Gitarren), Matt Cash
(Vocals), Christian Becker (Bass) und Eddie Marvin (Drums) unter
der Mithilfe von diversen Gastmusikern eingespielt haben.
"chain.exe" hat einfach alles, was ein gutes
Progressive Rock-Album auszeichnet. Obwohl das Material
stellenweise Vergleiche zu AYREON zulässt, besitzen die
Einfälle, das Songwriting und die Umsetzungen von CHAIN und
Henning Pauly hundertmal mehr Qualität, Komplexität und
Spontaneität als jene des momentan auch so angesagten Arjen
Lucassen. Hier besteht Kaufpflicht für jeden Prog-Fan, der etwas
auf sich hält. Also nichts wie ab zu www.justforkicks.de!
| Trackliste: | 1. Cities part 1 |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
weitere Reviews über CHAIN:
CHAIN/ Chain.exe (limited edition/
DVD)
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Review:
Bereits vor zwei Jahren ließen mich die Berliner mit ihrer
selbstbetitelten EP erstmals aufhorchen und vermochten mich ihrer
Mischung aus der düster-schizophrenen Seite von NEVERMORE,
melodischen Thrash-Elementen a la KREATOR und der Dramatik von
ICED EARTH durchaus zu überzeugen. Zwar schimmern diese
Einflüsse gelegentlich noch etwas durch, aber im Großen und
Ganzen geht die Band auf "Nature's Foul Child" etwas
kompromissloser und eigenständiger - mit einem leichten Hang zur
progressiven Marschrichtung ("Disperse The Shadows") -
zu Werke. Obwohl sich alle fünf Songs auf ziemlich gleichmäßig
hohen Niveau abspielen, möchte ich den brachial-melodischen
Thrasher "Witness My... (The Dead)" und den folgenden
Nackenbrecher "Edge Of Hostility", der von der
melodischen Gitarrenarbeit des Duos Eddie Mond/ Matthias Busch
und dem Schneidbrenner-Organ von Roland Peters lebt, gesondert
hervorheben. Außerdem haben RESPAWN mit Clemens Glombitza (Bass)
und Felldrescher Shumon Chakrabarti eine Rhythmus-Fraktion zur
Seite, die dem Material einen gehörigen Wumms verleiht. Hatte
das Quintett mit den vier Songs von "Respawn" bereits
eine ordentliche Visitenkarte abgegeben, so müsste sich doch mit
den fünf neuen - von SKEW SISKIN-Gitarrist Jim Voxx
fettproduzierten - Songs in der Hinterhand locker ein Label
finden lassen, das die Berliner endlich unter Vertrag nimmt.
Also, ich persönlich könnte mir RESPAWN sehr gut im Rooster von
Metal Blade Records oder Century Media vorstellen.
Ordern könnte ihr "Nature's Foul Child" unter www.respawnmusic.de für 6,-- (zgl. 1,44
Versand/ Inland). Für die Fans der obengenannten Bands eine
äußerst sinnvolle Investition.
| Trackliste: | 1. Snapping Rope - 2. Witness My ... (The Dead) - 3. Edge Of Hositlity - 4. Disperse The Shadows - 5. Solid Deserts |
Thanks to Roland @ Respawn
weitere Reviews über
RESPAWN:
RESPAWN/ Demo
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Review:
Ich habe nun "Hand Crafted Tunes" schon mehrmals intensivster
Lauschangriffe unterzogen, aber ich kann einfach nach wie vor nicht glauben,
dass hier wirklich eine spanische Band zugange ist, denn von südländischem
Akzent nahezu keine Spur. Musikalisch versuchen SUGAR TUNES erst gar keinen Hehl
daraus zu machen wo ihre Wurzeln liegen. Trotzdem besitzt ihre Mischung aus
ROLLING STONES, QUIREBOYS & den BEATLES (zu ihrer rotzigen Phase) einen
nicht zuleugnenden Anteil an ganz eigenem Charme. – So bereichern sie ihren
dachsfrechen Sleaze Rock z. B. mit schleichenden Country-Ambiente ("Soul
Window", "Hippie (On The Porch)") und schmissiger Saloon-Atmosphäre
("Just One Day"). Die Highlights dieser recht gut produzierten Scheibe
sind allerdings das fetzig rockende "Get High", bei dem ordentlich die
Tasten fliegen, und der leicht progressiv interpretierte BEATLES-Klassiker
"Drive My Car" (fast so genial wie das Original!!!) sowie der handfeste „old
school“-Rock ’N’ Roller "My Marilyn". Es ist wirklich erstaunlich
wie bodenständig die Band um Sänger/ Gitarrist Javier Ruano – ohne jegliches
südländisches Flair – rockt!
| Trackliste: | 1. Blame Me - 2. Lowdown - 3. Hippie Girl - 4. Get High - 5. Back From The Ground - 6. Drive My Car - 7. Crazy Mama - 8. Sorry When I'm Gone - 9. Soul Window - 10. Just One Day - 11. Give Me - 12. My Marilyn - 13. Hippie (On The Porch) |
Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music
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Review:
Perris Records legt
hier das von Michael Kelly Smith (BRITNY FOX) produzierte Debüt "After Dark"
der US-Amerikaner GUN SHY neu auf. Die Jungs zocken stark 80er Jahre
beeinflussten Hairspray-Rock, der am ehesten mit POISON oder WARRANT zu
vergleichen ist. Einige der Songs sind gar nicht mal schlecht und nisten sich
schon beim ersten Durchgang im Gehör fest – wäre da nicht der völlig
drucklose Demosound, der das Hörvergnügen deutlich schmälert … mehr als
schade, denn eine Ballade wie "Don’t Go Away" hätte zu seiner Zeit
für ein Meer aus Feuerzeugen gesorgt, und unter der Firmierung POISON/ WARRANT
die Charts aufgerollt. "Cry In The Night" erinnert dank seines eingängigen
Refrains stilistisch an die Glanztaten von HEAVEN’S EDGE und hat absoluten
Ohrwurmcharakter. Auch "Mr. Lonely" versteht den Spannungsbogen
geschickt zu spannen, um sich im Refrain auf alte 80er Jahre-Tugenden zu besinnen … würde bloß der stümperhafte
Sound nicht in absolutem Gegensatz zur Qualität der obig genannten drei Songs
stehen … Die ursprüngliche Fassung der Scheibe wurde im Re-Release um acht
Bonusstücke, vier Live,- und vier Demoversionen, angereichert. Ob dieser zusätzliche
Kaufanreiz jedoch als gelungen bezeichnet werden darf, wage ich zu bezweifeln
… die Live-Versionen klingen, als wären sie von einem schlechten Tape und
ohne weitere Bearbeitung direkt auf CD gebrannt worden … teilweise sind nicht
mal die Songs vollständig enthalten: "Cry In The Night" wird grausam
unter dem Song eingefaded, wohingegen "Something Wicked" nach drei
Minuten jäh beendet wird?!? Von den vier Demoversionen ist lediglich der BLACK
SABBATH-Klassiker "N.I.B." als gelungen zu bezeichnen: der Sound ist
gut, der Song rockt und wird ziemlich nahe am Original dargeboten. "Wonderland",
"Christeen" und "Society" scheinen dann wieder aus den Aufwärmsessions
der obigen Live-Aufnahmen zu stammen, denn der Sound ist weit davon entfernt
auch nur halbwegs akzeptabel zu sein, zudem sind dann auch noch die Songs nicht
der große Wurf. So leid es mir auch im Hinblick auf das phasenweise gute
Songmaterial tut: Ich rate davon ab "After Dark" teuer aus den USA zu
importieren – investiert Eure hart verdiente Kohle lieber in eine solide und
produktionstechnisch ausgegorene Veröffentlichung.
| Trackliste: | 1. Helluva Time - 2. Mr. Lonely - 3. Cry In The Night - 4. Something Wicked This Way Comes - 5. Hold On To Yesterday - 6. Don’t Go Away - 7. Hard Life - 8. Society - 9. Something Wicked (live) - 10. Don´t Go Away (live) - 11. Cry In The night (live) - 12. Helluva time (live) - 13. Society - 14. N.I.B. 15. Christeen |
Thanks to Tom @ Perris Records
Last
Update: Sunday, 06. November 2005
created in January 2001 © by Sonny