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01/ 2003


... ein Auftakt nach Maß

Die Nachricht über den Rausschmiss von Roland Grapow (Gitarre) und Schlagwerker Uli Kusch bei HELLOWEEN schlug vor nahezu 1 1/2 Jahren ein wie eine Bombe. Nun holen die beiden Ex-Kürbisse, verstärkt durch Ausnahmesänger Jorn Lande, mit ihrer eigenen Band MASTERPLAN zum musikalischen Gegenschlag aus. Mit ihrem selbstbetitelten Debüt haben die Herren Grapow/ Kusch ein wahres Meisterwerk geschaffen, an dem sich ihre ehemaligen Kollegen wohl die Zähne ausbeißen dürften. Also war es mir ein Fest, Herrn Grapow etwas eingehender zu befragen.

S: Hallo Roland, erst mal freut es mich riesig, dass es zu diesem Interview gekommen ist und zweitens möchte ich euch zu diesem fantastischen Album gratulieren.

RG: Danke, Danke! Freut mich wirklich riesig. Im Moment scheinen fast alle das Album zu mögen ... hehe.

S: Erzähl uns doch bitte was über die Entstehungsgeschichte von MASTERPLAN.

RG: Nach dem HELLOWEEN-Split hatten Uli Kusch und ich beschlossen auch weiterhin zusammenzubleiben. Erst langsam wurde aus unseren ersten Ideen eine Band geboren. Zuerst waren Russell Allen (Vocals), Janne Wirmann (Keyboards) und Jürgen Attig (Bass) in der Band, aber nach einiger Zeit merkten wir, dass es nicht die richtigen Leute für MASTERPLAN waren. Nun haben wir mit Axel Mackenrott (Keyboards), Jan S. Eckert (Bass) und Jorn Lande (Vocals) - so wie es aussieht - die richtigen Leute am Start!

S: Hat MASTERPLAN für dich Projekt-Charakter oder handelt es sich um eine feste Band?

RG: MASTERPLAN hat definitiv Band-Charakter. Jorn hat deshalb auch schon seine anderen Projekte aufgegeben und mit uns gemeinsam den Vertrag bei AFM-Records/ Painful Lust unterzeichnet. Wir sitzen nun alle in einem Boot. Nur Jan wird hin und wieder bei IRON SAVIOR aushelfen, wenn die Zeit es ihm erlaubt.

Roland Grapow (guitars)
S: Mit Jörn Lande habt ihr euch einen der begnadetsten Sänger an Bord geholt. Weshalb habt ihr euch als Metal-Act gerade für ihn entschieden? Ich meine, Jörn fühlt sich doch eher im Hard/ Heavy Rock zuhause. Oder?

RG: Wir fühlen uns eigentlich auch eher in der Hard/ Heavy Rock-Ecke zuhause. Der einzige Unterschied sind nur unsere schnellen Doublebass-Nummern, aber wir haben genauso melodische Sachen wie viele andere Rockbands auch. Jorn war unserem Geschmack nach einfach der beste für diesen Job. Da war es uns eigentlich relativ egal, ob er vorher dies oder das gemacht. Du fühlst es einfach, wenn es passt.

S: Ich habe Jörn selten so aggressiv und kraftvoll (ich denke da an die verschiedenen Scream-Parts) erlebt wie auf diesem Album. Ist es ihm nicht wahnsinnig schwergefallen eine solche Performance an den Tag zu legen?

RG: Jorn hatte damit überhaupt keine Probleme. Ich würde sagen, er gibt jeden Song das richtige Feeling. Es hat ihm niemand gesagt, dass er so singen soll. Es kam - so wie es ist - ganz natürlich aus ihm heraus.

Uli Kusch (drums)
S: Der Song "Heroes" wird von Jörn und von eurem langjährigen HELLOWEEN-Gefährten Michael Kiske im Duett gesungen. Habt ihr nie mit dem Gedanken gespielt, MASTERPLAN mit ihm als Sänger an den Start zu bringen?

RG: Du wirst lachen, wir hatten Michi - lange vor Jorn - gefragt, ob er bei uns einsteigen wolle. Aber er hatte kein Interesse daran gezeigt, weil er sich ganz auf seine eigene Karriere konzentrieren will.

S: Mit "Enlighten Me" habt ihr bereits schon eine 5 Track-Single vorab veröffentlicht. Warum habt ihr euch zu einer Single-Veröffentlichung hinreißen lassen?

RG: Wir finden einfach, dass der Song eine Chance verdient eventuell im Radio gespielt zu werden. Außerdem wollten wir damit die Fans etwas aufheizen und auf das Album neugierig machen.

S: Warum habt ihr nicht "Heroes" als Single-Auskopplung verwendet? Denkst du nicht, dass sich dieser Song auch für eine derartige Veröffentlichung angeboten hätte?

Jorn Lande (vocals)RG: "Heroes" ist ein typischer HELLOWEEN-Metal Song, der auf MTV & Co niemals die Chance hätte gespielt zu werden. Ich finde, "Enlighten Me" hat einfach mehr Crossover-Qualitäten. Hätten die Leute "Heroes" zuerst gehört, würden sie wohl annehmen, alle Songs seien so gestrickt und das würde das Album eigentlich total falsch widerspiegeln.

S: Auf dieser Single ist mit "Black Dog" auch ein LED ZEPPELIN-Cover enthalten. Wie seid ihr gerade auf diese Nummer gekommen?

RG: Wir bekamen ein Angebot auf einem spanischen LED ZEPPELIN-Tribut mitzuwirken und hatten spontan zugesagt. Eigentlich gab es keinen speziellen Grund für diese Nummer. "Black Dog" war einfach noch frei.

Jan S. Eckert (bass)
S: Die Nummer "Soulburn" erinnert mich stellenweise auch an LED ZEP. Zählst du die Band auch zu deinen Einflüssen?

RG: Ein wenig sicherlich. Ich liebe "Kashmir". Hör dir doch "Bleeding Eyes" oder ältere HELLOWEEN-Nummern, die ich geschrieben habe, wie z. B. "Escallation 666" und "Time Of The Oath an. Ich liebe diesen stampfenden und simplen Sound a la LED ZEPPELIN oder BLACK SABBATH.

S: Produktionstechnisch ist euch ex- SABBATH-Gitarrist Andy Sneap (u. a. BLAZE/ NEVERMORE) zur Seite gestanden. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

RG: Durch die Musiker von BLAZE hatte ich von ihm gehört. Ich war auch von der Produktion der letzten TESTAMENT und KILL 2 THIS sehr angetan. Außerdem liebe ich seinen Gitarren-Sound.

S: Welcher Song hat dich als Gitarrist am meisten gefordert?

Axel Mackenrott (keyboards)
RG: Da waren einige dabei: "Soulburn", "Elighten Me", "Spirit Never Dies" und "Crawling From Hell"

S: Zum Abschluss des Interviews möchte ich gerne deine Seite zum Split von HELLOWEEN hören. Es sind ja nun schon einige Monate ins Land gezogen. Wie denkst du heute darüber?

RG: Uli und ich sind sehr glücklich nicht mehr bei dieser Band zu sein. Menschlich gesehen war es einfach eine wirklich schlimme Zeit. Uli und ich haben uns auch musikalisch weiterentwickelt, doch bei HELLOWEEN wurden wir einfach nur noch limitiert. Ich fand es sehr traurig, denn alles musste einfach so wie in den 80ern klingen.

S: Roland, vielen Dank für dieses Interview. Ich wünsche dir viel Erfolg mit MASTERPLAN und viel Spaß auf der Tour mit HAMMERFALL.

RG: Vielen Dank und bis bald
Roland

01. Spirit Never Die
02. Enlighten Me
03. Kindhearted Light
04. Crystal Night
05. Soulburn
06. Heroes
07. Sail On
08. Into The Light
09. Crawling From Hell
10. Bleeding Eyes
11. When Love Comes Close

"Masterplan" (2003 / Painful Lust/ Soulfood)

DISKOGRAFIE:

"Masterplan" (2003)

weitere Informationen unter www.master-plan.net

andere Beiträge über MASTERPLAN
Reviews:
MASTERPLAN/
Aeronautics (Album Of The Month/ January 2005)

Sonny

Thanks to Roland @ Masterplan

Last Update: Sunday, 12. January 2003
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