VARIOUS
ARTISTS
“Anuk - Der Weg Des
Kriegers”
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Label: Locomotive Records |
Veröffentlichung:
27. April 2007
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| Cat. #: LM 395 | Barcode: 872967009149 |
Music Style:
Film-Soundtrack
Tracklisting: 1.
Song Of The Spirits (Storace/ Gasser/ Glanzmann) - 2. Path Of The Warrior (Gasser/
Glanzmann) - 3. Hunt (Gasser/ Glanzmann) - 4. Meha's Song (Dirge Version)
(Pesch/ Gasser) - 5. On My Own (Storace/ Gasser) - 6. Battlefield Theme (Storace/
Gasser/ Glanzmann)
- 7.
Warrior Soul (Pesch/ Scruggs) - 8. Edge Of The World (Gasser) - 9. Meha's Song (Pesch/
Gasser) - 10. Call (Storace) - 11. Hand To Hold (Gasser/ Glanzmann) - 12.
Warrior Soul (Acoustic Version) (Pesch/ Scruggs) - 13. Quest (Pesch/
Gasser)
Info:
«...Sie alle tragen das Gepräge des Alten, Uralten und
ragen wie erratische Blöcke in den Gedankenkreis der Gegenwart. Es muss einmal
ein Weltbild gegeben haben, dessen letzte Zeugen sie sind...»
Eduard Renner; «Goldener Ring über Uri»
Goldener Ring
Eine ganze Viehherde verschwindet vor den Augen des Älplers, um
sich Augenblicke später als wär nichts gewesen wieder aus dem Nichts
aufzutauchen. Ein Bergkristall hat sich Über Nacht verflüchtigt, weil der
Strahler vergass, sein Werkzeug an den Fundort zu legen; hätte er es getan, so
wäre das Mineral gebannt gewesen und ein Entschwinden wäre ihm unmöglich
gewesen.
Auf der Iwi Alp ringen Geister mit den stärksten Sennen, in Giswil muss die
"arme Seele" des Hensli Müller während Jahrhunderten als Kalb oder
Hund durch die Wälder hetzen und überall auf den Alpen "wandeln"
Verstorbene, um Busse zu tun, weil sie fahrlässigerweise Türen und Zäune
offen liessen und damit dem Bösen Einlass gewährten. Wobei der Ausdruck
"das Böse" eigentlich nicht korrekt ist; vielmehr handelt es sich um
das grosse Unbekannte, das "Es", das stetig danach strebt, jede
herrschende Ordnung aufzulösen. Und deshalb muss dieses "Es" gebannt
werden sei dies rituell mit Bannformeln oder effektiv mit Zäunen und Türen um
den Lebensraum des Menschen vom bedrohlichen Chaos zu schützen. Und deshalb
vollzieht der Älpler Abend für Abend den heiligen Betruf: Soweit seine Stimme
zu reichen vermag, soweit ist das "Es" gebannt und ein schützender,
"goldener Ring" umgibt die Alp mit allem, was darin wohnt. Wenigstens
für eine Nacht.
Archaisches Denken
Wer wie ich in der Bergwelt der Alpen aufwächst, hat einen elementaren Bezug
zur Natur, zur Jagd und zum Herdfeuer. Und immer wieder begegnen einem die
Spuren einer mystischen und archaischen Welt, sei es durch Erlebnisse,
Erfahrungen oder durch die vielen Sagen und Geschichten, mit denen man
aufgewachsen ist. Und all diese Spuren weisen auf ein Weltbild zurück, das
weit, sehr weit zurückliegen muss.
Eindrücklich hat dies vor bald 60 Jahren der Urner Landarzt Eduard Renner in
seinem Buch "Goldener Ring Über Uri" dargelegt; darin beschreibt er,
dass das Denken und Fühlen des Berglers auf ein Fundament von magischem und
mystischem Denken beruht, das bis in uralte, sogar prähistorische Zeiten zurückreicht.
Wir können uns daran nicht mehr erinnern, und doch beherrscht vieles davon
unser Denken und Handeln.
Auf Anuks Spuren
Es reizte mich schon immer, mich in Anuks Zeit zu begeben, in der
die ganze Natur belebt ist, jeder Bach, jeder Baum, sogar jeder Stein eine
Geschichte zu erzählen weiss und die Geister und Ahnen in langen Neumondnächten
den Menschen Dinge zuflüstern, um ihre Wege in einer weiten, entvölkerten Welt
zu bestimmen. Und in dieser weiten und menschenleeren. in dieser elementaren und
gefahrvollen Welt vertraut der Mensch seinen Leuten, seinem Clan, seinem Bogen
und wenn er denn eine besitzt seiner Bronzenaxt.
Und er vertraut auf die spirituelle Kraft einer geistigen Welt, mit der er sich
verbunden und von der er sich getragen fühlt und die für ihn so real ist wie
der Wind und der Regen und wie das Rentier auf der Gebirgsebene. Dies hat nichts
mit der Romantik einer oberflächlichen Esoterik irgendwelcher urbaner Pseudo
Aussteiger zu tun; das ist die archaische Welt, wie sie mir vor einigen Jahren
vom Schamanen und Häuptling der Northern Cheyennes Johnny Russell, beschrieben
wurde und es ist gleichzeitig jene Welt, von der mir meine katholischen
Grosseltern zu erzählen wussten. Geschichten, die mich stark beeindruckten und
bis heute geprägt haben. Deshalb vielleicht liegt mir Anuks Welt trotz ihrer
viertausend jährigen Distanz für mich gar nicht so weit weg und darin liegt
vielleicht eine der Motivationen, Anuks Geschichte im Kino zu erzählen.
I exist
Auch wenn Anuks Welt keine Zeugnisse aus Stein und Pflaster
hinterlassen hat, so wissen wir doch heute, dass Ötzis Zeitgenossen nichts mit
den Keulen schwingenden Höhlenmenschen von "Le guerre de feu" („Am
Anfang war das Feuer") zu tun haben. Sie besassen im Gegenteil eine hohe
intellektuelle Vorstellungsgabe, die sie sogar die abstrakte Kunst erfinden
liess. Die Beschaffenheit ihres weiten Welt war ihnen durchaus bewusst: archäologische
Funde belegen, dass Handelswege von Der Ostsee bis zum Mittelmeer sogar
Bernstein und Muscheln in die Alpentäler brachten. Und ihre mystischen
Begabungen und ihre spirituellen Fähigkeiten mögen unsere heutigen sogar Übersteigen.
In jedem Fall Übertrifft den heutigen weltlichen Menschen Anuks Zähigkeit und
Mut, einer wilden, gefährlichen und alles abverlangende Umwelt zu trotzen und
allen Wiedrigkeiten eines harten Lebens entgegenzutreten und zu antworten: I
exist!
www.anuk.ch
www.locomotiverecords.com
Last
Update: Sunday, 01. April 2007
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