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09/ 2006


... STRAIGHT UND EINFACH SEHR GUT GELUNGEN ...


Mit der Veröffentlichung von "Middle Of Nowhere" gab Sänger Andy Urbeck seinen Einstand bei HOTWIRE, die sich kurz zuvor von ihrem früheren Sänger Werner Stadi getrennt hatten. Obwohl dieses Album von dessen songwriterischer Einfluss noch stark geprägt war, lieferte Andy Urbeck einen erstaunlich guten Job ab. Nun ist mit "Devil In Disguise" endlich der heißersehnte Nachfolger, dem Andy Urbeck und Alex Espinosa (Gitarre) ordentlich ihren Stempel aufgedrückt haben, in den Läden. Da diese Scheibe im Juni zu unserem "Album Of The Month" gekürt wurde, war es uns ein besonderes Vergnügen mit dem sympathischen Frontmann ein ausführliches Interview zu führen. 

S: Du bist ja erst kurz vor der Veröffentlichung von "In The Middle Of Nowhere" zur Band gestoßen. Kannst du uns einen kurzen Überblick über dein Musikerleben vor HOTWIRE verschaffen und wie bist du letztendlich bei der Band gelandet?

AU: Ich hab im Internet gelesen, dass HOTWIRE einen neuen Sänger sucht. Da mir die Band schon bekannt war und ich Bock auf Rockband hatte, bewarb ich mich bei Tom Glas mit einem Demo. Der rief prompt zurück und meinte, dass von seiner Seite aus einer Zusammenarbeit nichts im Wege steht. Auch Winnie war dafür, nur dem Alex seine Stimme fehlte noch. Der lag nämlich grad in Spanien am Strand beim Cocktail saufen und Lolitaärsche kucken. Da es eilte mit der Entscheidung (''Middle Of Nowhere'' stand kurz vor der Veröffentlichung), schickte ihm Tom das Demo nach Spanien. Auch Alex gab sein ok und nun bin ich seit August 2000 Bandmitglied.

S: Zwischen "In The Middle Of Nowhere" und dem neuen Album liegen gute fünf Jahre. Warum hat es so lange bis zur Veröffentlichung von "Devil In Disguise" gedauert?

Andy Urbeck (vocals)AU: Da die Songs auf ''Middle Of Nowhere'' noch teils aus der Feder des Ex-Sängers stammten und die Band sich während der Aufnahmen von diesem trennte, gab es nach der Veröffentlichung einige rechtliche Dinge zu klären. Streit um den Bandnamen und jede Menge Pille-Palle-Kinderkram. Wir mussten uns also erstmal die Rechte am Namen sichern und alles Hinderliche aus vergangenen Tagen loswerden, um neu anfangen zu können. In dieser kleinen schöpferischen Pause, wandte sich natürlich jeder auch anderen Projekten zu (man muss ja auch Geld verdienen) und die daraus entstanden Verpflichtungen bremsten natürlich die ganze Entwicklung. Wir trafen uns zwar regelmäßig um Songs zu schreiben, aber es ging ganz einfach zäh voran. Als dann endlich alles soweit fertig war, konnten wir Chris Lausmann als Produzenten gewinnen. Da dieser jedoch ein viel beschäftigter Mann ist, zog sich das arrangieren, aufnehmen, mischen und mastern ewig in die Länge. Ich finde jedoch, dass das Ergebnis den langen Weg wert war.

S: Das neue Album wirkt im Vergleich zum guten Vorgänger, der durch den jähen Sängerwechsel unweigerlich etwas litt, wie aus einem Guss. Wo liegt für dich ganz persönlich der Hauptunterschied zu "In The Middle Of Nowhere"?

AU: So wie die Truppe jetzt aufgestellt ist, herrscht ein super Bandklima. Jeder ist offen und keiner ist zickig, das erleichtert die Arbeit ungemein. Außerdem ergänzen Alex und ich uns sehr gut beim Songschreiben was dann noch von Tom und Winnie im Proberaum optimal abgerundet wird.

S: Für "Devil In Disguise" habt ihr euch produktionstechnische Unterstützung von Chris Lausmann (ex-BONFIRE) geholt. Warum habt ihr diesmal nicht wieder selbst produziert und wie war die Arbeit mit Herrn Lausmann?

AU: Jeder von uns besitzt zwar ein gutes Gehör und Gefühl für die Produktion, aber wir dachten, für das Comeback wäre es sinnvoll, einen Profi in Sachen Studioarbeit ins Boot zu holen. Die Arbeit mit Chris war absolut easy und wir konnten sehr viel von ihm lernen. Leider war das Ganze wie schon erwähnt halt nur sporadisch möglich.

Alex Espinosa (guitars)S: Auf der neuen Scheibe sind mit "Hot Love" und "Ride The Night Away" zwei Coverversionen am Start. Was hat euch gereizt, gerade diese beiden Nummern neu aufzunehmen? Ich meine, der T. REX-Klassiker wurde ja schon zigmal gecovert und den anderen Song dürften nur wenige Hard Rock-Fans in der Originalversion kennen...

AU: Idee und Ausführung von ''Hot Love'' stammen von Chris Lausmann und ''Ride The Night Away'' hatte ich zuvor schon mit einer anderen Band performt. Ich konnte mich erinnern, dass die Nummer ordentlich nach vorne ging und dachte, die würde sich für HOTWIRE eignen.

S: Mit dem wunderschönen "Wonderland" oder der Acoustic-Ballade "Here I Am" habt ihr zwei Nummern am Start, die sich förmlich als Single aufdrängen. Ist eine derartige Veröffentlichung in Planung?

AU: Noch nicht geplant, aber durchaus möglich.

S: Welche Nummer ist dein persönlicher Favorit auf "Devil In Disguise" und warum?

AU: ''Skytrain'': straight und einfach sehr gut gelungen.

S: Gibt es auf dem neuen Album einen Song, der dir als Sänger besonders viel abverlangt hat?

Winnie Neumann (bass)AU: Eigentlich nicht. Die Songs müssen ja auch ''live'' singbar sein. Ich lote meine Grenzen dann eher beim Auftritt aus. Wenn ich merke ich bin gut drauf, dann improvisiere ich ein bisschen und gestalte die Finali schwieriger.

S: Hat es mit dem Albumtitel eine besondere Bewandtnis auf sich?

AU: Das Album sollte eigentlich ''Waterfalls'' heißen, weil das der erste Song war, der in neuer Besetzung entstand. Wir fanden dazu allerdings kein vernünftiges Cover. Ein Wasserfall wirkt einfach kitschig. Da dachten wir, wieso nicht einfach ein kompromissloses, klischeebehaftetes Cover hernehmen und den Namen des Albums einfach danach richten. So war's dann auch.

S: Vor ein paar Jahren war auf eurer HP einmal die Rede von einem Videoclip. Was ist eigentlich daraus geworden?

AU: Wir nahmen ein Demo mit ''Waterfalls'' auf, um bei verscheiden Firmen anzuklopfen. Zeitgleich musste ein Bekannter von mir mit einem Kamerateam einen Videoclip für sein Medientechnikstudium drehen. Es bot sich an, einen Clip zu ''Waterfalls'' zu drehen. Da aber die Aufnahme des Demos ziemlich von der Endfassung, die auf dem Album zu hören ist, abweicht, entschlossen wir uns, das Video nicht zu veröffentlichen. Vielleicht kommt's mal auf die Homepage.

S: Wie ist es im Hause HOTWIRE momentan um Live-Dates bestellt?

AU: Am 24.11. in Ingolstadt im ''Paradox''. Ansonsten schauen wir, ob wir eine Tour ergattern können.

S: Soviel ich weiß, hast du ja auch ein fertiges Solo-Album in der Schublade. Kannst bzw. willst du uns vielleicht darüber etwas mehr verraten? Tom Glas (drums)

AU: Ich hab mit den Aufnahmen bereits vor meinem Einstieg bei HOTWIRE angefangen. Ich hatte zehn Songs für ein Album zusammen und konnte Richard Palmer-James (Gründungsmitglied von SUPERTRAMP und sehr erfogreicher Songschreiber) für den Job als Produzent begeistern. Es kamen noch einige hochkarätige Musiker dazu, wie z. B. Dan Lucas, der die Chöre sang. Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber ich wollte das Album nicht auf den Melodic Rock Markt schmeißen, weil es dafür zu mainstreamig ist. Andere Möglichkeiten taten sich bis jetzt leider nicht auf und so hab ich ein paar Songs mit anderen Texten dazu verkauft (z.B. einen als Titelsong für die REWE-Supermarktkette zum 75-jährigen Jubiläum :-)). Aber ich denke irgendwann werd ich es schon noch  auf die Reise bringen.

S: Gibt es zum Schluss noch etwas, was du gerne loswerden möchtest?

AU: Ich hoffe, dass uns unsere alten Fans über die Jahre treu geblieben sind und wir viele neue Fans mit unserem Album gewinnen können. Dann gibt's auch spätestens 2018 wieder eine neue Scheibe

01. Waterfalls  
02. Devil In Disguise  
03. Hot Love  
04. Wonderland  
05. Ride The Night Away  
06. Feelings  
07. Skytrain  
08. I Know  
09. Here I Am  
10. Escaping  
11. Everytime You Want It  

"Devil In Disguise"
(2006/ P&M Records/ NL Distrubtion)


DISKOGRAFIE:

"Hotwire" (1995)
"Face Another Day" (1998)
"Middle Of Nowhere" (2001)
"Devil In Disguise" (2005)

andere Beiträge über HOTWIRE
Reviews:
HOTWIRE/ Devil In Disguise (Album Of The Month/ June 2006)
HOTWIRE/ Middle Of Nowhere

Specials:
"... jetzt schlägt's dreizehn!" mit Andy Urbeck
"own words" mit Alex Espinosa und Andy Urbeck ("Devil In Disguise")

mehr Infos @ www.hotwire-rock.de 

Sonny

Thanks to Tom @ Hotwire

Last Update: Sunday, 10. September 2006
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