The Home Of ROCK & METAL HEAVEN

WITHOUT END/ WithoutEnd
  • Band: WithoutEnd
  • Albumtitel: WithoutEnd
  • Spielzeit: 45:59 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Lone Wolf Music/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: progressive Version von HIM meets Reamonn, Moonspell, Dream Theater
  • Veröffentlichung: 29.05.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Bands aus Australien, wie z. B. VANISHING POINT oder BLACK MAJESTY, haben es hierzulande schon zu einem gewissen Bekanntheitsgrad geschafft. Mit ein bisschen Glück könnten diesen Status auch bald WITHOUTEND inne haben, denn auf ihrem selbstbetitelten Debüt präsentiert das Trio aus Melbourne verschachtelten Progressive Rock, der stellenweise etwas düster angehaucht oder mystisch ist, aber zu jeder Sekunde nachvollziehbar bleibt. Diese Stilrichtung, die einer progressiven Version von HIM meets REAMONN ziemlich nahe kommt, erweist sich wie maßgeschneidert für das klare und gefühlvolle Organ von Sänger und Schlagzeuger Nicholas Georgakopoulos. Gelegentlich dringt man sogar in die Düstersphären von MOONSPELL vor, wie sich an "Analyse" (hitverdächtig!), das durch die Sopranistin Nicoletta Kardas auch noch NIGTWISH-artiges Flair getaucht wird, am leichtesten nachvollziehen lässt. Aber so richtig auf einen Stil festnageln lässt sich die Band nicht, denn während man bei der 8minütigen Ballade "I Still Remember" sanfte METALLICA-Einflüsse mit gefühlvollen Keyboardparts verschmolzen hat, lässt man es beim "Searching For Meaning" oder "Descend" in fast metallischer Manier krachen, sodass man phasenweise Vergleiche zu Genre-Göttern DREAM THEATER ziehen kann. Gekrönt wird dieses wirklich spannende Album durch den gefühlsechten Höhepunkt "The Third Day", einem Gänsehaut-Garant, der abermals gitarrentechnisch an METALLICA erinnert.
Anspruchsvolle Prog-Fans sollten sich diesen Silberling auf keinem Fall entgehen lassen. Zu kaufen gibt's das Teil unter
www.justforkicks.de.

Sonny

Trackliste: 1. Again - 2. In Transit - 3. Analyse - 4. I Still Remember - 5. Searching For Meaning - 6. Descend - 7. Comfort Zone - 8. Compulsion - 9. The Third Day

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


VAGH/ Into The Future Zone
  • Band: Vagh
  • Albumtitel: Into The Future Zone
  • Spielzeit: 51:50 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Slick Ciy Slackers Productions/ Schweden-Import
  • Vergleichbare Bands: härtere Black [N] Blue, Alyson Avenue, Hotwire + einen Hauch von Ozzy Osbourne meets Lenny Wolf
  • Veröffentlichung: 28.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Schon mit ihrem Debüt "Sands In Time" (2002) konnten VAGH ziemlich gute Resonanzen bei verschiedenen Online-Magazinen und in vereinzelten Fachblättern einfahren. Die Schweden um Namensgeber und Songwriter Robin Vagh (Gitarren/ Keyboards) sind angetreten um eingängigen Melodic Rock der 80er Jahre mit einer messerscharfen, harten, und einprägsamen Gitarrenarbeit zu vereinen, die von dezent - aber stets präsenten - Keyboardteppichen getragen wird. Diese Eigenschaften machen auch den Nachfolger "Into The Future Zone" zu einem äußerst erfreulichen Hörgenuss. Lauscht einfach mal den Klängen des zwar sphärisch beginnenden, aber unheimlich erdig rockenden Openers "To Hell And Back Again" oder dem ordentlich röhrenden Groover "Love Touch" - die Songs werden euch nicht mehr schnell aus den Ohren gehen. Während "Calling On You" oder Rocker "This Feeling Inside" - nicht zuletzt wegen des Gesangs von Jonas Blum - an HOTWIRE erinnern, weiß die rhythmische Midtempo-Nummer "I Wanna Feel Love" (Vocals by John Marshall Gibbs) mit fast PELLschen Arrangements auf sich aufmerksam zu machen. Stellenweise fallen die Gitarren härtetechnisch sogar so stark aus, dass sie fast in metallische Sphären a la NO BROS vorstoßen. Als Highlights der Scheibe möchte ich allerdings den Kracher "Moment Of A Touch" und die gewaltige Ballade "Don't Turn Away" aufführen, die beide von Noomi Stragefors stark in Szene gesetzt werden und mit zum Besten gehören was der "Female Fronted"-Hard Rock zu bieten hat. Außerdem tut sich noch das rotzige "Rebecca" (Mörder-Groove) positiv hervor. Da die Scheibe nur als Schweden-Import zu haben ist, solltet ihr den Mailorder-Anbieter eures Vertrauens kontaktieren oder "Into The Future Zone" gleich direkt unter
www.vagh.net ordern.

Sonny

Trackliste: 1. To Hell And Back Again - 2. Can’t Reach You - 3. I Wanna Feel Love - 4. Love Touch - 5. Show Me Heaven Tonight - 6. Calling On You - 7. Moment Of A Touch - 8. Rebecca - 9. Invincible - 10. Don’t Turn Away - 11. This Feeling Inside - 12. Future Zone

Thanks to Robin @ Slick City Slackers Productions


PYRAMAZE/ Melancholy Beast
  • Band: Pyramaze
  • Albumtitel: Melancholy Beast
  • Spielzeit: 50:48 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: NTS/ Point Music
  • Vergleichbare Bands: Iron Maiden, Gamma Ray, Iced Earth, Judas Priest (mit Ripper Owens)
  • Veröffentlichung: 28.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Als mir das Debüt der dänischen Multikulti-Truppe ins Haus geflattert ist, dachte ich mir noch im Stillen: "Ah, wieder mal so einen Metal-Combo, die sich im unüberschaubaren Bombastic-/ Melodic-Dickicht ihren Weg bahnen will!" Aber weit gefehlt, denn die Band um den 24jährigen Gitarristen Michael Kammeyer brilliert mit epischen Power Metal, der einerseits ziemlich deutsch/ europäisch anmutetet und andererseits aber durchaus auch Parallelen zur US-Szene bildet. So stellt der Opener "Sleepy Hollow", der sich über ein verträumt-ruhiges Gitarren-Intro zu einer richtigen Doublebass-Orgie a la ICED EARTH entwickelt, eine Symbiose aus IRON MAIDschen Riffing und Shout-/ Screaming-Linien der Marke GAMMA RAY meets JUDAS PRIEST dar. Natürlich kommt die Band noch nicht an die Klasse der eben genannten Vorbilder heran, aber die Metal-Hymne "The Journey", die sich mit einem mega-melodischen Refrain und glühenden Gitarrenläufen durch die Gehörwindungen fräst, und die unheimlich gefühlvolle Halbacoustic-Ballade "Until We Fade Away" verdeutlichen einmal mehr, dass alle Mitglieder nicht nur Meister ihres Faches sind, sondern auch äußerst songdienlich zu Werke gehen. Über dieser erstaunlich hohen instrumentalen Homogenität thront das unverkennbare Organ eines Lance Kings, der sich vorwiegend im progressiven Genre mit Bands wie BALANCE OF POWER oder MATTSON einen Namen gemacht hat. Bei Songs wie der abwechslungsreichen Epic-Nummer kann sich der Ausnahmesänger endlich einmal nach Lust und Laune austoben, denn bei diesem Track kommt der unglaubliche Facettenreichtum seines Organs nahezu komplett zum Tragen. Den Abschluss eines ziemlich gelungenen Debüts bietet die wuchtige 6 1/2 min-Nummer "Power Of Imaginations" und das überleitende Instrumental "The Nature Of Triumph". Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass PYRAMAZE in dieser Besetzung ein paar Jahre überleben kann, denn dann könnten sie zu einer der Speerspitzen der europäischen Metal-Szene werden.

Sonny

Trackliste: 1. Sleepy Hollow - 2. Forsaken Kingdom - 3. Melancholy Beast - 4. The Journey - 5. Until We Fade Away - 6. Legend - 7. Mighty Abyss - 8. The Nature Of Triumph - 9. Power Of Imagination

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über PYRAMAZE:
PYRAMAZE/ Legend Of The Bone Carver


STAGE DOLLS/ Get A Life
  • Band: Stage Dolls
  • Albumtitel: Get A Life
  • Spielzeit: 44:29 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Musicbusiness Norway/ Norwegen-Import
  • Vergleichbare Bands: Bryan Adams, Huey Lewis, Def Leppard
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Ganze sieben Jahre - mal abgesehen von der Compilation "Good Times - The Essential Stage Dolls"/ 2002 - hat es gedauert, bis das legendäre AOR-Trio aus Norwegen endlich wieder ein musikalisches Lebenszeichen von sich gibt. "Get A Life", so das Motto ihrer mittlerweile siebten Studio-Scheibe, ist ein richtig starkes und zeitloses Rock-Album geworden, nach dem die Fans von BRYAN ADAMS (Titeltrack), HUEY LEWIS ("Runnin' Back To You") oder DEF LEPPARD ("Don't Fight It") ordentlich lechzen dürften. Sänger/ Gitarrist Torstein Flakne und seinen Rhythmusfraktion Terje Storli (Bass) bzw. Morten Skogstad (Drums) demonstrieren über 11 Songs wie zeitgemäßer AOR zu klingen hat, ohne das sofort Kommerzschreie aufkommen. Freilich haben die STAGE DOLLS mit "Someone Like You" auch eine Kuschel-Ballade an Bord, die getragen von Streichparts im countrylastigen Sound so ziemlich jedes Frauenherz zum Schmelzen bringen dürfte, aber das restliche Material rockt sich mit tollen Melodien und genialen Hooks durch die Gehörgänge. Ein AOR-Album, das wirklich keine Wünsche offen lässt, denn von Balladen über stampfende Midtempo-Hymnen ("Too Late For Love"/ "Naked In The Rain") bis hin zum handfesten Groover ("24/7") ist alles dabei, was das Fan-Herz begehrt. Gekrönt wird das Meisterwerk mit einer richtig kraftvollen und fetten Produktion, die den heutigen Standards mehr als gerecht wird. Ergo ist die Höchstnote die einzig richtige Schlussfolgerung. Ein unabdingliches Muss für alle AOR-Jünger!!! Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass uns die "Bühnen-Puppen" nicht wieder sieben Jahre auf den Nachfolger warten lassen. Obwohl bei dieser bestechenden Qualität!?!
Leider wurde das Album bisher nur in Norwegen veröffentlicht, aber der Mailorder-Anbieter eures Vertrauens müsste die Hammer-Scheibe eigentlich in seinem Repertoire haben ;-).

Sonny

Trackliste: 1. 24/7 - 2. Runnin’ Back To You - 3. Get A Life - 4. Someone Like You - 5. You’re The One - 6. Too Late For Love - 7. Naked In The Rain - 8. Everybody Wanna R&R - 9. Only - 10. Don’t Fight It - 11. Summertime Ladies

Thanks to Stein @ Musicbusiness Norway

weitere Reviews über STAGE DOLLS:
STAGE DOLLS/
Get A Live (CD/ DVD)


MICHAEL MITTERMEIER/ Paranoid
  • Band: Michael Mittermeier
  • Albumtitel: Paranoid
  • Spielzeit: 69:06 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Pirate Records/ Sony Music
  • Vergleichbare Bands: hähhh, wia denn, wo denn, wos denn?
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Charteinstieg: 07.06.2004 Platz Nr. 07
  • weitere Platzierungen:
    14.06.2004 Platz Nr. 06 / 21.06.2004 Platz Nr. 11
    28.06.2004 Platz Nr. 14 / 05.07.2004 Platz Nr. 18
    12.07.2004 Platz Nr. 26 / 19.07.2004 Platz Nr. 34
    26.07.2004 Platz Nr. 41 / 02.08.2004 Platz Nr. 48
    09.08.2004 Platz Nr. 57 / 16.08.2004 Platz Nr. 58
    23.08.2004 Platz Nr. 83 / 30.08.2004 Platz Nr. 79
    06.09.2004 Platz Nr. 96
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Eigentlich war MICHAEL MITTERMEIER immer wie in rotes Tuch für mich und daher war es mir nicht sonderlich aufgefallen, dass der gebürtige Dorfener im Jahr 2003 eine kreative Auftritt- und Medienpause eingelegt hat. Während des schöpferischen Breaks ging der Entertainer für ein halbes Jahr nach Amerika, um dort einige englischsprachige Auftritte in New Yorker Clubs zu absolvieren. Nun ist er mit seinem neuen Programm "Paranoid" zurück! Allein dieser Titel machte mich als bekennenden BLACK SABBATH/ OZZY OSBOURNE-Fan natürlich extrem neugierig, zumal besagter Song auch als Intro für das Programm herhalten musste. Nun liegt mir das aktuelle Album vom MICHL zur Beschreibung vor und nach wochenlangen Dauergast-Spielen in meinen sämtlichen CD-Playern (zuhause, im Auto, im Büro und in der Werkstatt) muss ich gestehen, dass mir in den letzten Jahren – genervt durch die nicht zu stoppende und stellenweise wirklich haarsträubende Comedy-Welle – ein echtes Juwel des bayerischen Entertainments sprichwörtlich durch die Lappen gegangen ist. Egal wie oft man sich dieses Album, das im Quatsch Comedy Club/ Berlin und Schmidts Tivoli/ Hamburg aufgenommen wurde, auch anhört, man wird mit jedem Durchlauf wieder auf eine neue Spitzfindigkeit von MICHAEL MITTERMEIER aufmerksam und zu Zwerchfell-Attacken „genötigt“. Dabei ist es ganz egal ob er die deutsche Griesgrämigkeit, Jammer-Mentalität und Schwarzmalerei ("Graue Zeiten"), die US-amerikanische Einfältigkeit, Dummheit und Borniertheit (z. B. "The Depp Of The Year"), die Casting/ Soap-Welle ("Geneva Entertainment Convention") oder Mode-Erscheinungen ("Weidmannsheil Für Arschgeweihe") aufs Korn nimmt, die Pointen der Gags verlieren auch nach den x-ten Durchlauf nichts an ihren Überraschungsmomenten. Auffallend ist auch, dass MM nachdenklicher bzw. erwachsener geworden ist, denn er geht vermehrt auf alltägliche Zwiegespräche, Verhaltensweisen und Beziehungskisten ("Täuschungsmanöver") zwischen Mann und Frau – sowie auf sozial- und weltpolitische Themen – ein. Auf der anderen Seite ist der Unterhaltungskünstler auch etwas „härter“ geworden, denn während der fast 70minütigen Spielzeit begibt er sich auf eine riskante Gratwanderung zwischen intelligentem Kabarett, treffender Komik und punktgenauen Gags, die nicht selten haarscharf an der Gürtellinie vorbeischrammen. Aber keine Angst, MICHAEL MITTERMEIER läuft zu keinem Zeitpunkt Gefahr in die derben, obszönen, seichten und stellenweise recht trivialen Untiefen eines INGO APPELTs oder STEFAN RAABs abzurutschen. Vielmehr verbindet er äußert gewitzt die bereits erwähnten Komponenten und Geschichten mit leicht (für seine Zwecke) uminterpretierten Bibelzitaten (z. B. "Offenbarung"), Science Fiction und Weltverschwörungstheorien. Die Geschichte endet mit MITTERMEIERs ganz eigenen Interpretation vom "Jüngsten Tag", bevor seine Frau Gudrun alias SOMERSAULT mit dem besinnlichen "Wise Up" die Show musikalisch abrundet. Kein Zweifel: MICHAEL MITTERMEIER ist spätestens seit seinem Projekt "Mittermeier und Friends" der Rock ’N’ Roller unter den Entertainern/ Kabarettisten und mit "Paranoid" untermauert er diesen Status. Daher war es auch endlich an der Zeit, dass MM auf unseren Seiten dementsprechend gewürdigt wird... also keine Bange, hier sind keine Drogen-Experimente schiefgelaufen
J

Sonny

Trackliste: 1. Paranoid - 2. Graue Zeiten - 3. Der Schrödersche Blähsack - 4. The Depp Of The Year - 5. Apocalypse Wow! - 6. Das weibliche Gedächtnis - 7. Tante Tosca - 8. Danke Amerika! - 9. El Potroaches - 10. Die Offenbarung - 11. Putsch Made In Germany - 12. Geneva Entertainment Convention - 13. Männer und Western - 14. Die mit dem Wolf tanzt (feat. Eastie Kevin & Dirty Dörte) - 15. Passwort Halle Berry - 16. Diktatorin in Deutschland - 17. Brainsuckers from Outer Space - 18. Asyl für Pancho Villa - 19. Michl der Täufer - 20. Der Katzentest - 21. Waidmannsheil für Arschgeweihe - 22. Sackwaxing - 23. Jesus Christ Kifferstar - 24. Judas in der Schule - 25. Ein unmoralisches Angebot - 26. Täuschungsmanöver - 27. Bad Accent for President - 28. Amok-Sepp & Massaker-Schorsch - 29. Gayland - 30. Terror in Pink - 31. Die Wiege der Menschheit - 32. Der Jüngste Tag - 33. Wise Up

Thanks to  Pirate Records


ALTARIA/ Divinity
  • Band: Altaria
  • Albumtitel: Divinity
  • Spielzeit: 46:36 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Metal Heaven/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: a little bit of STRATOVARIUS and SONATA ARCTICA
  • Veröffentlichung: 24.05.2004 
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Es gibt wirklich nur wenige ernstzunehmende Melodic Metal Bands, die bereits mit ihrem Debüt einen bleibenden Eindruck hinterlassen und in der Lage sind, diesen dann auch noch mit dem Nachfolger vehement vertiefen. ALTARIA gehören definitiv zu jener äußerst raren Gattung, denn trotz Sängerwechsel haben die Finnen mit ihrem Zweitling die extrem hohe Messlatte, die sie sich mit "Invitation" selbst auferlegt haben, lässig übersprungen. "Divinity", so der vielversprechende Titel des neuen Machwerks, zeigt sich nicht nur eingängiger als das angesprochene Debüt, sondern wirkt aufgrund des Wechsels am Mikro auch nicht mehr ganz so "steril". War "Invitation" durch das klassisch ausgebildete Organ von Jouni Nikula stellenweise doch etwas schwerverdaulich, so hat der neue Sänger Taage Laiho (KILPI) mit seinem facettenreichen Gesangstil dem Sound von ALTARIA noch mehr Leben, Intensität und Abwechslung verliehen. So donnern Songs wie der gewaltig treibende Opener "Unchain The Rain" (erinnert phasenweise STRATOVARIUS), das majestätisch-stampfende "Prophet Of Pestilence" oder "Falling Again", das mit ziemlich rotzigen und speedigen Parts zu gefallen weiß, nahezu göttlich aus den Boxen. Außerdem fressen sich das cool-groovende "Haven" und Speedgranate "Stain On The Switchblade" schonungslos durch die Gehörwindungen. Lediglich das etwas kantig-bizarre "Divine", vermag auch nach mehreren Durchläufen nicht richtig zu zünden. Das ändert aber nichts im Geringsten an der Tatsache, dass das Quartett um Marko Pukkila (Bass) und Tony Smedjebacka (Drums) erneut ein edles Stück Melodic Metal eingefräst haben. Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, das ALTARIA bald in die Phalanx ihrer großen Landsmänner STRATOVARIUS und SONATA ARCTICA vorstoßen können. Verdient haben sie es allemal!

Sonny

Trackliste: 1. Unchain The Rain - 2. Will To Live - 3. Prophet Of Pestilence - 4. Darkened Highlight - 5. Discovery - 6. Falling Again - 7. Divine - 8. Haven - 9. Try To Remember - 10. Stain On The Switchblade - 11. Enemy - 12. Final Warning

Thanks to Birgitt @ Germusica

weitere Reviews über ALTARIA:
ALTARIA/ The Fallen Empire
ALTARIA/
Invitation


EDGE OF FOREVER/ Feeding The Fire
  • Band: Edge Of Forever
  • Albumtitel: Feeding The Fire
  • Spielzeit: 55:38 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Marc Boals, Yngwie Malmsteen, Deep Purple (Tony Martin), Rainbow, Axe
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Nachdem die wohlbekannten US-Rocker AXE nicht mehr aus den Pott zu kommen scheinen, hat sich deren Frontmann Bob Harris mit EDGE OF FOREVER ein neues Betätigungsfeld gesucht. Die neue italienische Melodic-Fregatte patrouillieren in klassischen 80er Hardrock-Gewässern, die durch großartige Melodien, neoklassische Elemente ("Birth Of Sun") und dezent eingestreute Prog-Passagen ("Mother Of Darkness") veredelt werden. Zwar können EDGE OF FOREVER noch nicht ganz mit den legendären AXE mithalten, aber der gutgeschmierte Fünfzylinder hat einige Nummern am Start, die in ein paar Jahren - ohne Klimmzüge machen zu müssen - als Klassiker durchgehen dürften. So hat man z. B. mit "Prisoner" ein Wahnsinns-Duett am Start, bei dem Mr. Harris von keinem Geringeren als JEFF SCOTT SOTO begleitet wurde. Der TALISMAN-Fronter hat zudem auch noch die meisten Background Vocals eingesungen. Als weitere Anspieltipps drängen sich der schwere - aber trotzdem sehr eingängige - Groover "Whatever Comes", die geniale Gänsehaut-Nummer "The Road We Walked On" oder der abschließende Kracher "I Won't Be A Fool No More" auf. EDGE OF FOREVER ist ein nahezu perfekt abgestimmter Hard Rock-Motor, denn der ausdrucksstarke Gesang, das virtuose Gitarren-/ Keyboardspiel und die bestens harmonierende Rhythmusfraktion sorgt für einen druckvollen und wohlklingenden Gesamtsound. Außerdem enthält dieses starke Debüt ein Video-Clip des Openers/ Titeltracks, der die explosive Spielfreude der Band mehr als würdig ins Bild setzt. Fans von AXE und den obengenannten Bands sollten sich diese Scheibe ganz oben auf ihrem Shopping-Zettel notieren.

Sonny

Trackliste: 01. Feeding The Fire 4:29 - 02. Birth Of The Sun 4:16 - 03. Prisoner 5:33 - 4. Whatever Comes 3:04 - 05. Mother Of Darkness 7:16 - 06. Bloodsucker 4:50 - 07. The Road We Walked On 6:00 - 08. Dance Into The Fire 5:09 - 09. Gates Of Hell 5:03 - 10. I Won't Be A Fool No More 4:59 - 11. Feeding The Fire (video bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über EDGE OF FOREVER:
EDGE OF FOREVER/ Let The Demon Rock 'N' Roll


LYZANXIA/ Mindcrimes
  • Band: Lyzanxia
  • Albumtitel: Mindcrimes
  • Spielzeit: 56:06 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Reality Entertainment/ Sony Music
  • Vergleichbare Bands: In Flames, Dimmu Borgir, Entombed
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Frankreich gilt ja gemeinhin eher als Entwicklungsland in Sachen Heavy Metal, doch hin und wieder gelingt es einer Band sich aus dem Underground hochzuarbeiten. Die Düstermetaller LYZANXIA gehören spätestens seit ihrem offiziellen Debüt "Eden" (2001/ die Band veröffentlichte bereits 1999 mit "Lullaby" ein "full length"-Album in Eigenregie) zu den führenden Kräften in der französischen Szene. Zwar wandert die Band um die Gebrüder Franck (Rhythm-Guitar/ Vocals) und David Potvin (Lead-Guitar/ Vocals) in etwa auf den Pfaden von IN FLAMES und DIMMU BORGIR, aber die Franzmänner auf diese beiden bekannten Acts zu reduzieren, wäre viel zu einfach und zu plump. LYZANXIAs Sepktrum erstreckt sich von nahezu popigen Parts, über kultivierten und kraftvollen Metal bis hin zum modern-bleiern Death-Metal, der - gepaart mit einem Meer an Melodie - vom munteren Wechselspielchen zwischen klarem Gesang und abgrundtiefen Growls lebt. Da sich die meisten Songs aufgrund ihres hohen Anteils an einprägsamen Melodien schon nach dem ersten Durchlauf in die Gehörgänge fressen, dürften Songs wie das halbballadeske "Black Side", die Thrash-Hymne "D. M." oder der abwechslungsreiche Finisher "Glass Bones" auch für Melodic Power Metal-Freaks, die gerne etwas über den Tellerrand hinausschauen, durchaus interessant sein. Da hinter den Reglern kein geringerer als Fredrik Nordström (u. a. IN FLAMES oder HAMMERFALL) saß, darf man davon ausgehen, dass sich produktionstechnisch alles auf Top-Niveau abspielt. Also Leute, traut euch und riskiert den ein oder anderen Lauscher.

Sonny

Trackliste: 1. Time Dealer - 2. Medulla Need - 3. Damnesia - 4. Mind Split - 5. Dusk - 6. Game Time - 7. My Black Confession - 8. Black Side - 9. Silence Code - 10. D. M. - 11. Fugitive - 12. Glass Bones

Thanks to Reality Entertaiment


DANIELE LIVERANI'S GENUIS/ Episode 2: In Search Of The Little Prince

Review:
Gut 1½
Jahre ist es nun her, dass uns Multi-Instrumentalist DANIELE LIVERANI mit "A Human Into Dreams' World" den ersten Teil seiner GENUIS-Trilogie präsentierte. Dieser Tage geht das Rock Opern-Spektakel um den Hauptdarsteller Genius (Mark Boals/ RING OF FIRE, ex-YNGWIE MALMSTEEN) mit "In Search For The Little Prince" nun in die zweite Runde. Neben Genius ist nur noch sein ständiger Begleiter Twinspirit n. 32, der wieder von PAIN OF SALVATION-Fronter Daniel Gildenlow verkörpert wird, aus der ersten Episode übriggeblieben. Aber auch diesmal konnte das italienische Musikwunder mit u. a. Russell Allen (SYMPHONY X), Edu Flaschi (ANGRA), Eric Martin (ex-MR. BIG), Johnny Gioeli (HARDLINE, AXEL RUDI PELL) und Oliver Hartmann (EMPTY TREMOR, ex-AT VANCE), der sämtliche Chöre eingesungen hat, wahre Meister ihres Faches für sein faszinierendes Projekt gewinnen. Trotzdem komme ich nicht umhin besonders die Gesangsleistung von Herrn Gioeli in "What He Has To Say" und "All My Fault" hervorzuheben, denn in diesen beiden Nummern erinnert er sehr stark an einen Freddy Mercury (R.I.P.) in Bestform. Produktions- und Instrumententechnisch hat Signore LIVERANI fast wieder alles selbst erledigt, lediglich an den Drums ging ihm erneut KHYMERA-Kumpel Dario Ciccioni, der auf diesem Album einmal mehr einen grandiosen Job abliefert, zur Hand. Da "In Search For The Little Prince" - wie auch schon der erste Teil - das komplette Spektrum von Melodic Rock, Heavy Metal und Progressive Metal abdeckt, dürfte diese Oper erneut Rock-Fans verschiedenster Couleur ansprechen. Obwohl es sich hier um ein in sich geschlossenes und durchgehend fesselndes Werk handelt, möchte ich stellvertretend für die verschiedenen Stilrichtungen das von ERIC MARTIN intonierte "My Dear Son" und "You Be Free", das mit einer unglaublichen Grazie von Liv Kristine (LEAVES' EYES/ ex-THEATRE OF TRAGEDY) eingehaucht wurde, sowie den filigran-treibenden Rocker "Fight Again" (Mark Boals) als Anspieltipps aufführen. Also nehmt euch Zeit und lasst euch in den nächsten 80 min von DANIELE LIVERANI & Co. durch seine unfassbare Traumwelt führen. Ich bin nur gespannt, wie der "kleine" Italiener dieses Meisterwerk noch toppen möchte.

Sonny

Trackliste: 1. He Will Die - 2. Playing In Their Dreams - 3. You Won’t Escape - 4. Valley - 5. Beware - 6. My Dear Son - 7. What He Has To Say - 8. All My Fault - 9. To Be Free - 10. Fight Again - 11. Far Away From Here

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über DANIELE LIVERANI:
DANIELE LIVERANI'S GENIUS/ Episode 3: The Final Surprise
KHYMERA/ A New Promise (Earcatcher/ December 2005)
DANIELE LIVERANI/
Daily Traum
EMPTY TREMOR/ The Alien Inside
DANIELE LIVERANI'S GENIUS/ Ep. 1: A Human Into Dreams’ World


DANIELE LIVERANI/ Daily Traum (re-release)
  • Band: Daniele Liverani
  • Albumtitel: Daily Trauma
  • Spielzeit: 74:29 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Daniele Liverani's Genius, Steve Vai, Joe Satriani
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Im Zuge der Veröffentlichung des zweiten Teil von DANIELE LIVERANI'S GENIUS-Rock Oper kommt nun endlich auch "Daily Trauma", das der Italiener bereits 1998 gemeinsam mit Drummer Dario Ciccioni aufgenommen hat, zu Veröffentlichungsehren. Obwohl es sich hierbei um ein lupenreines Instrumental Rock-Album handelt, muss man "Daily Trauma" wohl als Mutter der eingangs erwähnten Rock-Oper benennen, denn das Konzept von GENIUS beruht auf dieser experimentellen, aber auch äußerst hörenswerten Scheibe. Auf "Daily Trauma" kommen nicht nur die Anhänger edelster progressiver ("Dream League Raid") und melodischer ("The Angel And The Sentence") Rock-Klänge, sondern auch Freunde "verrückter" Gitarrenspielereien a la STEVE VAI ("Happy Train", "Twin Spirits"), voll auf ihre Kosten. Unter den 18 Tracks verbergen sich aber auch etliche Geschwindigkeitsräusche (z. B. "Race Against Time"), symphonische Kabinettstückchen ("Toy Warehouse") und extrem gefühlvolle Stimmungsbilder der Marke JOE SATRIANI ("I Will Try"), die in diesem 75min Kunstwerk für die nötige Abwechslung sorgen. Sollten euch die Herren VAI und SATRIANI zu abgehoben bzw. zu balladesk sein, dann seid ihr bei DANIELE LIVERANI richtig aufgehoben, denn der italienische Ausnahmemusiker, der auch hier sämtliche Keyboards- und Bass-Part eingespielt hat, bewegt sich sehr gekonnt zwischen beiden Extremen. Eine äußerst interessante und sinnvolle Ergänzung zur GENIUS-Trilogie, zumal "Daily Trauma" als Midprice-Release in die Läden kommt.

Sonny

Trackliste: 1. Kingdom Gate - 2. Happy Train - 3. Twin Spirit - 4. Wild Tribe - 5. The Angel And The Sentence - 6. Dream League Raid - 7. Perpetual Gratitude - 8. Time To Leave - 9. Odd Valley - 10. At The Sultan Castle - 11. Sweet Lady - 12. Underground - 13. #33 - 14. Reace Against Time - 15. Toy Warehouse Rescue - 16. I Will Try - 17. Sad Train - 18. Daily Trauma

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über DANIELE LIVERANI:
DANIELE LIVERANI'S GENIUS/ Episode 3: The Final Surprise
KHYMERA/ A New Promise (Earcatcher/ December 2005)
DANIELE LIVERANI'S GENIUS/
Episode 2: In Search Of The Little Prince
EMPTY TREMOR/ The Alien Inside
DANIELE LIVERANI'S GENIUS/ Ep. 1: A Human Into Dreams’ World


4LYN/ Take It As A Compliment
  • Band: 4Lyn
  • Albumtitel: Take It As A Compliment
  • Spielzeit: 41:45 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Edel Records
  • Vergleichbare Bands: Limp Bizkit, U2, Ozzy Osbourne
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Charteinstieg: 07.06.2004 Platz Nr. 45
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Eigentlich hielt ich Nu Metal für eine Modeerscheinung, die genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwindet wie sie aufgetaucht ist. Zumal mich das nervige und zigmal wiederholte "... this doesn't feels nice... the doesn't feel good" des eintönig-kreischenden Openers "Train" in meiner Meinung bestätigt und ich folglich "Take It As A Compliment" gleich wieder aus dem Rotationsschacht meines Players verbannen wollte. - "Doch halt!"... denn das folgende "Drama Queen", das sich wie eine Melange aus OZZY OSBOURNE meets Nu Metal anhört, hält mich davon ab die Auswurf-Taste zu betätigen und beim folgenden "Kisses Of A Strobelight", das mit tollen Melodielinien und einem extrem eingängigen Chorus aufwartet, ertappe ich mich sogar schon beim Mitwippen. Das melodische - fast naive - "Eobane" und das sphärische "Syndrome", das mit einem Mördergroove ausgestattet ist, verbreiten verdammt gute Laune und haben sogar das Potenzial zum Tanzflächenfüller. Fazit: Die Hamburger scheinen mit der guten Mixtur aus moderner Härte, zeitgemäßen Effekten und Melodien, die gitarrentechnisch stellenweise an die früheren U2 erinnern, sowie einprägsamen Refrains und wohldosierten Rap-Vocals, ihr eigenes Ding gefunden zu haben. Man könnte ja fast zum Nu Metal-Freak werden ;-)

Trackliste: 1. Train - 2. Drama Queen - 3. Kisses Of Strobelight - 4. Incomplete - 5. Chicken Song - 6. Knukkohed - 7. Eobane - 8. Syndrome - 9. S.T.C. (Shoot Them Canons) feat. CURSE - 10. Take It As A Compliment - 11. Stay Different - 12. The Good Life Period

Thanks to Dominic @ Rodeostar


LEAF/ Circle Of Ways
  • Band: Leaf
  • Albumtitel: Circle Of Ways
  • Spielzeit: 47:07 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Nickelback meets HIM on Grunge
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Diese Band entstand durch eine Auftragsarbeit der Songwriter Jamie Scholz (Vocals) und Timo Brauwers (Gitarre) für den Kurzfilm "Das Amulett" (2000). Aber schon während der Aufnahme entwickelte sich das Projekt zu einer richtigen Band und das Ergebnis auf ihrem Debüt kann sich wirklich hören lassen. Die 11 Songs (inkl. 2 Song-Intros) auf "Circle Of Ways" sind eine wohlklingende Kombination aus dem modernen Riffing und Gesang der Marke NICKELBACK ("Breakable") verbunden mit der Mystik von HIM oder SISTER OF MERCY und einer nicht unerheblichen Portion 90er Grunge. Einerseits klingen LEAF äußerst verspielt ("Floatin"), andererseits zeigen die Shout-/ Screaming-Parts bei Songs wie "Thank You" und dem SISTER OF MERCY-Cover "Temple Of Love" die düstere und aggressive Seite der Band. Es soll hier aber jetzt nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Mönchengladbacher keinen Wert auf sanfte Melodien legen, denn mit "Not Enough", das ganz nebenbei ordentlich groovt, und "Stolen Childhood" treten sie vehement den Gegenbeweis an. Obwohl die Musikrichtung von LEAF nicht ganz meiner Marschrichtung entspricht, möchte ich bei diesem Album doch von einem durchaus gelungenen Debüt sprechen. Fans der oben genannten Bands dürften sicherlich ihre Freude an "Circle Of Ways" haben.

Sonny

Trackliste: 1. Impressions - 2. Breakable - 3. Circle Of Ways - 4. Swimming - 5. 81 - 6. Floatin - 7. Burned Eyes - 8. Changin - 9. Not Enough - 10. Stolen Childhood - 11- Thank You - 12. Inside Me - 13. Temple Of Love

Thanks to Claudia @ Locomotive Music


PREDATOR/ Predator
  • Band: Predator
  • Albumtitel: Predator
  • Spielzeit: 46:20 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Remedy Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Primal Fear, Judas Priest, Helloween
  • Veröffentlichung: 24.05.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Als Neuling in deutschen Metal-Gewässern kann man PREDATOR gerade nicht mehr bezeichnen, denn die Band um Sänger Marko Osterholz hat unter dem Banner STORMBLADE mit vier recht ansprechenden Eigenproduktionen im metallischen Underground schon einige Achtungserfolge einfahren können. Nach einigen Lineup-Wechseln hat man 2002 mit der Hamburger Plattenfirma Remedy Records im Rücken unter dem Namen PREDATOR einen Neuanfang gewagt. Das Ergebnis präsentiert uns der Fünfer in Form von 10 traditionellen Metal-Happen, die irgendwo in der Schnittmenge zwischen PRIMAL FEAR (Titeltrack/ "Waiting Forever") und den Metalgöttern JUDAS PRIEST anzusiedeln sind. Aber gelegentlich blitzen auch Elemente a la HELLOWEEN und MOONSPELL durch. Während man sich mit dem melodisch-sphärischen "Escape From Nowhere" oder den rasanten Gitarreneinlagen beim Finisher "Night Of the Witches" doch ziemlich eindeutig an den Hamburger Vorbildern orientiert, ist man bei der Mitsing-Hymne "Coming Home" noch einen Schritt weitergegangen und bringt stellenweise die coole Düsternis der Portugiesen ins Spiel. Das ruhige "Dream's Assassin" hingegen hätte bestimmt auch auf einer der letzten AXXIS-Scheiben stehen können, was nicht zuletzt dem sehr variablem Organ von Herrn Holzmann zuzuschreiben ist. Im ersten Moment erinnert er an Brian Ross (BLITZKRIEG) oder Ralf Scheepers, aber in den düsteren und ruhigen Parts lassen sich auch Parallelen zu Fernando Ribeiro bzw. Bernhard Weiß ziehen. Zwar sind die PREDATOR noch einige Ecken von genannten Bands entfernt, aber die deutsche Metal-Szene ist wieder um einen recht hoffnungsvollen Act reicher geworden. Mal sehen, wie sich die "Plünderer" weiterentwickeln :-)

Sonny

Trackliste: 1. Predator - 2. Addicted To Pain - 3. Hollow Words - 4. Buried Alive - 5. Coming Home - 6. Dreams Assassin - 7. Escape From Nowhere - 8. Outlaw - 9. Waiting Forever - 10. Night Of The Witches

Thanks to Jan @ Sure Shot Worx


STAMPEDE QUEEN/ A Night At The Cockfights
  • Band: Stampede Queen
  • Albumtitel: A Night At The Cockfights
  • Spielzeit: 59:10 min
  • Plattenfirma: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: Rhino Buckett, Kiss (mit Gene Simmons an den Vocals)
  • Veröffentlichung: 18.05.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mit "A Night At The Cockfights" vermochten STAMPADE QUEEN zumindest schon einmal den bislang coolsten Albumtitel des laufenden Jahres zu verbuchen - umso erfreulicher, dass die dargebotene Mucke der US-Amerikaner die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Sich stilistisch dem bluesgeschwängerten Riff Rock a la RHINO BUCKET oder THE POOR verschreibend, rock 'n' rotzen sich STAMPADE QUEEN durch die nächste knappe Stunde, und bleiben hierbei stets dem Motto ihres Openers "Never Turn Your Back On Rock 'N' Roll" treu. Besonders erwähnenswert erscheint mir die Tatsache, dass der Sänger der Formation wie der Zwillingsbruder von Gene Simmons klingt. - Wer's nicht glaubt, sollte unbedingt Titel wie "Woman In A Fast Car", "Get Upv oder "Dee Dee Dominatorv antesten. Vor allem letztgenannter Song erinnert im Refrain ungemein an "Plaster Caster" und glänzt dennoch durch eine gehörige Portion Eigenständigkeit. Einzelne Anspieltipps zu erwähnen ist bei "A Night At The Cockfights" schwer wie lange nicht mehr, da die CD mit jedem Hördurchgang besser wird und sich die Songs förmlich im Gehör "fest-grooven". Trotzdem sind meine absoluten Faves "Mister Saturday Night" und "Get Up" ("...I love the ladies - in my mercedes, they drive me crazy ..."), dicht gefolgt vom flotten "Daisy Mae" und dem bluesigen "Wet Velvet". Hier stimmt einfach alles: die Gitarren rocken, die Drums haben Druck, die Songs zünden und die Texte triefen vor Klischees. Gerne einmal würde ich die "Königlichen" live in einem kleinem Club sehen... jede Wette, dass die Bude brennt... Eine erfrischend retro-klingende CD, die gar nicht erst versucht auf moderne Trends zu setzen, sondern sich auf klassischen, old-school Rock 'N' Roll besinnt. Eine sehr empfehlenswerte Anschaffung - erhältlich ist der Silberling unter
www.perrisrecords.com

Florian

Trackliste: 1. Never Turn Your Back On Rock'N' Roll - 2. Woman In A Fast Car - 3. Sunshine Annie - 4. Mister Saturday Night - 5. Daisy Mae - 6. Get Up - 7. Dee Dee Dominator - 8. Freewheeler - 9. Devil's Glove 10. Wet Velvet - 11. Living On Ten 24/ 7 - 12. Stampede Queen

Thanks to Tom @ Perris Records


MOB RULES/ Among The Gods
  • Band: Mob Rules
  • Albumtitel: Amongst The Gods
  • Spielzeit: 49:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Edguy, Helloween, Stratovarius, Savatage, Ring Of Fire
  • Veröffentlichung: 17.05.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review
Dass der Wilhelmshavener Sechszylinder seit seinem tollen Debüt "Savage Land" (1999) ímmer qualitativ hochwertige Scheiben veröffentlicht hat und sich über die bisherigen Alben stetig weiterentwickelt hat, dürfte sich in der Szene wohl schon rumgesprochen haben. Aber was die Musikantenschar um Sänger Klaus Dirks auf ihrem nunmehr vierten Album "Among The Gods" abliefern, dürfte nun auch bei den hartgesottensten Kritikern für weitgeöffnete Kinnläden sorgen. Zehn symphonische Metal-Happen - wie sie dynamischer und abwechslungsreicher nicht sein könnten - werden uns hier eindrucksvoll von einer Band präsentiert, die aufgrund der immer noch bestehenden Urbesetzung bis in die Grundmauern gefestigt ist. Die tragenden Eckpfeiler bilden zweifellos das harmonisch-kraftvolle "The Mircle Dancer", die auf Bolero-Flair schwebende Ballade "New World Symphony" sowie "Ship Of Fools", welches man durchaus als kleinen Bruder von EDGUYs "The Piper Never Dies" bezeichnen kann, und die mystischen "Seven Seas", die vereinzelt Einflüsse der symphonischen BEATLES offenbaren. Auf diesen imposanten Mauerwerk thront in Form der Götterdämmerungs-Bücher 1-3 ("Black Rain", "Among The Gods" und "Arabia") ein mehr als majestätisches und würdiges Dach. Vervollkommnet wir das Meisterwerk durch Doublebass-Hymen wie "Hydrophobia" und "Meet You Heaven", die STRATOVARIUS auch recht gut zu Gesicht gestanden hätten. Fazit: Mit "Among The Gods" müsste MOB RULES eigentlich der längst wohlverdiente Durchbruch gelingen.
Noch ein Tipp für Sammler! Die Limited Edition von "Among The Gods" wartet mit einer geballten Ladung an Schmankerln auf. Die Bonus-CD enthält neben zwei verschiedenen Videoclips von "Black Rain" z. B. auch eine Cover-Version von SAVATAGEs "When I Bleed" und einige unveröffentlichte Tracks.

Sonny

Trackliste: 01. Black Rain - 02. Hydrophobia - 03. Invitation Time - 04. The Miracle Dancer - 05. Among The Gods - 06. New World Symphony - 07. Ship Of Fools - 08. Seven Seas - 09. Meet You In Heaven - 10. Arabia

Thanks to Martin @ SPV

weitere Reviews über MOB RULES:
MOB RULES/
Hollowed Be Thy Name


THE QUIREBOYS/ Well Oiled
  • Band: Quireboys
  • Albumtitel: Well Oiled
  • Spielzeit: 40:03 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Black Crowes, Rolling Stonese, Guns N' Roses, Faces, Rod Steward, Ron Wood
  • Veröffentlichung: 17.05.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mit ihrem phänomenalen Comeback "This Is Rock 'N' Roll" und ihrer letztjährigen Live-Scheibe "100% Live" haben sich Mega-Rotz-Röhre Spike und seine Spiesgesellen mehr als eindrucksvoll in der Rock 'N' Roll-Szene zurückgemeldet. Nun mischen die englischen Rock 'N' Roller mit dem heißersehnten Studio-Nachfolger "Well Oiled" die Szene ordentlich auf. Zwar braucht der gut geschmierte Nachfolger etwas länger als besagte Comeback-Scheibe um sich auf dem Weg durch Gehörgänge in den Gehirnwindungen festzusetzen, aber die QUIREBOYS sind nach wie vor ein Garant für 100%ige Rock-Mucke. Der etwas gewöhnungsbedürftige Opener "Good To See You" hat allerdings leichte Startschwierigkeiten, doch mit "Finner Stuff", das mit einer feurigen Mischung aus THE FACES und AC/DC zu begeistern weiß, oder dem endlos schmutzigen und schmissigen "Lorraine Lorraine" kommt der Rock 'N' Roll-Motor immer besser ins Laufen. Eine kurze, aber auch sehr willkommene Verschnaufpause wird dem geneigten Fan mit der ausdruckstarken Ballade "Too Familiar" geboten, bevor mit dem Stampfer "You've Got A Nerve" wieder dezent Gas gegeben wird. Spätestens mit "What's Your Name" und "The Last Fence" wird die Maschinerie wieder auf Hochtouren gebracht. Dazwischen leistet sich der Sechszylinder in Form des relaxten "Sweet As The Rain" noch eine kleine Cruising-Phase, während man mit der abschließenden 6min-Nummer fast in Southern Rock-Gefilde a la LYNYRD SKYNYRD (gemixt mit Magie von THE DOORS) abdriftet. Trotz all der eben aufgeführten Vergleiche haben die QUIREBOYS seit über 15 Jahren ihren eigenen unverkennbaren Stil kreiert. Fazit: Wo QUIREBOYS draufsteht sind unwiderruflich 100% Rock 'N' Roll drin.
Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass die QUIREBOYS nicht nur WHITESNAKE auf ihren Konzerten durch das Vereinigte Königreich begleiten, sondern Coverdale und seine weiße Schlange auch hierzulande supporten.

Sonny

Trackliste: 1. Good To See You - 2. The Finer Stuff - 3. Lorraine Lorraine - 4. Too Familiar - 5. You've Got A Nerve - 6. What's Your Name - 7. Sweet As The Rain - 8. The Last Fence - 9. Black Mariah

Thanks to Martin @ SPV

weitere Reviews über THE QUIREBOYS:
QUIREBOYS/
This Is Rock 'N' Roll


SHORTINO/ NORTHRUP/ Afterlife
  • Band: Shortino/ Northrup
  • Albumtitel: Afterlife
  • Spielzeit: 44:51 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Rough Cutt, Kingdom Come
  • Veröffentlichung: 17.05.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Es ist noch gar nicht lange her, da wurde das zum Klassiker erkorene Debüt "Back On Track" der beiden Ausnahmemusiker anlässlich des 10ten Jahrestag über das niederländische Label Shire Records wiederveröffentlicht. Jetzt, gut ein halbes Jahr später haben sich Sänger PAUL SHORTINO und der YXZ-Flitzefinger J. K. NORTHRUP nach über einer Dekade erneut zusammengetan um mit "Afterlife" neuerlich Lobeshymnen einzufahren. Angefangen vom flott-melodischen Opener "Here I Am", der ziemlich bassschwanger aus den Boxen wummert, über den erdig-rockenden Titeltrack, der bereits auf dem Sampler "MTM Music Compilation Vol. 9" zu hören war, bis hin zum schleichenden "Feel Again", das aufgrund seiner untergründigen Melancholie immer wieder an Lenny Wolf (KINGDOM COME) erinnert und southern-lastigen Stampfer "Crossfire", bringen alle Songs auf Anhieb den Funken zum Überspringen. Als weitere Highlights möchte ich das Instrumental "Mark My Words", das eine ziemlich progressive Schlagseite aufweist und gelegentliche Vergleiche zu STEVIE VAI aufkommen lässt (Well done, Mr. NORTHRUP), und das etwas bizarre "As I Fall" hervorheben. Mit der phantastischen und melancholischen Ballade "Prisoner" haben SHORTINO/ NORTHRUP einen würdigen Ausklang für eine fast perfekte Scheibe kreiert. Zwar ist "Afterlife" in der Grundessenz eine deutliche Ecke melancholischer als das Eingangs erwähnte Debüt, aber das tut der Qualität des Silberlings keinen Abbruch.

Sonny

Trackliste: 01. Here I Am 3:41 - 02. Afterlife 3:41 - 03. Like A Stone 4:13 - 04. Crazy Mind 4:30 - 05. Feel Again 4:07 - 06. Crossfire 4:02 - 07. Slave to the Feeling 4:48 - 08. Gypsy Soul 4:21 - 09. Mark My Words 3:23 - 10. As I Fall Crossfire 3:58 - 11. Prisoner 4:07

Thanks to Sebastian @ MTM Music


BEFORE THE DAWN/ 4:17 am
  • Band: Before The Dawn
  • Albumtitel: 4:17 am
  • Spielzeit: 46:52 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Sentenced, Paradise Lost (der früheren Tage), HIM
  • Veröffentlichung: 17.05.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Es ist gerade mal ein Jahr her, dass BEFORE THE DAWN mit ihrem Debüt "My Darkness" auf der Erfolgsspur von SENTENCED, der früheren PARADISE LOST oder HIM wandelte und dafür auch recht ordentliche Kritiken bei der Fachpresse einheimsen konnte. Dass es sich bei besagtem Erstling bei Leibe um keine Eintagsfliege handelte, wird spätestens durch die sehr melodische Midtempo-Nummer "Crush" und dem folgenden fett-mystischen Düsterkracher "Into You", das durch starken Kontrast zwischen Panu Willmans (klingt stellenweise wie der Prince Of Darkness OZZY OSBOURNE) klarem Gesang und Tuomas Saukkonens düsterem Gröl-Organ eine besonders kaltprickelnde Atomsphäre aufbaut, verdeutlicht. Obwohl das furchteinflößende Organ von Herrn Saukkonen des öfteren das Blut in den Adern gefrieren lässt, kommen gerade die von ihm dominierten Songs wie der Gooverhammer "The Black" melodietechnisch gesehen nicht zu kurz. Als weitere Anspieltipps drängen sich der getragen-rockende Opener "Heaven" und das abschließende Semi-Acoustic-Stück "Hiding" auf. Falls in eurer Metal-Brust ein düsteres und melodisches Gothic-Herz pochen sollte, dann dürfte "4:17 am" selbiges höchstwahrscheinlich ordentlich in Wallung bringen.

Sonny

Trackliste: 01. Heaven - 02. Seed - 03. Dreamer - 04. Fade Away - 05. Crush - 06. Into You - 07. My Room - 08. The Black - 09. Vengeance - 10. Hiding

Thanks to Claudia @ Locomotive Music

weitere Reviews über BEFORE THE DAWN:
BEFORE THE DAWN/ The Ghost


FREEDOM CALL/ Live Invasion
  • Band: Freedom Call
  • Albumtitel: Live Invasion
  • Spielzeit: CD 1: 66:57 min/ CD 2: 36:58 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Steamhammer/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Helloween, Gamma Ray
  • Veröffentlichung: 10.05.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Nach drei - mehr als ordentlichen - Studio-Alben und einigen geilen Supporter-Jobs (u. a. für HAMMERFALL, VIRGIN STEELE oder BLIND GUARDIAN) bringt die Nürnberger Metal-Institution nun ihr erstes Live-Album auf den Markt, das während der gemeinsamen Europa-Tour mit den Krefelder Vorzeige-Metallern im Frühjahr 2002 aufgezeichnet wurde. Erfreulicherweise wurde die Scheibe in heimischen Gefilden (Düsseldorf, München und Stuttgart) mitgeschnitten, sodass man sich auf deutschsprachige Ansagen von Sänger Chris Bay freuen darf (leider wirklich selten auf Live-Scheiben von deutschen Metal-Acts). Zudem müssen die Mannen um Herrn Bay und Trommeltier Dan Zimmermann bei diesen drei Konzerten in einer Wahnsinnsspiellaune gewesen sein, denn der Funke scheint wirklich von der ersten Sekunde an sofort aufs Publikum übergesprungen zu sein. So erweisen sich die Highlights der bisherigen Studio-Alben auch als wahre Live-Knüller. Angefangen von der Bandhymne "Freedom Call" und dem verspielt-stampfenden "Heart Of The Rainbow", über die abwechslungsreichen Epic-Nummern "The Quest" und "Metal Invasion", bis hin zum genialen Midtempo-Kracher "Land Of The Light" und dem lässigen Träller-Song "Hymn To The Brave", der immer irgendwie das Flair von "Top Gun" ins Spiel bringt, wissen fast alle Songs mit hochprozentigem Mitsing-Charakter zu glänzen. Obwohl die Setlist sich aus den drei bereits angesprochenen Gigs zusammensetzt, ist der Silberling nahezu aus einem Guss und widerspiegelt somit das Flair eines echten Konzertes (was heutzutage leider nicht mehr unbedingt Standart ist). Außerdem haben FREEDOM CALL noch ein besonderes Zuckerl für ihre Fans draufgepackt, denn "Live Invasion" hat die bisher nur in Frankreich und Japan veröffentlichte EP "Taragon" im Gepäck. Endlich müssen auch die Fans hierzulande nicht mehr so tief in die Tasche greifen, um an solche Perlen wie "Warriors Of Light" und "Heart Of The Brave" oder die endlose geniale Coverversion des ULTRAVOX-Smashers "Dancing With Tears In My Eyes" zu kommen. Ohne der Live-Scheibe etwas an Qualität abzusprechen, möchte ich sogar soweit gehen und behaupten, dass sich die Anschaffung von "Live Invasion" alleine wegen dieser Bonus-CD bezahlt macht, denn die Franken haben auf die ursprüngliche Trackinglist mit "Hiroshima" (WISHFUL THINKING) und "Dr. Stein" (HELLOWEEN) noch zwei Coverversionen der edelsten Sorte draufgepackt. "A great piece of Metal" der Marke "Made in Germany"... auch wenn einige böses Zungen behaupten mögen, FREEDOM CALL seien der dreisteste HELLOWEEN-Klon auf Gottes Erden ... was ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann ;-)

Sonny

Trackliste: CD 1:
1. The Spell - 2. We Are One - 3. Freedom Call - 4. Tears Of Taragon - 5. The Quest - 6. Heart Of The Rainbow - 7. Eyes Of The World - 8. Metal Invasion - 9. Land Of Light - 10. Warriors - 11. Shine On - 12. Rise Up - 13. Hymn To The Brave

CD2:
1. Warriors Of Light - 2. Dancing With Tears In My Eyes (ULTRAVOX cover) - 3. Heart Of The Brave - 4. Kingdom Come (EP Version) - 5. Tears Of Taragon (Story Version) - 6. Hiroshima (WISHFUL THINKING cover) - 7: Dr. Stein (HELLOWEEN cover)

Thanks to Julia @ SPV

weiter Reviews über FREEDOM CALL:
FREEDOM CALL/ The Circle Of Life
FREEDOM CALL/
Eternity
FREEDOM CALL/
Cyrstal Empire


BLACK LABEL SOCIETY/ Hangover Music Vol. VI
  • Band: Black Label Society
  • Albumtitel: Hangover Music Vol. VI
  • Spielzeit: 66:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Spitfire Records/ Edel
  • Vergleichbare Bands: Guns N' Roses, Ozzy Osbourne, Zucchero
  • Veröffentlichung: 10.05.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Eigentlich muss ich gestehen, dass ich mit den bisherigen BLACK LABEL SOCIETY-Veröffentlichungen nicht sonderlich viel anfangen konnte. Aber nicht so mit dem neuesten Output der Band um OZZY OSBOURNE-Klampfer Zakk Wylde, denn auf "Hangover Music Vol. VI" wird nicht brachial und kompromisslos drauflos gerockt. Vielmehr wandert der Ausnahmegitarrist annährend auf den akustischen Pfaden seines Solo-Albums "Book Of Shadows". Zwar gehen BLACK LABEL SOCIETY mit Sicherheit viel düsterer ("Queen Of Sorrow") - und stellenweise auch etwas heavier - ans Werk, aber in Nummern wie "Yesterday, Today, Tommorrow" oder "Woman Don't Cry" lodert immer wieder das Feuer von den JOHN LENNON, ELTON JOHN oder ZUCCHERO ("She Deserves A Free Ride (Val's Song)/ Wont Find It There") auf. Schon alleine für einen abwechslungreichen Opener wie "Crazy Or High" oder die explosive Halbakustic-Nummer "House Of Doom", die beide bestimmt gut auf ein GUNS N' ROSES-Album gepasst hätten, würde Mr. Egomane Axl Rose mit Sicherheit sein letztes Hemd geben. Den absoluten Höhepunkt dieser durchgehend fantastischen Produktion stellt für mich allerdings die unvergleichliche Piano-Interpretation des PROCOL HARUM-Klassikers "Whiter Shade Of Pale", in der Zack Wylde sein ganzes gesangliches Können in die Waagschale wirft und damit einmal mehr verdeutlicht, dass er nicht nur ein begnadeter Multi-Instrumentalist ist, sondern auch als Sänger eine verdammt gute Figur macht. Dass "Hangover Music Vol. VI" in punkto Coolness und Lässigkeit kaum noch zu überbieten ist, davon zeugen z. B. das extrem relaxte "Demage Is Done", das mit wunderschönen Piano- und Acoustic String-Parts für Gänsehaut-Feeling der gehobenen Klasse sorgt, oder die facettenreiche Hommage an den ALICE IN CHAINS-Fronter Layne Stanley ("Layne"). Also Leute, "Hangover Music Vol. VI" in den CD-Wechsler, Lautstärkeregler nacht rechts, Sonnenbrille aufgesetzt und bei heruntergekurbelten Fenstern lässig dem Sonnenuntergang entgegen gecruist.

Sonny

Trackliste: 1. Crazy Or High - 2. Queen Of Sorrow - 3. Steppin Stone - 4. Yesterday, Today, Tomorrow - 5. Takillya (Estyabon) - 6. Won't Find It Therre - 7. She Deserves A Free Ride (Val's Song) - 8. House Of Doom - 9. Damage Is Done - 10. Layne - 11. Woman Don't Cry - 12. No Other - 13. A Whiter Shade Of Pale - 14. Once More - 15. Fear

Thanks to Bauke @ cmm


707/ Mega Force
  • Band: 707
  • Albumtitel: Mega Force
  • Spielzeit: 59:35 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: REO Speedwagon, Foreigner
  • Veröffentlichung: 10.05.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Bei dieser Wiederveröffentlichung handelt es sich um das dritte Album der von Kevin Russel (Gitarre/ Gesang) und Jim McClarty (Drums) 1977 gegründeten Band. Zu Beginn der glorreichen 80er konnten sie mit ihrer Debüt-Single "I Could Be Good For You", "Tonite's Your Night" und dem Titeltrack der hier vorliegenden Scheiben einige Hits landen. Mit der zuletzt genannten Nummer kamen Kevin Russel & Co sogar zu Soundtrack-Ehren, denn der flotte Rocker "Mega Force" war das Titelthema zum gleichnamigen Film. Aber nicht nur der Opener strotzt mit einer ordentlichen Portion Hitpotenzial, sondern auch der abwechslungsreiche Groover "Can't Hold Back", das lockerflockige "Hello Girl" (FOREIGNER lassen grüssen) und "No Better Feeling", das gitarrentechnisch stellenweise an AC/DC erinnert, hätten damals sicher die Charts von hinten aufgerollt. Das starke Album, das dank MTM Classix nun komplett remastered erstmals auf CD veröffentlicht wird, wurde - wie es im Hause MTM mittlerweile schon gute Tradition ist - erneut mit recht ordentlichem Bonus-Material aufgewertet, das zu 50% aus Instrumentals besteht. Von diesen zusätzlichen Nummern hinterlassen besonders "Mega Force 2", das noch eine Ecke erdiger klingt als sein Vorgänger, und die Live-Version des Klassiker - trotz diverser Soundschwankungen - einen positiven Eindruck.

Sonny

Trackliste: 01. Mega Force 4:00 - 02. Can Not Hold Back 3:53 - 03. Get To You 3:35 - 04. Out Of The Dark 3:02 - 05. Hell Or High Water 3:43 - 06. We Will Last 3:19 - 07. Hello Girl 3:30 - 08. Write Again 3:23 - 09. No Better Feeling 3:15 - 10. Heartbeat 3:09 - 11. Eagle One 4:28 (unreleased bonus track) - 12. Mega Stomp 3:23 (unreleased bonus track) - 13. Mega Force 2 4:23 (unreleased bonus track) - 14. Eagle One 2 5:03 (unreleased bonus track) - 15. The Float 2:24 (unreleased bonus track) - 16. Mega Force (live) 5:07 (unreleased bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über 707:
707/
The Bridge (re-release)


STORMHAMMER/ Lord Of Darkness
  • Band: StormHammer
  • Albumtitel: Lord Of Darkness
  • Spielzeit: 62:52 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mausoleum Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Omen, Warlord, Manowar
  • Veröffentlichung: 10.05.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Wer hierzulande nach Metal US-amerikanischer Prägung sucht, der wird mit Sicherheit zu aller erst auf STORMHAMMER aufmerksam. Obwohl die Münchener schon seit 1993 aktiv sind, haben sie erst vor vier Jahren mit "Fireball" ihr herzerfrischendes Debüt veröffentlicht. Während der Erstling noch von ETERNAL FLAME-Kopf Michael Schinkel eingesungen wurde, hat man den nicht minderschlechten Nachfolger "Cold Desert Moon" mit Tommy Lion (ex-DRIFTER) aufgenommen. Zwar hat sich für den mittlerweile dritten Longplayer das Besetzungskarussell erneut gedreht, aber mit Drummer Chris Widmann hat man einen Schlagzeuger gefunden, der sich nicht nur verdammt gut ins Bandgefüge passt, sondern mit seiner unbeschwerten und treibenden Spielart dem Bandsound den letzten Kick verpasst. Auf "Lord Of Darkness" werden stiltechnisch keine neuen Impulse gesetzt, sondern man stützt sich auf die altbekannten Stärken, die da heißen: ausdruckstarke Vocals, traditionelle und messerscharfe Riffs, eine ordentliche Portion Melodie, Doublebass-Attacken und natürlich die genre-üblichen Schlachtfeld- und Helden-Texte. Da sich das gesamte Album auf einem sehr hohen Level bewegt, fällt es richtig schwer eine bestimmt Nummer herauszuheben. Aber beim nächsten CD-Shopping solltet ihr unbedingt der Killerballade "Wise Man", dem erdbodenerschütternden Stampfer "Metal Heart" und der neuen Bandhymne "StormHammer" (MANOWAR hätten es nicht besser gekonnt) euer kampferprobtes Gehör leihen. Diese Scheibe gehört einfach zum Pflichtprogramm für jeden traditionsbewussten Metaller!!!

Sonny

Trackliste: 1. Living In The Dark - 2. Ace In The Hole - 3. Time Out Of Mind - 4. Lord Of Darkness - 5. Medusa's Head - 6. Cyber Mortis - 7. Gates Of Mystery - 8. Wise Man - 9. Metal Heart - 10. Shades Of Fear - 11. StormHammer - 12. Shadows Of Glory

Thanks to Alfie @ Mausoleum Records


ZUPFGEIGENHANSEL/ Miteinander (re-release) (Off Rock & Metal review/
  • Band: Zupfgeigenhansel
  • Albumtitel: Miteinander
  • Spielzeit: 45:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Pläne Records/ BMG
  • Vergleichbare Bands: gibt's die wirklich?
  • Veröffentlichung: 10.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Es ist wieder mal an der Zeit auf Rock & Metal Heaven ein nicht unbedingt Rock-kompatibles Genre zu beleuchten. Diesmal haben wir uns der deutschsprachigen Folkmusik angenommen. Eine der führenden Kräfte dieser Szene waren in den 70ern ohne Zweifel ZUPFGEIGENHANSEL, denn mit ihren drei "Volkslieder"-Alben oder den "Jiddischen Liedern" haben sie das deutsche Volkslied wieder salonfähig gemacht bzw. zur Völkerverständigung beigetragen. Zu Beginn der 80er avancierte ihr sechstes Album "Miteinander" zur Kultscheibe der Friedens- und Umweltbewegung, die dieser Tage nun endlich zum erstenmal auf CD wiederveröffentlicht wurde. Abseits vom wachsweichen Pop/ Rock-Sektor und dem von den Medien gehypten volkstümlichen "Dauer gute Laune"-Getue, haben seinerzeit die Schwaben um Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz mit ihren Interpretationen von traditionellen Liedgut und Volksweisen, sowie mit ihren selbstkritischen und zum Nachdenken anregenden Eigenkompositionen genau den Nerv der Zeit getroffen. Dass diese "alten" Töne heute noch genauso aktuell sind wie vor gut zwanzig Jahren, wiederspiegelt sich z. B. im Titeltrack, der durch die Kombination aus deutschen Text und der Musik aus der italienischen Volksweise "La Lega" eine Art Aufbruchsstimmung vermittelt, die heutzutage aufgrund unserer gesamtwirtschaftlichen Situation wirklich dringend von Nöten wäre. Während das swingend-fiedelnde "Waldfest" eine Aufforderung zur Völkerverständigung darstellt, spricht "Bella Ciao" wahrscheinlich so manchen Soldaten, der an den Brennpunkten unserer Welt seinen Dienst tut, direkt aus der Seele. Obwohl die erste Hälfte der Scheibe ziemlich nachdenkliche bzw. traurige Lieder enthält, vermittelt der beschwingte Mittelteil viel Hoffnung, die uns dann mit "Ade Zur Guten Nacht" gutbehütet einschlafen lässt, damit wir am nächsten Tag mit frischen Kräften wieder ans Werk gehen können. Eine Scheibe, wie sie nicht besser in unsere Zeit passen könnte und die ihre Haltbarkeit über Jahrzehnte hinweg bereits bewiesen hat. Da das Vinyl damals nur kurzzeitig im Handel war, dürfte diese liebevoll überarbeitete Wiederveröffentlichung auf CD ein Jubelfest für jeden Folkfan sein.

Sonny

Trackliste: 01. Herbstlied/ Bunt sind die Wälder schon [4:54] - 02. Heimatlied [4:10]  - 03. Greta [2:50] - 04. Zu Straßburg auf der Schanz [2:42] - 05. Innsbruck, ich muß dich lassen [4:18] - 06. Miteinander [3:18] - 07.Waldfest [4:22] - 08. Wann in mein Grünes Haus ich wiederkehr [4:22]  - 09. Bella Ciao [3:40] - 10.Morgenrot [3:22] - 11.Woher soll das Brot für heute kommen [3:20] - 12. Ade zur guten Nacht [3:46] 

Thanks to Jochen @ Pläne Records

weitere Reviews über ZUPFGEIGENHANSEL:
ZUPFGEIGENHANSEL/
Kein Schöner Land (re-release)(Off Rock & Metal review/ Folk-Kult!!!)


CANNED HEAT/ The Boogie House Tapes 1969 - 1999 Vol. 2
  • Band: Canned Heat
  • Albumtitel: The Boogie House Tapes 1969 - 1999 Vol. 2
  • Spielzeit: CD 1: 73:28 min/ CD 2: 78:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Ruf Records
  • Vergleichbare Bands: wir wollen doch die Götter nicht erzürnen
  • Veröffentlichung: 07.05.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Nach dem unerwartet großen Erfolg von "The Boogie House Tapes 1967 - 1976" haben "Dr. Boogie" Walter De Paduwa, seines Zeichens Radiolegende und Blueshistoriker, und CANNED HEAT-Schlagzeuger Adolfo "Fito" de la Parra in ihren schier unerschöpflichen Archiven ausgiebig recherchiert und erneut eine Sammlung von Live- und Studioaufnahmen zusammengestellt. Somit ist eine Auslese von Aufnahmen zusammengekommen, die auf zwei abendfüllenden CDs - neben Werbspots ("Seven Up" Boogie/ Blues Version/ "Levi's") und lustigen VÖ-Trailern der besten Blues/ Boogie-Band aller Zeiten - auch die letzten Aufnahmen mit dem unvergessenen und leider viel zu früh verstorbenen Bandgründer, Sänger und Gitarristen Alan "Blind Owl" Wilson (R.I.P.) enthält. Auf der zweiten CD befinden sich vorwiegend Live-Tracks, die von Walter De Paduwa während der 1984er Europa-Tour, der Show im Hilton Hotel Reno/ Nevada (Mai 1986) und auf dem Konzert in Barcelona (Februar 1996) mit einem simplen Stereo-Kassettenrecorder mitgeschnitten wurden. Trotz dieses "low tec"-Verfahrens wissen die Aufnahmen mit einer überraschend guten Soundqualität zu überzeugen. Eine wirklich sehr interessante Scheibe! Allerdings dürfte das silbrige Doppeltörtchen nur für die eingefleischte CANNED HEAT-Fangemeinde, die sowieso schon sämtliche Scheiben der Boogie/ Blues-Legende bzw. "The Boogie House Tapes Vol. 1" in der heimischen Plattensammlung stehen haben, von Bedeutung sein. Allen anderen sei zum Einstieg entweder eine der zahlreichen Best Of-Compilations der Band oder die "Blues Band"-Scheibe von Ruf Records, die einige Klassiker der Band im neueren Soundgewand präsentiert, ans Herz gelegt.

Sonny

Trackliste: CD 1:
01. Struttin' That Stuff - 02. Go To Utah - 03. Hell's On Down The Road - 04. You Tease Me - 05. Something's Gotta Go - 06. Please Don't Bother Me - 07. Get Off My Back - 08. Saturday Blues - 09. Blind Melon - 10. Sloppy Drunk - 11. Death Bed Blues - 12. Sneakin' Around - 13. Get On My Airplane - 14. Wolfman's Blues - 15. Seven Up - Boogie (commercial) - 16. Seven Up - Blues (commercial) - 17. Schlitz Beer (commercial) - 18. Levi's (commercial) -19. Music City (commercial) - 20. Smokey The Bear (commercial) - 21. Living The Blues (spot) - 22. Boogie With Canned Heat (spot) - 23. Hallellujah (spot)

CD 2:
01. Red Headed Woman - 02. 24 Hours - 03. Turpentine Moan - 04. Kid Man Blues - 05. Oh Baby - 06. JJ Jump - 07. Sunnyland - 08. Built For Comfort - 09. Looking For A Party - 10. Dizzy Miss Lizzy - 11. Worried Life Blues - 12. Nitwit - 13. Gamblin' Woman - 14. Mambo Tango - 15. Quiet Woman - 16. Creole Queen - 17. A Little Time With Me

Thanks to Katrin @ Ruf Records


SCORPIONS/ Unbreakable
  • Band: Scorpions
  • Albumtitel: Unbreakable
  • Spielzeit: 22:10 min (Snippit-Promo!)
  • Plattenfirma/ Vertrieb: BMG
  • Vergleichbare Bands: The Scorpions as it's best
  • Veröffentlichung: 03.05.2004
  • Charteinstieg: 17.05.2004 Platz Nr. 04
  • weitere Platzierungen:
    24.05.2004 Platz Nr. 12 / 31.05.2004 Platz Nr. 11
    07.06.2004 Platz Nr. 31 / 14.06.2004 Platz Nr. 32
    21.06.2004 Platz Nr. 56 / 28.06.2004 Platz Nr. 63
    05.07.2004 Platz Nr. 83
  • Wiedereinstieg: 19.07.2004 Platz Nr. 100
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Insgeheim habe ich nach dem Philharmoniker- und dem Acoustic-Album schon damit gerechnet, dass sich die Hannoveraner langsam auf ihr Altenteil zurückziehen. Aber kaum ist ein halbes Jahrzehnt seit dem letzten Studio-Output "Face To Face" vergangen, da melden sich die SCORPIONS mehr als eindrucksvoll zurück. Wer jetzt aber geglaubt hat, dass sich das Quintett um Sänger Klaus Meine mit "Unbreakable" ein weiteres Weichspüler-Album aufs Kuschelrock-Volk herunterlässt, der ist hier eindeutig fehl am Platz. Zwar haben die altgedienten Rocker mit den Balladen "Maybe I Maybe You" (ein gefühlvoll eingehauchter Gänsehaut-Garant) und "She Said" wieder zwei Nummern am Start, mit der sie die Softrock-Fraktion bestens bedienen, aber das restliche Material rockt so wie schon seit seligen "Savage Amusemant"-Zeiten nicht mehr. Dass die Band noch lange nicht zum alten Eisen gehört und den Jungspunden der Szene zeigen wo der Hammer hängt, davon zeugen der Opener und Groove-Hammer "New Generation", der eingängige und erdige Stampfer "Love 'Em Or Leave 'Em" und "Deep And Dark", das in Form einer sehr facettenreichen Midtempo-Hymne um die Ecke biegt. Schwergroovende und orientalisch angehauchte Kost erwartet die Fan-Gemeide mit "Borderline", bevor mit "Blood Too Hot" ordentlich nach vorne abgerockt wird. Die perfekte Vollendung findet das richtig erdig - nahezu rotzig - produzierte Album mit der hitverdächtigen Rock-Hymne "Remember The Good Times". Diesen Titel kann man stellvertretend aufs ganze Album beziehen, denn Klaus Meine, Rudolf Schenker und Matthias Jabs jagen diesmal mit Sicherheit einem längst überholten Trend hinterher, sondern haben sich auf "Unbreakable" ihrer wahren Stärken besonnen und ein edles Stück zeitloser und griffiger Rockmusik eingeholzt, das unbestritten das Zeug zum Klassiker hat. Einfach "Unbreakable"!!!
P.S. Sammler aufgepasst! Die limitierte Ausgabe der Scheibe enthält neben einem Video und einer Gallery noch die beiden Bonus Tracks "My City My Town" und "This Time", über die ich mich hier leider nicht äußern kann, da diese auf der mir vorliegenden Snippit-Promo nicht enthalten waren.

Sonny

Trackliste: 1. New Generation - 2. Love 'Em Or Leave 'Em - 3. Deep And Dark - 4. Borderline - 5. Blood Too Hot - 6. Maybe I Maybe You - 7. Someday Is Now - 8. Through My Eyes - 9. Can You Feel It - 10. She Said - 11. Remember The Good Times

Thanks to Rosie @ BMG München


OVER THE EDGE feat. MICKEY THOMAS/ Over The Edge
  • Band: Over The Edge feat. Mickey Thomas
  • Albumtitel: Over The Edge
  • Spielzeit: 47:08 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Starship, Journey, Frontline, John Waite, Stan Bush
  • Veröffentlichung: 03.05.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Mickey Thomas dürfte den Mid-Dreißigern unter uns eigentlich keine unbekannte Größe sein, denn schließlich hat uns der einstige STARSHIP-Sänger mit den Hits wie "We Built This City", der Mega-Ballade "Sara" und "Nothing's Gonna Stop Us Know" so manche romantische Stunde unserer Jungendzeit versüßt. Jetzt, fast 20 Jahre nach der Glanzzeit von STARSHIP kehrt der ausdrucksstarke Sänger an der Seite von Top-Musikern wie Neal Schon (JOURNEY/ "Surrender"), RICHIE KOTZEN ("The Man In Between") und Steve Lukather (TOTO/ "Forest For The Trees") in Form des hier vorliegenden OVER THE EDGE-Projekts zu. Als wären die Jahre spurlos an ihm vorübergegangen, interpretiert Mickey Thomas zehn Melodic Rock-Perlen, die u. a. von Jake Blades (NIGHT RANGER), dem JOURNEY-Duo Neal Schon und Jonathan Cain oder seinem ehemaligen STARSHIP-Kumpel Steven Cristol verfasst wurden, in gewohnt ergreifender und eindrucksvoller Manier. Songs wie der eröffnende und recht munter drauflosrockende Titeltrack oder der geniale Stampfer "Surrender" dürften bei den Fans von JOURNEY zu endlosen O(h)rgasmen führen. Aber auch die gedämpfteren Nummern - allem voran die Kuschelhymne "Eyes Wide Open" - machen vor Gänsehaut-Attacken keinen Halt. Mit "Turn Away" hat das von Fabrizo V. Zee Grossi produzierte Projekt einen Song am Start, der mit reichlich JOHN WAITEschen Charme ausgestattet ist und mit ein bisschen Glück durchaus das Zeug zum Hit hat. Konnte ich noch mit dem VERTIGO-Projekt (feat. Joseph Williams/ ex-TOTO) von Senore Grossi - gelinde gesagt - nicht viel anfangen, so überrascht mich die bestechende Qualität und die Frische von OVER THE EDGE ungemein. Fazit: "Over The Edge" ist ein Album, das eigentlich den Titel "Over The Top" verdient hätte.

Sonny

Trackliste: 1. Over The Edge - 2. One World - 3. Thief - 4. Surrender - 5. Eyes Wide Open - 6. Forest For The Trees - 7. The Man In Between - 8. Cover Me - 9. Turn Away - 10. Glory Day – Bonus multimedia track: One World (Video); Mickey Thomas video interview

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


MEMORIZED DREAMS/ Theater Of Life
  • Band: Memorized Dreams
  • Albumtitel: Theater Of Life
  • Spielzeit: 40:35 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Sound Riot Records/ Twilight
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 03.05.2004
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Normalerweise habe ich für Bands, die dem Melodic Power Metal verfallen sind, eine besondere Vorliebe, aber aufgrund der unüberschaubaren Veröffentlichungsflut auf diesem Sektor wird es immer schwieriger sich die besten Bands herauszupicken. MEMORIZED DREAMS sind eine 7köpfige Band aus Norwegen, die versucht in diesem Band-Dickicht Fuß zu fassen. Dieses Vorhaben gelingt der Band um Gründer/ Gitarrist Kee Janson zumindest in der ersten Hälfte des Albums recht ordentlich, denn mit Nummern wie dem dramatisch-rockenden und bassschwangeren Opener "Cardinal Sin", dem treibenden "Haloes And Wings" und dem Doublebass-Knaller "Gates Of Heaven", der von Olaf Heyer (DIONYSUS/ LUCA TURILLI) gesangtechnisch veredelt wurde, wissen die Norweger durchaus ein paar Glanzpunkte zu setzen. Doch mit Beginn der etwas inspirationslosen Ballade "Sea Of Oblivion" schmilzt der Qualitäts- und Überraschungslevel unaufhaltsam gegen Null. Bei "Revelating Paradise" und der Midtempo-Nummer "Light Above All" kann man - aufgrund der desaströsen Gesangleistung Terje Haroy - fast von Totalausfällen sprechen. Sollte die Band in der Lage sein, die Qualität der ersten Nummern auf ein ganzes Album auszuweiten, dann werden wir mit Sicherheit noch des Öfteren von der Band hören. - Anderenfalls dürfte die Band im belanglosen Melodic Power Metal-Sumpf untergehen.

Sonny

Trackliste: 1. Welcome To The Theater - 2. Cardinal Sin - 3. Haloes And Wings - 4. Gates Of Heaven - 5. Sea Of Oblivion - 6. Neverland - 7. Revelating Paradise - 8. Light Above All - 9. Crimson Dream

Thanks to Luis @ Sound Riot Records


WHITE SKULL/ The XIII Skull
  • Band: White Skull
  • Albumtitel: The XIII Skull
  • Spielzeit: 59:27 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Rhapsody, Manowar, Helloween
  • Veröffentlichung: 03.05.2004
  • Wertung: 5,5/ 10

Review:
Obwohl sich WHITE SKULL in etwa genauso lange wie RHAPSODY im großen Italian Hollywood Metal-Teich tummeln, konnten sie bisher nicht annähernd an den Erfolgen und die Qualität ihrer allseits bekannten Landsmänner heranriechen. An diesem Umstand wird wohl auch der mittlerweile sechste Longplayer "The VIII Skull" nicht viel ändern können. Nach einem nicht gerade prickelnden 2min-Intro beginnt man zwar mit "The Union" instrumentaltechnisch ziemlich eindrucksvoll, aber spätestens mit dem Einsetzen des kreischenden und schrägen Organs von Gustavo "Gus" Adrian Gabarro stellt es dem Verfasser dieser Zeilen die Nackenhaare auf. Darauf folgt mit der Hymne "Top Secret", die sich mit einem simplen und eingängigen Refrain durch die Gehörwindungen bohrt, eines der spärlich gesäten Highlights. Auch das bassschwangere "Last Navigation" und das speedige "The Skulls" lassen sich mit MANOWARschen bzw. HELLOWEENschen Passagen noch relativ gut verdauen, aber stellenweise ist der extrem akzentuierte Gesang von Gus ist kaum noch zu ertragen. Als relativ hörenswert entpuppen sich auch das abwechslungsreiche 71/2 min-Epos "Power Of Blood" (erinnert mich stellenweise an IRON MAIDEN) und ganz nett arrangierte Powerballade "I Wanna Fly Away". Wie gesagt, vom instrumentalen Können her haben es die Italiener wirklich voll drauf, aber der Schwachpunkt liegt - wie auch schon beim Vorgänger "The Dark Age" - unbestritten im äußerst gewöhnungsbedürftigen Gesang. Mit der Trennung von Sängerin Federica De Boni (2001) nach dem Meisterwerk "Public Glory, Secret Agony" haben WHITE SKULL auch jede Menge Charisma eingebüßt.

Sonny

Trackliste: 1. Space Invaders (intro) - 2. The Union - 3. Top Secret - 4. Last Navigator - 5. The Skulls - 6. Missing Link - 7. Creature Of The Abyss - 8. Power And Blood - 9. Perfect Design - 10. The Observers - 11. Mothman Prophecies - 12. I Wanna Fly Away

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


LIONSHEART/ Abyss
  • Band: Lionsheart
  • Albumtitel: Abyss
  • Spielzeit: 50:29 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: NWOBHM meets Bonfire
  • Veröffentlichung: 03.05.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Nach über sechs Jahren Pause meldet sich die britische Band um Sänger Steve Grimmett zurück. Aber wie schon seinerzeit mit "Under Fire" (1998), habe ich auch mit dem Neuling "Abyss" so meine Schwierigkeiten, denn trotz selbstauferlegter Dauerrotation finde ich nicht den kompletten Zugang zu diesem Album. Zwar beginnen LIONSHEART mit dem Uptempo-Rocker "Screaming" und dem fetzig rockenden "Nightmare" ganz schwung- und hoffnungsvoll, aber schon mit dem leicht doomlastigen "All I Got" und "How Can I Tell You", das trotz seiner recht fetten Grooves etwas schwerfällig daherpoltert, beginnt die musikalische Achterbahnfahrt. Die Höhepunkte dieser Berg- und Talfahrt sind eindeutig die Ballade "I Need Love" und die spannungsgeladene Halbakustik-Nummer "If You Cut Me", das wie die meisten Songs eine ziemlich deutliche BONFIRE-Schlagseite aufweißt - nur eben mit dem kleinen Unterschied, dass LIONSHEART eine Ecke härter ans Werk gehen. Bei "Abyss" von einer Enttäuschung zu sprechen wäre extrem übertrieben, aber von einem Meisterwerk wie dem selbstbetitelten Erstwerk und dem Nachfolger "Pride In Tact" ist das Quartett ein Stück weit entfernt. Unterm Strich bleibt ein Album, das die Fans der Band wohl nicht enttäuschen dürfte!

Sonny

Trackliste: 1. Screaming - 2. Nightmare - 3. All I Got - 4. I Need Love - 5. How Can I Tell You? - 6. I'm Alive - 7. Don't Waste My Time - 8. If You Cut Me - 9. Save Me - 10. Witchcraft - 11. How Long? - 12. Abyss

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


B.O.S.S./ Moidl As Pentling (Maxi-Single)
  • Band: b.o.s.s.
  • Albumtitel: Moidl As Pentling (Maxi-Single)
  • Spielzeit: 18:14 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: die ruhigen und besinnlichen Moment von Bruce Springsteen
  • Veröffentlichung: ??.05.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Für ihrer Maxi-Single hat sich das Duo aus Regensburg nicht nur den RVB-Busfahrerchor (!) (Titeltrack), sondern mit Firebirds ("Patschad Noß") auch eine Schülerband der besonderen Art (mehr Infos www.cresende.de) ins Studio geholt. Während "Moidl As Pentling" ("Mädchen Aus Pentling") – musikalisch großartig umgesetzt – ganz schüchtern und sehnsüchtig von einer unerfüllten Liebe mit einer Busfahrt-Bekanntschaft erzählt, kriecht "Patschad Noß" (Patschnass) in röhrend-bluesiger Manier von OSTBAHN-KURTI & DER CHEFPARTIE schleppend durch den Raum. Komplettiert wird der 5-Tracker mit dem hoffnungsfrohen "Eck Meiner Söl" ("Ecke Meiner Seele"), das von wunderschönen Klavierparts getragen wird, und durch das gstanzlartige Live-Intro ("Owa Wou Liegt Dancing") bzw. den –Erzählteil ("Immer Wieder Denk I dra") von "Moidl As Pentling", welche die Nummer live zu einem wahren Highlight reifen lassen dürften. Wie auch auf dem bereits besprochenen Album "Locker Langa", haben Hubert Treml & Franz Schuier auch hier scheinbar spielend den Charme des oberpfälzischen Dialekts in ein Singer/ Songwriter-Ambiente a la BRUCE SPRINGSTEEN eingebettet. Nicht umsonst steht B.O.S.S. für „brucig ogrichte singa songs“ (zu deutsch: „brucig Abgerichtete singen Lieder“)

Sonny

Trackliste: 1. Moidl As Pentling (feat. RVB-Busfahrerchor) - 2. Owa Wou Liegt Dancing? (Live - Intro zu "Moidl As Pentling) - 3. Immer Wieder Denk I dra (Live - Erzählteil in "Moidl As Pentling) - 4. Patschad Noß (feat. RVB-Busfahrerchor) - 5. Eck Meiner Söl

Thanks to Hubert @ b.o.s.s.

weitere Reviews über B.O.S.S.:
B.O.S.S./ Elvis Lebt In Untergrammelsdorf (Mundart-Tipp/ August 2006)
B.O.S.S./ Locker Langa (Mundart-Tipp/ May 2003)

Last Update: Sunday, 28. August 2005
created in January 2001 © by
Sonny