The Home Of ROCK & METAL HEAVEN

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UMBRA ET IMAGO/ Memento Mori
  • Band: Umbra Et Imago
  • Albumtitel: Memento Mori
  • Spielzeit: 55:19 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Spirit Production/ Indigo
  • Vergleichbare Bands: Lacrimosa meets Rammstein, Dein Schatten
  • Veröffentlichung: 23.02.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Die Gothic-Szene ist ja nicht gerade meine Leib- und Magen-Musikrichtung, aber hin und wieder erwecken manche Veröffentlichungen aus diesem Genre meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Zu jener raren Spezies darf sich nun auch die UMBRA ET IMOGA zählen, die mit "Memento Mori" mittlerweile schon ihr 10. Album veröffentlichen. Mastermind Mozart & Co. haben 12 Düsterhymnen auf das neue Album gebannt, die weder Tabus ("Der Prälat"), noch Scham ("Sweet Gwendoline") kennen und auch vor Absurditäten ("Sagt Nein") nicht halt machen. Während zuletzt genannte Nummer in ein fettes tanzbares Kostüm gekleidet wurde, besticht der Titeltrack durch die Kombination von klassischem Barock und schweren, donnernden Riffs sowie durch den Kontrast zwischen Mozarts brachial-dämonischen Gesang und den gekonnten eingeflochtenen Sopranpassagen. Als sehr interessante Nummer entpuppt sich "Schlag Mich", denn mit dieser Nummer beweist Boxweltmeisterin Regina Halmich, dass sie nicht nur eiserne Fäuste, sondern auch ein sehr hörenswertes Stimmorgan besitzt. Mit brachial-philosophischen Texten und kraftvoll-düsteren und sphärisch-melodischen Sounds bohren sich sämtliche Nummern durch die Gehörgänge um sich dann in den Sinnen und der Seele schamlos festzusetzen. Obwohl eigentlich jede Nummer ein Highlight für sich ist, möchte ich trotzdem "Stoppt Die Lügen" hervorheben. Denn erstens dürfte der Text vielen Leuten aus der Seele sprechen und zweitens würde es mich nicht wundern, wenn sich diese Nummer in den Szene-Clubs zum Tanzflächen-Füller entwickelt. "Memento Mori" wird mit Sicherheit in einigen Jahren zu den Klassikern des Gothic-Genres zählen. Diese Scheibe dürfte nicht nur zum Pflichtprogramm für die sogenannten Grufties sein, sondern auch Leute mit erweiterten Musikgeist könnten richtig Gefallen an der Musik von UMBRA ET IMGO finden. Einfach schamlos und rücksichtslos genial!

Sonny

Trackliste: 1. Märchenlied (Liebeslied) - 2. Sweet Gwendoline - 3. Sagt Nein - 4. Memento Mori - 5. Schlag Mich - 6. Ein Letztes Mal - 7. Der Wahnsinn - 8. Egoismus - 9. Money - 10. Stoppt Die Lügen - 11. Der Prälat - 12. Mach Was

Katja @ networking


JACK BLADES/ Jack Blades
  • Band: Jack Blades
  • Albumtitel: Jack Blades
  • Spielzeit: 45:23 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Shaw/ Blades, Led Zeppelin, Beatles
  • Veröffentlichung: 23.02.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Nach BRAD GILLIS und KELLY KEAGY veröffentlicht nun mit JACK BLADES der dritte NIGHT RANGER-Recke sein Solo-Debüt über das italienische Label Frontier Records. Für seine selbstbetitelte Scheibe hat er neben den bereits genannten Bandsmates auch den zweiten NIGHT RANGER-Gitarrero Jeff Watson rekrutiert. Diese Tatsache wirft unweigerlich die Frage auf, warum sich die Herren nicht gleich dazu entschlossen haben, den heißersehnten "Seven"-Nachfolger dingfest zu machen. Des weiteren bekam der Bassist/ Sänger von STYX-Gitarrist/ Sänger und ex-DAMN YANKEES-Kumpel Tommy Shaw ("Shine On"), JOURNEY-Mainman Neil Schon (u. a. "To Touch The Sky"), Michael Lardie (GREAT WHITE) und Waren De Martini (RATT) gesangs- bzw. gitarrentechnische Unterstützung. Musikalisch wird modern angehauchte Rockmusik geboten, die sich wohl am ehesten irgendwo zwischen den späten BEATLES, LED ZEPPELIN und seinem Projekt mit Tommy Shaw ("Hallucination"/ 1994) abspielt. Da sich die das Material also fernab von NIGHT RANGER und DAMN YANKEES bewegt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich eingefleischte Melodic Rock-Freaks mit dieser Scheibe nur bedingt identifizieren können. Zugegeben, mit der schönen Ballade "Alone Tonight" und dem halbakustischen Schleicher "Breaking It Down" sind zwei erstklassige Nummern am Start. Aber Songs wie "We Are The Ones", das mit einem Hauch von Rap umgeben ist, oder das bizarre und bassschwangere "On Top Of The World" klingen doch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Unterm Strich bleibt ein abwechslungsreiches Album, welches einmal mehr zeigt, dass JACK BLADES ein guter Produzent und Musiker ist, aber leider seinen Highlights mit NIGHT RANGER und DAMN YANKEES nicht das Wasser reichen kann. Ich persönlich schätzte die Solo-Scheiben von BRAD GILLIS und KELLY KEAGY höher ein, was euch aber nicht daran hindern sollte, das ein oder andere Ohr zu riskieren.

Sonny

Trackliste: 1. Sea of Emotions - 2. Shine On - 3. We Are The Ones - 4. Don’t Want To be Alone Tonights - 5. Sometimes You Gotta Have Faith - 6. To Touch The Sky - 7. Who You Want To Be - 8. Someday - 9. Breaking It Down - 10. On Top of The World - 11. Nature’s Way

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion


AXIA/ Axia (re-release)
  • Band: Axia
  • Albumtitel: Axia
  • Spielzeit: 49:02 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: MSG
  • Veröffentlichung: 23.02.2004
  • Wertung: 6,5/ 10

Review:
Erst kürzlich habe ich die bisherigen Veröffentlichungen von MTM Classix nahezu in den Himmel gelobt und nun hat mit dem selbstbetitelten Debüt (1986) von AXIA die bisher schwächste Wiederveröffentlichung des Labels den Weg in meinen CD-Player gefunden. Einerseits zeigte sich das Schweden-Quartett um Sänger und Muli-Instrumentalist Peo Pettersson von einer äußerst facettenreichen Seite, denn musikalisch ziehen sich ihre Kreise vom typischen Schweden-Sound ("On My Way") über MSG ("It Ain't Love"/ "Falling Apart") bis hin zum 70ties Glam Rock ("In For Rock 'N' Roll") und relaxten Slease Rock ("Get Down"/ "Fire"). Aber anderseits klingt das Material soundtechnisch - trotz Remastering - leicht altbacken und kommt selten über den guten heutigen Demo-Status hinaus. Das ursprüngliche Album wurde, wie es bei MTM Classix üblich ist, natürlich wieder mit Bonus Tracks aufgewertet. Diese vier zusätzlichen Nummern bringen nochmals eine weitere Facette von AXIA ins Spiel, denn sie haben allesamt - abgesehen vom Rausschmeißer "The Savage Ramblers" - eine gehörig metallische Schlagseite. Trotz des oben aufgeführten Kritikpunkts dürfte diese Scheibe wegen ihrer Bonusse und aufgrund der Tatsache, dass "Axia" erstmals auf CD veröffentlicht wird, für Liebhaber des gepflegten Schweden Rocks interessant sein.

Sonny

Trackliste: 1. Intro (instrumental) 1:10 - 2. It Aint Love 3:34 - 3. Loser 5:17 - 4. In For Rock’n' Roll 3:27 - 5. Falling Apart 4:55 - 6. On My Way 2:33 - 7. Angela 3:13 - 8. Get Down 3:49 - 9. Confession Of Love 3:57 - 10. Fire 3:15 - 11. Increasing Action 2:29 (bonus track) - 12. Forced Into Darkness 4:38 (bonus track) - 13. Never Ending Love 3:12 (bonus track) - 14. The Savage Ramblers 3:32 (bonus track)

Thanks to Sebastian @ MTM Music


VARIOUS ARTISTS/ Classic Video Collection (DVD)
  • Band: Various Artists
  • DVD: Classical Video Collection Part 1
  • Spielzeit: ca. 80 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: -
  • Veröffentlichung: 23.02.2004
  • Wertung: keine

Review:
Mit "Classical Video Collection Part 1" veröffentlicht das spanische Label Locomotive Music ihre erste DVD. Unter den 15 Beiträgen befinden sich richtig gutgemachte Videos von ihren großen Acts wie MÄGO DE OZ ("La Costa Del Silencio"), TIERRA SANTA ("El Canto De La Sirenas") und SEX MUSEUM ("Read Ones"), aber auch sehr simple - durchaus effektvoll - angelegte Musikfilmchen von Bands, die hierzulande nur Insidern der spanischen Szene bekannt sein dürften. Zu letzterer Kategorie von Bands dürfte wohl Protest-Rocker SOZIEDED ALKOHOLIKA ("Piedra Contra Tijera") , POTTETAS ("Marihuana") und die Rotz-Rocker von REINCIENTES ("Latinoamérica") zählen. Trotz dieser sehr interessanten Beiträge, ist auf diesem Medium nicht alles Gold was glänzt, denn die Darbietung von HAMLET ("Limitate"), LAJURIA ("Jeckill & Mrs. Hide") und KOMA ("Jack Queen Jack") oder BOIKOTs "Ines", das in einer gewöhnungsbedürftigen Mixtur von Punk-Rock, Folklore und Kindermelodie aufwartet, dürfte in deutschen Gefilden keinen Rock-Fan vom kuschelig-warmen Ofen hervorlocken. Diese kleinen Aussetzer werden allerdings durch die fetzige Einlage von LOADED (neue Band um ex-Gunner Duff McKagan), dem ELEGY-Kracher "Principles Of Pain" und der METALIUM-Live-Hymne "Fight", die sich aus Auftritten auf gewichtigen Metal-Festivals zusammensetzt, mehr als wettgemacht. Aufgrund der zuletzt genannten Beiträge dürfte diese DVD nicht nur für Spanien-Freaks, sondern auch für den Ottonormal-Metal-Anhänger interessant sein.
PS. Wie aus dem Beipack-Zettel zu erfahren ist, sind LOCOMOTIVE schon emsig dabei den zweiten dieser Collection zusammenzustellen. Mal sehen mit welchen Videos uns das Label demnächst überraschen wird.

Sonny

Trackliste: 1. MÄGO DE OZ/ La Costa Del Silencio - 2. SOZIEDAD ALKOHLIKA/ Piedra Contra Tijera - 3. TIERRA SANTA/ El Conto De Las Sirenas - 4. HAMLET/ Limitate - 5. REINCIDENTES/ Latinoamérica - 6. BOIKOT/ Inés - 7. PORRETAS/ Marihuana - 8. KOMA/ Jack Queen Jack - 9. SIN CITY SIX/ Bitch Street - 10. LOADED/ Seattle Head - 11. SEX MUSEUM/ Red Ones - 12. LUJURIA/ Jeckill & Mrs. Hide - 13. METALIUM/ Fight - 14. MEDICATION/ Inside - 15. ELEGY/ Principles Of Pain

Thanks to Julia @ Flying Dolphin

weitere Reviews über Classics Video Collection:
VARIOUS ARTISTS/ Classics Video Collection #4 (DVD)


EASY RIDER/ Animal
  • Band: Easy Rider
  • Albumtitel: Animal
  • Spielzeit: 56:39 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Locomotive Music/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: Manowar, Blind Guardian
  • Veröffentlichung: 23.02.2004
  • Bewertung: 9,5/ 10

Review:
EASY RIDER wurden 1990 von Daniel Castellanos (Gitarre) und den Brüdern Javier (Gitarre) & Jose Villanueva (Bass) in Madrid/ Spanien gegründet und hatten seit den 90ern viele Liveauftritte bei bekannten Festivals. Bei "Animal", ihrem mittlerweile fünften Studioalbum, merkt man die Routine, die sich im Laufe der Zeit eingespielt hat. Ein durchaus überzeugendes Heavy-Metal Album mit sehr progressiven Anleihen, ist wohl die beste Umschreibung für ihr neuestes Werk. Beinharte Songs sind hier eine Garantie! Da sich der Silberling von Track zu Track steigert und man am Ende nur noch das Bedürfnis hat, noch einmal Play (besser gleich Repeat) zu drücken. Eine wirklich eindrucksvolle Scheibe, die durch den hellen aggressiven Gesang von Ron Firisis abgerundet wird. Seinen absoluten Höhepunkt hat der Silberling bei "Casting The Shadow Of Sin" das mich ein wenig an OVERKILL erinnert und eine super harte "fast" Thrash-Metal artige Struktur besitzt! Außerdem ist das Titelstück "Animal" noch extra zu erwähnen, welches sich mit coolem Refrain im Ohr fest beißt! Alles in allem eine verdammt gutes Metal-Scheibchen, das wohl seine Hörerschaft finden wird und so wohl alte Hasen wie auch junge Hüpfer begeistern kann!!!

Christian

Trackliste: 1. Visions - 2. Chasing Demons - 3. Casting The Shadow Of Sin - 4. Animal - 5. Sacrifice - 6. Walls Of Hatred - 7. Neverworld - 8. Suddenly - 9. Watch Your Step - 10. Future Kill - 11. A New Day - 12. The Dreams Lives On

Thanks to Julia @ Flying Dolphin


ERIK NORLANDER/ Threshold (special edition/ re-release)
  • Band: Erik Norlander
  • Albumtitel: Threshold (special edition)
  • Spielzeit: CD 1: 72:32 min/ CD 2: 32:01 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Think Tank Media/ Empire Music
  • Vergleichbare Bands: Keith Emerson, härtere Ausführung von Jean Michel Jarre
  • Veröffentlichung: 20.02.2004
  • Wertung: 7/ 10

Review:
Freunde der progressiven Rock-Kunst aufgepasst! Denn auf dem Debüt-Album von Tastenkönig ERIK NORLANDER wird instrumentaler Progressive Rock auf äußerst ansprechenden Level geboten. Zwar wurde "Threshold" bereits 1997 erstmals veröffentlicht, aber nun kommt es aufgrund erhöhter Nachfrage in Form einer Special Edition erneut in die Läden. Das Album, welches seinerzeit Kritiker - wie auch Fans - in zwei Lager teilte, wurde nicht nur komplett remastert und somit auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, sondern zusätzlich mit 10 Bonus Tracks veredelt. Sechs von diesen bisher unveröffentlichten Tracks (darunter zwei Live-Versionen und vier Remixe) befinden sich auf einer Bonus-CD namens "Live And Alternate Versions". Natürlich sind auf diesen Album Tastenorgien im großen Stil angesagt und auf Duelle mit Gitarren hat ERIK NORLANDER gleich von vornherein verzichtet. Zur instrumentalen Unterstützung hat er sich lediglich seinen ROCKET SCIENTISTS-Kollegen Don Schiff (Bass) und Schlagwerker Greg Ellis (u. a. VAS, STEVE STEVENS) als Rhythmusfraktion ins Boot geholt. Die Höhepunkte auf einem stellenweise etwas "langatmigen" Album ("Waltz Of The Biots") hören auf die Titel wie "Critical Mass" oder "Hyperspace". Während ersteres eine gewagte Gratwanderung zwischen kirchlichen Orgelspiel, Reggae-Feeling und barocken - sowie futuristischen - Elementen darstellt, entpuppt sich "Hyperspace" als wohl härteste Nummer auf dem Album. Ich bin mir dessen durchaus bewusst, dass ein reines Instrumental-Album nicht unbedingt jedermanns Sache ist und sicherlich hat ERIK NORLANDER schon bessere Alben als "Threshold" veröffentlicht, aber trotzdem will ich jedem Fan von ERIK NORLANDER und dieser Musikrichtung die liebevoll überarbeitete Special Edition (u. a. ausführliches Booklet mit Linernotes) des Debüts empfehlen, zumal die zweite CD mit tollen neuen Versionen altbekannter Tracks und einem tollen Video vom "ProgWest 2001" aufwartet. Sind wird doch mal ehrlich, bei "Threshold" verhält es sich genauso wie mit einem Foto-Album: ... man schwelgt doch ab und an gerne in den Kindheitserinnerungen.

Sonny

Trackliste: CD 1:
1. Arrival - 2. Neurosaur - 3. No Cross To Carry - 4. Threshold - 5. Neuro Boogie - 6. Trantor Station - 7. Waltz of the Biots: I. Particle Storm, II. Cocktails in the Vestibule, III. Grand Ballroom - 8. Critical Mass: I. Leviathan, II. Anthem, III. Republic, IV. Foundation, V. Leviathan Reprise - 9. The Long Ion Train * - 10. Hyperspace ** - 11. Solace * - 12. Return to the Ruins of Trantor *

CD 2:
1. Threshold Medley 1999 - Live at The Cadillac Room * - 2. Trantor Station 2001 - Live at ProgWest - 3. No Cross To Carry - QCard Version - 4. Neuro Boogie - QCard Version - 5. Waltz of the Biots - Machine Mix * - 6. Neurosaur - Machine Mix *
Quicktime video: Trantor Station Live at ProgWest 2001

* previously unreleased bonus track
** bonus track to 1997 Japanese pressing

Thanks to Erik @ Think Tank Media

weitere Reviews über ERIK NORLANDER:
ERIK NORLANDER/ Hommage Symphonique (Symphonic Rock-Tipp/ January 2007)
ERIK NORLANDER/
Stars Rain Down
ERIK NORLANDER/ Music Machine


SHYLOCK/ Welcome To Illusion
  • Band: Shylock
  • Albumtitel: Welcome To Illusion
  • Spielzeit: 59:04 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Music/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Crystal Ball, Jaded Heart, Shakra, Bonfire
  • Veröffentlichung: 16.02.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Obwohl die Würzburger Hard Rock-Bande mit ihrem Zweitling "Pyronized" massenhaft Lorbeeren einfahren konnte, bekam ich nie so richtig Zugang zu dieser Scheibe. Aus diesem Grunde bin ich nicht mit allzu großen Erwartungen an das neue Machwerk der Unterfranken herangegangen, doch schon der flotte und eingängige Opener/ Titeltrack lässt erstmals aufhorchen und schürt die Hoffnung, dass hier dem Zuhörer richtig knackiger und energiegeladener Hard Rock serviert wird. Dieser erste Eindruck wird durch den leicht modern angelegten Kracher "Closer" und den Endlos-Groover "Revolution" zweifellos bestätigt. Mit dem bassschwangeren "But I Like It" drehen SHYLOCK härtetechnisch zwar etwas zurück, aber nichtsdestotrotz weiß diese Nummer durch einen bestechenden Chorus zu gefallen. Doch kaum sind die letzten erholsamen Töne verstummt, gibt's mit dem aggressiv-rotzig ausgerichteten "Darkness" wieder ordentlich eines auf die Zwölf. Insgesamt haben es ganze 15 Tracks (!) auf "Welcome To Illusion" geschafft, von denen man eigentlich keinen als Ausfall bezeichnen kann. Trotzdem ist auf dieser Scheibe nicht alles Gold was glänzt, denn mit "Middle Of Paradise", das mit einem Hauch von Südsee-Zauber umgeben ist, und dem etwas monotonen "Lose You" haben sich ein paar Songs eingeschlichen, die den hohen Standard der oben genannten Nummern nicht ganz gerecht werden. Diese kleinen "Ausrutscher" werden gleich mit dem eleganten Midtempo-Stapfer und der schönen Ballade "Late Night Show" geradegebogen. Auf diesem Album geben sich schnörkellose Melodien und starke Gitarren-/ Rhythmusarbeit, die mit wohlklingenden Keyboardeinlagen verfeinert wird, die Klinke in die Hand. Außerdem kann Matthias Schenk mit einer starken Gesangarbeit, die stimmlich irgendwo zwischen Mark Sweeney (CRYSTAL BALL) und BONFIRE-Frontmann Claus Lessmann anzusiedeln ist, ordentlich punkten. Jeder, der auf die Marschrichtung der obengenannten Bands abfährt, sollte sich unbedingt diese Silberling zulegen.

Sonny

Trackliste: 1. Welcome To Illusion 4:12 - 2. Closer 3:50 - 3. Revolution 3:20 - 4. But I Like It 3:56 - 5. Darkness 3:53 - 6. Middle Of Paradise 3:55 - 7. Lose You 4:23 - 8. Out In the Streets 3:24 - 9. World Of The Lonely 3:34 - 10. Late Night Show 5:19 - 11. The Need 3:47 - 12. Tomorrow 4:21 - 13. Guilty 3:33 - 14. Hard to Hold On 4:06 - 15. I Will Come Back 2:18

Thanks to Sebastian @ MTM Music


JADED HEART/ Trust
  • Band: Jaded Heart
  • Albumtitel: Trust
  • Spielzeit: 61:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Ulftone Music/ Edel Contraire
  • Vergleichbare Bands: Jaded Heart only
  • Veröffentlichung: 16.02.2004
  • Wertung: 9,5/ 10

Review:
Nachdem ich mich mit dem - zweifelsohne guten - Vorgänger "The Jorney Will Never End" als eingefleischter JADED HEART-Fan nie so ganz anfreunden konnte, war ich natürlich von den Haarspitzen bis runter zum kleinen Zeh gespannt, in welche Richtung sich die Band aus der Schimanski-Stadt diesmal orientieren würde. So viel schon mal vorweg: Im Vergleich zur eingangs erwähnten Scheibe präsentieren sich die Mannen um Goldkelchen Michael Bormann auf "Trust" wieder einen Zacken melodischer. Man könnte fast glauben, die neue Scheibe wäre der ultimative Nachfolger zu "IV". Für diesen Umstand ist allerdings nicht nur das kindlich-klingende Intro zum fettgroovenden Opener "Anymore", das Vergleiche zu "Live And Let Die" ins Gedächtnis ruft, verantwortlich, sondern auch die Tatsache, dass mit "If I Lose", "Love Is Magic" und "Give It Back" drei Balladen der edelsten Gattung mit am Start sind. Klar, dass Herr Bormann mit diesen sehr gefühlvollen und eingängigen Songs wieder ordentlich beim weiblichen Anhang punkten kann. Hier soll aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Duisburger etwa das Rocken verlernt haben. - Nein, im Gegenteil, denn neben "Anyway" sorgen auch der Stampfer "Feels Like Home", die fetzige Midtempo-Nummer "Healer" oder der modern angelegte Groover "F... Hating You" für ordentlich Dampf im Kessel. Als weitere Killer entpuppen sich die von Bassist Michael Müller geschriebenen Rocknummer "Jaded" und der halbballadeske Titeltrack. Für etwas Auflockerung sorgt die lässige Slide-Einlage "Sweet Summertime", die vom Stil her auch bestimmt verdammt gut auf das Debüt von RAIN gepasst hätte. Unter den 13 Nummern macht sich auch nach endlos vielen Durchläufen kein Ausfall bemerkbar. Man kann "Trust" - ohne zu übertreiben - als das bisher beste Album von Bormann & Co. bezeichnen und man darf gespannt sein, ob der Band mit dieser Scheibe der wohlverdiente Charteinstieg vergönnt ist. Für mich gehört "Trust" schon jetzt zu den heißesten Anwärtern auf das "Album des Jahres" im Hard Rock-Sektor. Nun denn, wir werden es sehen.
PS: Sammler aufgepasst! Die limitierte Erstauflage (5000 Stück) erscheint als Digi-Pack (inklusive 16seitigem Booklet und JADED HEART-Tattoo). Außerdem sollte man sich die anstehendeTour mit den Schweizern BLACKBURN als Support-Act nicht entgehen lassen!

Sonny

Trackliste: 1. Anymore - 2. Feels Like Home - 3. Healer - 4. Burning Heart - 5. If i Lose - 6. Trust - 7. Masquerade - 8. Let it Rain - 9. Love is Magic - 10. Sweet Summertime - 11. F... Hating You - 12. Jaded - 13. Give it Back

Thanks to Sven @ MusicConsult

weitere Reviews über JADED HEART:
JADED HEART/ Helluva Time (Album Of The Month/ October 2005)
JADED HEART/
Diary 1990 - 2000


VERSOVER/ House Of Bones
  • Band: VersOver
  • Albumtitel: House Of Bones
  • Spielzeit: 51:11 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Mausoleum Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: stellenweise Blind Guardian, Iced Earth, Iron Maiden und Megadeth
  • Veröffentlichung: 16.02.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Obwohl VERSOVER mit ihrem Debüt "Love, Hate And Everything In Between" (2000) in ihrem Heimatland Brasilien für einigen frischen Wind in der dortigen Metal-Szene sorgen konnten und sogar schon in heimischen Breiten für Größen wie EDGUY, BLAZE BAILEY und ANGRA einen ordentlichen Support-Job erledigten, dürfte diese Band hierzulande nur Insidern bekannt sein. Mit ihrem neuen Album "House Of Bones", das auf der gleichnamigen Geschichte ("A Casa Des Ossos") des jungen brasilianischen Dichters Adriano Villa beruht, dürfte sich der Vierer allerdings auch diesseits des Atlantik lässig in die Metal-Hearts spielen. Allerdings allzu leicht verdaulich und trendorientiert ist die Konzeptscheibe nicht angelegt. Ganz im Gegenteil! - Aufgrund der verschiedensten Elemente, die VEROVER in ihre Musik einfließen lassen, sind einige Durchgänge von Nöten, bis sich dieses Album den Zuhörern offenbart. Im Sound der Südamerikaner sind u. a. Zutaten aus dem klassischen und progressiven Metal-Bereich ("Touch The Walls" bzw. "Desperation Mist"), sowie heftig thrashige Riffs ("Thoughts Of A Stranger"), prickelnde Bass-Einlagen ("Daem Angel") oder Doublebass-Attacken ("Ruins Of Memory") sowie eine kleine Prise NWOBHM ("Screams Of Pleasure") und jede Menge Melodie auszumachen. Diesen Quell an Elementen und Einflüssen haben die Mannen um Sänger Gustavo Carmo, der stimmlich irgendwo zwischen Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) und Tim Owens (ICED EARTH/ ex-JUDAS PRIEST) anzusiedeln ist, mit größtem Geschick zu einem nahezu eigenständigen Sound vermengt. Der stimmgewaltige Frontmann braucht sich nicht im geringsten hinter den genannten Sangesakrobaten verstecken, denn er bewältigt den Übergang von gefühlvollen Gesangeinlangen zu aggressiven Vocals ("Wind Up The Clock") mit Bravur und zeigt sich somit als wahrer Meister seines Faches. Als wohl eingängigste Nummer erweist sich "Daem Angel", das elegant auf einem schmalen Grad zwischen Pop und Metal wandert. Bei dieser Nummer, die mit Sicherheit zum Live-Killer avanciert, treffen kompromisslose Gitarrenriffs auf wohlakzentuierte Acoustic-Gitarren und einen genialen Chorus. Die weiteren Highlights dieser Scheiben sind die Halb-Ballade "Thoughts Of A Stranger", (Backing Vocals by ANGRA-Goldkelchen Edu Falaschi) und der catchy Titeltrack, der mit viel Rhythmus und Melodie zu gefallen weiß. Also lasst euch von dem ziemlich düster angelegten Cover nicht abschrecken und lauscht der Geschichte eines erfolgreichen - sehr skeptischen - Geschäftsmanns, der sich auf dem Flug von Europa nach Brasilien befindet. Eine äußerst starke und eigenständige Scheibe.

Sonny

Trackliste: 1. Prologue - 2. Thoughts Of A Stranger - 3. Wind Up The Clock/ Part 1: 12.12, Part II: House At The End Of The Street, Part III: 14.14 - 4. Daem Angel - 5.Touch The Walls - 6. Desperation Mist - 7. Screams Of Pleasure - 8. Signs Of The Past - 9. Ruins Of Memory - 10. House of bones - 11. Dead Hour And Twelve Minutes More

Thanks to Alfie @ Mausoleum Records


ROXX/ Outlaws, Fools & Thieves
  • Band: Roxx
  • Albumtitel: Outlaws, Fools & Thieves
  • Spielzeit: 43:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: The Scream, Britny Fox, Trixter, Pretty Boy Floyd, Ratt
  • Veröffentlichung: 02.03.2004
  • Wertung: 9/ 10

Review:
Meine Fresse ... welch Juwel wirft Perris Records da in Form von "Outlaws, Fools & Thieves" unter die in jüngster Zeit qualitativ sträflich vernachlässigte Schar der Glamrock-Fans ... Bekanntestes Mitglied des US-Quintetts dürfte deren Sänger Joey D. sein, der in den 80er Jahren u.a. bei SKID ROW die Stimmbänder schwang. Als sei die Zeit schlichtweg stehengeblieben, rocken sich die Jungs durch sämtliche 80er Jahre Klischees: Screaming Guitars, fette Drums und ein rotziger Sänger lassen in der nächsten knappen Dreiviertelstunde zahlreiche Erinnerungen an den letzten Urlaub in L.A. aufkommen... Bereits mit den ersten drei Titeln werden die Zeichen unmissverständlich auf Sturm gesetzt... Legenden wie POISON, MÖTLEY CRÜE, oder RATT, dürften mehr als neidisch auf ROXX sein, die frisch, unbekümmert und scheinbar unverbraucht aufspielen, und so eine Hammernummer nach der anderen aus dem Ärmel schütteln. Der Opener "What´s A Boy To Do" könnte sich problemlos auf POISONs Debütalbum wiederfinden. - Allerdings bezweifle ich stark, dass ein gewisser Bret Michaels den Song so frech interpretieren könnte ... :) "Tell Me" ist eine eingängige und rifflastige Midtempo-Nummer, die man bereits nach dem ersten Hördurchgang nicht mehr aus dem Kopf bekommt ... leider ist der Sound ausgerechnet hier etwas höhenlastig. Das Highlight auf "Outlaws, Fools & Thieves" bildet für mich das flotte "Rocking Horse" - hier stimmt einfach alles : ein geiles Riff, knallige Drums und fette Gang - Vocals ... "yeah Baby, wanna ride on my rocking horse ?" Die Powerballade "Give Up Your Heart" kombiniert Einflüsse der frühen BON JOVI, PRETTY BOY FLOYD" sowie PAUL LAINE, garantiert absoluten Ohrwurmcharakter, und überrascht im Mittelteil mit einem traumhaft schönen Saxophon-Solo. Das in zweifacher Version vertretene "In The Groove" macht seinem Titel alle Ehre - eingeleitet durch ein Mundharmonika-Solo, unterlegt mit einem fetten Riff und gesanglich erstklassig interpretiert groovt die Nummer wie die Hölle. Den Uptempo-Feger "Turns To Gold" kann ich nur noch mit den Worten "100% Rock ´n Roll" beschreiben - hört Euch nur diese Mörder-Bridge an, diesen Refrain, das GENIALE Gitarrensolo... Fazit : Eine absolute Muß-CD für Fans des typischen 80er Jahre Glam/Hardrock... ROXX paaren einen wirklich geilen Sänger, mit catchy Hooklines, einem für Perris Records-Verhältnisse überdurchschnittlich gutem Sound und 100%iger "Gute-Laune-Garantie".

Florian

Trackliste: 1. What's A Boy To Do - 2. Tell Me - 3. Rockin' Horse - 4. Towing The Line - 5. Give Up Your Heart - 6. Pint Of Blues - 7. Mr. Mean - 8. In The Groove - 9. Shy Away - 10. Ball & Chain - 11. Turns To Gold - 12. In The Groove (Remix)

Thanks to Tom @ Perris Records


LOUD 'N' NASTY/ Teaser, Teaser
  • Band: Loud 'N' Nasty
  • Albumtitel: Teaser, Teaser
  • Spielzeit: 43:54 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: hier dreht sich eindeutig alles "´round and ´round" Ratt
  • Veröffentlichung: 11.02.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
Das Schwedische Trio LOUD 'N' NASTY liefert mit "Teaser, Teaser" ein Werk ab, das "Pop Metal"-Fans zu Luftsprüngen a la DAVID LEE ROTH hinreißen dürfte. Als Opener fungiert der "Teaser", der eine Midtempo Poser-Hymne "par excellance" darstellt und freudige Erinnerungen an die seligen RATT aufkommen lässt. Beim nachfolgenden "Play Dirty" treten die Skandinavier dann ein wenig aufs Gaspedal um eindrucksvoll zu demonstrieren, wie frisch Sleaze Rock auch im (nicht mehr ganz so) neuen Jahrtausend klingen kann. - Zutaten dieses Ohrenschmauses: fette "Gang-Vocals", ein eingängiger Refrain, satte Drums, und ein geniales Gitarrensolo ... gesanglich erinnert der Sänger Rob Nasty in den druckvollen Passagen hier ein wenig an Dee Snider (TWISTED SISTER). "Annie" ist eine düstere Powerballade - aufgrund der bedrückenden Atmosphäre ist die Nummer anfänglich (mehr oder weniger) gewöhnungsbedürftig, um jedoch Ihre Magie von Durchlauf zu Durchlauf zu steigern.
"Hungry" erscheint direkt den 80er Jahren entsprungen zu sein, und klingt wie ein Outtake von DOKKENs "Back For The Attack". Leider kann das durchgehend hohe Niveau der ersten Hälfte des Songmaterials nicht über die ganze CD hindurch aufrecht erhalten werden. So schleicht sich für meine Ohren in Form von "After The War", dem schrägen "Hollwood Dream" oder "Love Child" (wahrscheinlich hatte ich mich beim Lesen der Tracklist insgeheim auf eine Coverversion des DEEP PURPLE-Klassikers gefreut) leider auch der ein oder andere Stimmungstöter ein. Weitere Anspieltipps sind das fetzige "Saturday Night (Come On, Come On Let's Party) " und das mit klischeehaften Lyrics versehene "If you wanna rock" ("...I´ll shoot you down with my love gun, show me your candy, I´m ready to take a bite") - Cock Rock at it´s Best ... Unter dem Strich ein abwechslungsreiches Album, das nicht nur für Sleaze- oder Glam-Fans empfehlenswert sein dürfte. Der Sound ist für Perris Records-Verhältnisse amtlich.

Florian

Trackliste: 1. Teaser - 2 Play Dirty - 3. Annie - 4. Hungry - 5. If You Wanna Rock - 6. Love Child - 7. After The War (Instrumental) - 8. Saturday Night - 9. Hollywood Dream - 10. Kick 'N' Fight - 11. Help Me

Thanks to Tom @ Perris Records


SERAPHIM/ Ai (Chinese edition)
  • Band: Seraphim
  • Albumtitel: Ai (Chinese edition)
  • Spielzeit: 69:43 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Magnum Music/ Tawain-Import
  • Vergleichbare Bands: Nightwish, Edenbridge
  • Veröffentlichung: 10.02.2004
  • Wertung: 10/ 10

Review:

SERAPHIM zum Dritten. Wie es bei der taiwanesischen Band seit ihrem Debüt "The Soul That Never Dies" (2001) mittlerweile schon Tradition ist, kommt ein Jahr vor dem jeweiligen englischsprachigen Release zuerst das Album in ihrer chinesischen Muttersprache zu Veröffentlichungsehren. Auch beim neuen Album "Ai" weicht das Quintett keinen Millimeter von dieser Sitte ab. – Und man mag es kaum glauben, eben jene Version hat auch die Gemächer des Rock & Metal Heavens erreicht. So ertönen seit Tagen aus den heimischen (lautaufgedrehten ;-) Schallwandlern chinesische – fast majestätisch anmutende – Gesangpassagen. Im Vergleich zur englischsprachigen Version des Vorgängers "The Equal Spirit" (2003) hat es den Anschein als würden die Mannen um Sopranistin Pay Lee und Songwriter/ Produzent/ Gitarrist Kessier Hsu diesmal - trotz der unbestreitbaren Härte – ihr Hauptaugenmerk auf wunderschöne und eingängige Melodien legen. Dieser Fakt spiegelt sich z. B. im doublebass-lastigen Opener "淚滴 [Tears]" und "復活  [Resurrect]", das von einem gefühlvoll-dominanten Gitarrenspiel getragen wird, unweigerlich wieder. Als weiterer angenehmer Aspekt erweist sich die Tatsache, dass SERAPHIM die Screaming-/ Growling-Parts von Bassist Jax Yeh auf ein äußerst songdienliches Minimum zurückgeschraubt haben. In der Epic-Ballade "不能受 [Can't Take]" (erinnert stellenweise an IRON MAIDEN) zeigt sich der Tieftöner sogar von einer ganz ungewohnten Seite, denn in diesem herzzerreißenden Duett mit Pay Lee geht er äußerst gefühlvoll ans Werk. Natürlich geht's auch stellenweise noch richtig speed-tempomäßig zur Sache, man lausche nur den Tönen von "不能受 [Can't Take]" oder "之前  [Before]". Als krönende Highlights – aus einer Scheibe ohne jeglichen Durchhänger – kristallisieren sich das sehr abwechslungsreiche "風中 [In The Air]", die akustische Gänsehaut-Nummer "是嗎? [Is That?]" (drückt mächtig auf die Tränendrüse... Schluchz!) und das 9½minütige "轉瞬間 [Instantaneous]" heraus. Letzteres erweist sich als wahres Meisterwerk, denn hier vereinen die Taiwanesen auf ihre ureigen-brillante Weise progressive Parts mit neoklassischen Elementen, sowie Black/ Death Metal-Passagen a la THEATER OF TRAGEDY mit MALMSTEENschen Flair, was nicht zuletzt an dem phänomenalen Gitarrenspiel von Mr. Hsu liegt. "Ai" ist ein in sich stimmiges Meisterwerk - d. h. die exzellenten musikalischen und instrumentalen Fähigkeiten aller Bandmitglieder, greifen wie ein Schweizer Uhrwerk ineinander. Dies trifft selbstredend auch auf die druckvolle und klare Produktion zu, für welche sich die Band selbst verantwortlich zeigt, sowie für Mix und Mastering, wofür man erneut Mikko Karmila und Mika Jussila in den berühmten Finnvox Studios aufsuchte. Also diesmal gibt's wirklich keine Ausrede: Strike Ten!

Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass die hoffentlich bald erscheinende englische Version genauso viel majestätisches Flair verbreitet.

Sonny

Trackliste:

01. [Intro]- 02. 淚滴 [Tears] - 03. 復活  [Resurrect] - 04. 實踐  [Implementation] - 05. 分離 [Desperate] - 06. 不能受 [Can't Take] - 07. 我的  [My] - 08. 風中 [In The Air] - 09. 走了 [None]- 10. 之前  [Before] - 11.是嗎? [Is That?] - 12. 轉瞬間 [Instantaneous] - 13. [The End]

Thanks to Kessier @ Sahara Studio

weitere Reviews über SERAPHIM:
SERAPHIM/
The Equal Spirit


VARIOUS ARTISTS/ Reality Vol. 1
  • Band: Various Artists
  • Albumtitel: Reality Vol. 1
  • Spielzeit: 46:46 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Reality Entertainment/ Sony Music
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 10.02.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Es ist ja mittlerweile gute Sitte, dass Plattenfirmen anhand von Label-Compilations einen Überblick über ihre aktuellen und anstehenden VÖs geben. Erstmalig greift auch Reality Entertainment zu diesem beliebten und recht interessanten Mittel. Beliebt zum einen, weil eine derartige Veröffentlichung im Verhältnis zu den momentanen CD-Preisen eine preisgünstige Alternative bietet und interessant zum anderen, weil man auf diese Weise unkompliziert mit Musik/ Interpreten in Berührung kommt, denen man sonst eigentlich kein Gehör schenkt. Zugegeben, RE haben mit MARCY PLAYGROUND, WARRIOR, WWIII und WAYNE Bands unter Vertrag, die dem geneigten Metal-Fan nicht fremd sein dürften, aber GODHEAD, FREAKHOUSE oder SLOW ROOSEVELT dürften wahrscheinlich nur den eingefleischten Industrial- und Electronic-Freaks bekannt sein. Meine persönlichen Highlights aus dieser abwechslungsreichen Zusammenstellung sind der bisher unveröffentlichte Doublebass-Groover "Screams From Hell" von (David) WAYNE (ex-METAL CHURCH), der elektronisch-aggressive Riffvorschlaghammer "Smile For The Camera" der Szene-Newcomer THE CONCILE und der modern-swingende "Hometown Rocker" der Schweizer WAKE. Außerdem schlägt THE OUTPATIENCE, die Band des "sechsten GUNS N' ROSES-Mitglieds" West Arkeen, mit dem modern angesleazten "Wound Up In Vega" (Gast-Gitarre Izzy Strandlin) äußerst positiv zu Buche. Auf diesem Sampler findet eigentlich jeder Metal-Fan, - egal welcher Couleur - sei es nun US-Metal ("Salvation"/ WARRIOR), Industrial ("Fade Away"/ GODHEAD), Trance ("Warm, Strong Numb"/ MANKIND LIBERATION FRONT) oder Rock 'N' Roll ("Planet Earth"/ FAST LANE), seine favorisierte Musikrichtung. Für PC-Freaks dürfte die gefällig gestaltete Multimedia-Sektion, die - neben reichlich Zusatzinformationen - drei auserlesene Videoclips von GODHEAD, SLOW ROOSEVELT und MANKIND LIBERATION FRONT enthält, interessant sein.

Sonny

Trackliste: 1. MARCY PLAYGROUND/ Blood And Alphabet Soup - 2. GODHEAD/ Fade Away - 3. FREAKHOUSE/ Peel Away The Skin (Remix by MethO.D.) - 4. SLOW ROOSEVELT/ Comfort From A Bomb - 5. WARRIOR/ Salvation - 6. WWIII/ Walk With Me (Herwig Maurer Remix) - 7. WAYNE/ Screams From Hell (unreleased) - 8. THE COUNCIL/ Smile For The Camera - 9. WAKE/ Hometown Rocker - 10. MANKIND LIBERATION FRONT/ Warm, Strong Numb (Remix by the Sofa Surfers) - 11. THE OUTPATIENCE/ Wound Up In Vega (unreleased) - 12. FASTLANE/ Planet Earth (unreleased)

Thanks to Reality Entertaiment


FRAISE/ Hellicornia
  • Band: Fraise
  • Albumtitel: Hellicornia
  • Spielzeit: 41:41 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Label La Produktion/ Schweden-Import
  • Vergleichbare Bands:
  • Veröffentlichung: 09.02.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Vor einigen Wochen erreichte die Debüt-Scheibe der Schweden-Metaller FRAISE die Pforten des ROCK & METAL HEAVENs. Seit jenen Tagen schlägt in unseren vier Wänden das "True Metal Heart" wieder besonders hoch. Zwar schürt das Bombast-Intro heftigste Befürchtungen, dass sich hier der mindestens 532te RHOPSODY-Klone bei uns Liebkind machen will, doch schon der Opener "Set Us Free" kommt in wahrem Metal-Gewand um die Ecke und erweist sich als Vorbote für ein mächtig krachendes Power- und Heavy Metal-Feuerwerk, das mit dezent eingesetzten Keyboard-Passagen zu funkeln weiß. Die anschließende Mitsing-Hymne "Fight With Fire" versprüht jede Menge Groove, während Songwriter/ Drummer Patrick Fransson mit "Cold Ice" ein Doublebass-Gewitter aufs Metal-Volk herunterlässt. Trotz der gewaltigen Power, welche die Band bei Songs wie "Saratoga" oder dem 80er-lastigen "Profile Of The Day" an den Tag legen, verliert der knallharte Fünfer nie das Gespür für catchy Melodien. Dieser Sinn kommt in der wunderschönen Acoustic-Ballade "July" und im Piano-Stück "X9", das von sanften Streichparts getragen wird, besonders gut zur Geltung. Mit Jesper Max hat die Band einen Sänger in ihren Reihen, der über eine enorme Flexibilität und Stimmbreite verfügt. Er meistert kraftvolle, aggressive und gefühlvolle Parts sowie hohe und tiefe Passagen mit einer Lockerheit, die manchen großen Namen der Szene das Fürchten lehren dürfte. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster und will behaupten, dass FRAISE mit ihrem Debüt in der selben Liga spielen wie HAMMERFALL seinerzeit mit "Glory To The Brave". Zudem haben FRAISE angefangen vom Recording über Produktion und Mastering bis zur Promotion und Vertrieb alle Fäden noch selbst in der Hand. Deshalb ist die Scheibe auch nur über die Band bzw. deren Vertriebspartner erhältlich. Am Besten ihr schaut mal unter
www.fraise.se vorbei, da wird euch linktechnisch weitergeholfen.

Sonny

Trackliste: 1.Hellcornia - 2. Set Us Free - 3. Fight With Fire - 4. Ice Cold - 5. Saratoga - 6. July - 7. Profile Of The Day - 8. Rise Again - 9. Kings And Queens - 10. X9

Thanks to Patrick @ Fraise


RECKLESS/ Reckless (re-release)
  • Band: Reckless
  • Albumtitel: Reckless
  • Spielzeit: 60:47 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: MTM Classix/ SPV
  • Vergleichbare Bands: Treat, 220 Volt, Europe
  • Veröffentlichung: 09.02.2004
  • Wertung: 8/ 10

Review:
Mit ihrem Classix-Label dürften MTM Music wohl voll den Nerv der Sammler getroffen haben, denn mit dem selbstbetitelten Debüt (1993) des Schweden-Fünfers RESTLESS fördern sie erneut einen Silberling zu Tage, der es seinerzeit nur in Japan - und leider nicht hierzulande - zu Veröffentlichungsehren gebracht hat. Während über Deutschland die Grunge-Seuche grassierte, kamen die Fans in Fernost in den Genuss von edelsten 80er-lastigen Schweden-Hard Rock der Marke TREAT meets 220 VOLT. Hin und wieder sind auch leichte Einflüsse von EUROPE oder SCORPIONS, wie etwa bei der Hymne "Give Me Your Night" oder der Abgeh-Nummer "Spirit Of The Night", auszumachen. Gerade bei zuletzt genannter Nummer erinnert Sänger Patrik Axelsson stellenweise an einen Klaus Meine in Bestform. Andererseits sind aber z. B. bei der Halbballade "Stay" auch Vergleiche mit Tommy Heart (SOULDOCTOR/ ex-FAIR WARNING) nicht ganz von der Hand zu weisen. Als Highlights unter den 16 verdammt starken Rock-Happen möchte ich "Get Excited/ Rock The Nation" und den über allen thronenden Rocker "Lair" hervorheben. Natürlich wurde auch dieses Album wieder mit einigen - sprich drei - Bonustracks veredelt, die sich u. a. aus den MCD-Versionen des hemmungslosen Stampfers "Living Without You" (mit genialem Chorus) und des Groovers "Give Her A Sign", der von einem witzigen Rap-Intro namens "Sally's Rime" eingeleitet wird, zusammensetzen. Hier sollte unbedingt jeder zuschlagen, der sich mit den eingangs genannten Bands identifiziert.

Sonny

Trackliste: 1. Back In Town 4:05 - 2. Mirror 3:15 - 3. Livin Without You 3:19 - 4. Give Me Your Night 3:57 - 5. Spirit Of The Night 4:00 - 6. Stay 3:08 - 7. Got You On My Mind 4:52 - 8. Get Excited / Rock The Nation 4:13 - 9. Liar 4:07 - 10. All Their Needs 3:23 - 11. Crimes Of Passion 3:48 - 12. Give Her A Sign 3:57 - 13. Can’t Reach The Limit 4:08 - 14. Living Without You 3:14 (bonus track, MCD version) - 15. Hot Sweet Lovin 3:08 (bonus track, from MCD) - 16. (Intro) Sally's Rime Give Her A Sign 0:26 (bonus track, MCD version)

Thanks to Sebastian @ MTM Music


SEVENTH KEY/ The Raging Fire
  • Band: Seventh Key
  • Albumtitel: The Raging Fire
  • Spielzeit: 53:34 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Frontiers Records/ Soulfood
  • Vergleichbare Bands: Streets, Streethouse Lane, stellenweise Foreigner und Van Halen
  • Veröffentlichung: 09.02.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
Wie schnell doch die Zeit vergeht?!? Es ist fast schon wieder zwei Jahre her, dass uns der hauptamtliche KANSAS-Bassist Billy Greer mit dem großartigen Debüt seines Projekts SEVENTH KEY erfreute. Der Zweitling hört auf den Titel "The Raging Fire" und fängt genau da an, wo der selbstbetitelte Erstling aufgehört hat. Auf dieser Scheibe reihen sich eingängige und handfeste Rocker wie etwa der Opener "The Sun Will Rise" oder "Always From The Heart" an dramatisch spannende Groover ("You Cross The Line") und wunderschöne Midtempo-Hymnen ("An Ocean Away"). Natürlich lassen auf einem derartigen Album die wohlklingenden Balladen nicht lange auf sich warten, und somit dürfte "It Should Have Been You" (FOREIGNER hätte es nicht besser gekonnt) zum Pflichtprogramm beim nächsten besinnlichen Abend mit der Liebsten gehören. Über dem starken Gesamtwerk thront - neben dem äußerst hörenswerten Gesang - die filigrane Bassarbeit von Mr. Greer und das nahezu unvergleichliche Gitarrenspiel von Mike Slamer (STREETS/ STEELHOUSE LANE), welche besonders beim Titeltrack und "Run" zum Tragen kommen. Meine persönlichen Favoriten auf diesem abwechslungsreichen Silberling sind die fetzige Rocknummer "Sin City", in Mr. Slamer mehr als einmal an einen Eddy Van Halen in Bestform erinnert, und der unwiderstehliche Stampfer "Pyramid Princess". Gekrönt wird die musikalische Meisterleistung erneut mit einer kraftvollen und klaren Produktion aus dem Hause Slamer. Fazit: Eine Melodic Rock-Scheibe, die man ohne jeden Zweifel sein Eigen nennen muss!

Sonny

Trackliste: 1. The Sun Will Rise - 2. Always From The Heart - 3. You Cross The Line - 4. An Ocean Away - 5. The Raging Fire - 6. Sin City - 7. It Should Have Been You - 8. Run - 9. Pyramid Princess - 10. Winds of War – 11. Always From The Heart (video)

Thanks to Sandra @ Undercover Promotion

weitere Reviews über SEVENTH KEY:
SEVENTH KEY/ Live In Atlanta
SEVENTH KEY/
Seventh Key


MASSIVE PUNCH/ Dangerous
  • Band: Massive Punch
  • Albumtitel: Dangerous
  • Spielzeit: 47:05 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: TTS Media/ Al!ve
  • Vergleichbare Bands: die neuen Metallica mit einem Schuß Soundgarden
  • Veröffentlichung: 09.02.2004
  • Wertung: 8,5/ 10

Review:
MASSIVE PUNCH, die sich ja bei uns schon durch ihre mitreißenden Festival-Auftritte einen Namen machen konnten, haben endlich ihre Debüt-CD veröffentlicht, und damit wohl niemanden enttäuscht. Denn alle "Trademarks" der Band wie ihre geballte Power, die sehr energiegeladene und abwechslungsreiche Gesang, konnten auf CD gebannt werden. Als das Fünfergespann (A. Bradt & T. Backes/ Gitarre, S. Herman/ Drums & Marc Kamn/ Bass sowie C. Karlowatz/ Vocals) das Studio enterte, hatten sie 25 Songs im Gepäck. Letztendlich suchten sie die besten 12 heraus, die man getrost als energiegeladene Hardrocknummern mit einer gewissen Eigenständigkeit bezeichnen darf und die uns nun auf CD die Tage versüßen! Die besten Songs sind wohl "Igotull", das mit sehr eingängigem Refrain daherkommt, "Friends", das von der Songstruktur her auf "Reload" von METALLICA hätte sein können. Und zu guter Letzt noch "A New Breed", der wohl aggressivste Song auf der gesamten Scheibe!
Außerdem liegt dem Silberling ein Bestellschein bei, durch den man für 1 € und einen geringen Portoanteil eine Vinyl-LP + Bonustrack erhält. Wenn man auf die Geschichte der Band zurückblickt und sich ihre Musik zu Gemüte führt, fällt es schwer, ihnen den langersehnten Durchbruch nicht zu wünschen.
Also - steh endlich auf und kauf die Scheibe!

Christian

Trackliste: 1. Igotull - 2. Guff - 3. Dangerous - 4. Elbkings - 5. Friends - 6. Runner - 7. A New Breed - 8. Sick Of Life - 9. Mindcrime - 10. Dow What You Want - 11. Psychominds

Thanks to Sönke @ TTS Media


  • Band: Michael Riesenbeck
  • Albumtitel: Shouting Silence
  • Spielzeit: 58:53
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: Giant (für Arme), (ein wenig) Praying Mantis
  • Veröffentlichung: 03.02.2004
  • Wertung: 3/ 10
    Florian

MICHAEL RIESENBECK/ Shouting Silence

  • Band: Michael Riesenbeck
  • Albumtitel: Shouting Silence
  • Spielzeit: 58:53 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Perris Records/ US-Import
  • Vergleichbare Bands: Toto, Journey, Stan Bush, Giant, Travor Rabin, Praying Mantis
  • Veröffentlichung: 03.02.2004
  • Wertung: 8/ 10
    Sonny

- Review:
Der gebürtige Holländer MICHAEL RIESBENBECK veröffentlicht mit "Shouting Silence" ein Debütalbum, das leider zum Großteil unter dem Motto "Lieder, die die Welt nicht braucht" zu stehen scheint... Nach dem völlig deplazierten und langatmigen Opener "Hold On To Me" folgt in Form von "Better Days" sogleich die nächste Ohrfeig ... schöner Käse... Da ich noch nie ein großer Freund von Instrumental-Nummern gewesen bin. stoßen mir folglich Songs wie "Casualties Of War", "Toto's Giant Journey", "Shouting Silence" oder "Meant To Be" sauer auf und lassen das Stimmungsbarometer nicht steigen. Als Hinhörer entpuppen sich lediglich das leicht an PRAYING MANTIS erinnernde "Dreams Of Tomorrow", welches sich nach einem kurzen Keyboard/ Instrumental-Intro zu eine eingängige Rocknummer mit hymnenhaften Refrain entwickelt, sowie "Call To Glory", in dem MICHEAL RIESENBECK ebenfalls obig erwähnten PRAYING MANTIS Tribut zollt. In die gleiche Kerbe schlägt noch "Heart Of Stone", bei dem jedoch soundmäßig Abstriche hinzunehmen sind - wobei dieser für Perris Records-Verhältnisse noch relativ gut, jedoch gewohnt dünn ausgefallen ist. Eigentlich unmöglich diese CD guten Gewissens der breiten Masse zu empfehlen - wer sich partout nicht abschrecken lassen will, und mit den oben genannten etwas anzufangen weiß, sollte evtl. ein Ohr bei besagten drei Nummern riskieren.

Florian

+ Review:
Nanu Kollege Florian, was ist denn bloß los??? Nur weil du nicht gerade ein Freund von Instrumental-Nummern bist, diese gleich als stimmungsdrückend zu bezeichnen ist wohl etwas weithergeholt und so ganz nebenbei: PRAYING MANTIS könnten sich glücklich schätzen, wenn ihre letzten Scheiben nur annähernd die Qualität von "Shouting Silence" gehabt hätten (also fernab von Käse ;-). Meines Erachtens präsentiert uns der niederländische Multi-Instrumentalist MICHAEL RIESENBECK auf seinem Debüt acht nahezu hochkarätige Songs und drei wunderbare Instrumentale, die sein musikalisches Können auf eindrucksvolle Weise unterstreichen. Zur gesanglichen Unterstützung konnte er u. a. PHIL VINCENT, Tony O'Hara (PRAYING MANTIS) und URBAN TALE-Goldkelchen Kimmo Blom um sich scharen. Alle Songs nisten sich schon während des ersten Durchlaufs in den Gehörgängen ein und verlieren auch nach endlos vielen Rotation nichts an ihrem Reiz. Zwar grenzt es schon nahezu an Frevel sich einige Nummern als Anspieltipps herauszupicken, aber den Opener "Hold On Me" (AOR-Hymne schlechthin) gesungen von PHIL VINCENT, das leicht rotzige "Better Days" (Ed James) und den AOR-Rocker "Call To Glory" (Kimmo Blom & Bryan Wooley), der in bestes 80er-Flair gebettet ist, sollte man unbedingt gehört haben. Als eine sehr prickelnde Sache gestaltet sich auch das 8minütige Instrumental "Toto's Giant Journey", das mit einem Gitarrenspiel der Marke Dann Huff (GIANT) und pompösen Elementen a la STYX zu brillieren weiß. Wer sich gerne selbst eine Meinung über die Qualität der Scheibe bilden möchte, der kann sich die Songs auf
www.michaelriesenbeck.com im Zeitreifer in Form zweier Medleys reinziehen. Fazit: Es handelt sich hier keineswegs um "Lieder, die die Welt nicht braucht"... in diese Katgorie fallen wohl eher die Songs von Tony O'Hara & Co. ;-)

Sonny

Trackliste: 1. Hold On Me - 2. Better Days - 3. Dreams For Tomorrow - 4. Casualties Of War (instrumental) - 5. Call To Glory - 6. Meant To Be - 7. Toto's Giant Journey (instrumental) - 8. Heart Of Stone - 9. Two Hearts - 10. Telling Lies - 11. Shouting Silence (instrumental)

Thanks to Tom @ Perris Records


KROKUS/ Fire And Gasoline: Live!
  • Band: Krokus
  • Albumtitel: Fire And Gasoline: Live!
  • Spielzeit: CD 1: 54:29 min/ CD 2: 42:min/DVD: 88:47 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: EastWest Records/ Warner Music
  • Vergleichbare Bands: AC/DC
  • Veröffentlichung: 02.02.2004
  • Wertung: 10/ 10

Review:
Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, da haben uns die Schweizer Kult-Rocker mit ihrer bärenstarken Comeback-Scheibe überrascht. Nun werden Bandleader Fernando Von Arb (Gitarre), Sänger Marc Storace & Co. mit einer Live-Scheibe vorstellig, die gestandenen Rock-Fans die Tränen in die Augen treiben dürfte. Nicht nur, dass die Band mit "Mad World", "I Wan't It All", "Throwing Her China" und "Rock The Block" vier grandiose Nummern von besagten Comeback am Start hat, nein, die Herren heizen dem junggebliebenen Zuhörer mit Klassikern "Heatstrokes", "Tokyo Nights" oder "Bedside Radio", die allesamt vom Hammer-Album "Metal Rendez-Vous" (Dreifachplatin in der Schweiz) stammen, ordentlich ein und zeigen den Jungspunden der heutigen Szene wo der Hammer hängt. Aber auch die anderen mit Edelmetall dekorierten Scheiben wie "Hardware" (darunter Kracher wie "Rock City" und "Easy Rocker") oder "No Vice At A Time" werden Setlist-technisch bedacht. Von letzterem, das den Eidgenossen endgültig auch den Durchbruch in Übersee bescherte, gesellen sich u. a. der Party-Stampfer "Bad Boys Rag Dolls" und die bekannte Schnacksel-Hymne "Long Stick Goes Boom" auf "Fire And Gasoline: Live!" hinzu. Da mit "Rock 'N' Roll Tonight" und "Flying Through The Night" zwei Nummern aus der etwas kritischen Zeit ("Heart Attack"/ 1988) bzw. vom ersten ernstzunehmenden Comeback-Versuch "To Rock Or Not Be" mit von der Partie sind, kann man dieses Live-Doppelalbum getrost als grandiosen Querschnitt der Scheiben mit Marc Storace verstehen. Nur schade, dass man die "early days" der Band und die anderen Scheiben ohne den aus Malta stammenden Sänger gänzlich vernachlässigt hat. Dafür wird der Fan aber mit einer phantastischen Bonus DVD entschädigt, die neben dem großartigen Auftritt auf dem letztjährigen Montreux Jazz-Festival auch noch mit zusätzlichem Material vom Gig in der Soundarena zu Wohlen aufwartet. Die Show in Montreux wurde im aufwendigen 5.1 Surround aufgenommen und begeistert zudem noch mit einer atemberaubenden Bildqualität. Als atemberaubend kann man - ohne zu übertreiben - auch die Performance der Band titulieren. Dies trifft insbesondere auf das stets gut geölte Organ von Herrn Storace und die wiedergewonnene Spielfreude von Fernando Von Arb zu. Wen die beiden Live-CDs - aus mir unerfindlichen Gründen - noch nicht vollends überzeugt haben sollten, der wird spätestens mit dem Genuss der DVD völlig hin und weg sein. Mit einem Wort: GENIAL!!!

Sonny

Trackliste: CD1: 1. HEATSTROKES - 2. MAD WORLD - 3. FLYING THROUGH THE NIGHT - 4. AMERICAN WOMAN - 5. I WANT IT ALL - 6. BAD BOYS RAG DOLLS - 7. TOKYO NIGHTS - 8. STAYED AWAKE ALL NIGHT - 9. DOWN THE DRAIN - 10. FIRE - 11. ROCK 'N' ROLL TONIGHT

CD 2: 1. THROWING HER CHINA - 2. SCREAMING IN THE NIGHT - 3. ROCK CITY - 4. EASY ROCKER - 5. ACKSEAT ROCK'N'ROLL - 6. ROCK THE BLOCK - 7. LONG STICK GOES BOOM - 8. EAT THE RICH - 9. BEDSIDE RADIO

DVD: Recorded at the Montreux Jazz Festival on July 20th 2003 - Dolby digital 2.0 & Surround 5.1 + Bonus...
Tracklisting DVD: 1. LONG STICK GOES BOOM - 2. MAD WORLD - 3. AMERICAN WOMAN - 4. I WANT IT ALL - 5. FIRE - 6. DOWN THE DRAIN - 7. SCREAMING IN THE NIGHT - 8. STAYED AWAKE ALL NIGHT - 9. ROCK CITY - 10. ROCK 'N' ROLL TONIGHT - 11. EASY ROCKER - 12. HEATSTROKES - 13. BEDSIDE RADIO

Thanks to Reto @ Extern Entertaiment

weitere Reviews über KROKUS:
KROKUS/ Hellraiser
KROKUS/
Rock The Block


VARIOUS ARTISTS/ Ruf 10th Anniversary Sampler 2004
  • Band: Various Artists
  • Albumtitel: Where Blues Crosses Over
  • Spielzeit: 49:57 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Ruf Records
  • Vergleichbare Bands: 2 many 2 mention
  • Veröffentlichung: ??.02.2004
  • Wertung: keine Wertung

Review:
Ruf Records ist ein kleines, aber feines deutsches Label, das sowohl etablierten Größen, als auch Nachwuchs-Bluesinterpreten eine Veröffentlichungsplattform bietet. Um das zehnte Jahr Ihres kreativen Schaffens gebührend zu feiern, liefert "Where Blues Crosses Over" eine ansprechende Zusammenstellung aktueller Veröffentlichungen. Neben den neusten Streichen einiger "alter Bekannter" wird so auch dem Nachwuchs genügend Spielzeit eingeräumt, sich Gehör zu verschaffen - und genau diese "Greenhorns" sind es, wovon diese CD lebt: Weder CANNED HEAT noch LUTHER ALLISON vermochten mich mit Ihren Beiträgen vom Hocker zu reißen. Beinahe freiwillig schienen sie WALTER TROUT mit der Aufgabe betraut zu haben, die Ehre der alten Recken wiederherzustellen, und die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Es ist schön zu hören, dass sich WALTER TROUT noch immer auf seine alten Stärken besinnt, und unbeirrbar, markant und ausdrucksstark seinen musikalischen Weg entlang der "Jericho Road" geht.OMAR & THE HOWLERS bewegen sich mit dem groovigen "Boogie Man" gelungen auf einem Terrain irgendwo zwischen ZZ TOP und GARY MOORE (zu Blues Zeiten!) , zumal sich das Gitarrenriff bereits beim ersten Hördurchlauf regelrecht im Gehör festfrisst.
FRIEND 'N FELLOW reduzieren JIM HENDRIX' "Angel" auf das Minimalste: Ergebnis ist eine gelungene Coverversion, die man am besten mit den Worten "intim" und "intensiv" beschreibt. Das eingängige "Sometimes It Gets 2 Me" lebt vom angenehmen Gesang AYNSLEY LISTER und einem erstklassigen Gitarrensolo - in meinen Augen das Highlight auf "Where Blues Crosses Over". Weniger begeistern kann ich mich für den soulig-funkigen Beitrag von ANA POPOVIC, das schräge und durch nervige Bläser untermalte "I Got A Secret", sowie MICHEAL HILL'S BLUES MOB, deren Sänger die stimmliche Reichweite einer Kröte hat ...
Freunde bluesgetränkter Töne sollten sich das Label Ruf Records unbedingt merken bzw. deren Website www.rufrecords.de antesten. Vorliegender Sampler eignet sich optimal, um einen ersten Überblick über die stilistische Bandbreite des Label-Repertoires zu gewinnen: Vielseitig, abwechslungsreich und zudem erfrischend "back to the roots"!

Florian

Trackliste: 1. IMPERIAL CROWNS/ Lil' Death - 2. ANA POPOVIC/ Comfort To The Soul - 3. OMAR & THE HOWLERS/ Boogie Man - 4. WALTER TROUT/ Jericho Road - 5. MICHEAL HILL'S BLUES MOB/ Something In The Sky - 6. AYNSLEY LISTER/ Sometimes It Gets To Me - 7. CANNED HEAT/ It Don't Matter - 8. LUTHER ALLISON/ I wanna be with you - 9. CANDY KANE/ I Got A Secret - 10. IAN PARKER/ Awake At Night - 11. FRIEND 'N FELLOW - Angel

Thanks to Katrin @ Ruf Records


TOXIC VIRGIN/ Sulphur
  • Band: Toxic Virgin
  • Albumtitel: Sulphur
  • Spielzeit: 46:09 min
  • Plattenfirma/ Vertrieb: Eigenproduktion/ Deutschland
  • Vergleichbare Bands: Gary Moore, Domain, Railway, Medusa (alle nur annähernd)
  • Veröffentlichung: ??.02.2004
  • Wertung: 7,5/ 10

Review:
"Sulphur" ist mittlerweile schon der vierte Silbering (eine EP und drei "full lenght"-Scheiben), den das Krefelder Quintett in Eigenregie veröffentlicht hat. Gleich der hymnenlastige Opener "Evil Days" und das leicht speedige "Born To Run" verdeutlichen, dass sich TOXIC VIRGIN nicht in eine der gängigen Schubladen zwängen lassen, sondern irgendwo zwischen eingängigem Hard Rock und energiegeladenen Heavy Metal ihr Heil suchen. Ingesamt sprudeln zwölf Songs mal quirlig ("The Clown"), getragen ("Paradise") oder heavylastig ("It Smells Of Leather") aus den Klangkörpern. Aufgrund der keltischen Elemente beim Opener und "The Clown" kann man vielleicht am ehesten Vergleiche zu GARY MOORE oder DOMAIN anstellen, was nicht zuletzt an der richtig guten Arbeit vom Gitarrenduo Dirk Reiners/ Carlo Bertini liegt. Natürlich wird dem abwechslungsreichen Album in Form von "Whiskey A Go Go" oder "Girls Don't Drink" auch die unabdingliche Dosis Rock 'N' Roll bzw. Spaß injiziert. Mit dem extrem eingängigen - fast poplastigen -"We'll Make It Through" hat die Band sogar eine Nummer am Start, die ohne weiteres in die Rationen diverser Radiostationen aufgenommen werden könnte. Außerdem weiß "Sulphur" mit einer für eine Eigenproduktion sehr druckvollen Produktion zu überzeugen. Daher erscheint es mir fast schleierhaft, dass TOXIC VIRGIN - trotz ihres Beitrags auf einem "Unerhört"-Sampler - noch keine Aufmerksamkeit bei Plattenfirmen erreichen konnte. Überzeut euch selbst: die Scheibe gibt's unter
www.toxicvirgin.de.

Sonny

Trackliste: 1. Evil Days - 2. Born To Run - 3. Mad As Hell - 4. Paradise - 5. The Clown - 6. Smells Of Leather - 7. Rock Bottom - 8. Whiskey A Go Go - 9. We'll Make It Through - 10. Fallen Angels - 11. Traveller In Time - 12. Girls Don't Drink

Thanks to Carlo @ Toxic Virgin

Last Update: Sunday, 15. August 2004
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Sonny