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BARBARA CLEAR/ Look Out!
  • Band: Barbara Clear
  • Albumtitel: Look Out!
  • Spielzeit: 39:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Janis Joplin, Kate Bush, Jutta Weinhold Band, (frühere) Suzanne Vega
  • Veröffentlichung: ??.04.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Pünktlich zu ihrem sagenhaften Konzert in der Münchener Olympiahalle bringt die musikalische "Ich-AG" BARBARA CLEAR mit "Look Out!" ihr sechstes Album unters Volk. Im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Alben handelt es sich bei der hier vorliegenden CD um ein Studio-Album, welches wiederum eine ausgewogene Mischung aus gekonnt in Szene gesetzten Klassikern und fesselnden Eigenkompositionen darstellt. Diesmal hat sich die Solokünstlerin solcher Perlen wie KATE BUSH' "Cloudbusting" oder "Drift Away" (im Original von Dobie Gray), das erst vor zwei Jahren als Remake mit UNCLE CRACKER erneut zu Hitehren gelangte, angenommen und ihnen mit ihrem unverkennbaren Akustik-Sound neues Leben eingehaucht. So dürfte auch ihre großartige Interpretation des DEEP PURPLE-Klassikers "When A Blind Man Cries" nicht nur die hartgesottenen Rockfans entgültig von der unbändigen Power und Energie dieser Frau überzeugen, sondern auch einen gewissen Richtie Blackmore in Verzückung versetzen. Aber auch das eigene Material weiß erneut vollends zu überzeugen, zumal Frau CLEAR mit "Die Lebenden" oder mit der kurzen, aber prägnanten Aufforderung "Steh Auf!", die stellenweise an "Where Have All The Flowers Gone" erinnert, einige Songs in ihrer Muttersprache am Start hat. Unter den deutschsprachigen Nummern befindet sich auch eine äußerst gelungene Cover-Version von BETTINA WEGNERs "Kinder (Sind Kleine Finger)". Während das Original der Berliner Liedermacherin ein leicht "aggressives" Flair verbreitet, strahlt die Interpretation der niederbayerischen Folksängerin ein sanft-nachdenkliches Ambiente aus. Mit "Caveman", das sich mit dem Schicksal der Aborigines bzw. der Indianer beschäftigt, räumt die gebürtige Bad Homburgerin erneut unterdrückten Naturvölkern einen Platz auf einem ihrer Alben ein. Das traditionelle "May Morning Drew" und der Live-Bonus Track "Mercedes Benz", der sich hinter dem Original von JANIS JOPLIN nicht zu verstecken braucht, verdeutlicht einmal mehr, dass ein ausdrucksstarkes Sangesorgan keiner instrumentalen Unterstützung bedarf. Obwohl es sich bei diesem Album nicht um einen Live-Mitschnitt handelt, kann sich der Zuhörer - aufgrund der enormen Spielfreude und Natürlichkeit des "kleinen" Energiebündels - kaum des Banns der akustischen Klänge erwehren. Einziger Wermutstropfen ist vielleicht die mit 39 min etwas zu kurz geratene Spielzeit. Aber angesichts der durchgehend hohen Qualität des Materials, darf man getrost über diesen marginalen Kritikpunkt hinwegsehen. Erdiger kann Musik wohl kaum sein!

Sonny

Trackliste: 1. The Woman In Me - 2. Die Lebenden - 3. Angel From Montgomery - 4. Cloudbusting - 5. Caveman - 6. When A Blind Man Cries - 7. Rescue Me - 8. It's Not Enough - 9. Steh Auf! - 10. May Morning Dew - 11. Kinder - 12. Strasse Zur Sonne - 13. Drift Away - 14. Mercedes Benz (Live/ Bonus Track)

Thanks to Ralph @ Clear Support

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VARIOUS ARTISTS/ Munich's Hardest Hits... Melodic Rock Is Back Vol. 5

Review:
Für die meisten Stammbesucher dürfte die Reihe "Melodic Rock Is Back" wahrscheinlich schon zum melodisch-rockenden Pflichtprogramm gehören. Der Sampler aus dem Hause MUNICH'S HARDEST HITS geht nunmehr schon in die fünfte Runde und präsentiert diesmal wieder 15 neue Bands/ Interpreten, die bisher auf "Melodic Rock Is Back Vol. 1 - 4" noch nicht zum Zuge gekommen sind. Die namhaftesten Acts dieser Ausgabe dürften wohl KEN TEMPLIN und die STATETROOPER sein. Während dem Ausnahmesänger und -produzent mit der bisher unveröffentlichten Ballade "Let Me Be The One" eine riskante Gratwanderung zwischen Rock und Latino gelungen ist, setzen die Brit-Rocker mit dem erdigen Groover "Casablanca" eine mehr als ordentliche Duftmarke, welche die Erwartungen die heißersehnte Comeback-Scheibe "The Calling" in schwindelerregende Höhen schraubt. Aber natürlich wird MUNICH'S HARDEST HITS erneut dem Ruf als hervorragende Plattform für bisher unbekannte bzw. weniger bekannte Interpreten/ Bands gerecht und verhilft Acts wie PRIOR PARK, den Schweden-Rockern DARK ILLUSION oder dem deutschen Zweimann-Projekt SAHIN feat. LUDVIK (mit dem melodischen Kracher "I Am The Cure") sowie ANDY URBECK mit ihrer Musik eine breitere Masse zu erreichen. Letzteren werden eingefleischte Kenner der bayrischen Hardrock-Szene als Sänger von HOTWIRE in Erinnerung haben. Während die Ingolstädter noch fleißig am "In The Middle Of Nowhere"-Nachfolger schrauben, hat ANDY URBECK sein erstes Solo-Album bereits in trockenen Tüchern. Zwar ist die Scheibe noch nicht im Handel, aber wenn das bisher unbetitelte Album hält, was der leicht country-angehauchte Midtempo-Stampfer "Always By My Side" verspricht, dann steht uns demnächst ein ziemlich cooles Acoustic/ Melodic Rock-Album ins Haus. Als weitere Gehörgangschmeichler erweisen sich die quirlige AOR-Hymne "Give It All" der Portugiesen NORDICA und der Ohrwurm "Light This City" (aus dem gleichnamigen Debüt) ihrer Landsmänner FAITHFULL sowie der fetzige Rocker "Poisoned Love" von BOGART'S TOUCH. Falls ihr auf eine gute Stunde vollgepackt mit Highlights aus dem AOR- und Hard Rock-Bereich nicht verzichten wollt, dann schaut einfach mal unter
www.munichshardesthits.com vorbei, denn dort gibt's die fünfte Ausgabe des beliebten Samplers wieder zum äußerst geldbeuteljuchzenden Preis von € 9,95 (+ € 2 Versand). Solltet ihr in der bedauernswerten Lage sein, noch keine Ausgabe dieser begehrten Reihe in eurer Sammlung zu haben, dann haben die Macher von MUNICH'S HARDEST HITS ein besonderes Zuckerl für euch parat: Die Ausgaben 1 - 5 gibt's zum unschlagbaren Paketpreis von sage und schreibe € 39,95 (zuzgl. € 3,50 für Versand). Welcher Melodic Rock-Fan kann da noch wiederstehen???

Sonny

Trackliste: 1. RENEGADE/ Standing Out In The Rain - 2. PRIOR PARK/ Nothin's Gonna Bring Me Down - 3. STATETROOPER/ Casablance - 4. DE ALLEN/ Hold On To The Fire - 5. JON QUINN/ Just Needed To Know - 6. DARK ILLUSION/ For Just Another Night - 7. KEN TEMPLIN/ Let Me Be The One - 8. ANDY URBECK/ Always By My Side - 9. BOGART'S TOUCH/ Poisoned Love - 10. FATAL ATTRACTION/ Stay On The Line - 11. SAHIN feat. LUDVIK/ I Am The Cure - 12. NORDICA/ Give It All - 13. FAITHFULL/ Light This City - 14. SEVEN LTD/ Wherever You Are - 15. THE IVORY TOWER PROJECT/ Burning

Thanks to Tom & Peter @ Munichs Hardest Hits

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TOBIAS BIEDERT/ Ich Möchte Popstar Sein (MCD)
  • Band: Tobias Biedert
  • Albumtitel: Ich Möchte Popstar Sein
  • Spielzeit: 14:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Die Ärzte, Lustfinger, Sportfreunde Stiller, Steinwolke
  • Veröffentlichung: ??.04.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Besuchern, die regelmäßig unsere Seite besuchen, dürfte TOBIAS BIEDERT kein Unbekannter mehr sein. Vor mehreren Monaten hatte Kollege Florian bereits sein Album "Alle Zeichen Steh'n Auf Sieg" beschrieben. Während angesprochenes Album im Alleingang von Herrn BIEDERT eingespielt wurde, ist bei der hier vorliegenden MCD eine komplette Band zugange. Den Weg, welchen der Multi-Instrumentalist und Sänger auf seinem letzten Album eingeschlagen hat, setzt auf "Ich Möchte Ein Popstar Sein" - ohne auf gängige Trends zu achten - nicht nur kompromisslos fort, sondern legt sogar noch ein ordentliches Scheit nach. Alleine die Zusammenstellung einer kompletten Band haucht dem ordentlich rockenden Material die nötige Portion Spielfreude und die Rotzigkeit ein, die ich persönlich auf der letzten Scheibe etwas vermisst habe. Mit dem Titeltrack dieser Single dürften TOBIAS BIEDERT & Co. den Rockmusikern, die sich tagtäglich den Arsch aufspielen und unbeirrbar ihren Weg gehen, total aus dem Herzen sprechen, denn hier nehmen die Jungs die ganzen gehypten Casting-Shows und deren sogenannten "Superstar" ordentlich aufs Korn (endlich hat diesen Schritt jemand gewagt :)/ Anmerk. d. Verf.). Bei diesem mächtig rotzig rockenden Song scheut sich TOBIAS BIEDERT auch nicht davor ein feuriges Flamenco-Gitarrensolo einzustreuen, was den Unterhaltungswert des Songs eindrucksvoll untermauert. Auch die drei anderen Nummern pflutschen ohne große Umwege durch die Gehörgänge und machen richtig Spaß. Egal ob man nun zu den Klängen des etwas nachdenklichen "Nur Gespielt", dem vogelfreien "Amerika" oder "Dreh Dich Nicht Um", das mich stellenweise an die härteren Momente von STEINWOLKE erinnert, abrockt. Zudem wurde der Eigenproduktion im Institut für Wohlklangforschung Hannover ein nahezu unverschämt guter Sound verpasst. Sollte es TOBIAS BIEDERT und seiner Band gelingen eine Langrille mit dieser Frische und Spielfreude einzuzocken, dann dürfte dem längst verdienten Plattendeal wohl nichts mehr im Wege stehen. Hoffentlich, denn die Jungs würden mit Sicherheit frischen Wind in die Szene bringen.

Sonny

Trackliste: 1. Ich Möchte Ein Popstar Sein - 2. Nur Gespielt - 3. Amerika - 4. Dreh Dich Nicht Um

Thanks to Tobias Biedert

weitere Reviews über TOBIAS BIEDERT:
TOBIAS BIEDERT/ Alle Zeichen Steh'n Auf Sieg
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Alle Zeichen Steh'n Auf Sieg (Demo)


METAL JAM/ The Prayer
  • Band: Metal Jam
  • Albumtitel: The Prayer
  • Spielzeit: 56:47 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Sonopress-Remo/ Just For Kicks
  • Vergleichbare Bands: lässt sich nur schwerlich eingrenzen
  • Veröffentlichung: ??.04.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Mit "The Prayer" veröffentlicht der progressive Fünfer aus Brasilien sein erstes Album. Ihr Stundengebet teilt sich auf 10 Verse auf, die stellenweise - wie z. B. beim von Gospels angehauchten und dramatisch-verspielten Titeltrack (ein Monstergroover vor dem Herren) - vor Genialität sprühen, oder wie im Falle von "Innocence" mit schauderlichen Frickel-Orgien gelegentlich an die Substanz gehen. METAL JAM musikalisch irgendwie einzugrenzen ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Während eine Nummer wie "Spoken Words" gut auf TIMO TOLKKIs "Hymne To Life" gepasst hätte, zeigt man sich bei "Hidden Secrets" von STEVE VAI beeinflusst. Anderseits huschen wieder metallische Riffs und Solos ("Regrets And Insanity") durch den Sound, sodass man annehmen könnte SAVATAGE hätten bei der Produktion Pate gestanden. Der interessanteste Track in meinen Ohren ist das Instrumental "Cancer Kills". Diese Nummer, die erneut aus der Feder von STEVE VAI stammen könnte, ist mit Xylophon-Klängen verfeinert, die sowohl Südseezauber als auch orientalisches Flair in sich tragen. Fazit: Sollten METAL JAM beim nächsten Album auf die Eingangs erwähnten Frickel-Orgien verzichten können, dürften sie mit Sicherheit nicht nur Prog-Puristen, sondern auch vielseitig interessiert Metal- und Hard Rock-Fans für sich begeistern können. Nichtsdestotrotz muss man bei "The Prayer" von einem durchaus gelungenen Debüt sprechen. Amen!
Interessierte sollten sich bei Gelegenheit unter
www.justforkicks.de umsehen.

Sonny

Trackliste: 1. Illusions - 2. Dark Omen - 3. Loneliness - 4. Innocence - 5. The Prayer - 6. Hidden Secrets - 7. Spoken Words - 8. Loneliness (Reprise) - 9. Cancer Kills (instrumental) - 10. Regrests And Insanity (Echoes)

Thanks to Nicole @ Just For Kicks Music


MACHINEGUN KELLY/ White Line Offside
  • Band: Machinegun Kelly
  • Albumtitel: White Line Offside
  • Spielzeit: 37:10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: Michael Monroe, Backyard Babies
  • Veröffentlichung: 27.04.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
MACHINEGUN KELLY scharten sich Mitte der 90er Jahre um den ehemaligen NASTY IDOLS-Sänger Andy Pierce und veröffentlichten im Jahre 1995 die rasch vergriffene CD "White Line Offside". Die Skandinavier präsentieren erstklassig dargebotenen Sleaz - Rock mit deutlich amerikanischem Einschlag, der von der Röhre Andy Pierces, knalligen Drums und punkigen Gitarren optimal in Szene gesetzt wird. Perris Records legt die Scheibe nun erstmalig als offiziellen US-Release, mit erstklassigem Sound, neu auf. Die Jungs scheinen Rock 'N' Roll noch ganz groß zu schreiben, da "White Line Offside" nicht den Ansatz einer Ballade enthält und größtenteils durchgehend rockt wie die Hölle. Der fetzige Opener "Hell Suicide" sorgt bereits für weit mehr als einen bloßen Hinhörer und erinnert angenehm an MICHAEL MONROEs "Death, Jail & Rock 'N' Roll". Wohingegen "Wild Sodom" den ein oder anderen Gedanken an die mittlerweile wohl seligen GUNS N' ROSES es zu Ihrer "Use Your Illusion"-Phase aufkommen lässt. Weitere Anspieltipps sind "Sister Sin", das trotzige "Kick Tthat Habbit" und "Crackhouse". Zugegebenermaßen ist die CD weder innovativ, noch sonderlich eigenständig ... aber sie rockt, und das ordentlich ... sollte man haben! Nähere Infos findet Ihr unter
www.perrisrecords.com.

Florian

Trackliste: 1. Hell Suicide - 2. White Line Offside - 3. Wild Sodom - 4. Crackhouse - 5. Sister Sin - 6. Bull Shit City - 7. Strange Kind Of Love - 8. Kick That Habbit - 9. Psycho Kid - 10. Looser's Garden

Thanks to Tom @ Perris Records


WICKED SENSATION/ Exceptional
  • Band: Wicked Sensation
  • Albumtitel: Exceptional
  • Spielzeit: 50:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Pink Cream 69, Domain, Victory
  • Veröffentlichung: 26.04.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Nachdem die Band bereits zwischen ihrem großartigen Demo und dem geradezu phänomenalen Debüt "Reflected" einen Sängerwechsel vollzogen haben, müssen sich die Fans sich beim Nachfolger "Exceptional" nun erneut mit einem neuen Sänger auseinandersetzen. Hatte man gerade noch das bluesgetränkte Organ von Robert Soeterboeck im Ohr, so wird man nun mit dem aggressiv-kraftvollen Gesangseinlagen von ex-VICTORY-Shouter Fernando Garcia konfrontiert. Die Stimmbänder des Herrn Garcias sind wohl auch nicht ganz unschuldig daran, dass die Produktion und das Songwriting der neuen Scheibe, an dem u. a. auch HELLOWEEN-Sänger Andi Deris beteiligt war, einen Zacken härter und rauer ausgefallen sind. Diese Weiterentwicklung zeigt sich gleich nach dem futuristischen Intro mehr als deutlich, denn mit dem Opener "Shining Light" präsentiert uns die badische Multikulti-Truppe um das Gitarren-Duo Michael Klein/ Sang Vong eine gnadenlos eingängige und fett rockende Hymne (Killer!), die sich unweigerlich in den Gehörgängen festsetzt. Mit selbigen Eigenschaften kann sich auch der folgende Stampfer "Back To My Bad" brüsten und der Kracher "We Arise" dürfte aufgrund seines simplen Chorus schnell zur live-haftigen Mitsing-Nummer der Band avancieren. Mit dem cool groovenden "Your Beat Inside My Heart" gehen WICKED SENSATIONS erstmals etwas vom Gas, um dann mit dem etwas modern ausgerichteten "The One You Love Ain't Me" wieder eine weitere Facette des neuen Bandsounds ins Rennen zu schicken. Als weitere akustische Bonbons drängen sich die Ballade "Dying With The Wind" (Gänsehaut pur!) und das speedige "My Own Mystery", welches unweigerlich Vergleiche zu DOMAIN aufwirft, sowie der verspielt groovende Finisher "Rain On Me". Obwohl "Exceptional" wirklich nicht von schlechten Eltern ist, muss ich gestehen, dass ich vom Vorgänger eine Ecke mehr angetan war. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich vortrefflich und ausführlich diskutieren.

Sonny

Trackliste: 01. Intro 0:53 - 02. Shining Light 4:27 - 03. Back To My Bed 5:11 - 04. We Arise 4:17 - 05. Your Beat Inside My Heart 4:57 - 06. The One You Love Ain`t Me 4:39 - 07. Exceptional 4:57 - 08. Kiss It Away 4:43 - 09. Dying With The Wind 5:09 - 10 Time Will Pass Me By 4:19 - 11. My Own Misery 3:27 - 12. Rain On Me 4:05

Thanks to Sebastian @ MTM Music

weitere Reviews über WICKED SENSATION:
WICKED SENSATION/
Reflected


ALYSON AVENUE/ Omega
  • Band: Alyson Avenue
  • Albumtitel: Omega
  • Spielzeit: 45:40 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: AOR Heaven/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Coastline, Heart, Robin Beck
  • Veröffentlichung: 26.04.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Softrock-Fans aufgepasst! Ihr steht auf die späteren HEART und konntet euch auch für das Debüt von COASTLINE erwärmen? Dann ist die hier vorliegende Scheibe mit Sicherheit ein verspätetes Ostergeschenk für euch. Fast vier Jahre nach ihrem abgefeierten Debüt "Presence Of Mind" kommen die Schweden um Mastermind Niclas Olsson (Keyboards, Drums) endlich mit den langersehnten Nachfolger aus den Puschen. Der Hauptsongwriter hat Anette Blyckert erneut 10 Softrock-Hymnen auf den Leib geschrieben, die eine entspannte und verträumte - Atmosphäre in sich transportieren und welche von der Ausnahmesängerin exzellent umgesetzt werden. Angefangen vom Opener "When Dreams Fall Apart", der einen wohldosierten Mix zwischen Groove-Faktor und tragenden Keyboard-Teppichen darstellt, über das vorwärtsrockende "Tonight Is All You Get" und das flockige "Do You Ever Miss My Passion", das von den Keyboards stellenweise an JOHN PARRs "St. Elmo's Fire" erinnert, bis hin zur gefühlvollen Ballade "Echoes Of My Heart", geht einfach jeder Song ohne große Umwege sofort ins Ohr. Auch die übrigen Songs stehen den genannten Nummern in punkto Qualität und Eingängigkeit nicht in geringster Weise nach. Bei diesem Album dürfte es so manchen hartgesottenen Rocker ganz warm ums Herz werden. Fans der genannten Bands können sowieso blind zugreifen. Also, der Sommer kann kommen!

Sonny

Trackliste: 1. When Dreams Fall Apart - 2. Tonight Is All You Get - 3. Perfect Love - 4. One Life One Show - 5. Do You Ever Miss My Passion - 6. Echoes Of My Heart - 7. I Still Believe - 8. I Have Been Waiting - 9. Can I Be Wrong - 10. Whenever You Need Someone

Thanks to Birgitt @ Germusica


ONKEL TOM/ Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen (EP + DVD)
  • Band: Onkel Tom Angelripper
  • Albumtitel: Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen
  • Spielzeit: CD 17:47 min/ DVD 19:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Armageddon Products/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Tom Angelripper meets Die Toten Hosen
  • Veröffentlichung: 26.04.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Als Vorboten auf die im Juli erscheinende DVD "Lieder, Die Das Leben Schreibte" veröffentlichte Tom Angelripper, seines Zeichens SODOM-Boss und Cheftrinker, vor kurzem eine spezielle EP. Neben der neuen Single "Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen" (ausgestattet mit einem typischen AC/DC-Chorus), enthält der Silberling Live-Aufnahmen (Wacken Open Air 2003) bekannter Trinklieder wie "Trink, Brüderlein Trink" oder der Hymne "Es Gibt Kein Bier Auf Hawaii", die von ONKEL TOM - auf die von ihm unverkennbar heftig-gröhlende Weise - interpretiert hat. Deshalb ist es um so verwunderlicher, dass der Titeltrack dieser MCD so wirklich gar nichts mit einer Saufhymne gemeinsam hat, sondern eher eine Verneigung vor dem leider viel zu früh verstorbenen AC/DC-Frontmanns bzw. vor dem Rock 'N' Roll (als einzig wahre Lebensphilosophie) darstellt. Die beiliegende DVD erweist sich eher als geschickt eingefädelte Werbeaktion aus dem Hause Armageddon Music, denn mit Trailern machen sie auf ihre aktuellen (z. B. das komplette Video von METALIUMs "Pain Crawles In The Night") bzw. anstehenden VÖs aufmerksam. Aber der feucht-fröhliche Video-Clip zum Titeltrack oder das Live-Video zu "Trink, Brüderlein Trink" sollten an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, denn die beiden Musik-Filmchen verbreiten richtig gut Laune. Apropos gute Laune: Da die CD eine Karaoke-Version von "Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen" enthält, besteht die Möglichkeit für alle Party-Animals kurzzeitig in die Stapfen von ONKEL TOM zu treten. In diesem Sinne... Heu, heu, heu...

Sonny

Trackliste: CD: 1. Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen - 2. Bon Scott... (Karaoke Version) - 3. Im Tiefen Keller (live Wacken 2003) - 4. Trink, Brüderlein Trink (live Wacken 2003) - 5. Es Gibt Kein Bier Auf Hawaii (live Wacken 2003)
DVD: 1. Bon Scott Hab' Ich Noch Live Gesehen (Video-Clip) - 2. Trink, Brüderlein Trink (Live-Video Wacken 2003) - 3. DVD Trailer "Lieder, Die Das Leben Schreibte" - 4. Wacken Trailer-Show

Thanks to Britta @ ICS Germany

weiter Reviews über ONKEL TOM:
ONKEL TOM/
Lieder, Die Das Leben Schreibte (DVD)


ANUBIS GATE/ Purification
  • Band: Anubis Gate
  • Albumtitel: Purification
  • Spielzeit: 51:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Crimson Glory
  • Veröffentlichung: 26.04.2004
  • Wertung: 5,5/ 10

Review:
Es gibt im Metal-Bereich immer wieder Konzeptscheiben, bei denen man auch nach zigfachen Durchläufen immer noch keinen Zugang gefunden hat. Ein Sprössling jener Art ist mit Sicherheit auch das Debüt von ANUBIS GATE. Das dänische Trio um Gitarrist/ Bassist und Keyboarder Jesper M. Jensen hat unbestritten seine musikalisch-instrumentale Qualität und der harmonisch-dunkle Gesang von Torben Askholm spricht durchaus für sich, aber irgendwie wirkt das Songwriting und die Umsetzung - trotz des vielsprechenden Konzepts beruhend auf der ägyptischen Mythologie und der Gottheit Anubis - einfach etwas zu spannungs- und überraschungslos bzw. voraussehbar. Dass in der Band wirklich ordentliches Potenzial schlummert, davon zeugen Nummern wie das getragene "The Shadow" oder das episch angelegte "Discrowned", welches innerhalb von 8 ½ min für mehr Spannung und Überraschung sorgt als das restliche Material. Zwar erinnern die Dänen des öfteren an CRIMSON GLORY (nur etwas moderner), aber sie kommen bei Weitem nicht an die Klasse der großen US-Amerikaner heran. Also kann ich mir verstellen, dass diese Scheibe wieder mal nur ein Fall für die Die Hard-Fraktion sein dürfte.

Sonny

Trackliste: 1. Hall Of Two Truths - 2. Downward Spiral - 3. Purification - 4. Hypernosis - 5. In The Comfort Of Darkness - 6. Before Anubis - 7. I, Demon - 8. The Shadow - 9. Discrowned - 10. Kingdom Of Duat

Thanks to Claudia @ Locomotive Music

weitere Reviews über ANUBIS GATE:
ANUBIS GATE/ Andromeda Unchained (Surprise Of The Month/ August 2007)
ANUBIS GATE/ A Perfect Forever


KLANG DER FAMILIE/ Total Verkommen
  • Band: Klang Der Familie
  • Albumtitel: Total Verkommen
  • Spielzeit: 44:28 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: White Room Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Rammstein, Hammerschmitt
  • Veröffentlichung: 26.04.2004
  • Wertung: 4,5/ 10

Review:
Momentan ist die Neue Deutsche Härte durch den Charterfolg von OOMPH wieder total angesagt. Dieser Musikrichtung haben sich auch die Frankfurter KLANG DER FAMILIE schon vor über 10 Jahren verschrieben. Nachdem sie mit einigen Samplerbeiträgen und der MCD "Dein Wahres Gesicht" (1999) erstmals tonträgertechnisch auf sich aufmerksam machen konnten, wollen sie nun mit ihrer Debüt-Scheibe "Total Verkommen" bzw. brutalen und aggressiven Texten die deutsche Nation erschüttern. Die musikalische Ausrichtung des Quartett liegt dabei irgendwo zwischen RAMMSTEIN, HAMMERSCHMITT und den BÖHSEN ONKELZ. Letzterer Vergleich liegt an der Tatsache, dass das Organ von Frontmann Curly dem Gesang von Kevin Russell ziemlich nahe liegt. Das war's aber dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn an die Klasse der genannten Bands kommen die Hessen bei weitem nicht heran. Zwar ist instrumententechnisch auch soweit alles noch im grünen Bereich, aber die Gesangs- bzw. Gröldarbietungen lassen besonders bei den härteren Songs sehr zu wünschen übrig. Die Stärken der Bands liegen eindeutig in den melodischeren und eingängigeren Tracks wie "Identiät", das im Chorus des öfteren an die TOTEN HOSEN erinnert, und im Monster-Groover "Die Sonne", der unbestritten das Highlight der Scheibe darstellt. Des weiteren kann man noch den Titeltrack und das EXTRABREIT-Cover "Polizisten" als Anspieltipps empfehlen, aber das restliche Material dürfte selbst die eingeschworensten NDH-Fans nicht vom Hocker reißen.

Sonny

Trackliste: 1. Total Verkommen - 2. Schneewittchen - 3. Agro Pegel - 4. Identität - 5. Der Band Des Bruders - 6. Nein Das Kanns Nicht Sein - 7. Polizisten - 8. Reinheit - 9. Die Sonne - 10. Klang Der Familie - 11. Bonusdreck

Thanks to Ralph @ Indevent Promotion


SWITCHBLADE/ Switchblade Serenade
  • Band: Switchblade
  • Albumtitel: Switchblade Serenade
  • Spielzeit: 44:10 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 23.04.2004
  • Wertung: 1/ 10

Review:
SWITCHBLADE werden von ihrem Label Perris Records in die Kategorie südstaatenmäßig angehauchter Hard-Rock-Bands a la JUNKYARD oder den FOUR HORSEMEN gesteckt, ohne allerdings auch nur annähernd deren Klasse zu erreichen. Optisch mächtig das "Bad Boys"-Image strapazierend, präsentiert sich das heftig tätowierte Quartett auf dem Cover ihrer CD "Switchblade Serenade" rein optisch als Mischung der BÖHSEN ONKELZ und ROSE TATTOO auf einem Ausflug zur "Ponta Rosa Ranch". Der Schwachpunkt von SWITCHBLADE ist bereits nach dem ersten Gesangseinsatz auszumachen ... ein "Sänger" (hahaha) mit der stimmlichen Reichweite eines Halbtons, der schlimmer klingt als Kevin Russell oder Lemmy in Ihren Anfangstagen je klangen... die künstlich in die Länge gezogenen Betonungen eines jeden Strophen-Endes (...switchblaiiiiiiid, serenaiiiiiid...) sind einfach nur unter aller Kanone und nervig ohne Ende. Dabei ist die CD in meinem Ohren rein vom instrumentalen Standpunkt her wirklich partykompatibel. Stilistisch in etwa bei Angry Anderson & Co. anzusiedeln, bieten die vorhandenen drei Musiker des Quartetts einfach gestrickten, aber effektiven Gitarrenrock, der, interpretiert von einer richtigen Frontröhre, abgehen würde wie die Hölle. Wäre da nur nicht diese scheußlich klingende Töle ... Jungs, besinnt Euch auf euer durchaus vorhandenes Potential, jagt den Kasper zum Teufel und krallt euch einen SÄNGER - dann gibt's von mir mit Sicherheit mehr als diesen kläglichen Punkt für das geile, aber fatal gesungene "Hate U". Infos zur Band findet Ihr unter www.perrisrecords.com - eine Taster in Form des Titeltracks "Switchblade Serenade" ist zudem auf dem empfehlenswerten Sampler "Hollywood Hairspray III" vertreten.

Florian

Trackliste: 1. Pumping Beat - 2. Switchblade Serenade - 3. Back Up - 4. Sentenced - 5. Smoking Stacks - 6. Tattooed - 7. Fade - 8. Down 'N' Dirty - 9. Live It Up - 10. Hate U - 11. Hot Rocking

Thanks to Tom @ Perris Records


EMPTY STORAGE/ Mortalitas
  • Band: Empty Storage
  • Albumtitel: Mortalitas
  • Spielzeit: 46:38 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: TTS Media/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Nightwish, Within Temptation, Starqueen, The Cranberries
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Der düstere Metal-Sound mit klassisch ausgebildeten Sängerinnen erfreut sich spätestens seit NIGHTWISH und Tarja Turunen größter Beliebtheit und wird deshalb auch von nicht gerade wenigen Bands - mehr oder weniger gekonnt - nachgeahmt oder kopiert. Mit "Mortalitas" meldet sich auch eine deutsche Combo namens EMPTY STORAGE in diesem Genre erstmals zu Wort, die in den letzten fünf Jahren einen ziemlich eigenständigen Bandsound kreiert hat, der irgendwo zwischen den eingangs genannten Finnen und WITHIN TEMPTATION anzusiedeln ist. Durch die Dominanz von "eigenartigen" (im positiven Sinne des Wortes) Keyboardsounds und der nicht zu leugnenden traditionellen sowie progressiven ("Respawn") Metal-Einflüsse haben sich EMPTY STORAGE eindeutig von ihren Vorbildern abgesetzt und bewegen sich somit fernab von jeglichem Kommerzdenken. Auch Ausnahmetalent Viola Ladensack wandelt nicht strickt auf klassischen Spuren, sondern zeigt sich äußerst experimentierfreudig. Während sie im ersten Moment sehr exotisch klingt und auch gelegentlich an OFRA HAZA erinnert, überrascht sie im nächsten Augenblick mit rotzig-aggressiven Parts a la Dolores O'Riordan (THE CRANBERRIES). So erweisen sich der orientalisch anmutende Opener "Lunatic Fanatic", der 70er-lastige Rocker "Dark Angel" oder das getragene "Liason With A Wolf" als wahre Ear-Candies. Meine persönlichen Highlights hören auf die Namen "Captured" und "Psalm". Während letzteres recht kantig - aber nicht minder imposant - aus den Schallwandlern schwingt, weiß das 7min-Epos durch den Kontrast von instrumentaler Härte und lieblichen Gesang zu fesseln. Auf diesem Silberling greifen instrumentale Virtuosität, songwriterischer bzw. textlicher Tiefgang und eine außergewöhnliche Gesangarbeit perfekt ineinander. Fazit: Ein nahezu atemberaubendes Debüt.

Sonny

Trackliste: 01. Lunatic Fanatic - 02. Signs Of Human Times -03. Redemption - 04. Dark Angel - 05. Liasion With A Wolf - 06. A Strorm Is Rising - 07. Captured - 08. Respawn - 09. Psalm - 10. Voice Of Deathtiny

Thanks to Sönke @ TTS Media


MIDNITE SKY/ Rock The Planet
  • Band: Midnite Sky
  • Albumtitel: Rock The Planet
  • Spielzeit: 45:25 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: TTS Media/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Hotwire, Medusa, Speed Limit, Shameless
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
MIDNITE SKY dürfte den Kennern der deutschen Underground-Szene unter dem Namen ZARDOZ durchaus bekannt sein, denn schließlich firmierte die Band über ein Jahrzehnt unter dem Namen und hat während dieser Zeit drei vielversprechende Eigenproduktionen unters Volk gebracht, bevor jedoch die Filmfirma 20th Century Fox ihre Recht an diesem Titel geltend machte und den Schwaben die Verwendung des Namens untersagte. Da der Fünfer mit seiner letzten EP "Broken Mirror" (2001) die Erwartungen an das Debüt ziemlich hochgeschraubt hatte, durfte man gespannt sein, ob die Band auch in der Lage ist diese Leistung auch auf ein full-length Album zu transportieren. Und was soll ich sagen? Nach schier unzählbaren Lauschattacken bin ich zum Ergebnis gekommen, dass sich die lange Wartezeit auf den offiziellen Erstling wirklich gelohnt hat. Egal ob man sich nun den mächtigen arschtretenden Opener/ Titeltrack und den überamtlichen Stampfer "Web Of Desire", der in den rotzigen Momenten hin wieder an SHAMELESS erinnert, oder die extrem eingängige Nummer "Bombastic Plastic" (die früheren HOTWIRE lassen grüßen) zu Gemüte führt, der Zuhörer wird unweigerlich von der unbändigen Spielfreude der Band mitgerissen. Des weiteren verleiten der schwere Groover "Go", der durch eine geniale Kombination aus ACCEPT-lastigen Riffs und FRONTLINEschen Chören ein "eigenartiges" Flair verbreitet, und der erquickende Rocker "Call My Name" zum fröhlichen Headbanging. Einzig und alleine die Ballade "Running Through The Night", die mit sämtlichen 80er Klischees protzt und stellenweise an JOHN WAITEs "Missing You" erinnert, wirkt ein bisserl kitschig. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass "Rock The Planet" bis zum finalen "Calling The Doctor" (was für ein treffender Titel für einen Rausschmeißer ;-) gnadenlos fetzt. Ein sehr ordentliches Debüt!

Sonny

Trackliste: 01. Rock The Planet (5:06) - 02. Web Of Desire ( 3:06) - 03. Let's Talk About Me (3:30) - 04. Hard As A Rock (3:40) - 05. Summer In M Heart (5:03) - 06. Goodbye To Yesterday (3:10) - 07. Bombastic Plastic (4:49) - 08. Running Through The Night (5:13) - 09. Go (3:54) - 10. Call My Name (4:25) - 11. Calling The Doctor (3:25)

Thanks to Sönke @ TTS Media

Weitere Reviews über MIDNITE SKY/ (ZARDOZ)
ZARDOZ/
Broken Mirror


STATE OF MIND/ Memory Lane
  • Band: State Of Mind
  • Albumtitel: Memory Lane
  • Spielzeit: 50:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Van Halen, Lynch Mob, Whitesnake
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Diese Scheibe hat erstmals 1995 unter dem Titel "Mother" im Land der aufgehenden Sonne das Licht erblickt. Fast 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung haben sich MTM Classix des Albums angenommen und dieses mit zwei Songs aus dem Promotion-5-Tracker "For Thoses Dreams" sowie mit zwei bisher unveröffentlichten Nummern bereichert. Aus besagtem 1993er Demo des schwedischen Sechszylinders werden dem Zuhörer mit den beiden mächtig groovenden Knallern "Mind Kind Of Live" (WHITESNAKES meets VAN HALEN) und "Up To The Top", die beide mit einem Mörder-Chorus ausgestattet sind, schon gleich zu Beginn die unbestreitbaren Highlights der Scheibe präsentiert. Auch das folgende "Carry On", welches irgendwie den Charme des COVERDALE/ PLANT-Projeks aufleben lässt, läuft noch ziemlich gut durchs Ohr, doch leider haben sich im letzten Drittel z. B. mit dem bizarren "Lair" oder grunchy "Mama" ein paar gewöhnungsbedürftige Nummern eingeschlichen. Allerdings werden die kleinen Schönheitsfehler mit dem angefunkten Rocker "Traveling Man", der im Intro und Outro kurzzeitig den Flair der BEATLES mit ins Spiel bringt, und dem anschließenden Midtempo-Stampfer "Hang Tough" gleich wieder ausgebügelt. Trotz der angesprochenen Kritikpunkte kann ich mir nicht erklären, warum die Scheibe seinerzeit im Heimatland von STATE OF MIND nicht veröffentlicht worden ist. Hier scheint die Weisheit, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt wieder mal voll zuzutreffen. Also Schweden-Freaks: Zugreifen!!!

Sonny

Trackliste: 01. My Kind Of Life (taken from DREAM THOSE DREAMS) - 02. Up On The Top (taken from DREAM THOSE DREAMS) - 03. Carry On (taken from MOTHER) - 04. Dream Those Dreams (taken from MOTHER) - 05. Empty House (taken from MOTHER) - 06. Extreme World (taken from MOTHER) - 07. Good Old Times (taken from MOTHER) - 08. Liar (taken from MOTHER) - 09. Mama (taken from MOTHER) - 10. Travelling Man (taken from MOTHER) - 11. Hang Tough (unreleased bonus track) - 12. Gypsy Rave (unreleased bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music


SPARKPLUG/ Counter Culture
  • Band: Sparkplug
  • Albumtitel: Counter Culture
  • Spielzeit: 67:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Kick Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Rolling Stones and The Doors on swinging Alternative Rock
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Gesetzt den Fall, die ROLLING STONES könnten heutzutage mit THE DOORS noch gemeinsam Sache machen und ihre Musik mit dem swingenden Charme von ROBBIE WILLIAMS("Lighthouse") in ein alternativ rockendes Jackett zwängen, dann könnte dabei in etwa der Musikstil herauskommen, dem sich die dänischen Newcomer SPARKPLUG ziemlich gekonnt widmen. Zwar wirkt dieser recht eigenwillige Stil etwas gewöhnungsbedürftig, doch Abwechslung wird auf dem Debüt des Trios großgeschrieben. Großen Anteil an diesem Facettenreichtum hat nicht zuletzt Sänger/ Gitarrist Frederik "Hot Roy Kazoo" Hansen, der stimmlich irgendwo zwischen Mick Jagger ("Combustion Chamber") und AEROSMITH-Stehaufmännchen Steven Tyler ("Morning") anzusiedeln ist. Wenn ihr meint, "Counter Culture" könnte absolut euer Ding sein, dann möchte ich das pfiffige "Hydrogen Jukebox", das flockig rockende "Wasted" und "Awake!", das trotz des lethargischen Sound a la THE DOORS mit einer gewissen Härte zu überraschen weiß, als Anspieltipps nahe legen. Zwar braucht die Scheibe einige Durchläufe bis sie sich richtig entfalten kann, aber die Fans der genannten Band dürften an SPARKPLUG ihre wahre Freude haben. Zweifellos eine sehr interessante Veröffentlichung!

Sonny

Trackliste: 1. Combustion Chamber - 2. Hydrogen Jukebox - 3. Pre Fab Life - 4. Wasted - 5. Awake! - 6. Drop Out - 7. The Greatest Thing - 8. Hypnotized - 9. Drugstore Cowboys - 10. Morning - 11. Do As I Please - 12. Lighthouse

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


MAMASWEED/ American Space Cake
  • Band: Mamasweed
  • Albumtitel: American Spoke Cake
  • Spielzeit: 53.:08 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mamasweed Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Was da nach dem ersten Durchlauf auf MAMASWEEDs Erstlings "American Spoke Cake" äußerst gewöhnungsbedürftig und strange klingt, kristallisiert sich nach mehrfachen Hinhören zu einer recht gelungenen Vermengung von grenzüberschreitenden Southern Rock und leicht angefunkten Stoner Rock, der direkt aus der Jam-Küche der Südstaaten stammen könnten. Aber das Quartett stammt weder aus den Staaten, noch aus dem Süden, sondern hat inmitten unserer Hauptstadt seine Zelte aufgeschlagen. Obwohl der Sound von MAMASWEED relativ eigenständig klingt, leuchten immer wieder die Elemente von den DOORS durch. Diese Einflüsse machen sich vor allem im 8minütigen "Small Stones", bei dem man gelegentlich in jazzige Gefilde abdriftet, und im psychedelischen Opener "Supergroove" bemerkbar. Während man für den Großteil des Materials mehrere Anläufe benötigt um Zugang zu bekommen, nisten sich das schmissig "Stop Kicking", die nachdenklich stimmende Acoustic-Nummer "Americana" und das relaxte "Caballera", das sich getragen von Streicherparts zu einem wilden Stampfer entwickelt, auf Anhieb in den Gehörwindungen ein. Mit dem abschließenden "Gumboo" kommen dann wieder die Freunde harmonischer Jam-Sessions (untermalt von Elementen a la JETHRO TULL) ordentlich auf ihre Kosten. Ein nicht alltägliches und interessantes Album!

Sonny

Trackliste: 1. Supergroove - 2. Mr. Indian Summerjam - 3. White Song - 4. X-plorer - 5. Small Stones - 6. Stop Kicking - 7. Americana - 8. Caballera - 9. Magic Music - 10. Gumboo

Thanks to Kille @ Mamasweed


THE SHITHEADZ/ Dirty Pounding Gasoline
  • Band: The Shitheadz
  • Albumtitel: Dirty Pounding Gasoline
  • Spielzeit: 50:17 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Metallica, Nickelback, Motörhead
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
THE SHITHEADZ sind ein ambitioniertes Heavy Rock-Quintett aus Mönchengladbach, das sich im Vorprogramm von ANTHRAX und MOTÖRHEAD erste Lorbeeren verdienen konnte und nun mit "Dirty Pounding Gasoline" ein ordentlich rockendes Debüt an den Start bringt. Der Silberling beherbergt zwölf Nummern, die sich allesamt zwischen Stilrichtungen wie Alternative, Rock 'N' Roll ("Motorjesus") oder Neo-Thrash (Titeltrack) abspielen und gelegentlich mal in Richtung Stoner Rock ("Supersonic") abdriften. Falls euch NICKELBACK nicht heavy und METALLICA nicht rotzig genug sein sollten, dann dürften der Kracher "Return Of The Demons" oder "The Black Days", das mit messerscharfen Riffs und Gitarrensolos nicht gerade geizt, genau das richtige Kraftfutter für euch sein. Dass die Band um Sänger Christoph Birx nicht nur kompromisslos drauflos rocken, davon zeugt die doch ziemlich hitverdächtige Ballade "Burning". Leider sind mit "Nitro" und "The Seven" auch ein paar Nummern vertreten, die stellenweise den letzten Biss vermissen lassen. Dieser Umstand ändert aber nichts an der Tatsache, dass THE SHITHEADZ mit "Dirty Pounding Gasoline" einen sehr ordentlichen Einstand feiern können.

Sonny

Trackliste: 1. Powertool - 2. Nitro - 3. Return Of The Demons - 4. Supersonic - 5. Dirty Pounding Gasoline - 6. The Black Days - 7. The Seven - 8. A New War - 9. Burning - 10. Motorjesus - 11. Unspoken - 12. Outro

Thanks to Claudia @ Locomotive Music

weitere Reviews über THE SHITHEADZ:
MOTORJESUS/ Deathrider


ZAUCE/ Iginition
  • Band: Zauce
  • Albumtitel: Ignition
  • Spielzeit: 45:33 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Kick Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Linkin Park, Creed, P.O.D.
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Normalerweise ist der sogenannte Nu Metal nicht gerade "my cup of tea", aber ein Lauschangriff am bisher "ungeliebten" Objekt tut ja nicht weh und bringt automatisch eine Erweiterung des musikalischen Horizonts mit sich. Als "Versuchskaninchen" muss in diesem Falle das Debüt von ZAUCE herhalten. Die Band kommt nicht wie die meisten ihrer bekannten Kollegen aus den USA, sondern betitelt sich als Dänemarks (!) erster Nu Metal-Act. Auf "Ignition" lässt der dynamische Vierer zwölf Nummern vom Stapel, von denen einige gut und gerne auch auf den aktuellen Scheibletten von LINKIN PARK ("White Trash"), CREED ("Long For Yesterday"/ extrem hitverdächtig) oder P.O.D ("Wonder Why") hätten stehen können. Gelegentlich schwebt aber auch der Geist von THE CURE durch den Raum, welcher sich besonders beim melodisch-druckvollen "People Unite" bemerkbar macht. Böse Zungen mögen jetzt wahrscheinlich behaupten, dass es auf diesem Album mir der vielzitierten Eigenständigkeit nicht weit her ist. Doch Songs wie das endlos groovende "Ideal" oder der vom Tempowechsel profitierende Kracher "Your Blood", in dem Sänger Stephan Mortensen doch ziemlich stark an den jungen JOHN WAITE erinnert, deuten an, dass die Jungs durchaus auch eigenes Potenzial haben. Sollte es ZAUCE aber gelingen, sich in Zukunft vermehrt auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, dann dürfte der Durchmarsch an die Spitze der Zunft nur noch eine Frage der Zeit sein. Unterm Strich bleibt ein sehr solides Debüt.

Sonny

Trackliste: 1. White Trash - 2. Flame - 3. People Unite - 4. Long For Yesterday - 5. Ideal - 6. Your Blood - 7. Wonder Why - 8. My Love - 9. Never Meant To Start It - 10. Seven - 11. Fallen Angels - 12. Wasted Time

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


THE ORDEAL/ Kings Of Pain
  • Band: The Ordeal
  • Albumtitel: Kings Of Pain
  • Spielzeit: 45:40 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mausoleum Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Rainbow, Dio, Black Sabbath, Iron Maiden (allesamt gepaart mit sehr modernen Einflüssen)
  • Veröffentlichung: 19.04.2004
  • Wertung: 6/ 10

Review:
Es gibt einfach immer wieder Scheiben, die uns Schreiberlinge nahezu an den Rand des Wahnsinns treiben. Zu diesen selbstzerfleischenden Exemplaren gehört mit Sicherheit auch das Debüt von THE ORDEAL. Einerseits ist es unüberhörbar, dass die Hannoveraner sehr vom Rock aus den 70ties beeinflusst sind, was ja bekanntlich nicht unbedingt schlecht sein muss. Aber andererseits machen sie sich mit sehr modernen und bizarren Elementen (u. a. Sprechgesang, Hardcore-Passagen, Scratch-Einlagen) viel zunichte, was sie sich zuvor mühsam aufgebaut haben. Es hat den Anschein, dass sich die Band um Sänger und Songwriter Oliver Oppermann die Vereinigung der Rockgenerationen auf die Fahne geschrieben hat, aber mit dem Ergebnis stoßen sie irgendwie beiden Parteien mächtig vor den Kopf. Was im Grunde genommen sehr schade ist, denn stellenweise weisen sie mit Nummern wie "Mirrorland", das mit tollen Tempo- und Atmosphärenwechseln zu gefallen weiß, oder die Ballade "Wings Of Angel" den Hang zur Genialität auf. Dass aber Genialität und "Wahnsinn" ziemlich nahe beieinander liegen zeigt "Aliens In Spain", das durch die Mixtur zwischen Flamenco-Parts, messerscharfen Riffs, Hardcore-Gesängen und klassischen 70ties-Elementen genauso abgespaced klingt, wie es der Titel erahnen lässt. Für meinen Geschmack ein bisserl "too much" an Abwechslung, weil diese Nummer (und auch ein paar andere) durch den Stil-Mischmasch einfach nicht in sich geschlossen wirkt. Diese Gratwanderung zwischen den verschiedensten Spielarten, auf welche sich THE ORDEAL mit "Kings Of Pain" zweifellos eingelassen hat, verdient trotz aller Kritik hohen Respekt. Denn sind nicht wir Schreiberlinge diejenigen, die von Bands immer wieder mehr Mut zum Risiko fordern? - Die vielzitierte Eigenständigkeit ist der Band gewiss, aber dieses Wagnis sollte nicht auf Kosten der Entschlossenheit eingegangen werden. Leute, die für den erwähnten Stil-Mix ein offenes Ohr haben, sollten selbiges vielleicht einmal riskieren.

Sonny

Trackliste: 1. The King Of Pain - 2. The Lion - 3. Mirrorland - 4. Chained To The Night - 5. Aliens In Spain - 6. Wings Of An Angel - 7. Unchain The Beast - 8. Did You Say You Love Me - 9. Face The Storm

Thanks to Alfie @ Mausoleum Records


HENNING PAULY/ 13 Days
  • Band: Henning Pauly
  • Albumtitel: 13 Days
  • Spielzeit: 69:57 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: ProgRock Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: zu abwechslungsreich, um nur einige Bands/ Interpreten zu nennen
  • Veröffentlichung: 12.04.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review
Bis zur Veröffentlichung des kongenialen FRAMESHIFT-Debüts "Unweaving The Rainbow" (feat. James LaBrie/ DREAM THEATER) war der deutsche Gitarrist Henning Pauly ein ziemlich unbeschriebenes Blatt für den Verfasser dieser Zeilen. Mittlerweile ist ½ Jahr vergangen und der Saitenvirtuose mit Wahlheimat in Twin Peaks/ Kalifornien steht mit seinem Solo-Album "13 Days" vor der Tür. Im Gegensatz zum eingangs erwähnten Debüt seines neuen Projektes bewegt sich der Meister diesmal nicht in progressiven Gefilden, sondern hat unter der Mithilfe elf verschiedener SängerInnen ein Gitarren Rock-Album mit 13 herzerfrischenden Songs eingespielt, das abwechslungsreicher nicht sein könnte. Während der Opener "I've Had Enough" (Jody Ashworth/ TRANS SIBERIAN ORCHESTRA), das von den Gitarren an "The Edge" von U2 erinnert, ziemlich zielstrebig nach vorne abrockt, kommt das von ADAM EVERS vorgetragene "All I Ever Wanted" aufgrund der moderngehaltenen Sprechgesang-Passagen etwas kantig - aber nicht minder schwungvoll - aus den Boxen. Melodisch-bizarr und sphärisch geht es hingegen mit "Three" (Joe Capraro/ ELSEWORTH, ENDGAM) zur Sache bevor MAYA HADDI mit dem akustisch angelegten "Forever Young" (schlichtweg genial) als erste Frau ins Geschehen von "13 Days" eingreift. Klar, kann sich der Multi-Instrumentalist seiner Vorliebe für progressive Töne nicht gänzlich erwehren und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass derartige Elemente bei Songs wie "Infrared" (Nik Guadagnoli/ FRAMESHIFT) oder "Waiting For A Revolution" gelegentlich durchblicken. Erstere erinnert im Refrain sogar des öfteren an den Evergreen "Puttin' On The Ritz" (FRED ASTAIRE oder TACO). Ein gutes Gitarren Rock-Album kommt natürlich nicht ohne eine gehörige Portion Blues und eine verfeinernde Prise Soul aus. Jene unabdinglichen Zutaten entfalten in Form "Seven" (Jason McSheehy/ ENDGAM) und "Nothing Is Forever" (VICTORIY TREVITHICK) bzw. "I Like To" (EDWARD HEPPENSTALL) ihre nahezu unbeschreiblich Magie. Als weitere Anspieltipps möchte ich euch die von Herrn Heppenstahl gefühlvoll in Szene gesetzte Acoustic-Ballade "When Kings & Queens Collide" und den abschließenden Titeltrack, der durch die Kombination von Charles Chemerys mystischem Gesang mit progressiv verkleideten Reggae-Rhythmen ein ganz besonderes Flair aufbaut. Ein weiterer großer Pluspunkt von "13 Days" ist die Tatsache, dass man beim Hören dieser Scheibe nie im Entferntesten darauf kommen könnte, es handle sich hier um ein Solo-Album eines Gitarristen. Zwar hat Herr PAULY sämtliche Gitarren sowie Bass und Banjo selbst eingespielt und lässt sich zu der ein oder anderen Solo-Einlage verleiten, aber diese spielen sich alle in einem äußerst songdienlichen Niveau ab. Zur Unterstützung in der Rhythmus-Fraktion hat er Gottlob auf einen Drum-Computer verzichtet und mit FRAMESHIFT-Kumpel Eddie Marvin einen Schlagwerker aus Fleisch und Blut mit ins Studio geholt. Angesichts der Tatsache, dass dieses Album ohne große Überlegung in sage und schreibe 13 Tagen - nur um mal schnell den Kopf freizubekommen - zwischen den Arbeiten zum zweiten CHAIN-Album bzw. der Rockoper "Babysteps" geschrieben und produziert wurde, kann man hier durchaus von einem Meisterwerk sprechen. Eine derart starke Scheibe bringen andere Musiker in einem ganzen Leben nicht zustande... Mein aufrichtiges Kompliment Herr PAULY!
PS. die "special thanks" befinden sich sozusagen als "hidden track" auf der CD anstatt in gedruckter Form im Booklet. Natürlich vorgetragen von HENNING PAULY himself! Eine nette und sehr persönliche Geste, wie ich finde!
Also meine Wenigkeit ist mächtig darauf gespannt, welche Überraschungen Herr PAULY auf dem nächsten CHAIN-Album und seiner Rockoper "Babysteps" für seine Fangemeinde parat hat
J

Sonny

Trackliste: 1. I've Had Enough - 2. All I Ever Wanted - 3. Three - 4. Forever Young - 5. I'd Like To - 6. Six - 7. Seven - 8. No Little Girl - 9. Infrared - 10. Nothing Is Forever - 11. Waiting For A Revolution - 12. When Kings And Queens Collide - 13. 13 Days

Thanks to Henning @ ProgRock Records

weitere Reviews über HENNING PAULY:
HENNING PAULY/ Babysteps (Special-Tipp/ January 2007)
HENNING PAULY/ Credit Where Credit Is Due
FRAMESHIFT/ An Absence Of Empathy
CHAIN/ Chain.exe (limited edition/ DVD)
CHAIN/
Chain.exe
FRAMESHIFT feat. James LaBrie/
Unweaving The Rainbow


WARRIOR/ The Wars Of Gods And Men
  • Band: Warrior
  • Albumtitel: The Wars Of Gods And Men
  • Spielzeit: 40:31 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Reality Entertainment/ Sony Music
  • Vergleichbare Bands: Warrior meets Running Wild und WWIII
  • Veröffentlichung: 07.04.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Es ist mir ein Rätsel, wie es Bandchef, Gitarrist und Producer Joe Floyd - trotz ständig wechselnder Sänger - immer wieder schafft, ein Hammeralbum nach dem anderen einzuzimmern. Erst hat Parramore McCarty nach dem Major-Debüt "Fighting Down The Earth" und dem etwas eigenwilligen Nachfolger "Ancient Future" die Brocken hingeschmissen und zu guter letzt haben sich auch noch bei Ausnahme-Shouter Rob Rock die Prioritäten verstärkt auf dessen Solo-Karriere verschoben. Aber Mr. Floyd hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern hat mit KROKUS-Sänger Marc Storace einen neuen Frontmann an Bord geholt, der sich nicht nur im geringsten hinter seinen Vorgängern zu verstecken braucht, sondern dem WARRIOR-Sound mit seinem extrem rauchig-rauen Gesang neuen Charme verleiht. Dabei geht Mr. Storace eine starke Ecke düsterer und noch erdiger bzw. rotziger als bei den Schweizern zu Werke und bildet somit das Sahnehäubchen auf dem saftigen Kraft-Sound von WARRIOR. Auf "The Wars Of Gods And Men" treffen ausdrucksstarke Vocals, auf die doomlastige Bratgitarre a la Joe Floyd und eine schweißtreibende Rhythmusarbeit sowie eine druckvolle Produktion mit Ecken und Kanten. Obwohl das Album ein sprudelnder Quell an Highlights ist, möchte ich euch Nummern wie den treibenden Opener/ Titeltrack, der mich stellenweise sehr an den letzten Studio-Output von RUNNIG WILD erinnert, oder das düstere Beatmonster "Never Live Your Life Again", das in den diversen Clubs für überfüllte Tanzflächen sorgen dürfte, als Appetizer empfehlen. Neben den bereits gewähnten Titeltrack gehören das magisch-orientalische "Mars" und der simple Mega-Groover "Hypocrite", der wahrscheinlich auch auf dem letzten WWIII-Album "When God Turned Away" nicht fehl am Platze gewesen wäre. Ein verdammt geiles US Metal-Album!!! Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass sich Joy Floyd fürs nächste Album nicht schon wieder nach einem neuen Sänger umschauen muss.

Sonny

Trackliste: 1. The Wars Of Gods And Men - 2. Do If Now - 3. Never Live Your Life Again - 4. Salvation - 5. Three Am Eternal - 6. Mars - 7. Unseen Forces - 8. Hypocrite - 9. Naked Aggression - 10. Love Above All

Thanks to Reality Entertaiment

weitere Reviews über WARRIOR:
WARRIOR/
Code Of Life


ZWECKINGER/ Münchner Grant (Special Tipp)
  • Band: Zweckinger
  • Albumtitel: Münchner Grant
  • Spielzeit: 56:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Planet Fruit/ BSC Music/ Rough Trade
  • Vergleichbare Bands: viu z'vui, um der Sache gerecht zu werden
  • Veröffentlichung: 05.04.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Es ist endlich mal wieder an der Zeit für einen Special-Tipp der ganz besonderen Art. Obwohl sich die Gemächer des Rock & Metal Heavens in tiefbayrischen Gefilden befinden, ist der Bayrische Mundart-Rock - mal abgesehen von der SPIDER MURPHY GANG - auf unseren Seiten bisher deutlich zu kurz gekommen. Viele unserer Besucher werden wahrscheinlich außer der SMG, vielleicht noch HAINDLING kennen, aber dann sind sie schon am Ende mit ihrem Bayrisch. Dabei gibt es einige vielversprechende Bands mehr, die das Fähnchen des bayrischen Dialekts hochhalten, aber leider nur ein Insider-Dasein fristen. Um vielleicht ein klein wenig an diesem Missstand zu ändern, möchten wir euch in regelmäßigen Abständen Bands, die singen wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, aus bayrischen Breiten vorstellen. Den Anfang macht ZWECKINGER, eine Band aus dem Münchener Umkreis, die vor kurzem ihr erstes Album "Münchner Grant" veröffentlicht hat. Schon der Opener und Titeltrack, der ein bisschen Country-Flair in sich trägt, zeigt, dass der Fünfer das Herz am rechten Fleck hat und kein Blatt vor den Mund nimmt (schönen Gruß an die Verwandtschaft ;-). Mit viel Witz und Pfiffigkeit bringen sie Tatsachen auf den Punkt, die jedem von uns schon mehr oder weniger oft widerfahren sind - wie z. B. überraschende und ungemeldete Besuche der Verwandtschaft (Titeltrack), ein mit Rechnungen, Mahnungen und Behördenschreiben überfüllter Briefkasten ("Späda Vielleicht") oder über den Morgen an einem ganz normalen Arbeitstag ("Bsondas In Da Friah"). Dabei geht die Band um Namensgeber und Drum-Drescher Miek mal a capella ("Zeit Lassn"), mal leicht swingend ("Urlaub"), mal bluesy oder fetzig und fett abrockend ("I Woas Ned") zu Werke. Während "Zeit Lassn" stellenweise stark an das Intro des TALKING HEADS-Hits "Road To Nowhere" erinnert, ruft "I Woas Ned" gelegentlich den heavy BIERMÖSL BLOSN-Kracher "Stolz Von Der Au" ins Gedächtnis. Zwischenzeitlich gehen die ZWECKINGER ein bisserl vom Gas und fordern u. a. mit der aufmunternden, stellenweise mittelalterlich angelegten "Lethargie" zum Nachdenken auf. Aber auch den klassisch-bayrischen Rock 'N' Roll ("Gscheid") oder den typischen Alpenrock ("Ned Nur Du"/ "Heid Is So Schee"), der aufgrund der eingestreuten Akkordeonparts irgendwie den Charme von HUBERT v. GOIßERN und seinen Alpinkatzen verbreitet, geben die Herren zum Besten - ohne dabei nur den geringsten Zweifel an Eigenständigkeit aufkommen zu lassen. Nein, so leicht machen es Sänger Tom und seine Bande dem Zuhörer nicht, denn sie sind nicht einfach in eine der gängigen Schubladen zu stecken. Zu facettenreich ist ihr musikalisches Repertoire, zu unterschiedlich die Einflüsse und eigenwillig ihre Arrangements. Schon allein der 10minütige "Gedankentanz" verbirgt sämtliche Stilrichtungen der Band in sich. Trotz dieser langen Spielzeit und der verschiedensten Elemente wirkt diese Nummer in keinster Weise wie ein unharmonisches Patch-Work - Im Gegenteil, die einzelnen Parts wurden so gekonnt ineinander verstrickt, sodass am Ende ein abwechslungsreiches Kunstwerk entstanden ist, das sich wie aus einem Guss präsentiert. Aber nicht nur textlich und musikalisch weiß das Material auf "Münchner Grant" voll zu überzeugen, sondern auch produktionstechnisch. So g'sehgn: a verdammt machtige Scheib'n. Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass ZWECKINGER alsbald den Insider-Status abschütteln können - verdient hätten sie es allemal.
Falls ihr jetzt auf die boarische Musi neugierig geworden seid und auf der Suche nach "Münchner Grant" beim Händler eures Vertrauens nicht fündig werdet, dann solltet ihr unbedingt mal unter
www.zweckinger.de euer Glück versuchen. Dort könnt ihr nicht nur neun der vierzehn Liadl antesten, sondern den "Münchner Grant" auch bestellen. - Es lohnt sich!

Sonny

Trackliste: 1. Münchner Grant - 2. Späda vielleicht - 3. I woas net - 4. Urlaub - 5. Bsondas in da Friah - 6. Zeit lassn - 7. Gscheid - 8. Lethargie - 9. Andi - 10. Blondes Gift - 11. Ned nur du - 12. Gedankentanz - 13. Heid is so schee - 14. Verdrahte Welt

Thanks Jaco @ Zweckinger

weitere Reviews über ZWECKINGER:
ZWECKINGER/ Metzgerei Königswieser (Mundart-Tipp/ April 2006)


CROSSFADE/ White On Blue
  • Band: Crossfade
  • Albumtitel: White On Blue
  • Spielzeit: 56:11 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Toto, Chicago, AOR
  • Veröffentlichung: 05.04.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Ich bin ja nicht unbedingt als Westcoast-Liebhaber bekannt, aber hin und wieder schafft es auch ein Scheibchen aus den seichteren Rockgefilden mein gefestigtes "Metal Heart" zu erweichen. Zu jenen äußerst seltenen Exemplaren gehört mit Sicherheit auch das Debüt von CROSSFADE. Um auch wirklich nichts falsch zu machen, haben die Schweden zwei Jahre an "White On Blue" gefeilt und das Resultat gibt ihnen recht. Herausgekommen sind dabei zehn hochmelodische Nummern, die allesamt höchstes Hitpotenzial besitzen und produktionstechnisch exzellent in Szene gesetzt sind und dieses Album zu einem unvergleichlichen Hörgenuss machen. Hinter dieser Band steckt der Gitarrist Lars Hallbäck, der sich zur Verwirklichung dieses Projekts mit einigen hochkarätigen Musikern der skandinavischen Musikszene wie z. B. STREET TALK-Goldkelchen Göran Edman, den Gebrüdern Sven (Bass/ A-HA) und Per Lindvall (Drums/ ABBA, A-HA) umgeben hat. Obwohl die gesamte Mannschaft einen verdammt guten Job abliefert, möchte ich die Gesangsleistung von Herrn Edman besonders hervorheben, denn das sanfte und gefühlvolle Material scheint voll auf seinen Leib geschneidert zu sein. Allerdings haben sich CROSSFADE nicht voll und ganz auf Westcoast versteift, sondern wandern gelegentlich auch mit einer wohldosierten Portion Groove in AORsche Gefilde ("Don't Really Matter"/ "You") ab. Als weitere sinnliche Streicheleinheiten möchte ich den 7minütigen swingenden Opener "The Day The Music Died", das smoothy "Vanity Far" und die sehr gefühlvolle Ballade "A Deeper Shade Of Love" verordnen. Definitiv ein Album, das den letzten Anflug von winterlichen Gefühlen ein hochsommerliches Flair entgegensetzt.

Sonny

Trackliste: 1. The Day The Music Died 7:33 - 2. Did You Really 5:41 - 3. Vanity Fair 5:03 - 4. Flying 5:56 - 5. A Deeper Shade Of Love 4:22 - 6. Thorns Of Life 5:00 - 7. Loving Eyes 6:33 - 8. Time 5:30 - 9. Don´t Really Matter 4:53 - 10. You 5:41

Thanks to Sebastian @ MTM Music


ECLIPSE/ Second To None
  • Band: Eclipse
  • Albumtitel: Second To None
  • Spielzeit: 40:30 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Europe, Treat mit modernen Hauptaugenmerk, neuere Talisman
  • Veröffentlichung: 05.04.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Da ich mit dem Erstling "The Truth & Little More" (2001) der Schweden gelinde gesagt nicht viel anfangen konnte, ging ich mit geringer Erwartung an den etwas überraschenden Zweitling heran. - Überraschend in zweifacher Hinsicht: Erstens hätte ich nach den schwerwiegenden Zwistigkeiten mit dem damaligen Label (*auf die Zunge beiß*) nicht mit einem erneuten Lebenszeichen der Band gerechnet und zweitens hätte ich den Stockholmern nie und nimmer zugetraut, dass sie auch noch gestärkt aus dieser misslichen Situation zurückkehren würden. Grund für den positiven Überraschungseffekt sind nicht zuletzt die Neuzugänge Magnus Ulfstedt (Drums) und Fredrik Folkare (Bass), die mitverantwortlich sind, dass "Second To None" nicht nur einen Zacken härter und moderner, sondern auch etwas düsterer ausgefallen ist als das eingangs erwähnte Debüt. Trotzdem ist bei den Herren um Sänger Erik Martensson, der stellenweise stark an EUROPE-Goldkelchen Joey Tempest ("Always Standing") erinnert, nicht das Gefühl für eingängige Melodien ins Hintertreffen geraten. Man lausche nur der düsteren Ballade "I'll Ask For You", die durch die Kombination von mega-schweren Riffs und akustischen String-Parts ein besonders melancholisches Flair verbreitet. Als weitere Ohr-Leckerlis drängen sich der melodische Groove-Hammer "All I Do", der bassschwangere Titeltrack und der radikale Kracher "Nothing Between Us", der alles enthält was man sich von einer modernen Hard Rock-Nummer erwartet: Messerscharfe Riffs, sphärisch-melodische Keyboards und fette - teilweise verzehrte - Mörder-Chöre. Eine Scheibe, die den Gütesigel "feiner Schweden-Rock" verdient.

Sonny

Trackliste: 1. Always Standing - 2. All I Do - 3. Second To None - 4. Street Of Gold - 5. I’ll Ask For You - 6. Nothing Between Us - 7. Road To Forever 8. Body And Soul - 9. Light Of Day - 10. Season of Life - 11. Better World

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


EVIL MASQUERADE/ Welcome To The Show
  • Band: Evil Masquerade
  • Albumtitel: Welcome To The Show
  • Spielzeit: 46:02 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Rhapsody, Yngwie Malmsteen, frühere Royal Hunt, stellenweise Axxis
  • Veröffentlichung: 05.04.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
STRATOVARIUS sind euch zu speedig, RHAPSODY sind euch zu bombastisch und Herr YNGWIE MALMSTEEN ist euch einen Touch zu egozentrisch? Dann dürfte das Debüt von EVIL MASQUERADE genau die richtige Marschrichtung für euch sein. Kopf dieser neuen Formation aus Dänemark ist Songwriter und Gitarrist Henrik Flyman (ex-MOAHNI MOAHNA/ ZOOL), der dem einstigen ROYAL HUNT-Sänger Henrik Brockmann zehn leicht theatralische Symphonic Metal-Hymnen auf den Leib geschneidert hat. "Welcome To The Show" beginnt mit einem genreüblen - sehr majestätischen - Intro, das gefolgt vom flott stampfenden Titeltrack sogleich den gebührenden Startschuss abgibt und mit dem neoklassischen Kraftakt "The Wind Will Rise", dem atemberaubenden Ohrwurm "Oh Harlequin" und dem getragenen "But You Were Smiling..." zu äußert ordentlichen Zwischensprints ansetzt. Trotz recht songdienlichen Verhaltens, lässt sich Herr Flyman gelegentlich zu recht eigenwilligen Solo-Ausflügen, in denen er ziemlich oft Meister Beethoven zitiert - hinreißen. Zwar bleiben EVIL MASQUERADE über die Gesamtdistanz gesehen nicht vor dem ein oder anderen leichten Durchhänger gefeit (insbesondere der recht merkwürdige Bonustrack "Badinerie"), aber trotzdem dürften sie sich mit diesem Debüt von der breiten Basis des Genres absetzen. Fans der genannten Bands können also bedenkenlos zugreifen.

Sonny

Trackliste: 1. Intro (Ride of the Vakyries/Grand Opening) - 2. Welcome To The Show - 3. The Wind Will Rise - 4. Oh Harlequin - 5. Surprises In The Dark - 6. But You Were Smiling - 7. Children of The Light - 8. Lucy The Evil - 9. Badinerie (bonus track) - 10. Deliver Us - 11. Evil Masquerade

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über EVIL MASQUERADE:
EVIL MASQUERADE/ Third Act
EVIL MASQUERADE/ Theatrical Madness


TIM DONAHUE feat. JAMES LaBRIE/ Madmen + Sinners

Review:
Nachdem Multi-Instrumentalist Tim Donahue gemeinsam mit Kelly Hansen vor knapp vier Jahren das Projekt INTO THE LIGHT ins Leben gerufen und das selbstbetitelte Debüt veröffentlicht hatte, war die Vorfreude relativ groß, doch die Scheibe konnte die hohen Erwartungen der Fangemeinde nur teilweise erfüllen. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann wird selbiges Schicksal auch Donahues neues Projekt MADMAN + SINNERS widerfahren. Bestellte er seinerzeit mit ex-HURRICANE-Shouter noch Hard Rock-Felder, so hat es den Frickelmeister diesmal in metallisch-progressive Gefilde geschlagen. Als Sänger hat er sich mit James LaBrie (DREAM THEATER) den wohl besten und meistbeschäftigtsten Mann des Faches geangelt. Trotzdem kommt der Großteil des Materials ziemlich sperrig - bisweilen sogar etwas ideen- und überraschungslos - des Weges. Die Ursache ist nicht etwa an mangelnder Ausstrahlung des Ausnahmesängers dingfest zu machen, sondern liegt eher im inspirationsarmen Songwriting und stellenweise lieblosen Gefrickle des Meisters begraben. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass das Gespann, welches von ex-EXTREME-Drummer Mike Mangini unterstützt wird, mit dem cool groovenden "The End" und der gefühlvollen Acoustic-Ballade zwei Nummern am Start hat, die mit einer ordentlichen Portion Hitpotenzial ausgestattet sind, und den abschließenden Titeltrack würde ich sogar als heimliches Highlight der Scheibe bezeichnen, aber irgendwo fehlt der Scheibe einfach der letzte Biss. Das abschließende 16min-Epos beginnt mit einem stillen Gebet, welches von Sounds a la "Zelda - Orcina of Time" begleitet wird, und mutiert über einen relaxten Acoustic-Part zu einem wahrhaften Riffmonster (Respekt Herr Donahue), das von sphärischen Keyboards getragen wird. Über den restlichen Stoff hüllen wir lieber vornehm den Mantel des Schweigens, denn der dürfte mit Sicherheit nur die Die Hard-Fraktion des Genres zufrieden stellen.

Sonny

Trackliste: 1. Million Miles - 2. Let Go - 3. My Heart Bleeds - 4. Feel My Pain - 5. Morte Et Dabo - 6. Children Of The Flame - 7. The End - 8. Wildest Dreams - 9. Master Of The Mind - 10. Madmen & Sinners

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

Last Update: Sunday, 12. December 2004
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Sonny