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solange ich live spielen kann, bin ich nicht unglücklicher als
andere
ANNE
HAIGIS dürfte den meisten unter uns durch ihre vier -
sehr erfolgreichen - deutschsprachigen Alben, die sie im
Laufe der 80er Jahre veröffentlicht, bekannt sein. Erst
vor einigen Wochen bin ich beim Durchzappen der
Fernsehkanäle bei einer Sendung hängen geblieben, bei
der die charismatische Sängerin zu Gast war und ihr
neues Album vorstellt. Aufgrund dieser Sendung bin doch
mächtig neugierig auf "Homestory" geworden und
nach meiner Rezension war klar, dass auch ein Interview
mit ANNE HAIGIS nicht lange auf sich warten lassen
würde. Aber lest selbst was die Powerfrau zu vermelden
hat:S: Was hat es eigentlich mit dem Albumtitel auf sich? AH: Das Album heißt "Homestory", weil wir die Aufnahmen bei mir zu Hause gemacht haben, eingesungen habe ich sogar in meinem "sleeping room". S: Gibt es auf "Homestory" einen Titel, der es dir besonders angetan hat? Weshalb? AH: Ich mag alle Songs gerne, es ist ja auch die Zusammenstellung, die ein Album ausmacht. S: Welche Hoffnung verbindest du mit dem neuen Album? ![]() AH: Mit jedem Album, das man gerade frisch aufgenommen hat, fällt man wieder in den fast kindlichen Enthusiasmus, das ist ja auch gut so, das motiviert einen auch immer wieder neu. S: Du pendelst seit Jahren zwischen verschiedenen Musikstilen hin und her. Mit welcher Richtung fühlst du dich am meisten verbunden? AH: Der erste Song, den ich auf der Gitarre spielen konnte, war von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL gefolgt von dem unvermeidlichen "House Of The Rising Sun". In der Zeit habe ich viel Folk und Blues gespielt und gesungen und ich war ein großer URIAH HEEP und DEEP PURPLE-Fan. Später kamen KING CRIMSON, GENESIS und VAN DER GRAAF GENERATOR dazu, die ja eher alle schwere und sehr melancholische Musik gemacht haben, das hat mich schon geprägt. Ich könnte auch eine ganze CD voll mit Balladen' machen, was ich mit Sicherheit irgendwann noch machen werde. S: Ich bin eigentlich nur durch einen glücklichen Zufall auf deine Homepage gekommen und wurde dadurch auf dein neues Album aufmerksam. Wie kannst du dir den Umstand erklären, dass in den nationalen Medien nur Namen wie GRÖNEMEYER oder vielleicht noch NENA gefeatured werden? AH: Das ist ein komplexes Thema, an dem man nicht verbittern darf. Eine TV Landschaft, so wie sie es in den Achtzigern gab, existiert heute gar nicht mehr. Ich hatte eine enorme TV Präsenz, durch die ich meine bis heute andauernde Bekanntheit zu verdanken habe. Die Musiksender existieren für Künstler, die über 25 sind, gar nicht. Was mich schon eher ärgert, sind die Radioformate. Ich höre tagsüber Radio, um mich über das Weltgeschehen auf dem Laufenden zu halten und bin somit dem unsäglich schlechten Musikprogramm ausgeliefert. Manchmal schalte ich das Radio aus, weil es mich aggressiv macht. Die Redaktionen spielen einfach so gut wie keine deutschen Künstler, man könnte meinen, sie schämen sich für uns, das sind aber ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe. Vielleicht denken sie, wenn sie nur ausländische Musik spielen, sie sind hyper, was ich persönlich für sehr ärmlich halte. S: Du bist
nun auch schon mehrere Jahre in der Musikszene unterwegs
und hast dich im Geschäft durchkämpfen müssen. Wie
stehst du persönlich zu solchen Aktionen wie
"Deutschland sucht den Superstar"?AH: Die Zeiterscheinungen ändern sich, mich juckt das nicht so. Allerdings fand ich die Sendung, in der die NO ANGELS entstanden sind, wesentlich sympathischer, als die Superstar'-Sendung. Da war das Qualitätsgefälle doch extrem hoch. Ich habe nichts gegen solche Aktionen, wenn sie sich in einem bestimmten Qualitätsrahmen bewegen. S: Du bist ja nicht nur Musikerin, sondern managest dich mittlerweile auch selbst. Hast du zu viele negative Erfahrungen in diesem Business mit Managern gemacht? Bringt die Sache nicht einen wahnsinnigen Zeitaufwand mit sich? AH: Seit ich mein Business selbst mache, läuft eigentlich alles besser, wenn man von der Zeit absieht, in der ich mit den deutschen Sachen erfolgreich war. Erfolg misst sich für mich nicht unbedingt ausschließlich am Plattenumsatz. Ich spiele um die 70 Konzerte im Jahr und buche die auch selbst und somit habe ich einen engeren Kontakt zum Veranstalter, was diesen auch motiviert, sein Bestes zu geben, mein Konzert erfolgreich zu gestalten. Es wäre natürlich wesentlich einfacher, wenn ich mehr Medienpräsenz hätte. Aber wie gesagt, es gibt ein Leben außerhalb der Radiosender und ich bin bestimmt nicht unglücklicher, als andere Menschen, solange ich live spielen kann. S: Wie du gerade erwähnt hast, spielst an die 70 Konzerte jährlich. Darf ich daraus ableiten, dass du dich persönlich mehr als Live-, denn als Studio-Musikerin siehst? AH: Deine Ableitung ist absolut richtig. Das war auch ein Grund, das Album bei mir zu Hause aufzunehmen. In der Zeit, in der meine Band an den Playbacks gestrickt hat, konnte ich andere Sachen machen und es war nicht so langweilig, wie es sonst so oft im Studio ist. S: Hast du in musikalischer Hinsicht einen Traum, den du dir unbedingt noch verwirklichen willst? AH: Ich lasse alles auf mich zukommen und bin interessanten Projekten nie abgeneigt. Bin gespannt, was noch alles auf mich zukommt. S: Hiermit wären meine Fragen alle beantwortet. Gibt es noch irgendetwas, das du unbedingt an den Mann oder die Frau bringen willst? AH: Ich habe mich gefreut, dass du einen etwas weiteren Sichtwinkel hast und dich nicht in einer Schublade bewegst, so wie die meisten anderen. S: Danke, so etwas erfreut das geschundene Schreiberherz ungemein ;-)
weitere Informationen unter www.anne-haigis.de andere Beiträge
über ANNE HAIGIS |
Sonny
Thanks to Jochen @ Pläne Records
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Update: Sunday, 01. June 2003
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