HOME
04/ 2003


Ein neuer Stern am Metal-Himmel

Wer geglaubt hat, dass die Metal-Szene um Hannover seit dem Abgang von THUNDERHEAD und der Trendanbiederung der SCORPIONS in einen Dornröschenschlaf gefallen ist, dem sei das aktuelle Werk von FADING STARLIGHT ans Herz gelegt. Das Quintett um die Geschwister Sebastian (Songwriting, Gitarre) und Inga Scharf (Gesang) küsst die dortige Szene mit einer melodischen Mischung aus HELLOWEEN (der früheren Tage) und BLIND GUARDIAN wach. Inga Scharf, die mit ihrem bezaubernden Gesang der Musik von FADING STARLIGHT das gewisse Etwas verleiht, erwies sich als charmante Gesprächspartnerin.

S: Kannst du uns zu Beginn etwas über die Entstehungsgeschichte von FADING STARLIGHT erzählen?

IS: Begonnen hat alles 1997 als mein Bruder Sebastian Scharf (Gitarre) und der Bassist Florian Schulz sich zusammengetan haben und beschlossen eine Band zu gründen. In der Anfangsbesetzung war man noch mit einem Sänger zugange. Diese Konstellation hielt aber nicht lange, da man musikalisch nicht auf einer Wellenlänge lag. Nach einigen Lineup-Wechseln kam 1999 schließlich ich zu FADING STARLIGHT und seit dieser Zeit sind wir in der aktuellen Besetzung zusammen.

S: Was war für dich der Auslöser Sängerin in einer Metal-Band zu werden?

IS: Ich denke, den größten Anteil daran hatte mein Bruder. Die Musik von FADING STARLIGHT war eigentlich schon immer mein Ding und auch das Singen war schon immer meine große Leidenschaft. Als dann der frühere Sänger ausgestiegen ist, bin ich anfangs einfach so in die Band reingerutscht und habe mich dann mit der Zeit fest etabliert.

Inga Scharf - VocalsS: Schreibt ihr eure Songs im Teamwork oder habt ihr einen Hauptsongwriter?

IS: Bei uns schreibt Sebastian sämtliche Texte und Melodien. Er ist der Mann mit den Ideen. Er hält Songwriter-technisch das Zepter in der Hand.

S: Hat keiner von euch Ambitionen am Songwriting mitzuwirken?

IS: Gut, die Grundideen kommen von ihm, das heißt aber nicht, dass die anderen nicht ihren Senf dazugeben. Bei den Proben und Aufnahmen bringt jedes Bandmitglied sein Teil mit ein und es passiert des öfteren, dass hier und da noch etwas verändert wird.

S: Hinter dem Namen FADING STARLIGHT lässt sich eigentlich eher eine Fantasy-Metal Band vermuten, aber auf eurem Debüt fehlt jede Spur davon. Wie seid ihr dann auf diesen Bandnamen gekommen?

Sebastian Scharf - GuitarsIS: Die Geschichte ist eigentlich ziemlich unspektakulär. Wir sind nur irgendwie dagesessen und haben Sterne beobachtet. Wir wollten einen Namen, der nicht auf die Black- oder Heavy Metal-Schiene schließen lässt. Er sollte einfach nicht zu hart klingen, denn unser Musik klingt doch ziemlich melodiös. Ich denke, FADING STARLIGHT passt richtig gut.

S: Euer Debüt "Lost" hat nun schon einige Monate auf dem Buckel. Wie sieht es mit dem bisherigen Reaktionen aus?

IS: Im Großen und Ganzen ziemlich gut. Wir haben viele gute Kritiken und viel positives Feedback bekommen. Gut, ein paar negative Sachen bekommt man schon auch zu hören, aber die hielten sich in Grenzen. Ich bin zufrieden und finde es sehr schön.

S: Welcher Song war für dich als Sängerin die größte Herausforderung?

IS: Im Grunde genommen hat jeder Song so seine Ecken und Kanten. Aber ich denke, dass "Chained" aufgrund seines Tempos und seiner hohen Passage für mich die größte Herausforderung war.

Florian Schulz - BassS: Apropos hohe Passagen. Dein klarer - oft mehrstimmiger - Gesang lässt vermuten, dass du eine klassische Gesangsausbildung genießt. Liege ich mit meiner Vermutung richtig?

IS: Ja, stimmt! In letzter Zeit leider nicht mehr so regelmäßig und intensiv. Aber ich bin noch dabei und werde diese Ausbildung auch fortführen. Je nach dem, wie es zeitlich klappt.

S: Wie stehst du persönlich zu Vergleichen mit Candice Night (BLACKMORE'S NIGHT) oder Tarja Turunen von NIGHTWISH? Gehören diese beiden Damen zu deinen Vorbildern?

IS: Ich fühle mich durch diesen Vergleich auf Fälle sehr geschmeichelt. Vorbilder würde ich nicht unbedingt sagen. Ich höre beide wirklich sehr gerne, aber ich hoffe, dass ich auch meine eigene Seite mit in die Musik einbringen kann, denn ich will keine der beiden Damen kopieren.

Frank Ruhnke - GuitarsS: Bei einigen Songs wurdest du gesanglich von JESTER'S FUNERAL-Sänger Stefan Schmidt unterstützt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

IS: JESTER'S FUNERAL sind auch bei TTS Media unter Vertrag und da wir noch eine männliche Stimme suchten, war es für uns am einfachsten, sich Label-intern umzusehen. Wir haben erst von Stefan eine CD bekommen und ihn dann zu ins Studio eingeladen. Ich glaube, dass sein Gesang auch sehr gut zu unserer Musik passt.

S: Hast du einen persönlichen Lieblingssong auf "Lost"? Weshalb?

IS: Mein persönlicher Lieblingssong ist auch der Titeltrack, weil mir in dieser Nummer das Break sehr gut gefällt. Aber ich muss gestehen, dass ich eigentlich in jedem Song so meine Lieblingsstellen habe.

Pierre Leyendecker - Drums
S: Ich habe gehört, dass ihr fast schon wieder mit dem Nachfolge-Album fertig seid. Kannst du schon etwas mehr darüber verraten?

IS: Ja, wir waren bereits im letzten Oktober schon wieder im Studio, um das neue Album aufzunehmen. Momentan ist das Cover in der Mache und Ende des Sommers soll die neue Scheibe veröffentlicht werden. Die Stücke auf dem neuen Album sind doch mehr auf meinen Gesang zugeschnitten, während die meisten Songs auf "Lost" doch ursprünglich für einen Sänger geschrieben wurden. Da die Songs jetzt speziell auf mich abgestimmt sind, kann ich mich auch noch viel mehr einbringen als noch auf dem Debüt. Außerdem war ich bei den diesen Aufnahmen nicht mehr so aufgeregt wie noch bei "Lost" und konnte deshalb viel mehr mit meinem Gesang experimentieren.

S: Gibt es in musikalischer Hinsticht einen Traum, den du gerne einmal verwirklichen willst?

IS: Ich würde verdammt gerne irgendwann mal auf dem WACKEN OPEN AIR spielen. Das wäre echt ein Traum, denn ich glaube, wenn man dort eine gute Vorstellung abliefert, dann kann man einen verdammt großen Schritt nach vorne machen.

Dann wollen wir doch mal hoffen, dass dieser Traum alsbald in Erfüllung geht. - Die Klasse hätten FADING STARLIGHT allemal.

01. Lost
02. Banned To Be
03. Salvation
04. Fading Starlight
05. Here I Am
06. Once A Time
07. Chained
08. Nights In Paradise

"Lost" (2002 / TTS Media/ Al!ve)

DISKOGRAFIE:

"Lost" (2002)

andere Beiträge über FADING STARLIGHT
Reviews:
FADING STARLIGHT/
Timeless Fate
FADING STARLIGHT/
Lost

Specials:

"own words" mit Sebastian Scharf ("Timeless Fate")
"
... jetzt schlägt's dreizehn!" mit Inga Scharf

weitere Informationen unter www.fadingstarlight.de

Sonny

Thanks to Sönke @ TTS Media

Last Update: Sunday, 20. April 2003
created in July 2002 © by
Sonny